Nr. 27L) Erscheint mit Ausnahme des Sonntags. Die „•iefceier ZmniNendlStter" werden dem ,Anieiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS „Krtisblett str den Kreis -letzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« htftt" erscheinen monatlich zweimal. 163. Jahrgang Donnerstag, 27. November 1913 ▲ u ^XT*T a a a aa Rotationsdruck und Verlag der Brübftschea ▼ W* 1 ■ V*1 ■ ▼ w* V ® ’ äS Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- w- »-» straße 7. Expedition und Verlag: eü$5L General-Anzeiger für CverheM __„^M-n I—IUII1 Uli II II .iw...»« 1-mHumUJlUUM derarti wenn wir die Presse in dieser Weise drangsalieren liehen.. Dem Gesek, das die gemeinsten Mißstände im Militärwefen grossziehen würde, sollte bie Kommissionsberatung ein Begräbnis e r st c'r Klasse bereiten. Abg. Gröber (Zentr.): Wir bewilligen gern, was für das Wohl des Vaterlarides notwendig ist. Trifft das hier aber zu? Die Ausführungen der drei Redner oom Bundesrat können wirklich nur den aller- bescheidensten Ansprüchen einer Begründung genügen. Daß der Kriegsminister die Gelegenheit benubte, sich kurz Das Gesetz entspricht einem Bedürfnis, denn, eme Abänderung des Gesetzes von 1893 ist nottoenbig. Eine ft ar k e K o l - lision verschiedener Interessen hegt freilich vor. aber das Interesse der Gesamtheit muh allem anderen vorangehen. Die Vorlage hat nicht überall das rechte getroffen. Eine fcharfe Kritik wird notwendig sein, Verbesserungen sind unumgänglich. Herr Gröber verlangt eine Erklärung des Begriffes „Gehe,m. nis". Er erhoffte sie von den nachfolgenden Rednern. Ich erwarte sie auch von den kommenden Herren. (Heiterkeit.) Di« Auslegung des Begriffes „Geheimnis" ist schwierig. Im übrigen gibt es „offene" Geheimnisse. Die Presse aller Parteien bat gegen den § 9 des Gesetzes Widerspruch erhoben. ES darf das Interesse des Volkes an den militärischen Fortfchritten nicht unterbunden werden. Die Freiheit der Kritik muh offen stehen. In der Beziehung hat mich die Erklärung des Herrn Kriegsministers sympathisch berührt, dah ec für lebe Kritik Entgegenkommen zeigen will; ich hoffe auch für die Kritik, die gegen di« eigene Person geht. Ein Abgeordneter erzählte mir dieser ^age, er sei immer für Kritik, nur nicht, wenn sie sich gegen seine eigene Person richte. (Heiterkeit) Im Strafgesetz muhen wir vor allem den Staat schützen und Verbrechen gegen den eigenen Staat als ganz gemeine Verbrechen scharf bestrafen. Der Gerichtshof ist,.wie ?s im Entwurf vorgesehen ist, zu stark besetzt Hier tut eine Ver. einfachung not. Meine politischen Freunde sind mit der Heber- Weisung an eine Kommission einverstanden. Abg. Holtschke (Kons.): Wir haben alle Veranlassung, dem Gesetzentwurf zuzu- stimmen, da wir schärfere Strafen für Spionage für notwendig halten. Gegen den § 9 hat sich die ganze Presse mit Jeltener Einmütigkeit, auch mit Einschluss der kon, erva 11ven Presse, ausgesprochen. Der Paragraph wird denn auch in dieser Form abgelehnt werden. Allerdings erscheinen uns die Befürchtungen der Presse in diesem Punkt übertrieben, wenn auch nicht bestritten werden kann, daß die Dehnbarkeit der Bestimmung eine große Unsicherheit hervorruft. Wir stnd gern bereit, daran mitzuarbeiten, daß der § 9 entsprechend den München der Poesse und den Interessen der Landesverteidigung gestaltet wird. -Wir wünschen, dah der Entwurf möglichst bald Gesetz wird. Abg. Dr. v. Liszt (Vp.): Wir stehen der Vorlage vollkommen sachlich gegenüber, müssen aber den Nachweis ihrer Notwendigkeit erwarten, und zwar muss er überzeugender geführt werden als m der^Begründung. Gegen die Frieoensipion a g e deren Gefährlich, feit doch wohl oft übertrieben wird, »stift nicht die Hohe der ange drohten Strafen, sondern die Sicherheit, entdeckt zu werden. Die Sozialdemokraten wollen ine Vorlage glatt ab- lehnen. Wir wollen sie prüfen, in der Ueberzeugung, dass das Gesetz eine Mahnung wird, namentlich on die Regierungen, die die Spione ausschicken und besolden. Gewisse Bestimmungen der Vorlage sind unannehmbar Darin lhmmerii alle Fraktionen überein, die bisher gesprochen haben. Wie Kollege Groeber schon humorvoll betonte, weih keift Men ich, was ein militärisches G e h e i mn i s ist. Tatsächlich ist der Begriff des militärischen Geheimnisses ein Geheimnis. Das betoenen 6te Kornwalzer des Krupp -Prozesses. Sie bestanden teils in Urschriften, teils in Abschriften. Derselbe wUitaruche Sachverständige hat nun den Inhalt eines in der Original)chnft vorliegenden Kornwalzers als Geheimnis erklärt, der Inhalt einer wörtlich damit übereinstimmenden Abschrift aber nicht. (Grosse Heiterkeit.) . „ . _ Auch der Begriff der „Nachricht" ist umstritten. WaS ist keine Nachricht? Der § 1 würde also einfach lauten müssen: Militärisches Geheimnis ist alles, was geheim gehalten werden muh. Oder: Militärisches Geheimnis ist eben militärisches Geheimnis. (Heiterkeit.) Alle Veröffentlichungen des Flottenvereins und deS Wehrvereins wären fortgesetzte Handlungen gegen dieses Gesetz. Und der Admiral v. Koester und General Keim würden soviele Jahre Gefängnis bekommen, dah sie fürs ganae Leben genug hätten. (Heiterkeit.) Wir würden die oberste Militärbehörde über das Gesetz und über den Richter stellen. Schliesslich ist ja jede Generalstabskarte ein militärisches Geheimnis, vielleicht auch die ganze Geographie. (Weiterleit) Die ganze Militärwissenschaft würde unterbunden werden. Wie alle Preuß. Kriegsminister Generalleutnant vom Falkenhayn: Die Gelegenheit, die sich mir bietet, heute einige Worte an Vas Hohe Haus zu richten, benütze ich um so lieber, als ich mich, nachdem ich durch den Kaiser auf meinen gegenwärtigen Posten berufen worden bin, schon jetzt dadurch hier, einführen kann. Ich kann das tun, ohne befürchten zu müssen, day stch die^Arbeiten dieses Hohen Hauses dadurch wesentlich verzögern werden. Denn eine lange Pcogrammentwicklung habe ich nicht zu halten. Programm, nach dem der Kriegsminister als Minister des Königs von Preußen, wie auch als Bevollmächtigter zum Bundesrat, zu handeln hat, ist vollständig erhalten in seiner Aufgabe, die mächtige Waffe, die die Armee in der Hand des ober st en Kriegsherrn bildelt, scharf, blank und scblagbereit gegen jeden Feind zu halten. (Lebhafter Beifall auf der Rechten und bei den Natl.) Wenn sich mit dieser Aufgabe, die innerhalb ober außerhalb des Hauses an mich herantretenden Anregungen und Vorschläge, Forderungen oder Wünsche vertragen — und je moderner sie sein sollten um so willkommener werden sie mir sein —, so werden Sie, meine Herren, und jeder, den es angeht, mich stets bereit finden, dankbar darauf einzugehen. (Lebhafter Beifall bei den bürgerlichen Parteien.) Dagegen muß ich allen Bestrebungen, die sich mit den Fragen meiner Aufgabe, mit den Forderungen, derselben und ebenso mit den Lebensbedingungen der Armee dieses Reiches nicht vertragen, nicht nur meine Mitwirkung versagen, sondern sie auch nach Kräften unschädlich zu mach« versuchen. (Lebhafter Beifall rechts. — Unruhe bei den Soz.) Ja, meine Herren, das hegt so Har, daß ich mir weitere Ausführungen darüber ganz ersparen darf. (Erneuter Beifall. — Erneute Unruhe bei den Soz.) Die Berechtigung, zu dem vorliegenden Gesetzentwurf das Wort zu ergreifen, leite ich von dem Umstände ab, daß er in engsten Beziehungen steht zur Wahrung der Schlagbereit- schaftderdeutschenWehr macht. Es gilt gegen Gegner jampfen zu müssen, denen es gelungen ist, unsere Bloßen vorzeitig zu erspähen, und die Abwehr des Schlages sorgsam und rechtzeitig vorzubereiten. Wer sich hiergegen nicht, soweit es in feiner Möglichkeit liegt, sichert, begeht in meinen Augen einen schweren Fehler und einen unverzeihlichen, da, wo es sich um so ernste Dinge handelt, wie die Sicherheit des Vaterlandes. Denn das heißt, einen wichtigen Faktor des Erfolges aus her Hand zu geben. Das tun, heißt von vornherein aus den Erfolg überhaupt, wenn nicht verzichten, so doch ihn aufs Aeusserste gefährden. Sicherlich wird in dem großen Ringen auf Leben und Tod, wenn es einst dazu kommen Mte, nur l er Hoffnung haben, die Oberhand zu gewinnen, der bei der Vor- Bereitung jede Chance zu seinen Gunsten ausgenutzt hat (Sehr richtig 1) Gegen Die Gefahren, denen uns in dieser Beziehung die Lücken des Gesetzes von 1893 aussetzen, müssen wir uns schützen. Es ist hier nicht der Ort, weiter darauf einzugehen. Aber Lie wissen, wie schon der Staatssekretär des Reichsjustizamts an- deutete wie jeder zugeben muß, der unbefangen und mit einiger Aufmerksamkeit die Gestaltung der Dinge in den letzten Jahren verfolgt hat, und wie ich aus eigener mehrjähriger Beobachtung aufs bestimmteste versichern kann, sehr wohl: Sie sind so groß, dass ihre Herbeiführung selbst durch Außerachtlassung der größten Vorsicht, aus Fahrlässigkeit Über Den Nahmen des fetzt bestehenden Gesetzes hinaus verhindert werden sollte. Wenn feder, der ftch ein r Körperverletzung schuldig macht, im Ge,ctz mit empsindhch^ Etraie bedroht wird, so darf der, der unter denselben Voraussetzungen die Sicherheit des Reiches gefährdet, nicht ohne Strafe tki6SS iftbabcVftini'id) ganz ahne Belang, wer sich einer solchen Wandlung schuldig macht Insbesondere vermag >ch nickt d^e r Publizistik im großen und ganzen eine Ausnahmestellung einzuräumen. Man mag ihre Ausnahme i u man HM, und Niemand kann sie überschätzen aVm persönlich, wofür ich Beweise anführen kann: Ein Vorrecht zu gunsten der unbeschränkten freien Meinungsauße- in hpr vorliegenden Frage kann man daraus für sie li cht S3itS.^WkÄ rechts" In dieser Hinsicht gibt es Nicht Mb. Deutscher Reichstag. 176. Sitzung. Mittwoch, den 26. November. Am Tische des Bundesrats; Dr. Lisco, von Tirpitz, von Falkenhayn. Präsident Dr. Kaempf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 15 Mm. mit der Mitteilung von dem Hinscheiden des Abg. Zürn (Rp.). Neu eingegangen sind zwei Interpellationen der Sozialdemokraten über die Vorgänge in Zabern und den Ausschluß des Abg. Dr. Liebknecht (Soz.) aus der Rustungs- lonunifiion. Auf der Tagesordnung stehen zunächst die Interpellationen über die Arbeitslosigkeit und die Vor- gänge in Zabern. Unterstaatssekretär Richter erklärt, daß der Reichskanzler die Interpellation über die Arbeitslosigkeit in der zweiten Hälfte der nächsten Woche beantworten wird. General von Hohenborn gibt die Erklärung ab, daß her Reichskanzler die Interpellation über die Vorgänge in Zabern von Mitte nächster Woche an wird beantworten lassen. Sie erste Lesung des Spionagegesehes. Staatsseretär des Reichsjustizamts Dr. Lisco: Die zur Beratung stehende Vorlage ist von hoher Bedeutung für bas Wohl bes Reiches. Der beftetjenbe staatsrechtliche Schutz der militärischen Geheimnisse gegen Verrat hat sich als unzu- reichenb erwiesen. Er bebarf, wie auch hier schon öfter anerkannt worden ist, der Verstärkung. Der vorliegende Entwurf soll an die Stelle des Gesetzes von 1893 treten. So wertvolle Dienste dieses Gesetz auch geleistet hat, so haben sich doch b i e Spionagefälle in ben letzten Jahren außer- orbentlich vermehrt. Eine Neuregelung biefer wichtigen Frage war baher unumgänglich. Besonbers notwendig erscheint es uns, daß durch das Gesetz auch Nachrichten über militärische Geheimnisse künftig unter Strafe gestellt werden. Die Regierung hat schon in ihrem Entwurf von 1893 dies vorgeschlagen, doch hat der Reichstag damals diese Bestimmung gestrichen in her Hoffnung, daß sie nicht notwendig fein werbe. Die Praxis hat aber ergeben, baß wir ohne eine solche Bestimmung nicht auskommen und deshalb ist sie in diesem Entwurf erneut vorgeschlagen worben. Auch ^"ie Reihe anberer schwerwiegender Fälle wirb vom bisherigen Recht buch er nicht erfaßt. Die Regierungen legen hohen Wert darauf, daß dies in Zukunft anders wird und bitten deshalb um Annahme des Gesetzentwurfes. 0 Ueberall, auch bei der Polizei, hat man das Spionage - s y st e ui gegen bie Arbeiter eingeführt. Und dieselben be° bördlichen Organe wollen sich auf den hohen moralischen Kothurn begeben! Kein einziges Land hat solche Bestimmungen über Spionage, wie sie jetzt hier gefordert werden, und wie sie schon 1893 mit großer Mehrheit hier abgelehnt worden sind. Viel ehe sollte man bie S P i o n e n r i e ch e r e i gewisser S e n , a- tionsblätter bekämpfen, als die Veröffentlichung von Nachrichten über angeblich geheime militärische Dinge verbieten. Es sieht fast so aus, als ob das ganze Gesetz gerichtet ist gegen die friedlichen Bürger und gegen die Presse. Der M i l i t a r i s m u s h a ß t d i e O e f f e n t l i ch k e i t : das ist der letzte Grund dieses Gesetzes. Nach dem neuen Gesetz soll schon jebe Fahrlässigkeit bestraft werden können. Da wäre z. B. auch der strafbar, dem sein Sohn erzählt, er fei „W a ck e s" genannt worden und der das dann weiter erzählt, weil er ein „militärisches Geheimnis" verrät. Durch das Gesetz ist der obersten Militärbehörde eine schrankenlose Macht über alle S t aa t s - Bürger eingeräumt, da es in ihre Hand allein gegeben ist, zu bestimmen, was ein militärisches Geheimnis ist. Die ,,D e u t s ch e T a g e s z e i t u n g" war so gnädig, zu erklären, daß sie nicht einmal den sozialdemokratischen Blattern Verrat militärischer Geheimnisse zutraue. Was würke Herr ^r. Ccrtel sagen, wenn ich erkläre, daß ich unsere Kollegen von der Presse nicht für Halunken und Schurken halte, nicht e l n m a l dieKollegenvon der „Deutschen Tageszeit u ni g . (Große Heiterkeit.) Der Zweck der Vorlage ist. Die angeblichen Lücken der Spionagegesetzgebung gegenüber dem eigenen Volke zu schließen. Dies wird vogelfrei gemacht werden, nicht bloß die Presse, die gar kein Sonderrecht für sich verlangt. Unserem Parteiblatt in Gotha wurde es verübelt, daß es über em vollkommen kriegsmäßiges Manöver berichtete, bei lern es 18 Tote und etwa 300 Erkrankte gab. Dies Gesetz soll die Hülle für ige militärische Ungeheuerlichkeiten Wir handelten geradezu gemeingefährlich, So entschieden die Armee jeden Versuch abwehren muß, diese Vorgänge zum Schaden des Reiches ober zu Nebenzwecken, fei es aus Parteirücksichten ober aus Sensationsbedurfnls rücksichtslos öffentlich auszubeuten, so entschicben muß ich auch forbern, daß bas Volk über sie fortdauernd e i n - gehend unterrichtet wird und daß sie nicht einer freien Kritik entzogen werden, die ehrlich bessern will, lieber die Bedeutung der verantwortungsvollen Aufgabe, die hierbei den Organen der öffentlichen Meinung zufallt, bAeht bei der Heeresverwaltung nicht der geringste Zweifel. Ein Volksheer, wie das unsrige, kann auf die Dauer nur gedeihen und nur bann in ernsten Zeiten voll seiner Ausgabe gerecht werden, wenn d i e g e f u n b c n , vaterländischen Teile des Vo lies in herzlichem Einvernehmen mit ihm gehen. (Lebhafter Beifall.) Staatssekretär des Reichsmarineaints von Tirpitz: Den Inhalt der Vorlage, die juristischen Mängel der bisherigen Gesetzgebung gegen die Spionage und die allgemeinen militärischen Bedürfnisse haben die beiden Vorredner in eingehender Weise bargelegt. Ich kann vom Standpunkte der Reichsmarineverwaltung nur bestätigen, baß cm dringendes Bedürfnis zur Verbesserung dieser Gesetzgebung vorhegt. Wie im allgemeinen dem Reichstag schon bekannt sein wird, ist gerade auch die Marineverwaltung in den letzten Jahren einer ganz a u s g i e b i g e n S p i o n a g et a t i g - leit ausgesetzt gewesen. Diese hat sich ganz besonders auf die Küstenbefestigung, auf unsere Konstruktionen und unsere Schiffstypen ausgedehnt. Bei her Kommissionsberatung wird es sich ja ermöglichen lassen, an Einzelfällen die Situation näher zu beleuchten. Ich kann nur vom Standpunkte der Marme- verwaltung bestätigen, daß es ein dringendes Bedürfnis un Interesse der Landesverteidigung ist, daß dieser ausgiebigen Spionage- tatigteit in Zukunft nach Möglichkeit vorgebeugt wird. (Beifall.) Abg. Stadthagen (Soz.): Hervorstechend bei diesem Gesetz ist, daß die P r e f f e unter m i li« ä >-i s ch e Kommandantur gestellt wird, daß sie nur das schreiben soll, was bie Heeresverwaltung Will. Der Kampf gegen bie Spionage kann nicht anbers geführt werden als dadurch, baß man ihr den Nährboden entzieht, und die, er Nährboden ist das herrschende militärische System. Dieses schmutzige, elende, verächtliche Gewerbe der Spionage ist aber mit dem herrschenden militärischen System untrennbar verknüpft. Es ist widersinnig, wenn man hier ein Gesetz gegen die Spionage schäften will und bann Mittel berlangt um beim Nachbar spionieren zu können. Wir Sozialbcmo- fraten haben für solche unsauberen Zwecke nie etwas bewilligt. Das ganze Gesetz ist ein Widerspruch in sich. Man will die Spionage ausrotten und büngt selbst den Boden der Spionage. Warum regt man nicht an, daß diese Spionage von allen Staaten verschiedene Rechte, sondern nur ein Recht mit souveräner Gültig- feit, nämlich das Recht, bc§ deutsche Voll darauf aufmerksam zu machen, daß seine Wehrsäh'gkeit und Schlagbercitschast und seine Rüstung lückenlos erhalten werden! Indem ich dies seststelle, möchte ich gleichzeitig betonen, dah die Heeresverwaltung jede Absicht, mit dem vorliegenden Gesetz ein Sonderrecht für die Armee, vor allem ein Sonderrecht gegenüber dem Recht der freien Meinungsäußerung anzustreben, entschieden ablehnen muh. Es handelt sich eben gar nicht um ©onberinterefien der Armee oder irgend eines anderen, sondern allein um die großen und allgemeinen g c in c i n i a m e n Interessen des Reiches. (Sehr gut!) Diesen Interessen des Reiches wird sicher am besten und um so besser gedient, je mehr in Zukunft b i c Organe her Heeresverwaltung und der öffentlichen Meinung vertrauensvoll Zusammenarbeiten. (Beifall.) Wenn bas vorliegende Ge,etz, was es ja anstrebt, eine solche Verbindung fördern würde, und ich erkläre mich bereit, in der Kommissionsberatung einen Weg mit zu suchen und mich namens der Heeresverwaltung eifrig daran zu beteiligen, — wenn dieses Gesetz eine solche Verbindung zwischen den Organen der Heeresverwaltung und der öffentlichen Meinung forbern würde, so würde ich bas freubig begrüßen. Hoffentlich ergibt sich ein Verstänbnis zwischen beiden Seiten, für das ein Bedürfnis und gut vorzustellen, war ja recht dankenswert. Aber keiner bet RegieruiKftvertreter hat uns das Geheimnis verraten, w a S ben n eigentlich ein militärisches Geheimnis , st. Die Vorlage soll das schändliche Gewerbe der Spionage unterdrücken. Aber wie weit geht Spionage? In die Maschen dieses Gesetze- können sehr leicht Leute fallen, die in Wirtlichkeit recht harmwS sind. Wir haben schwere Bedenken besonders gegen den Versuch, das Gesetz auf Nachrichten überhaupt auszubehnen WaS ist ein militärisches Geheimnis? Wer entscheidet schließlich über den Charakter einer solchen Nachricht? Wie soll ein Laie ftch über diese feinen Unterschiede klar werden? ^.ann kann fa jeder noch so gut gemeinte Zeitungsartikel gefaßt werden. Am bedenklichsten wäre es aber, wenn das Gesetz sogar auf blosse Fahrlässigkeit ausgedehnt würde. Ich kann nicht glauben, dass der Reichstag so etwas beschließen kann. (Sehr gut!) Man kann doch auch nicht die Veröffentlichung von öffentlich allgemein bekannten Gingen be- strafen, bie jeder Fachmann klar Übersicht. Das sind bock) keine militärischen Geheimnisse mehr. Diest: smb doch m ben Akten sestgelegt. Sie sinb auch schon durch daS Gesetz von 1890 0b^",uch für den Krieg haben wir vollständig ausreichende Strafbestimmungen. Was ist vertraulich zu holten, was ist geheim? Wir Haven das schon bei uni in der Kom mis , ion gemerkt, wie schwierig es ist, festzuhalten, was geheim zu halten ist, was nicht. >Sehr gut!) Wenn bann ein Reichstags- abgeorbneter seinen Wählern Bericht erstattete und ganz unabsichtlich etwas anbeutet, was geheim sein soll, bann wurde man ihm auch ben Prozeß machen. (Hört, hort!) Will man alles von bem Ermessen einer einzigen massgebenden Stelle abhängig machen? Von bem Ermessen eines einzigen Men)chen? Will man der Presse ihre r i ch t i g c u n k t i o n erschweren? Und boch läßt man bei den Manovern alle mog- lichen fremben Offiziere Herumlaufen. (Sehr richtig.) Die machen boch bie Augen auf! Die deutsche Presse hat s ch einmütig dagegen erklärt, mit vollem Recht. (Sehr richtig!) Die Hauptversammlung der deutschen Presse in Düsseldorf, der Verein Deutscher Zeitungsverleger, der Verband Deutscher Journalisten- und Schriftstellervereine, sie alle haben Widerspruch erhoben, auch der löbliche Wehr verein. Er würde ja Objekt sein. Wenn seine Verosfentha)ungen und die des Flottenvercins verboten würden, so wurde freilich viel Beunruhigung vermieden werden. Ich beantrage, Ueberiuei, ung des Gesetzes an eine Kommisfion von 21 Mitgliedern. Abg. Dr. b. Calcker (Natl.): § Mücke, 26. Rov. Vom oberen Vogelsberg, in dessen und Mundpflege aus. Öl =■ Der Cbol konsequent täglich an» wendet, übt nach unseren heutigen Kenntnissen die denkbar beste Zahn» Caiiöwirticbaft, ,t. Aus dem oberen Lumdatal, 27. Nov. An der Kreisstrasse Grünberg — B c l t e rs h a i n würben im letzten Herbste die Obstbäume mit Klebegürtcln versehen. Wer dieselben betrachtet, kann Tausende der schädlichen Frostfpanner daran zählen. Die Baumbesitzer sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Eingesandt. (Für sZorm und Inhalt aller unter bieicr Rubrik stehenden Artcke» übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) .... u ~ Gießen, 27 Nov 4.1 c Zirthunt des e-tadttbeaters wird freundlichst ersucht. Giillparzerü ,,Tes Meeres und der Liebe Wellen" mit Fräulein -ognv als Hero im Lause des Winters noch einmal aunubrvn »u UNsen. Mehrere Ibeaterfreunta. reiS: */i Flasche «Monate ausreichend« Mk JJ1O, Flasche Mt. -Ä. DanöeL w Tl a n n b e i m, 56. 91ouembcr. DerAutsichtSratderPfälzische« y.V,B.b e < e . uudLvritsabrtkLudmjq 4 hasena . Rh ein bcld)lon, der am den 18. TGeuiber einuibetuienbeu Generaloor- fmnmlimg die Verteilung einer Tt vidende von 14 Prozent ne- gen 12 Prozent im Vorjahre in Vorschlag zu bringen. Märkte. Limburg a. d. Lahn. 2\ Rov. ftruchtmarkt. Durch, schnittvvreis vro Wlakter. Roter Weizen tNassau'scker) 15,80 ‘J)tfN ivet&et Weizen (annebnme 7'remdsorlenl 15,30 ".f„ Korn 11,70 Mk «erste Autler) 9,30 Mk., Braugerste 11,00 T1L Haler 7,50-0 00 wik. Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffel.« 2,00-0^00 Mt !Jt>tt>crfifäU«TIacbHc6fcn. — Tie bOjnliriae T öfter in tu-1 leier begebt am 28. November der tocbeiine RefterunaSrat Prof Dr. pbil. ft weck. Franz Eilhaid Schulze, Tn eftor ' c4 zoologischen Institut» an der Berliner Universität^ Schulze iü nm 22. Mär« 1^40 ui Eldena bei Nrei'S- lunln ol» Sobn des zu Rostock im Jahre 1878 verstorbenen Pro- 'efforS der (ihemie Franz Ferdinand ertnilje geboren, - Tine Versuchsanstalt für landwirtschaftliche Bakteriologie wurde an der bönmischen Tech.-s i«en Hochschule in Prag ervi i-te1. Vorsteher derselben in der o. Pro- ‘enor für Anatomie und Physiologie der HanSiiere, soivie land- «virtfchgftliche Baf-erioloaie Dr. med. AloiS Veli ch. *?• c rJ * n 26- Nov. Tas Landgericht verhandelte heute V0.?1 rr.lir'rarische Prozesse. Es handelt sich um die Poste „Wie ernst im Mai" und die Operette „Tie rücalc Gattin". In dem ersteren sollte das englische .Stück „Meilensteine", in dem ziveiten «vuldas „Znnllingsschwcstern" benutzt tvorden sein. In dem ersteren wurde der Einspruch zurückgcwiesen, in dem zweiten Beweiserhebung beschlossen. Heues vom Vezimolsyftem. Aus dem fünften „Internationalen Kongreß für Mas«» und davlcht", der gegenwärtig in Paris abgehalten wird, erstattete der offizielle Rapporteur Eh. Ed. Guilleanine einen höchst be- wcrfenswerten Bericht, der über die neuesten Fortschritte in der Anwendung des Dezimalsystems aus der Erde Ausschluss gibt Bon allen Ideen, die aus der französischen Revolution hervorgegangen Und, kann die Eliiiübrimg des dezimalen Mas; und Gewicht» Wltems als die imcbhgUe und für daS tdglidh1 vratrischr- Leben vedeutsaimte angeivrochen werden. Für die Einfachheit und GrSße ve>> „Teumaigedaukens" spricht brr Umstand, daß er hcuhutaqc vas N'istensctianlics>e und kominerzielle Leben fast aller Kulturvoller und ihre Beziehungen untereinander beherrscht, und zwar rn einem Krade, das; er uns Mir Selbstverständlichkeit geworden beachtet wird. Aln-r es sind bekanntlich die bie bCn °rÖBte” ^".mph menschlichen fn(l1^c ^sten >tulti,rländer haben, dem Beispiele Frankreichs folgend, das Tciunnhoitcm oblrgaloriich eingeführt: indes gibt C,r dlnzahl Staaten, die sich seinerzeit nur ;ur faiiütaiirin Jnunbme bereit erNärten und das seil alterShcr stehende eindeininche Mnß. und Wrroiitn -m fort beste Heu Heften »on beit letzter . haben vor einigen Monaten Dänemark d?e zentralanicrikgiiii.! en Republiken und 3iant den Schritt utr obii oatonf(be!i /''... ahme getan. Japan Ptbrt fort, dm aLtiven «ebranch. in»beivH\-re für d.e ivifi mrfiaftlittat Arbeiten zü eciveuern. ''«d damit dre endgültige Einführung ovruibereiten. x?te d'ineird'c Regrenmg fobann hat vor kurzem dem Parlament emeii Eeietzentnmrs borg ei egt, dessen erster Artikel lautet • ^ie wuun.che Republik nimmt als einziges Map- und Gewicktsystem das metrische dizimal an " VaS England anbetrifft, dessen Widerstand fr t langem al? ultralonservaiive Marotte betrachtet vird, so weisen ihm gegenwärtig seine Kolonien den Weg. Bon ihnen hat Malka das System osfizieN angenommen, die Süd- arr.fantitbc Union räumt ihm eine BorzuqSstcllung ein. Australien erklärte sich kürzlich zur Einsüdnmg berrit und tut — was noch tvidvttger erscheint — uirieit Schritte, um seine Adoptierung im ganzen briiischeii üYüoniolreidx- durchzusetzen. Man Fann nach diesem Borgeben hoffen, da st England selbst in Balde Nachfolgen wird, um so mehr, als es sonst, speziell aus den wichtigen Märkten j des Orients, mit der Zeit Schwierigfetten im Handelsaustausch begegnen dürfte Nach der Annahme des Dezimalsystems in China rbte dorr norausiickstlich noch nÄhrend der laufenden Legislaturperiode er* ’Jlgen wird) beläuft sich dis ,Zahl der Menschen, die sich dieser Matz- und Gewichlsrwrm bedient, auf etwa eine Milliarde. Die einzelnen Länder besitzen bekanntlich eine Stopic aus Iri?mmplatin I • in Daris au'bewahrlen Normalmetrs und Normalkilogramm- untere« vt* r*l?urtc Messungen des Erdmeridians nach gewiesen Haden, ungeähr ein Fünftel Millimeter zu groß, letzteres weich, ron dem theoretisch ermittelten Gewicht ein fünfzigtausendst l I Gramm ab. Diese für den praktischen Gebrauch völlig belanglosen rriümer, die aus der Un'n!änqlichk.-it der damaligen Metbooen entnancen waren, vermögen m:<5 das höbe Verdienst der Männer ccr Wmenschaft nicht tu schmälern, denen :vir die friedliche Revcu I 'Utron in der „Abschätzung der uns umgebenden Weltdmge" per tanken. Und das um so weniger, als jene Gelehrten selbst ihr Leven aurs Lpiel setzten, um ihre Arbeiten durchführen tu können Son ihnen starben weil sie den Machthabern der Revolution ctr- geworden waren donborcct und Lavoifier eines tragischen --01 - letzterer aus dem Schafott : Lavlace, Bvrda u a. wurden ungerech erweise ihrer Funktionen als Mitglieder der „Matzuno Gewichtskommission" enthoben: ia die „Acadsmie deS feien ceä , die die Arbeiten leitete, verfiel plötzlich der Auflösung, „weil ui einem einsichtsvollen Gouvernement keine Tarafiten rytheren Mirfen, also der akademische trautciiil umzufchmeisten sei" — mte fidi die Verftigungsordre der Revolutionäre drastisch aus' druckte 3n dem ^ahre, da das letzte Drittel der Menschheit der fotzen Tldee des DeumalmstemS beimpflichten beginnt, mag an lene Mstrtnrer der Wissenschaft geziemend erinnert werden.' m die Brust gedrungen uno einer in den Oberschenkel. TiegS bestrrtt, geschossen zu haben. An der Hand der Beweise wurde aber ui der Urteilsbegründung festgestellt, das; Förster sich nicht selbst die Schüsse beigebrachr hatte, sondern das; sie von dritter .Hand herruhren mussten. Tas Gericht verneinte Fahrlässigkeit, nahm vielmehr Vorsatz an. Bon der Anwendung des Paragraphen 61 des ReichSstrasgcsetzbuches könne keine Rede sein. Auch Wrver- verletznug mit TodeSsol^e fonmtt nicht in Frage Das Motiv sei nicht geklärt. Tas Gericht war der Ansicht, das; eine Angelegen bett mit Leutnant Krosz, bei bvr es sich um einen Meineid handln sollte, hierbei keine Rolle gespielt habe, dass vielmehr eine andere Angelegenheit mit hinein gsspielt habe, in her gegen Tiegs wegen >alsck)er Wachnieldung ein Verfahren cingefeitet worden war in* dem er den Leutnant jkrosz, verschiedentlich, allerdings vergeblich zu bestimmen versucht batte, zu seinen Gunsten aus;usagen Wegen dieser eadje habe schließlich Tiegs Hand an sich selbst legen wollen lei aber daran durch den Fahneujunker verhindert worden Da dieser dem Geivrach lugehört habe, in dem Leutnant st ros.; daS Ansinnen Tiegs ablehnte, müsse dem TiegS der Gedanke gekommen CT' ^''^gen Förster aus der Welt zu schaffen. Tas Gericht habe deshalb Totsthlag angenommen. — Bücherei der Gesun dhe its pflege. Bon bet alt- bekannten, int Berlage von Ernst Heinrid» Moritz in Stuttgart erscheinenden „Bücherei der Gesundheitspflege" liegen wieder drei Blinde in neuen Auflagen vor. Hygieiie der Lunge im gesunden und kranken Zustande. Don Professor Dr. L. von Schrötter oiueitc verbesserte unb erweiterte Auflage. Mit einer farbig» >' drei ichtvar.zen Tafeln und 14 Testbildern Brosch l,8u Mark, geb 2 25 Mark. Hygiene des AugcS im gcsuuden und kranken Zststande. Bon Pros. Dr. O. v. Sicherer Zweite verbesserte und ertveiterie Auflage. Mit drei farbigen Tafeln und 13 Tert* bilbern. Brosch. 1,80 Mark, geb. 2,25 Mark. Hygiene der Zähne und bcS Munde? im gesunden und kranken Zustande. Bon Prof. . ^.^ort-Heidelbcrg. 3>vcüc verbesserte und erweiterte Auslage. Mit vier Tafeln und Teftbilbern. Brosch 1,40 Mark, gebunden 1,80 Mark. Vermisstes. a ?,cnftc.r gestürzt. Um das Zeppelin. Luftsdnn „Sachsen 2" zu leben, beugte sich das breijdhnqe Tochter.lxn eines rkaufmannS in Dresden zu weit aus dem Ginster der im 3. ^tock gelegenen elterlicheii Wohnung und stürzte auf die Straste. Das SPinb war auf der Stelle tot Gifcn bahn jufl beraubt Aus Bricg , Nvv., wird auftlich gemeldet: Aut der Strecke Briea - Neisse ist gestern der Zug 331 durch Ziehen der Notbreime in einem ffraufnabted 4. stlaile zum Halten gebracht worden. Während R9R w eV^a ? ^Erecke wurden aus dem Packwagen he’ntr^! ^twendel Die leeren Taschen wurden °°n bon WeickrensteNer auf der Strecke QU* Binder sich an Ort und 3uae^ eiri U’2?Cn werden wrtgesetzt Die Deraubi.ng des mtff^feÖint ,*Vr!LCr bt bafi H flCfltn *P10r’°9? yesch 'tzt wird, fon.crn bie Militär- ÄL) 6triCt“et Abg. Merlin (Rp.)^ ift notlveni,9 s^o'l aut Rücksicht auf die auSkän. »Ischen Sest,nib .iPflcn, d-.e viel schärfer find als unsere bisherigen, «uch für uns ist § 0 in bicier Fassung unannehmbar. Tic Sen- lationsprefie, bie freilich um jeden Preis etwas Neues bringen will, uno die oft geradezu frivol vorgeht, kann gro^n •i n Da» KriegSmii isterium joUte c.ne 2 u». funftßfteHe fürbte Presse einrichten, wie da» Reich», marineamt sre hat. ^.a» Fliegen über die Grenze ist > toetik'*8' 4C oI,t0fC lolltin auch straflr.chtl.ch ersah» j vüchettisch. — €in Führer du rch die Fragen der Gegen« wart. Ein merkwürdiges Zeichen unsrer Zeir — und genntz kems von den schl.-chcen — in die tiefgehende religiöse Bewegung 3er Identer, inag sie vielen „Rechtgläubigen" von rechts unb von links ein Greuel sein. . .nmn :id)t gar alles ui Frage stellt, woran ihrer llebencugung nach nidjt gerüttelt werden sollte, — die Tatsache dieses Rüttelns jener: einmal, unb Leben iit Bewegung Wem feilte ba nicht ein sachkundig- Führer willkommen sein, der uns in dem Wirr- -al bet auftiiicn^iphfcjiuxu Meinungen und der „Fälle" iZatho, 'l-rnfl$, Bollmer, Traub,. Heydorn, Heyn uiw. „obne Has; und 1 *T" »urechtw."'t Einen solo" .r ausgeieichneten Führer sinden wir in dem soeben erschieneneki neuen en ZadreS-Suvolemeui ;u Meyers Grossem XvnversailonS-Lcriion Tritt.-. Zadres-Supple- ment 1911 12, Band XXB’, zu Meyers Grossem üonveriauons- Lerikon, tedjftc, gänzlich ncubearbeif ? und . ernt ehrte Auflage l'<2 > reiten Text mi ü'-.r 1150 Abbildung, i, Marten und Plänen un Tc;r und auf 110 Bi dertafeln. ba unter 7 arbenbru kta ein und 11 idbunnbige Kartenb ilagen, sowie 8 Xepbeilagen In Halbleder gebunden 10 Mark ober in Pradubond L2 Mark Verlag ves Bibliograpdischeii Institut- in Leipzig un? Wieni, worin wir auch die religiösen Kämpsc der Gegenwan ausgiebli berück- iichkigt finden. Tas beweist schon der neun Spalten lange Artikel „Kircheinvesen cvangelifibes' in Deutschland", der durch seine kühle Sachlichkeit jeden Gebildeten ungemein wohltuend berühren und durch seine Sachkunde fesseln muf- Ergäitrend ;ur Lfilf oder gegenüber stehl ihm der Acickel .Römifd^atdolisrhe natürlich auch den bayerischen Zesuitenerlatz ausführlich beipncht. Tas Wioerspiel her in diesen Artikeln aeschil derten kirchlichen Bewegung, der ..Monismus", ftnbct Dcrück- ilchtigung m einem Furien Bericht üb r den Hamburger ersten iuteniationalen Momstculongrcss. Zc langer wir in dem 'chön ausgcstatteren Bonde blättern, umsomehr .rk.mneu wir rocidx unerirfTöpflidK Fundgrube der Belehrung hier dem Gebildeten wiederum geboten wird. Es wäre ein Lcidm-s, dies durch Hun derte von Beispielen »u erhärten, doch beschränken wir uns dar auf, einige wenige Fragen herausuigreifen. Der Artikel „Börse" berichtet über die neuesten einschlägigen Gesetze, Verordnungen, Usanceänderungen uiw, der Artikel Ausverkauf" beschäftigt sich mn beit aus diesem Gebiet eingcriffenen Missbräuchen unb den geictzgeberifchen Gegenmassregeln Unter „Sonttirfc" wird eine interessante Statistik über diese Symptome unseres Wirtschafte lebens aufgemacht. Der moderne „Kapitalismus", sein Ursprung und seine Entwickelung^ seine Ausdihnung und Wirkung bis auf oit Presse, auf das 2bester, auf die Vergnügungen, auf die Mode u>w. wirb in anregender uiü> abgeruiißcter Form behandelt MU der Arbeiterftage befassen sich zahlreiche Arnlel, wie ; B „Arbeiterverslcherung", „Arbeitsmarkt",' „?lrbeüSnachweiS", „Mi nimallohn", „Rrid)Sarbeilsblatt", „sduediz- und Einigungsäm- '.Versicherung im Deutschen Reich", „Syudikällsmus" ,.5o- jialpolitiicke Gesetzgebung" u a. Andre soziale Fr.igen werden besprochen in den Artikeln: „Mittelstandsbewegung", „A'riegs- wlriichast" OtTieg und Volkswohlsahri , „Monopol", „Moral- statistick', „Alkoholismus unb Sdmle", „Schulspeisungen" „Ä'in- berbeuitflttcn", „Kniderlesehallen", „üiiidervoltskudun", „Sozial»- Frauenschule", „Institut sür soziale Arbeit in München", „Land- wirtidwstlicher Unterricht im Heere", „Auswaiiderung", „Sterb- ltchkeit im Beruft/, „Bevölkerungsbewegung" (Üteburtenrüdgang!), , „Funggesellcusteuer", „Frauenstimmrecht", „Voliswirisdwstslchre in Deutschland", „Einfamilienhaus" u. a. 2Iud) edml- unb Erziehunasftagcn iverben in zahlreichen Artikeln bebanbelt. Daß die Redaktion bie Zeitereignisse up to bäte pct^ folgt hat, beweisen unter sicherem die unter „Türkisches Reick" behandelte (Hefdridtfe des Balkankrieges unb die Biographie des SÜ1 Ö. November 1912 erwählten amerikanischen Präsident.-» Woodrow Wilson, bie Artikel „Kamerun" und „Marokko". Sckliess- lick) möchten wir noch auf den reichen bilMid^m Schmuck an Tafeln und Teriillustratione» Hinweisen, mit .dem auch dieser Schluss band des „Grossen Meyer" ausgestattcl ist. Mil Rückiickl auf den Raum ewäbnen wir davon hier nur die meisterhaften Por- tvattaseln der (meist nodj lebenden) Ädryphäen her Anatomen Astronomen, Mediziner, Meteorologen, Physiologen und Volkswirte. Die Vorlage gehl an eine Kommission von 21 Mit« gliroeru. Donnerstag: 1 Uhr: Gebührenordnung für Sachverständige und Zeugen, Beschäfligung von Hilfsrichtern beim Reichsgericht, Errichtung eine» Kolonialgerichtshofs, Novelle zur Gewerbe- ordnung. Schluß 6 Uhr. Abg. Cohen Reuß (Soz.): Tas Siel Lc8 Entwiirfs ijt nur eine Erweiterung her Macht, befugti ic cr Militärbehörde. Bei freibelllichen Institutionen wie m eng ■> Ut ein scharfer Paragraph nicht so gefährlich. TaS Parlament kann ihn jederzeit triebet aufheben. Hoffentlich hat der Rc'.hsiag mehr Einsicht in die S> e b e n » n o t to e n . J.tg feiten beS oeuiscken Volb-6. als der Herr, der merktoür- dig.rwcife deutscher Reiche,'analer ist. Ein »u-iiahmeg.seh g--gen iS 9&if* 5 91 Nn großer Teil der Presse frißt heute schon der Hand, jcyi soll noch die Dressur, werden^ Pin rVj 4 ? ° “ P $ e n 0C0cn fic gcschioungen tova im tiefsten Frie- den einen B.-lagerungSzuuand schaffen. Die Naivetät unfe- t a a f 6 f c f r e t a r c, bie beinahe sprichwörtlich gcwoc. °Ti °^clilsau6/ da» das em Geheimnis ist, }no# sie dafür x k ‘an 'L'blbcnbc dat auch im Militarismus bie entschei- dende Wirlungskrast, und es hat auch g e s ch ä s t S k u n t ia e Mfcfflrill/ft'f. V0b6iV6U 0C0CsÜCn* X,f «roßkapitalistische nat?o- nclon^n ^nCtsC‘ 0C0Cn ^miergelberunfoefen Sturm gelaufen. Jetzt, wo der grotzc Krupp schmiert ba ist es ‘ S,^.r6-r T? hat sich die tönende Mclod-e, bie Fortissimo schärft ®c eVc3beltlmmun0en gegen bie Angestellten verlangte, verwan- flm^n!-8(^Cdc1r,P)eCe"t',,nO"6: '"°up-ch-n. m-m fnürh?61 bewiesen, daß infolge der merk- m^tr°uirc 0ffizierforpS die Wahrheit nicht ans A4u)t kommt. So kann es auch bei uns fein. (Die ffhnnren hrs i - - - ....... vl|)UI Sic^, von denen der Herr KriegSminister svracb werden ^^^n die Drefckmmschinen später gearbeitet als in anberen, treffen bürdj drakouifche Strafbcftiiinnungen nicht vergrößert ' Es tun I ?.tnP Wattkd* Zahl von Wagen mit Weizenladungen aus unberc Tinge not, als bas Spionagegesetz; das ist bie »reibeit Liem Öligen Bahnhöfe ein, um von hier aus Derfrarbtct zu wer- und gleiche Dehanblung des ganzen deutschen Volkes^ Das r™ ®9ien' der ansangs mit 19,50 Mark für den Doppel- deutsche Osfizierkorps darf in der HandliingSfreih-it feine dszahlt wurde, ist int Preise auf 18 Mark zurückgegangen. Sonderstellung einnchmen. Wie es mit unseren militärischen Sie ist, den Weizen nickst erst gehörig aus bem Felde Einrichtungen steht, hat noch jüngst ein Schriftsteller daraetan "U^raiseil zu lassen, sondern gleids in die Scheuer zu fahren, dec von unserer Artillerie feststellte, baß sie nicht auf ber Höhe fei' s^ren. *bcmt Leidu>esen manche Landwirte. Sie köimen, ba mr».,; - I **>r Wetzen grau unb nicht «marktfähig ist, ihren Weizen nidst Preubncher Qneg§niiuifter von Falkcuhahn: los sverden: ne müssen ihn verfüttern. ~ ,1 fccr Geschäftslage möchte ich es mir ersparen, auf die «. '■ .d er Wett^erau , 26. Nov. Turch die gewaltigen Ansfuhrungeu des Vorredners üßec die Hceresverwaltuna' und ^gengusse der letzten Tage sind die Feldmäuse, die be- die Armee naher einztigehen. Bei diesem Gesetz bandelt es lick *°?>crd nn Korn- unb Weizenbäckern grossen Schaden angerichtct, gar nicht um die Armee ober die Heeresverwaltung sondern um ^deutend vermmbert »vorden. Immerhin sucht man diesen Schäd- die Jntcrefsen des Reiche». Nur zwei kurze »emerfunaVn fann rood) Gisthafer- unb Weizen zu Leibe zu gehen, 'ch nicht untoidersprochen bingeben lassen. Denn ich den Var. ??rfern wird das Gift kvstenftei i>urd> bie Orts- £ bSÄS7"kn et unter ®erafung auf einen p^orbcn "" ^'inwhner verte.lt. _______________________ J?l‘n ^c ’t,cöcr Öfn’Cint, bK deutsche Artillerie sei ber E . . ", Artillerie eines anderen Slnate» untcrl^en. Ob die Berufung ®erict>tdfaal. Kl®Sutrisft, weiß ich nicht, so viel aber weiß L e u t na n t wegen Totschlags verurteilt. M) genau, daß diese Behauptung unzuircffenb ist. (Sehr richtiql? ~ - 26. Nov T^s Zftriegsgericht verurteilte den Leutnant f,,‘ 3Um Schlüsse noch aus dem Handeln des c fl " rvQ’a’ Totschlags zu 10 Jahren Zuchthaus, Ab- veutsthen Offtzierkorp» in gewissen Lagen Schliisse oe/ioacn erkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn mochte ihm au; die Irrwege dieser Ausführungen nicht fakten uVb Ausstoßung aus dem Heere Eme ganze Anzahl von Riicksichtcn halten mich davon ab- ba» Urteilsbegründung erfolgte öffentlich. In ihr loirb bar- eine aber kann ich ,hm versichern: Das deutsche Offi-i'ier. gelegt, das; Tiegs nach feinem Freispruch durch das Oberkriegs- s° bandeln, wie cö ihnt Ehre und Pflicht ÜDl* ci"em ihm zur Last gelegten Vergehen, mit dem bejieblt. (Lftifall rechts. — Lachen der Soz.) ^ahneniunker Forster und einem anderen Leutnant st rosz gekurisst, dann seine Wohmmg mit den beiden ausgesucht und Aba. Cohen (Soz.): dort die Kneiperei fortgesetzt hat. Als am anderen Morgen Leut-- Nch habe nicht behauptet, daß bie deutsche Artillerie schleckte- nant He Wohnung verließ, kneipten TiegS und Förster sei als die französische. Aber ich stelle dem Kriegöminister den Loeitc^ ?Äni Nachmittag 2 Uhr vernahm man zwei Schüsse in Aufsatz dc» General» Rohne zur Versligling. Der Krieg-minister ?cr- L,n ^Ehuß war durch ein Bierglas gegangen, hat mit großem Patho», um sich einen guten Abgang au üdient . e* Ratten den Fahneniunker verletzt, zwei waren ihm meine Worte über das Osfiz.crtorps. ganz falsch auSgelegt Wie .......... k7"EN Sie to an nur borbeiteben? Ich habe nur erklärt, baß 1 ,vnJ ! ?-- b I bewiesen habe, daß infolge der falschen Ehr- tzegrisse >-kS L ssizierforps, hie in Oesterreich )oie bei uns herrschen, die ganze Wahrheit, die für baß Vaterland notwendig ist, nickt an» Licht fommt ter*"