Nr. 259 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. die Gießener Zamtlienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreisdlatt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. Tie ..Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Zweites Klatt 163. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dienstag, 4. November 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts • Buch- und ©tetnbruderei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießeii» politische Tagesschnu. Zar Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. In diesen Tagen, da nach einigen Jahren günstiger geschäftlicher Entwickelung eine gewi sc rückläufige Bewegung eingesetzt hat — man ist sich noch nid)t darüber einig, ob es sich um einen vorübergehenden Rückschlag oder bereits um den Umschwung der .Konjunktur handelt, den manche erst für das nächste Jahr erwarten —, steht das Wort „Arbeitslosigkeit" wieder einmal im Mittelpunkte der Erörterungen. Von der einen Seite wird die Vorhersage einer größeren winterlichen Arbeitslosigkeit dazu benutzt, den Ruf nach Arbeitslosenversicherung oder Geldunterstützung der Arbeitslosen zu erheben. Auf der anderen Seite ist man, ganz abgesehen von gewichtigen Bedenken politischer und sozialpolitischer Art gegen diese Form eines Lösungsversuchs des schwierigen Problems der Arbeitslo'enversicherung, der An- sicht, daß es wichtiger wäre, die Arbeitslosigkeit selbst zu bekämpfen, als für die Schäden aufzukommen, die sic an- richtet. Man verweist dabei einmal auf die Möglichkeit, öffentliche Arbeiten auf Zeiten der Arbeitslosigkeit zu verschieben, vor allem aber aus die Tatsache, daß es immer noch eine Unmenge von volkswirtschaftlich unnötiger Arbeitslosigkeit gibt, die sich durch bessere Organisierung des noch sehr mangelhaft und teilweise überhaupt noch nicht organisierten Arbeitsmarktes beseitigen ließe. Wieviel auf diesem Gebiete auch in Detl tschland noch zu tun ist, wo der öffentliche Arbeitsnachweis bisher die stärkste. Entivickclung erfahren hat — neuerdings hat England auf dem Wege der Gesetzgebung die deutsche, bis jetzt fast ganz der Selbstverwaltung überlassene Organisation mit Riesenschritten ciwgeholt —, darüber belehrt uns ein Bericht, der in der Genter Hauptversammlung der Internationalen Bereinigung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit im September d. I. auf Grund eines reichhaltigen Materials von deutscher Seite erstattet worden und im Oktoberheft des „R e i ch s a rb e i t s b l a t t s" wörtlich wiedergegeben ist. Der Bericht stellt fest, daß in fast allen Ländern die Organisation des Arbeitsnachweises noch ein Bild großer Lückenhaftigkeit und starker Zersplitterung zeigt. Reben beit öffentlichen und gemeinnützigen Arbeitsnachweisen stehen die Facharbeitsnachweise der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, und in Ermangelung einer zielbewüßten Führung von einheitlicher Stelle arbeiten sic neben- oder durcheinander. Es fehlt daher an wirklichem Aus - g lei ch von Angebot und Nachfrage zwischen verschiedenen Orten, namentlich zwischen Stadt und Land. Hierzu bedürfe es eines organischen Aufbaues von Orts-, Bezirks- und Landesarbeitsnachweifen, welche die Arbeitsvermittlung ohne Nebenzwecke, also mit unbedingter Un- partcilichleit betreiben, und denen öfsent'lich-rechtlick>er Charakter, behördliche Befugnisse und Vergünstigungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln zu verleihen wären. Auch die Gcsclstiftsführung erfordere einheitliche Grundsätze, namentlich zum Zwecke der Herbeiführung einer wirtlich vergleichbaren und die Uebersicht über den Arbeitsmarkt ermöglichenden Statistik. Das ganze Arbeitsnachweiswesen sei der staatlichen Aufsicht zu unterstellen. Zur Durchführung einer solchen systematischen Organisierung des Arbeitsnachweises, die für weitere Maßregeln auf dem Gebiete der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen unerläßliche Voraussetzung sei, bedürfe es der Mitwirkung der staatlichen Vertoaltung und Gesetzgebung. * Die Errichtung eines Kolonialgerichtshofes soll nunmehr im Reichstag erneut in Angriff genommen werden. Bereits vor drei Jahren lag dem Reichstag ein entsprechender Entwurf vor, der jedoch vom alten Reichstag nicht mehr verabschiedet wurde. Tie Regierung hatte an dem Zustandekommen des Gesetzes, in dem dem neuen Gerichtshof gleichzeitig die Kons ulargerichtsbarkeit höchster Instanz übertragen werden sollte, kein allzu großes Jnter- v||e mehr, da der Reichstag namentlich in der Frage der Besetzung des Gerichtshofes einschneidende Aendernngen borgenommen hatte. Von der Einbeziehung der Konsular- gerichtsbarkcit hat die Regierung nunmehr 'Abstand genommen, hat aber in ihren Vorschlägen über die Schaffung des neuen Kolonialgerichtshofes die B schlüsse des Reichstages berücksichtigt. So sollen durch den Kaiser aus Vorschlag des Bundesrats der Präsid.rrt und die neun Mitglieder des Gericytshoses auf Lebenszeit ernannt werden: Bedingung für die Berufung ist die B-iähigung zum Nichter- amt und die Vollendung des 35. Levensjahres. Tas Gericht entscheidet in einer Besetzung von fünf Mitgliedern. Ta- neben soll eine Staatsanwaltschaft bestehen. Außerdem kann in allen Fragen, in denen es das Interesse des Reiches, eines Bundesstaates oder eines Schntzg bi lcs erfordert, der Reichskanzler einen Beamten c.ls Bertre.er dieses Interesses zu der Verhandlung entsenden, der bis zum Schluß der mündlichen Verhandlung das Wort zur Äeußemng verlangen kann. Auch nach dem Schlüsse der mündlichen Verhandlung kann auf Vergangen des Gerichts ober eines feiner Mitglieder der Vertreter des S.aats- interesses zur Aeußcrnng zugelassen tu erb en. Der Gerichtshof ist B e r u f u n g s i n st a n z für alle von ben Gerichten ber Schutzgebiete erlassenen Urteile. In bürgerlichen Rechts- strcitigkciten findet bic Rev.sion sta t, wenn ber Äert des Beschwerdegegenstandes 5000 Mark übersteigt. Tie weiteren Vorschriften über die Zuständigkeit, das Verfahren und die Kosten entsprechen genau denjenigen des ersten Entwurfes von 1910. Im Sinne der Mehrheit des Reichstages soll der neue Gerichtshof seinen Sitz in Berlin haben. Ans Inücti. D i e Erhöhung der Zivilliste des Groß Herzogs. rb. Darmstadt, 4. November. Ter Finanzausschuß der Ersten Kammer hat soeben einen vom FürstenzuJscnburg- Birstein erstatteten Ausschußbericht über den Nachtrag der Regierungsvorlage, betr. die Erhöhung der Zivilliste ces Großherzogs, erscheinen lassen, wonach der Ausschuß den Antrag stellt, die erste Kannuer wolle sich damit einverstanden erklären, daß die Zivillistc des Großherzogs vom 1. April 1913 ab auf den Betrag von 1,410,000 Mark festgesetzt wird. — Ter Bericht knüpft an ixen früheren Beschluß der Zweiten Kammer, vom Juli 1912 an, zwecks Aufbesserung der Hofbeamten und -Bedienitelen, sowie des Personals des Hoftheaters und der Hofmusik dem Großherzog den Betrag von 75 000 Mark zur Verfügung zu stellen. Die Erste Kammer hatte sich, wie der Ausschußberichterstatter betont, unter Wahrung des Rechtsstandvunktes und unter schweren Bedenken den Vorschlägen der Zweiten KanNwer angeschlossen und dann in ihrer Sitzung vom 15. März os. Is. beschlossen, die Regierung zu ersuchen, „den Ständen alsbald eine Vorlage zu machen, wonach die Zivilliste Sr. königl. Hoheit des Großherzogs vom 1. April 1913 an um einen den Bedürfnissen dec Haus- und Hofhaltung angemessenen Betrag erhöht wird." Da sich inzwischen der bewilligte Betrag von 75 000 Mark als unzureichend für eine gerechte und angemessene Erhöhung der Gehälter für die oben genannten Beamten erwies, so brachte die Regierung bekanntlich den Antrag ein, die für die Gehaltsaufbesserung zu bewilligende Summe auf 125 000 Mk. zu erhöhen, ein Antrag, dem auch dec Finanzausschuß der Zweiten Kammer berei s zugestimmt hat. Ter Ausschuß der Ersten Kammer erkennt es nun dankbar an, daß die Regierung dem Wunsch ber Kammer vom 15. März d. I. nachgekommen ist, er hält es jedoch für zweckmäßig, den bisher im Hauptvoranschlag vorgesehenen „Beitrag an die Großh. K a b i n e t t s k a s s e zur Bestreitung der Ordens- k ost en" der Zivil liste zuzuschlagen. Für diesen Zweck wurde seit 1866 aus der Staatskaffe ein fester Betrag von 5143 Mark gegeben. Seit den nahezu 48 Jahren sei nun dieser staatliche Zuschuß nicht geändert worden, trotzdem die Ordenskosten — bedingt durch die mit der Zunahme der Bevölkerung eingetretene Vergrößerung des Beamtenkörpers und des Heeres — beträchtlich gewachsen seien. Für die im staatlichen Interesse verliehenen Orden seien in dem Zeitraum von 1907—1911 durchschnittlich im Jahre 13 988 Mark verausgabt worden, wozu noch die Kosten der an Militärpersonen im staatlichen Interesse verliehenen Orden mit durchschnittlich 3000 Mark kommen. Es seien also im staatlichen Interesse jährlich 16 9 8 8 M ark Kosten für Orden auszn wenden, während der Kabinettskasse nur 5143 Mark dafür gezahlt würden. WJ - 1 11 ±\c Regierung beabsichtige deshalb, auch im Budget für 1914 einen erhöhten staatlichen Zuschuß zu ben Ordenskosten anzusor- dern. Tie Zivilliste würde nun mit der Rachtragssorderung von 125 000 Mark und der Gesamtanfwendung für Ordenskoslen sich auf 1 407 000 Mark stellen, und da im Laufe der Jahre mit einer weiteren Steigerung der Ordens kosten gerechnet werden müsse, so beantragt der Ausschuß die ruitbe Summe von 1410 000 Mark für die Zivilliste. ICiicbc und 5d?ulc. Neber bic Wert n n g b e s Lehrerberufs lesen wir in ber „Hess. lib. Wochcnschr.": Tic Anforderungen an bic Vorbildung des Lehrers werben "wer höhere. Noch vor mehreren Jahren konnten bic Ab., rienten ber höheren Lehranstalten in Hessen ohne jede weitere Vorbereitung Vcrwenbung als Lehrer im Vollsschulbicnste finden. In« zwischen hat sich bas geäubert; sie müssen jetzt einen einjährigen pädagogischen Kursus in Darmstadt besuchen, wo sie vor ihrer Verwendung methodische Unterweisung znm praktischen Schuldienst erhalten. In diesem Jahre hatten sich 70 Abiturienten von Gymnasien, Realgymnasien und Obcrrealschulen für diesen Kursus in Darmstadt gemeldet, von denen aber nur 30 aufgenommen wurden. Die Aufnahme ist davon abhängig, daß der Abiturient in Her Reiseprüfnng auf Grund guter schriftlicher Leistungen von ber mündlichen Prüfung befreit war. Trotz dieser Ein- fchräntüng ist der Andrang so groß, daß auch junge Leute , mit den besten Zeugnissen wegen Ueberfüllung znruck- i gewiesen werden mußten. Sie sind für den nächstjährigen Kursus vorgemerkt. Der neue „Nrupp-Prozeh". Berlin, 3. Nov. Da der Gerichtshof eine wichtige Beschlußfassung vorzunehmen hatte, wurde die Sitzung erst um 9,16 Uhr eröffnet. Nach dem Zeugenaufruf wird dem Abgeordne eu Dr. Liebknecht eröffnet, daß er in etwa einer Stunde vernommen w.rden dürfte. Außerdem gab der Vorsitzende den Beschluß des (Gerichtshofes bekannt, wonach die telegraphische Ladung des Generalleutnants v. Bücking für er forderlich erachtet würde, und daß auch ber Dezernent der Feld- . zeugmeisterei, Major Aders, geladen werden würde. Auf die Vernehmung von August Thyssen wird auf ; Wunsch des Vorsitzenden von der Verteidigung verzichtet. Daun wird in die Beweisaufnahme wieder eingetreten, und zwar erfolgt zunächst die Vernehmung von Dr. Dräger. Er berichtet nun über eine Unterredung, die er am 28. März 1912 in Essen mit Dr. M'iühlon hatte. Sie seien beide übereingekommen, daß die Sache in Berlin aufhören müsse. Dr. Mühlon sagte, er märe über die Tätigkeit Brandts weniger informiert, habe aber den Eindruck, daß sie für bic Firma Krupp von geringem Wert sei. Dagegen sagte Herr v. Dewtch, er entbehre die Berichte Brandts nicht gern, da er sie zur Kontrolle notwendig habe. In einer Direktorialsitzung hat der Zeuge seine Bedenken wegen der Person des Herrn Brandt zur Sprache gebracht. Von einzelnen Herren wurde betont, daß sie auf die bisherige Tätigkeit Brandts fernen Wert legten, und es wurde als taktischer Fehler bezeichnet, Brandt mit einer größeren Selbständigkeit zu betrauen. Der Zeuge hat den Herren mitgeteilt, daß ihm Brandt die Versicherung gegeben habe, daß in seinen Handlungen nichts Strafbares zu finden sei. Darauf wurde der Zeuge beauftragt, bic Sache ihm nochmals auf das schärfste dorzuhalten, von Pen Berichten sollte pber noch nicht endgültig Abstand genommen werden, weil sie harmloser Natur seien. Darüber, wie Brandt seine Berichte fertigfteHte, wurde nichts Näheres gesprochen. Der Zeuge bemerkt am Schlüsse seiner Vernehmung mit erhobener Stimme, v. Metzen habe ihm während der ganzen gemeinsamen Berliner Tätigkeit nicht ein einzigesmal eine Andeutung darüber gemacht, daß Brandts Tätigkeit sich als Bestechung charakterisiere. Der Zeuge v. Metzen erklärt demgegenüber, er vermöge den Begriff der Bestechung nicht zu definieren, er war sich aber von üomberein darüber klar, daß es etwas Ungehöriges war, Militärpersonen zu einer Pflichtverletzung zu verleiten. Der Zeuge D r äg e r erklärt, daß inan ihm darüber niemals etwas mit geteilt hat. Unter großer Spannung wird hierauf der Abg. Dr. Liebknecht vernommen. Er bekundet: Einige Tage, bevor er das erwähnte Schreiben an ben Kriegsminister gerichtet habe, sei bei ihm ein Bries mit dem Poststempel Berlin eingelaufen. Dieser enthielt fast Vie älteste Zeichnung öcs Menschen. Ein kostbares unb bisher einzigartiges Zeugnis ber Geschichte der Menschheit, das innerhalb ber in neuester Zeit durch so Aufsehen erregende Funde erschlossenen Kunst der prähistorischen Epoche eine Lücke ausfüllt, ist durch die Archäologen Lucien Mayet unb Jean Pissot aus Licht gebracht worden: die älteste zeichnerische Darstellung des Menschen, die wir bisher kennen. Tie wichtigen Funde der beiden Gelehrten, über bic bereits kurz berichtet wurde, stammen von einer durch die Jahrtausende hin sorgfältig abge- schlosfenen Erdlagerung im Tale des Flusses Ain, von dem Felsen von la Colombiöre. Ein Fachmann, der in ber Illustration die hohe Bebeutung dieser Funde in das rechte Licht rückt, schreibt auch dem Funde einen besonderen Wert zu, der durch weitere Entdeckungen, die hier noch der Hebung harren, erwiesen werden wird. Tie Erdablagerungen, die der Felsen von la Colombiöre schützt, liegen am rechten User des Ain, et nm 20 Meter über dem gegenwärtigen Wasserspiegel dieses Flusses zwischen ben Orten Ponein und Neu- ville-sur-Äin. 50 Meter lang, 10 Meter tief bei einer Hol-e von 13 Meter an der am stärksten emporsteigenden Stelle, direkt nach Süden gelegen, kann diese Schatzkammer prähistorischer Ucberrcftc nach der Ansicht der Archälogen, bic sie bereits Kubiert haben, mit den berühmtesten prähistorischen Fundstätten des Südostens von Frankreich wetteifern: sowohl durch ihre ganz ungewöhnliche Lage wie durch den Reichtum ihrer archäologischen Schichten unb noch mehr durch die Fülle und Mannigfaltigkeit ber hier aufgo speicherten Gegenstände ist sie dazu berufen, in der prähistorischen Forschung noch eine gewaltige Rolle zu spielen. Bereits seit 1875 ist die Aufmerksamkeit auf diese Stelle gelenkt; zahlreiche Sammler haben hier in unsystematischer Form schon Grabungen veranstaltet, aber sie durchforschten nur die oberen Schichten: dis zu ben unteren ältesten Lagerungen finb sie nicht vorgedrungen. Erst seit dein Mai dieses Jahres begannen systematische Grabungen, bic in wissenschaftlich einwandsfreier Weise vorgenommen wurden. Sämtliche Schichten stammen aus ber jüngeren Steinzeit; jedoch sind die späteren Lagerungen, bic man in der prähistorischen For- sckmng nach den wichtigsten Fundstätten als bas Solutreen unb Magdalenicn bezeichnet, von der ältesten Schicht, dem Aurig- nacicn, durch eine feine archäologischen Reste enthaltende Sckncht feinen Sandes getrennt. Dieser frühesten Schicht, die durch ihre Lagerung wie durch Hunderte von bearbeiteten Feuersteinen und durch die Reste ber für diese ältere Renickierzeit typischen Tierwelt unzweifelhaft scstgestcllt werden konnte, entstammen nun bic neuesten Funde. Die prähistorische Kunsts die /ich ja jetzt durch die Höhlenbilber sowie plastische unb zeichnerische Darstellungen in einer so überraschenben Fülle unb künstlerischen Höhe offenbart, ließ uns nur in der Wiedergabe des Menschen fast völlig im Stich. Während die Bisons, Renntiere, Pferde Mammuths usw. zahlreich in diesen Kunstwerken ber Vorzeit erscheinen, trifft man nur selten auf menschliche oder menschenähnliche Figuren. Während die Tierdarstellungen fein und realistisch beobackstet sind, erscheinen die Mcnschenfiguren in Kopf- und Körperformen oft mit enger Anlehnung an tierische Gestalten, wirken grotesk und karikiert. Die Skulpturen, die fast nur weibliche Körper darstellen, zeigen eine merkwürdige Vorliebe für übertrieben starke Formen, unb jedenfalls lassen uns all diese Darstellungen die so wichtige Frage unbeantwortet, wie wohl diese ältesten Renntierjäger ber Stufe von Aurignac ausgesehen haben mögen, bie bereits eine so hohe Kultur entwickelt hatten. Die halb tierischen Bestien mit ber niedrigen und zurückweichenden Stirn, wie sie aus den Skelettfunden von Ncandcrtal unb Chapelle-Aux-Saints hervortraten, konnten unmöglich die direkten Vorfahren dieser bewundernswerten Künstler der jüngeren Steinzeit sein. Das Mtsel wird nun durch die erste zeichnerische Darstellung des Menschen gelöst, die sich in den Erdschichten von la Coloinbiöre.gefunden. In den Lagerungen ber frühesten Periode des Aurignacien, deren Alter auf wenigstens 15 000 Jahre geschätzt werden muß, entdeckte man, vergraben und gut verwahrt unter dem feinen Sand, eine ganze Werkstätte eines prähistorischen Künstlers: Stichel der verschiedensten Art, Knochenplättcknm von Mam- muth und Rhinozeros, Scheiben aus Kalkstein, die für eine Zeichnung vorbereitet waren oder bereits Zeichnungen enthielten. Unter diesen zahlreich gefundenen Zeichnungen, die fast alle Tierdarstellungen enthalten, ist nun bas Hauptstück die Zeichnung eines Menschen, der von dem Typus des Neandertalmenschcn völlig verschieden ist und eher an den Schädel von Chancelade erinnert, der einer viel späteren Zeit entstammt. Der ziemlich umfangreiche Kopf hat eine runde Stirn, die in etwas schräger Richtung auffteigt Das Kinn erscheint vorspringend und trägt einen kurzen durch kleine ^tafficrungen angebeuteten Bart. Die Nase ist lang und sehr dick: das Auge, das durch zwei krumme Striche angebeutet ist, hat einen undefinierbaren Ausdruck; bic Behaarung bes Rumpfes ist als sehr stark dargestellt. Aus Grund dieser Steinzeichnung kann man annehmen, datz das Mensckiengeschlecht der jüngeren Steinzeit körper- lid) bereits auf einer hohen Entwicklungsstufe stand und nicht von den Menichen des Neandcrtaltypus abstammt, die vielmehr wahrscheinlich,einen vertierten unb zum Aussterben bestimmten Zweig des Menfchengeichlechls darstellten. .♦ ff. Aufdeckung einer Gruft einer thüringischen Fürstin ans dem 4. Jahrhundert. Neue Gräberfunde, die wirklich bedeutend und namentlich für die kunstgeschickstliche Erforschung germanischer Vorzeit sehr interessant sind, bracksten, wie die Seemannsche „Kunstchronik" berichtet, die Ausgrabungen in Haßleben dieser Tage ans Tageslicht. Auf der Höhe an der Haßlachc entdeckte der Kustos des Stadtmuseums von Weimar, Herr Möller, eine alte Thüringer Hausanlage und daneben nichts geringeres als b/.c 'g.voße, acht Quadratmeter Grundfläche umfassende Gruft einer thüringischen Fürstin, welche an dieser Stätte etwa im 4. Jahrhundert n. Ehr. beigesetzt ward. Ein seltener Fund mit zahlreick-en Opfergaben von kunstgewerblichen Gegenständen, der reicheii „Mitgift" der Verstorbenen. 20 Gefäße waren um das zum Teil noch erhaltene Skelett herumgelegt, darunter fel/t schöne Goldarbeiten und birnenförmige Bernsteinpcrlen von purpurfarbenem Schimmer. Bronzeteller mit Jnnenvergoldung, Holzgesaße mit Silbereinfassung, GlasgeMc mit Jrisicrung; dazu die üblichen Sicherheitsnadeln (Fibulas) und Schmucksachen Ein genauer Bericht wird später seitens des Stadtmuseums folgen, dem, der seltene Fund zur Aufbewahrung überwiesen ist. Die Nachprüfung des kunsthistorisch auch für gbic Aufhellung des noch fast sagenhaften Reickfcs der alten Thüringer verspricht eine bedeutende wmenschaftliche Ausbeute. (EK) Eine Kolossalstatuc Ramses II. auf dem ftairo. Der Reisende, der mit der Bahn nach Kairo fahrt, wird künftig bereits beim Verlassen be* Bahnhofes einen Vorgeschmack von altägyptischer Geschichte und altagyptischer Kunst empfangen. Auf bem von Lorb Kilchener sn- gelegten grotzen Bahnhofsplatz wirb bic mächtige alte Kolossalstatue Ramses II., bie bisher ziemlich unbeachtet in ber Nähe von Be- braschin lag, aufgerichtet werben. Tas Ricsenstanbbilb, bas aus Ichonem harten Kalk,kein gearbeitet ist unb eine Höhe von 42 Fuß aufweist, würbe bereits 1820 aufgefunden, blieb aber am Fundorte hegen, da damals das Interesse nicht allzu groß war und bei Transport bes Denkmals infolge des gewaltigen Gewichtes gescheut wurde. . ~ „Adrianopel-M art e". Tie Freude ber Türken übet bic Wiedergewinnung von Abrianopel wirb von ben Briefmarkensammlern geteilt werben, wenn sie erfahren, baß bie türkische Regierung zur Erinnerung an dies glückliche Ereignis eine Serie neuer Marken hat Herstellen lassen, die am 26. Oktober aus- gegeben würbe. Tie Erinnerungsmarte zeigt eine hübsche Ansicht von Abrianopel mit ber Sophicn-Moschee in ber Mitte; bie Zehn- Para-Marke ist grün, bie 20 Para rot, bic 40 Para blau. Lanöwirtfcbaft. und nach Mnstlerischen Werten strebenden Sport, Weller Z 9 10 4- 18,2l C. ( aeugung immef Heil. £>immel Dichter Nebel Ott Nov. iu Ml ne: Becke S firn ClcfiV. ui nei Kallti itrafte 3. November S. Der Übergang zum ständigen (benutz von Kaffee Hag, dem eoffeinfreien Bohnenkaffee, bedeutet doppelten Gewinn. Kaffee Hag verbindet mit erwiesener Unschädlichkeit eine beim Kaffee bisher noch nicht gekannte Feinheit des Aromas und des Geschmacks. 31i, tra an j nie au: löW z. Dfrn 2 3im Zu erf OWi): ui rcr SW SSW still [en kr ic ' Die äd Int, .l- ’.i • Fußball. Vergangenen Sonntag svielte im SetbnntX- svirl auf dein Trieb die 1. Mannschaft beS (Siebener Ballspiel- kli, bs gegen die 2. Mannschaft des GJie&encr Sportvereins von 1900. Der Sportverein war, trotzdem die Mannschaft nicht vollständig war. ständig in der Uebermadü, konnte jedoch nur ein unentschiedenes Ergebnis von 1:1 Toren erzielen. — Tie 3. Mann- schäft des (Äienener SvortvereinS spielte gegen die 2. Mannschaft des Wetzlarer Ballspielklubs und gewann nach technisch besserem Spiel mit 5:1 Toren. ibn ver-..nlassen, seine Frau und seine Schwieg ertvckster tu vergüten und sich dann selbst töten. Man sand Turll bewußtlos neb.m der Leiche seiner Frau. Ms er wiedererwachte, plaudert«- er die Geschichte aus. - Nieder-Jngelheim, 31. Oft. Heute kostete der Zentner Birnen 8—22 Mark, Trauben 25 Mark, Tomaten 12 Mark und Aepsel 10—25 Mark. waren und sich allmählich zu einem Sammelpunkt der lwssischen Landwirte während der Winterzeit ausqestaltet haben, so ist auch in diesem Winter wieder eine starke Beteiligung zu erwarten. 1 L&c Berrius auch >. > L'l- IUI -fncbrf (Tas schlimmste von allen Uebeln unserer Zeit, das verbreitetste der Leidens ist noch immer die chrvnisclie ^tuhlträgheit oder Verstopfung. Sie beftebt in widernatürlicher Anhäufung und Zurückhaltung der Svisereste n?l ^armkanal und ruft im Organismus die unangenehmstrn Emvnndungen h.navr. Langandauernde Stuhlträgheu stört den ganzen Derdauungsprozeß, somit auch die Ernährung des Kör- vers und mindert in weiterer Folge die LeistungssShigkeit deS Individuums. Jlk wirksamstes Mittel gegen die CbfhiNtion ist nun von den ärztlichen Kapazitäten aller süns Weltteile 3ar- leb'iero Hunpadi Jänos Bitterwasser erkannt worden. Es fehle daher in keinem Hause. c */.. Höchste Temperatur am 2. bi« Niedrigste , e 2. Sticderschlaq: 4,1 mm. ist fre »iScl 'M wer Bleich •IVobc I.Tcv still duldenden Blinden uns mitfühlen lehrt. Stellen, wie Leonardos Offenbarung find von gewaltiger Erhabenheit und monumentaler Größe. " Lberhessischer Kun st verein. Der Besuch der Ausstellung war am letzten Sonntag ein ungemein reger. Tie diesmalige Ausstellung verdient dieses Interesse auch in besonderem Maße. Erwähnt sei, daß nachträglich noch em weiteres Bild von Otto Jung (Stuttgart) hinzugekommen ist: das Portrait einer hiesigen Dame. "Ein Gründungsprof pekt". Bon dem juristischen Berater der „O b e r h e s s i s ch e n Werkstätten .'c «chlasz. i ötrm. < «MI «r hj» «u 5/ «im hb; '= lec. ata oali Lrii iet<; lirc' »äw in ; rüM »ut: (bSäll vernb Handwerk eine gute Stätte zu bereiten, verdient Unter tützung. gehörigkeitsgesübl zum Bunde doch endlich erreicht worden Ter 1. Bors, des Verbandes Hessen Nassau, Kamerad S r e u b t r jber» mittel ic die Grütze des Verband es und des Verein: Frankfurt und wünschte, dar, der Seretn Gießen ein kräftiges Bollwerk des Bundes bleibe. Kt amerad Sleib ?arm nabt übermittelte die Grütze der Tarmsläd.er Kameradei und brachte in der Hoffnung, daß der Berem Gießen auch das _ > ihrige Stiftungsfest feiern möge, ein Hoch aus auf den Berent Gieß.n. 'Es erfolgte dann die Verleihung der Abzeichen für 10jährige Mitgliedschaft. Es wurden dekoriert die Kameraden: Bnker, Breuning, Büttner, Dietrich, Hermann, Hertb, Jäger, Lotz, Mötmer, Nagel, Rau, Reitz, Schädel, Schmid:, Semmckmaver. Steitz. Waas, W.'ber. 'iamerab Waas sprach den Tank der Dekorierten aus .'tam.rab Fuchs- Offenbach, Mitbegründer des Berems, spricht ebenfalls seinen en All oi it in ftef >" tr d'tl a - Pas Nevoloerattentat öesSorftrefcrenöars v. Knoblod). ,, _ Frankfurt a. O., 3. Nov. Unter autzerordentlich starkem Andrangc des Publikums sand heute vor bem hiesigen Schwurgericht erneut Verhandlung gegen Den Forstreserendar und Hauptmann der Landwehr v. Knobloch statt, der amj”. Jäwiar diilses Jahres den Buchhalter .Hedrich der mengen Speditionsfirma Pinnow auf dem Mobeispeicher er- süwNtti hatie, weil er dem Angeklagten nicht flink genug war Die ^ache hatte bereits im Juni dieses Jahres das hiesige Schwur- genchl beschäftigt, wurde aber auf Gerichtsbeschlust zur nochmaligen 45erbanölnng an die fetzige Schwurgerichtsperiode verwiesen, um inzwischen den Angeklagten als auf seinen Geisteszustand untersuchen zu (allen. ®ei der Bildung der Geschworenenbank lehnt die Staats- anwallichaft alle Gutsbesitzer und Gemcindevorsteh'r als Geschworene ab, wälwend die Verteidigung von ihrem Ablchintnas- recht nur m sehr beschränktem Maste Gebrauch macht Zu der Verhandlung sind 15 Zeugen und 7 Sachverständige F" Der Eröffnungsbeschluß gegen den Fvrsli serendar v^ Knobloch, der im^Jalwc 1865 geboren ist, lautet auf Totschlag *’c niedizmischen sachverständigen halten dafür, das; der ditgenagte an Bersolgungs- und Beeinträchiigungswahnsinn leide ? »n geisteskrank im Sinne des 8 51StGB. und filr feine Handlungen nicht verantwortlich zu machen. Tamil war die Beweisausnahme erledigt. — Den Geschworenen wurde nur eine ^cfr.ilbfragc vorgelegt, und zwar die nach Tot Maa. Tre unterfrage lautete auf mildernde Umstände .hach einer Beratung von nur fünf Minuten verkündete der Obmann der Geschworenen deren W a h r | p r u ch, der dem Antrag des ^tiiatvamvaltc: und Verteidigers folgend, auf nichtschuldig lautete. Der AngeNagte wurde daher freigefpr och7n, aber foTout m -Lichcrimgshast genommen. Wl. 3 Min werde, ehe nicht die beigefügten Geheimberichte ausgehändigt würden, weil nur deren Ausl-änbigung einen Anlast zur Strafein- fdireiiung bieten würde. Der 3eugc hat daraus geschloffen, daß als Urheber des an ihn gerichteten Briefes nicht etwa ein Angestellter der Firma Krupp ober sonst jemand, der durch die Geheimberichte selbst bloßgestellt werden könnte, in Betracht komme. Dem Kriegsminister feien auch mehrere Originale von „Korn- Walzern" überreicht worden. Der „unsinnige Gedanke", daß die Zusendung etwa von b#m Angeklagten Brandt ausgegangen fei, fei ihm niemals gekommen: Herr v. Metzen habe allerdings eine ältliche Vermutung geäußert. Der Zeuge hat den Herrn von Metzen erst 'vor Gericht kennen gelernt. Vorher fei er weder persönlich noch schriftlich mit Herrn v. Metz n verkehrt: den Namen habe er erstmals vom Untersuchungsrichter gehört, gesehen habe er v Metzen zum erstenmal beim' Zeugenaufruf; ebensowenig kennt er dessen Vater. Auf eine Frage des Angeklagten Eecius, warum er den an ihn gerichteten Bries vernichtet habe, erklärt der Zeuge wiederholt, er habe das aus der Erwägung heraus getan, die jeben Politiker leiten werde, wenn er schriftliche Mitteilungen von außerhalb erhalle. Der nächste Zeuge, Direktor Rausenbergcr von der Firma Krupp, wird zunächst über die „K'ornwalzer" und .deren Jnl>alt befragt. Er ist der Anschauung, daß der Inhalt zum größten Tnl aus einzelnen Preisnotizen bestand, die für die Q&ubmiffion-v vreise als Grundlage benutzt wurden. Auf Befragen gesteht der Zeuge zu, manchmal den Eindruck gehabt zu haben, daß die mit 'Brandt verkehrenden Herren nicht in allen Fällen in wünschenswerter Weise Diskretion zu wahren wüßten. Es sollen nunmeljT die „Kornwalzer" bitrrf)gegangen wer jben Der Oberstaatsanwalt beantragt, für diesen ganzen Teil der Verhandlung den A u s s ch l u ß d e r O c f f e n t l i ch k e i t Da« Gericht beschloß demgemäß, worauf auch die Zeugen den Saal verlassen mußten, «edoch angewiesen wurden, sich zur Verfügung des Gerichts zu hallen. ^diör mit. J 71 4'3«« zil v. UEter dem Kriegsminister mitgeteilt habe. Es yeitzl in eem <^chreiben, die Firma Krupp unterhalte in '-öerlm einen Anqmmen, Brandt, um höhere und niedere Beamte des Kriegs mmiilerrums durch Beilechung zum Verrat mUitärisch.-r lveheun- niiie zu veranlafien. Brandt erl-alle für diesen Zweck erhebliche Mrtlel uno die Bewene für die Behauptungpn befänden sich in dem Gchcimichrank eines Herrn v. Dewitz in Essen: eine rüchichts- loie Untersuchung jci dringend notwendig. Ten ihm zugegang nen Arier l/abe er, der Zeuge, aus einer alten Erfahrung als Politiker heraus v e mietet. Der Industrielle August T h y s f e n fei in öie Brieiaffare ntcht verwiäell, da er, der Zeuge, mit Thyssen reincrlei Beziehungen unterhalte. Den Ausdruk .„Kornwalzer" habe er entmals vom Untersuchungsrichter gehört. Weiter lägt öd: Zeuge aus, daß er von einem J-oumalisten ausgesucht woroen \ti,_ der ihm Mitteilungen gemacht habe, die darauf schließen ließen, datz Herr v. Metzen noch mehr Beweismalerlal für 2"^" Bkrlehr Brandts mit dem Reichsmarineamt und für die Bestechung ausländischer (Leitungen durch die Firma Krupp in Händen l>aben müsse, desgleichen Beweise dafür, daß die Geschäfte nn Ausland unter besonderer Mitwirkung des Angeklagten Eecius abgeschlossen würden. Der Vorsitzende wies den Zeugen darauf hin, daß die Geschäfts' gepflogenheiten der Firma Krupp in den oorliegend.u Prozeß nicht hercingezogen werden sollen In gleicher Weise äußert sich der Vertreter der Anklage gegenüber der Behauptung des Zeugen, daß aus feinen Angaben nicht unwesentlich. Eharakterislik des Angeklagten Eceius zu entnehmen sei. Der Zeuge wies weiter auf die eigenartige Stellung hin, die er in dem Prozeß einnehme, sowie auf die Angriffe, die gegen ihn genchtet worden seien, und ljob hervor, daß einer der Kruppschen Direktoren fein Material als ,,W i f ch e" bezeichnet habe. Tr. Liebknecht betonte nachdrücklich, daß er hinsichtlich des Absenders des an ihn gelangten Briefes nicht einmal Vermutungen äußern könne Der Brief sei in Berlin aufgegeben gewesen und Hobe kanzleimäßige Schriftzüge gezeigt. Tas Schreiben habe keinerlei Andeutung dahingehend enthalten, daß Dr. Liebknecht in der Verwendung des bezeichneten Materials irgendwelche Rücksicht walten lassen solle. Zugleich hatte der Brief den Hinweis darauf enthalten, daß wohl kaum ein amtliches Einschreiten erfolgen Ans Statt nnd Land. Dießen, 4, November 1913. " Aerztlicher Fortbildungskurs an ber Uni- üerfität Gießen im Wintersemester 1913/14. Nm Mittwoch, den 5. November, abends von 6—7 Uhr, findet in der medizinischen Klinik der zweite Vortragsabend statt und zwar spricht Herr Piosessor Dr. Voit über Allgemeine Behandlung akuter Infektionen und die Behandlung des Diabetes mellitus und Herr Piivatdozent Tr. Hohlweg über Nieren- beckenerkrankimgen und Pncnmothora^behandlunq ** .^lad tthcater. Wir werden gcb.tcn, mstzuteilcn- Zur Wiederholung von Kleists „Hermannsschlacht" als S ch u l er vor stell u n g am nächsten Samstag nachmittag werden Reflektanten gut tun, sich bei Zeiten Platze zu sichern da tmeberuni starker Besuch zu erwarten ist. Bei der ersten SchiUervorsteNung war das Theater bekanntlich vollstandia au»vcrfauft. Ueber Gabriele d Anuunzios Schauspi^ »Die tote Stadt-, das am Dienstag, den 11. November dltrch ein Gastspiel des hier bestens eingeführten Maria Re ho ff-Ensembles zum ersten Mal in Güßen aufgeführt wird, schreibt ein Stuttgarter Blatt: „Iu die durstige Ebene von Argos in die Nähe der Tiummer des gol'd reichen Mykene führt uns der Dichter des gehaltvollen Stückes, dessen Sprache die Schönheit und Höhe der Antike erreicht. Als großer Dichter offenbart sich auch hierin d'Annnnzio, der den feinsten Schwingungen der menschlichen Seeke nachspürt und sie erfaßt, der und den drohenden Wahnsinn ebenso sehr mit Schrecken wahrnehmen läßt, wie er in großen, einfachen Zügen den gewaltigen Schmerz der Haupi “*ibien0 ln %'”n,1uii " 'Mitt' i N'tl p N iu vom IN'?? filei vermieten. diener in iwxm. Äa f-ckc ä 57831 neu bc und 3' inietcn Damir ■RJ For Erholungsbedürftige und leichtere iVnMUnn Kranke.. w^r.^.üch«, I ■ Id | W U Ile Kuranstalt Hofhelm I. T. ■ ■ ■ ■ | W |a | | Stunde v. Frankfurt a-M. Pi. Ln*5 furrenj in Wettbewerb treten zu können. 9. Januar, einen Borlragskursus in Darmstadt abhalten Die von uns veröffentlichte Zuschrift hatte Bedenken Es sind Vorträge aus den verschiedensten (Hcbietrn vorwiedergegeben, die in interessierten Streifen sich geltend gesehen: die Landwirtschastskammer ist znr^it bemüht, als machten. Es kann uns natürlich nur freuen, wenn sich in- Referenten erste Autorftaten zu gewinnen Da die Kurse in wischen die Grundlagen des Unternehmens und die Art den letzten Jahren von den Landwirten sehr stark besucht einer Leitung günstiger gestaltet haben, denn das Ziel, c " " >em gesunden und nach künstlerischen Werten strebenden z. nenn w 4-ev nenn, ü Landkreis Gietzen. -m. Langd, 2. Nov. Gestern abend fand im Saale von Otto Sann der erste Familienabend des evangelischen Bundes statt. Nach einer kurzen Ansprache durch Ortspfarrcr Dr. Koch hielt Dr. Schneider-Gießen einen Lichtbildervortrag aus der Zeit von 1805—1815. Sodann brachten die Schulkinder unter Leitung des Lehrers B e st ein Dl)eaterstück zur Aufführung. In den Zwischenpausen trugen der Gesangverein „Eintracht" und der Kirchengesangvereiu unter der Leitung des Lehrers Paul einige Lieder vor, die zur Versck)önerung des wohlgelun-- genen Abends wesentlich beitrugen. -m. H u n g e n, 3. Nov. Im nahen L a n g s d o r f wurde gestern abend ein 33jähriger Handwerksburfche bewußtlos I Berlin, 3. Nov. Der nrope Eröfinungspreis der Pariser auf der Straße aufgesunden. In einer 5^and hielt er ein I ^interbabn endete gestern mit dem Siege des deutschen Welt- Fläschchen, das ein Quantum Salzsäure enthielt, und man meif,cr§ merkte sofort, daß der Mann einen Teil des Inhalts ~ f .----------- getrunken hatte. Ein hiesiger Arzt wurde telephonisch ge- CUTrfChtffnprt« rufen, der ihn im Automobil ins Krankenhaus brachte und ~ nnover, 2. Nov. Der zweite Tag der Schau- und dort eine Magenausspülung vornahm. Der Lebensmüdö ^tlirzNuge P s g o u d s, die von dem Hannoverschen Renaverein ronute gerettet werden. Was ihn zu der Tat veranlaßte p“'c,n’mcn J"“ dem .Hannoverschen StamSanzeiger^ und dem könnte bis jetzt nicht mis ihm tzecausgebrächt .nerbc,,. ' "NrtÄ" ÄÄS _ , . , r MTC15 -JUOingen. gestern hielt auch heute PSgoud in dem Lichtspielhaus einen Bor- xBleichenbach, 2. Nov. Der Vorschuß- und trag über feine Erfahrungen in der Lnftschiffahrt. Kreditverein hatte für heute eine außerordentlich Wien, 3. Leutnant ßarcantc und sein Begleite« Hauptversammlung einberufen. Tie Veranlassung dazu floh ^nebberg ftnb, von Breslau kommend, auf dem ,31uiwlau .niprrrt der Zusammenbruch der Genossenschaftsbank, ^landet. Sie legten in den letzten 10 Tagen in ihrem T-vppel- welcher unter den Mitgliedern große Unruhe und Beäugsli-1 ^n Straßburg über Braunschweig Berlin, Königsberg, guug hervorgerufen hatte, fo daß viele Mitglieder ^a^di.iiz, Br^Fau um »Inxm in-.-gemml 3,00 Kilometer zurück. >igten. Der Rechner Naumann trug folgendes vor: Zur " Beruhigung der aufgeregten Mitglieder wird die Kaffe , wywisiaau in ihrem jetzigen Stand von einem vereidigten Verbands- arblll91' 3‘ Jto”- ?fr beutiqcn erften Gthung des revifor, von zwei auswärtigen Personen unterstützt einer S ,1U ,u v ’ ™ *?lircuC<."?*< Verhandlung ber wegen 3 -Vision mit-rzogen di- sich auf Solidität der veranlagten leiflK'in\r'«“ "e | ‘ r ote" ""6 ’Jin,"bor1 Setbet erstrc« Mc Mltglieber erhalten alsdann Mil- Arcansas. 3. Nov. Ti- Okfdiroorencn v-rnrt-ill-n den tedung vom Befund der Revlfron. Es steht dann zu er- 70jährigen Hvvnotiscur Farrel zum Tode. Dieser halte warten, daß die Kündigung der Mitgliedschaft von den den !7eistt»sch>vack)en Fanncr Tur l l hp pn oti s i er t und wollte Interessenten zurückgezogen werde: der Reckfner werde dann ' )ereit sein, unter weiteren grundlegenden Wmachungen ein Amt weiter zu führen. Der Geschäftsanteil soll nunmehr 500 Mk. betragen; 250 Mk. find pslichtmäßig einzuzahlen, der Rest ist in monatlichen Raten auf die ganze Höhe zu bringen. Eine zukünftige Kündigung der Mitgliedschaft muß 9 Monate vor Jahresschluß erfolgen. — Der Staub der Kasse läßt nach Begutachtung des Vorstandes durchaus keine Befürchtungen zu, wie folgende Zahlen beweisen: Kasseubestand 2786 Mk., laufende Rechnung 694 Mk., Darlehn gegen Schuldscheine 274 662 Mk., Kausschillinge und Hypotheken 550 174 Mk., Wertpapiere 15 322 Mk, Wechsel 6490 Mk., Spareinlagen 852 000 Mk., Geschäftsanteile 31 400 Mk., Reserven 43 552 Mk. Bei der Dresdener Bank sind 16 674 Mk., Vorschußkasse Büdingen 9000 Mk., Vez. Sparkasse Büdingen 12 971 Mk., und Genossenschaftsbank Darmstadt 40978 Mk. deponiert. Der Verein besteht seit 1878 und hat unter bewähr.er vorsichtiger Leittmä allen seinen Zwecken ganz vortrefflich gedient. Mau hofft, daß er sich bald in gewohnter Weise den ländlichen Bedürfnissen dienstbar machen werde. Deretnsna1)rid'ftn. "Bund deutscher M ilitä ran Wärter. Am Sonn- abend leierte der Verein Gießen des Bundes deutscher Militär- Anwärter in Steins Sanfbau sein 1 Oj ähriges S t i f - tungsscst. Die Feier' mürbe ein geleitet durch die Kapelle des Vereins nut dem Marsch „Treu Kaiser und Reich" Der 1 Vor- Nvende des Vereins Gießen, Kamerad Ritter begrüßte die Mitglieder, bereit Rainen und die Gaste, darunter den Landtage, abgeordneten und Stadtverordneten Prof. Dr. Urstadt, die Vor- Itandsmilglieder des Landesverbandes Großh. Hessen den 1 Vor- ''wenden des Prov.-Verbandes Hessen-Nassau, die Vertreter der benachbarten Vereine Tarnchabt, Kameradschaft Mainz Offen-! bach, Marburg und Wetzlar, sowie die aktiven Kameraden und lalotz mit einem begeistert ausgenommenen Hoch aus den Kaiser r*01 cin Ülr Trompete,, vorgetragen von Kamerad Mahnkopp, reihte sich ein Prolog, gedichtet von U>$ *5 gesprochen von Fräulein Haupt Tn h e!’ DerbondsVorsitzende, Kamerad R o e s k er- L er bi-Grüße der Mar- I Dort, dankte zunächst nir die Dearü^na bierauf _ba£* I bunt) den Vortrag des 1. 2an^-, er!anbsvr»r?itzenben"Äe UeVr- Kugung gewonum hal die erstrebten UNvcrv0lles, Üppiges wird per l.Jau. 1914 ein Kupfer, Messing itfro. Zahle tüchtiges Fräulein gesucht, die höchsten Preise. Postkarte Saubere,slottcHandichrist genügt. ,»akob Ott, Neuen Bedingung. Beiznfrieden- Baue 21._______ 08780 stellender Leistung ist die Stelle dauernd. Schriftl. 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