Nr. 98 Erscheint IS-lich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Hiehener Zamillenblätter" werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das * Kreisblatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeltfragen" erscheinen monatlich zweimal. Montag, 28. April 1913 163. Jahrgang Giehener Anzeiger Grnerai-Anzeiger für OberheM Rotationsdruck und Verlag der B^rühl'schen Universitäts - Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul-- stratze 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:^O112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen. S t rc i Reiches ist. Abp. Schuld-Erfurt (Soz.)i führt Beschwerde, das; gestern in einer unpolitischen Jugcnbver- sammlurw der Poli.;eikommissar bcm Vorsitzenden mit Verhaftung drohte als ein Redner auf die verschiedenartige Behandlung der bürgerlichen und der Arbeiter-Jugendbewegung seitens der Behörden hintvies. Abg. Schocpflin (Soz.) spricht zur ersten Lesung. Die 30 Mark-Zulage ist viel zu gering. Wir werden in der zweiten Lesung eine Zulage bis au f 860 Mark beantragen, damit Sie die schonen und klingenden Worte zu betätigen Gelegenheit erhalten, die die Veteranen hier Immer gehört haben. Abg. Baumann (Zentr.): 360 Mark wäre doch ein wenig zu viel bei unserer Finanzlage. Wir alle treten für die Veteranen ein. Abg. Prinz Schönaich-Carolath (Natl.) I (wird mit stürmischem Beifall empfangen): Es wäre wunderschön. wenn wir den Veteranen die höhere Zulage schon zum 1. Juli geben könnten. Jedenfalls muß aber das Gesetz am 1. Oktober in Kraft treten. In der Vetcrancnfreundschaft sind alle Parteien sich gleich. Ließe sich eine Zulage von 360 M. cinführcn, wir würden von Herzen gern dafür stimmen, aber das ist aussichtslos, und cs kommt für die Veteranen darauf an, daß sic die Erhöhung der Zulage schnell erhalten, und mehr wird \xd) mit der Finanzlage jetzt nicht durchsetzen lassen. Der Redner fordert noch einmal unter stürmischer Zustimmung zu einmütigem Beschluß auf. Abg. Arnstadt (Kons.)l gibt eine gleiche Erklärung ab. Man mutz sich auf das Erreichbare beschränken. i Abg. Bruckhofs (Vp.) erklärt auch namens der Voltspartei freudige Zustimmung und schnelle Bereitschaft. Abg. Zehnter (Zentr.) äußert einige Wünsche für die Ausführungsbestimmungen, Schatzsekretär Kühn: sagt zu. Aerztliche Atteste werden nicht gefordert werden. ;(®cifafl.)' . Es wird abgestimmt, in zweiter und s°sort anschließend iN dritter Lesung. Der Gesehelitwurf wird mit dem Betrag von 150 Mark einstimmig angenommen und soll am 1. »Ji- tober d. I. in Kraft treten. Es folgt das Abg. Prinz zu Schönaich-Carolath (Natl.): , Es wäre sehr bedauerlich, wenn das Botschafterpalai^ in Petersburg, nachdem wir viele Millionen dafür ausgegeben haben, den berechtigten Anforderungen nicht entsprechen lallte. Wir wünschen, daß die deutsche Kunst im AuSlande gut vertreten wird. Etat des Neichsamies des Innern. Elat des Auswärtigen Amtes. Abg. Bernstein (Soz.): Wir erblicken in der Tatsache, daß M on tcnegro geben den ausdrücklichen Wunsch der Großmächte die Er !olr ung Skutaris vollzogen hat, nur die natürliche Konsequenz der ganzen Politik der Großmächte, die d.c UufrLchterhaltung des Statusquo im Gegensatz zur Wahrung der berechtigten I - wresten der Balkanstaaten proklamiert haben. Wir wollen damit in keiner Weise den Widerstand Montenegros gegen eine befriedigende Lösung der Frage unterstützen, aber wir verlangen, daß die deutsche Regierung ihr Verhalten so einnchtet, daß sw nich t zum willenlosen Schlepptrager der Paliti Oesterreichs wird. Wir wollen den wirklichcii dauernden Frieden im Interesse aller Völker. Abg. Colshorn (Welfe) beklagt cS, daß das d c u t sch c B o t sch a f t c r pa aiS in Petersburg trotz der hohen Kosten, tue cs verursacht hat, un- ziveckmäßig und geschmacklos sei. das in seinem Rundgang dem Publikum seine Klugheit zeigen s°ll in Mrllichleit nur der Peitsche felgt Dio Dresseure sind (uraf sßeftaru und Erzberger. der Obcrregisseur Herr von Het)dc- ÄÄ patriotüV Profitjägern ist die « - firfit acrissen Diese P a n z c r p l a 11 e n p a t r i o t c n pno oie gefährlichsten Reichs- und Volksfreunde. Sie Hetzen d,e Volker gegeneinander^ ^chnationale Kalenderunternehmen der reaktionären Parteien gehört hierher, der Führer der Gefellschaft mit beschränkter Moral. Der nationalistische Mob auf beiden Seiten der Grenzen ist an der Arbeit, die Volker zu verhetzen. Hat doch cm PrIorgan jetzt gewagt, der französischen Nation eine niedere, gemeine,^heimtückische Gesinnung °°r,uwersen (Pm>-uftz b. d. So-i Vizc-Präsident Tr. Paasche rügt sie.) Das D eck n ngs - Programm der Regierung das keine Ordnung der R e i ch s f i u a n z e n schasst, iv e r d e n w i r n i ch t an - n c h m e ii f ü n n c n. Die Bundesstaaten sollen nur Klingel- bcutcrträgcc des Reiches werden und zu Provinzen ^^bstnkcn. Wir iverden eine Neuordnung bey i n a n z s h st e in s zu -chaffen suchen, die der sozialen Gerechtigkeit entspricht. Uns bangt es nicht vor der Zukunft. Wir werden alle Kräfte einsetzen für die Erhaltung des Friedens. (Beifall d. Soz.) Damit ist die Generaldebatte zu Ende. Abg. Gunsscr (Vp.) tritt für Schaffung kleiner Garnisonen ein. Die große Heere?- Vorlage wird hoffentlich die Möglichkeit geben, d.c Wunsche des Mittelstandes durch Errichtung Heiner Solche Wünsche sind stets sehr populär, und ke n Bürgermeister wird dieser Militärbegeisterung cntgcgcnzutreten wagen, ^ast aus^ schließlich sind natürlich wirtschaftliche Grund für derartige Wünsche maßgebend. A uch t n m eine m W a HI k r ei4 vveuci feit) macht sich der Wunsch nach einer, kleinen Garnison geltend, und ich hoffe, daß der KriegsMlNistcr diesem Wunsch gerecht wird. (Beifall.) Abg. Licsching (Vp.) bespricht da? von Stückle» behandelte Thema der ^vldatcn- m i ß h a n d l u n g e n gerade durch tue alten :J- dritten Lesung alle Vorbereitungen zu einer Verminderung der persönlichen Adjutanten zu treffen. Es ist jc^t möglich, zehn dieser Adjutanten, nämlich fünf Hauptleute und fünf Oberleutnants, als Ersparnis Wegfällen zu lassen., Tie Schwierigkeiten bei der rechnerischen Regelung ermöglichen die Durchführung erst für das Jahr 1914. Abg. Zubeil (Soz.) spricht nochmals über dir Konkurrenz der Militärkapellen. Zu den Pferdegeldern bemerkt Kriegsminister v. Hecringer': das, die Beschlüsse der zweiten Lesung, bctr. die Entziehung der Rationen ohne Entschädigung die Generale in ihrem Einkommen stark verkürze. Die Auswahl der höheren Offiziere wird dadurch erschwert, und die Schlagfertigkeit des Heeres muß leiden, wenn ivir die Generale nach ihrem Vermögen auswählen müssen. Eine ganze Anzahl Offiziere ist ohne Vermögen und wenn das nun noch Bei der Pferdehaltung zum Ausdruck kommt, so ist die Ge- fahr besonders groß. Die Beschlüsse der zweiten Lesung werden mit kleinen Aende- rungen bestätigt. Der Militäretat wird erledigt. Zur Veratuna Nt der Marineetat an die Reihe. Die Sozialdemokraten haben dazu beantragt, den Zehnmillionenbau der Jacht „Hohen- zollern zu streichen. Der Präsident beantragt über die namentliche Aostimmung die hierzu gleichfalls beantragt ist, zu- nächst rmr die Unter ittitzungsfrage zu stellen. Dagegen wird protestiert und-gefordert, daß noch heute der ganze Etat erledigt Der Reichstag hat inzwischen bereits 8X Stunden un. ^n^brochen gesessen Die Abstimmung ergibt nach der Fest, stellung des Präsidenten, daß die Mehrheit für die Vertagung ist. Da- Haus war am Schlüße bei dieser Abstimmung fast voll besetzt, qp Haus vertagt feine letzte Sitzung vor Pfingsten auf J3^r' NM bet Budgetkommission, die die Be- ratung der Wehrvorlage beginnt, Raum zu geben, erft auf 3 Uhr Schluß G% Uhr. • ' ’i . Abg. Graf Westarp (Kons? beantragt, auch den gestrichenen Kommanbanten der F c st u n a K o n i g st e i n wiederherzustellen. J, „n? 5ErBr,citct- dab d-r Kriegsminister B alb ba s Z eitlichc ) e g n c n wird (Unruhe), politisch geiprochcn. Der KricgsmiNister würde sich noch den Dank der ganzen Oessentliwkeit verdienen, wenn er die E n g u c t e über sft.1Ln.?§Iieferun6cn '"it der rücksichtslosesten Schärpe durchfuhren und allen Vertnschungsabsichten cnincaen- 2" to^l5be: ■S)/Cr, Kriegsminister wird dabei allerdings mit Ir? tTr he^^rT8\eücn zu kämpfen haben. Ein gewisser 1 ° * 1,9 m u s wird sich breit machen, um zu verhindern, daß allzuviel aufgedeckt wird. Der Kriegsminister wird nrnP^IeK schweren Versuchungen unterliegen geg n die die Veriuchungen des heiligen Antonius nur ein Kinderspiel fein werden. Die Schwierigkeiten werden um o »»>. *1 ■„?"äsiKt SE?F?"Hlb blCf SeUJe fle^cn licute noch in den Spandauer Militarwerkstatten aus und ein, als ob sie dort beschäftigt Generalleutnant Staabs: Die Spekulation ist selbstverständlich in unseres Grundstücks- erwerbungen ausgeschlossen. Natürlich suchen wir so billig wie fauten- D?" dem Enteignungsrecht wird dabei des öfteren Gebrauch gemacht, und es gelingt auch, dadurch die Speku. latwn vollständig fernzuhalten. Wenn z. B. neulich in Zossen GobcflllnftnnartPl-ntHn« __ri.Yi . , - _ 11 ‘ t Y Präsident Dr. Kaemps: irr gehört, daß Sie den Kronprinzen als Führer der deutschen Offizierskamarilla bezeichnet haben. Ich unzulässig und rufe Sie zur O r d n u n g! i cm rcajtö.j Abg. Dr. Liebknecht (Soz.): Den Herren am Ballhausplatz in Wien sollten wir raten, sich SU&n rUCs b?p dcn österreichischen Rüstungsinteressenten, die nicht besser sind als die deutschen. Wenn unser Vaterland in Gefahr gerat, dann liegt das nicht an dem äußeren Feind, sondern So?— Rüstungskapital. (Beifall bei den Soz. Lauter Widerspruch, Zischen und vereinzelte Pfiffe rechts.) Präsident Dr. Kaemps: des Albdrucks Ueberhebung gegen den Kriegsminister rufe ich den Abg. Haase z u r O r d n u n g. (Große Unruhe b. d. Soz.), Zuruf: Der KriegsmiNlster aber darf unsere ganze Fraktion s'chä^m?heif)Cr)lCrC ^geordnete rufen wiederholt: Unvcr. Präsident Dr. Kaemps: ruft ^cnAbgeorbneten Siemon (Soz.) wegen des Wortes Un- 1ersa)amthekt zur Ordnung. «Zuruf von den Soz.: Rufen S i c u ns do ch a l l e zur Ordnung. Wir haben alle Unverschämtheit gerufen.) Abg. Haase (Soz.): r , ,G§ ist "ach der Verfassung die Aufgabe des Kriegsministers, sich die Kontrolle des ganzen Hauses, also auch sämtlicher Mitglieder desselben gefallen zu lassen, und der Kriegsminister vergeht sich gegen die Befugnisse, die die Verfassung gewährt, wenn er unsere Kritik in dieser verächtlichen und beleidigenden £ hat kein Recht, mit einer verächtlichen Gebärde b?c, Kritik zu verurteilen, die schon oft genug zum Segen gewirkt hat. Wir überlassen dem Volk das Urteil darüber, ob die Verwaltung des Kriegsministers eine ehrenvolle ist oder nicht. (Große Unruhe rechts. — Lebhafter Beifall b. d. Soz.) • Damit schließt die Debatte. lMrtrr?b2- L"bknccht (Soz.) persönlich: Als ich vorhin sagen wollte, daß Herr von Gontard der Bruder eines sriibc- des Kaisers ist, winkte der General °nr S rbscln Kopf und die Herren von der Rechten brachen iii lebhaftes Gelachter aus. Nun hat mir der Herr General Mitteilen lassen daß ich recht gehabt habe. Danachhaben die Herren von der Rechten sich selbst ausgelacht. Dem Kriegsminister gegenüber möchte ich feststellen, daß ich heute wie neulich erklärt habe, er habe seine volle Schuldigkeit ac’ an, natürlich in dieser Angelegenheit. Ich habe nur gesprochen von den großen Versuchungen, die an ihn herantreten werden, und haoe mir in dieser Richtung erlaubt, d e u g e t r e u e n E ck - l*rbt des K r ic g s m i nisters zu spiele n. (Gelächter.) Kollege Liesching hat mich mißverstandeii. Meine Ausführungen waren dahin zugespitzt, daß sich die von mir erwähnten vier Fa- Briten zusammengetan haben, in gemeinsamer Arbeit zur Aus- Deutung der ganzen Welt. 0 Das Gehalt des Kricgsministcrs wird bewilligt. Sie zesiricheuen fiommnnöanten. Abg. Fehrcnbach (Zentr.) Begründet einen Antrag, die Kommandanturen in Karlsruhe und Darmstadt, die gestrichen waren, in der Weise beizuBehaltcn, daß Ne mit inaktiven Offizieren besetzt werden, also keine besonderen Kosten verursachen. _ 1 ' ' Abg. Haasc (Soz.): cYrrimS K>'e6sminister bat es unterlassen, auf die von meinem d . voff-brachten Tatsachen einzugehcii, um damit fii,no Profit garantieren (Hört! Hört! b^d So-) Ä garantieren sich gegenseitig das Monopol ÄÄÄfernzuhalten. Wenn z. B. neulich Fabrik ub-rlaffm bleibt. ° Hart! b"" ’ÄÄ ?ıÄ!!.e. «em“5‘ >P1,rbEn '"d. s° lag das M erwähnen im Inter-,s- her Auf-Lug aller ö,t°2 “’S" Friedensfreunde. Danach sind also bfe bulgarischen und serbischen Wgffen zum großen Teil von einer österreichischen m •• ^^^5^^?-dentIiche Gefährlichkeit d e s fÜr bcn VöIkcrfricden, aber ^°?.EmcneSkrupellosigkcit und Vaterlandslosigkeit dieses warfen siud die großen Patrioten, die uns vorzu- ; K \baB tom vaterlandslose Gesellen seien. Die deutsche Waffenfabrik, deren Brief Sie heute zu billigen scheinen, ist be- £r,I0t a,n emrfem internationalen Konzern, ber sich zur Ausgabe ^nbern auch Rußland mit Waffen zu versorgen. Das ist doch von nicht zu unterschätzender Bedeutung. _ . „ Dw Kriegshetze wird gefördert von jener dcutschcnOffi- al§ i)ercn Führer einmal hier im $aufc ber bcutfcfic Kronprinz gegen b£nU '^c'1 Reichskanzler bemonfteiert hat. ruhe und Rufe rechts: ^.Unerhört!") Abg. Dr. Liebknecht: - , bw guten Leute nur wüßten, mit welchem Behagen K, Wehgeschrer hmweggehe. Das zeigt, daß mein Schuß 66)6^011 har in der Schaar schmausenber Krähen? Die Best ech u ng s ge ld e r sollen so gering sein? Unsere Svftzel in ^U^^fü>.r^en auch nicht mit hohen Gehältern, unb boch finb Dvße Polizeifonbs, die zu ihrer Verfügung fteben. Auch Krupp toiefi)bic Oheime ÄriminaVun^bie Spionage ÄJ®ru?”. Wcint sich darauf zu bcrlaifcn, daß ripn3nnss! men hange zwischen bcn leitenden Anaestellwn ^s.V^ J?1!" Organen nicht aufdecken wird. Die ur^ ssE^^fieu, daß, wenn ihnen ein Betriebsunfall passiert hch nehmen, sie bann eines großen L?// 6 egeldes sicher finb. (Hört, hört!) Es soll in ?oute geben, die von Schweigegeldern leben. ^.enberbrE kruppsche Direktor, muß ein böses Ge- - ,Gr hat prophezeit, daß im Reichstag noch eine Stinkbombe platzen wird. Er muß also wissen daß noch manches stinkt bei der Firma Krupp. '' ühTrnh r^00-? geschleudert haben soll, fiShPr^hln rbLC’tet fv rührt das nicht von der Bombe her, M b 111 n.U"rat, in den sic hincingeftogen ist. Rieeaut de r^tC ,in8toIfd)en überholt worden, wenn er sagte: Sprak, schwere Sprak. Auch Herr Hugenbcrg kommt SnYaf Fremdwörtern. Er spricht von Repräsentationsgeldern, Jndiskretioiicn unb Bagatelleii. Er versteht cs ebenso aut wie unjere Diplomaten, bic Worte zu gebrauchen, um bic Gedanken und die Tatsachen zu verbergen. Das mutet geradezu frivol an. Darauf aber muß sich die Finna ein Patent geben lasstn Su?cnbxrs la0J; heißt, daß Brandt die MitteilsaNkeit -^rannten in strafbarer Weise zu erhöhen versucht hat! — Bisb!rbnnrB T-Cr ?? Krupp den Ernst der Situation h -Är.erugeiehen hat. (Hort, hört!) Es beweist, daß $ V SrJ Moral dieser Firma in außer- bedenklichem Maße zu wünschen übrig läßt. (Sehr . Hert man doch sogar sich nicht gescheut, mir politische Heuchelei vorzuwerfen. Schließlich erdreistet sich Herr Hugenbcrg, Zu sagen, daß es überhaupt keinen Fall Krupp gibt sondern : nur einen Fall Liebknecht.. Das ist ein Maß an Selbsttäuschung, fSh 9 sr^jt genommen werden kann. Die Firma । !°pc endlich mit solchen Auslassungen nicht mehr die Oeffentlich- ; leit aufregen. ’ 1 Kriegsminister v. Hecringen: legt noHmals seinen Standpunkt über die Kommandcmten von Karlsruhe unb Darmstadt dar. Die Anträge werden aogclchiit, es verbleibt bei den bis, herigen Beschlüssen über die Kommandanten. Ich habe heute keine Veranlassung, mich b 1 r m n Krupp zu beschäftigen. Was ich in die,er Richtuiig gesagt habe, bleibt Wort für Wort an£e . ?U<* bw Ableugnung ber Firma Krupp ist h^tatigt worden Es liegt das Geständnis einer lief bedenklichen geschäftlichen Unmoral. Der Mühe, weiteres Mate- fe ÄftMTSf'Vr Firma durch ihre Veröffentlichungen in der Ocffentlichkeit überholt. (Lachen rechts.) Sic kommen schon noch zu ^zhrer Sensation bei einer anderen Sache. (Lachen ) h?lriR7ßCh- e@Q^r 3U verdanken, sondern Napoleon, fÄn^)en ber deuIschen Soldaten Nicht von den Kugeln dcutschvoltischer Kanonen, zerjchmettert wurden. Auf das Thema en G c sand t sch a f t en, die in allen euro- autzcreuropaijchen Hauptstädten gehalten werden, v'^i.ein. ^dj erinnere nur an das Urteil eines Sachverständigen, eines Freiherrn von Perband, ber gesagt fiat ba^ unter allen wettstreitenden Kanonenfirmen keine umfangreicher unb systematischer mit anberen als technischen Mitteln arbeitet als Krupp. (Hört! Hört!) Das ist biplo- einmal ,cic a,f° =>*= Firma firupp zunächst V14LUIIAI. VL 11 L I Iv, MetesrsIogischeSeobachtungender Station Gietzen. Wetter § April Sonnenschein Sonnenschein 0 0 0 N 0 WSW 49 73 85 •2*5» Q K 2 6Ö 2 0 2 Kassel, 27. AMI. Tie Auffindung der Reste des BallonZ ,Llse" erfolgte durch den Holzhauer Heldmann, der heute morgen int Kaufungerwald nach Hirschgeweihen suchte und dabei in den Walddistrikt Günterberg kam, der in der Nähe von Witzenhamen liegt. Tort sah er in den Buchen ein Tau, er streifte die Umgebung ab und fand in dein Buchenbe.stand eine bis zur llli- kenntlichkeit verbrannte Masse und verständigte die Polizetz.Die sogleich an Ort und Stelle geeilte Kommission des kuiheffttchen Vereins für Luftschiffahrt stellte fest, das; es der Ballon „Ilse" war. Ter Ballon war bis «ur Höhe van 3700 Meter geflogen, dann bis aus 700 Meter gefallen, und dann in dieser Höhe anscheinend von einem Blitzstrahl getroffen worden,, so daß der brennende Ballon in die Tiefe stürzte. Aus den vorgefundenen Resten geht hervor, daß der Führer int Ballon verbrannt ist. Nach dem am letzten Sonntag in Kassel erfolgten Aufstieg , ist der Ballon vermutlich nur IV2 Stunden in der Luft gewesen, denn bereits um 9.30 Uhr wurde in Kleinalmerode, dem der Fundstelle zunächst gelegenen Ort, ein Gewitter, wahrgenommen, das dem Verunglückten verderblich geworden sein diirste. Zur Mazdaznanbcwegung. Rechtsanwalt Rauth in Leipzig schreibt uns: Ihre Nummer vom 14. April 1913 brachte einen Artikel des Rechtsanwalts Dr. Bracke in Braunschweig, betitelt „Der Begründer der Mazdaznanbewegung". Ta er sich nicht nur gegen die Person des Begründers Herrn Dr. Hanisch, sondern auch gegen die Mazdaznanbewegung als solche richtet, so bitte ich Sie int Auftrage und int Namen des die Mazdaznan- bewegitng gegenwärtig in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz förderndeit Mazdaznanbundes i Eingetragener Verein) und dessen Ehrenvorsitzenden Herrn David Ämmann in Leipzig um die Aufnahme der folgenden Zeilen: Es ist nicht wach', das' der Mazdaznanbund im Abnehmen begriffen ist. Das Gegenteil ist der Fall. Er itintmt beständig zn; das Interesse dafür ist trotz aller Anfeindungen so sehr im Wachsen begriffet', daß beständig nette Mazdaznan-Gesellschaflen selbst gegen die Absichten des Bundes entitehen. Es ist nicht wahr, daß Mazdaznan gegen die christliche Leche ist. Das Gegenteil ist der Fall. Es dürfte keine energischeren Verfechter des Urchristentums geben, als die Mazdaznaniünger. Was das erwähnte Mazdaznanwerk „Inner Studios", aus Deutsch unter dem Titel „Wiedergeburt" übersetzt, so ist so viel wahr an der Behauptung, daß es den zahlreichen Gegnern der Mazdaznanbewegung gelungen ist, eine Klage wegen „unsittlichen" Inhaltes durchzusetzen, nachdem es schott 10 Jache int Umlaut gewesen unb von der Zensur in Washington genehmigt jnar. Das Buch selbst erstrebt die denkbar reinste und höchste Sittlichkeit. Das Vorgehen der .Gegner hat nur den Zweck, die Sittlücitr- keit der Anhänger zu verdächtigen. Tie Klage ist noch anhängig, aber nie kann es so weit kommen, ein solches Buch für unsittlich zu erklären. Heer tinfc Flotte. Maschinengewehre für Rad f ah r abkeilungen in Frankreich. Dem „Echo de Paris" Kufolgo ist der Kriegsmrn«ster mit dem Plan beschäftigt, eine Anzahl von Radfahrer-Abteilungen mit Maschinengewehren auszuftatten, da die seit längerer Zeit unternommenen Versus ein günstiges Ergebnis geliefert haben. 4- 33,9 "0. - 4- 7,4" ü. Univerfitäts-Nachrrchten. — Aus Rostock wird uns geschrieben: Der bisherige Professor an der Tierärztlichen .Hochschule in Stuttgart Dr. med. vet. Richard Reinhardt ist zum ordentlichen Honorarprofessor mit dem Lehrauftrag für Tierseuchen, Fleischbeschau und IMlchkunde in der medizinischen Fakultät der Urtiversität Rostock ernannt worden. — Der Straßburger Zivilprozeßlehrer Pros. Dr. jur. August Siegmuud S ch tt l t; e feiert nut 28. April seinen 80. Geburtstag. Prof. Schultze ist nm 28. April 1833 in Greüswald geboren, wo feüt Unter als Professor der Anatomie und Ptu)stologie an der Universität mirftc. 1912 wurde Prof. Schultze emeritiert. — Nachdem Professor Dr. med. Ernst Schtvalb c in 9t 0 ft 0 d sich nicht hat enschließen körnten, dein Rttse und) Königsberg i. Pr. Folge zu leisten, tst, wie wir hören, der a. 0. Professor an der B e r I i n c r Universität Dr. med. Karl Kaiserling auf den Lehrstuhl der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatontie an der Universität Königsberg als Nachfolger von Prof. Henke berufen worden. (uftschiftahrl. Der Ball ott „Ilse" verbrannt: Witzcnhausen 27. APftl. Im Forst bei Alme rode wurde heute tiomtittag 8 Uhr der seit vergangenem Sonntag vermißte Ballon „Ilse" völlig verbrannt aufgeftntdcn. Tie Leiche des Führers, .Kaufmann Wchland ans Kassel, lag daneben. Einzelheiten fehlen. Märkte. Gladenbach, 27. April. Unser Fr t"t hj a h rs rn nrkl tvar mit 050 Ferkeln und Säufern befnbren. Boi stottern Geschäft mürben für Jungtiere 55—65 Mk. und für Einlegeschweine sogar 100—120 Mk. das Paar gezahlt. — Auf dem S ch >v e i tt e in 0 r t ♦ in Biedenkopf waren 415 Tiere zugefahren, die ebeufasts zu hohen Preisen verkauft wurden. preußischer Abgeordnetenhaus. Berlin, 26. April, Heute wurden zunächst die Entwürfe eines Ruhrreinhaltungs- gesetzcs und eines Ruhrtalsperrgesetzes in dritter Lesung en bloc verabschiedet, und bann kam noch einmal der Abgeordneten- hauSgarten aufs Tapet. Der Eintrag Str osser >Kons.) geht daltzn, die Regierung zu ersuchen, geeignete Schritte zu tun, um das an die Westseite des Grundstücks des Abgeordneten- bauses in der Prinz-Albrechlstraße grenzende unbebaute Grundstück der Heeresverwaltung für die Zwecke des Abgeordnetenhauses zu erwerben. Ferner steht mit zur Debatte der Antrag des Budgetausschusses, die Regierung möge dafür sorgen, daß die in dem Baublock zwischen der Leipziger Straße, Wilhelmsttaße. Prinz-Albrechtsttaße, Königgrätzer Straße und dem Leipziger Platz liegenden Grundstücke nicht in Privathände übergehen, sondern für Reichs- und Staatszwecke erhalten bleiben. Sämtliche Parteien erklären sich für den Antrag Strosser, der einstimmig angenommen wird. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betreffend SIbänberung bes Gesetzes über bie E i s e n ba h n u n t e r n e h - m it n g c n vom 3. November 1838. Gegen den Wunsch des Eisenbahnministers v. Breitenbach, der bittet, von einer Beratung des Gesetzentwurfs jetzt abzusehen, da die Regierung in der nächsten Session einen neuen Entwurf vorlegen und diesen zunächst dem Herrenhaus unterbreiten wolle, wird in bie Einzelberatung eingetreten. Das Haus tritt den Ausschußbeschlüssen bet. Längeren Aufenthalt gab es fobann ■ bei den Anträgen zum K 0 m rn it n a l a b g a b e n g e s e tz. Den ursprünglich eingebrachten Antrag Graf Spee (Zentr.) fordern die Abgg. Graf Spee (Zentra, v. Arnim-Züsedom iKons.), Dr. Porsch (Zentr.) itnb Viereck (Frei- kons.), in neuer Fassung anzunehmen, nach der 1. bei der Veranlagung zur Grundwertsteuer der Wert der dauernd landwirtschaftlich genützten Grundstücke nach einem Mehrfachen desjenigen Ertrags bemessen werden, soll, den die Grundstücke als solche bet gemeinüblicher Bewirtschaftung im Durchschnitt nachhaltig gewähren formen; 2. den berechtigten Beschwerden des städtischen Haus- und Grundbefitzes Rechnung getragen und 3. eine entsprechende Wanderung des Kreis- und Provinzialabgabengesetzes in Aussicht genommen werden soll. Punkt 1 dieses Antrages hat der Budgetausschuß übernommen. Endlich wollen die Anträge der Abgg. Dr. Friedberg (Nack.) und Aronsohn Ms CCXo L 5-S A tst Eine hygienische Toiletteseife ohne Konkurrenz ist die M i> r rh 0 1111 Sci fe- deun sie ist die einzige, welche, den kosmetischen Benandtetl ..Murrhohii mir bewahrter SchouheitSwirfung auf tue Haut enthalt. lb”7« Höchste Temperatur am Niedrigste , , Vermischtes. — Eine bedeutsame graphische Sammlung,, bie Galerie des jungst verstorbenen Notars Tr. W e b e r, eines Neffen des berühmten Kunstsammlers Weber, dessen wertvolle Gemäldegalerie unlängst versteigert worden ist, wird demnächst in Berlin öffentlich zum Kauf ausgeboten werden. Man bedauert in Hamburg, wie uns 0011 dort geschrieben wird, daß es nicht gelungen ist, diese ausgezeichnete graphische Sammlung, in der fast fein großer Radierer der Vergangenheit und der Gegenwart fehlt, der Stadt Hamburg zu erhalten. Die Galerie enthält die erlesensten Drucke, zum Teil Arbeiten, die nur in wenig Abzügen existieren, 11 niea, bie in feiner anderen Sammlung Vorkommen und wahrscheinlich nie ivieder aus dem Kunst- marft erscheinen werden. Man findet Blätter von Menzel, Kalck- rcutl), Liebermann, Zorn, Karl Staufer, Max Klinger, Lovis Corinth, Hans Olde und Arbeiten aus der Radiernadel aus-- ländischer Meister, wie Whistler, Corot, Manet, Rops und Strang — Zu gleicher Zeit verliert Hamburg durch Versteigerung der völkerkundlichen und kunstgewerblichen Sammlungen des verstorbenen Worloe bedeutende Schätze. Nur die kostbare und in aller Welt bekannte Mineraliensammlung ist in den Besitz des Hamburger Staates übergegangen, während die reichen Sammlungen von javanischem und chinesischem sowie heimatlichem Kunst- getoerbc und die einzig dastehenden völkerkundlichen^ Sammlrmgen in die Hände einzelner Liebhaber und zahlreicher städtischer Museen übergingen. * Sher Präsident der Berliner Ha.n d eis - kammer, Geheimer Kommerzienrat Wilhelm Herz, hat anläßlich seines 90. Geburtstages folgendes Telegramm be5 Kaisers erhalten: Empsangen Sie zur heutigen Voll- ettdung Ihres 90. Lebensjahres meinen herzlichsten Glück- ivimsch. Einged-enk Ihrer außerordentlichen Verdienste um den firr die gedeihliche Entwicklung des Vaterlandes so bedeutungsvollen Handelsstand und Ihres hervorragenden Wirtens für die Interessen des Reiches und des Staates ist es mir eine besondere Freude gewesen. Ihnen als erneutes Zeichen meiner Anerkennung uni) Dankbarkeit am heutigen Tage den Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit denr Prädikat ExMenz zu verleihen. Gott der .Herr schenke Euerer Exzellenz noch einen glücklichen Lebensabend. Wilhelm I. R. — Bei Entgegennahme der zahlreichen Ehrungen erlitt Exzjellenz Herz einen vorübergehenden Ohn-> machtsanfall. Sein Beftnden gibt zu ernsten Bedenken keinen Anlaß. Das Festinahl der Handelskammer ist bis auf weiteres verschoben worden. * Zwei Anekdoten a 115 dem Jahre 1813. Lluch in Frankreich gedenkt man dieser Tage öfter der Zeit vor 100 Jahren, wenn auch nicht mit ganz so festlichen Gesichlen, wie in Deutschland. Eine Pariser Zeitung hat vor kurzem zwei so gut wie unbekannte Anekdoten ans jener Zeit veröffentlicht, die auch bei uns aus diesem Grunde Interesse finden^werden. Die erste wird folgendermaßen erzählt: Als eines Tages Napoleon I. Revue über seine Truppen hielt, kam er an einem alten Offizier vorbei, der, weil ihm äußere glänzende Eigenschaften fehlten ober auch, weil ihm die Sonne der Protektion nie geschienen, es nur Lmn Hauptmann gebracht hatte, obwohl ihn der Kaiser als einen tüchtigen Soldaten kannte. Mit auffallend langsamen Schritten ging Napoleon die Front entlang. Ms er bis zu dem Alten vorgeschritten war, sagte dieser laut, aber ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken: „Fünfzehn Feldzüge! Zehn Wunden! Haiipttnann!" Darauf der Kaiser ohne auch nur den Kopf zu wenden und seine Schritte zu verlangsamen: „Oberst! BrigaAe- geticraf! Bavon!" — Die andere kleine Geschickte: Eine österreichische Prinzessin fragte den Herzog von Wellington: Woher Eommt es doch nur, daß wir Wiener viel besser Französisch sprechen als Ihr Engländer? „Ja, Kaiserliche Hoheft, die Sacke liegt doch klar zu Tage. Hätte Napoleon London, zweimal mit seinen Armeen besucht, wie er es mit Wien getan, so hätten wir sicherlich auch besser Französisch gelernt." * Wer zuerst komm t. Richter: „Warum haben Sie denn dem Kläger die Ohrfeige gegeben?" — Angeklagter: „Aus Zuvorkommenheit." — Richter: „Wieso?" — Angeklagter: „Weil er mir sonst eine gegeben hatte." (Ein Augenzeuge der Schlacht bei Waterloo. Prinz August von Thum und Taxis, der unter General Wiede als bayerischer G en er alstadspffizier mit Napoleon nach Rußland zog und dami 1814—1815 gegen die Franzosen zieht, hat ein Tagebuch geschrieben, das in seiner leidenschaftslosen objektiven Haltung eine roertoolle Urkunde zur Geschichte icner Tage ist. Die Erinnerimgen, die bisher mweröfseMlicht blieben, gibt jetzt Tr. !Friedrich 'Sckxulze im Insel-Verlag heraus. . Die größte Waftemat, die er mitmachte, war wohl die Schlacht bei Waterloo. Dos unglückliche Gefecht bei Ligny nennt er eins der mörderischsten Jnfanteriegefechte, das fast fünf Stunden mit gleicher Wut foribauerte. Ungefähr um 81,, Uhr, so erzählt der Prinz, machte ein ziemlich starker Regen, daß das Feuer^auf der ganzen Linie schwächer mürbe, so entstand eine Art Hoftrmng, daß der Feind nichts mehr unternehmen würde. Allein Napoleon hatte gerade für den Abend den Hauptangriff verspart. Das preußische Fußvolk zog sich, nackchem es Lignv geräumt hatte, in geschlossener Ordnung auf die Höhen zurück. In diesem' Moment sm engte Feldmarschall Blück'er hinzu, stellte sich an die Spitze des zunächst stehenden Regiments und befahl, den Feiitd zu chargiere?!. Doch gleich im Anfang wurde ihm das Pferd unter dem Leibe erschossen. Er blieb im Sturze unter demselben liegen, gerade im Moment, als das westfälische Landwehrkavallerieregiment, vor dem er sich befand, geworfen wurde. Schon waren die nachhauen- bcu Kürassiers sehr nahe. Doch glücklicherweise war es inzwischen dunkel geworden und man bemerkte beit Fürsten nicht. Ter Herzog von Wellington, der an diesem Tage bei Ouatre-Bras gleichfalls sehr heftig angegriffen worden war, ging nun bis Waterloo zurück und schrieb hier jenen Brief an Blücher mit der Bitte um Entsendung von zwei Armeekorps. Tie Antwort, die der alte Herr gab, daß er nämlich mit seiner ganzen Armee zu Hilfe tommen wolle, ist bekannt. 'Am 18. Juni gegen 11 Uhr brach Fürst Blücher vonWavre auf. Der Prinz erzählt voit der unglaublichen Mühe, die schlechten Wege zu passieren und die Artftlerie auf die jenseitigen Höhen zu bringen. Von einem Punkte recksts des WegeS — so schreibt er — formte man gerade in der Division über Frichemont auf den Teil des Schlachtfeldes Hinsehen, wo der französische redete Flügel den englifck-en linlen bei La-Haye-Sainte nicht nur mit der größten Heftigkeit angriff, sondern, eine Pointe machend, gleichsam sein Zentrum hin aufz-lrollen. trachtete, wahrscheinlich um jede Vereinigung zwischen beiden Armeen unmöglich zu machm. Dies Nianöver war die Ursache, daß wir gerade auf den Rücken des Feindes Hinsehen konnten. Endlich gegen, fünf Uhr entschloß sich Blücher, obschon nur zwei Brigaden heran waren, den Angriff zu. unternehmen. Man fing sogleich an, eine Batterie durchfeuern zu lassen, damit der Herzog avisiert sein könne, und unmittelbar darauf wurde vorgerückt. In dieseni Augenblick kam vom General Thielemann, der Blücher unmittelbar folgte, die Mitteilung, er werde heftig vom Feinde angegriffen. Fürst Blücher hdsitierte jedoch keinen Augenblick und erklärte, daß nun die Schlacht sich vor uns eMscheidell müsse. Ter Prinz lobt die Bravour der englischen Truppen und des Herozgs ganz besonders, der alle Angriffe mit Ruhe zurückwies. Gegen 7 Uhr erschien endlick! General Zielen. Nun war der Sukz-eß uns vollkommen gesichert: allein merlwürdig genug wollte das Geschick, daß von diesem Moment an (wo, wie der Prinz glaubt, für Napoleon ein Abbrechen des Gefechts und halb geordneter Rückzug nach Dyle zur Not noch möglich gewesen wäre) erst die blutigste Szene dieses mörderischen Krieges beginnen sollte. Napoleon nämlich hielt (oder ftngierte, dafür zu hallen) die Schüsse, die Gerreral Zielen hatte abgeben lassen, für ein Signal von seinem! General Grouchy und die Preußen für verloren. So ließ er es wenigstens feinen Mannschaften bclanntgcben. Unmittelbar darauf versuchte er mit vier Regimentern seiner alten Garde mehrere Hauptangriffe, die die Engländer zurücischlugen. Danach verließe er seine Armee Und ritt die ganze Nacht hindurch, während daS ftanzösische Heer sich vollkommen auflöftc. April 1913 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Ltist Absolute Feuchtigkeit 27. 2_H 740,3 22,7 10,1 27. 9:1| 741,7 16,1 10 0 28, 72tl 745,3 12,4 9,1 li fcto taff J Die hmti kJ Unerreichtes Angebot! 5% Extra-Rabatt Anzahlung C C nur Oö Anzahlung ||Z nur lö Anzahlung O Ei nur Äw Anzahlung I SH nur Iw Mk. bis Mk. bis Mk. bis Mk. bis 80Mk. 20 Mk. 40 Mk. 12 Mk. Abzahlung nach Wunsch. i Einzelne Gegenstände mit Anzahlung von Mk. 5. — an Herren- u. Damenkonfektion, Knaben n. Mädchenkonfektion Schuhwaren Kinderwagen Ge Gu Na. zu Wetzlars grösstem und leistungsfähigstem Waren- und Möbel-Einrichtungshaus Kulant auf Ziel C"/t FW 1 1 Englische Schlafzimmer 1 i i 1 Waschtoilette . . 1 komplette Küche 1 1 4 1 2 kompl. Betten 1 Waschtoäette 2 Nachttische 1 Divan Vertiko Tisch Stühle kpl. Küche Bessere Einrichtungen Kleider- Schränke 1 Waschtoilette 2 Nachtkästchen 1 kpl. 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