Nr. 284 Drittes Blatt 165. Jahrgang Gifc$etnt ktzgklch mtf flulra^mr bei Sonnte gl. tv H«<|tier Famllieabläner" werten dem .flryeieer* eiermai wöchentlich beige! egt, das „Krebhkn tir Ha Kreis «e|eeM *n>e na( wöchemlich. Tie „Cea»vlrtf4eftll0ea Seit* trage«“ er|dienten nwnailid) jioennaL Gietzener Anzeiger Seneral-Anzerger für Gberhessen Mittwoch, 5. Dcjember (915 Äetorwn*bnicf und Vertag der Brübl'stvea Uihdc rfuät* • tbtcb- und Steindradertu K Vang«. (Birten. Rrbflftien. «rrr>ttien und I ntcferti: €.t)u(* ftr.iBt 7. dTTetinon und Venaa Reda'twnI 12. Tel.-ADruA!iteigeiiS'eirw vrittkr Dcntfdjtr Ardriler ttongrrh. Berlin. 2. De». dritte deutsche «rbetterfongreft de bandelte beule an erster etrtle da- Ibema: £ebenemittelt»er(orgung und i.* r de n« m i 11ei t e ue r u n q Ter Vortragende. Gfnrtalfffreiät 9 k r w a 1 d Rölni, btieidmete al# Ursachen der Preisteuerung M Teutichlond die luncbmenbe 3nbuftneohiierunq der Bevölkeruno bte Verteuerung der landwirtschaftlichen Produktion und bic Anar rtne »m Veben#mitteli>erfrbr, der gegenüber die großen Stabte und Jnbuitrieientren mit ihren gewaltigen ftonfumcntenmafirr ihre “lufgaben vernachlässigt bähen Auch bic deutsche Zoll Polin k bnt tn ben lebten 3abren verschärfend atü die Prei-teuerung gewirkt Ttr Begleitencheinungen der Teuerung sind für bat ganze voll, wirtschaftliche Veben tebr bebenfitd) Ter Redner warnt vor einer Beseitigung oder bedeutenden t»eiabfe6ung der lanbroirt- f ck a f 11 i ch en « chutzzö 11 r und befürwortet eine Verbesserung und Vervollkommnung derInlandsvroduk- 11 o n und des VebenemittelDerfebrS verbunden mit einer Ergänzung nom Ausland Bei der Neuregelung der Handelsverträge dürfen die Zölle aui Nahrungsmittel nicht erhöbt, auch keine irei- teren Nahrungsmittel mit Zöllen belegt werden Nach weiteren Em.elvorfchlägen stellte der Redner fest, da« die gante heutige Mittelstandspolitik einem nicht gefallen könne Man habe heute förmlich einen K o n s u m v e r e i n s k o l 1 e r fei nicht wahr, da» Mittelstand-eristenzen durch die Äoniumnereine erdrosselt werben Man Dürfe nicht eine Mittelstandspolitik mit machen, die dem Mittelstände Helfen wolle auf Kosten der breitesten untersten Schichten Turch die Behandlung dieies Themas auf dem Arbciterkonareß würden vor allem Staat, (Mefellfeftaft und öffentliche (Gewalten auf die Bedeutung de- Lebensmittelversorgungsproblcm hingewiefen werden. Ter Redner legte eine umfangreiche (Entschließung ,m .sinne seiner Ausführungen vor TaS »weite Thema betraf die Bedeutung der Koalition-- frei heil und des Vereinigungsrechts für die Angestellten und Arbeiter. Ter Berichterstatter, Arbeitersekretär und Vanbtag-5- abgeorbneter Andre Stuttgart . verlangte in erster Vinie die Aufhebung des fi 168 Der Ükroerbeorbnunn al- eines gegen die Arbeiter und Angestellten gerichteten Ausnahmegesetzes Tas Äoa- lition-recht sei in bem Sinne auszubauen, daß der rechtmäßige Gebrauch desselben gewährleistet und Vereinbarungen oder Maßnahmen zur Verhinderung des Gebrauches des Koalition-rechtes, von roelcber Seite sie auch kommen mögen, unter Strafe gestellt werden TaS S t r e i k p o ft e n st e h e n müsse gegenüber der Poli- »eiroillfür als ein im wirtschaftlichen Kampfe erlaubtes Mittel angesehen werden TaS Verein-recht der Landarbeiter sei für das ganze Reich einheitlich zu geüaltenjinb au»iubauen und endlich fei die Schaffung eine- einheitlichen Staatsarbeiterrechtc- antiinreben Ter Redner betont-, daß es auch einen Terrorismus der Arbeitgeber gibt, der sich in verschiedenen formen äußere Zn der Aussprache über Die Koalitionsfreiheit wurde von Becker 'Berlins betont, daß für keinen Stano soviel soziale Fürsorge betätigt werde, wie für den Bauernstand Ter Großindustrie stehe es am ichlechtesten an, nach verstärktem ArbeitswilUgeni'chup zu rufen. Weiter wurde auf den Widerspruch m der Behandlung der sozialdemokratischen und der christlichen Arbeiter bei Streiks hin gewiesen — Zn der Aussprache über die fiebenömittelteueriing meinte freutinanu (Düsseldorf), bic l'anbnurtfcbaft solle für die Wohlfahrt de- deutschen Volkes auch einige Konzessionen machen, nachdem Die Arbeiter zu ihren Gunsten schwere Laßen auf iich genommen hätten — Nach weiterer Aussprache wurden die Leitsätze angenommen und sodann die Weiterberatungen auf morgen vertagt Aus Mexiko. 31t a ret, 2 Dez Nackt einer Depesche des Generals Billa ist General Mercado mit 2000 Mann Buubes- tnippen auf dem Marsch nach £ j i na ga an der amerifani» sehen Gren.v Die Generale Salazar und Croya haben sich mit 1000 Mann in die Berge zurückgezogen Hunderte von Einwohnern,dar uiiterzahlreiche^rauen unbftinber, machten sich völlig ausgehungert auf ben Weg nach ber Grenze. Tie Zustande in Chihuahua finb unerträglich Die spanische Wasserleitung ist yrstört worben. Die Lebensmittel finb fast erschöpft. Tie Aufständischen haben für eine halbe Million Dollar Lebensrnittel und BeNetdiingSstücke beschlagnahmt, nachdem bic Kaufleute sich geweigert hatten, Wechsel anzunehmen. Auch tür hunderttausend Mark bare» Gelb von der Banco Mtnrio l aben »ich die Aulstanbi.cbcn angc ‘ignrt Tie Verluste sollen durch Versicherung bei engh dien osefcilichaftcn gedeckt sein Aus 5taN und fand, Dießen, 3. Teiember 1913. •• Aerzklicher Fortbildungskurs an der Universität Gießen im Wintersemester 1913 14 Bei dem heute abend von .>—7 Uhr in der Anatomie statt- findenden vierten Vortragsabend spricht Geb. Med -Rat Vio- fessor Tr. Strahl über die Topographie der Leistenregion mit Temonfirationeii von Leistenhernien und verr Prof Tr Geppert über neuere Zodpraparate " Sinken der S chwe> nepreife. In der Wetterau sind die fetten Schweine im Preise sehr gesunken. Während Ländler und Meyger noch anfangs voriger Woche 56 Pfennig für das Pfund Lebendgewicht bezahlten, bieten sie jetzt nur noch 50 Pfennig. •• T i e Frankfurter Würstchen. Um eine endgültige Klarbcn über die Bezeichnung ,,frankfurter Würstchen" bcrbei ui führen, hat bic frankfurter irleifdicrtnnung ihren Vorstand beauftragt, bas Gericht z u r E n t f ch e t - b u n g anzurufen. Tie Handelskammer hatte bekanntlich auch die m einigen hessischen Crten hergestellten Würstchen al- „foanffurtcr" bezeichnet •• Vom ÄoniertDerein wird uns gefchrieben: Ter C r di e h e r - und Beethoven-Abend am nächsten Sonn Nfl bringt durch die Mitwirkung zweier Solisten, Joseph S z» g e 11 aus Budapest nnb fol. frcbivig S
  • igct( lebt zurzeit in London und gehört zu den gesuchtesten Geigern der Gegenwart. Mit dem Vortrag des E-Moll-Klavter-KonzerteS wird sich fol. Schöll aus München hier einführen. Die junge Künstlerin hat in Berlin, Frankfurt, Leipzig, München, Prag n n C mit reichem Beifall konzertiert und in einer Soiree nn Kgl. Schlosse vor der deutschen Kaiserin gespielt, ebenso wie in Stuttgart vor dem König nnb der Königin von Württemberg. Tie Künstlerin beherrscht das Instrument mit bedeutendem Können und nimmt, wie ihr die Kritik nadirühmt, durch ihren ausgeprägten Sinn für klang schöne lonbilbung und ihr irisches Spiel iur sich ein. fol. Schöll wird auch die Klavierbegleitung bei den Herden Solostücken für Violine ausiührcn. KrciS Alsfelv. (?) Aus dem Kreise Alsfeld, 2 Dez Durch bie häufige cmpfinbliche Kälte ber letzten Zeit hort man überall Klagen über ben (yesunbheitszustanb. Besonders viel tritt an- fdictiictib bic Lungencntzunbuug und Influenza auf ' ?) Ober-Sorg, 2. Tcz. DaS hier entbedte Kiefel- gur lager wirb gegenwärtig von einer forma auS Lub- -- " — .^igsdafen abgebaut Hu biefem Zwecke mußte der dem lus gehörige Teich vollständig trocken gelegt und bic tvirin iid) bennbrnbeti foiche entfernt werben Die Si.'selgu'icki.ck» etwa \ivtt Art r bick und wird von fodilcu'cn auf 100 Waggon geschützt In ber Nähe b. > Teiches behüben sich neu errichtete 7 roden ballen, worin bie Kieselgur von foucht iglet! befreit wird. Ta i'ich können zwei Waggon nach Nenzen- borf an ber Bahn gebradit roerben. Kreis Schotten. □ ulr ich'tein. 1. Dez. Es sind heule 76 Jahre, daß unser Etadtchei, Sitz eines Amtsgerichts ist. Vorher war es :n Bodendaufen II. AuS ernsten Gründen mußte die beabsichtigte lle»ne Feier ver'choden werden. flrri4 Frtevverg. L Friedhera, 2 Tez. Ter bei der olieaeralteilnng in Lchlettstadt dienenk« L. Glück von hier verunglückte tödlich. Kreis Friedberg. ( ) Bad-Nauheim. 2. Tez Im hiesigen Eleve no ren Hospi z saub unter dein V<>rfitz b.'i Fürstin Marie zu Erbacki-Schötiberg eine Versammlung beS Vereins der F r e u n b i n n c n junger M a d di e u statt OberamtS- itdttcr Tr. g u b r gab statistische Mitteilungen, bic* zetaten, wie sehr hier bie UKtbhdic Zugenb bei Saisoustetteu gefähr- bet tn Ihn ben liebelftänben abzuhelscn und ben jungen Mubckien, bic sich in ben verschiedensten Drusen ihr Brot verdienen müssen, bie erste L»ilfo zu qcivnbrnt, sei bie Schaf- fung eines Asu 1 5 nvtwenbig. Tie F tt r st i n Erba di wtes boraus hin, vor allem einstweilen eine Auskunftei ein zu- richten. Im nächsten Jahr soll in Bab-'.'.'auheim bic Mid» gliebervcesammlung beS beutfdicn Nationalvereins ber Freunbinnen lunger Mabdicn tagen — Ter Vortrag s v e re in gab heute abeub fein zweite- dieswiuter^ liches Konzert. Tie Veranstaltung, für bie crstNasfiae Kräfte wie 't-ilii und Rudolf Hindemith Bio Arthur von Ewenk Berlin aMang , Prof Tr Karl S di m t b t-Friebberg iKlavier) gewonnen iporbrn waren, bedeutete für den Verein einen großen Ersolg L Wnmi'fld), 2. Tez Tie älteste Beroo'.jnenn, grau Grieb, stard im hx. 2ehen-iahre. L Vilbel, 2. Tej. Ter anfangs September entwichene, wegen BetielnS perlmltet geivefene Ihiterludnin isgeiangeue lebaitn 8 di Ä I e r von Mühlhetni konnte durch die Urankuirter Krlnnnal- volizei wieder dem vaiilokal Vilbel zuge'ulut werde». Tet Ge- laihirmvärler Tebus wird sich Cc»mad)ll toegen Inl railhget Gelaihieiunbefreiunfl vor der Strafkammer i u Dießen zi, verantworten hoben — 6 ben'alM wurde ter Taalöhner 1i eobor Vertel von Koilerslaiitern, der ohne sehe Veranlasst»«! ben katholische» Vkarrer a»>s gröbste beleidigte ii»b dadurch eine» 'l'-e»schen- auslank heroorriel, vo» bem Wachtmeister Reeg hier verhn'teL Tem Wachtmeister setzte er bei feiner (iiiiliekrnng »i bar vciflfotof Widerstand entgegen »nb beleidigte ibn «ortgeient. Io daj, ber Boll- Ürertimg., Israelit, ist ,e»t 40 Jahre alt und bat eine recht he- weate Vergangenheit Als brntäbngc« Kind zeigte er eine cu’- sallende Begabung für Rechnen, konnte nut fünfstelligen Zahlen im Kopf arbeiten Sdr?n früh kam er in eine kau'männische Lehre, maiivenc ater bald nach Amerika aus frier „entdeckte" er inne „Gabt", wurde Gedankenle-er und verdiente damit Di ei Gelb, das er aber tut Spiel und in lockerer Geellfdxih immer wieder sehr halb hutdibraditc Im September 1912 kam fr nach .i cntichlanb und wohnte vom '^0 September bis zum l|-> Oktober in foeiburg t. V Tart: bot iich mir z'^tl egen beit, persönlich mit tarn bekannt ;u roerben und seine merkwürdige Eigenschatt, „tone Gabe", wie er nc nennt, zu untersuchen." . ^er Gelcortf schildert nun wie er tn Abwesenheit des frell- rcb,r7 Zettel d.e Säpe «»neb: 1 Trüb nie den Brunnen. ber dich tränkt-, Wir' keinen Stein hinein. — 2 15 Ne.'cmb-.T 1349 __ 3 Aiar ata weel afar tei'chub.. ^ch faltete darauf die Zettel achtfach zuiammen uns nclm imet"in meine linke, einen in meine rechte ge.chlo« eue fr? :■ Tann ging t* zur Tür, öffnete ne und rr x ne n - ' i?b hie Tür hinter fick) und trat iKben meinen ö. an x:n tdi mit den Zetteln in den gndHoifcncn founai Vc ger.jrair-i batte v sagte mir dann, ich möge emm der :r: . trger.r r-e int Zimmer dm leg en und nur einen in :e^?r de 2 tf er mir jeden Zettel für sich vorlqcn tomue. Ich legte daraus einen der beiden in der linken fouft betinblichrn Zettel abgekehrt von fr. unter die Schreibunterlage meines Tisches Tann fragte fr.: „Deichen Zettel 10N ich nun zuerst lesen? Ten in der rechten, den in ter linken front» oder den unter der Unterlage?" Ich leihst wußte nicht, .velches der Inhalt des rechten, des linken und des Dritten Zettels war, da ich sie alle ganz gincb »usammengeialtet und p Ich antwortete also aut seine foage: „Leien Sic mir den Zettel, den ich hier in der rechten Faust halte'" — und zeigte ihm Die geschlossene rechte fouft. Toba beobachtete ich fr Er sah nicht auf meine geschlossene rechte fouft, sondern starrte idirag nach oben an nur vorbei ins Leere: dabei wurde er blaß, in der rechten frand hielt er einen Bleistift, ben er von meinem Schreibtisch genommen hatte und kriselte damit auf das Papier eines Notizblockes zitternde Striche und Punkte. Nach kaum einer Minute sprach fr.: „Trüb nn--— „Nein," iapte ich, „ber erste Buchstabe bes Wortes ist ein n, ber letzte Buchstabe de: Wortes ist em e." „Ach so, ja," antwortete fr. und las schlank den etwas un- deutlick' mit ocufchen Lettern geschriebenen Talmudvers vor, ben ick in pvci Wortreiben in fifiner Schritt aui dem vielfach zuiammenge altcten Zettel m t 5212 T 4< eli ve b> C? ft K m N 4; ar zu a Dl ausgelegt LP Nit >ubi P M soll 75C $r Nci 1 ein zur Wiederwahl vorgeschlagenen langiahrigen ^raLtver- ordneten, Fabrikant He r in g, der nur /3 Stimmen erhielt. ? Fron Hansen a. d. Lahn, 2. Dez. Die Eheleute Jost Schneider, Landwirt und Metzgermeister, feierten am Sonntag im Kreise ihrer 8 Kinder und 37 Enkelkinder die goldene Hochzeit. Pfarrer Landau überreichte dem bewährten Jubelpaare die vom Kaiser gestiftete Jubiläumsmedaille, sowie eine von der evang. lutherischen Kirchen- gemeinde im Auftrage des Presbyteriums gewidmete Trau- bibel. Die Hochbctagtcn stehen im 74. bezw. 70. Lebensjahr und erfreuen sich beide einer guten Gesundheit. 7f 6- .8 n> Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung. Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnummer eine sorgfältige Sahausstattung zu sichern, empfiehlt es sich Bringend, die Aufgabe ein bis ztvei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nnr bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden. . Verlag der Gietzener Anzeigers. JÖol 40 Donnerstag 21. März. Lager R 60. Montag abend waren wir noch 20 Kilometer vonr Depot entfernt; gestern konnten wir den ganzen Tag eines wütenden Orkans w^en nicht werter Heute wieder eine verlorene Hoffnung — Wiffon und Bowers wollen zum Devot geben, um Brennmaterial zu holen. Freitag 22 und Sonnabeird, 23. Marz. Der Orkan wütet immer fort —' Wilson und Bvwers fomtten sich nicht hinauswagen — morgen ist die lebte Möglichkeit — kein Brennstoff mehr und nur Die Beugen bekunden, daß der Angeklagte aus mehreren Wunden stark Mutete, daß er unmittelbar nach der Tat erUatt hat, P. habe ihn im Bett überfallen, er .habe dreiem das Meiler abgenommen und dann seinerseits gestochen; er lelber habe retn ruhig zu verhalten. , r ,L .. Kaum hatte Podkonjak das Zimmer betreten, so horte die Wirtin diesen überlaut schreien, sie eilte ins Haus, und als sie da» Zimmor betreten wollte, sah sie vor dem Bett des^Angeklagten Podkonjak, der mit Hemd und Ho,e bekleidet rm Beginne nxrr, sich auszurichten. Sie sah dann wie beide miteumnDer rangen, aber lein Messer. Die Wirtin lief eiligst aus dem Hause, um ihren Mann 6U Beider Kampffzene war fein Zeuge zugegen und der Angeklagte behauptete, daß sein Kamerad ihn rm Bett mit dem Messer vcrlekt habe Er habe dann, schon aus verschiedenen Wunden blutend seinem Gegner das Dolchmesser abgenommen und nun in der 'Notwehr gegen Podkonjak, der nicht von ihm abließ, gerichtet Dabei gesteht er zu, blind darauf losgestochen zu haben, ohne zu überlegen, wo die Stiche hinfallen könnten. Er wisse nicht ob er, als P. entfliehen iwllte, diesen verjolgte und ihm noch'3 schwere Stiche hergebracht habe Aus 17 Wunden blutend, ist der Getroffene gestorben, ehe ein Arzt zur Stelle war, während der Angeklagte aus 9 Wun- bCU Di^Beweisaufnabme gestaltete sich, da niemand bei der Tat zugegen war. sehr einfach. Der Sachverständige Medizinalrat Brnßer schildert den Leichenbefund. Danach war der Podkonjak gräs-lich zugerichtet. Außer 4 Stichen, die das Schädeldach durchdrungen haben, hatte er, von leichteren Verletzungen abgesehen, noch "3 Stiche, die ihm von hinten beigebracht worden sind. Von diesen 3 Stichen ist einer in die Lunge gedrungen und war im Zusammentreffen mit den Schädelverletzungen unbedingt tödlich. Schwurgericht. th. Gießen, 3. Dezember. Gestern verhandelte das Schwurgericht gegen den 20jährigen Erdarbeiter Peter Clavinic aus Petro-Selo m Kroatien, der unter der Anklage steht, am 20. Oktober d. I. tzu Grebenau lernen Land- mann und Arbeitskollegen Iso Podkonjak mit einem Mester vorsätzlich derart verletzt zu haben, daß der Tod des Mannes yervei- gesührt wurde. Die Anklage vertrat der Oberstaatsanwalt »op (mann. Tie Verteidigung führte Rechtsanwalt Homberg er. Es waren zehn Zeugen in der Sache zu vernehmen, lomie Medi- zinalrat Dr. Z i u s; e r - Alsfeld als Sachverftändiger zn Horen. Zur Verhandlung war, da der Angeklagte nur der serlnichcn Sprache mächtig ist, als Dolmetscher eine junge Rustin in der Verhandlung tätig, welche an dec Universität Lanowirtschast studiert. Nach der Anklage war Clavinic mit dem getöteten Podkoniak schon von früher bekannt, sie traten gleichzeitig tm Juli in Grebenau bei dem Bahnbau in Arbeit und mieteten stch beide eine gemeinsame Schlafstelle; sie sollen sich sehr gut^ miteinander, vertragen haben. Im September waren dem Angeklagten 90 Mk m Papiergeld, die er im Rockfutter eingcngljt hatte, gestohlen worden. Der Bestohlene hatte den Verdacht, dal; sein Kollege Podkoniak ihm das Geld entwendet habe. Nach anfänglichem Leugnen gab dreier den Diebstahl auch zu und hat das Geld dann auch zuruck gegeben. Seitdem war das Verhältnis der beiden getrübt, doch gingen )ie zusammen zur Arbeit und verkehrten auch sonst wohl noch zusammen. Am 20. Oktober, dem Tage der Tat, war in Grebenau Kirchweih, der Angeklagte hatte mehr getrunken als gut toeir ir.p traj beim Abendessen in der-Wirtschaft von Hofmann mit mehreren Landsleuten, darunter den Podkonjak, zusammen. Hier kam es wegen des Bezahlens des Abendeffens zu Differenzen zwischen dem Angeklagten und einem bei der Tat unbeteiligten Kroaten Podkoniak soll hierbei gelacht haben, wodurch der Angeklagte in Aerger geriet und in drohender Haltung auf Podkonjak schimpfte; wie cm Beuge behauptet, soll er dabei fein Messer in der Hand gehalten und gedroht haben, er steche jenem, der nur em Auge hatte, da» andere Auge auch noch aus. Man traf sich später noch in einer zweiten Wirtschaft, ohne daß Clavinic sich beruhigte; er soll dem Pockon- jak bedroht haben, indem er sagte, er steche ihn tot, wenn, er ins Quartier komme. Kurz nach 9 Uhr, als der Angeklagte, der sich ungehörig benommen hatte, vom Wirt an die frische ~uft befördert worden war, begab sich dieser nach seiner Schlafftelle und legte sich ins Bett. Etwas später kehrte auch Podkoniak heim Die Log,er Wirtin frug diesen vor dem Hanse, was benn feilt Stubenkollege von ihm wolle? Dieser erklärte, er wiße es nicht, er wolle ernmal sehen, ob er oben sei. Tic Wirtin, die keinen Lärm tm Hause haben wollte, ermahnte den, wie es schien aufgeregten, Meistchen, sich Ermatten ganz warm und haben alle gut geschlastm Heute brachen wir in der Lewöhnlichen schleppend langsamen Weste aus. Der Schlitten war greulich schwer. Wir sind 29 Kilometer vom Depot entfernt und förauen in drei Tagen hinkommen. Das sind Fott- schtttte! Wir haben noch auf zwei Tage Lebensmittel, aber nur iwch auf einen Tag Brennmaterial. Alle uniere ^utze werden schlimm — die Wilsons sind noch am besten, mein rechter am schleckstesten, nur mein lütter ist gmrz in Ordnung. Aber wie sollen wir unsere Füße schonen ehe wir das Depot erreicht haben und uns wieder mit warmem Eilen Pflegen tonnen? Amputation ist jetzt noch das mindeste, woraus ich mich gejagt machen muB; aber wird das Uebel nicht wettergehen ? Das ist tue ernltc en, daß mir uns doch noch durch- der Wissenschaft eine tropische Insel und eine lährliche Sub schlagen wetten, glaubt es, meiner Ueberzeugung nach, im Herzen vention von 300 000 Frs. zu Studien über die Tuberkulose zur keiner von uns mehr. Verfügung zu stellen, und sprach davon, daß bann fo gut wie sicher Wir frieren jetzt auf dem Marsch und auch sonst immer ent- w 10 Jahren ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Tuber fetzlich, nur bei den Mahlzeiten nicht. Gestern mußten wir des kulosc gefunden sein würde. Diese Zuversicht bet einem io vor Orkans wegen still liegen, und heute geht es furchtbar langsam, sichtigen und gründlichen Gelehrten mußte ihre beionderen Grunde Wir sind am Pomilager 14, also nur zwei Ponhmärsche vom Ern- haben, und in Fachkreisen erstand die Vermutung, daß Calmette, Tonnen-Lager entfernt. Hier lassen wir unsern Theodoliten, der sich seit längerer Zeit mit dein Studium der Tuberkulose ve- eine Kamera und Dates’ Schlafsäcke zurück. Die Tagebücher nsw., schästigt, zu öffentlich noch unbekannten Resultaten gelangt sein sowie die auf Wilsons speziellen Wunsch mitgenommenen Gestein- müsse, die so ermutigend und günstig Verliesen, daß der Appell an proben wird man bei uns oder auf unserm Schlitten finden die Oessentlichkeit gerechtfertigt sei. Gut Mitarbeiter des Eclair Montag 18 März. Heute beim zweiten Frühstück sind wir hat den Gelehrten ausgesucht, und was er dabet ersuhr, scheint diese 39 Kilometer vom Depot entfernt. Das Unglück schreitet weiter, erfreuliche Annahme zu bestätigen, „jn einer langen Reihe Geüern batten wir wieder Gegenwind, Nordwestwind mit etärtc 4, von Versuchen," so erklärte der Forscher, „habe ich die entschewerroen und der Scknee trieb uns ins Gesicht: wir mußten den Marsch Hinweise zu einem neuen Wege der Tuberkulinimptung gesunden, unterbrerbeiv Temperatur 37 Grad. Kein menschliches Wesen Es ist mir gelungen, Kühe und Ochsen, die ich nach meinem Verbrächte es fertig, solch einem Wetter zu trotzen, und unsere Kttaft fahren vor V/a Jahren impfte, gegen Tuberkeln zu immunisieren, ist fast ganz erschöpft Virulente Kochsche Tuberkelbazillen, bie dem Futter der Tiere bn- Mein rechter Fuß ist erfroren, beinahe alle Zehen — noch vor gesetzt wurden, riefen keinerlei Störungen Organismus mehr zwei Tagen war ich der stolze Besitzer der besten Fuße. So brechen hervor, worauf ich dazu überging, Kulturen lebender Ballen den wir allmählich zusammen. Ich Esel rührte mir einen kleinen Tee- Tieren emzuimpfen: der Erfolg blieb der gleiche. Hlinderte von löffel voll Currvpulver in meinen flüssig gemachten Pernmikan — Millionen von Tuberkeln wurden den -Lieren in die Adern in- cr verursachte mir 'heftige Verdauungsbeschwerden. Die ganze jiziert und von dem Kreislauf durch den ganzen Organismus ge- Nackt lag ich mit Schmerzen wach, und auf dem Marsche fühlte ich führt. Alle Versuchstiere zeigten |ich vollkommen immun. Die letzten mich kraftlos- mein Fnß erfror, und ich merkte es gar nicht. Ein Untersuchungen bewiesen, daß die geimptten Tiere nicht die gering- Änaenblick Nachlässigkeit — und man hat einen Fuß, den man ften Spuren einer tuberkulösen Infektion aufwiesen, trotz dieser qar nicht ansehen mag. Bowers ist, was seine Gesundheit an massenhaften Zufuhr von Jnfekttonsston. Die Erfolge dieser Ver^ langt Nummer Eins, aber große Auswahl ist schließlich unter suche lassen einen Strahl schöner Hoffnung amleuchten aber: jefet uns nickt mehr Tie andern glauben noch, daß wir durchkomm n kommt cs darauf an, den Weg auf weiterer Basis öu beschreiten, — oder stellen sich vielleicht nur so — ich weiß es nickst! Mr denn die gelungenen Experimente genügen mtr noch nickt, Ire smd haben den Primus noch einmal halb vollgegossen, das letzremal, noch nicht abgeschlossen. In unteren Stallen wird es schwer' stch und sonst haben wir nur nock ein wenig Spiritus - dann müssen über die Dauer der Immunität der Kühe, und Ochien ablolute mir verdursten Der Wind ist augenblicklich günstig — vielleicht Gewißheit zu verschaffen, während andererieits die Versuche an hilft er uns Die Entfernung bis zum Depot wäre uns auf der 'menschenähnlichen Assen in unserem feuchten und Wen Ältma i H .reise lächerlich klein erschienen. t nicht mit der wünschenswerten Genauigkeit ausgetuhrt werden - ^ Dienstag, 19. März. Zweites Frühstück. Gestern abend wurde können. Um diese Forschungen unter günstigen Umstanden zu^Ende uns das Ausschlagen des Lagers sehr sauer, und wir waren, mst führen zu können, wende ich mich, jo KbloB Calmette, „an i erstarrt bis wir unser Abendessen verzehrt hatten; es bestand die .vörberer der Wissenschaft, auf daß sie mir Gelegenheit geben, i aus Sckiffszwieback, kaltem PeMmikan und einem halben .Känncken | das Werk zu vollenden." Kakao den wir auf Spiritus kochten. Dann wurden wir wider Melier gehabt. . Den Geschworenen wird die 4.V.i 5710) Zrbdnr Waniarben- wobnung Plodltr. 16 uer tolort au vermieten. Stob $4nntocldi. 2trnuh.fl!iceftr.2 OffiOT tiür lohnenbe Artikel tiid)t.^roti.=9irifrnbr gesucht Mitiergefft 11 o. ßut möbliertes Zimmer mit ober ohne Pension nb 1. L 14 au vermieten 7786 nnng au ncrmietetL Näheres SrtnaJbprf. Ban- ne»r 41. per fuhrt au vermieten 3lc üaleabraatrel. 7,<7 Heizer gesucht. !>ür die neue UnivcrsiiätS- Klinik für Ohren-, Nasen- ii. Halskranke in Gießen SaÖea=Ginriditnng biüii au verkaufen Näheres Baduboffiraste 33 (7780 ____i4> fl Iingenberg» ®M7 Zetlnf und Ä flehen einrirbtung :c. wegtuashalb. en. 17535 die in Oeflen u.annrenAenben Gebieten bet der Pnvatkund- lchnu nut etngefübrt. in der Vage iü, einen artigeren Ilm* saß ui crAielen, Aum bal- binen (fintrttt aetodjt Arisli Isenberg, (fbcmHdjc Produkte. AUentior! t. d. Liel*. dum Besuche der Zigarren- iabrtken in (Mieften u. 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Während aber in dcit ersten 25 Friedensjahreit der Kakaobohnenverbrauch Deutschlands sich nur langsam hob, schnellte der Verbrrmch seit Errichlnna der Für alle Zeichen wohltuender Teilnahme, welche wir bei dem Heimgange meiner treuen, unvergeßlichen Gntnn, unserer redlich und unermüdlich sürsorgenden Mutier von den verschle- dcnsten Seiten in überaus reicher Zahl erfahren durften, sprechen mir hierdurch unseren herz- liebsten Dank ans. Cri jinal- Dr.Jägers Normal- Wäsche zu Originalpreisea in reichem Sortiment a3/1« Danksagung. Bei deili Todesfälle und besonders noch bei der Beerdigung unseres teuren Gatten, Paters, Schwiegervaters und Grohvalers, des Herrn Jacob Kahn sind uns so zahlreiche Teilnahmen zugegangen, dab es unserem Herzen ein wahres Bedürfnis ist, allen, besonders den Bereincn, sowie dein Ehrenvorsitzenden des Kriegervereins Herrn 'Diener, unseren tiefempfundensten Dank auszusprechen. 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Johanna Schopenhauer. Ein Frauenleben Hofmann, H., Fürst Bismarck 189>—1898. Nach persönl. Mitteil. d. Fürsten u. eign. Aufz. d. Verfass. 2 Bände Käthe Kellwdt z-.Mappe. Hrsg. v. Kunstwart Raabe, W., Sämtliche Werke I. Serie .... 6 Bände Rilke,H.N..Rodin. MAßBildern Schlößer, K., Römische Briefe 1804-69 Schurig, A., Wolfg. Amad. Mozart. Leben u. Werke. Mit Todes-Anzeige Gestern morgen entschlief nach kurzem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere innigst geliebte Mutter, Tante und Schwägerin ElisabcthcHofmann geb. Kreiling. Um stille Teilnahme bitten Die ticftrauernden Hinterbliebenen: Heinrich hosmann nnii .Qinöcr. Wieseck, den 2. Dezember 1913. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 4. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbe- Hause, Ludwigstraße 18, aus statt. [7792 Ö-H Akts Pfeffernuß- Mischung Pfund Iv-5? Ubbelohde’s nÄ8 Wartburg-Mappe Federzeichnungen S & F - Kaffee stets gleichbleibend in Güte, auffallend vretswürdig. Spezial-Mischung, fein und aus- 1 ßß' gicbig........Pfd. 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