Srodtes Blatt Nr. 180 163. Jahrgang Lrscheim ri-och rrm Ausnahme des Sonntags. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul« strage 7. Expedition und Verlag: öl. Redaktion:«^ 113. Lel.-Adru Llnze,gerG,ehen» Ausland. Eine französische Militärabordnung in Petersburg. Aus Petersburg nrirt> gemeldet: Am gestrigen Sonntag nachmittag trat in Krasnoje Sselo eine französische Mili - tärdevutation ein. an deren Spitze der Ches des französischen Generalstabes Io ff re stand. Tie Delegation frühstückte mit dem Großfürsten Nikolajewitsch im Kaiserpavillon und fuhr daraus nach Petersburg, wo sie den Kriegsminister und die Chefs des grossen Generalstabes besuchte. Abends gab der französische BoNckafter zu Ehren der Delegation ein Diner, an der der »triegsminister und der Minister des Aeustcrn tcilnahmcn. Dcut|d>c» Zlcid>. Tic Nordlandrcise des Kaisers Der Kaiser ist um Freitag abend 9,45 Uhr vor Bergen eingctrofscn. Er nahm das Frühstück bei Konsul Mohr ein, und gedenkt bis zum 4. abends oder den 5. früh in Bergen zu bleiben. Die Ankunft in Swincmünde erfolgt am 6. August nackunillags. Prinz Joachim von Preußen verließ nach Mschlnß seines dreiscmestrigen Studiums an der Straßburger Universität Straßburg und begab sich zunächst nach Homburg v. d. Höhe. Prinz Joachim, der den Rang eines Oberleutnants bekleidet, wird nach mehrwöchigem Urlaub, den er größtenteils in England zn- bringt, am 1. Oktober wieder in das 1. Garderegiment, in Potsdam eintreten, nachdem er vorher noch an den Kaiserparaden in Posen und Breslau teilgenommen hat. Neues vom Genossen Scheidcmann. Wie den „Berliner Neuesten Nachrichten" aus New Jork berichtet wird, wird der Sozialdemokrat Philipp Scheidemann dort am 3Q. September zu einer sicbenwöchigen Agitations- reise von Boston nach Denver eint reffen. aut Grund einer genauen neuen Kalkulation geschehen. Wenn die neue Kalkulation dasselbe Ergebnis gezeitigt habe, so seien die Preise auch nickt verändert worden. Nicktem eine Reihe werterer Zeugen unwcsenUiche Bekundungen gemuckt haben, folgt d i e Erstattung der Gutachten durch die militärischen Sachverständigen. Die Sackwerständigcu Hauptmann Ebeling, Hauptmann EllertS, Hauptmann Gronemau n und Hauptmann Heinrichs lassen sich über die Bestellbücher beim Armeeprüfungsausschuß, sowie über den Wert be? Notizbuchs deS Angeklagten Brandl im Landesverteidi gungsinteresse aus. Ein Ted dieses Notizbuchs konnte von Sach- verständigen sehr wesentlich von Interesse sein, zumal für das Ausland, und so wäre das Landesverteidigungsinteresse davon lebhaft berührt. H Nachdem in nichtöffentlicher Sitzung noch einige „Kornwalzen", die von dem AngeNagten Hohe hcrrühren sollen, und die tm LandeSverteidigungsinlcresse geheim zu hallen waren, behandelt worden waren, wurde die Sitzung auf Montag früh vertagt. Tie „Glttzener Lmnlllendlätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegl, das „Kretsblail fflr den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Di» „cantwirlschaftlichen Seit- frage«"' erscheinen monatlich zweimal. Montag, 4. August 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Dießem Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefien Vie Krupp-Affäre vor dem Kriegsgericht. ~ Berlin, 2. Aug. Zu Beginn der heutigen dritten Sitzung war das $end)t zu- x nächst wiederum bemüht, zu erforschen, ob der Zeuge Brandt in irgend ernct Weise nach icmer Emlasfung aus der UnteNucwmgs- . Hafk beeinflußt norden ist, damit er seine, die Angeklagten lckiwer ^lastenden Aussagen, die er in der Untersuchungshast gemacht , Die Angeklagten Schleuder und Hrn,t gaben Henn die Erklärung ab, tap sie auf einem Aiisfluge in die Nähe von Rahnsdorf «zebomnien wären, und sie hätten die Gelegenheit dazu be- nutzen wollen, die Fnru Brandt zu besudln, um um nach ihrem Befinden zu erkundigen. Das sei kurz nach der Entlastung Brands aus der UnterfuchungShaft gewesen, wovon sie aber nichts gcwunl hätten, sonst wären sie nickt hingegangen. Zu ihrem größten Er st Minen sei Bunidt audj zugegen gewesen, sic hätte,, auch bemcrfi, daß dem Broiidt sowohl, wie seiner Frau der Beinck unangenehm nwire '5ic Ijdttcn aber nickzl sogleich irneber an der Tür umkehren können, und es sei auch natürlich, daß sie sich über die sic am meisten interessierende Frage der gegen sie schwebenden Anklage unirrhalten hätten: sie hätten doch nicht im geringsten Beeinflussungen versucht. . L , Der Angeklagte Tilian erklärt, daß er lange vor der Hart entlassung Brandts einmal 'd-i'e Frau Brandt besucht habe, er hibe natürlich auch über die hier zur Verhandlung stehende Sache gesprochen, aber ebenfalls keine Beeinflussung beabsichtigt. Ver hanblungsUihrcr rote Anklagevertreter sprechen ihre lebhafte Per n underung darüber aus, daß die AngeNagten diese Erklärungen nickt bereits gestern abgegeben haben, wo läng und breit über die Sack, verhandelt worden ist, und der Vorhand! ungsßilwer ausdrücklick. tanadj gefragt frtt, ob einer der AngeNagten irgendwie, eventuell auch durch Mittelspersonen an den AngeNagten Brandt heronflctntcn ist. ES gelangt sodann ein Brief des Rechtsbei smnds der Braudtsckren El)eleute, Rechtsanwalts Löwenstein, zur Verlesung, in dem dieser dem C-faidrt mitteilt, daß ihm Frau yesuch der beiden Auaoll.-igien Schleuder und Hinst Mitteilung gemacht und sie gefragt habe, ob sie dem Gericht auf Befragen auch hierüber Auskunft zu geben hätte. Er Ixt bi* ihr erklärt, sie müsse sich stteng an die Wahrheit halten, könne aber alle Fragen ablehnen, von deren Beantwortung sie glaube, daß ihrem Mann daraus Nachteile erwachsen könnten. Lediglich ies Information hin, die die Zeugin mißherstündlich gefaßt habe, sti deren gestrige Zeugnisverweigerung zurückzu fuhren Sie werde heute ihr Zeugnis in der angegebenen Richtung erweitern. Der Anklagevertreter erklärt, daß nach seiner Meinung zahl' reiche Beeinflusfiingen vorgekommen und zwar nicht nur von isckei Anklagebank stlls die Zeugin Fran Brandt nunmehr aufgerusen wird, l r ich Ehemann ein ärztliches Attest vor, nach welckem Frau Brandl für die nächsten 48 Stunden vernehmungs unfähig ist, da sie gestern nach ihrer Vernehmung in schwere Schreikrümpfc verfallen ist. Die Zeugin soll daher am Montag vernommen werden. ES folgt dann die Vernehmung des Direktors Eecrus vom Ttrefforiirm der Firma Krupp, gegen den ebenfalls ein Verfahren in der gleichen Angelegenheit schwebt. Er bekundet, daß er über die ganze Angelegenheit nicht viel aussagen könne, da er fast ausschließlich mit dem ausländischen Kriegsmaterial beschäsngt war. Er kenne Brandt jedoch und habe auch ver schiedentlich in Berlin mit ihm gesprochen. Die erste „Kornwalze" ist ihm uumfiähr im Jahre 1908 zu Gesicht gekommen. In der späteren Zeit ist ihm öfters diese oder jene „Kornwalze" vorgelegt worden. Daß die Kornwalzen keine Unterschrift trugen, sei ihm nicht besonders ausgefallen, da er daraus nicht geachtet habe Brandl bitte in Berlin ledock nickt nur Kornwalzen zu machen, sondern war in der Hanoi sacke Berliner Bureauckief und bitte eine Unmenge Arbeit zu leisten. Er bitte die Befugnis und sogar die Mickt, von den gesamten Sckwiftt'ätzcn zwischen der Berliner Vertretung und der Firma in Essen Kenntnis zu nehmen. Er war auch für das Vorhandensein des Aktenmaterials ver- antwortlich, und daß es an der richtigen Stelle eingcordnet wurde. Brandt hatte außerdem von den allergeheimsten Dingen Kenntnis, di? viel wichtiger als so ein „Kornwalzer" waren. Tie von Brandt angegebenen Gehaltsverbältnisse bestätigt der Zeuge als ricktig. Tie Höbe des Gehalts und der Gratifikationen wären für einen Posten, wie ibn Brandt innehatte, durchaus nicht -.11 hock gewesen. Die „Fuuktionszulage" von 3500 Mk. jähr sich bedeutete absolut nickt etwa Schmiergelder, er sollte in der .Hauptsache den erhöhtest Llufwand damit beftreiten. Ter Anklagcvertteter legt dem Zeugen eine Frage vor, ob der von dem Rechtsbeistand des Zeugen Iustizrat Tr v Gordon eingereichte Sckristfast, in welchem behauptet wird, daß auch Der freier der Firma Ehrhardt Auskünfte von Militärpen'onen er halten hätten, auf tatsächlichen Unterlagen beruhte. Ter Zeuge muß zugeben, daß dies nickt der Fall ist, es liege auch die Mög lickkeit vor. daß diese Nachrichten durch Agenten der Firma Ehr Hardt bei Angestellten der Firma >brupv zu deren Kenntnis ge langt sein können. Daß Brandt später das Direktorium der Firma Knivv in Berlin hätte übernehmen können, sei absolut nickt auSgeichlosseu. da bei Krupp das napoleonische Prinzip vor berrfdie, daß jeder, seinen Manckallslob in der Tasche trage. Direktor Draeger non der Firma Krupp, der Generalvertreter für das Kriegs matcriahvcfcn in Berlin, bekundet, daß die „Kvrnwalzen^ eigentlich überflüssig gewesen wären, da alles Wissenswerte ihm stets direkt non den Behörden mitgeteilt worden sei. Es kam der Firma hauptsächlich darauf an, daß sie stets laufend darüber unterrichtet war, was für Ausschreibungen beabsichtigt waren, und da Herr v Scküst venagt habe, sei ihm Herr Brandt bcigcgcbcn worden. Brandt habe das in ihn gesetzte Vertrauen auck stets gerechtfertigt. Direktor Budde hielt mit starrem Eigensinn an den von ihm kalkulierten Preisen fest und ging nicht gern davon ab. Es nur deshalb nötig, ihm auck Konkurrenzpreise vor Augen zu führen. Ter Zeuge hält cs indessen für ausgeschlossen, daß Herr Brandt erst tn Berlin über seine Tätigkeit informiert worden fein könnte, das geschehe gewöhnlich schon in Essen. Direktor Muths Die Gefahr für die fremden in Kanton. Hongkong, 3. Aug. Eine dlbteilnng indischer Truppen wurde nach Kanton entsandt, um Shanteen zu bewachen, wo sich die europäischen Viertel befinden. Der Generalgottvcrneur von Kanton hat gestern nacht eine starke chinesische Truppenabteiluna nach der inneren Landzunge entsandt, um die dortigen fremden Ansiedlungen zu schützen. Französische Matrosen wurden gelandet, um die französische Konzession zu bewachen. Große chinesische Truppcnkörper wurden von Kanton nach Samschui entsandt. Die Verfolgung der Rebcllenfuhrer. Die „Morning Post" meldet aus Schanghai: Admiral Tseng hat im Namen Yuanschikais eine Kundgebung erlassen, die für die Auslieferung der Rebcllenfuhrer, tot oder lebendig, Belohnungen verspricht: 100 000 Dollar für Huanghsing, 50 000 Dollar für Tschentschimai uitd je 20000 Dollar fürSuangfu und L i s ch u t s ch a n g. uack Butzbach gekommen, um dem Ostsangverein „Orpheus" feine I Glückwünsche auszusprechen. Dutzback mit seiner altehrwürdigen Geschickte passe so reckt als Feststadk für daS heutige vaterländische Gedenkiest. Butzlxick weiß, welche Stürme die Vergangen- :■ it gebracht und was eS b< r Gegemvart dankt. Ter Mitteldeutsche Saugerverband roill nicht zurückstehen, wenn weite Kreise die IfKhatrige Erhebung und Befreiung Deutschlands feiern. Tas Lied war allezeit ein Mittel der Begeisterung. Unser eckt deutsches Lied ,st einzig in seiner Art, es zu hegnt und zu pflegen ist unsere Ausgabe. Das deutsche Lied ist ein Stück deutschen Bodens, ein Stück Vaterland. Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch auf da- deutsche Vaterland ein und lebhafter Beifall Hauptlehrer Stör ch b bi da. gerverbandeS liervvr, bet sich in den Dienst des deutsckx-n V, -tv - gestellt und auch ohne Prei »eutendes geleistet habe In dem Volkslied sei das Gemüt des deutschen Volkes nirbev- gelegt. Tas vatcrlanbiicbe Volkslied, das vor 100 Jahren gesd>iffen ivurde, zeigt den Mut, den Zom, die Begeisterung des beutfdxir Voll > für die hohe Sacke der Befreiung des» Vaterlandes Tas Sängertag des Mitteldeutschen Sängeroerbande?. L. K. Butzbach, 3. August. Die Stadt war reich geschmückt; dazu kommt der schön gelegene Festvlatz mit der schön geschmückten Festhalle. Das 75jähr. Jubiläum des Gesangvereins „Orpheus"-Butzbach ging dem 3ängertag voraus durch eine Feier am Samstag abend. Nack dem gemeinsamen Chor der Gesangvereine „Eintracht" und „Trpstms" „Ans Vaterland" hielt der Präsident des „Trvbbörner und Sckrcnkendorf sind zu Erziehern des beutsckren Nationalgesübls geworden, sic cntflammken die Sehnsuck.t nach einem grossen freien Reick Der Redner schloß mit den Wotten „das ganze Herz dem Vaterland", und bradite ein Hock) aus Kaiser und Großlierzog ous, woraus „Heil dir im Siegerkranz" gesungen wurde. Dem Redner wurde brausender Beifall zuteil. Oiemeinsam sang die Festversammlung „Der Gott, der Eisen wack)sen ließ". Nack diesem Festakt begannen die GesangSvottröge. Ter Jahrhundertfeier entspreckend, nxinbtcn sich die Vereine diesmal dem vaterländischen Dolksliede zu. Es erklangen u. n. die Lieder: „Horeb, die alten Eicken raufdien", Sckavcrtlied. „Andreas Hofer", „Zu Straßburg auf der Schanz", „Morgenrot", „Gebet vor der Sckladst", „Ter Soldat", „Steh' ich in finstrer Mitternadä", „Lützows wilde Jagd", „Blücher bei Kaub". Den Absdüuß deS m'len Feßtteils bildete der Mafseud-or des Welterau Lahngau- fängerbunbo? „Tas deutsche Lied". Er wurde von W Gernhardt- Gießen dirigiert und von dem Orchester begleitet. Noch dem einstimmigen Urteil der Fachmänner wurde durd-au- gut dis ausgezeichnet gesungen, auffallend war, daß kein einzi-rer minderwertiger Chor vorgetragen wurde. Die Fachmänner betonen, daß in den letzten 10 Jahren der Männergesang einen großen Aufschwung genommen habe. Der Männergesangverein Wetzlar übergab dem „DrpfruS" einen Fahnennagel. Draußen auf dem Fest Platz herrschte dasselbe Gedränge wie in der Halle, überhaupt war der Besuch äußerst stark, wie ihn Butzbach noch selten gesehen hat. bestätigt die Starrköpfigkeit des DirekwrS Budde in bezug aui die von ihm kalkulierten Preise. Er ergeht sich in Lobcser- bebiinaen über die Tätigkeit und ben Eifer des Zeugen Brandt. Brandt sollte hauptsächlich in Erfahrung, dringen, wann Neu nnsschrcibungcn gewissermaßen in der Lutt lagen. Es war der Firma ausgefallen, baß Kvnkurrenznrmen mit viel geringeren Hilfsmitteln wie die Firma Krupp hcmng ,o kurze Licterttiucn »cstellt hatten, in denen die Firma Krupv kaum, die notigsten Werkzeuge dazu herstcllcn konnte. Tem Zeugen i't cnitgcTallen, rimge Berichte nur durch Indiskretionen in Eriah nma aebradn sein konnten. Auf Vorhalt crHartc ihm Brandl, ct habe fick stets auf der Ckenic des Erlaubten bewegt, eine solche Grenze könne tedoch recht bebnbar sein. (Heiterkeit.) -^ie Zeugen Teroip, Grunwald und Rau,ende rger, die sämtlich bei der Firma Krupp angeftdlt sind, äußern nch rVJ hic Preisbildung. Die „Kornwalzen" leren nie dazu benutzt . “T.rhcn mn Sum Schaden des Staates Die Preise zu erhöhen. Dirigierte. Geheimerat Tr. Uimger hielt die Begrüßungsrede, ^i^feien nur zur Kontrolle benutzt worden. Wenn die P reise Er Dankte der Stadt für den freundlichen Empfang und der erhöht oder erniedrigt wurden, so sei das nurfBürgerschaft für den reichen Festjchmuck. Ter Verband sei gern tzanz abh-auden gekommen sind. Jene großen Beiträge waren \ nicht nur aus der ersten Begeisterung heraus gezeichnet! toorben, sondern sie entsprachen der besonderen Art unseres! Vereins. Tenn die Aufgaben, in bereu Dienst er sich gestellt Hat, sind- nicht tftoo. vorübergehende Modesachen, sondern die sich stets gleich bleibenden Aufgaben der Barmherzigkeit und Menschenliebe, die den Besitzenden gegenüber bcn Armen obliegen. Unter den vielfach verwickelten Verhätt- nissen unseres heutigen Erwerbslebens und unserer sozialen Zustände ist cs nicht mehr möglich, die Armenpflege, so, wie in alten Zeiten, ganz einfach, sozusagen an der Haustüre, zu erledigen. Sic ist eine Kttnst, ein besonderer Beruf geworden, in deren Dienst sich Tausende von freiwilligen ehrenamtlichen Helfern und auch von besoldeten Beamten gestellt haben. Hier in Gießen tut diesen Dienst neben der ^städtischen Armenpflege und Hand in Hand mit ihr vor allem unser Verein. Er nimmt sich durch seine arbeitenden Mitglieder und die Schwestern der Armen und Kranken, der Waisenkinder und der Wvhmmgsiivt an. Er ist sich dabei bewußt, daß er damit der gesamten Bürgerschaft dient, baß er dabei in ihren: Auftrag handelt und für sie tut, was von Gottes und Rechts wegen ihr zukommt. Darum darf er auch erwarten, daß seine Arbeit als eine allgemeine Angelegenheit angesehen wird, die von dem warmen Interesse aller getragen und tatkräftig unterstützt wird. Vor allem darf er darauf rechnen, bezüglich der Höhe der Beiträge nicht mit anderen Vereinen, die jeder nur einem begrenzten Zwecke dienen, in eine Linie gestellt zu werden. Wir richten daher an alle unsere Mitbürger die herzliche Bitte, diese unsere Ausführungen wohlwollend erwägen und ihnen freundlich entsprechen zu wollen." Aus Stadt «nd Gießen, 4. August 1913. Trinker-Fürsorge st eile für Stadt und Landkreis Gießen, Gießen Asterweg 9. Sprechstunde jeden Dienstag abend 6'/. bis 8 Uhr. * ** Nom Großh. Hof. Die Großherzogin begab sich am Freitag 3 Uhr nachmittags mit dem Erbgroßherzog ^uib den: Prinzen Ludwig im Auto zum Besuche der üFürstin-Muttcr zu Erbach-Schönberg nach Schönberg. Die Rückkehr nach Jagdschloß Wolfsgarten erfolgte ß* 1/^ Uhr. ' Titelverleihung. Der Groß Herzog hat dem Forstwart der Kommunalforstwartci Rüddingshausen (Ober- lförsterei Homberg) Will). Kalberlah zu Rüddingshausen !den Charakter als Förster erteilt. ** Zur Prüfung für das höhere Lehramt chatten sich dieses Semester 9 3 Kandidaten gemeldet, von denen indessen 20 durch Rücktritt oder Verschiebung der Prüfung wieder ausschieden. Bon den verbliebenen 73 ha- Den 16 nicht bestanden, 57 dagegen tu ar eit erfolg» reich, und zwar erhielten 3 die Note „ausgezeichnet", 9 die Note „sehr gut", 27 die Note „gut" und 18 die Note „genügend". Die Lehrberechtigungen für die mathematisch- naturwissenschafilichen Fächer erwarben 18, als Lehrer der sprachlich-geschichtlichen Fächer treten 39 in den Vorberei- tmtgsdienst ein. Hinsichtlich der Schulbildung waren unter itien 73 zu einem PrüfungsergeNtis gelangten Kandidaten 124 Gymnasiasten (3 nicht bestanden, 1 ausgezeichnet, 5 sehr '-gut, 9 gut, 6 genügend-), 18 Realgymnasiasten (5 nicht be- .standen, 2 ausgezeichnet 2 sehr gut, 5 gut, 4 genügend) und 131 Oberrealschülcr (8 nicht bestanden, 0 ausgezeichnet, 2 sehr jgut, 13 gut, 8 genügend). •• Ruhestandsvcrsctzung. Der Großherzog hat tfcen Notar Jrrstizrat Otto Sommer in Mainz auf sein Nach- ssuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt. "Eine Lehrerstelle wurde dem Schulamtsaspiranten 'Adam Schmier aus Pfordt an der Gemeindeschule zu Rainrod übertragen. *• Die akademischen Turner und die Ein- iweihung des Völkerschlacht-Denkmals. Vom 17. bis 19. Oktober wird in Leipzig ein akadem isches Olympia sttottsinden. Bei dieser Gelegenheit werden die akadenüschcn Turner am 1-8. Oktober der Einweihung des Völkerschlacht- Denkmals beiwohnen. Die turnerischen Kampf- und Festspiele werden am 19. Oktober nick einem Fackelzug nach Dem Denkmal würdig beschlossen. Dabei werden die Fackelträger rings um den Teich Aufstellung nehmen, während vor ens, ber Festschrift und des Führers durch Mainz, zum beliebigen Besuch t>er Ausstellung, zur Teilnahme am Begrüßungsäbend, zur Besichttgung der Domänenkellereien und der Museen, zum Besuche des Gartens der Stadthalle und der Wirtschaftsräume des Stadtparks während der Nachtfestlichkeiten, zur Teilnahme an der Kostprobe, zur Teilnahme an dem Ausfluge nach Nierstein und Oppenheim und an der Festfahrt aus dem Rhein. vereinsnachrichten. ** I u g e nd t u r n e n. Der Männerturnverein weihte gestern feinen Turnplatz am Schisfenberger Weg durch ein Iugendturnen ein, bei dem gleichzeitig auch der Kamps um den Jahiüchild (Wanderpreis) erfolgte, den der Dtännerturnverein aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens vor 3 Jahren gestiftet hat. Das Turnen begann am Vormittag auf dem neuen Turnplatz und wurde am Nachmittag in Anwesenheit do” etwa 1500 Zuschauern auf dem Sportplatz an der Hardt fortgesetzt. Beteiligt bei den Wettkämpfen des Tages waren sämtliche Schulen, deren Schüler im edlen Wetteifer um die Ehre des Tages unter einander rangen. Tie Einrichtilng war recht gut getroffen. Das Turnen nahm folgenden Verlauf: Fünf-Kampf. Ober- stuftz Schüler über 16 Jahre. 1. Wilh. Lahr 88*/2 Punkte, 2. Ad. Bierau 86, 3. Gustav Kutzner 84, 4. Danny Eck 82, 5. Kurt Bogerts 79'/,, 6. Rud. Görlach 72l/„ 7. Ernst Grein 69, 8. Rud. Fourier 65, 9. Otto Wenzel 59, 10. Rud. Werner 57. Mittelstufe Schüler von 14-16 Jahren. 1. Bruno Fix 89'/,, 2. Otto Köhler 89. 3. Wilh. Bouteiller und Karl Huget 88, 4. Reinhold Kauß 85'/,, 5. Hch. Nicolaus 84'/,, 6. Hch. Allmendinger 84*/G, 7. Rud. Dietrich 82'/,, 8. Ph. Weber 82, 9. Ernst Trapp 80*/„ 10. Karl Blick 80, 11. Karl Lang und Ludw. Steinmüller 77, 12. Paul Weber 78*/,, 13. Alb. Feller 72, 14. Herm. Treppinger 71, 15. Alexander Hild 65*/,. Hnterfluse, Schüler von 12-14 Jahren. 1. Fritz Hofmann 89*/„,2. Ernst Sommerkorn 89,3. Rich. Hildebrand 88, 4. Aug. Wallenfels und Attur Flamm 87'/,, 5. Karl Urban 87, 6. Kurt Noll, Hch. Wisker -und Artur Fourier 86'/,, 7. Karl Renk, Martin Balser, Karl Böhm, Jultus Güngerich und Hch. Bouteiller 86, 8. Wilh. Müller und Wilh. Krauß 85, 9. Wilh. Magnus 84*/,, 10. Karl Eapeller, Ad. Zimmer und Wilh. Rieb 84, 11. Kurt Braun 83, 12. Ernst Heß 82'/,, 13. Alb. Lveb, Karl Daupert, Gg. Bell, Ludw. Trust frei? WWK