Nr. 256 Erstes Blatt 163. Jahrgang Zreitag, z^. ©ftober 1913 Ter «ehener Anzeiger JSWfQr A Ä Bezugspreis: erscheint täglich,- außer ÄÄ3S1 XF Jwk 1*W ▼ monatlich 75Pß.vienel« SS ■VttA&Afrt Ai* y| *t^AI A Ai*WWH . WWItLll'vil'Vl 44BL IVlUV> , : wirtschaftlich« Zeitfragen ▼ ^F ■ ■ ^F ■ V ^F ^F ^F ■ “ ■ ▼ ” LX ~ ChesredaktenrrA Goetz. Fernsprech - Anschlüsse: 1 W GM A/ Verantwortlich für den Mr die Redaktion II2, __ M p"ln. .^eü: Aug. Goetz. MW General-Anzeiger für Oberhessen KWß bis vörnüttaA^uh? Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Such und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: 8chnlsttahe 7. Anzeigenteil:' H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seilen. Tageskalender ans dem Jahre 1813. 31. Oktober. Napoleon verläßt um 11 Uhr Hanau und triffi nachmittags um 3 Uhr in Frankfurt a. M. ein, toi er im Gartenhaus des Herrn v. Bethinann bis zum 1. N» vcmber nachmittags 1 Uhr verbleibt, um sich von da nach Höchst a. M. zu begeben. Die einzige Enthüllung derllrnpp-Prozesse. Wenn die Tätigkeit Brandts herauskommc, fliege die ganze Firma ttrupp in die Luft, so will sich der „interessante" Zeuge des zweiten Krupp-Prozesses, Herr p. Metzen, einst gegenüber dem Direktor Eccius geäußert haben. Als der Oberstaatsanwalt fragt, ob der Zeuge das Bild des Pulverfasses aufrecht erhalten könne, zieht sich Herr v. Metzen in sein dünnes Schneckcngehäuse zurück und erklärt, er möchte sich auf diesen Ausdruck nicht festlegcn. Herr v. Metzen weiß ganz genau, daß die Firma Krupp durch seine „Enthüllungen" nicht in die Lust fliegen wird. Aber etwas anderes, so stellt sich immer deutlicher heraus, sitzt auf dem Pulverfaß, sowohl bei diesen Prozessen, wie auch anderswo, und das ist: Das militärische Staats-geheimnis desDeut- schcn Reiches! Ein Verteidiger, Justizrat v. Gordon., mußte darauf Hinweisen, daß in den bei Herrn v. Metzen beschlagnahmten Papieren eine ganze Reihe absolut militärischer Geheimnisse, deutscher Geheimnisse, enthalten war. Es hätte ein unendliches Unglück geben können, wenn diese Briefe der Oeffentlichkeit preisgegeben worden wären. Auch Geheimnisse einer andern Dreibundmacht waren darin enthalten, und schon die internationale Höflichkeit hätte cs verboten, diese Schriftstücke zu veröffentlichen. Wie, wenn diese Schriftstücke nicht von einem durchsuchenden Richter beschlagnahmt worden, sondern in unbefugte Hände geraten wären? Wie, wenn die vielen Papiere, Briefe, Korrespondenzen, Kornwalzer usw., von denen im Prozesse soviel die Rede ist, aus dem wenig verschwiegenen Sofa-Versteck des Herrn v. Metzen oder aus den Schubladen und Schränken anderer beteiligter Privatleute entschlüpft und unter Augen gekommen wären, die für fremde Nationen gewöhn- heits- oder gewerbsmäßig beobachten und wirken? Mit anderen Worten: Wird cs als einzige, Enthüllung der Krupp- Prozesse nicht immer klarer, daß die militärischen Geheimnisse des deutschen Vaterlandes durch das Hin- und Hertragen aus Bcamtcnbüros in Privathände und umgekehrt, durch das Abschreibcn und Aufheben zu kleinlichen Rachezwecken und insbesondere auch durch die jetzt ans Licht gekommenen Manipulationen konkurrierender Waffenfabriken leicht auch zur Kenntnis der ausländischen Spionage kom- nien können? Die Kruppschen Fabrikgeheimnisse allein ohne die amtlichen Akten sind doch schon meist nichts anderes als militärische und vaterländische Geheimnisse. Schon vor der jetzigen Klärung, während des ersten Krupp-Prozesses wurde von einer der Firma Krupp anscheinend nahestehenden Seite darauf hingewiesen, daß der Ueber- wachung der Kruppschen Fabrikgeheimnisse die denkbar größte Aufmerksamkeit geschenkt werde. Der äußere Kontrollbetrieb werde durch besondere Beamte ausgeübt, nämlich nach dem Beispiel der Staatswcrften durch die — Feuerwehr der Kruppschen Werke. Unterdessen hat auch ein Militärfachblatt, höchst merkwürdigerweise ein englisches, nämlich das „Army and Navy Journal" einen Bericht über den inneren Kontrolldienst veröffentlicht. Alle schriftlichen Mitteilungen würden nur in verschlossenen Kästen weiter gegeben, in die ein Unbefugter nie Einblick gewinnen könne; jeder Kasten könne rur von dem geöffnet werden, für den er bestimmt ist, da Geheimschlüssel eine unbefugte Oeffnung unmöglich machen. Die Angestellten würden „zur unverbrüchlichen Geheimhal- ung in allem, was sic sehen und hören," verpflichtet. Um Durchstechereien und Entwendungen wichtiger Papiere unmöglich zu machen, müßten die Angestellten ihren Anzug wechseln, ehe sie den Dienst antreten und wenn sie den Dienst beendigt haben. Letzteres klingt sehr dilettantisch und trifst ncht zu. Man kann die Angestellten der Firma Krupp bei Antritt und Beendigung ihres Dienstes nicht untersuchen wie Die schwarzen Arbeiter der Diamantgruben von Kimberley. Es soll nicht bestritten werden, daß die wichtigste Tätigkeit in den Noiistruitionsbureaus nur sehr erprobten Leuten anvertraut wird und daß die Finnta Krupp bei der Personal- auswahl sich bemüht, sehr scharf zu sieben. Aber diese private Kontrollorganisation konnte nicht verhindern, daß bie Kruppschen Werke wiederholt von Verrätern heimgesucht und damit auch das militärische Staatsinteresse auf das Schwerste geschädigt wurde. Erinnerlich ist vielleicht noch die vor einigen Jahren erfolgte Verurteilung von drei Personen, die sich bei Krupp geheime Pläne angccignet hatten. Tie internationalen Spionagebureaus, die ihren Sch im Ausland haben, ihre geheimen Filialen aber auf preußischem Boden und insbesondere im Rheinland unterhalten, kommen auf gewissen Schleichwegen und durch gewisse Hintertüren an die geheimen Schubfächer der Firma Krupp heran. Drese Gefahr ist durch die jetzigen Prozesse klarer als je geworden iiiid führt drängender als je zu der Frage, ob die Herstellung von Kriegsmaterial durch Privatfirmen nicht unter der schärferen und eigentlichen Kontrolle des Staates zu erfolgen hat. Damit soll nicht der Verstaatlichung der deutschen Geschützgießcreien das Wort geredet werden, sondern der staatlichen Kontrolle derjenigen Fabrikationszweige, die aus nationalem Interesse unbedingt und strengstens geheim gehalten werden müssen. Wenn der Ausschuß des Reichstages in dieser Richtung Erhebungen anstellt !und Vorschläge macht, wird er einen wirklichen praktischen Nutzen aus den Krupp-Prozessen ziehen. Vie badischen LandtagZwahlen. M a n n h e i m , 30. Oft. Das Gesamtergebnis der Nachwahlen zur Zweiten Badischen Kammer ist folgendes: 4 Fortschrittliche Volkspartei, 11 Nationalliberale, vier Sozialdemokraten, 1 Zentrum. Die Zweite Kammer setzt sich nun wie folgt zusammen: 30 Zentrum, 5 Konservative, 13 Sozialdemokraten, 19 Nationalliberale, 1 Wilder, 5 Fortschrittler. Die Gewinn- und Verlustliste der Parteien stellt sich nach den heutigen Stichwahlen wie folgt: Nationalliberale plus 7, minus 5, fortschrittliche Volkspartei plus 2, minus 4, Sozialdemokraten plus 1, minus 8, Zentrum plus 4, minus 1, Konservative plus 2, Bund der Landwirte plus 1, minus 1, Wilde plus 1. I n der Zweiten Kammer verfügt die Linke demgemäß über 37 Stimmen gegen 36 Stimmen der Rechten. Wir geben nachfolgende Uebersicht: Die Nationalliberalen erhielten bei der Hcmptwahl acht, gewannen dabei drei und verloren fünf Sitze, bei der Stichwahl erhielten sie 11 Sitze. Sie besitzen nunmehr 19 gegen 17 in der alten Kammer. Die Fortschrittler erhielten bei der Hauptwahl 1, verloren 3 Sitze, erhielten in der Stichwahl 4, zusammen 5 gegen 7 «Sitze in der alten Kammer. Die Sozialdemokraten erhielten bei der Hauptwahl 9, gewannen einen und verloren 4 Sitze, erhielten bei der Stichwahl 4 Sitze, zusammen 13 gegen 20 in der alten Kammer. Tas Zentrum erhielt bei der Hauptwahl 29 Sitze, gewann 4, erhielt bei der Stichwahl 1 Sitz, zusammen 30 gegen 26. Die Konservativen erhielten bei der Hauptwahl 4 Sitze, gewannen 2, bei der Stichwahl keinen Sitz, zusammen 4 gegen 2 Sitze. Der Bund der Landwirte erhielt bei der Hauptwahl 1 Sitz, gewann 1 Sitz, bei der Stichwahl feinen Sitz. Die Wilden gewannen bei der Hauptwahl einen Sitz, bei der Stichwahl feinen. Gewählt wurden in der Haupt- wähl 53, in den Stichwahlen 20 Abgeordnete, d. i. 73 Abgeordnete. _______________________________ Die Beendigung der Regentschaft in Bayern. München, 30. Oft. In der Kammer der A b g c * ordneten erklärte zu Beginn der Sitzung bei der Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Aufhebung der Regentschaft Ministerpräsident Freiherr v. H erkling u. a. folgendes: Tie Vorlage, welche Ihnen zuging, ist von ungewöhnlicher Bedeutung und Tragweite. Nach eingehenden'Beratungen entschloß sich die Regierung zu diesem Schritt. Sie ist sich ihrer Verantwortung vollbewußt. Die Umstände entschuldigen wohl und gestatten auch, daß ich abweichend von dem Herkommen die Verhand- lmigen des Hauses mit kurzen Worten eröffne. In einem monarchischen Staat ist die Regentschaft wegen dauernder Regierungs- Unfähigkeit des Monarchen stets ein anormaler Zustand und wird zum Unglück, wenn diese Einrichtung eine dauernde zu werden droht. Daß dieser Zustand in Bayern beendet werden möge, ein Zustand, der auf lange Jahre zurückgeht: dieser Wunsch ist langst gehegt und zürn Ausdruck gebracht worden. Damals beugte sich aber bie Staatsregierung dem Wunsche der allerhöchsten , Willensmeinung des Prinzregenten Luitpold. Seitdem sind 16 Jahre verflossen. Ter Prinzregent Luitpold ist heimgegangen und ein Regentschaftswechsel eingetreten. Der alte Wunsch besteht fort und ist in der letzten Zeit sogar mit besonderer Lebhaftigkeit hervorgetreten. Der monarchische Gedanke, die Empfindungen weiter Volkskreise und die Stellung Bayerns nach außen, sie alle verlangen, daß an der Spitze des Königreichs ein regierungsfähiger König stehe. Die Sta-atsregierung ließe sich eine Pflichtvenaunrnis zu schulden kommen, wenn man diesen Verhältnissen nicht Rechnung tragen wollte, daß eine Aenderung dieses Zustandes nur auf dem Weg: einer Verfassungsänderung möglich ist. Dieser Satz ist lange bestritten worden und ist ber Theorie vonder Notwendigkeit des Fortschreitens des staatlichen Lebens abgerungen. Diese Befugnis zu einer Verfaisungs mde- rung ist verallgemeinert, daß überall da, wo die Verfassung eine Mitwirkung der Krone vorsieht, der Regent als Träger ber königlichen Gewalt diese Befugnis cuiszuüben berufen ist. Eine Verfassungsänderung ist es> daher, die die Vorlage ihnen unterbreitet, aber nur bezüglich eines Punktes. Die Vorlage hütet sich, irgendwelche andere Punkte, als den einen zu berühren. Der Ministerpräsident verlas die Berfassungsbestimmung der Artikel, die hmzu- gefügt werden sollen und fuhr fort: Danach kann der Regent die Regentschaft für beendet erklären, er kann es, weil er wahrend der Regentschaft der stellvertretende Inhaber der vollen Königsgewalt ist, et kann es, aber er muß es Nicht. Es, ist in fein Ermessen gestellt, ob er den Zeitpunkt für geeignet halt, und wenn er ihn für geeignet hält, die Regentschaft für beenbet zu erklären, dann ist der Landtag unverzüglich eimuberufen, Nun liegt es in Ihrem wohlbekannten und ernsten Pf licht empnnben und Ihrer praktischen Hingabe, beit schweren verantwortungsvollen Schritt, den die Regierung unternommen hat, zu einem guten Ende zu führen. innerungen geweihte (schloß Ct Schöpfung Lionardos da Vinci axv= c ia)einnaj ntaujen iwihi , sich bei der Errichtung -1 bedient und an sie sich < gegen ist nur wenig entwickelt und wird von den Männern aus- geübt. Die Makiritare sind besonders bewandert in der Herstellung von Reibebr^tten die sie toeitum feilbieten und verhandeln. An Waffen kennen die Männer nur Bogen uno Pfeile, sowie das Blasrehr, mit dem sie Pfeilspitzen versenden, die mit dem gefährlichen Pflanzengift Curare vergiftet sind. . . Reicher Beifall lohnte dem Redner für lerne uftereisauten Ausfüllungen. Manches Mitglied der „Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde" aber wird die erste Darbietung dieses Winters als eine wohlgelungene Veranstaltung gebucht haben. Eingeborenen das gefährliche Unternehmen begonnen. Abgelenkt durch den Aracasa, ging die Reise nordwärts, dem Gebirge entgegen Nach Ueberwindung zahlloser Stromschnellen und jouftigen Schwierigkeiten stockte schließlich der Zug völlig, da bie nahende Regenzeft die Notwendigkeit nahelegte, bewohntere Gegenden aift- zusuchen. Während seine Abgesandten das Gebirge überichritten, um von ber venezolanischen Seite leichte Kanus herbeizuschassen, benutzte ber Leiter ber Expedition die unfreiwillige Muße, um 60 Mythen u nd Legenden zu sammeln und aufzuzeichnen. Nachdem alsdann durch den Merevari der Caura erreicht war, hatte man zwar bereits das Stromgebiet des Orinoco betreten, ftdoch noch keineswegs alle Schwierigkeiten überwunden. Im Gegenteil! Am Ventuari geriet die Reisegesellschaft durch Verrat treuloser Indianer, durch Flucht von Trägern, durch Krankheit und Ichwie- riges Gelände in die größte Gefahr. Endlich aber erreichte die tapfere Schar San Fernando am Orinoco und damit das Ende aller Leiden. Eine reiche Ausbeute in wissenschaftlicher Hinsicht war der Lohn der großen Anstrengungeii. Eine Ahnung von der Bedeutung der Reise ging auch den Fernstehenden auf, tveim wohlgelungene Photographien auf dem Lichtschirme Typen der wichtigsten Indianer flämme vorfül-rten, wie der Taulipan, der Makulchi, Schi- riana, Maku, Makiritare u. a. In bie Lebensweile dieser Urvölker ließen aber ganz besonders die kinematographischen Ausnahmen einen guten Einblick gewinnen, während die phcnogravhischen Ausnahmen Tanzlieder und Gesänge Wiedergaben. Besonders interessant gestaltete sich auch die Vorführung des Hausbaus. Begnügen sich die unkultiviertesten Stämme, die im Walde umherziehen, zum Schutze gegen die Unbilden ber Witterung mit einem einfachen Windschirm, so bauen die Sesthaften unter den Indianern stattliche Häuser, die sogar hier und da zu Dörfern zusammentreten. Ein kunstvolles Gerippe aus Stangen, von Lianen zusammeiigehalten, wird hierbei mit Palmwedeln eingedeckt, wobei fleißig dem Nationalgetränk „Kaschiri" zuge- fprodicn wird. Durch abwechselnde Benutzung Heller und dunkler Wedel wird das spitze Dach hübsch gemustert. Zur Hauseinweihung rcranftalten die Männer Ringkämpfe vor ihren Gästen: die zukünftigen Hausbewohner aber werden zur Austreibung der bösen Geister vom Torsältesten tüchtig ausgepeitschl. Ackerbau wird in der Urform betrieben: Die Bäume werden gefällt und abgebrannt, und zwischen den halbverkohlten Bäumen wird dem Boden die Maniokwurzel ober das Maiskorn anvertraut. Das Einernten ist Sache der Frauen, die am Stirnbande große Lasten heimzu- schleppen vermögen. Auch das Entgiften der Maniokknollen durch Auspressen, sowie das Mahlen des Maiskorns besorgen die Frauen und Mädchen. In der Nähe des Torfes wird auch Baumwolle angebaut, die m einfachster Weise gesponnen und zu Lenbenschürzen, Tragriemen imb Armbändern verwoben wird. Die Töpferei i)a-1 bedient Durch Nordbrasilien zum ©vinoco. Gießen, 31. Okt. Die „Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde" eröffnete gestern abend ihre Vortragsreihe vor überfülltem Saale mit dem Vortrage unseres oberhessischen Landsmannes Prof. Dr. Theodor Koch- Grünberg über ,,'))teine Reise durch Nordbrasilien zum Orinoco". Der Vortragende hat jene Gebiete schon mehrfach besucht, zuletzt 1911 bis 1913. Die Reise nahm diesmal ihren Ausgang von Manaos, am Einfluß des Rio Negro in den Amazonas. Zuerst folgte sie dem Rio Negro aufwärts bis zur Mündung des Rio Branco, um dann diesem nachzugehen. In Sa Marcus wurde Halt gemacht, um von feiet aus den liul’an Quellfluß des Rio Branco, den Tacutu, bis zu seiner Quelle zu verfolgen. Weite Savannen nahmen hier die Reisenden auf. Einförmige Oede kenn- • zeichnet diese mit hoben Grasbüschen bedeckte Formation, die nur feier und da durch kegelförmige Termitenbauten etwas belebt wird. 3ur Regenzeit ist die (Sberoc am Tac-üöu überflutet, so daß die Reisenden tagelang bis an den Gürtel im Wasser waten mußten. Allmählich aber steigt das Gelände an und es eröffnet sich der wundervolle Ausblick aus das Reiseziel, feen 2600 Meter hohen Roraima und seinen Zwillingsbruder, den Kukenam, die sich beide als schroffe Sandsteinftlseii auf eine Hochfläche von 1500 Meter höhe auffetzen. Beide (Gipfel sind in der Regel nur vormittags in ihrer vollen Schönheit sichtbar, da am Mittage bereits starke Nebelbildungen sie dem Auge entziehen. Fast täglich ergießen sich insolgedessen reichliche Regenmengen auf diese Gebirgsgegend, fo daß der Roraima seinen Namen, „die ewig sruchtbare Mutter der Ströme", vollauf verdient. In gewaltigen Sprüngen stürzen sich die wasserreichen Mflüsse dieses Gebiets von den Bergen und eilen in schäumenden Stromschnellen dem Esl'eguibo, dem Orinoco oder dem Amazonas zu. Infolge des Wasserreichtums herncht hier auch ein überreicher Pflanzenwuchs. Am Roraima beginnt das trovifche Waldgebiet, das von feier ohne Unterbrechung nördlich und östlich zum Meer, westlich zur Kordillere reicht. Tie Einwohner die Taulipan, sind echte, unverdorbene Naturkinder, bie bem Reifenden in liebenswürdigster Weife entgegenkommen, seit Schomburgk hier weilte, haben nämlich keine Weißen wieder di^es Gebiet betreten, so daß die Bewohner von ihrer Eigenart nichts eingebüßt haben. Schwierigkeiten entstanden hier m der Ber- vfleauna in ofern, als die Taulipan rem vegetarftche Lebem-wcue haben lManiok, Reis, Mais, Sananen) eine Art der Ernährung, die auf die Dauer die Träger nicht befriedigte Jnfolgedeften mußte bie Reisegesellschaft wieder zum Ausgangspunkt Sa Marcus zuruck- feferen^ QU§ f^gte nunmehr Prof. Koch- Arünberg dem Hauvtauellfluß des Rio Branco, bem Uraricoera, nm den Veriuch zu machen, diesen aufwärts bis zum Orinoco durchzu^tzem Nach kurzer Rast auf der Insel Maraca wurde trotz allen Abratens der zusügung: die Entdeckung der drei alten Zeichnungen hat die Feststellung ermöglicht, daß ursprünglich die Galerien untereinander in Verbindung stehen und gemeinsam in einen Saal münden sollten, der die Form eines griechischen Kreuzes haben und in seiner Mitte von einer .Kuppel oder von einem Tachsenster sein Licht erhalten sollte. Dies ist also der Urgedanke des Schloßbaues von Charnbord und nun bildet nach den gedachten Verfassern gerade dieser Baugedanke, der zu seiner Zeit eine vollständige Neuerung darstellte, einen der charakteristischsten Züge der Architekturentwürfe Lionariws. Er findet sich bei ihm zu wiederholten Malen in den Skizzen feiner Handschriften ausgedrückt, und zwar angewandt auf Kirchen, Schlösser und Beseitigungen. Vor Lionardo aber hatte kein Architekt eine ähnliche <;dee gefaßt. Auch andere Umstände deuten auf Lionardos Erfindung hm: so bie Anwendung der klassischen Ordnungen und der Arkgdenfeniter unb die polychromen Jnkustationen der Schauseite, -laß Lionarde den Ban von Charnbord nicht selbst geleitet hat, liefet rreditfe feit, denn er wurde erst im Jahre 1519, dem Todesiahre des Meisters begonnen: was aber Marcel und Charles Reyrnond wahrscheinlich machen wollen, das ist, daß die leitenden Bau meuter ' - • ' " '■ } von Charnbord der Entwurle LwnardoS angeschlossen haben sollen^ kf. Schloß Charnbord — eine Schöpfung Lionardos b a Vinci? In der „Gazette des Beanx-Arts" stellen Marcel unb Charles Reyrnond die hochmteressante Vermutung auf, daß das berühmte, nicht nur künstlerisch hervorragende, sondern auch durch viele Erinnerungen geweihte Schloß Cham- borb in Frankreich als eine — zusehen sei. Die Begründung dieser Vermutung geht von der Tatsache aus, daß Lionardo in einem Briefe, den er im Jahre 1506 aus Mailand an Ludwig XIII von Frankreich schrieb, diesem allerlei Baupläne oorgetragen hat. In demselben Briefe aber findet sich nun auch die bei anders charakteristische Eigentümlichkeit des Turmbaues von Charnbord, die darin besteht, daß er eine guadratische Masse ohne Jnnenhof bildet, die durchzogen wird von vier Galerien, welche ihrerseits von dem zentralen Treppenhause durchschnitten werden. Diese Treppe, die eines der Wunder des Schlosses bildet, ist nun eine spätere Hin- Nachdem namens ihrer Parteien die Abgeordneten Lerno (Zentr.), Cassel mann (Liberal-, Beckh Eons, und Lutz (Bauernbund) kurze zustimmende Erklärungen abgegeben hatten, ergriff Ministerpräsident Freiherr von tzertling nochmals das Wort, um seiner (Genugtuung darüber Ausdruck zu geben, daß die Erwartungen, die er in seinen Einführungsworten ausgesprochen hatte, gerechtfertigt seien. Alsdann erwiderte der Ministerpräsident auf die Anfrage des Abgeordneten Casselmann, in welchem Sinne die in dem Entwurf vorgesehene Zustimmung des Landtages zu verstehen und auszulegen sei. Nachdem der Abgeordnete Muller Soz.) sich namens seiner Partei gegen die Vorlage ausgesprochen und der Abgeordnete Ab re sch (Wild- als Vertreter seines pfälzischen Wahlkreises dafür, kam Ministerpräsident Freiherr von Her Hing auf einzelne Ausführungen des fozial- demokratifchen Redners zuruck und nahm energisch Stellung gegen die Darstellung, als drängten kapitalisNsche und feu- dale Mächte die Monarchie, die sie ihren Zweck.n d cnstbur machen wollten Süßheim i'Soz., nähr., nochmals StA lung gegen die Vorlage, worauf der Ministerpräsident sofort erwiderte. Damit ist die erste Lesung beendet und die Vorlage in einfacher Abstimmung gegen die Stimmen der Sozialisten und der beiden Demokraten Koehl und Quidde angenommen. Es folgt sofort die zweite Lesung, die ohne Aussprache erledigt wird. Darauf nmrbc in namentlicher Abstimmung das Gesetz mit 122 gegen 27 Stimmen unter dem Bravo oes Zentrums angenommen. Erzherzog Franz Ferdinand als Zagdgast des Hailers. Wildpark, bei Potsdam, 30. Okt. Erzherzog Franz Ferdinand traf heute früh auf der Fürstenstation in Wildpark ein und begab sich im Automobil in das Neue Palais. — Um 8 Uhr 15 begab sich der Kaiser mit den kaiserlichen Prinzen und dem Erzherzog Franz Ferdinand zur Hofjagd nach der Göhrde. Göhrde, 30. Okt. Bei herrlichem Sonnenschein trafen der Kaiser und seine Jagdgäste heute Vormittag llVt Uhr in Göhrde ein und fuhren in Automobilen nach dem Jagdschloß. Der Kaiser fuhr mit dem Erzherzog Franz Ferdinand. Im Schlosse erwarteten der Lberjägermeister Freiherr von Heintze und Landrat Rehfeld den Kaiser und die Jagdgäste, unter denen sich die Prinzen Eitel Friedrich, Oskar und Joachim sowie der Reichskanzler befinden. Im Schlosse fand ein Frühstück statt, nach welchem der Kaiser und seine Gäste in das Zienitzer Revier fuhren, zum ersten Jagen auf Sauen. Veutscbe» Reich. Der. Bundesrat überwieZ den Entwurf zu einer Bekanntmachung betreffend die von den Krankenkassen zu erteilenden Bescheinigungen an Wandergewerbetreibende, ferner den Entwurf bctr. Uebergangs- bcfthnmungcit zu der Reichsversicherungsordnung und bctr. Durchführring der hausgewerblichen Krankenversicherung den zuständigen Ausschüssen, beschloß über die Besetzung einer Reichsgerichts- ftdlc und stimmte dem Entwurf der Ausführungsbestimmungen über die Gewährung von Beihilfen an Kriegsteilnehmer zu. Das Ergebnis der Flcischengucte Kommission. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: 'Die F l c i I ch e u g u ete kom m i s s i o n beschloß in ihrer gestrigen Schlußsitzung (am Mittwoch) auf Antrag des Vorsitzenden, des Staatssekretärs Dr. Delbrück, ihr ganzes Material der Oeffentlichkcit zu übergeben. Dr. Delbrück erinnerte in seinem Schlußworte an den vor Jahresfrist erhobenen Vorwurf, der Zweck der Kommission sei die Vertuschung, nnd an die übertriebenen Erwartungen von anderer Seite, man könne binnen weniger Monate billige Fleischpreisc schassen. Er erklärte, bei der notwendig begrenzten Auswahl der der Kommission vorzulegenden Fragen ließ man sich von den Ersalfrungen bei den alljährlichen Erörterungen des Reichstages über die Teuerung leiten. Gerade über die der Kommission gestellten Fragen nach den Einflüssen, die bei der Bildung der Fleischpreisc unterwegs von den Produzenten bis zu den Konsumenten sich geltend machen, herrsche in Weiten Kreisen Unklarheit. Selbst Sachverständige gewännen schwer ein klares Urteil über diese unübersichtlichen Verhältnisse. Deshalb erschien die Prüfung dieser Fragen in gemeinschaftlicher Beratung der sonst meist getrennt tagenden Interessenten unter Loslösung von politischen Gesichtspunllen, von denen auch Fachorganisallonen nicht immer unbeeinflußt seien, so wünschenswert. Von diesem Gesichtspunkte aus ist sestzustellen, daß die Er- vrteningen der Kommission in vielen Fragen, die den Mitgliedern vor Jahresfrist mindestens unklar waren, eine wesentliche Klärung herbeisührten, und wesentlich neues Material und neue bessere Grundlagen gaben. Damit erweise sich die Arbeit der Kommission als notivenbig, wertvoll unb bankeuswert. Ein ReickfSkinoverband. Im Jüolcl „Atlas" in Berlin versammelten sich am Dvn- •neivtag eine Reihe von Interessenten der SHnofrrandfc, um der Gründung eines Reichs-Kinoverbandes näher zu treten. Der neue Deri>and soll eine gemeinsame Interessenvertretung der Licht- bildtheaterbt'sitzer, der Filmfabrikanten und Filmverleiher ermöglichen Die Liclüspieltheaterbesitzer, welche bereits zu einem Schutzverband znsammengeschlossen, sotten dem Reickfskinoverband gegenüber eine ablehnende Haltung zeigen. Jluslaitd. Eineösterreichisch eWehrordnung. Die österreichische Regierung brachte im Abgeordnetenhaus eine neue Welfrvorlage ein, die die bereite angekündigte Erhöhung der Rekruten kontingente enthält, die auf die nächsten fünf Jahre verteilt werden. Die Steigerung des Rekrutenkon- tiniento in Oesterreich beträgt für die gesamte Wehrmacht und Landwehr zusammen für das Jahr 1914 7792 Mann, für das Jahr 1915 4474, für das Jahr 1916 4233, für das Jahr 1917 383 und für das Jahr 1918 480 Mann Die Begründung des Gesetzentwurfs verweist auf die weitreichenden Maßnahmen der Großmächte zur Verstärkung ihrer Streitkräfte auf die entsprechenden Vorsorgen der Balkanstaaten. Für die Monarchie ergebe sich daraus das durch den Selbsterhaltungstrieb biftierta Gebvl. in der militärischen Ausgestaltung wenigstens and) soweit mi geben, daß die Qualität und Kriegsbereitsckwst der bcnxriinctcn Macht den Verhullmssen der anderen Staaten entsprednm. Cnttfdyiffabrt» Deutsche Meisterflüge. Berlin, 31. Okr. Gestern nachmittag vollführte der Chefpilot her Sportsliegergesellsdmst Alfred Friedrich mit feiner schweren Etrichtaube zwei hervorragende Flüge. Beim zweiten Aufstieg war er von einem Passagier begleitet. Er stieg zunächst allein auf, kletterte auf etwa 100 Meter Höl-e unb senkte sich dann in einer beängstigend scharfen Spirale, bei denen die Flügel des Apparates fast vertikal standen, zur Erde nieder. Nachdem er einen Passagier mitgenommen hatte, erhob er sich zu einer Höhe von etwa 700 Meiern. Daraus stellte er seinen Apparat zum Sttirzflng ein, so daß der Schwanz der Taube saft senkrecht zum Himmel stand. Er sauste von dieser Höhe mit rasender Geschwindigkeit zur Erde nieder und die Zuschauer glaubten, daß er und sein Begleiter im nächsten Augenblick unter den Trümmern ber Maschine zerschmettert am liegen würden, als Friedrich auf etwa 100 Meter Höhe die Taube wieder emporriß unb wenige Sekunden später in elegantem Gleitfluge vor ber Tribüne landete. e Mannheim, 30. Okt. Einen ungewöhnlichen Landungsplatz suchte sich heute vormittag ein von Darmstadt kommendes Militärflugzeug aus, das mit einem Hauptmann unb einem Unteroffizier der Fliegerstarion Darmstadt besetzt war. Der Apparat, ein Doppeldecker, landete gegen 4 Uhr nachmittags auf dem flachen Glasdach des neuen Gießerei-Gebäudes der Firma Bopp u. Reuther au: dem Daldhof. Die Flieger blieben unverletzt, ber Apparat wurde derart beschädigt, daß er abmontien werden mußte. Bon dem Glasdach sind einige Scheiben demoliert worden. Ans Stadt und Land. Gießen, 31. Cftober 1913. Die Rathauz-Abftimmung vom verwa tungzn'chilichen Stanöpunttc aus. Nachdem die Gießener Rathausfrage von bauterf)» n ischeN Sachverständigen behandelt worden ist, die uns in unseren früheren Ausführungen zugestimmt und die kostspielige Ausgestaltung der alten Klinik als Rathaus übereinstimmend von der Hand gewiesen haben, find wir heute in der Lage, die letzte Entscheidung ber Stadtverordnetenversammlung noch einmal genauer vom verwaltungsrechtlichen Standpunkt aus ins Auge zu fassen. Wir erhalten hierzu folgende sehr bedeutsame Zuschrift: Den Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 16. ds. Mts. möchte ich heute mit einigen Worten von einer Seite beleuchten, von der dies bis jetzt twch nicht geschehen ist, nämlich von «der verwaltungsrechtlichen Seite. Bei der Abstimmung waren 21 Stadtverordnete zugegen — Bürgermeister und Beigeordnete hier mitgerechnet. Von diesen 21 Stadtverordneten haben sich 7 ber Abstimmung enthal- ten. Dies erscheint unzulässig? Ein Recht, sich der Abstimmung zu enthalten, gewährt die Städteordnung den Stadtverordneten nicht. In Art. 114 legt sie vielmehr einem jeden die Pflicht auf, an der Beratung unb Abstimmung teilzunehmen. Bei Gemeinderatsmitgliebern kann ber Befolg bieser mit dem Amt übernommenen Abstinrinungspflicht sogar burch Strafen erzwungen werden. Dafür steht ihnen gemäß Art. 112 ber Lanbgemeinde-Orb- nung ebenso wie den Stadtverordneten das Reckst zu, zu verlangen, daß ihrer gegenteiligen Ansicht im Protokoll Erwähnung getan wird, wenn sie einem Beschluß der Mehrheit nicht zugestimmt haben. Nur in einem Falle kann ein Stadtverordneter an der Abstimmung nicht teilnehmen, wenn es sich nämlich unt eine Angelegenheit handelt, bei der jein ober seiner Angehörigen Privat in-, ter esse berührt wird. (Art. 107 St.-O.). Nur in diesem einen Falle ist er von ber Beratung unb Abstimmung ausgeschlossen unb hat sich währenb der Verhandlung aus dem Sitzungs- raum zu entfernen. Da die Stadtverordneten, die sich der Abstimmung enthalten haben, mit ihren 7 Stimmen leicht den Ausschlag nach der anderen Seite hatten geben können, erscheint ber Stabtverord- netenbeschluß ungültig unb dürfte int Falle rechtzeitiger Beschwerde als gesetzwidrig wieder aufgehoben werben. Die Beschwerde ist binnen einer Notfrist von 4 Wochen in Form einer Klage bei dem Provinzialausschuß der Provinz Ober- Hessen einzureichen und zu begründen (Art. 98 St.-O.) Zur Einreichung dieser Beschwerde ist allerdings nicht jedermann berechtigt, der sich durch den Beschluß benachteiligt suhlt. Nur in bestimmten Fällen der Kollision des allgemeinen und des Privatinteresses hat die Reckstsprechung ein Anfechtungsrecht zugelassen. Hierbei lvird vorausgesetzt, daß das Beschwerderecht durch ein eigenes Interesse des Beschwerdeführers, welches Anspruch auf Rechtsschutz hat, bedingt ist. Wie die Motive zur ©täbteorbnung iveitcr ausführen, wurde mit Rücksicht darauf, daß es nicht möglich erscheint, die Rechtsprechung in dem Gesetz zu kodifizieren, die Feststellung der Existenz eines Beschwerderechts der Rechtsprechung überlassen. Doch dürste im vorliegenden Falle auch eine einfache Beschwerde an die Aufsichtsbehörde — das Gr. Kreisamt Gießen — gemäß Art. 231-233 St.-O. Erfolg haben, da die Befolgung gesetzlicher Vorschriften bei der Abfassung des Beschlusses außer acht gelassen worden ist. Ganz abgesehen von den Vcrlv altungsrechtlich en Bestimmungen erscheint cs auch von allgemeinen Gesichtspunkten aus unverständlich, wie 7 Stadtverordnete in einer so wichtigen Sache sich der Abstimmung enthalten konnten. Nähere Aufklärung über die Beweggründe dieses Verhaltens hat keiner der Beteiligten öffentlich gegeben. Es ist zwar angebeutet worden, finanzielle Bedenken seien diesen 7 Herren ausschlaggebend gewesen, aber dann hätten diese Bedenken doch dazu führen müssen, einen voreiligen Beschluß zu verhindern. Man kann nur annehmen, daß Unentschlossenheit die in Rede stehenden Herren beherrscht hat, und das spricht durchaus nicht für die Annahme des Herrn Krumm, baß den außenstehenden Bürgent „der wahre Sachverhalt" nicht so Har sei wie denjenigen, „welche sich mit der Sache beschäftigen müssen". Unb daß die Herren der „Spezi a l t o m m i s s i o n", die ihren früheren Antrag auf Bc Nutzung der alten Klinik als Rathaus wiederholt hat, als allein Wissende und Sachverständige gelten sollen, das wird heute wohl keiner ihrer Anhänger mehr behaupten wollen! ** TagcSkalender für Freitag, den 31. Okt.: Stadttheater: .Jugend/ Anfang 8 Uhr "Die Herb st-Kontrollversammlungen im Land- wchrbczirk Gießen finden in dec Stadt am 8., 10. und 11. November auf dem Hose der ZeughanSkaserne am Land- arnf-Philipp.Platz statt; im Landkreis Gießen verteilen sie fickt auf die Tage vom 3. bis 7. November. Näheres im KrciSblatt unserer heutigen Ausgabe. " Einbruchsdiebstahl. Einem Dienstmädchen in der Rodhenner Straße wurde dieser Tage da? Portemonnaie nut ihren Erfparnisien in Höhe von 66 Mk. auß der ver. ichlosienen Kammer gestohlen. Da das Geld in einem Kleider- rocke wohlverwahrt war und die auf dem Tische liegende Taschenuhr und sonstige Kleimakeiten von Wert von dem Diebe nicht mitgenommen wurden, so kann als solcher nur eine Person in Frage kommen, die mit den örtlichen Verhält- nisten genau vertraut war. Landkreis Gießen. (?) L ich, 30. Okl. Mehrfach wurden in letzter Zeit aus dem städtischen Bleichplatz an der sogen. „Weid" größere Väschediebstähle begangen. Nachdem verschiedene hiesige Einwohner schon unverschuldet in Verdacht gekommen waren, ist es endlich den eifrigen Bemühungen des Wachtmeisters Weber gelungen, den Täter zu ermitteln und zwar in ber Perlon eines noch jugendlichen Dienstmädchens. Tiefes hatte, um sich bei seiner.Herrschaft nicht zu verraten, die gestohlenen Wäschestücke in einem Kanal an der Lich-Giehener-Straße versteckt. Meistenteils konnten die Gegenstände, die zusammen schon einen beträchtlichen Wert hatten, ihren Besitzern zurückgegeben werden. Kreis Büdingen. H. Büdingen, 29. Okt. Gemeinderatssitzung war auf heute abend 5 Uhr in hiesiges Rathaus einberufen worden. Die Stadtvertretung hatte sich beschlußfähig eingefunden. Außerdem war anroefenb als Sachverständiger KTeisstraßen- meister Straub. Einem B'wohncr ber Bahnhofstraße waren burch die Anlage des erhöhten Fußsteigs, er mußte dadurch den Zugang zu seinem Hause erhöhen, Kosten entstanden. Er verlangt die Bezahluna der Rechnung durch die Stadtkasse. Der (ttemeinberat lepnt das Ansinnen ab mit der Begründung, daß die Anlieger zu diesen Aufwendungen gesetzlich verpflichtet sind. — Das früher Breidenbachsche Anwesen an dem Wildenstein ist durch Verkauf an einen neuen Besitzer übergegangen. Der jetzige Eigentümer wünscht, um sich einen besseren Zugang zu feinem Anwesen zu verschaffen, etwas städtisches Gelände zu erwerben entweder burch Kauf oder Tausch. Ter Gemeinderat ist auf Vortrag des Beigeordneten Detter hierzu bereit. Eine Lrtsdesichti- gung wird beschlossen. — Bei der Kanalisation der unteren Bahnhofstraße wäre es wünschenswert gewesen, wenn man den Rohrstrang durch ein den Erben des PH. Frank gehöriges Grundstück loaen könnte und man war bereit, eS käuflich zu erwerben. Die Erben stellen aber ganz unerhörte Forderungen, die zu dem Wert des Grundstücks in keinem Einklänge stehen. Wogen unmittelbarer Nähe des Bahn- geländes wird es niemals als Bauplatz verwendbar. Der meinberat beschließt von einem Anrauf abzusehen und den Kanal in den bestehenden E ungSaraben legen zu lassen. — Nach einem früheren Beschlüsse ist eine Entwässerung der Kellergasse nur bis zu dem Anwesen des Gastwirts Gg. Meuser vorgesehen. Der weiter aufwärts wohnende Schreinermeister Äug. Meuser ersucht um Verlängerung des Kanals bis zu seinem Anwesen. Tie angeführten Gründe werden unter Mitwirkung des Bausachverständigen geprüft und die Weiterführung des Kanals beschlossen. Tie Arbeiten unb, Lieferungen werben zur Ausführung dem Maurer- meister Faßbinder zu dem bereits bekannten Einheitspreise übertragen. Tie Kosten werden aus dem Kredit der für Neupflasterung vorgesehen ist, entnommen. Tie Nettpslastc- rung der Straße unterbleibt vorläufig. — Tie Zulegung eines Grabens in der Ghmnasiumsstraße hat den Gemeinderat schon oft beschäftigt, auch heute steht sie wieder zur Tagesordnung. Die vorgesehenen Rohre, die die Stadt vor einigen Jahren durch einen Gelegenheitskauf erworben hatte, sind hier nicht verwerrdbar. Der Gemeinderat ist bereit, den Graben zulegen zu lassen und neue Rohre zu beschaffen, wenn die Anlieger die Hälfte der Kosten, auf die Länge ihres Anwesens berechnet, übernehmen. Sollte die Anlage durch einen späteren Anschluß der Straße an die allgemeine Kanalisation wieder entfernt werdet! müssen, bann erfolgt keine Rückvergütung oder Anrechnung der bezahlten Kosten an die Anlieger. — Auch die Anlage beü Gossenpflasters in dem Jun kein Hof weg wird bis zur Walzung im nächsten Frühjahr zurückgestellt. — Auf Gesuch ioirb dem Heinrich Herbert die Anlage eines Jaucken- behälters auf ftäbt. Grundstück gegen Ausstellung eines Reverses genehmigt. — In dem neu angefertigten Bauplan des nördlicksen Teils von Bübingen sind von der Kreisbau- inspektion die Straßen eingezeichnet worden. Der Gembinde- rat genehmigt die projektierten Anlagen. — Die Preise im diesjährigen Holzhauerlohnattorb werden genehmigt und die Ausführung dem ftäbt. Holzsetzer Joh. Gg. Knaf übertragen. — Für das Gaswerk soll ein Fahrrad angeschafft werden. — Ein. Gesuch des Adam Michel um Ankauf von täbtischem Geläni.» wird abgelehnt. h. Tauern beim, 30. Okt. Durch Beschluß befi OberlandeSgerichtS wurde Bürgermeister Schleicher heute vormittag aus der Haft entlassen. Eine Haftsumme brauchte er nicht zu stellen. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 30. Okt. Die heute hier erfolgte Wahl des 1. Beigeordneten endete, wir; nicht anders zu erwarten war, mit der einstimmigen Wiederwahl des seitherigen Beigeordneten und Bürgermeistereisekretärs IohS. Möller X. von hier. KrciS Friedberg. t. Vilbel, 30. Okt. Der Gerichtsvollzieher Bruch« mann nahm am 25. ds. Mts. int Auftrage eines Gläubigers die Zwangsvollstreckung bei dem Gastwirt unb Metzgermeister R. R. K. vor. Da er in Ermangelung sonstiger pfänbbarer Gegenftänbe zur Piänbung vorrätiger Fleisch- und Wurstwaren schritt, setzte ihm Kroner Widerstand enb gegen unb gab dem Gerichtsvollzieher, ber trotz Einrede die Pfändung sortsetzte, einen Schlag ins Gesicht. Im Laufe der weiteren Zwangsoollstreckungshandlungen ging Kroner mit einem Schlachtmesser auf Bruchmann los. Der von dem (Me* richtsvollzieher zugezogene Polizeidiener Jörg nahm deir Kroner bas Schlachtmesser ab, woraus dieser ein Hackmesser vertauschte und wiederholt auf Bruchmann unter Drohungen osging. Der Gerichtsvollzieher konnte sich den Messerhelden nur durch einen Revolver vom Leibe halten. Die Sache wird ein gerichtliches Nachspiel haben. h. G r o ß - K a r b e n, 30. Okt. In zahlreichen Orten der Umgebung tritt der Scharlach mit ziemlicher Heftigkeit auf und hat auch schon verschiedene Opfer gefordert. Die Gesund' heitspolizet verhält sich bis jetzt abwartend, ohne Gegenmaßregeln zu ergreifen. Als vor zwei Jahren die Maul- und Klauenseuche auftrat, überstürzten sich die amtlichen Erlasse; jetzt rührt sich nichts. Starkenburg und Rheinhessen. w Darmstadt, 30. Okt. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern abend zum Besuche am Großherzoglichen Hofe auf Jagdschloß WolsSgarten eingetroffen. rb. Darmstadt, 30. Okt. Der Verband der Deutschen Frauenvercine vom Roten fireu» für die Kolonien trat beute nachmittag im Saale des MustkvereinS hier zu seiner zweiten Hauvtverlammlung Zusammen, der auef die Großberzoqin beiwohnte Nach der Dearüßuna erilatteh der Schriftführer, Hauvtlehrer Schäfer, den Fabresbericht. Da« nach haben vier Sitzunaen des «'4riamtvorstandes und vierzehn des aefchästssübrenden Ausschusses stattgesunden Al^ der Verband am 30. Mai 1911 acarünbct wurde, tniacn sich 76 Mitalieder in die Listen ein, im November desselben JabreS zählte er bereits 500. Nach einem allgemeinen Aufruf stieg Anfangs 1912 die MU- :^tessor °tn Mteeber btI nuteten £ **"> mau * W ee, »ar bereit, c5 B «Mitte ES IN feinem $ des Bahn, ripenbbar. Ter Ziehen und den a?en legen zu eme Entlasse. \ des Gastwirts ^ls wohnende uangerung des ehrten Grunde ndigen geprüst ’■ Tie Arbeiten dem Maurer-- Einheitspreise Kredit der für Tie Neupflaste- Ae Zulebung den Gemeinde« sie wieder zur ' die Stadt vor 'aus erworben leinderat ist be- le Rohre zu bc« Kosten, auf die nen. Sollte die Straße an die Derben müssen, nredimmg bt r re M/age des bis M Wal- - Äu.i besuch ines Iauchen- sMiung eines iigten Bauplan it der Kreisbau- Der Gemeinde« - Die Preise im genehmigt und Gg. Knas über« rrad angeschafst um Ankauf von me"’1 rZr BeL^en ÖErn zu- 3 Lätzchen mit Stickerei ä 30 Pfg. = 0.90 Mk. 23.85 53 Gegenstände Hemdchen mit Spitze ä 25 Pfg. — 1.50 Hemdchenm. Stickerei ä 40 Pfg. — 2.40 6 6 6 6 6 6 6 6 1 1 Spezial-Abteilung für Baby-Wäsche. Verkauf eine Treppe. Jäckchen, gestrickt Einlagen, Moltan Nabelschnüre Wickelschnüre Mullwindeln ä 30 Pfg. = 1.80 ä 45 Pfg. = 2.70 ä 15 Pfg. — 0.90 ä 55 Pfg. = 3.30 ä 60 Pfg. = 3.60 Pianolas Pianola Pianos •« . ■■■ «,. i iiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiHiiiii Erstlings-Ausstattungen finden Sie bei uns in jeder Preislage. Von 15 bis 100 Mark je nach Geschmack und Anzahl der Stücke. Ä__ aus Kamelhaar und Filz, auch mit Pelzfütterung, sehr preiswert. a31/io AugustFörster Giessen und Lieh Bahnhofstr. 65. Tel. 367. Kirche und Schule. L. Friedberg, 30. Oft. freute fand hier die Kreislonfe- tcnn der Lehrer des Greises Friedberg statt. Im Festsaale des frotel Travv waren die Mitglieder der Kreisschulkornrnission, die geladenen Gäste und 250 Lehrer und Lehrerinnen erschienen Nach schönem mehrstimmigen Gesänge der oberen Klassen der M u st er i chu l e begrünte Kreisrat Frhr. v. Schenk die Anwesenden, ssdiulrot Sus; hielt hieraus einen Vortrag über „die wahre Bildung - Gr wr- bertc qnn.Ac „Bildung", keine fralbbildung nach dem Worte Goethes: Denken und Tun. Lehrer Burk-Vilbel sprach über Deutichlands tiefste Erniedrigung, seine Befreiung vom Joche Napoleons und (ein glorreiches Werbim nach 1870. Gut Festmahl von 220 Gedecken schlon die erhabene F-cier. * Akademikerstrerk. Aus Wien, 31. Oft. wird berichtet - In einer heute abgehaltenen Versammlung von Delegierten der Studierenden der Spezialschulen der Akademie der bildenden Künste wurde einstimmig beschlossen, die Professur Leopold Bauers abzulehnen und auf der Besetzung der Lehrkanzel Wagners durch Professor Dlecnik-Prag zu bestehen. Angesichts der Bedrohung der Autonomie her Hochschulen soll morgen der Streik der Akademien erklärt werden. Gleichzeitig wurde an die Schüler der Akademien in Prag und Krakau die Aufforderung gerichtet, sich dem Streik anzuschließen. kf. Kinder sind in der Garderobe ab-u g eben! Vor ein paar Jahren kam eine reizende Zeitungsente über den großen Teich herübergeflattert: ein amerikanisches Warenhaus sollte die Einrichtung getroffen haben, daß Kinder in der Garderobe abgegeben werden könnten. Eine ernsthafte wiffenschattliche Zeitschrist, der in Paris erscheinende „Paris MSdical", teilt nun mit, daß aus diesem Scherz Ernst geworden ist: jetzt können wirklich Kinder in der Garderobe abgegeben werden, und zwar nicht nur in einem amerikanischen Warenhauie, sondern in vielen. Die ein- | Warne ^chuh Pia«, W toniiK bei weitgehender Garantie und günstiger Kauf- u, Mietbedingung. Stimmung, Reparatur Transport Ständiges Lager von 250 bis 300 Instrumenten. Bei Miete 13425 Eigentumserwerb laut besonderer Bedingung. Stets gebrauchte Instrumente zu jedem Preis. Vermietungen 2 bis 12 Mark monatlich. Vertretung v.SchiedmayertSöhne, Steinweg. Ibach. Kaps, Römhild, Dörner, Hörügel, Spaethe, Ackermann usw. g lieberzahl auf 1200, Anfangs 1913 auf 1567 und jetzt beträgt sie bereits 1637. — Den Rechenschaftsbericht erstattete der Schatzmeister, Generalleutnant Nöll. Danrach betrugen die Mitglieder beitrüge aus Darmstadt 811 Mark, Friedberg 341 Mk., Gießen 935 Mk., Mainz .391 Mk, Offenbach 715 Mk., Worms 660 ML, zusammen 3512 Mk. Als Geschenke wurden abgeliefert von Darmstadt 875 Mk., Friedberg 282 Mk., Gießen 1172 Mk., Main; 2448 Mk., Offenbach 1000 Mk., Worms 700 Mk., zusammen 6478 Mark. Die Summe aller Ausgaben, darunter 3134 Mk. Mil gliedsbeitrag nach Berlin beträgt 3811 Mk., das Vermögen stellt sich auf etwas über 10000 Mk. Oberkonsistorialrat F. Merck machte interessanie Angaben, über den geplanten Georg-Ludwig- Kindergarten in Swakopmund. Der Verband hat für diesen Zweck 20000 Mk. zur Verfügung gestellt, wovon bereits 5000 Mk. nach Swakopmund abqesaiidt wurden. Bei der Wahl des geschästsführcn- hen Ausschusses wurde an Stelle des wegen Wegzugs ai^geschie- denen Frl. v. Stülpnagel die Prinzessin von Erbach-Schön- ber gewählte sämtliche übrigen Ausschußmrtglieder wurden wieder gewählt. Der Vorsitzende der Abteilung Darmstadt, General v. fr artmann, erstattete darauf einen kurzen Rechenschaftsbericht, dem zu entnehmen ist, daß die Abteilung 299 Mitglieder zählt und bei 1300 Mk. Einnahme Ende d. I. ein Vermögen von 500 Mk. besitzen wird. — Der geschäftlichen Sitzung folgte noch ein längerer interessanter Vortrag mit zahlreichen Lichtbildern Don Frau Prof. P l e h a, über ihre Erlebnisse in Kamerun, wo bic Vortragende als Gattin eines Regierungsarztes seit dem Jahre 1894 gelebt hat. Die Vortragende gab darin eine fesselnde Schilderung von Land und Leuten, die durch die späteren Lichtbilder vortrefflich illustriert wurde. Hessen-Nassau. X Crumbach, 30. Oft. Die hiesige Pfarrstelle ist Herrn Adolf Schmidt aus Miehlen bei Nassau vom 1. No- •’niber ab übertragen worden. sl Wetter, 30. DH. Eine hier abgebaltene Jnter- essentenversammlung beschloß, probeweise eine A u tomo b i l- Verbindung von hier aus durch das Dreisbachtal über Engelbach, Derbach nach Biedenkopf und zurück einzurichten. W. Frankfurt a. M., 30. Oft. Die Polizei verhaftete gestern nachmittag fünf internationale Tasckeiidiebe, die am Vor- inittag einem jungen Kaufmann eine Brieftasche mit 1200 Mk. gestohlen hatten, die er auf dem frauptpostscheckamt erhoben hatte. Die Diebe, angeblich Italiener im Alter von 35 bis 40 Jahren, sind nach dem Signalement eines Steckbriefes dieselben Täter, die Ende September in München auf die gleiche Art 6000 Mart erbeutet hatten. h. Cronberg, 30. DH. Am Westhange des Alt- königS wurden die Neste einer alten Gla8 h ü tte aufgesunden. Einschließlich der Altkönighütte sind jetzt sechs GlaShüttenplätze im HochtaunuS bekannt. Am bekanntesten ist der Dri Glashütten selbst, der seine Entstehung einer solchen Siedlung im 17. Jahrhundert verdankt. tiCra§?r °&ettor der Großen Oper in Paris, Messager, ist von seinem Posten zu rückg etret e n. Am Donnerstag sand im Reprchentatwnsraume der Internationalen Baufachausstellung in Leipzig die offizielle ^Der' Dampfer „Kaiymuus" der deutschen Levantelinie kam brennend im fräsen von framburg^an. Das Karolinische Institut in « tockho l m beimlotz, den diesjährigen Nobelpreis für Medizin dem Professor der hlmno- logie der Universität Paris, Charles R ich e t, zu erteilen. Infolge eines dreitägigen Regeno sind ni ganz NorditaUen die Flüsse hoch angefchwollen. Die Ueberschwemmungen haben bedeutenden Schaden angerichtet. Ter Eisenbahnverkehr ist stellenweise eingestellt worden.__ , WFrankfnrtep Sctinhtager 12 12 kantenden Damen geben ihre Kinder an der Garderobe ob, be kommen dafür, genau wie für ein Garderobenstück, ihre Marke und können dann ihren Einkäufen nachaeheu, denen sie sich bekanntlich in den Warenhäusern stundenlang widmen. Das abgegebene Kind wird, damit keine Verwechslungen Vorkommen, nut einer Marke versehen, so erzählt das Pariser Blatt von einem Warenhaus in New Port als Beispiel, dann in den Aufzug gebracht und nun in den 14. Stock geschafft, wo eine --.erraffe für die in der Garderobe abgegebenen Kleinen zu einem wahren Kinderparadies eingerichtet ist, das unter der Leitung geübter Kindervstegerinnen steht. Da gibt es die herrlichsten ^P'cl'a*cn' die Kinder sind vorzüglich aufgehoben, sie haben Gesellschaft und es werden ihnen mich Mahlzeiten verabfolgt. Isi die Amerikanerin mit ihrem Shopping fertig, so zeigt sie ihre Marke in der »Garde - tobe* vor, der .Kinderwart* meldet telephonisch die N> mm r nach oben, in zwei Minuten bringt der Fahrstuhl das gewin schte Kmd Herunter, und daun wird es seiner Mutter virüdgegel en. Kleine Tageschronil. Der Magistrat in Magdeburg Hat in der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage betreffend den dau eurer « ü d - brücke eingebracht. Die Kosten werden auf 219oOUO Mark Goethes §ohn ,815. Als vor hundert Jahren der Freiheitssturm durch bte deutschen Lande brauste und die Jünglinge scharenweise zu den Waffen strömten, meldete sich im frerbst 1813 auch Goet^s einziger Sohn, der vierundzwanzigjährige „Kammer-Assessor und fronunFcr -August v. Goethe als Freiwilliger. r , Bekannt ist, wie teilnahmslos Goethe selbst der großen Erhebung gegenüberstand. Nicht so sein Sohn. Der war in den Zähren 1808 und 1809 bei den, Westfalen in freidelberg aktiv gewesen. — „Wir sind deutsch!" hatte er stolz in dem von ihm gedichteten „Bundeslied der Gnestphalia" ausgcrufen. Und wenn er aus feinen Reisen und Wanderungen von der Neckarstadt aus an den Rhein kam, sähe er, z. B. in .Mainz und in Straßburg, die französischen Schildwachen aus den Rheinbrücken mit starkem patriotischen Mißbehagen: „Manches, was ich hören und sehen Jnußte, vergällte mir den herrlichen Anblick des stolzen Stromes." So war es Tür ihn selbstverständlich, daß auch er sich zum Kampf gegen den Erbfeind stellte. Seinem Baler war das aber gar nickst recht. Ziemlich her; drießlich teilte er dem gerade abwesenden fr erzog mit, daß August „der Pflicht und Ehre es gemäß gehalten hat, sich gleichfalls zu melden." „Nicht ohne Mut und Lust" fügte er hinzu „wie es Jüngeren wohl geziemt, die wehr vorwärts als zurück und nach der Seite sehen sollen". Und er macht seinem Landes Herrn fern frehl daraus, daß er die väterliche Einwilligung nur „widerstre bend" gegeben habe. <. L L Das war ja schließlich auch fetn Wunder. ö.Jch stnde, fo idirieb Schillers Frau, „es natürlich, daß der Vater in seinem Alter alles tut, um ihn nicht 'Dhlitär werden zu lassen: es ist doch eigentlich die einzige Freude, die er in feinem Alter hat." .. Heberbaupt sah man damals in den regierenden streuen die gebildete Jugend sehr ungern auf die Schlachtfelder ziehen. Es sei nicht nötig, daß gebildete Menschen marschierten, meinte Goethes Amtsgenosse, der Minister von Voigt. Dazu könne man Bauernburschen gebrauchen! Selbst die Studenten sollten nicht mitziehen, am wenigsten die aus Jena, weil dies gerade die besten seien. Es sei ein jugendliches Feuer, das man eindämmen müsse usw. „soviel sehe ich", klagte ein junger Arzt, „behält Voigt recht, so kommt keiner von uns Staatsdienern mit." Goethe hatte keine Lust, den ^>ohn zu opfern. In die „Herr liehe Schar" der sachsen-weirnarischen Kriegsfreiwilligen einzutre ten, hatte er ihm freilich erlaubt, seinen Ausmarsch aber wußte er klug zu vereiteln. Er benutzte nämlich seine Beziehungen dazu, dem Sohne die Stellung eines dem Erbprinzen betgegebenen „Adjutanten bei der Landwehr" zu verschaffen. Das klang sehr schon — militärisch aber war August jetzt kaltgestellt. Es war cm rem Letzte Nachrichten. Der Abschied vom Braunschweiger Regenten. Braunschweig, 31. Oft. (Gestern abend fand im Landschaftsgebäude zu Ehren des scheidenden fr e r z o g - R e - genten-Paares ein Essen statt, zu welchem bte Abgeordneten des Landtages und die Spitzen der Behörden erschienen waren er Präsident des Landtages, Kreisdirektor Krüger aus Wolfenbuttel hielt eine Ansprache, worauf der frerzog-Regent dankte. Verhaftung eines Bürgermeisters. Darmstadt, 31. Oft. Der Bürgermeister K o h n von Heppenheim an der Bergstraße, der seit dem 22. ds. Mts. toegen größerer Veruntreuungen verschwunden war, ist heute früh in der freinrichstsraße in Darmstadt, als er angeblich auf dem Wege zur Polizei war, um sich selbst zu stellen, fest - genommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Die Bergungsarbeiten des Panzerschiffes I e n a. Paris, 31. OH. Nach einer Blättermeldung aus Marseille hat die Genueser Firma Eesano in dem von ihr angetauften Wrack des durch eine Explosion zerstörten Panzerschiffes „I e n a" mehrere Kanonen, einige Geschosse und 400 Gewehre gefunden. Die Arbeiten sind unterbrochen worden, da sich die Arbeiter vor einer Explosion der Geschosse fürchten. Millionen von Hausfrauen kochen täglich Maggi's Suppen. In der Qualität sind sie aber auch unerreicht, und der feine Eigengeschmack jeder der 43 Sorten stellt Maggi's Suppen den besten Ausgemachten Suppen gleich. Dabei kostet 1 Würfel für 2—3 Teller nur 10 Pfg., so daß cs kaum öenfbar ist, für Viesen billigen Preis auf andere Art fo nahrhafte, delikate Suppen herzustellen. _________________________________________________c 31' iq Windeln, Gerstenkorn ä 75 Pfg. — 4.50 Badetuch, 120/150 gross . . . — 1.50 Gummi-Einlage......— 0.75 höfischer Ehrenposten. . Trotzdem aber war Goethe bemüht, feinen Sohn noch weiter vom Schuß zu bekommen. Er veranlaßte den Herzog, August in feinem Zivilberufe als Verwaltungsbeamter in dienstlichen Angelegenheiten zur „Besorgung eines sehr leidigen Geschäftes" mit dem „Kammerrat R^hlmann" nach Frankfurt zu schicken. Jetzt erst war der alte frttr beruhigt. . August blieb vom Dezember 1813 bis Februar 1814 in Frank surt —'es wollte „ihm nicht gerade behagen wie sonst". Das gute Zc-ugnis, das ihm sein Vorgesetzter, der Kammerrat, ausstellte, mag ihn wenig darüber getröstet haben, daß er die leidigen Kame- raUa treiben mußte, während die Altersgenossen vor Paris lagen. Von seinen soldatischen Neigungen ist hinfüro nicht mehr die Rede Aber sein vertrauter Freund froltet, der einzige, dem der spöter so scheue Mann bisweilen fein Herz öffnete hat uns bezeugt, daß der deutschgesinnte Jüngling es immer als krankende Schmack) empfunden hat, von jener großen Bewegung ausgeschlossen gewesen zu fein. Univerntäts-NcrckrrckLen. ffk. Studienreise. Ter außerordentliche Professor an der Universität Gießen, Dr. Werner Friedrich Bruck, hat ewen einjährigen Urlaub erhalten. Er bat eine Studienreise nach Bn- tisch-Jndien angetreten, um insbesondere über bte indische Baurn- wollproduktion Untersuchungen anzustellen. Professor Bruck hat bereits in früheren Jahren in Ostasieu und Ostasrika zum Studium des Faserbaues uni) Handels Reisen unternommen, lieber die Reise, welche im Auftrage des Reichskolonialamtes, des Koloniolwirtfchast- lichen Komitees u. a. Körperschaften ausgeführt wird, hat der Großherzog von Hessen das Protektorat übernommen. Eine ganze Eriugs-telilluug für MM. HfiQ ist die denk- nwir dar beite Zahn-Bärste weil sie allen Anforderungen entspricht. Stück Mk. 1.50. Adler - Drogerie, --elters- wea 39, Cito schaaf. 0179 ITTTTTerhctE I A. Salomon L Cie. | Briefkasten der Uedaktion. Spielplauforgcn. Eine Anzahl von Eingesandls, die sich mit dem Spielplan des Stadttheatcrs beschäftigen und vor allein Werke der neueren Literatur vei langen, stellen wir zurück, da un^ der Raum für die häufig allzu langen Ergüsse mangel,. Zudem sind wir der Ueberzeuguna, daß Herr Direktor Eteingoctler in diesem Winter auch noch die neuere Literatur zu Wort kommen lassen wird, nachdem wir int Laufe des Oktober alle Arten des modernen Lustspieles kennen gelernt haben. Wetteraussichten in fressen für Samstag, den 1. Nov. 1913 Wolkig, mil^, spater auiflavcnb. A. Salomon S Cie. ST dllllIHHUH geben schmuizigslßin Metall Dauerylanz überall za haben in Flaschen. Fabrik- Chem. Werke Lubszynskl & Co. Aktlenges., Berlin • Lichtenberg. ff r* Htlhrp bewährt sich nun- J1L mehr Retter's [Tj Haarwasser (München) 70 staatl.gevr. n.begutacht. ^^Z.h.um4(>Pf.u.M.1.10b. J. H. Fuhr, Sonitenstr.25. (hv«/a Wefferdichte Wagendeckcn liefert prompt u. billig und sicht mit Soe.ckal- onerie nern zuDiensten LudwiiiLaznrns Afterwcg 53 Fernsprecher 505 /. Itc hier erfolgte nicht anders z» erwähl des feit- .sfekretarS Johs> lii-h-r aae eines Glau slwirt und Mtz- igelung lonlM nötiger Fl» Widerstand enb frnk Einrede die fr von dem M Örn nahm den! 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Z “ ■ < :: Anfang 5 Uhr Bon 8 Uhr ab Tanzunterhaltting; v’i/,.1 Der Vorietand. so so über das iid Kölns auch de Musen, Adol Kunst! norm j willen i uns fee, 'chöpseri reichen Zur 3d, «r ftöli uehende, doch in i Mittel r "btt dies. Attke zu »chtsvun auch bet eriten 3; §"tzcnde «Wu 2,3q9c. LL S1*' SS Mendes kJ?" (*•”) Eintritt frei. la. SptiseWo'tt FürdenWinterbedarfemv- feble ui la. gesunder Ware: Oeffontliche Versammlung des Zortsihl'ittl.plllit.Bilfiiliigsvereiiis Donnerstag, 6. 31od., abbs. S’Allör, i.öotel Einern Redner: Gutsbesitzer 2l. Becker Bensheim und Prof. Nrftadt über die Ostclbischen Nittergnter. Biele Acrzte u. 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Um zahlreiches Erscheinen bittet [v^/ml Ter Vorstand. SaniNtag. den 1. November, übende 8'/, I hr, in SteluH Garten Feier des 19jährigen Sliflungs!esles Allo dem Verein noch fernstehenden Kameraden werden hierzu freundlichst eingeladen. Gäste können eingeführt werden. Orden. Ehren- u. Vereinsabzeichen sind anzulegen. D3'/,. Der Vontand. Vogelsberger Hof Guntav Trlnkana. Täglich von abend«» 6 1 hr an KONZERT • Dienstag ab 6 llbr in der ÖCpflÜnrvOlCiqi . Ltadtkirchc. Psr. Glock. Zur TeiUiahme ladt die Gemeindeglieder in Stadt und Land herzlich ein Ter Vorstand: Adolph E.Kaitfsmann Hofmann v Scknan I>.Schlosser Lchmeckeubecher Schwabe D. Stamm Dr. Weimar. Samstag, den 1. November: Humorist. Schlachtfest mit KUnatJer-Konaert. 08542 Jurinck, direkt am Vabnbof ^ang-tz4önS. Sladllhealer Giefien Dir.: Hermann Steingoetter. Freitod, fccu 31. Cf 1.1913, abends b Ubr: 5. Freitag Abonn- Borftellg. — t^ewöhnliche Preise' — Jugend. Ein Liebesdrama in 3 Akten von Mar Halbe. Ende 10'.. 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