Nr. 9Z Viettes Glatt 165. Jahrgang Eichener Anzeiger Erscheint kdgNch mti Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Vberheften Die „Eichener ^amiNenbtStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Rreirblatt für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Di» „Landwirtschaftlichen Seit- fragrn" erscheinen monatlich zweimal. Samstag, 26. April WZ Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Trusffrei! Sel-tÄÄleikum mit Hohlnixmdsfuck SelemGold Goldmundstiick Cfjg'areffen Mb. Deutscher Reichstag. 140. Sitzung, Freitag, den 25. April. Am Tische des Bundesrats: Dr. Sols, Kommissare. Präsident Dr, Kaempf eröffnet die Sitzung um 12 Ahr Ar Minuten. Kurz? Ausragmi. Dr. Wciü (Soz., Els.) fragt: Ist der Herr Reichskanzler in der Lage, Auskunft darüber zu geben, ob Verhandlungen zwischen den in Neukamerun berechtigten Konzessionsgesellschaften und den verbündeten Regierungen über die künftige Stellung der Gesellschaften gefübrt worden sind und welches Ergebnis diese Verhandlungen gehabt haben? Direktor in: Reichskoionststrrn Gleim: Abmachungen sind bisher nicht getroffen; aber gelegentlich der Verhandlungen, zu denen die Vertreter der Gesellschaften aus Neukamerun in. der vorigen Woche in Berlin waren, sind sie auch an die Regierung herangetreten, um mit 'hr Verhandlungen, onzuknüpfen, die ihre Stellung regeln soll. Die Regierung hat aber an ihrem Stand- prmkt festgehalten, den sic schon in der zweiten Lesung des Etats hier vertreten hat, und sie wartet demgemäß weitere Anträge der KonzessionSge feilsch asten ab. Dr. SJtiHnm (Wirtsch. Vgg.) fragt: Ist der Herr Reichskanzler bereit, Auskunft über Vie Gründe des crgcbniS ' osen Verlaufs der Brüsseler Sp i r i t u o s e n ! o n f e r c n z 1913 zu geben? Direktor im Reichskolonialamt Gleim: Der Brüsseler Konferenz wurden von Deutschland und England ein gemeinschaftlich aufgestellter Vertragsentwurf vorgelegt, der im wesentlichen zwei Punkte enthielt: 1. E r h ö h a n g des vertragsmäßigen Mindestsatzes der Einfuhrzölle und der H erst e l l u ng s a b g a b c für Spirituosen in der Konzcssions- zone Afrikas von IOC Frcs. zunächst auf 150 Frcs. und in jährlichen Etappen von 10 FrcL. weiter bis zu 200 Frcs pro Hekto- liter. 2. Die Festsetzung der in der Brüsseler Generalakte von 1830 bereits vorgesehenen Verbotszone für Spirituosen und ihre Abgrenzung durch eine zusammenhängende, durch alle Kolonien durchlaufende Linie. Die Verbotszone ist in den britischen, deutschen und belgischen Kolonien Weftafrikaö bereits früher bestimmt gewesen, n i ch t i n d e n f r a n z ü s i s ch e n. Zweck der Konferenz war in dieser Frage, Frankreich zu einer gleichen Maßnahme zu veranlassen. Frank>-cich hielt sich in der Frage der Abgrenzung dec Verbotszone ablehnend, indem eö bestritt, daß die Generalaktc von 1890 in dieser Richtung eine Verpflichtung enthalte und zeigte sich in der Frage der Zcllerböhung (Punkt 1) nur geneigt, eine solche in geringerem Umfange für feine weftafrikanischen Besitzungen vorzunehmcn, wahrend es bezüglich Aeguatorialafrika den bisherigen Zustand beibchalten wollte.' Um bei diesem Verhalten Frankreichs überhaupt noch zu einem Ergebnis zu gelangen, beschränkten Deutschland und England ihre Vorschläge dahin: Zollerhöhung auf 120 Frcs., Einrichtung der .Verbotszone nur in Dahome, woran wir wegen der Nachbar- ichaft unserer Kolonie bzw. Nigeria besonders interessiert sind. Auch dieser Vorschlag fand nicht die Zusiimmung Frankreichs. Daher mußten uns weitere Verhandlungen zwecklos erscheinen, und es blieb nur übrig, die Verhandlungen der Konferenz zu vertagen. Die CchAmg SerLMöMüsHasisbM KSiMrffasrHa. . .. t (S,r 5 S ö U n g § c t n t, dessen zweite Lesung ^^ert alL erste Rate zur Errichtung einer Landwirt- wtrtfchaftSoank für Südwcstafrika 5 Millionen Mark, mit dem Vorbehalt e,ner Nachbcwilligung der gleichen Summe. Die Bud- gelkommisiwn hat der Vorlage vorgestern zugestimmt. „. .. . Abg. Noske (Soz.) macht die in der Kommission eingehend vorgetragenen Bedenken erneut geltend; die 10 Millionen würden zum großen Teil ver- loren gehen. D'e Ermächtigung einer Herausgabe von Schuldverschreibungen bis zu 100 Milliolren ist überaus bedenklich. Der Ergänz ungsctat wird angenommen. Die Beratung geht weiter. Acik für te MUchM-nt. Die rreugeforderte Stelle, des z to e i t c n Direktors hat die Budgetkommission gestrichen trotz aller Bitten des Schatzsekrc- tärs Kühn. Vizepräsident Dove stellte ten Posten zur Abstim- mung, es erhebt sich das gesamte Haus. In höchstem Erstaunen bemerkt Tr. Dove, er sei wohl bei der Formulierung der Abstimmung mißverstanden worden, aber daS ganze Haus ruft ihm jubelnd zu: Ja, ja, tvir bctvilligcn den Direktorl (In diesem Augenblick erscheint Schatzsekretär K ü h n.) Abg. Arnstadt (Kons.) l spricht feiire Genugtuung darüber aus, daß jetzt endlich für die Kricgsveterancn etwas geschehen soll. Die Beihilfe muß aber auch denen gewährt werden, die in den Krieg gezogen sind, ohne an einer Schlacht tcilgenommen zu haben. Uebcrhaupt muß bei her Gewährung von Beihilfe eine gewisse Großzügigkeit beobachtet werden. Schatzsekretär Kühn: Ich kann dem Hause mitteilen, daß der Bundesrat in seiner gestrigen Sitzung dem Entwurf it b e r d i e Erhöhung der Kriegsveteran cnbeihilfe zugestimmt hat. (Lebh. Beifall auf allen ©eiten des Hauses.) Er liegt be- xeits dem Bureau des Halises vor. Abg. Brnckhosf (Vp.): Wir danken dem Staatssekretär für seine Ankündigung. Wir toeiben an dem Gesetz gern Mitarbeiten, Abg. Posprech (Pofe)': Polnische Veteranen werden nicht anständig und gerecht, wie es den Verpflichtungen des Reiches entspricht, behandelt, sobald fte sich etwa politisch betätigen. Abg. Zürn (Np.): Hoffentlich werden alle Veteranen möglichst noch bis Oktober in den Genuß der erhöhten Rente gesetzt. Sie soll ihnen ohne jeden Unterschied der Parteigesinnung, auch Sozialdemokraten zugute kommen. Keine Gesinnungsschnüffelei! , . Abg. Raute (Soz.): ES ist höchste Zeit, daß das Reich hier endlich seine Schuldig- ie' der Getreidezölle eintritt. (Sehr richtig! links.) Uebrigens ist es doch ganz un parlamentarisch, einzelne Aeußerungen aus Privatgesprächen hier vorzutragen. (Lebhafter Beifall.) Ich möchte Sie deshalb warnen: Gehen und fahren Sie nie wieder mit dem Abg. He st ermann! (Große Heiterkeit und lebhafte Zustimmung.) Abg. Hestcrmann (Deutsch. Bauernb.): Ich kann nichts Unrechtes darin erblicken, eiste solche Denße» mng hier wiederzugeben. (Widerspruch.) Die Resolution Baumann wird angenommen. Abg. Rupp (Kons.)' bespricht Mängel bei der Ausführung beS Wertzuwachs - stcuergesetzes. Abg. Zimmermann (Natt.): Wenn alle Reichsinstitute so ergiebig wären wie die R eichS- bank, so wäre das hoch erfreulich. Neben dem großen Nutzen, die sie sonst noch stiftet, hat sie 10 Millionen Mark mehr eingebracht. Hoffentlich kommen wir bald wieder zu einem angemessenen Diskontsatz. Vor Genehmigung des Etatsgesehes weist bet Berichterstatter Speck darauf hin, daß nach der jetzigen Gestaltung des Etats ein Ueber schuß von etwa zehn Millionen Mark überbalanziert, der aber in der dritten Lesung durch die erhöhten Ausgaben für die Postbeamten zum Ausgleich gebracht werden wird. Die Uebereinkunft mit Rußland zum Schutze von Werken der Literatur und Kunst wird in erster und zweiter Lesung angenommen. Die Vorlage über die einheitlichen Wahlurnen wird angenommen. Sonnabend 10 Uhr: Dritte Lesung de- Etats» Schluß 6% Uhr, Mus den ReichstagsausMssen. :: Berlin, 25. April. Die Mitglieder des Haushaltsausschusses waren auch heute zu einer vertraulichen Besprechung geladen. Von der Regierung waren anwesend der Unterstaatssekretär des Reichskanzlers Wahnschaffe und Kriegsminister von Jöeeringen, außer Militärbevollmächtigten der Bundesstaaten. Der Ausschuß ttnrb die sachliche Erörterung am Montag beginnen: an diesem Tage hofft man, wenn die Kraftanstrengung es nicht schon morgen fertig bringt, int Plenum die dritte Lesung des Reichshaushalts zu erledigen. Der Wahlprüfungsausschuß Der Wahlprüsungsausschuß 'verhandelte heute über die Wahl des christlich-sozialen ?lbg. Dr. Burckhardt, aber wie alle augenblicklich zur Erörterung stehenden Fragen der großen und kleinen Politik ließ sich auch hier ein sicheres Ergebnis noch nicht erzielen; vermutlich aber wird, da die .Berichterstatter bereits ziemlich einer Meinung sind, die Wahl nach Pffngsten für gültig erklärt werden, lieber die Wahl des Abg. Reck (kons., Oletzko-Lhck) ist Beweiserhebung beschlossen worden. Bad-Nauheim Reisen Sie Hotel-Prospekte auf Wunsch gratis! (S8*/a 23 99 gen heilt Nervoeitat * heilt Schlaflosigkeit ** Vorzügliche Kii< he la. Weine. Sehr solide Preise, ss“/. Prospekte gratis durch Verwaltung des Königlichen Mineralbades Brückenau. Qih .'r 91 Neider-Stoffe Schürzen Am Oswaldsgarten BfiDER-PENSIONEN SOMMERFRISCHEN Ein landschaftliches Paradies. 400 Meter üb.d. 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