Erstes Blatt K65. Jahrgang Gerichtssaal": K. Neu-- sn Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten. ©Üffetl neues tZl AKT GES. \ 1 arertenfabrik aller Art Ausstattung preiswert« ■ jckerei, Schulstr M. H05 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SietzenerKamilienblätter.' zweimal wöchentl.Areis- vlaltsürdenAreisGiehen (Dienstag und Freitags; zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. — Die Große K n n stans st el lli:n g Düfs c ldo r f 1913, verbunden mit der Raumkunstausstellung, ist am Samstag feierlich eröffnet worden. Geheimrat Lueg hielt eine Ansprache zur Enthüllung des vor deni Ausstellnngspalast zur Errnncrung an die Industrie, Gewerbe- und Kunstausstellung 1902 errichteten Monumentalbrunnens, den daun Oberbürger- meistcr Oe hier in die Oblpck der Stadt nalpu. Dann folgte eine Bcsichtigiing des Brunnens und ein Rundgang durch die Ausstellung, die reich beschickt ist und außer den Werken deutscher Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.Gnch- und Steindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei- Schulstratze 7. “n bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Ur. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 162. Änzeigentell: H."'Bech e Nahrung 9aard sich durch die verschieden st en Pseudonyme und Berklei- dungcnr einen Rebel um seine Person zu bereiten, und alle zeichnen sich durch eine höchst verwegene und geniale Psvchologie -^ad „Tagebuch eines Verführers" gehört in psychologischer Vinsicht zu den Meisterwerken derW.ltliterarur, und in der Neigung sein und anderer Seelen.!eben zu zerfasern, erkennt man jenen daniicheu 'Charalterzug in der Literatur, der später bei I. P. ^acobicn wiederum so glänzend sich bekundet hat. In der zweiten Hälfte der vierziger Jahre gesclyrh cs dann, das; er <:n eine Fehde mit dem einflußreichsten Witzblatte Kopcn Hagens, dem „Korsar" geriet, der Kierkegaards in ihren unteren Extremrtäten von der Natur etwas vernachlässigte Gestalt zur populären Figur Kopenhagens machte. Diese Fehde bereitete Kierkegaard unsägliche Leiden, und aus denr Gefühle heraus, daß er glle drefe Leiden nicht für sich albst,:, sondern für eine ganze Gesell) chaft trage, die unter der Geißel jenes Blattes seufzte, aus diesenr Gefühle heraus vollendete sich feine religiöse Ürnwcrnd- lung. Mrt außerordentlicher Feinheit hat er als die Sphäre der Religion das Reich der Ungewißheit und Unsicherheit bezeichnet, indem nur aus dieser der wahre Glaube erwachsen könne. Die von ihm entwickelten religiösen Anschauungen trieben nun den religiösen Invidualismus auf die Spitze. Jede Vermittlung zwischen Gott und Mensch wurde von ihm ausgeschaltet, nur der „Einzelne" war religiösen Lebens fähig. Aus diesem cksedan- ken heraus gelangte Kierkegaard zu einem leidenschaftlichen Kampfe mit der dänischen Staatskirche, die er erbarmungslos verur- teilte. Kierkegaard wußte, daß er zeitig sterben müsse, und wollte zeitig sterben. Sck,on mit dreißig Jahren erwartete er dm Tod — mit zweiundzwanzig Jahren starb er wirklich. Tas literarische Werk, das er hinterlassen, gehört zu denen, die nicht als yar- momsch vollendete (Gebäude, sondern als unübersichtliche, überraschende, zuM Teil barocke iinrd an einzelnes: Stellen selbst schadhafte Anlagen wirken. Mer es ist darin eine fast unerschöpf- licke Menge von Geist und Originalität angehäuft. Kierkegaard gehört zu den Genies der Anregung. AK LdhD-r Rom, 3. Mai. Die „T ribun a" schreibt: Es besteht nicht und kann auch nicht bestehen ein Sören Kierkegaard. Lu seinem 100. Geburtstage, 5. Mai. Sören Kärkegaard ist vielleicht der glänzendste und hervorragendste Prosaschriftsteller, den die dänische Literatur im 19. Jahrhundert überhaupt hervorgebracht hat. Aber darüber hinaus interessiert er auch die, die mit der dänischer: Litteratur außer Verhältnis stehe::, als eine höchst merkwürdige, durch und durch originelle Persönlichkeit und als ein religiöser Denker, dessen Energie und Konsequenz ebenso groß sind, wie seine Einseitigkeit. Sören Kierkegaard, dessen Werke erst durch die bei Diede- richs in Jena erscheinende deutsche Gesamtausgabe auch bet uns mehr Eingang gcfimbcn haben, ist eine Art Nietzsche der christlichen Religionsphilosophie gewesen. Wie Nietzsche sein ganzes ethisches System auf den: „Uebermenschen" aufbaut, so stellt Kierkegaard den „Einzelnen" durchaus in Iden Mittelpunkt alles wahrer: religiösen Erlebens und Lebens. 'Der jütische Bauer Michael Petersen Kierkegaard war in Kopenhagen ein reicher Wollwarenhändler geworden. Tas jüngste Kind aus seiner Ehe mit seiner früheren Magd war Sören. Sören war ein schwächliches, aber äußerst geistreiches Kind. In der Schule entfaltete er einen so treffenden Witz, daß selbst die Lehrer davor zitterten. Vater und Sohn ähnelten einander: beide waren äußerst begabt, beide witzig, beide unermüdliche Disputierer, und beide erfüllt von einer tiefen inneren Schwermut, die Kierkegaards Schicksal geworden ist. Wer Vater und Sohn nicht kannte, dem Mußte es schenwn, daß esim Hause Kierkegaard sehr lustig und unterhaltend zuging: aber es geschah, daß der Vater vor Sören flillstand und zu ihm sagte: „Armes Kind, du gehst in stiller Verzweiflung!" Das hat Sören Kierkegaard nie vergessen. Er studierte Theologie «und konnte sich bei seinen glückliche:: Vermögensverhältnissen ganz seiner: Neigungei: widmen. Sein Lebenslauf zeigt mir zwei äußere Ereignisse von Belang: die Geschichte seiner Verlobung und seiner: Kampf mit dern „Korsar". Die Geschichte seiner Verlobrmg mit Fräulein Regine Olsen ist noch immer nicht ganz klar. Es war eine Verlobung aus Licke von beider: Seiten, die Kierkegaard dann aufbob, und zwar in der Weise, daß er nach seinem Willen durcharts als der sckmldige Teil erscheinen mußte, und daß er trotz der tiefe:: Qual, die er empfand, dabei äußerlich seine Heiterkeit durchaus zu bewalden schien. Ob die ererbte Schwermut, ob die Erkenntnis, daß er sich mit dem Mädchen seiner Wahl innerlich doch nicht verständigen könnte, die entscheidende Triebfeder gewesen ist, mag dahingestellt bleiben — genug, dies schwere Erlcknis machte Kierke- mard zum Dichter. Es erschien des dicke Werk „Entweder — Oder", den: eine Reihe von anderen Schöpfungen folgte. Mle wehr oder weniger autobiographischer Art; in allen suchte Kierke- Künstler solche belgischer, französischer und englischer Künstler enthält. — Eröffnung der Leipziger Baufachausstel- l u n g. L e i p z i g , 3. Mai. König Friedrich August traf heute vprmittag von Dresden hier ein, um die „Internationale Bau- fachansstellung" feierlich zu eröffnen. Am Eingang „C" der Ausstellung an der Friedhofs-Allee wurde der König von dem Vorsitzenden des Direktoriums der Ausstellung Oberbaurat Falicu: und den beiden stellvertretenden Vorsitzenden begrüßt. Von hier begab sich der König um 12 Uhr nach der Empfangshalle, wo sich die übrigen Fürstlichkeiten und die Spitzen der Behörden eingefunden hatten. Tie Eröffnungsrede hielt Oberbaurat Falian. Hierauf wurde auf Befehl des Königs die Ausstellung durch den Regierungskommissar Kreishauptmann v. Burgsdorff eröffnet. Es schloß sich ein längerer Rundgang durch die verschiedenen Hallen der Ausstellirng an, welcher bis 1 Uhr dauerte. — Die letzten deutschen Biber! iTin Bild trostlosester Naturvernichtung bietet sich dar, wenn Man beute unter Führung limdiger Förster ben beiden letzten bciannten deutschen Biberbauten einen Besuch abstattet. Vor wenigen Jahren zählte man noch ungefähr 40 Stück in den beiden Bauten bei Großkühnau im cm haitischen Kreise Dessau und bei Breitenhagen- Lödderitz an der Elbe, unweit der Saalemündung. Im Groß- fübnauer Revier zählt man bcucr noch 2 Paar. Ein Paar soll vor einigen Monaten elbaufwärts nach Torgau zu „ausgewandert" fein und :vird dort wahrfcheiickich eine neue „Burg" gebaut haben, denn sie nmrben letzthin von Fischern und Schissern in der dortigen Gegend öfter bemerkt. Der große Bau im Lödderitzer Revier, der besonders von deml Rittergutsbesitzer Hubert- Behr (Mennewitz) genau beobachtet :md auch geschätzt wird, soll noch in die zwanzig Stück großer prächtiger Bibweyenrplare. bergen. Wenn man aber hört und liest, daß allein bei Barbt) ai: der Elbe und in der Saale bei Saallwrn int vorigen Jahre, drei Biber tot treibend, entweder von den Schaufeln eines Raddampfers oder von Schisser:: mit Rudern böswillig erschlagen, gesunden lmirden, dam: steht Man auch vor diesem aussterbenden ^tück Natur mit der Wehmut int Herzen, daß es immer noch wasjenhast Mensckwn gibt, die einer raseichen Zivilisation das Wort reden und diesen Unfug nrit dem Deckmantel „Kultur" behängen. In Wahrheit dürste die staatliche Fürsorge und Erhaltung einer Tierspezies, die einst in Deulfckland eine große volksnnrtschastliche Rolle spielte, eine „Kulturtat" genannt iverben müssen. Wie wird Shitari geräumt? Daß Oesterreich unh Italien Schritte vorbereiten, um die Montenegriner aus Skutari zu vertreiben, ist nun auch amtlich bestätigt, und die „Norddeutsche Allgem. Ztg." bejaht ferner, daß König Nikita keck genug gewesen ist, nicht nur .Skutari als montenegrinischen Besitz öffentlich erklären z>u lassen, sondern auch albanische Hafenstädte mit Truppen zu 'besetzen! Heute morgen wurden Gerüchte verbreitet, Skutari sei schon in Frieden geräumt worden und das montenegrinische Kabinett sei zurückgetreten. Der Berliner „Lokal-Anzeiger" meldet, wie wir telegraphisch aus Berlin hören, der Kaiser habe bei einer Pause in der Wiesbadener Opernaufführung die Nditteilung erhalten, daß die Räumung Skutaris beschlossen sei. Damit ist nun auch nicht viel anznfangen; daß die Räumung Skutaris beschlossen ist, war ja gar nichts Neues, denn es erhob sich nur die Frage nach dem Wie ünd Wann! Um Skutari zu besetzen, haben die Oesterreicher und Italiener Truppen mobil gemacht, und Oesterreich hat, was auch von weittragender Bedeutung ist, in Bosnien und der Herzegowina den Ausnahmezustand erklärt. Ob aber wirklich schon in bestimmter Weise geplant ist, das ganze albanische Problem neu zu regeln, wird aus einer offiziösen Darlegung der römffchen „Tribuna" wieder zweifelhaft. Italien will demnach nur dem Zwang der Ereignisse nachgeben und hält seine Absichten vorsichtig zurück, bis am heutigen Montag die Botschafter gesprochen haben. Aber auch die „Tribuna" gibt schließlich zu, daß es sehr bald nötig werden könnte, „die Ordnung in Albanien wieder herzustellen" und daß diese Aufgabe den beiden nächftbeteiligten Großmächten, Oesterreich und Italien, zufallen könnte. So wird denn nun wohl heute endlich der Tag heranrücken, wo die diplomatischen Umschreibungen aufhören und wir von Ereignissen und klaren Absichten unterrichtet werden. . • Wir erhalten folgende Bildungen: Die „Frankfurter Zeitung" meldet aus Rom: Aus zahlreichen Garnisonen wird gemeldet, daß Truppen- abteilungen für ein Expeditionskorps nach Albanien zusammengestellt und eingekleidet werden. Das Expeditionskorps wird inBrindisi zusammenaezoqen. Es soll angeblich 30 000 Mann stark sein. O e st e r r ei ch- U n g a r n wird, wenn die Abmachungen zwischen dem' österreichischen und dem italienischen Generalstabschef keine Abänderung mehr erfahren, 50 bis 60 000 Mann nach Albanien senden. Belgrad, 3. Mai. An der Küste von Nordalbanien find die serbischen Truppen bis auf dreihundert Mann, die noch in San Giovanni di Medua stehen, zurückgezogen worden. M o n t e n e g r i n i s ch e T r u p p e n haben die Küsten Plätze bis zum Drin besetzt. Fünftausend Mann stehen in Alessio. Der Ausnahmezustand für Bosnien und die Herzegowina» erklärt! Serajev o, 3. Mai. Heute ist der Ausnahmezustand für Bosnien und die Herzegowina proklamiert worden. Durch die Ausnahnieverfügungen am 2. Mai, die durch kaiserlichen Erlaß vom 1. Mai genehmigt worden sind, werden einzelne Bestimmungen des Landesstatuts suspendiert, Einschränkungen bezüglich des Paß- und Meldew esens und der Freizügigkeit e ingeführt, die Zivilpersonen unter die Militärgerichts- Sirt” UrS11.^ -■'te- «-Säs M-ä ^Aettivibüb^ Explosion ent, *n oeichästigt. , VI 2lPul, wird ofr frucht zwei st^e merung verließ er- 11 ^den Erdstöße in M verspürt. Montag, 5. Mal WZ Bezugspreis: monatlich 75Ps., viertel- Sk jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen W ” monatlich 65 Pf.; durch hb diePost Mk.2.—oiertel- W jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis:lokal 15Pf., auswärts 20 Pfeuniq. ” ▼ Chefredakterlr: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und 3 sichre all. 'S TaM Tcbiüi ÖU Uebereinkommen zwischen Italien und Oesterreich über die Teilung Albaniens in E i n f l u ß g e b i e t e. Wer dieses Märchen verbreitet, vergißt, daß gerade Italien gegenüber Europa die Herstellung eines autonomen, absolut unabhängigen Albaniens vertreten hat. Die Festsetzung von Einslußgebieren würde dem Grundsatz der Autonomie widersprechen und in diesen: Augenblick ein Unrecht gegenüber Europa darstellen, welches loyal 'mit den näher beteiligten Mächten zusammengearbeitet hat, um ein starkes und freies Albanien herzustellen und gegen jedes Gelüste ZU schützen. Man maß die Skutariftage und die allgemeine Frage der inneren Crbnung des neuen, erst im Keime vorhandenen Staates unterscheiden. Wem: die Londoner Botschaftervereinigiing feu: gemeinsames Zwangsmittel findet, um Montenegro zur Räu- mnng von Skutari zu veranlassen, so wird Oesterreich- U:: g ar n diese Aufgabe übernehmen, da es am nächsten betei- ugl. Uff Was die Frage der inneren Ordnung Albaniens be- tr:stt, io hat Essad Pascha sich zu dessen Herrscher erklärt und barkcit gestellt und Einschränkung und Ueber- wachung des Telegraphen- und Telephon- üertc h r s angeordnet. Rom, 3. Mai. Die Agenzia Stefani meldet: Die von einige:: Blättern veröffentlichte Meldung über ein Uebereinkommen zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn auf Aufteilung Albaniens und auf Abänderung der bereits seit mehreren Jahren zwischen den beiden Verbündeten Mächten bestehenden Verträge, die sie gewissenhaft einhalten und die darauf abzielen, die Autonomie Albaniens gemäß den Beschlüssen der Londoner Botschasterkonferenz zu sichern, entbehren jeder Begründung. Feststellungen der deutschen Regierung, Die „Nordd. Allgem. Ztg.," fschreibt in ihrer Wochenrundschau: Der letzten Botschaftervereinigung lag eine möntenegrinifebe Mitteilung vor, welche der Annahme Raum ließ, daß sich Montenegro noch in letzter Stunde zu einem freiwilligen Einlenken und zur Räumung Skrttaris entschließen könnte. Es schien der montenegrinischen Negierung klar geworden zu sein, daß sie einer ernsten Situation gegenübersteht und daß auf dem Räumungsverlangen unbedingt bestanden wird. Die Bot- schaftervereinigung beschloß auf Grund dieser Mitteilung, den Kabinetten vorzuschlagen, daß den Montenegrinern noch eine letzte Frist zum Nachgeben ein geräumt werde. Die montenegrinische Regierung sollte demgemäß zur friedlichen Räumung Skutpris aiifgeforöcrt und ihr dabei erklärt werden, daß nur in diesem Falle Montenegro auf die in Aussicht genommene Hilfe der Mächte zur Besserung der wirtschaftlichen Lage des Landes rechnen könnte; andernfalls würde es aus Skutari vertrieben werden und hätte künftig keinerlei Hilfe der Machte zu erwarten. Tie Folgen seiner Haltung würden in diesem Fall verhängnisvoll sein. Ein entspreche:ü>er Schritt in Cetinje wurde unverzüglich in die Wege geleitet. Inzwischen ist aber eine Tatsache bekannt geworden, von der die Botschafterkonferenz noch keine Kenntnis hatte: unter der Aditceilung des Wortlauts der Proklamation wurde gemclbet, das; der Kronprinz Danilo Skutari zur Landeshauptstadt ausgerufen hat. Dazu trifft heute abend die Nachricht ein, daß montenegrinische Truppen die albanischen Küstenplätze besetzten. Damit wird der Hoffnung, auf die hin die Londoner Kvnferenz ihren Vorschlag machte, der Boden völlig entzogen. Der Augenschein widerspricht den Erklärungen, die König Nikita in London abgeben ließ, in so grober Weise, daß man von der Einwirkung der Mächte in Cetinje sich nicht mehr Erfolg luirb versprechen können. Die militärische Aktion Oesterreick>s im Verein nrit Italien ist nunmehr in unmittelbare Nähe gerückt. Italiens Stellung und Borbercitnng. .T-ff Babuarbeiter,\ Vienne* W1 r^i. Pauline N« Französische Nervosität. Paris, 4. Mai. Der „Temps" will wissen, daß die Vertreter der Tripel-Entente in der morgigen Botschafter- lönferenz die Dreibundmächte aufmerksam 'mache:: werden, daß Oesterreich-Ungarn und Italien keinerlei Mandat hält die Armee von Skutari zwischen Tirana und Kruja versammelt. Dschawid Pascha hat Valona 'besetzt. Es istnock: nicht ganz klar, was die Haltung Essad Paschas zu bedeuten hat. Die Pforte hat ihm befohlen,^sich mit seinen Truppen nach der Türkei einznschiffen. Die „Tribuna" fragt, ob Dschawid Pascha nur deshalb nach Balona gezogen sei, um in die Türkei zurückzuke^ren oder um sich, wie es den Anschein hat, mit Essao Pascha zu vereinigen. Dieser hat eine Basis zwischen Tirana und Dscha- kowo, Dschawid Pascha aber hat nur Truppen, die in den vorhergegangenen Kämpfen geschlagen worden sind, jebodj keinerlei Anhang in Albanien. Die beiden Armeen haben auch keine Verbiiwung miteinander. Eine innere Gegenbewegung erscheint als möglich, wenn die provisorische Regierung von Kemal Bey stark genug ist, eine solche in Gang zu bringen. Daher leuchtet die Notwendigkeit ein, die Ordnung in Albanien wieder her zu st ellen. Es ist von den Mächten als selbständiger Staat geschaffen, und es wäre deshalb zu wünschen, daß alle Mä -ch t e gemeinsam mit ihren Truppen die Ordnung wiederher st ellten, wie sie es in China nick Kreta getan haben. Aber im Unterschied zu China und Kreta sind hier zwei Mächte, nämlich- Oesterreich-Ungarn und Italien, an dem albanesischen Problem mehr beteiligt als die übrigen. Es ist möglich, daß die Mächte die undankbare Mission auf Oesterreich-Ungarn und Italien abzuwälzen wünschen. Oesterreich-Ungarn hat sich bereits dazu angeboten, zu handeln. Italien wird nicht Nein sagen können. In Voraussicht neuer und ernster Ereignisse, welche eine Intervention Italiens in Südalbanien verlangen konnten, hat der Kriegsminister verfügt, daß die zur Bildung eines A r me e - k^o r Y s erforderlichen Truppeneinheiten vervollständigt nxrtien. Es dürfte eine Division genügen, aber es muß eine Reserve bereit fein; wenn die Expedition beschlösse:: werden sollte, so müßte, um das Land nicht ganz zu entblößen (100 000 Mann stehen in Libyen) eine Jahresklasfe cinberufen werden. Diese Klasse ist indessen bisher nicht cinberufen worden, weil es wahr- scheinlick^ ist und zu 'hoffen cheht, daß die innere Lage Mbaniens sich nickt in einer Weise verschlimmert, die eine Intervention notwendig macht. Die Wiener Preffe. Wien, 4. Mai. Tie Blätter betonen, die mvr- gige Sitzung der Boffchaftervereinigung bedeute sür Ocstcr- reich-Ungaffn nicht mehr die Möglichkeit neuer Enffchei- dungen. Sowohl die Bestimmung eines geeigneten Zeitpunktes für ein eventuelles aktives Eingreifen, wie die Art und Weise der Durchfiihrung der Aktion müsse der Entscheidung der meistinteressierten Mächte Vorbehalten bleiben. ' Das „9c e u c Wiener Tagblatt" erklärt: Wenn infolge des Widerstandes Montenegros und der Verwei- geritng der Teilnahme der übrigen Mächte eine gesonderte Aktion unternommen luirb, so wird sie naturgemäß die Herstellung des Rechtsz-nstandes zur Aufgabe haben, den Europa für das neue Albanien festgesetzt hat. Alke an- derslautkmden Nachrichten über den Zweck der Aktion be- imhen durchweg auf Kombinationen, die jeder tatsächlichen Grundlage er:tbehren. Die Blätter erfahren aus wohlunterrichteten diplomatischen Kreisen, in den Verhandlungen Oesterreich-Ungarns mit Italien wegen der gemeinsamen Aktion in Albanien handle es sich nur mehr um Detailfragen, da bezüglich der prinZ-ffiellen Fragen bereits ein Einvernehmen erzielt sei. Es gelte aber für sicher, daß ein vollständiges Einvernehn:en über alle schwebenden Fragen bald Kuftandc- lomme. gllNg atitloiW . /1 »ß fit zcoh9 • ff!< ad# ‘ n» ff b-i° ,-^j 5 anW? Sw-*-*' b-etr. Ker Operationen in Albanien und der etwa ffesfen Essad Pascha und Dschawid Pascha zu ergreifenden Maßnahmen erhalten 'haben. Da diese Punkte nicht einmal erörtert worden seien, so könne diesbezüglich von einem Einvernehmen Europas nicht die Rede sein. Das „Journal des Deüats" führt aus: Der österreichisch- italienische Plan einer Besetzung Albaniens ist das Ergebnis jenes Zauderns, welches durch die klägliche Befehdung der Flottendemonftration in den montenegrinischen Bewässern und der Durchführung der einmütigen Entscheidung in der Skutari- frage verursacht turnte. Man müßte naiv sein, um zu glauben, daß Oesterreich die günstige Gelegenheit nicht ergreife, um auf dem Balkan festen Fuß zu fassen, unddaßJtalien dieses Beispiel nicht befolgen werde. Die anderen Großmächte werden bloß wegen Mbanien Iminen Krieg führen. Die Mächte der Triple Entente haben jedoch eine unverzügliche Pflicht zu erfüllen. In der morgigen Botschafterkonserenz müssen die Vertreter Frankreichs und Englands in der Lage sein, zu erklären, daß die Befehlshaber der beiden in den nrvntenegrinischcn Gewässern befindlichen französischen und englischen Schiffe ermächtigt sind, Truppen in Anti- vari und Dulcignio zu landen und erforderlichenfalls nach Skutari zu senden. Der Augenblick ist gekommen, um der Durchführung eines internationalen Beschlusses zur Wahrung des Gleichgewichts auf denr Balkan und Europas einen internationalen Charakter zu geben, wenn König Nikolaus nicht vollständig den Blick für die Interessen der Montenegriner und Serben verloren hat, und die gemeinsame Intervention der Großmächte geradezu herbeiwünscht. Man muß das überall und besonders in Petersburg begreifen, daß fein Augenblick mehr zu verlieren ist. Eine Adria-Ausstellung in Wien. Wien, 3. Mai. Die A-dria-Ausstellung wurde heute vormittag durch den Protektor Erzherzog Ferdinand feierlich eröffnet. An bem Fest nahmen außer zahlreichen Mitgliedern des kaiserlichen .Hauses Graf Berch- told, die anderen gemeinsamen Minister, der deutsche Botschafter, , sowie die übrigen Mitglieder des diplomatischen Korps, Marinekommandant Faust, die österreichischen Minister', die Geistlichkeit, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden Teil. Es folgte ein Rundgäng, bei dem der Erzherzog wiederholt seine große Befriedigung über die wohlgelungene Ausstellung äußerte, die gewiß den Zweck erfüllen werde, das Küstenland der österreichischen Adria, ihre Handelswege, Naturschönheiten und die Heilkraft ihrer Seebäder bekannt zu machen. Eine außerordentliche Session des montenegrinischen Parlaments. Eetinje, 3. Mai. (Amtlich.) Die Regierung beschloß int Einvernehmen mit der Krone die S k u p s ch t i n a am 8. Mai zu einer außerordentlichen Session einzuberufen. Gerüchte über den Rücktritt des montenegrinischen Ministeriums und die Räumung Skutaris. Die „Voss. Ztg." meldet aus Wien: Laut Gerüchten hat das montenegrinische Ministerium demissioniert. Skutari soll bereits geräumt oder in Räumung begriffen sein. Es besteht jedenfalls die begründete Hoffnung, daß König Mkita in letzter Stunde infolge des italienisch-österreichischen ?luftretens und der italienisch-russischen Bemühungen in Eetinje nachgeben wird. Ein Gerücht will wissen, daß König Nikita in einem direkten Telegramm -an Kaiser Franz Josef die Räumung Skutaris binnen 24 Stunden zu gesagt hat. Nach einer Meldung aus Rom besteht begründete Hoffnung, daß König Nikita in der am Montag stattfindeitden Sitzung der Botschafter seine Bereitwilligkeit erklären läßt, Skutari gegen sofortige Zahlung von 30 Millionen Lire zu räumen. Diese Summe sei ihm angeboten und durch Deutschland, Oesterreich, Italien und Rußland garantiert worden. Das „Berliner Tageblatt" will aus Rom erfahren haben, der montenegrinische Kron rat solle beschlossen hüben, daß die Marinesoldaten der Mächte, falls sie in Antivari und Dulcigno landen, so lange nicht an gegriffen werden sollen, als sie sich ihrer Waffen nicht bedienen. Ein Kampf zwischen Dschawid Pascha und Essad Pascha. Eetinje, 4. Mai. Nach aus Alessi o eingetroffenen Nachrichten kam es gestern vor Durazo zwischen den Truppen Dschawid Paschas und Ess uv Paschas zu einem mehrere Stunden dauernden Kampfe. Dschawid Pascha ist vollständig geschlagen, seine Truppen flüchteten nach verschiedenen Richtungen. Tie Serben gaben Essad Pascha den Weg nach Durazzo frei. Ein Teil der Truppen Essad Paschas zog siegreich in die Stadt ein. Essad Pascha soll in Zentralalbanien Herr der Lage sein. Rußland als Schiedsrichter zwischen Serbien und Bulgarien. Sofia, 3. Mai. Wie in eingeweihtcn Kreisen verlautet, soll Rußland in Sofia und Belgrad mitgeteilt haben, daß es, nachdem Serbien und Bulgarien sich über die Teilung der strittigen Gebiete nicht einigen konnten, die Schiedsrichtere olle übernehmen wolle. Athen, 3. Mai. Ein königliches Dekret verhängt über alle Inseln des Aegäischen Meeres, die Griechenland besetzt hat, den B e l a g e r u n g s z?r st a n d. Lin Anschlag aus Öen Grotztzerzog von Vaden. Ein ähnlicher Anschlag, wie er vor kurzem mir den König von Spanien versucht worden war, ist am gestrigen •Sonntag auf den Großherzog von Baden gerichtet worden, dar in Mannheim eingetroffen war, um dem dortigen Rennen beizuwohneu. Glücklicherweise besaß der Großherzog dieselbe Geistesgegenwart wie König Alfons; er stiel; mit seinem Säbeltnauf den Angreifer, der auf das Trittbrett des Wagens gesprungen war, zurück. Tb bei dieser Erbärmlichkeit politische Motive mitspielen, steht noch nicht fest: es ist sehr unwahrscheinlich, da der verd tstete Täler betrunken gewesen sein soll und sich eines rostigen Messers bedienen "wollte. Wie der Großlrerzog selbst mit> teilte, hatte er, als er den Angriff aus führte, kein Messer in dar Hand. Wir erhalten folgende Meldungen: Mannheim, 4. Mai. Als der Großherzog von Baden heute mittag, von Karlsruhe kommend, am Haupt- bahnhof seinen Wagen bestieg, um zum Nennen zu fahren, sprang ein unbekannter Mann auf das Trittbrett des Wagens mit einem kleinen offenen Messer in der Hand Der Kroßherzog stieß den Mann zurück, der verhaftet wurde, dann setzte der Großherzog den Weg zum Renne» fort. Ter Täter soll geisteskrank sein. Der Verhaftete ist 43 Jahre alt und heißt Jung. In dem Wagen befand sich außer dem Großherzog auch die Großherzogin. Heute abend besuchte das Großhcrzogspaar das Großh.Hos- und National- Ijcetet, »e „Carmen" gegeben wurde. i. Zu bent tätlichen Angriff auf den Großherzog von Baben teilt die „Neue Badische Lanbeszeitung" noch folgende Einzelheiten mit: lieber den Hergang des Ueberfalles hat der Großherzog zu seiner Umgebung geäußert, daß er selbst nicht wahrgenommen l)abe, daß der Mann ein Meiser in der Hand gehabt habe. Der Angreifer sei auf das Trittbrett des Wagens gesprungen und habe versucht, den Großherzog an der Brust zu fassen. Der Großherzog habe ihm dann mit dem Säbelknauf einen Stoß unter das Kinn versetzt, sodaß er rücklings vom Wagen fiel. Das Publiknrn^stürzte sich auf den Angreifer itnb wollte an ihm sofort Justtz üben, was aber die Polizei durch die Verhaftung des Täters verhinderte. Der Verhaftete, der in einer Vorstadt wohnen soll, gab nertoirrte Auskünfte. Unter anderem erklärte er, er handle im Auftrage einer Bande, beren kanten er nicht verraten werde. Er fei gedienter Kavallerist. Aus anderer Quelle verlautet noch, daß der Verhaftete der 41 Jahre alte Tapezierer Anton Jung ist, gebürtig aus Öttersdorf bei Rastatt. Er lebt in den ärmlichsten Verhältnissen, ist Vater von sieben noch schulpflichtigen Kindern und gilt als dem Trunk ergeben. Geistig scheint er nicht ganz normal zu sein, denn er mußte im vergangenen Jahre wegen großer Erregtheit eine Zeitlang im Krankenhaus unt-ergebracht werden. Antrittsbesuche des Prinzregenten von Bayern. Der Prinzregent von Bayern nebst Gemahlin reiften am Samstag von Württemberg ab, um an den süddeutschen Höfen Antrittsbesuche zu machen. Sie besuchen zuerst Stuttgart, dann Karlsruhe, die Rheinpfalz und Darmstadt. Eine Rede über Neichsfrendigkeit. Prinz-Regent Ludwig wurde am Samstag int Stuttgarter Rathaus von Oberbürgermeister Lauten- schläger mit einer Ansprache begrüßt, auf die or wie folgt antwortete: Wie ich in Berlin schon gesagt habe, sage ich auch hier, es ist die erste Aufgabe des deutschen Reiches, daß nicht nur ein einzelner Staat, sondern daß alle Staaten gedeihen und blühen mögen. Es finden ja manchmal einzelne Widerspräche und Gegensätze statt, diese soll inan aber nicht auf die Spitze treiben, sondern denken, daß der andere Staat geradeso ein deutscher Staat wie der eigene ist, und gerade so gefördert werden soll. Wenn das geschieht, so wird das deutsche Reich jederzeit sich durch R e i ch s f r e u d i g k e i t auszeichnen. Es möge die Neckarschiffahrt, die jetzt Heilbronn erreicht, bis Stuttgart ausgedehnt werden und das Land so weiteres Mühen und Gedeihen erfahren. Die Schiffahrt allein ist nicht maßgebend, auch andere Verkehrswege gehören dazu, und ich möchte erwähnen, wie ich schon gesagt habe, gemeinsam sollen sämtlick>e deutsche Staaten dahin arbeiten, daß ihre Eisenbahnen, und sie bilden doch das wichtigste Verkehrsmittel, das wir haben, Mitarbeiten zum Blühen jeder einzelnen Stadt und zur Blüte des ganzen Reiches und nicht zum wenigsten zum Blühen Stuttgarts. Stuttgart lebe hock)! Der König von Württemberg hat den Prinzregenten zum Chef des 2. Württ. Feldartillerie-Regiments Nr. 29 (Prinzregent Luitpold von Bayern) ernannt und im Anschluß daran verfügt: Das 2. Feldarttllerie-Regiment Nr. 29 (Prinzregent Luitpold von Bayern! hat diesen Namen weiter zu führen und den Namenszug seines hohen Chefs des Prinzregenteu Ludwig von Bayern nach den von mir genehmigten Proben auf den Epauletten, Achselstücken und Schulterklappen zu tragen. Tas Luftschiff „Z IV" erschien am Samstag mittag kurz nach 121'2 Uhr von Baden-Oos kommend auf einer militärischen Uevungs- fahrt über Stuttgart und umkreiste zweimal den Wilhelms- Palast, wo das kürz zuvor aus München ein getroffene bayerische Prinzregentenpaar mit dem Königs - paar in kleinem Kreise das Frühstück einnahm. Gegen 1 Uhr verschwand das Luftschiff wieder in der Richtung auf Baden-Oos. Trinkspruche im Refidenzschloß. Stuttgart, 3. Mai. Heute abend fand im Weißen Saal des RZidenzschlosses große Galatafel statt, bei der der König einen Trinkspruch ausbrachte, in dem er sagte: Bei diesem ersten Besuche Ew. Königlichen Hoheit als des Königreichs Bayern Verweser und als Nachfolger Ihres in Gott ruhenden Herrn Vaters ist es mir vor allem eine liebe Pflicht, in warmer Dankbarkeit des hohen Entschlafenen zu gedenken, mit dem ich die große Zeit der Einigung unseres gemeinsamen deutschen Vaterlandes erleben durfte, und der mir von frühester Jugend auf bis in sein Alter ein allezeit gleich gütiger und liebevoller Freund gewesen ist. An Ew. Königliche Hoheit richte ich heute die Bitte, dieselben Gesinnungen auch auf mich zu übertragen und von der aufrichtigen und herzlichen Freundschaft, die ich Ew. Königl. Hoheit entgegenbringe, fest überzeugt sein zu wollen. Der P rin zr eg e n t erwiderte mit folgenden Worten: Ew. Majestät danke ich aufrichtigst für den herzlichen Will- kommgrust, den Ew. Majestät der Prinzessin und mir geboten haben. Die gütigen Worte, mit denen Erv. Majestät zugleich im Namen der Königin Ihrer Freude über unseren Besuch Ausdruck verliehen haben, wecken leblaften Widerhall in meinem Herzen. Die Prinzessin und ich sind hoch erfreut über den überaus ivarmcn Empfang, den Ew. Majestäten, das gesamte königliche Haus und die Residenzstadt Stuttgart uns bereitet haben. In den Kundgebungen freundschaftlicher Gesinnung, die uns bei unserem ersten Besuche in dem schönen Württemberg zuteil geworden sind, erblicke ich eine kostbare Bürgschaft für die Aufrechterhaltung und innige Pflege der verwandtscha tlichen und herzlichen Beziehungen, die unsere Häuser 111D Länder verbinden. Aris Krndr FnnH» E' i e s; c n, 5. Mai 1913. Tic öffentlichen Bauten in unserer Stadt, die im vergangenen Jahre in Angriff genommen wurden und grösstenteils im Winter ruhen mußten, sind seit Beginn der diesjährigen Bauz-eit erheblich weiter gefördert worden. Die Turnl)alle für das Realgymnasium ist fertig gestellt und vor einigen Tagen ihrer Bestimmung übergeben worden. — Der Ob er realschul- b a u in der Sttrpl>austraße ist soweit gediehen, daß ein größerer Teil des Innenausbaues fertig gestellt ist. — Das Ha n d elskam m er gebäu de an der Lonystraße geht der Vollendung seiner inneren Einrichtung entgegen und soll in 8—10 Wochen seiner Bestimmung übergeben werden. — Das benachbarte R e i ch s b a n k ge b ä u d e an der Ecke der Dismarckstraße ist im Rohbau fast fertig, gegenwärtig wird der DackKuhl aufgeschlagen. — Am Lu pusheim wird die letzte .Hand an die Einrichtung gelegt. — Im Kliniksviertel ist die Ohren-, Nasen und Hals-Klinik im Rohbau fertig und mit dem inneren Auslxru ist begönnert. — Die Klinik für Haut - und Geschlechtskrankheiten ist noch am weitesten zurück Der Bau mußte ohne Ueberdachring überwintern und ist nun auch so weit gefördert, daß mit der Ueberbadyung begonnen werden soll. — Beim neuen Llmtsgericht an der Ost- Anlage hat man die Betondecke des Kellergeschosses her- gestellt und beginnt nun mit den Mauerarbeiten für das Erdgeschoß. — Das Adelphenhaus an der Kaiser-Allee ist vor einigen Tagen in Benutzung genommen. — In dem benachbarten Neubau für die Frankonen wird am Innenausbau gearbeitet, um das Gebäude in einigen Monaten den Bauherren übergeben zu können. — Der Er weitern n g s b a u des P e r s 0 n en ttlnn els auf dem M ain- Wes e r-B a h n h o f ist bis auf die Bekleidung der Wand- flächen usw. beendet und mit der Fundamentierung der eisernen Stutzen für die Ueberdachung des neuen Bahnsteigs hat man begonnen. — Vor einigen Monaten ist mit dem Vergrößerungsbau der Wagenhalle für die Straßenbahn begonnen worden. Die Arbeiten werden vom städtt- schen Hochbauamt so rasch gyföröcrt, daß der die Halle in ihrer Achse verlängernde Teil in den nächsten Tagen unter Dach gebracht wird. Der Anbau nach der Seite der Lahn hin ist in der Fundamentierung begriffen. — Das neue Eichamtsgebäude auf dem ehemals Eulcrschen Grundstück an der"Steinstraße ist in Angriff genommen. — In diesem Jahre soll noch die Cholerabaracke im Kliniks- Viertel errichtet werden. ♦ ** Tageskalender Trinker-Für sorge st eile Asterweg 9. Sprechstunde jeden Dienstag abend 67,-8 Uhr. * * In Audienz empfangen wurde vom Groß- Herzog am Samstag u. a. der Kammerjnnker Kreisamtmann v. Senarelens-Grancy von Büdingen, Dr. Willmann von Bad Salzbausen und Oberst von Franken berg und Profchlitz, Kurdirektor in Bad-Ncncheim. * • Neuer Kammerherr. Der Groß Herzog hat den Kamincrjlinker und Fürstlichen Kammerrat August Frei- Herrn Löw von und zu Steinfurth in Lich zum Kammerberrn ernannt. * * In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer Phil. Ofenloch zu Sörgenloch auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. * * Erledigt ist die Stelle eines M i n i st c r i a l sc kr c- tärs bn der Ministcrialabteilung für Forst- und Ka- meralverwaltung. * * Die Maul- und Klauenseuche in Neuftadt (Kr. Erbach), ist noch nicht erloschen. * * D i e bis 7 Uhr verlängerte Geschäftszeit an Sonntagen hat, wie uns ein Geschäftsmann schreibt, für die meisten hiesigeil Ladeninhaber nicht an allen Sonntagen Nutzen. Dies tonnte man gestern beobachten. Das geschäftliche Leben war wie an jedem Sonntag um 3 Uhr erloschen. Die Leute, denen man begegnete, strömten ins Freie. Die Ladeninhaber aber am ^>elters- weg schlossen mit wenigen Ausnahmen ihre Geschäftsräume. In der Bahnhof- und Marktstraß? und in der Neustadt, in denen hauptsächlich die Landbevölkerung verkehrt, trat die Geschäftsstille erst um 4 Uhr ein. Auch hier mürben die meisten Läden geschlossen. * * Der Bczirkstagdes H a s s i a b c z i r k s Gießen wurde am Soirntag nachmittag inttcr zahlreicher Heiligung abgehaltm. Für den verunglückten Kamer-aden Bolp-Ober- seiberlenrod wurden von den Vereinen des Bezitts rund 165 Ml. gesammelt. Der Bezirksvorsteher D a a b - Lollar erstattete den Jahresbericht: danach zählt der Bezirk 39 Vereine nut 3110 ordentlichen und 170 außerordentlichen Mitgliedern -ttc Zunahme gegen 1912 beträgt 80 Mitglieder. Die Vereine ver - fügen über ein Gefamtvermögen von 44 190 Mk. An Unter stützungcn wurden 1913 1865 Mk. und vom Beginn des Gebens von Unterstützungen 62 062 Mk. bezahlt. 1998 Hayrakalender wurden abgcsetzt und 518 Stück der Berbandszechchrnt gelesen. Aus dem Verband flössen an die Vereine für Unterstützungen uiw. 850 Mk., an Waiscnunterstützungcn 130 Mk. an Ostern 1912 und 260 Mk. an Ostern 1913. Das Sammel>ve,en ergab HVMk. An Joh Schäfer XI.-Steinberg, Henkelmann-Staufenberg, ,yerd. Balser - Reiskirchen und Fischer - Großcn-Linden mürben Ehrentafeln, gestiftet vom Präsidium, überreicht, da sie 2.) ^alpc als Vorstandsmitglieder mitgewirkt haben. Eine längere Aussprache erfolgte über den Präsidialantrag wegen des „Hesstschen Kamerad". De« Bericht über die Verhaimlungat des Ausschusses mit Zcitungsverlcgcrn erstattete Hansel-Gießen, ^arauschn wurde der Antrag des Ausschusses für den Fall angenommen, das; auf dem Vcrbandstag zu Hirschhorn die zivangswetse Eutfuhrung des „5)essischen Kamerad" beschlossen wird. Als Verttetcr des Bezirks für den Verbandstag werden gewählt ^aab-Lollar und Hansel-Gießen, als Ersatzmänner Leun-Großen-Linden und Buß- Leihgestern. Um den Verbandstag 1914 will sich Gießen te« werben. Das Bezirksfest findet am 25. Mai zu Garbenteich statt. Falls der Gros-Herzog zu dem x$iibiläum der 116 er kommt, werden sich die Bezirksvercine daran beteiligen. Der Vorsitzende ermahl die Vereine, aus Anlaß des 25 jadrigen Rearerungs- jubiläums des Kaisers und der Ysedenkfeier der Völkerschlacht bet Leipzig entsprechende Feiern abzuhalteu. ‘ ** Mainzer F l 0 t t en fahrt. D,e Kreisgruppe Mainz des Deutschen Flottenvcreins veranstaltet in diesem ^ahrc wieder eine Fahrt nach der Wasserkante und zwar unter Oritung ihres ersten Vorsitzenden. -Lic §ahrt, die am 16. ^un in Mainz beginnt, soll den Teilnehmern Gelegenheit bieten, sich selbst zu überzeugen von der regen, an Bedeutung stets wachsenden Tätigkeit Deutschlands zur See, von der erfreulichen Entwicklung unseres Welthandels und der stolzen Flotte, die feinem Schutze bient Dem vorläufigen Rciseplan entnehmen wir, da» die Fahrt Lübeck, Kiel, Hamburg, Helgoland berühren roirb. Die Führung bei Besichtigung der hochinteressanten Kaiserlichen Werft und auf den Kriegsschiffen haben Offiziere der Kaiser!. Marine übernommen, eine Vergünstigung, die nur bet den Fahrten gewährt wird, die vom Teutscksen Flottenverein veranstaltet werben. (Näheres siehe Anzeige.) Landkreis Gießen. d. W i e seck , 4. Mai. Heute feierte her Spar- undDorsch u ß v e r e i n Wieseck sein 50jähriges Jubiläum aus ber Karlsruhe. Vom Direttor des Vereins svurde sehr anschaulich die Entstehung des Genossenschaftswesens bis zur Grwwung des Vereins, dann das Verdienst der Gründer und der WerdcgMtg bis zum heutigen Tage vorgetragen, an dem der Verein 344 Mitglieder und bei 600 000 Mk. Jahresumsatz einen Reservefonds von 27 000 Mk. und ein Stammanteilvermögen von 36 000 Mr. hat Die ausgeliehenen Kapitalien seien z>u 500 000 in erst- stelligen Hypotheken und etwa 100 000 Mk. gegen doppelte Bürgschaft ausgeliehen. Ein Verdienst des Rechners sei es, daß man in den letzten fünf Jahren das Gerichtskostenkonto nicht gebraucht habe und doch seien keine rtickständigen Zitrseti vorhandeit. iw Mitglieder sollten mehr örtlichen Geist zeigen und von der Kaste auch beim Geldeinlegen ausgiebigeren Gebrauch machen, 00 die Kasse doch gewiß die notige Sicherheit biete und der Znlöfuv von 4 Prozent doch auch sehr annehmbar sei. Nachdem der Redner der jetzigen kritischen Zetten des Genossenschaftswesens gedachte uiid auf den Artikel voni 30. Llpril im Gießener Anzeiger von Professor Dr. .Krüger über den jetzigen Stand des Genossenschasts- wesens in Hessen verwies, forderte er in eindringlichen Worten die fast vollzählig erschienenen Mitglieder auf, die Generalversamnr- lungcii so wie heute zu besuchen und dort ihre Reckste und Pflichten auszuüdeu und nicht den- Vorstand und Auffichtsrat, auch wenn man das Vertrauen zu ihnen habe, ohne jede .Kornrolle zu lasten. Weiter soll man durch Gesetz, dem gerichtlich bestellten Verbaitd»- revisor die Pflichten auferlegen, bei Revisionen mit mehr Strenfl« vor-ugehen und sich ergebende Untevvilanzen fofort gründlich i® ■'n ME ?rr^ «Hlff (if*1 “! i osrd von Scotti & bis M ifr Lich. Kinbach crir Mb" d"' jjyftr will k ^LankE Mieser B sÄver ss rbntib >'1 Vereinen 9 pkbcidemZv -ch. hum stlldc ist M nt’nugwvon (t enbeitd, so b s ^warten,'!' Mgyi äußer in!l bervor - «Met, ntnnd jbid) sonst ist jcrjng, Batee ^tragen cn xch! hn Schu -Nidd stüsungen itnb des G siüslinlsen ur trimitglieber röltige Gäste scklinge des pi mit der s mqend und künüra, et Mcn Jahr risiig bereit indres 601 söung des i lWloons vl »iknben Ze, in. Offen ■X; Erricht Ititi und 5 uM-Jnmm mb Vurstt Irndi gelten Mchen 1,50 «Pfg. (1,10 t-b- 80 1® ’blutmurii > Pnind 90 ü Änalz 85 Ps 'M. Äie 1 Mn- 5 'tA'xM geblieben. Üe hiesige heilten Iah unfenioniiiu hotten nur ^tretunq drojcft al T einem 2 J® faibifnie. wn dem fr ?n vorhani Miflung sic Jtt dem ho< Weile in fiiibifinef allein bf iT Ivätere 'b em es sich an einer Säule mitten im Cafe sestgefahren hatte. * Tödlich verunglückter Radfahrer. Auf der Chaussee Plaue — Brandenburg wurde der Fliegeroffizier v. Ledebour, der mit dem Offizier v. Arnim auf einem Motorzweisitzer fuhr, infolge Pneumatikschadens vom Rade geschleudeick und stürzte gegen einen Baum. Mit einer schweren Gehirnerschütterung wurde er nach dem städtischen Krankenhaus in Brandenburg geschasst, wo Ledebour in der letzten Nacht gestorben ist. * Opfer eines Stierkampfes. Aus Valencia wird gemeldet: Während eines Stiergefechts schüttelte ein verwundeter Stier den Degen, den ilpn ein Torrerv in den Hals gestoßen hatte, mit so heftiger Gewalt ab, daß der Degen unter d i c Zuschauer siel und einein Mann die Brust durchbohrte. * Straßenkampf. Aus Minsk wird gemeldet: Zn dem Dorfe Saboiotje begannen Bauern infolge eines Streites wegen ihrer Dienstbarkeit das Haus des Gutsbesitzers Swart- schewski mit Steinen zu bewerfen. Swartschewski und zwei seiner Söhne feuerten darauf Schüsse ab, wobei ein Bauer getötet und zwei schwer verwundet wurden. Die Angehörigen drangen in das Haus ein, verprügelten seine Söhne und ent- wossneten seine Söhne. Die gegen Abend eingetroffene Behörde stellte die Ordnung wieder her. * Dampfer Unfall. Aus Rom wird gemeldet: Der mit Proviant und einheimischen Truppen von Benghasi kommende italienische Dampfer „Redentore" ist bei Tole11a gestrandet. Das Schiff und die Ladung sind verloren, die Truppen und die Schiffsmannschaft gerettet. * Feuersbrunst. In Magdeburg brannten nachts die Mälzerei und die Nebengebäude der Krakauer Brauerei vollständig nieder. * Schauerlicher (hatten morb. Der Maurer Adam I u n g m a n n in Hage n (Westfalen) übergoß seine schlafende Fran mit Petroleum und zündete sie an. Die Frau starb: Iungmann wurde verhaftet. Beide ivaren starke Trinker. . , übersiel gestern abeitd seine 38jähr. orau, betäubte sie durch einen Schlag auf den Kopf und er- dr"sselte sie. Wirf) fnitfwMtntii Spargel in bekannter Qualität fom. prim KMlilal uni) Alle sonstig t-kiniisc empfiehlt au billigsten Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teil’ nähme bei dem Hinscheiden nuferes Heben, unvergeßlichen Galten, Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels Herrn Philipp Mzel VI. sagt herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Bölzel geb. Roth. Cuvtdcl"üahrt. Metz, 3. Mai. Das Luftschiff „Z 3" ist heute morgen aufgestiegen, umkreiste einige Zeit die Stadt und fuhr dann in der Richtung nach Norden iveitcr. Gegen 12 Uhr Ivar es in Trier und schlug dann die Richtung nach Koblenz ein. F r i e d r i chs h a feil, 3. Mai. Das neue Telag-Luftfchisf „Sachsen" hat heute früh 8 Uhr unter der Fülirung des G rasen Zeppelin seine erste Probefahrt unternommen. Im Laufe des Vormittags werden sich zwei weitere Aufstiege anschließen, zu denen die Mitglieder der Göttinger Vereinigung für angewandte Mathematik und Phhsik, die gegenwärtig hier ihre Tagung hält, Einladungen erhalten haben. Altdorf b. Edenkoben, 3. Mai. Heute früh 7 Uhr schwebte über dem Ort ein Flugzeug. Die Flieger- wollten landen und machten eine kurze Wendung. Dabei stieß das Flugzeug gegen einen Baum und tourte schwe r beschädigt. Die Insassen, zwei Offiziere aus Straßburg (Elsaß), blieben u n -- verletzt. ^r-Fürsorgestrn, 1 abenb 6-Hujt ‘ routbt vom Gross, wiunter ftreisamtmann 'n^Dr.Willmom 1 ö'tantenberg unl> beim. cr Hroßhkrzoq h»s ""«errat Slugml glcj. '"furth in Lich zm Nußschalen - brtrakt aus der Kgl. Hosparsümerie- Fabr. u. (<. T. Wunderlich, Nürnberg, um denHaarenetn dnnklesAnsebenzilgebeu.Dr. Orfila s Nusiöl, Aitgl feines Haarül, macht d. Haar dunkel und wirkt baärstärkend,beide i\ 80 W, 140 Mk. W. Kilbingcr, Drogerie. Stadtteile liegt, soll ein würde der Gegenständ billiger Ironie, aber die Dienste ntnfttert hervorgelwbeik werden, die die Äotschustert>ercuttgimg in London, die mit so vorzüalicter Festigkeit geleitet tourte, dem europäischen Frieden geleistet Imt, einem unsicteren Frieden, den sie gesichert hat. •DIjnc die Rechte FrankreickB 5u verletzen, habe die franzbsis che Diplomatie ihre europäische Pflicht getan, an An- regimgen oder Demonstrationen teilgenommen, die allein ben Bruch vermeiden könnten, der Unficherheit und Gefahren in sich trage Sie werde auch dieser Haltung treu bleiben, um einerseits den Beschlüssen, in denen das einmütige Europa seine Autorität uiö Würde festlegte, Achtung zu verschaffen, curdev-eseitS die endgültigeit Bedingungen des Friedens auf bem1 Balkan schnell ei sestzulcgen. Barthou stellte dann fest, es sei unmöglich, zu erklären, daß der Friede gegen jede Gefalw gesichert sei. Das Land lmbe bereits mit instinktivem Scharfblick ertannt, daß das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit eine Notwendigkeit sei. Barthou führte iveiter aus, daß man sich nur aus nnabtveislick>en Gründen entschlossen habe, bem1 Lande ein Opfer von einer foldjcn Skbeutunn anszu erleg en, aus Gründen, die den dringendsten Na- tionalinteresseii entstammen und derart seien, daß man das Gesetz auf sich nehmen müsse, sofern es sich nicht selbst dem Untergang preisgeben wollte. Es handle sich nicht darum, einer Art an- ftedrenbem Rüstnngswahnfinn nachzugeben, sondern darum, sich zu verteidigen. Barthou ging dann auf die Vorteile ein, die er von dem Gesetz über die dreijährige Dienstzeit erwartet, nämlich die Erhöhung der Efsektivbestünde, VerbesserlMg der Ausbildung, Vcrgrößenmg der Offensivkrast und die Verstärkung Höchst, 5 Mai. Der 300 Kubikmeter Fassungsraum angelegt werden. Hiermit ist nicht allein das vorhandene Bedürfnis gedeckt, sondern auch für spätere Zeiten, bei der zu erwartenden Vergrößerung der Stadt, Rechnung getragen. Ä* I ne" ®'ti> IJÄ*» Mtih“’bcm 9e«ommen - ,aboradc im AiniL (Set inj c, 5. Mai. In einem gestern abgehaltenen EM i n i ft e r r a t empfahl der Ministerpräsident bem König, unter keiner Bedingung atls ©fntart heraus- zugehen, auch nicht, luenn ein bewaffnetes Einschreiten Von Großmächten erfolgen sollte. Der König lehnte dies ab, worauf bas Kabinett demissionierte. Eine b e d e u t s a m e e n g l i s ch e Stimme. London, 5. Mai. Die „Times" schreibt, daß allein eine offene und unzweideutige Erklärung Montenegros, sich dem Willen der Großmächte zu fügen, das Land t\>r einer militärischen Expedition bewahren lönnc. Ein Besuch des Zaren in Berlin? Für Erholungsbedürftige und leichtere M ANfffS W Kranke. u wln^be^üoht. H W Ml D ' M Oää M [- (2 Kuranstalt Hotfheim i. T. El vH EJ «s 88 uv E72. B H i/i Stunde v. Frankfurt n. M. Prospekte j-1 M Ä 'S El JL durch Dr. Schulzo-Kahleyse, Nervenarzt sjjabc;irks Ohefetr. r .oMradicr 'Setcüigißi ^ameraM c; Aeucko rund 16a -h ^(/jr erstattklc da ’ 39 Vereine mit 3110 ty'itqlieiw'- Die Jw yr 2ic Bereit mqu M tfo. W ES °>2V * M <ß M . > t am 10, ' dtc ictnent rtaiierfiJJ Laiseä bei H» ,, tzasfialülei^ ।, '.-ban^eitidiriit gklcir S viur llmerstützMgcnckL Str. an L'Mn M-L .....iklweien ergab Uv." » - ■ • ’IC 2j 'Ä ^., Cnne längen.,MM Jai des Lesüch» ^iS des r:n;.:.V Tdtau'lnn routvjg ' angenommen, Taab-Ällar uM aemablt b MZI -Tiefen Ofd 914 njfl ü'imckzi 2er Lorsik^ KiirS«4“6 60 Perlen M150 A. Diefenbach. /> Aporticke cS?#/, beseitigen, bevor mtatt an eine Weitersilhmng der (ssenosscnschaft öenkc. Berbandsdirektor Meyer schloß sich den Ausführungen an und hob-hervor, daß er bei den Revisionen des Vereins noch nicht den geringsten Anlaß jnnt Einschreiten gefunden habe: er ivünsche, daß cs bei allen Vereinen so wäre. Auch er ermahnte die iNitglicder'KUM regen Besuch der Generalversammlungen und iiberreichte dem Direktor und dem Rechner siir ihre verdienstvolle /Mttoirt'ung im Verband je ein Ehrcndiplmn. Vom Verein erh-iel- »en Ebrendiplomc der Kontrolleur Hildebrand, im Vorstand seit 1870, Direktor Dorfeld .seit 1881 , Möser .seit 1882), Rechner .Weller (seit 1889) und Müller (seit 1891); weiter erhielt der Kontrolleur als Ehrengeschenk einen Sessel und der Reckincr einen Schreibtisch. Bei bem anschließenden Familienfest waren die 1 jetbert Säle der Karlsruhe bis auf den letzten Platz gefüllt und iss ward von den bercitgestellten und überreichten etwa 12 000 belegten Booten, Kvffee und Kuchen, sowie dem sonstigen notigen ;Naß bis zum Schluß ausgiebiger Gebrauch gemacht. Lich, 4. Mai. Vichhäudlcr Hermann Katz von Ftcinbach erwarb für 21 000 Mk. das Eise'sche Anwesen gegenüber der Bahn mit dem danebenliegcndcn Bauplatz. Ter Raufer will seinen Wohnsitz hierher verlegen. §§ Langsdorf, 3. Mai. Da eine Anzahl von Mitgliedern bes Kricgervcreins durch den Zusammenbruch der hiesigen Fasse sck>wer gcschädiirt worden ist, hat sich der Verein an den pasfiaverband getoanbt und um eine Geldsammlung in den Vereinen gebeten. Das Präsidium hat die Sammlung ebenso loie bei dem Zusammenbruch der Ob.--Mockstädter Kasse genehmigt. -ch. Hungen, 4. Mai. Unser n ,i u d e ist jetzt im Rohbau f er t i g g e ft c . 11 und sieht äußerst wirkungsvoll aus. Gegemvärtig wird an dem inneren Ausbau gearbeitet, so daß die Fertigstellung und Ecknwechmrg bis Herbst 9ii erwarten ist. Der mäckstige Bau entbehrt zwar jeder über flüssigen äußeren Ausschmückung — mir das Ängangsportal tritt hervor — dafür ist er aber im Innern sehr praktisch eingerichtet, namentlich die acht Schulsäle sind große, helle Räume. Auch sonst ist allen neuzeitlichen Anforderungen, wie Dampfheizung, Badeeinrichtaing, elektrische Lichtcnllage usw. Rockmung getragen worden. Lin großer Spielplatz schließt sich an das Sämllsaus an und die schone freie Sage wird das Ihrige zum Wohl der Schuljugend beitragen. Kreis Büdingen. --Nidda, 4. Mai. Gestern fanden die Gesellenprüfungen bei der Gewerbeschule durch einen Familienabend des Gewerbevereins ihren Abschluß. Auster den Prüflingen und ihren Angehörigen hatten sich viele Vereinsmitglieder mit ihren Angehörigen und zahlreiche auswärtige Gäste eingefunben. Der Prüfung hatten sich 21 Lehrlinge des Bezirks unterzogen; von diesen bestanden Wei chrit der Nvte sehr gut, 17 erhielten die Note gut, einer genügend und einer fatte die theoretische Prüfung nicht bestanden, er .must sich daher einer zweiten Prüfling im nächsten Jahre unterziehen. Das Ergebnis kann als recht günstig bezeichnet werden. Hierauf hielt Getverbelehrer Endres von hier einen Lichtbildervortrag über die Erhebung des deutschen Volkes gegen die Fremdhierrschast Napoleons vor 100 Jahren. Die Bilder wurden durch passenden Text verbunden und ernteten großen Beifall. Starkenburg und Rheinhessen. nr. Offenbach a. M., 4. Mai. Nachdenl nunmehr die Stadt die Errichtung einer städtischen Schweine Metzgerei und Wurstfabrik beschlossen hat, hat die Sckpveine- mctzger-Innung einen Preisabschlag für einige Fl ei schund Wurst war en beschlossen, der am Montag in Kraft tritt. Danach gelten bis auf weiteres folgende Preise: Schnitzel und Lendchen 1,50 MI. das Pfund (früher 1,60 Mk.), Bauchfleisch 95 Pfa. (1,10 Mk.), Schweinefleisch, wie gewachsen und mit Zugabe 80 Pfg. (1 Mk.), Extrawurst 1 Mk. (1,20 Mk.), fieber und Blutwurst 80 Pfg. (90 Pfg.), Würstchen, bei Abnahme von 5 Pfund 90 Pfg. (1 Mk.), das Stück 12 und 18 Pfg., Schweine- schmalz 85 Pfg. 1 Ml.) und Wurstfett 75 Pfg. (85 Pfg., das Pi und. Die Preife für die übrigen Fleisch- und Wurstlvaren wie Solber und Dörrfleisch 1,10 Ml., Rippen und Halsstück 1,10 Mk., Schinkeir gekocht 2,40 Mk., roh 2 Mk., Cervelatwurst 2,40 Mk, Preßkopf 1,20 Ml. und Ausschnitt 1,10 Mk., siiw die gleichen geblieben. Hessen-Nassau. hg Kirchhain, 4. Mai. Schon seit Jahren reichte die hiesige Wasserversorgung nicht mehr aus. In der heißen Jahreszeit trat regelmäßig Wassennangel ein und die unternommenen Versuche zur Abstellung dieses AiißstandeS hatten nur ungenügenden Erfolg. Jetzt will die Ciadt- ocrtretung dem Wassermangel durch ein großzügiges Projekt abhelfen. Etwa 3 Kilometer von der Stadt liegen in einem Wiesengrunde starke Quellen, die täglich etwa 350 Kubikmeter sehr gutes Trinkwasser liefern. Diese Quellen sollen dem Pumpwerk zugeführt werden, so daß neben den schon vorhandenen Quellen täglich 500 Kubikmeter Wasser zur TodcchAuzciae. Gestern abend SU» Uhr wurde mir mein innigst- flclicbtcö Zivitlingstücbterrbeu Kilt liehen im 5. Lebensjahre durch den Tod entrissen. Um stille Teilnahme bittet Frau Lina Hartmann Wwe. Gießen (VubiuinÜr. (i), den 4. Mai 1913. Die Beerdigung findet Dtenölag mittag VsS Uhr aus dem neuen Friedhof statt. 10380»; patentiertes lb8/s mildes erprobtes ft ,Hj) b1 ; ,11'm ? tft < mach!' rein! Giesseii; fiflarkt platz 18 ZeB»ka S@00 Angestellte ryrj Oerfcbau zu Giessen blauen Prcioschildc und Firma 3072 Peter Cilober, «venglermcister aus Dieburg. Beryll u. a.l. Iv^sl Gäste Willkomm Brei den bacb D6/e Friedberg i. H. 3060 Cafe Ebel Telephon 586 Inh. Karl ®hm Feiertage! Best bekanntes Speisehaus Für Wm j 3 II iaEEgTE3ESE333S!®Em?Z®EE3SBE2ZEßSÄ Anfang 71'2 Uhr. 2984 Sonntags 3l/a Uhr. 750 850 790 Kinder-Stiefel Box,eder S75 Pfund l.£)0 Ningäpfel Ia.z amerikan. Pfund 42 Schuhhans Adolf Baer Wein Vig(. 85 Marktplatz 7 Giessen Telephon 602 II ■ 1.20 SchadeL s Walltorftrahc 24 a7. 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Mai 1913, abends 8‘l2 Uhr pünktlich im Hörsaale des Mineralogischen Instituts, Ludwig- ----------------- strasse 23, I. Stock.--- TAGES ORDNUNG: 1. Vortrag des Herrn Privatdozenten Dr. Vogel von t-alckenstein: Einige Faktoren der Bodenfruchtbarkeit mineralstoffarmer Waldböden (Buntsandstein). 2. Herr Professor Kaiser: Vorlage von neuen Mineralsendungen aus Deutsch-Südwest-Afrika (Diamant, Pfund 35, 40, 50 . . . Pfund 30 !!!! Telegramm!!!! Komme zum Psingstmarkt am Mittwoch, den 7.Mai nach (dienen mit einer großen Ladung Blech-, Emaillc- und Zinkwaren und verkaufe selbiae zu staunend billigen Preisen. Grone, schwere (üicirkauncn zu bekannten Preisen. Ferner einen groben Bosten Emaille-, Trabt-, Lackier-, Aluminium- und Blechwaren 1 Stück zu 35 Pfg., 3 Stück 1 Mk. Erkenntlich an meinem hell bq Q B 8 ra bb B u. Färberei Hugo Luckner (Inh. Gebr.Rover), Leipzig Fönte oi ußor. Röv^r, uiöllöil^tUicit chemische Waschanstalten Chem. Reinigen u. Färben v. Damen-, Herren- u. 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H., Mainz, Kaisersir. 7. Js In Giessen bei: Carl Loos, Am Kirchenplatz. ißr »W- Es ist dies die bekannte alljährliche Mainzer Veranstaltung, worauf besonders Je aufmerksam gemacht wird. ss15/. «y (Geräucherte Brannschwciger Rotwurst.....Pfund iv 9 Feinste Tafelbutter Pfund 1.34 dl Salatöl, garantiert rein Liter 90 Br. Bis Mol Ai fas Planmäßigeu.gründlicheVorbildungfüralleKlassen höherer Lehranstalten, für das Examen der Einjä. rig- Freiwilligen, für Primareife und Maturitätsexamina. Das Institut ist eine der ältesten und erfolgreichsten höheren Privatlehranstalten Mitteldeutschlands. Im Zeitraum von 40 Jahren haben 522 Schüler des Instituts bei zahlreichen Prüfungskommissionen Deutschlands ihre Examina mit Erfolg gemacht, die meisten durch einmalige Prüfung. Von denen, die die Prüfung wiederholen mußten, haben innerhalb 4 Jahrzehnten nur fünf ihr Ziel auch dann nicht erreicht. Das Institut bietet also eine fast vollkommene Sicherheit für das Bestehen seiner Schüler, wenn diese der Führung zum Examen beharrlich folgen. Nachhiilleiinterricht wird, wie stets seit vierzig Jahren, an Schüler anderer Lehranstalten nicht erteilt. Die Erfolge des Instituts sind darum niemals fragliche, meist gar nicht nachweisbare Teilerfolge, sondern volle Erfolge des Instituts allein, die. wie auch in diesem Frühjahr wieder, das Institut bei seinen eigenen Schülern erzielte. Nur wer diesen Punkt richtig versteht, wird wissen, wie er die Schülerzahl und die Erfolge mancher Privatschulen einschätzen muß. Staatlich beaufsichtigt sind im allgemeinen Sinne alle Privatanstalten Hessens, d. h. sie können bei gewissen Verhältnissen und Vorkommnissen gemaßregelt oder geschlossen werden. Mit diesem allgemeinen Verhältnis kann die Reklame irn besonderen keine Parade machen. Wollte man einer Privatschule, die großer Freiheit und Selbstbestimmung bedarf, oder die gar ein buntes Gemengsel von Unterrichtszielen aufstellt, staatlich beaufsichtigen, so wäre das für die Schulbehörde ein kompliziertes pädagogisches Kunststück. Privatanstalten dieser Art kennen keine staatliche Aufsicht, ähnlich der unserer Staatsschulen. Eine so gemeinte Beaufsichtigung wäre ein Phantasiestück der Reklamensucht, die auf den Satz vertraut: Mundus vult decipi, ergo decipiatur! Das Institut hält die Disziplin unter allen Umständen aufrecht und schreitet nötigenfalls zur Entlassung. Dabei hat es aber stets den Grundsatz gewahrt, daß Entlassungen aus dem Institut den Eltern keine finanziellen Nachteile von Belang bringen dürfen. Eine junge Privatschule dahier hat in dieser Hinsicht eine Bestimmung ganz abweichender Art. Da heißt es im Prospekt vom 1. März 1913, § 12, wörtlich: „Im Falle der Entlassung haben auswärtige Schüler Gießen innerhalb 24 Stunden zu verlassen, widrigenfalls sich ihre gesetzlichen Vertreter einer Konventionalstrafe von 500 Mik. unterwerfen.“ Soll die „staatliche Aufsicht“ auch solche Ungeheuerlichkeiten verantworten? Man darf von unserer Schulbehörde erwarten, daß sie mit dem Ausdruck „staatliche Aufsicht“ keinen Gebrauch zuläßt, der im Publikum zu Mißdeutungen und schädlichen Folgen führen kann. [2996 Mainzer Flottenfahrt des Deutschen Flotten -Vereins Kreisgruppe Mainz nach Lübeck-Kiel-Hamburg-Helgoland. Ab Mainz 16. Juli bis 23. Juli zurück nach Hamburg Preis Mk. 116.-. Bei Rückfahrt bis Mainz Mk. 135.- ti Alles eingeschlossen. Anschlussfahrt nach d Kopenhagen und Sassnitz M. 73.—. Pro- M gramme. und Auskunft durch die Kreisgruppe a Mainz, Professor Kraemer, Rheinallee 13. p055