ttr. 50 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiebenerFamiliendlätter, zweimal wöchentl.ttreis- blattsürdenAreisSietzen (Dienstag und Freitag)-, zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfragen Fernsprech - Anschlüsse: sür die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür dre Tagesnununer bis vormittags 9 Uhr. Anzeigenteil: H. Bech viidingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosstrcrhe 16a. ____Erster Blatt (65. Jahrgang _ Mittwoch, 5. Februar (9(5 ft 'Wl'T "" n VeznaSvret r: ▼ rty AÄSlk monatlich75Ps.,viertel- GietzenerAnzelger g&Jyy Verantwortlich für den General-Anzeiger sür Oberhessen ' Rotfltionsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Sieindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrp-dMon und Druckerei: Schulftratze I. „d-' LH-b' wr Ä. Di« heutige Nummer umfatzt 12 Seiten. wer wird siegen? Wie wird die Entscheidung über Sieg oder Niederlage stoischen der Türkei und dem Balkan Vierbund au's- fallen? Diese Fragestellung ist freilich nicht ganz richtig, da auf der ein eit Seite nicht mehr wie Leim ersten Feldzug mit dem gesamten Balkanvierbund zu rechnen ist. Geht doch der Kampf diesmal Lanz vorwiegend um Adrianopel und die Tschataldschalinie, und hier werden die Kosten des Krieges fast ausschließlich von Bulgarien ^allein getragen werden müssen. Äe griechischen Truppen dürften ihre Haupttätigkeit nach wie vor auf Janina richten, und nur ihre Flotte kann wenigstens zur Beunruhigung der Türken dienen. Die Montenegriner kommen überhaupt nicht in Frage, da sie vielmehr der serbischen Hilfe bedürfen, um mit Skutari fertig zu werden. Was die Serben selbst betrifft, so sind sie offenbar erst durch die ihnen von den Bulgaren in Aussicht gestellten Kompensationen in Mazedonien zur Hilfeleistung bewogen worden. Nun sind allerdings die B u l g a r e n unterdessen in die Lage versetzt worden, ihre Lücken durch das Ersatzmaterial, soweit es überhaupt noch vorhanden ist, auszufüllen und vor allem neue Belagerungsgeschütze heranzuschaffen. Aber jene Ausfüllung kann angesichts der Tatsache, daß. die bulgarischen Verluste bei einer ziffernmäßigen Stärke des Heeres von 300 000 Mann auf 80 000 an Toten und Verwundeten Gemessen werden, nur sehr spärlich gewesen sein. Im Gegensatz dazu waren die Türken während des. Waffenstillstandes in der Lage, aus der asiatischen Türkei reiches, unverbrauchtes Hilfsmaterial, nicht nur an Menschen, herbeizuschaffen. Nach einigermaßen zuverlässigen Schätzungen stehen zurzeit an der Tschataldschalinie etwa 150 000 bis 160 000 Mann türkischer Truppen, zu denen sich noch etwa 40 000 Reservetruppen gesellen. Die bulgarische Armee an der Tschataldschalinie und bei Adrianopel wird schwerlich auf mehr als 200 000 Mann zu bemessen sein. Sind so die ziffernmäßigen Chancen angesichts der Tatsache, daß die Türken noch , zu größeren Nachschüben befähigt sind, etwa gleich, so kommt doch in Betracht, daß die Bulgaren der ganzen Kriegslage nach auf die Offensive angewiesen sind, die sie ja auch vor Adrianopel ergriffen haben. Die am .M""t" - ?bend begonnene und seitdem mit stärker Energie fortgesetzte Kanonade läßt trotz einiger heute vorliegenden Gegenmeldungen vermuten, daß man an einen Sturm auf die Festung, der auch wohl aussichtslos wäre, fürs- erste nicht denkt, sondern einen planmäßigen Angriff ins Werk setzt, über dessen Erfolg sich natürlich nichts Voraussagen läßt. Das aber kann als wahrscheinlich gelten, daß die Bulgaren entscheidende Schläge zurzeit nicht an der Tschataldschalinie planen, sondern ihre gesamte Kraft auf Adrianopel richten wollen, um durch die Einnahme der Stadt eine günstigere Lage für die späteren Verhandlungen zu schaffen. Diese Verhandlungen aber dürften, trotzdem zurzeit die. Kanonen sprechen,-wohl alsbald wieder ausgenommen werden, da ja auch die Mächte ihre Bemühungen zur Herbeiführung einer Verständigung keineswegs aufgegeben haben. In Konstantinopel sollen bulgarische Delegierte in halbamtlicher Mission eingetroffen sein. Und da die Bulgaren immerhin schon das Zugeständnis gemacht haben, daß nach der liebergäbe von Adrianopel dort ein Vertreter des Kalifen residieren soll, so wäre hier bei beiderseitigem Entgegenkommen die Grundlage zu einer Verständigung gegeben, die um so leichter herbeizuführen wäre, wenn entweder Adrianopel fiele, oder aber die Bulgaren sich die Köpfe blutig rennen,würden. . Wir erhalten folgende Meldungen: Das Bombardement auf Adrianopel. Konstantinopel, 4. Febr. Ein vom Ministerium des Innern ausgegebenes Kommunique bestätigt, daß die Bulgaren gestern um 71 2 Uhr abends auf der Ost- und Südseite der Festung von Adrianopel mit Artillerie- und Jnfanteriefeuer das Bombardement auf die Stadt eröffnet haben. Die türkischen Truppen erwiderten das Feuer. In der Stadt herrscht Ruhe. Die Feindseligkeiten begannen auch auf der Halbinsel G a l l i p o lli. Bulgarische Kavallerie griff die türkischen Vorposten an. Es tzeht das Gerücht, daß am NackMittag die Feindseligkeiten an der Tschataldschalinie begonnen haben. Konstantinopel, 4. Febr. Die Botschafter haben der Pforte das G es u ch d e r Ko n s u l n i n Adrianopel um Festlegung einer neutralen Zone mit- geteilt, in die die Fremden flüchten könnten. Ter Groß- wefir erklärte sich bereit, dem Ersuchen stattzugebcn. Vor allem ist jedoch die Z u st i m m u n g d e k B u l g a r e n erforderlich. Der Berliner „Lokalanz." meldet aus Konstantinopel: Die Bulgaren st eckten das Dorf Tscha- taldscha in Brand und zogen sich in nordwestlicher Richtung zurück, um die Türken aus ihren Positionen in eine offene Schlacht herauszulocken. Das Ergebnis des Kampfes bei Gallipoli, dch um 2 Uhr nachmittags begann, ist unbekannt, da die.Telegraphendrähte durchschnitten sind. Auch östlich von Dede-Agatsch fand ein Zusammenstoß statt. Wie verlautet, bombardierten die Griechen Sa ros. K o n st a n t i n o p e l, 4. Febr. 7 Uhr abends. Bis zur Stunde ist keine amtliche Meldung darüber eingetroffen, welche die von den türkischen Abendblättern verbreiteten Gerüchte von der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten an der Tschataldschalinie und bei Gallipoli bestätigen. Der Großwesir Mahmud Schefket Pascha reist morgen nach dem Hauptquartier bei Hademkoek ab. Die Pforte wies die o i t o»m a u i s ch e n Bevollmächt i g - t en in Lo n d an an, London zu verlassen. Der Exgroßwesir Kiamil Pascha begab sich nach Aegypten. Ein Sturmangriff auf Adrianopel? Meldungen aus Sofia wollen wissen, daß gestern (Dienstag) früh eine ganze bulgarische Division unter dem Schutz der Kanonen zum Sturm gegen Adrianopel vorging. Das Kampfergebnis ist unbekannt. Auf der Ostfront Adrianopels soll die bulgarische Infanterie einen Kilometer vorgedrungen sein. Weitere Verhandlungen? Konstantinopel, 4. Febr. Einem bisher anderweitig nicht bestätigten Gerücht zufolge sollen demnächst halbamtliche bulgarische Delegierten in Konstantinopel eintreffen, um über die Lösung der Adrianopeler Frage zu verhandeln. Die Wiener „Neue Freie Presse" meldet aus Sofia: Gestern, Dienstag, nachmittags um 3 Uhr, begann der Mini st e r r a t, der bis abends währte und eventuelle Zugeständ nisse der Pforteab wartete. Um 7 Uhr erschien im Ministerrat der griechisck>e Gesandte Panas, der lange mit Gechow konferierte. Dieser sowie der Kriegsminister erhielten gegen Vzd Uhr im Hauptquartier die Meldung, daß die forcierte B e s chiejß u n g der Adrin- nopeler Festung beschlossen und bei Kadimköj die gegenseitige Kanonade im Gange sei. Von den Bulgaren wurde den Konsuln und der Bevölkerung Adrianopels Frist, gegeben, die Stadt zu verlassen. Der Berliner „Lokalanz." meldet aus Konstantinopel: Die Entschließung Bulgariens, Delegierte nach Konstantinopel zu senden, soll auf Vorschlag Rußlands erfolgt sein. Geheime Verhandlungen sollen bereits im Gange sein. Das Wilajek Adrianopel fokl eine ähnliche Verwaltungsreform wie Tripolis erhalten. Die „Times" teilt aus Sofia das Gerücht mit, die Pforte habe neue telegraphische Anerbietungen an Bulgarien gemacht und sei bereit, Adrianopel zu den von den Bulgaren als annehmbar bezeichneten Bedingungen zu übergeben. Angeblich hat in (Sofia ein geheimer Schritt der Mächte stattgefünden, damit der Balkanbund die türkischen Bedingungen annehme. _____________________ Aus Hessen» Ans dem vierten Ausschuß. bs. Darmstadt, 4. Febr. In der heutigen Sitzung des Vierten Ausschusses wurde u. a. über die beiden Anträge Motthan, betr. Sonntagsarbeiten der Eisenbahnangestell- t e n und Einquartierungslasten in der Mainzer Umgebung, erhandelt. Der Tendenz des ersten Antrages stimmte der Ausschuß zu; in der Frage des zweiten Antrages soll die Regierung ersucht werden, beim Bundesrate vorstellig zu werden, eine Erhöhung der Sätze für Quartiere einznführen. Es wurde dann ferner über eine Bittschrift des Gendarmen FrenndausGießen gesprochen, der seinerzeit entlassen wurde, jetzt aber wieder eingestellt zu werden wünscht. Die Regierung soll hier die Gründe der Entlassung angeben, bevor ein Beschluß gefaßt werden kann. Dann wurde über eine Eingabe eines Landwirtes Dorsch aus Mainz wegen Rechtsverweigerung beraten. Der Ausschuß sah sich leider genötigt, die Bittschrift für erledigt zu erklären, da die Kammer nichts an einem rechtsgültigen Urteil ändern kann. Im übrigen wurden Berichte verlesen und genehmigt. Deutsches Reich. Der Prinzregent von Bayern und seine Gemahlin begeben sich am 6. März zum Besuch des Kaisers nach Berlin auf zwei Tage. Sie werden von dem Ministerpräsidenten Freiherrn v. H erkling begleitet werden. Das preußischeHerrenhaus hat mit großer Mehrbeit das Wassergesetz wesentlich nach den Beschlüssen des Ausschusses angenommen. Mißbrauch der Tracht katholischer Ordenspersonen. Die konservativ ^Fraktion und die Zentrums-- fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses haben den Antrag gestellt, die Staatsregierung aufzufordern, Maßnahmen zu trefien, welche geeignet sind, die Tracht der katholischen Ordenspersonen und der Diakonissinnen vor Mißbrauch zu schützen. Veranlaßt sind die Anträge durch die Wahrnehmung, daß in letzter Zeit Schwindeleien von Personen verübt worden sind in der Die Ausgrabungen in Sufo. auf der Bqlkanhalbinsel. 9 erinnert, daß Susa von L... . _r -. so entsteht die Frage, woher diese Kunst entstanden i|t. Die Ausgrabungen erlauben ben Schluß, daß in Susa in dem Zeitpunkte der chaldäischen Eroberung eine Vorliebe für hie Kunst der Sieger herrschte und daß man den neuen Stoffen einen sehr großen Raum bewilligte. Herr de Morgan nimmt an, daß die höchst originelle Kunst der Vasenmalerei überhaupt ihren Ursprung auf Susa, die Wiege der orientalischen und europäischen Keramik, zurückführt. Auf Grund gewisser Ornamente, die entdeckt ivorden sind, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Ureinwohner von Susa Semiten waren, und so würde die chaldäqche Kunst semitischen Ursprungs sein, eine Hypothese, der jedoch sprachliche Erwägungen die beinahe fünf Jahrhunderte hindurch gepflegt worden sind, lassen Albanien uns verwandter er|"d>cineh, als dem österreichischen Kaiserreiche, auf das die Annektion keine andere Wirkung ausübte, als die Vergrößerung des Rafsendurcheinanders und der Sprachenverwirrung." Mehrfach — 1889 sowie 1897 — hatte Crispi einen Balkanbund militärischer Art vorgeschlagen, wie er heute verwirklicht ist, und int Hinblick auf Italiens Politik im nahen Orient hatte Crispi dem König Humbert eine montenegrinische Prinzessin als Gemahlin des Thronfolgers vorgefchlagen. Hierüber findet sich eilt Eintrag in das Tagebuch Erispis, der ein Gespräch mit König Humbert am 5. Dezember 1896 behandelt. Im Gespräche mit dem König sagte Crispi: „Ich habe das Buch über Montenegro erhalten, das Eure Majestät mir zu.schicken geruht haben; ich empfinde das Bedürfnis, mich für das kostbare Geschenk zu bedanken und gleichzeitig die Gründe ausoin anderzusetzen, wegen derer ich die Verheiratung des Sohnes Eurer Majestät, des Prinzen von Neapel, mit der Prinzessin Elena vorgefchlagen habe. Diese Beweggründe waren drei an der Zahl: die Verschwägerung mit einer Familie, die keinen Einfluß auf uns ausüben kann, die Wahl einer Prinzessin von gutem Blute, und im Falle eines Orientkrieges Sicherung eines Stützpunktes In Susa, der einst so berühmten Hauptstadt des persischen Weltreiches, hat die Expedition des Herrn de Morgan, die dort Grabungen unternommen hat, zu zahlreichen interessanten Entdeckungen und Ergebnissen geführt. Die Ausgrabungen galten in erster Linie der höchsten Erhebung eines künstlichen Hügels, in der man die Burgstätte zu ör fronen glaubte. Es zeigte sich, daß bereits die ersten, geschichtlich erkennbaren Ansiedler in Susa ' Kupferornamente zu treiben verstanden; ihre Frauengräber enthielten bewunderungswürdige Spiegel und kleine Hörner aus diesem Metalle, die zur Aufnahme von Schminke besttmmt waren. Aus einer nationalen Vorliebe für die Schmuckformen entwickelt sich nach und nach das Streben nach ftrengerer Nachahmung der Naturerscheinungen, und so verknüpft sich/die -Keramik von Susa mit jener Höhlenkunst, die zum Hauptthema bic Darstellung der Tiere und ihres Lchros hat. , , , . Die ersten Susaner kannten bereits, wie wir einem Berichte der „Revue" entnehmen, die Töpferscheibe, die Kunst d'er Weberei, die Verarbeitung des Kupfers, die Maleret, und sie besaßen religiöse Vorstellungen. Die folgenden Kulturschichten bekunden nun eine große Renaissance. Mer wenn man sich daran der Ausgrabungen noch weitere ivertoolle Aufklärungen über die Kultur und die Geschichte von Susa.. ♦ Neues aus Crisp-s Erinnerungen. < Crispi über die Orientfrage. In Mailand ist soeben ein uVucr Band der Erinnerungen Crispis erschienen, „Internationale Fragen" betitelt. Dieser neue Band beschäftigt sich hauptsächlich mit Dreibund-Angelegenheiten, mit den Beziehungen .zu Frankreich, enthält auch Abschnitte über die Orientpolitik, die wegen der Ereignisse der Gegenwart besonderes Interesse beanspruchen dürfen. Im Jahre 1900 hat Crispi eine Aufzeichnung nieder geschrieben, die über die Autonomie Albaniens handelt: „Stimmt man heute der Annektion Albaniens durch Oesterreich zu, so bedeutet dies keinen Vorteil für dieses Kaiserreich, dagegen un- widersprechen. t . Es sind zwei Tempel entdeckt ivorden: der des Gotte» Schuschmeik uiid der der Göttin Nin-Khar-Schag. Einer per Teilnehmer der Expedition, Herr de Macquernen, be,chreibt das Bild, das die Akropolis von Susa zu ihrer Glanzzeit gegeben haben muß, folgendermaßen: „Die Flanken des .Hügels waren mit den Häusern der Wächter und der Kultusdiener beietzt; auf feinem Gipfel erhoben sich mehrere große Tempel, und m ihrer Nähe lagen zahlreiche Heiligtümer und Mausoleen, umgeben von Gebüschen und Gärten, die man unter Aufwendung großer Kosten durch Kanäle unb Maschinen künstlich bewässerte. Aue Königswohnung hat man noch nicht fest stellen können?" Herr de Macquemen hat sich inzwischen bereits wieder nach der Stadt des Darius begeben, und man hofft von der Fortsetzuiig — Das Schicksa l der „Parsifal"-Petition tm Reichstag. Arn kommenden Freitag dürfte sich, wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, der Reichstag mit der Petition des „Parsifalschutzbundes" beschäftigen, die ein Ausnahmegesetz fordert, das nur dem Bayreuther Festspielhaus das Recht der „Parsifal"-Auftührung velassro will. Es läßt sich schon heute sagen, daß sich «eine Mehrheit für eine Ausnahmegesetz zugunsten des „Par- sisals" kaum finden dürfte. Das ist das Ergebnis einer Sondierung, die in diesen Tageir ein der Familie Wagner nahe- steheiides Mitglied des Reichstages unter den einzelnen Parteien vorgenommen hat. lieber die Stellung der Neichsregierung zur Petition hört man, daß die Neichsregierung keinesfalls gedenkt, von sich aus ein solches Ausnahmegesetz einzubringen. Dagegen, würde sie ein solches Gesetz wohl nicht ablehnen, wenn es vom Reichstag selber mit der genügenden parlamentarischen Mehrheit präsentiert würde. Der Bundesrat hat amtlich noch keine Stellung zu der „Parsifal"-Frage nehmen können. Soweit es bis jetzt möglich war, sich Meß die Stimmung in feinen Kreisen zu unterrichten, scheint sich zu ergeben, daß er einem eventuell vom Reichstag priifentiorten „Parfifal"-Schutzgcsetz wohlwollend gegenüberstehen würde. (Wir stehen nach wie vor.auf dem Standpunkt, daß es ein Unding wäre, wenn einem einzigen ^Verk zulieb« eine neue gesetzliche Regelung des Urheberschutzes eingeführt würde. Auch ein Wagnerenthufiast wird nicht leugnen können, daß bedeutendere Werke wie der „Parsifal", z. B. Goethes „Faust", trotz der geringeren Schutzfrist Meisterwerke geblieben find. Wer zudem den schon an Lächerlichkeit grenzenden Wagnerkultus im Hause Wahufried kennt, wie er uns kürzlich von einem'vorurteilslosen Besucher gefpräck>sweife geschildert wurde, der wird sich mit Grausen von dieser Uebcrfulhir abwenden. Die Red.) — Die Erforschung der Ostsahara im 2uft* schiff. Man schreibt dem B. T.: Mit großem Interesse wird man den Vortrag von Leo Frobenius über die Möglichkeit einer Luftftottenstation in Jnnerafrika am 5. Februar im Plenarsitzungssaal des Reichstages vor den WgeordnetenMem Bundesrat und einem geladenen Publikum entgegensetzen. Tro Gedanke ist ja nicht neu. Liegen doch dem Plan watzrsckieinlich ähnliche Ideen zugrunde, hric sie bereits vor zwei Jahren von dem Landes- geplogen Dr. Siegert ausgesprochen wurden in Vorträgen in bet Hamburger Gesellschaft für Erdkunde und in der Geographischen Gesellschaft in Stuttgart. Dr. Siegert plant eine Luftschiffexpedition zur Erforschung der Dftfabara. Dr. Siegert ging von dem einzig richtigen Gedanken aus, daß Luftschissexpeditionro zur Erforschung unbekannter Länder sich infolge ihrer Kostspieligkeit nur dann lohnen, wenn alle anderen, billige r en Methoden ausgeschlossen sind. Eines der ivenigen Gebiete, die in diesem Sinne für geographische Forschungsreisen überhaupt in Frage kommen können, ist nach Dr. Siegert die Ostsahara, die bis letzt allen berechenbaren Schaden für Italien, das so auf immer jede Spur )ciuc§ Einflusses in der Adria vernichtet sähe. Ein solcher Angriff auf unsere Anrechte, die eine ruhmreiche hundertjährige Ueberlicfernng geheiligt hat, darf nicht gescliehro. Albanien hat in sich alle Elemente zu einem autonomen Staate, mehr als laipanee. 210er roerin man |iu; um.au Serbien und Bulgarien sie gehabt haben, und wenn Europa diesem den Chaldäern erorbert worden ist, (Lande gleiche autonome Regierung cinräumen würde, leistete es ein ßs....a 4^ Kulturwerk. Die intimen unb herzlichen Freundschaftsbeziehungro, Tracht von Diakonissinnen oder Ordensschwestern, die zur Führung dieser Tracht nickst berechtigt waren. Auch soll in anderer Weise mit dieser Tracht Mißbrauch getrieben worden sein. Ein Antrag auf Aenderung des Urheberrechts. Im Reichstag ist ein von Mitgliedern der beiden kom'cr batrven Parteien und der Wirtschaftlichen Bereinigung unter zeichneter Initiativantrag auf Erlaß eines Gesetzes eingegangen, in denr eine Aenderung d»es Urheberrechts an Werken der Literckkur und Bühnenkunst vorgesehen ist, wonach Unter an der em das Urheberrecht erst zehn Jahre nach der 1. vom Urheber innerhalb des Bestimmungsortes gestatteten bühnenmäßigen Aufführung erlischt. Dadurch würde Wagners „Parsifal" erhöhten Schutz erhalten. Gegen den Wetterlöschen „Nouvellist" kn Colmar bat, ivic der „Elsässer Kurier" mitteilt, Staatssekretär Zorn v. Bulach Strafantrag erhoben und zwar wegen Ajnes Artikels in der RtrnÄner vom 13 v. M., in welckfem mit Bezug auf den in der „Täglichen Rundschau" dem Wgeordneten Wetterte . gegebenen Rat, „er möge lieber in Frankreich bleiben", der ^„Rou- vetlist" antwortete, „man könne gerade so gut gewissen anberen Leuten sagen, sie möchten in Deutschland bleiben" und hinzusügte: „Sic kehren dorthin zurück, aber erst dann kehren sic zurück, du' Sckstaumeier, wenn sie mit einer guten, fetten Pension ausgerüstet sind, die ihnen der elsatz-lothringrschc Steuerzahler berappt, dieser gute Kerl". ■ Ausland. Prinz Eitel Friedrich in Bukarest. Prinz Eitel Friedrich hat am Dienstag vormittag Bukarest verlassen. Der Thronfolger und Prinz Carol geleiteten ihn ,urm Bahnhof. Der Prinz ist nach Sinaia abgereist, irm Schloß.Pcmch und die Umgebungen zu besichtigen. Tie Weiterreise nach Berlin erfolgte Dienstag abend. Aus Stafct und £anft« Gießen, 5. Februar 1913. Karneval in Gießen. Ein .Tag im Jahre ist auch-in Gießen allgemein der Narrheit frei, nämlich der Fastnachtstag. Namentlich unsere akademische Jugend betrachtet es an diesem Tage als ihr heiliges Recht, teils einzeln, teils in ganzen Gruppen kostümiert die Straßen zu durchziehen und möglichst viel Lärm zu machen. Manche originelle Maske war gestern wieder zu sehen und da und dort hörte man Musik, gute und schlechte, grad wies trefft. Während am Vormittag kostümierte ©hifycntcn und zahlreiche maskierte Kinder allein das Straßenbild belebten, wurden die Straßen der inneren Stadt, namentlich Marktplatz, Mäusburg, Kreuz und Seltersweg am Nachmittag immer voller und das närrisch-frohe Treiben immer toller. Luftschlangen und Konfetti schwirrten umher, aber auf die nicht immer harmlos wirkcnben Knallerbsen hatte man lieber verzichten sollen: der Spaß ist nur bescheiden und der damit angerichtete Schaden oft recht ärgerlich. Namentlich im unteren Seltersweg war viel Betrieb und wenn sich der tolle Uebewnut manchmal auch so steigerte, daß eine kleine nette Maid sogar ein Küßchen abbekam, so blieb doch im allgemeinen alles in den Grenzen des Erlaubten unb bes Anstands. Eine besondere Note brachte die Korso-Auffahrt der Gießener Karneval-Gesellschaft in das frohe Treiben. Es beteiligten sich daran elf Wagen, die sämtlich gelb ausgeschmückt und teilweise außer orbentlich geschnrackvoll waren. Bei der Preisverteilnng erhielt den ersten Preis der Wagen mit den Kindern des Fabrikanten Kreutcr, den 2. Preis der Banerschc Gesangverein und den dritten Preis die sehr stattlich vertretene Metzgernmung, die keineswegs das Bild der teuren Zeit zeigte und einigen in die Stadt geeilten Landleuten Gelegenheit zu spöttischen Bemerkungen gab. Die Spitzenreiter der Korsofahrt, um es nicht zu vergessen, bewahrten in dem Trubel, wie auch schon beim Zapfenstreich am Samstag, ihre immer gleich bleibende Ruhe und Würde. Unter den karnevalistischen Würdenträgern bemerkten wir einige Vertreter auswärtiger Vereine, darunter den Vorsitzenden der Nürnberger Karneval-Gesellschaft. Nach Beendigung der Auffahrt verteilte sich das Publikum, dem Beispiel des Hohen Rates folgend, der im Einhorn den Karnevals-Schluß durch einen Abschiedsschmaus beging, in die verschiedenen Lokale, wo es bei.. Kreppel und Bier. Knallerbsen und Kaffee, Luftschlangen und abgcmagertcit Geldkatzen sehr hoch cherging und das Volk des Gottes Jokus dem dämmernden Aschermittwochnwrgen entgegentobte. Zwischen den -2- »--- '> ........1 ............ Durchquerungen unüberwindliche Hindernisse entgegengestellt hat. Auf Grund eingehender meteorologischer Studien,^bie von Fachseite durchaus anerkannt worden sind, wies Dr. Siegelt die Be fahr barfeit der Ostsahara mit Luftfahrzeugen nach. Tie Vorzüge dieses Planes liegen vor allein in der leichten Zugänglichkeit der Operationsbasis, Aegypten, also einem Kulturland, in dem alle technischen Hilfsmittel zur Verfügung stehen, Werkstätten, Gas- unb Elektrizitätswerke, Eisenbahnen, Telegraphen, unb in bem auch, was nickt zu unter)duften ist, ein ausgedehnter mctcoro- logischer Dienst bereits organisiert ist. Da der Siegertsche Ex peditionsplan zeitlich zusammeisiiel mit ber Propaganda für bic Reise des Oberleutnants Filchner nach der Antarkris, sah Dr. Siegert auf Rar Berliner maßgebender Kreise von einer Verfolgung seiner Pläne zunächst ab, um eine Zersplitterung der Kräfte zu vermeiden. So sein es zu begrüßen ist, baß ähnliche Gedanken auch von anderer Seite aufgegriffen werden, so sehr ist doch auch zu wünschen, daß der Siegertscke Plan nicht durch neue Projekte in den Hintergrund gedrängt wird, zumal es sich um ein Gebiet handelt, dessen Erforschung durch Nachtigall und Rohlfs ein Ruhmesblatt deutscher geographisckier Arbeit bildet. — Eine Lösung de r Dienstboten frage. Aus New Port wird berichtet: Frau Louis Tichacek, die Frau eines wohlhabenden. Eigentümers einer Marmorwerkstatt, nimmt für sich den Ruhm in Anspruch, die Dienstbotenfrage glücklich gelöst zu haben. Frau Tichacek, bereit Mann früher auch Abgeordneter gewesen ist unb in St. Louis heute eine bedeutende gesellschaftliche Rolle spielt, ist die glückliche Mutter von neun Söhnen. Jebem Dienstmädchen, das engagiert wirb, erklärt die kluge Hausfrau, daß sie nach einer fünfjährigen tadellosen Dienstzeit das Recht Haben soll, einen der Söhne zu Heiraten. Tret Söhne sind jedenfalls schon heute mit ehemaligen Dieitstmäbcknen ihrer Mutter glücklich verheiratet unb Frau Tichacek bom, daß auch die übrigen sechs bei Erreichung eines heiratsfähigen Alters diesem Beispiele folgen .werden Natürlich müssen die Tteuft Mädchen, die bei Frau Tickacck engiagiert werben 1 vollen, gut «utüsehcn und häusliche lugtubai besitzen. Tic Hausfrau bebauptet „Weim die Mädchen gut genug sind, um film Zahre lang bet mir Hausarbeiten zu verrichten, bann sind sie auch gut genug, um die Frau eines meiner Söhne zu werden." Die 3öbnc werben mit ihrer Großjährigkeit jeweils Teilhaber im Geschäfte des Vaters, toobnrn m der Nähe des Elteruhmises und bie drei bisher auf diese Weise verheirateten Söhne haben keinen Grunb, ihre Wahl zu bereuen. ivrau Ticlraeek wird seitdem fortwährend mit Ange boten stellungsuchender M adchen überhäuft, bic gern fünf Jahre um einat Maim dienen wollen: biente dock in ber^Bibel der treue Liebhaber um Rahe! sogar sieben' — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen- s cha st. Gabriel v. S e ib l ist in M ü n ck e n an einem schlvcren Unter!erWlaben erkrankt den Cafes herausgekehrten Resten vergangener Herrlichkeit bemerkte man nur noch einige vor dem Besen flüchtenbe Lebewesen. • **! Tageskalender für Mittwoch, 5. Febr.: T b e a t e r- verein: Zweite Opernvorstellung, Gastsoiel bes Tarm- nädter Hoftheaters: .Wenn ich König wäre/ Anfang 7 Uhr. ** Ter Provinzialausschuß hält am M ittwoch, 19. b. M., vormittags 3 <9 Uhr eine Sitzung mit folgender Tag esordnung ab: 1. Beigeorbnetenwahl zu Inheiden. 2. Gesuch des Emil Santberg zu Hungen um Erteilung eines Wandergewerbescheins sür 1913. Eine weitere Sitzung am Samstag, 22. d. Mts., vormittags 3»9 Uhr, wird lick) mit folgenden Angelegenheiten beschäftigen: 1. Tie Drogerie des Apothekers Stockbauer in Bad-Rauhe i m. 2. Austau)ch der von fiskalischem Wald eingeschlossenen Wiesen in der Gemarkung Fauerbach. 3. Klage des Ortsarmenverbands Friedberg gegen den Ortsarm en verband Echzell wegen Unterstützung des Albert Kaufmann. . ** Preußische Kl a s s en - L o11 er i e. Tie Loie der II. Klasse müssen unter Vorlegung des Vorklassenloses bei Verlust des Anrechts bis zum 14. Februar abends 6 Uhr cingclöst werden, dluch müssen bis zu diesem Termin die Freilose gegen Rückgabe der gezogenen Lose in Empfang genommen werden. Zur Verminderung des übergroßen Andrangs empftehlt es sich, die Erneuerung möglichst bald vorzunehmen. • ’ Stadttheater. Beim Gastspiel des Fnebnch- Wilhelmftäbtischen Schauspielhauses in Berlin mit Herbert Eulenbergs „Belin de" am 13. Februar zahlen Abonnenten bei Vorweis des 5. Ermäßigungskupons gewöhnliche Preise. • • Wohltätigkeits-Konzert am 9. Februar im Klubsaal. Dem Vorstände des Kronbauerschen QuartettoereinS ist es gelungen, zwei außergewöhnlich begabte Künstler für sein Konzert zu gewinnen. Tie Hosopern- mngerin Frau Hoffmann-Onßgln, ein geschätztes Mitglied der Stuttgarter Hosoper, zählt zu den besten deutschen Altistinnen, sie wird ebensowohl als Liedersängerin, wie als Solistin in den Chören Mitwirken. Herb Basser mann, ein junger Geiger, der vor einigen Jahren einem Ruf nach Berlin folgte, ist ein geborener Frankfurter, ein Sohn des Künstlerpaares Bassermann, bic im bärtigen Musikchor eine ehrenvolle Stellung einnahmen, sie als geschätzte Pianistin und er als rin ausgezeichneter Geiger, so lange Professor Heermann in Frankfurt lebte ein Mitglied des berühmten Heermann-Qnartettes. VoraussickMch wird Frau Professor Bassermann ihren t alentierten Sohn am Klavier begleiten. ** I m Stadttheater herrschte gestern ebenfalls Kar- nevalstimmiing. Am Nachmittag gab es eine Kindervorstellung „Klein-Däumling", bic leib er nur mäß g besucht war. Die Abend-Vorstellung, Gustav Kadelburgs toller Schwank „Der Weg zur Hölle", brachte dann bei ben außerordentlich zahlreichen Besuchern bic richtige Karnevalstimmung hervor, bic durch zahlreiche im Zuschauerrrrum thronende Masken auch äußerlich gekennzeichnet wurde. Der aus dem Berliner Leben gegriffene Schwank wurde unter der Regie von Herrn Goll sehr flott gespielt und mit großem Beifall ausgenommen. Herr Norden gab den alten Dornwald mit köstlichem Humor, während Fräulein Scholz als Frau Agathe Dornwald eine so energische Schwiegermutter abgab, wie man 'sie sonst fast nur in Witzblättern dargestcllt findet. Herr G o l b gab ben Hugo Benbler mit all bem typischen Humor, ber bazu nötig ist, einen in 1000 Nöten befindlichen Ehemann glaubhaft darzustellen. Fräulein de Bruyn spickte dessen Frau mit schlichter Natürlichkeit, während Fräulein Jüngling die spanische Tänzerin Cornero etwas übertrieben wrrftellte. Zu erwähnen ist noch die sympathische Wiedergabe der Rolle des Arthur Gernau imrd) Herrn Jensen. ** Duell Jttm ann-FigHera. Die Verhandlung gegen ben Leutnant a. D. Jttmann vom 3. Fußartillerie- Negiment Mainz, der im November v. Js. den Franzosen Fighera im Gießener Stadtwalbe im Pistolenbuell berartia verletzte, baß er an seiner Verwunbung alsbald starb, findet vor dem am 3. März beginnenden Schwurgericht der Provinz Oberhessen statt. * * T i e F a st n a ch t s t a g e verliefen int allgemeinen ziemlich ruhig, gröbere Ausschreitungen kamen nicht vor. Zwei junge Leute, die gestern ben Unfug am Seltersweg etwas zu stark betätigten unb den Anordnungen der Schutzleute nicht folgten, warben ins Polizcigefängnis gebracht und heute früh wieder entlassen. Landkreis Gietzen. # £ i d), 4. Febr. Der Gemeinberat. hat beschlossen, für baS laufende Jahr eine Anleihe von 100 000 Mark aufzunehmen, von denen bic Hälfte für Straßenpflaster und der Rest für Kanalisation, elektrische Beleuchtung, Feld- bercinigimg unb Klcinpflaster verwendet werben soll. Tie Genehmigung des KreiscnnteS zur Aufnahme des Gelbes ist bereits nachgesucht worden. — Wettershain, 4. Febr. Heute fand hier zum zweitenmal B ü rg c rm eisterwa hl statt. Es standen sich zwei Kandidaten einander gegenüber. Wilhelm Reichert erhielt 69 und Moritz Sann 55 Glimmen. Die Wahl vom 20. November v. Js., bei der Reichert 71 unb Sann 60 Stimmen erhalten hatte, war wegen Freibierspendens beanstandet unb vom, Kreisausschuß für ungültig erklärt worben. Kreis Lauterbach. — Lauterbach, 4. Febr. Der P ferbeVersicherungsverein bes Kreises Lauterbach hat nach bem Geschäftsbericht seiner Hauptversammlung am Schlüsse bes Jahres 1912 eine Mitgliederzahl von 608 Pferdcbesitzern mit 1195 Der sickerten '''erden auszuweisen. Im Laufe des Geschäftsjahres sind 22 Mil st cd er aus btfm Verein ausgetreten, dagegen 24 neue Mitglieder ausgenommen worden. Für 31 Pferde wurde eine Entschädigungssumme von 10 788 Mark ausgezahtt. Ter Ber- mögensstand der Kasse beträgt 19 678,39 Mark. In ben Vor stand mürbe Bürgermeister Döring in Rimbach neu gewählt, da Fabrikant Weiß in Frischborn wegen Llusgabe ber Pfcrbehaltnüg ausscheiden mußte. Tie Höchstversicherimgssumme nnirbc wegen der höheren Ansckmfiuugskosten der Pferbe vom 1. Januar 1914 ab auf 1200 Mark feftgefcl’t. Der Prämiiensatz für 1913 beträgt 2 Prozent. Starkenbnrg^ttnd Rheinhessen. w Mainz, 5. Febr. Der Luftschiffer Trautwein, ber erst kürzlich sein FührcrzcugniS erwarb und sich durch seine Höhenflüge bald einen Namen machte, machte gestern bei Ncgenwetter einen Aufstieg. Er streifte einige Bäume und itürztc infolgedesicn ob. Ter Apparat wurde zertrümmert unb Trautwein erlitt einen Beinbruch. Kreis Wetzlar. w Wetzlar, 4. Febr. Von 31 Abiturienten amhie- itgen Lehrerseminar wurden 27 für bestanden erklärt. '.Huf Grund guter Leistungen waren 5 von der mündlichen .Prüfting befreit. X Launsb ach, 5. Febr. Ter zweite Lehrer Dittert wnb uns nachuens verlm'ien, er wurde zum Lehrer in Nieder kostens «Krris Zimmern gewählt. Tie Gemeinde sieht den türfp tigcn Lehrer ungern ithetbcn ' . ff P1- '"l *! n 1 ' b a u j cn , 5. Febr Die uralte Kirche Wil durch einen Neubau erseyt w rden Es hat sich deshalb ein Kllchbauverem gcbilbet. Auch em Schul hausneubau ist beschlossen, die neue Schule ist für 5rri SH allen txrrgdäjai unb komutt auf ben Zünmerplatz zu stehen. Hessen-Nassau. h. Vilbel, 4. Febr. Die Stadt erhielt für das an Frank furt zur Einrichtung eines Exerzierplatzes verkaufte „Russenlanb" 90000 Mark. • g vereinrnachrichte«. ** Ter Bauersche Gesangverein in Gießen hält sein Kostümfest am 8. Februar in der Turnhalle des Turn Vereins in Gestalt eines Sv m m e r se st e s ab. Ein rhrindessisches Welnrestauraitt, Münchener Bierkeller und sonstige Verannaltungen werden errichtet. Ein Fahnenreigen, gefahren vom Ravsahrer. verein 1885, sowie Uebcrrafchungen verschiedener Att werden den Frstbesuchern einige vergnügte stunden bereiten. Taubringen, 4. Febr. Die Mitglieder des hiesigen * Männer turnv er eins hielten gestern abend int Saale des Ono Steuernagel ihren Maskenball ab. Das Lokal war dicht, besetzt Von dem sich ergebenen Ucbcrf(f 1 - -■ ""b 1 Dar normale Wetter im Februar. Ter Februar gilt meteorologisch als der letzte Wintermonst, der zum Frühling überleitet. Seine mittlere Temperatur liegt 1,5—2 Grab über ber des 3anu«. In der ersten Monatshälste macht sich ber Einfluß ber höher fteigenben, Sonne nur wenig bemerkbar: bic Temperatur ist nahezu konstant. Erst bie zweite Hälfte bringt eine rasche unb stärkere Zunahme ber Tageswärme, ji Wegen ber starken Wnahme ber Wärme mit steigender Höhe ver- jchwiubct, je höher die Gegend liegt, umsomehr bie Wärmczunahme im Februar. Daher sind unsere Mittelgebirge nur wenig wärmer als int Januar, oberhalb 2000 Meter ist biefer Monat sogar Filter als fein Vorgänger. In noch größeren Hohen wirb schließlich ber Mckrz zum kälteren 'Sintermonat. Tie mittlere Nachmittags-1 warme beträgt in unserer Gegenb runb 5 Grab, die Nachttem- . peratur — 1 Grab. Die normale Zahl ber Frosttagc ist im Flachlanb etwa 14, bic ber Eistage 3. Dabei können in ben ; einzelnen Jahren wie immer große Temperaturgegensätze Vorkommen So hatte ber Februar 1895 27 Frost- und 17 Eistage, 1869 aber nur einen einzigen Frosttag, wahrend Ästage gatp ehlten, so daß außerordentlich milde Witterung herrschte. Dir tiefste seit 1857 beobachtete Februartemperamr dürfte im Rhem- und Maintal 20 Grad erreicht und in höheren Gegenden noch überschritten haben Arn 8. Februar 1895 wurden 19—20 Grat Kälte vielfach gemeldet. Dagegen stieg am 25. Februar 1906 die Temperatur aus den geradezu sornmerlickien Betrag von 19 Gvch an. Am selben Tage Iferrschtcn 1858 unb 1888 10 Grab Kälte, > also eine um 29 dlrab tiefere Temperatur. Fnnerhalb so wattiger Grenzen pflegt bic Februarwärmc zu schwanken. Der Temperaturcharakter ist völlig von ber europäischen Timckverteilung abhängig. Herrscht hoher Druck im Süden Europas unb tiefer im Norbeu vor, bann wehen roarme Südwinbe, während im umgekehrten Falle eisige Norbwindc Europa überfluten. Denn bie im Lohen Norben lagernben Srbräumc haben ebenso wie bic höheren Luftschichten erst im Februar unb März ihre tiefste Jahrestcm- - peratur erreicht. Die einzelnen Gegeirbcn Deutschlands verzeichnen nachfolgenbe Fchruartempe^attirm: Aachen 3, Berlin 1, Breslau — 1, Bromberg —2, Königsberg —2,4, Dresben 1, Frank« hirt 2, Hamburg 1, Helgolanb 1,4, Karlsruhe 2, Straßburg 2, Stuttgart 2, München — 1 Grab. Feldberg ,Taunus) 880 Meter — 3,5, Brocken 1145 Meter —4,4, Sckureckoppc 1610 Meier — 7,9, Zugspitze 2964 Meter —12,6 Grad. Im Großherzogtum Hessen wird folgende Tm> peraturverteilung festgestcllt: Darmstadt 1.9, Gießen 1.1, Bad- 'Nauheim 1.0, Mainz 2.3, Lfi'enbach 1.7, Schotten 0.2, Worm-^0, Alzey 1.4 Grad. Bezüglich der Niederschlage iff tfrr AeoruoFj" Dielen Gegenden der trockenste Monat des ganzen Wahres Tic mittlere Zahl der Schneetage beträgt 6, während tm Tiefland eine Schneedecke an 4 Tagen eintritt. 1895 hatte 27 Tage mit Schneedecke. Der vergangene Januar war, wie schon der Dezember, erheblich zu mild. Der Wärmeübcrschuß war im , Westen bes Reichs erheblich größer als im Osten. Im äußersten Ost bcutfchlanb war bie Temperatur unter normal. In ben enten Januartagen lagerte sehr hoher Luftbruck über Osteuropa. Er brachte bereits vom 4. ab in Ostdeutschlanb (östlich ber Cbcv Frost. Als am 9. ber Hobe Druck nach Finnlanb Kuniberte, erfolgte bei Nordostwinben westwärts sortschr> itenb auch int übrigen Teut’dv land Abkühlung bis unter den Geftierpuntt. Arn 11. unb 12. brachte ein Teil der roeftlidjen Zyklone in Westbeuftchland ausgedehnte Schneefälle, die burchschntttlich 10—15 Zentimeter Hocy ben Boben bebedten. Oestlich der Ober blieb es ttocken, ber Fwk stieg an einzelnen Orten auf 20—22 Grad Kälte. Bereits vom 1'5. ab fetzten im äußersten Westdeutschlanb Südwinde mit Regen* unb Tauwetter ein, am 17. Hatten birfelben Mitteldeutschlam) erreicht, bis zum 19. auch ganz Ostdeutschland. Am 27. bracht ein quer durch Deutschland wanderndes Hvchbrtcckgebiet iwchmaÜ kurze Zeit Frost, der östlich der Elbe unter 10 Grad, östlich kr Oder sogar unter 18 Grad herabging. Der Februar brach» überall wieder Tauwetter. _ ___ ______ —MBB . - (ßeridibfaaL Der Prozeß gegen die Pariser Automobilapachen. < Paris, 4. Febr. Die 21 Angeklagten in bem umsarrq« reichen Prozesse wegen ber großen Reihe von Verbrechen, d« auf bas Konto ber Pariser Automobil-Apachen Hu setzen fmb. touroen unauffällig in bas Gcricktsgebäube überführt. Sie waren währenb bes Transpottes gesessel unb behielten die HandsedEen auch während der Verhandlung bei. Mit ber Ausgabe von Eintrittskarten für bas Publikum ist man anscheinend sehr vorsichvß vorgegangen. Ten Zuhörerraum bevölketten etwa 10l) Mann, bencii man )ium großen Teil ben Beruf bes Geheimpolnisten an ber Stirne mtsieht. Ein großes Aufgebot ber repulü-kamschen Garbe umstellt bie Angeklagten, bie in brei Reihen Platz nehmen. Bor bem Gerichtstische befinden sich in zwei Kästen bie Ueber- fühmngsgegenstönbe: Dolche, Revolver, Messer, Schlagringe, blutbefleckte Kleidungsstücke unb verschiedene Gegenstände, die den Verbrechern bei ihren Einbrüchen in die Hände gefallen inw Unter den Angeklagten befinden sich brei Frauen. Von ihnn- wirb bic geistig bedeutendste, die Mitarbeiterin an einer anarchliw scheu Zeitschrift, die erst 25 Jahre alte Frau Maitreiean zuerst vernommen. Sie behauptet von ben Straftaten übt rhauPt nichts zu wissen. An bem anarchistischen Blatte habe sie zwar mitgearbeitet, aber in ganz untergeordneter Stellung. An tbn Vernehmung schließt sich bic ihres Geliebten Ä i halt war ber Hauptleiter ber anarchistischen Zeitsckfttft ,,1'Änarch«» will aber eine Propaganda der Tat nicht betrieben haben. • Leipzig, 4. Febr Das Reichsgericht verwarf die M vision bes Koksmeisters Pobkowa, ber vom Schtmrrgcttcht Beulb» am 6. Dezember wegen Morbes zum Tobe omirtcilt merben war Pobkowa hatte einem Arbeiter Geld unterschlagen, ihn zttole unb bie Leiche im Koksofen verbrannt.________________ €uftfcbinabrt. Straßburg i. E, 4. Febr. (Jntemationalc Ballon ivettfahrt Am Donnerstag, Frettag unb Samstag, oen 6., < unb 8. Jtbniar Hüben in ben Morgenstunden intemaiwiui-' wisienschaftlichc Ballonausstiege statt. Es steigen Drachen, vc nannte ober unbemannte Ballons in den meisten Sjaupm«»” Europas auf. Der Finder eines leben unbemannten Baston. •rüält eine Belohnung, wenn er der icbem Ballon beigegebencn fruktion gemäß ben Ballon unb bie Instrumente wrgfälvg Miß- unb an bic angegebene Abresse sofort tclegrophisch Nachricht lenoer iA10 E Bd bot ** '■ Eon«. Eikran Ll7°ßdasT F'enf sonst unp V gaiibinallri u brt irr diftts Scks !, L ungesih ohn i |t«t» 1*u(- irri. Sdyaifiill ftst^ EKCtbtrium 3' Tw, jebenrall? L Laude angept yit erinnert an i inlt Ldijitn. Aus u tot Srierfriei MbcTiranDi Tas ?!- I.vnmt e- fgnYru er diese tea'1 San W 5sbr.ni ein T jtrfjgiiifli Peru asm Zeil zu N Mhrslheinüa), hu tausendslen - jnm bodäiiüg bi 0- ui- ge'cnMl immien üorin ’ Freigc tiai5iag mitte Stabtmufcii üoi tiilfc ix Die viüa seines Jneönd) 'Sille, der Stabt anläi ali Tirrftor bei vrb.a liipt-gni sek "egen Dr Olutarmnt, 11 nd Lunp- ^hwäcblich Kinder empi Mhöse, Dari'h seinei trcbrai lucht zu vp Z , ® Manien , ahuNen j| nur in den J Kr°fdorf t ^alvc ^ernicki i.!. vor ... '.n5 unb (• «^nnouben J & Oi«*ekt - uyen ! -D^bergcr; Kinder h mehi ^-Krankenkost. An kalten Wintertagen P 61 Eingetragene Schutzmarke. vergesst zazusetzen. ütebaJ - Dresaa Gnmmimäntel | Kein Laden! vr.Psd. 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Aus diesem Anlaß überwies der Ubrrlaut Per W i l k c der Stadtgemeinde Guben für gemeiirnützige Zwecte die Villa seines verstorbenen Vaters, des Geheimen Kommerzienrats Friedrich Wilke, und 10000 Mark. — Stadtrat Lew in stellte der Stadt anläßlich seines bevorstehenden 25 jährigen Jubiläums als Direktor der Berlin-Gubener Hutfabriken, Aktien-Gesellichaft, yi Wohlfahrtszwecken 25 000 Mark zur Verfügung. * M o r d auf der Str a ß'c. In I ch en h eim ist auf der Drtsstraße der 19 Jahre alte Landnnrt Molchert von einem Maskierten mit einem Messer ins Herz gestochen worden, jo das; er auf der Stelle tot war. Sein .ihn begleitender Kain er ab wird der Genuß einer Tasse warmen Kaffees immer angenehm empfunden. Man verwende rubig billigen Bohnenkaffee Amtlicher Wetterbericht. Oeffcntlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen kür Tonuerstao, den 6. Febr. 1913: Werl f lud bewölkt, meist trocken, noch etwas kälter, in höheren Lagen Nachtwost. ■ Letzte Nachrichten. Ein neuer Vermittlungsversuch. Konstantinopel, 5. Febr. Ter hiesige Korrespondent des „Malin" meldet, daß der Botschafter einer Drcr- bundmacht dem Großwesir den Rat gegeben habe, sich an Rußland zu wenden, nm durch dessen Vermittelung dem Sultan für Adrianopel eine ähnliche religiöse Stellung auszuwirken, wie er sie in Tripolis besitzt. Der Großwesir habe auf den Vorschlag noch keine Antwort gegeben. Wie Finanznot der Türkei. Konstantinopel, 5. Febr. Ein gestern adgehat- tener Ministerrat befaßte sich ausschließlich mit Finanz f r a g e n. Bis jetzt ist der Türkei noch keine Finanzoperation gelungen. Kardinal Nagl f- Wien, 4. Febr. Kardinal Fürsterzbischof Nagl ist Julius Rosenthal «& Co. i Krosdorfer Str. 115. FeUbaudlnug, Televb. Nr. 69. heute nacht gestorben. Nach kurzer Wirksamkeit auf dem erzbischöflichen Stuhl von Wien ist Kardinal Fürstbischof Tr. Nagl im 58. Lebensjahr gestorben. Er war ein geborener Wiener und wurde bald nach, seiner Priesterweihe der dortigen Hofgeistlichkeit zugeteilt. Im Jahre 1891 erhielt er als Borzugsposten das Amt des Rektors des deutschen Nationaliustituts und der Kirche San a Maria dell Anima in Nom Am 9. Juni 1902 wurde er Bischof von Triest. Mit -dem Titel eines Erzbischofs von Tyrus wurde er Koadiutor des greisen und kranken Kardinals Gruscha, deni er nach dessen Tode aus dem erzbischöflichen Sih nachfolgte. Für seine großen Verdienste und für seine kluge Kirchenpolitik wurde ec zusammen mit Erzbischof Tr. Bauer von Olmütz am 27. Oktober 1911 lobilap-^ ötdakA n iU B» P ßphma-Fahrräder Hab oee unüberhoHentt Gül« u.baltoirtdt. Herfen6 7 086 Tonnen im Jahre 1911, die Einfuhr von Weizen -558 439 gegen 1 119 353 Tonnen, von Gerste 2169 618 gegen 3 301565 Tonnen und von Hafer 376 881 gegen 515 598 Tonnen. Zusammen sind das für 1912 nur 3 373 308 Tonnen gegen 5 493 602 Tonnen im Vorjahr, also 2120 294 Tonnen weniger als 1911. Dadurch wird die Bilanz unseres Handels mit Rußland ganz, beträchtlich verschoben. Hatte doch im Jahre 1911 unsere Getreideeinfuhr aus Rußland einen Wert von rund 725 Mill. Mk., und machte damit 45 bis 46 Prozent unserer Gesamteinfuhr aus Rutzlaut». aus Umgekehrt ist z. B. unsere Kohlenaussuhr nach Rußland von 1623'972 Tonnen im Jahre 1911 auf 1964 903 Tonnen im Jahre 1912 gewachsen. Nach der russischen Handelsitatiitik war die Getreideausfuhr Rußlands in den ersten zehn Monaten 1912 um 266 Mill. Pud geringer, die Steinkohteuemfulw nach Rußland aber um 32 Mill. Püd größer als gleichzeitig 1911. Das Saldo im Warenaustausch Rußlands mit Deutschland zeigte per 1. November ein Minus von 58 Mill. Rubel, xnt Warenaustausch mit England dagegen ein Plus von 148 Mill. Rubel. — Die Preisherabsetzung für Zinkbleche stellt sich für Rheinland und Westfalen bei Weiterverkauf auf 62,7o brS 66 Mk. per 100 Klg. je nach Menge frei Verbrauchsort für die Verbraucher. etroc .fa,- “L9 gong i Va'W itie W L Ä ro»! London, 5. Febr. (Reuter.) In F u t s ch o u würde auf den neuen Ztv ilg ouv ern cur Ts ch ang eine Bombe geworfen. Dreißig Personen wurden dadurch getötet oder verwundet. Der Gouverneur blieb unverletzt. «ilnsck, kSÄL & fÄ. :: Reineartikel. Dani entaschen :: | Portemonnaie, Zigarrenetuis etc. " | Kinderwagen | Klappwagen | A Guminiiniintel | 885 | legen Brüsefis Se^ogsheSnl »Blutarmut, Engi. Krankheit, Hautausschlag. Hals- und Lungenkrankheiten, Husten, zui Kiäftigung schwächlicher, in der Entwicklung zur ck bleib end er Kinder empfehle eine regelmäßige Kur mit meinem Lahus3ii’s„lc4ena“-I18bertran leiclit zu vertragen. Nur echt in Origmalflaschen ä M. 2.30 u. 4.60 mit dem Schutzwort „ Jo dell a und dem Namen des Fabrikanten Apotheker w Uh. 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Mögen diese Spuren auch zunächst noch einigen Zweifel über ihren Ursprung lassen, so haben die'näheren Untersuchungen des Gelehrten, über die A. Latour in der Nature berichtet, mit Sicherheit ergeben, daß es sich um das eigenartige Vermüchtuis eines prähistorischen Tieres Ijanbclt. Die Nebeneinanderstellung der Spuren, die auf einem engen Raum von 3—4 Meter durchaus gleichmäßig erscheinen, läßt »nr diese Deckung zu. Ihre Entstehung wird von Delage in der Deise erklärt, daß sich an dieser Stelle früher eine große, wenig tiefe Lagune befand, zu der ein Trupp dieser Vierfüßler zur Tränke kam.' Es Müssen wenigstens 23 Individuen gewesen sein, die die Abdrücke ihrer Füße hier zurück! eßen. Alle Tiere gingen in derselben Richtung; ^ber auf dem mehr oder weniger trockenen Sand, der aus feinen Stückchen von Quarz und Braunspath ge Bildet wurde, drückten 'sich ihre Füße selten ab, oder die Albdrücke tburden so schnell.verwischt, daß man von jedem Tier mir noch ynen einzigen Fuß erkannt. An jenem Tage der Urzeit, da sie b?i ihrem Gang zur Tränke ein so dauerhaftes Andenken hinterließen, Muß das Wetter sehr ruhig gewescu sein, so däß die Spuren in dem sonst unruhigen Sande festhafteten. Nactcher legten sich Neue Saudmasseu darüber und durch einen ungewöhnlichen Zufall, der sich nach unserer Kenntttis an keinem anderen Punkt der Ufer dieses Sees der Dpas-Formation wiederholt hat, blieben diese Abdrücke unbeschädigt unter der Schicht von neuem Sand. spie biei • Javier (prr.t'ok'n, läßt sich nach d^'en Jnßsvuren nur ungefähr ahnen. Knochen, die genaueren Aufschluß geben tvmui.L, )inu nirgends m uec Perun, cheu Format.on gesunden iöorbcn. Jedenfalls handelt es sich um sehr große Tiere, da die Fuß abdrücke fast genau 15 Zentimeter lang sind. Das Per- mmnegatherium Zeilleri muß, wenn vielleicht auch nickü völlig, so doch jedenfalls in der- Hauptsache, sich bereits dem Leben auf dein Lande angepaßt baßen, beim nichts in der Gcstaltting der Füße erinnert an imi W-afser lebende Tiere. EA»hatte fünf Finger en jedem Fuß, mit Nägelu, die entweder rudimentär oder während -es Marsches einzielsbar waren, dimn sic haben keine Spuren 'hinterlassen AuS der Form' der Spuren geht auch hervor, daß chc keine Kriechtiere wären, sondern aus nach innen gebogenan -Seinen daherwandclten und zwar fast auchchichlich auf der Spitze Les Fußes. Das Tier scheint an den Vorderfüßcn Finger und an Len HinterfüßM Zehen gehabt zu haben. Wie kommt es nun, daß von diesem Tier sich keine Knochen, 'sondern nur diese flüchtigen Fußspuren int Strandsaud erhalten Haben? Man Muß oabei in Betracht ziehen, daß die Bedingungen, Hinter denen ein Tier, und besonders ein Landtier, .in diesen frühen seologischen Perioden lebte, die Erhaltung von Knvck-en bis auf unsere Zeit zu einer großen Seltenheit machen; wir kennen ja wahrscheinlich kaum den hundertsten, vielleicht nicht einmal den tausendsten Teil der Tierarten, die gelebt haben. So sind denn borlÄifig diese Fußspuren das einzige,, was von diesem Tier auf Uns gekommen ist, aber vielleicht gelingt es, nun in anderen Vermischen Formationen nähere Aufschlüsse zu finden. marew wollen Sie sieb noch weiter qmlen? ->rt mit dem gefübrllcbeo Rasiermesser und allen Rasierapparaten, welche kratzen und .?ur11e‘nl«® sirtd. Jeder rasiert sich selbst mit dem neuen „Mulcuto--Schnell RasicrapparaL welcher gänzlich schmerzlos rasiert und jchrcus, jahrein brauchbar bleibt. Bereits über 400000 Apparate im Gebrauch. Das Geheimnis 1 eg^ in der „Mulcuio“-RasierklinKe. 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Die Passagiere und die Besatzung, die ihr ganzes Gepäcl im Stich lassen mußten, wurden von dem norwegischen Dampfer in Helsingfors gelandet. * Diebstähle i n der Kaserne. Aus P e r l c b' e r g wird gemeldet: Seit einiger Zeit kamen bei der 2. Abteilung des Artillerie-Regiments Diebstähle in Kleidern, Gcnußmitteln und Wcrpachen vor. 9hm endlich wurde der Kasernenwärler Theodoczik dabei übcrtascht, ate er mit einem Nachschlüssel die Spinde öffnete. Es ivurdc sestgestellt, daß der Mann die Dieb-- stähle. gewohnheitsmäßig ausführte. In seiner Wohnung wurden ganze Vorräte von Wein, Zigarren und Eßwaren aufgesuuden. „ * Nobel. Diener (des Protzen zu einem Bekannten»: „Tu glaubst gar nicht, wie fein es bei uns zugeht, — ein arabisches Mokkazimmer, — japanische Malereien, — Meißner Porzellan, — venezianische Gläser, — türkische Stickereien, — persisches Insektenpulver, — das alles haben wir!" *. A u ch eine Freuds Karlchen: „Na — Max et, du freust dich ja so, was haste denn?" •— Maxl (auf den Hauslehrer deutend, der vorbeigeht): „Der hat die Erna vorhin geküßt — und der ihren Heuschnupfen, den gönn' ich dem Kerl!" Kleine Tagrschronik. InPforzheim hat ein stellenloser Kaufmann namens Fritz Ohr seiner Freundin die Kehle durchschnitten und dann einen Selbskniordversuch gemacht, sich aber nur an der 5)and verletzt. Er hat sich darauf sekbst ans dein Polizeiburcau gestellt. Aus F r e i st e^d t (Schlesien) unrd gemeldet: Auf der elektrisch betriebenen Strecke Freistedl-Kermnn entgleiste heute ein Zug. Ein Wagen kollerte die Bösck-ung hinab. Zehn Personen sind s ch w e r v e r l etz t worden. , . ' . InPeulebec (Departement Cotes-du-NoriL brach tu einem Bauernhause ein Brand pus, bei dein drei K i n d e r, die in einem Bett zusammen schliefen, verbrannten. s M hralir-iisTti i dauert nur noch diese Woche. 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MhalerGi* inititaHUIr: KaffeeKonzert Tränen werden gelacht. 0869 Und das übrige großartige Programm Bildhauerschule im Atelier, Frankfurter Str.10 Anmeldungen zum Unterricht täglich 2-3Uhr Porträts • Kleinplastik - dekorative Bau-Plastik - Grab-Denkmäler Plock- strasse Seltene Gelegenheit U1Ä wÄw« Feine Kiernndeln w. 40,45 4 wacher Kierüiidelil P,u..d 40 4 Donnerstag frisch eintreffend: Familie Göbel Familie Wehrum. 874 Baußr'8GhEr Gesangverein Donnerstag abend Singstunde Vollzähliges und pünktliches Erscheinen unbedingt erior derlich. |v*/,| Der Vorstand. la. Brat- w. J Schellfische^ Freitag, den 7. Febr. l*®3 abends N Ufir: 15. Freitag-Abonn.-Vor!«. Johannes Ködding ---- Atelier für Kunst-Bildhauerei = Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner unvergesslichen Frau, unserer lieben Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Besonders danken wir herzlichst iür die zahlreichen Blumenspenden und die liebevolle Pflege .der hiesigen Hessische Bereinigung für Volkskunde Ortsgruppe Gietzen. Donnerstag, den 6. Februar 1913, abends 81/, Uhr pünktlich, im großen Hörsaal der Landcsuniverfttät zu Gießen Kabliou, mitta Schellfisch, gr°ß Ks Herrn Arrlthrrrs grnnj Gtfmo (LanterbB) AH-Lauterbach Mit Lichtbildern. Gäste sind willkommen. Der Borstand. Danksagung. Für die uns bei dem Heimgang unserer lieben Mutter und Grossmutter Frau Josephine Bourgeois Wwe. -erwiesene Teilnahme sagen innigen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Lehmann als Retter Komische Szene in der Titelrolle Herr Deed. Seelig’s kandierter Korn-Kaffee Das beste u, bekömmlichste Familiengetränk, ßrauerSchule Worms^Rh. ( 6egr!1872 von D'Schneider) Seomn des Sommer Semesters am 9. April 1913 j ''Ofrfd titirich Brvuer-Äkjflemie. Gewöhnliche Preise! Gastspiel voni>rl^iizaBt'fi vom Deutsche» Thealc: in Berlin. Emilia Galo* Ein Trauerspiel in 5 zügcn von G. E. icfihw Ende gegen IO*/« Uhr. Ferner empfehlen wir: a5/a Liiinien-ii.tStmilie- nm Nudel»! Pfund $ Morgen Donnerstag abend 9 Uhr: Monats- Versammlung im Hotel Groirberzoa. iv”/3 WWW. nnh 9}fl' Dlt klselibtm°ser NlltUrAllsUohlllkN Path6-Journal Töpfe .'. Bräter Kessel Wannen Milchtöpfe .• Kasserollen .'. Löffel Schöpfer, Backformen, Seihen u.a.m. in guter fehlerfreier Qualität abzugeben und selten .günstigen Preisen zum Verkauf. Ludwig Kröll Wohltätigkeils-Konzert des Kronbauer'schen Quartettvereins, Giessen am Sonntag, den 9. Februar 1913, abends 5 Uhr im ffFONNen Saale des Gcsellschaftsvcrelns (Klnbsaal) Dirigent: Herr Prof.GustavTrautmann, Grossh. Univ.-Musikdirektor Mitwirkende: Frau hilly ßoifmann-Onegin König!. Württemberg. Hofopernsängerin (Alt) Stuttgart ßerr Konzerfmeitter Bans Ballermann ; (Violine) Berlin Programm. Lieder von Brahms, Onegin. SoIoRtückc für Violine vm Pugmmi-Kreisler, Martini-Kreisler, Bocchenm-Mart eau, Krancoeur-Kreisler. Chopirx Dvorak Wienawski. Männerchöre von Bleyle (mit Altsolo), Krug, Abt, Isen mann. Volkslieder. 1 . ArA . J A FintrUtskarten ä 2.50, 2.—, 1— Mk. Schülerkarten a O.;jO Mk. in kalTenhaedlung ERNST CH ALLIER (Rudolphs Nacht) und abends an der Kam Die Sperr*i