zuckte, 'irnb der kleine bcrocglidye Mund mit ungeheurer Geschwindigkeit seine Aussprudelungen vollführte, die oberen Teile wie ein schöner, sonniger Olymp noch zu lächeln und selbst die blitzenden Augen nicht zu dräuen schienen, so daß, wer vor der unteren Macht erschrak, durch die obere Macht getröstet ward. B l ü ch c r. Trotz seines Alters trug er eine herrliche Gestalt, g-^oß und schnell, mit den sckwnstcn und rundesten Gliedern vom Kopf bis zum Fuß, seine Arme, Beine und Schenkel noch fast wie die eines Jünglings, scharf und fest gezeichnet. Ain meisten erstaunte sein Gesicht. Es hatte zwei verschiedene Wellen, die selbst bei Scherz und Spaß, welchen,' er sich ganz frisch und soldatisch mit jedem ergab, ihre Farben nicht wechselten: auf Stirn, Nase und in den Augen konnten Götter wohnen: mit Kinn und Mund trieben die gewöhnlichen Sterblichen ihr Wesen. Daß ich es sage: in jener oberen Region war nicht allein Schönl-eit und Hoheit ausgedrückt, sondern auch eine tiefe Schwermut, die ich der schwarz- dunllen Augen wegen, die der finsteren Mecresbläue glichen, fast einen Mecrschwermut nennen möchte: denn wie freundlich diese Augen auch zu lachen und zu Winten verstanden, sie verdunkelten sich oft auck' plötzlich zn einem' fürchterlich.m Zorn . . . Mund und Kinn aber gaben einen ganz anderen Eindruck, obgleich mit den oberen Teilen des Gesichts in Uebercinstimnrung. Hier säst immer die Husarenlist gesammelt, deren Zügenspiel bisweilen sogar bis in die Augen hinauflief, und etwas wie von einem Marder, der auf seinen Fang lauscht. G n e i f e n a u. Sein Bau >var stattlich und feine Glieder löwenartig, Schultern und Brust breit, von der Hüfte bis zur Fußsohle, alles stark, rund und, wo es fein mußte, an Fristen und Gelenken, alles zierlich und beweglich gebildet: er stand und schritt Ivie ein geborener Held. Diesen Leib kräftigsten Wuchses, etwas über Mittellänge, krönte ein prächtiger Kopf: eine offene, breite, heitere Stirn,'volles, dunkles Haupthaar, schönste, groste blaue Augen, die ebenso freundlich als trotzig blicken und blitzen konnten, eine gerade Nase, voller Mund, rundes Kinn, Ausdruck von Männlichkeit und Schönheit in allen Zügen. . . Dieser schöne Mensch war eine leidensclzaftliche und feurige Natur, und kühne Triebe und Gedanken fluteten unaufhörlich in ihm hin und her. Und ebenso war sein Angesicht, wenn er nicht zuweilen, — was ihm selten begegnete — in eine halbträumende und sinnende Abspannung fiel, immer von einer wallenden und geistigen Flut übergossen, welche seine Gesichtszüge selten stillstehcn liest. . . Diese Geistigkeit, die sich auf dem edlen Antlitz in den leichtesten, beweglichsten Wechseln malte und abspiegelte, drückte sich in ollen Gefühlen, Stimmungen, bei der Liebe und des Zorns, der Freude und des Unmuts auf das liebenswürdigste und gewaltigste ans. Dieser Kopf, der gewöhnlich rasche Kühnheit und fliegende Freudigkeit aussprach, hatte doch auch seine Augenblicke, wenn gelungene (hthvürfe, und edle Hoffnungen durch Feigheit oder Schlechtigkeit der Neidischen oder Dummen gehemmt oder vereitelt waren, wo er eben durch Jirnigkeit des Herzens und bic. Gewalt der Gefühle beschattet und bewölkt war, dast er den Mann, welchen man nur als einen Vierziger vor sich zu sehen geglaubt hatte, in einem plötzlichen 'Dunkel gleichsam wie einen alternden Greis zeigte. Ich habe keinen so geschwinden Wechsel an einem' Manne gesehen. Aber sobald der Svnneirschein der Lust und. Hoffnung wieder schien, stand der kühne und geistige Jüngling" in voller männlicher Herrlichkeit wieder vor dir. Hardenberg. Er war ein Mann etwas über Mittelgröße, mit runden, festen Gliedern, einem prächtigen Kopf und herrlichen leuchtenden blauen Augen, als ein Sechzigjähriger noch aufrecht, fest rind schön, von der Natur mit einem Hellen, lichten Geist ausgerüstet, Leichtigkeit, Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit in seinem ganzen Wesen; Geschwindigkeit in der 'Auffassung, mit vielen Kenntnissen verbunden uni) mit leichter Darstellung auf dem Papier. Sein Auftritt war offen und leicht, adlig und vornehm im besten Sinne des Wortes, so frei und ungezwungen wie unser Reichsfreiherr vom Stein. Er war ein edler, wirklich großherziger Edelrn'crnn, ohne kleinlichen Neid und Groll, so dast er auch auf seiner. Hohe nicht den Stachel gefühlt hat, sich an seinen Feinden zu rächen. Er war, was man einen edlen Kavalier nennen konnte: aber in anderen Stücken, namentlich in Puncto Puneti, war er leider auch ein ganzer voller Kavalier: er war nicht allein ein vir nxorius, sondern auch ein vir mulie- brius: Weiber hatten eine zu mächtige Gewalt über diesen schönen, edlen Mann. ♦ ff. Eine Preisaufgabe für Film'schauspieler „Leute mit ausdrucksvollen Gesichtern" traten auf der großen internationalen Kinematographenausstellung, die in diesen Tagen in London stattfindet, in einen Wettbewerb, auf dem es galt, sich als Filmfckanspiclcr ersten Ranges zu erweisen. Ein vielköpfiges Publikum stellte die Preisrichter dar. Die Herren Preisrichter waren manchmal in den Ausdrücken ihrer Kritik „maßlos". .Schal- Recht des Bundesrats, int Reichstag das Wort zu ergreifen, über die Beschlußfähigkeit, die Entscheidung nach absoluter Stimmenmehrheit usw., tvährend Artikel 27 der Reichs- Verfassung bestimmt, daß der Reichstag alle feine Geschäfte und die Disziplin selber regelt. Zur anderen Gruppe gehören die Landtage von Bayern, Württemberg, Baden und Sachsen, sowie die drei freien Städte, in denen itod) heute umfangreiche Teile der Geschäftsordnung in der Verfassung und anderen Gesetzen enthalten sind, so daß den gesetzgebenden Körperschastett nur ein eng begrenzter Raum für selbständige Vorschriften für die Ausübung der Geschäftsordnung überlassen ist. Es kann als festgestellt erachtet werden, daß alle diese Geschäftsordnungen im wesentlichen nach dem französischen Vorbild gearbeitet worden sind, das wiederum mannigfache Zuge aus dem englischen Parlamentsrecht enthält. Namentlich die unter dem Einfluß Mirabeaus geschaffene erste Geschäftsordnung der französischen Konstituante vom 29. Juli 1789 läßt diesen Einfluß deutlich 'erkennen. Auch die Reglements der Deputiertenkantmer und der Pairs- Coiitnter vom Jahre 1814 haben zweifellos bei der Ausarbeitung der ersten Geschäftsordnung für die Kammern der süddeutschen Staaten als Muster gedient, wie Mitter- maier im Rotteck-Wellerschen Staatslexikon seinerzeit näher nachg'ewiesen hat. Int Groß Herzogtum Hessen kommt für die Ordnung der Geschäfte in beiden Kammern die Verfassungsurkunde vom 17. Dez. 1820 mit den verschiedenen späteren Abänderungen und bann das Gesetz vom 17. Juni 1876 mit den .Abänderungen v. 1894 u. 1901 in Betracht, welche letztere sich jedoch nur auf die anderweitige Regelung der Diäten und einiger Funktionen des Kammervorstandes beziehen. Während nun sonst in Hesseit die neuen Gesetzesvorlagen stets von der Regierung vorbereitet und zumeist zuerst der zweiten Kammer zur Beratung vorgelegt werden, hat die Regierung in dieser Frage der zweiten M(immer auch die Initiative für die Schaffung einer Novelle zu dem Gesetz überlassen. So sehr man sich nun aber auch darüber einig fein mag, daß eine Revision der land ständisch en Geschäftsordnung unumgänglich notwendig ist, so verschiedenartig sind doch die Fragen über das Wie der Durchführung. Tie Hauptschwierigkeit der Revision 'dürfte in dem Umstand liegen, daß das Gesetz seine Bestimmungen gleichzeitig für b e i b e Stände kämme rn zu treffen hat und somit eine ganze Reihe allgemeiner Vorschriften enthalten muß. Aber auch für die Abänderung der BestitUmnngen über die zweite Kammer allein bestehen erhebliche Schwierigkeiten, als deren wichtigste die im Art. 41 festgelegten Vorschriften über die diszipDinaren Befugnisse des Kammer - präsidenten gelten können. Wie noch erinnerlich sein dürfte, haben im vorigen Landtag die Bauernbündler einen An trag Brauer u. Geu. eingebracht, der wohl durch das ungehörige Benehmen des Abg. Dr. Fulda den Regierungsvertretern und dem Präsidenten gegenüber veranlaßt war und den Zweck hatte, dessen Befugnisse ähnlich, wie dies im Jahre 1910 im preußischen Landtag geschehen ist, zu erweitern. Dieser, von radikaler Seite als „Hausknechtsparagraph" gestempelte Antrag wurde von der Regierung als „berncksichtigenswert" bezeichnet, hat aber nach unserer Kenntnis der Verhältnisse keine Aussicht auf Perwirktichnng. Weiter harrt einer anderen Regelung der schon 1894 äb- geänderte Artikel 54, worin 'bestimmt wird, daß die Tagegelder für mehr als 21/» Kilometer von Darmstadt entfernt wohnende Abgeordnete 9 Mk. und die Uebemachtungs- gebühr 3 Ml. beträgt. Mau empfindet es als eine Ungerechtigkeit, daß den' in Darmstadt selber wohnenden Volksvertretern keinerlei Vergütung gewährt wird. Hier dürfte eine Aenderung dahin "getroffen werden, daß auch den Darmstädter Abgeordneten eine bescheidene Vergütung zuge'billigt und eine kleine Erhöhung der vorerwähnten Ent- schädigungssätze beschlossen wird, gegen die sich auch die Regierung nicht ablehnend geäußert hat. Neben einer an- derweiteii Regeluttg der Siimmenzahlen bei Abstimmungen und sonstigen Entscheidungen der Kammevn, die schon durch die mit dem neuen Wahlgesetz erfolgte Erhöhung der Mit glieder beider Ständekammern bedingt ist (die jetzige Geschäftsordnung setzt die Stimmenmehrheit für die zweite Kammer auf 26 und die der ersten Kammer auf 12 fest) ist es schon häufig von allen Parteien der zweiten Kammer als Mißstand empfunden worden, daß in der sonst recht ausführlichen Geschäftsordnung keinerlei Bestimmung über die Fraktionen des Hauses und bereit Beteiligung, resp. Anrechten auf bie Sitze in den einzelnen Ausschüssen vorhanden ist. Die jetzige Verteilung^dieser Sitze nach der Stärke der Fraktionen'beruht lediglich auf einem stillschweigenden Ucbcreinfomntcn, während wohl in allen anderen'parlamentarischen Geschäftsordnungen auch darüber genaue Vorschriften enthalten sind. Ueber die weiter noch geplanten Abänderungen der Geschäftsordnung! wird erst eine nähere Erörterung geboten sein, wenn sie nach den demnächstigen Beratungen' des Sonderausschusses endgültig festgestellt worden sind Die Sieger und ihre ßreunde. Die Bulgaren haben bis jetzt nur einen ziemlich nüchternen Bericht veröffentlicht über den Hergang des Sturmes auf Adria- nopel im! Verlauf dreier Tage. Heute sagt eine unbestätigte Meldung, über 50 000 Gefangene seien in ihre Hände gefallen, darunter auch eine große Anzahl deutscher Offiziere. Was cs damit für eine Bewandnis hat, wird man ja bald vernehmen. Der Sieger zeigt sich großmütig: das bulgarische Parlament, das den Fall Adrianopel natürlich gebührend feiert, zeigt sich großmütig und läßt an die armen Einwohner der eroberten Stadt ohne Unterschied der Nationalität Gaben austeilen. Wie es in der Stadt Adrianopel aussieht, darüber schweigen die Berichte vorläufig. Vielleicht ist das Feuer, das die Türken angezündet hatten, bald gelöscht worden. Adrianopel war nicht weniger als 552 Jahre in türkischem' Besitz. Sultan Nßurad I. hatte es int Jahre 1361 erobert, fünf Jahre darauf erkor er sie zu seiner Residenz, und bis 1453, d. h. bis zur Einnahme Konstantinopels, blieb cs der Sitz der ttirkischen Sultane. Auch an der T s ch a t a l d s ch a l i n i e scheint es den Türken sehr schlecht zu gehen, während die angebliche Uebergabe Dschavid- Paschas, wie wir vermutet hatten, sich wirklich als erfunden herausgestellt hat. Wir erhalten folgende Meldungen': Belgrad, 27. März. Während der Erstürmung von Adrianopel sandte Schuekri Pascha seinen Adjutanten zum 20. serbischen Regiment, um1 mit dem Kommandeur der serbischen Armee' über die Ucb er gab e der Festung zu verhandeln. General 'Stepanowitsch lehnte das Anerbieten mit der Begründung ab, daß er nicht Höchstkommandierender sei. Er setzte den General Iwanow in Kenntnis, der erklärte, daß er die Uebergabeverhandlungen selbst führen wolle. — Die serbische Timök-Division besetzte die Forts des nordwestlichen Settors, deren Besatzungen sich ergaben. Die serbisch^ Donau-Division ging mit der Vorhut bis an die Brücke bei Karagatsch vor, wo die türkischen Truppen sich ebenfalls den Serben ergäben. Sofia, 27. März. Seit dem frühen Morgen ist die ganze Stadt in Bewegung, alle Gebäude tragen Flaggen- s ch m u ck. Der Platz vor der Kathedrale und die dahin- führenben Straßen sind mit einer freubig gestimmten Menge gefüllt. In der Kathedrale wurde ein Requiem für "7 Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. t. 2" Weü« ! 4 I« 10 ert! sd«n ' 4 1 ea» See ne ruchtmarkt. durch, maflamlcder) 16,80 M k, Nom 12,70 M. »e 0,00-0.00 M, batet Mt, Kartoffeln 4,00 5'p rgeMast- ittäri 1913: t. r Rubrik Hebenden W tum gegenüber knick Gießen, 27. Mrw ferner beute abtnt) möchte ich ihm tztz mit wfc üw btiilwrnt mKgeÄ rTr. Werner bei la ' Qtfeblt habe. «- Antrag, der die weitm insbesondere aucb mitns ch schwerwiegende ErE < ji.bgeotbnelen, morgen m rt darüber zu geben. ! "mumen i«*™1 lütbe, wenn er an- .aelilch" Manw_ »richten» gemeinde. >7 Süd-Anlage)- 5t; 1913: , _ + IS,?'/ 5. 10,4'0- Die landftandische Geschäftsordnung in Hessen. Es besteht schon seit einer langen Reihe von Jahren kein Zweifel darüber, daß die ganze Art und Weife, in her in 'unfern beiden Ständekammern die Handhabung der parlameattarischen Geschäfte geregelt ist, nicht mehr den Anforderungen an eine praktische, moderne gesetzgebende .Körperschaft entspricht. Schon in der 30. Landtagsperiode von 1896—99 war das Bedürfnis nach einer gründlichen . Neuregelung der alten, im Jahre 1874 geschaffenen land- ständischen Geschäftsordnung allgemein anerkannt worden und zu Beginn des 31. Landtags wurden denn auch neben den vier verfassungsmäßig sestgelegten parlamentarischen Ausschüssen in der Zweiten Kammer noch drei Sonderausschüsse gebildet, nämlich einer für die Beratung der Gesetzentwürfe über die Errichtung einer hessischen Pfandbrief bank, einer Landeskredittaffe und der Sparkassen, einer für die Vorberatung des Initiativantrags Haas und Gen. auf Errichtung einer Lcmdwirtschaftslämmer unb einer zur Vorberatung ber Anträge, betr. die Abänderung der land- ständifchen Geschäftsordnung vom 17. Juni 1874. Seitdem die Zweite Kammer überhaupt dazu geschritten ist, für einzelne wichtige Gesetzesmaterien besondere Ausschüsse zu bestellen, hat kein anderer Ausschuß der Zweiten Kammer ein so eigenartiges Schicksal gehabt, wie dieser letzterwähnte. Er trat damals nach seiner Konstituierung unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Schmitt zu einer kurzen Beratung zusammen, um alsbald zu der Erkenntnis zu kommen, daß er nicht in Der Lage sei, bie, ihm gestellte Ausgabe zu erfüllen, baß diese vielmehr nur nach Erledigung der Wahlrechtsreform resp. in Verbindung mit dieser gelöst werden könne, die bekanntlich schon lange vorher ebenfalls auf dem ständigen Wunschzettel der Zweiten Kam- mer stand. Seitdem ist der landständische Ausschuß zwar regelmäßig bei jeder neuen Kammertagung wieder gewählt und konstituiG't worden, zu einer Beratung ist es aber nie gekommen, weil eben das neue Wahlgesetz nicht zustande gebracht werden konnte. Nachdem nun aber das Gesetz über die Landstäude am 3. Juni 1911 Gesetzeskraft erlangt hat, ist auch für diesen Ausschuß die Zeit zum Handeln gekommen unb er ist an seine Aufgabe hevan- getreten, indem, wie fchon mitgeteilt, der Kammerpräsident als Ausschußvorsitzeuder einen vorläufigen Entwurf zu einer Revision der landständischen Geschäftsordnung ausgearbeitet hat, der in Verbindung mit den Rückäußerungen der Regierung und des Präsidenten der Ersten Kammer die Grundlage für feine weiteren Beratungen bilden wird. Diese landständifche Geschäftsordnung ist ein gar eigenartiges, verwickeltes Ding. Die rechtliche Regelung der Geschäftsordnung ist in den verschiedenen gesetzgebenden Körperschaften Deutschlands in verschiedener Weise erfolgt. Während sie in den meisten Bundesstaaten durch eine autonome Satzung geschah, die sich die betreffenden Parlamente selber mit Zustimmung der anderen gesetzgebenden Faktoren geschaffen haben, ist die Geschäftsordnung bei uns in Hessen ähnlich Ivie in mehreren anderen Ländern durch (besetz geregelt. Von Körperschaften mit autonomer Regelung der Geschäftsordnung sind zwei Gruppen vorhanden: auf der einen Seite Diejenigen Parlamente, bei denen das Verfassnngsgesetz nur wenige .'grundlegende Bestimmungen für die Geschäftsordnung feststellt unb es im übrigen oer betreffenden Körperschaft überlassen blieb, bic Autonomie des Parlaments für die Ordnung feiner Geschäfte ausdrücklich zur Anerkennung zu 'bringen. Dahin gehören der Deutsche Reichstag, der preußische Landtag, die beiden Neuß', Schaumburg-Lippe und Elsaß-Lothringen. Die Verfassung des Deutschen Reiches enthält z. B. Vorschriften über das Kleine Bildnisse aus gro&er Zeit. Mit eindring end er Beobachtung und fester Künstlerhand hat Ernst Morii Arndt, der wackere Vaterlandssänger, die kraftvollen Umrisse der Persönlichkeiten gezeichnet, denen er in den großen Tagen des Böllerfrühlings, in der Arbeit für Preußen Deutschlands Wiederauferstehung begegnet ist. Eine unverglcick>- liche Porträtgaleric der. Befreiungskriege bilden diese Zeichnungen Arndts, Meisterstticke ihrer Art, die in unserer ganzen Literanir unübertrosfcii und dock noch immer nicht nach. Gebühr gewürdigt find. Leiblich und geistig erstehen barm bie Helden jener Tage mit vollendeter Anschaulichkeit vor unserem Auge. Wir greifen int Folgenden die Hauptstücke der herrlichen Schilderungen Arndts heraus. Scharnhorst. Schlank und eher hager als wohlbeleibt trat er, ja schlenderte er sogar unsoldatisch einher, gewöhnlich etwas vornüber geneigt. Sein Gesicht war von edler Form und mit stillen edlen Zügen ausgeprägt; sein blaues Auge groß, offen, geistreich und sckön. Doch hielt er das Bister seines Antlitzes gewöhnlich geschlossen, sei st das Auge halb geschlossen, gleiche einem Manue, der nicht Idem aufjagt, sonbern auf Ideen auSruht. Doch 'tummelten sich Ideen in diesenr Hellen Kopse immer herum; er hatte aber gelernt, seine Gefühle und Gedansen mit einem nur halb bnrchsi ästigen Schleier zu umhüngen, während es in fernem1 Jmterit föchte. Doch wie sicher und fest geschlossen er sein Angesicht unb die Geberden desselben auch hielt, er machte den Eindruck des schlichten, besonnenen Mannes, man sah teilte Bor- legschlösser vor demselben . . . Auch seine Rede luar btcicm ge maß: langsam und fast lautlos schritt sie einher, sprach aber in fast dehnendem Tone whnste Gedanken oft mit sprichwörtlicher Kürze aus. _ , _ . ., ,v., . Stein. Auf dem' oberen Teile des ^teiNschen Antlitzes vohnten fast immer die glanzvollen und sturmlosen Götter. Seine brächttge breite Stirn, seine geistreichen, freunvlichen Augen, seine gewaltige Nase verfüitdigten Ruhe, Tiefsinn und Herrschaft. Davon machte der untere Teil des Gesichts einen großen itlvinch; der Mund war offenbar der oberen Macht gegenüber zu Hem und sein geschnitten, auch das Kinn nicht stark genug. Hier hatte» gewöhnliche Sterbliche ihre Wohnung, hier trieben Zorn und Jähzorn ihr Spiel, und oft die plötzlichste .Heftigkeit, die gottlob, venn man ihr fest begegnete, sich bald wieder beruhigte. Aber das ist wahr, daß, wenn dieser schwächere untere Teil im Zorn )tÖnh ä-äy* WS !■'**■* hon w hT dic V Äar^Mhmens "lall ÄrZP >1 erteilt. ' ' SLSZ lnden gehabt L JW laufend , .vne Prognose für der Mir Geldmarktes eine allgc- abend? _____ ter, ('stmeinverständlichei Avrrsicherungzlge, breir 1 M. Geiad: durch xmroH und roidniq, imt iflqemein vnstäMich zu Micher Weise gelungen; Tarstellmg erläutert er n Mckmänigstm Fom. sittliche und inbultridk die vielen Vereine um img mit ssteude begrüß n Äsichüsse und Ähici^ uftdlung mit Vorteil k> Nr. 72 Erster Blatt 163. Jahrgang Freitag, 28. März 1913 Der Si«btn«r Anzeiger «g’Tfi M, tzA »ciugsyreü: Sonntags- - Beilagen: AA jA. ÄA A A Ak -A, A. Afc. A, AA jLHEch S.Sos'durch s«AtzAii Ar 11 itAAi* (Dien->tag oreitagl; H H H Ml . , ■ H »W wMk ■ AJB M Zeilenpreis: lokallöPtz, monatl^and- M W W W W W WWW W W auswärts 20 Psen.iiq. Zeitfragen ^«1 ” ” H W ” ” ▼ V V V W W H Chefredakteur: A Goetz. 's.^'^prech - Anschlüsse: 7 Verantwortlich sür den MM General-Anzeiger für Oberheffsn ' AZW für die Tagesnunrmer Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Land"^E.HE°ür den bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Zernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16 s. Anzeigenteil: H. Beck. die Gefangenen zelebriert. Dem Kriegsminister wurden lebhafte Kundgebungen dargebracht. Sofia, 27. März Ter Ministerrat beschloß, unter den Armen von Adrian opel ohne Unterschied der Religion und Nationalität für 100000 ?rr. Mchlvor rate sowie für 20000 Fr. Sa lz, Zucker und andere Lebensmittel verteilen zu lassen. Gestern abend Wurden vor mehreren Gesandtschaften Kundgebungen veranstaltet. Tie Gefangenen und die Beute der Bulgaren. Sofia, 28. März. Wie aus Mustafa Pascha ncmclbet wird, machten die Bulgaren in Adrianopel 51800 Gefangene. Unter ihnen befinden sich außer Schuekri Pascha 16 Paschas, 4Divisions - und 8 Brigade- generale und 1200 sonstige Offiziere. Unter diesen sollen sich 63 dcutscheOffiziere mit den Obersten Helmann und Toptschewski, 13 rumänische und einige belgische Offiziere befinden. Ferner wurden 52000 Gewehre und 6 20 Geschütze, sehr viel Munition und Kleidung in Besitz genommen. Eine Kundgebung im bulgarischen Parlaments Sofia, 27. März In der Sitzung der So- b ran je gab Ministerpräsident Geschow, mit lebhaftem Beifall begrüßt, folgende Erklärung ab: Die bulgarischen Soldaten schrieben vereint mit ihren verbündeten serbische» Brüdern m i t i h r e m B l u t e c i n R u h m e s- blatt in die (Yesdnchtc der Balkanvölker und zeichneten em denkwürdiges Tatnin in die Weltgeschichte ein. Adrianovcl, die -weite türkische Hauptstadt, die bc?eutcnb)h! Tfafhinfl auf der Balkonhalbinsel, ist ge'alicn. Tic Fabel, daß die bulgarischen Truppen, so Ausgezeichnetes sie auch int Felde leisteten, vor der Festung ohnmächtig seien, ist in nichts zerfallen. Ter gestrige Tag erfüllt die bulgarische Nation mit aufrichtiger Freude^ Ebenso groß ist aber der Schmerz über den Verlust der auf dem Schlachtfelde gefallenen .Helden. Ter Ministerpräsident forderte die Abgeordneten auf, den tapferen Siegern zu huldigen und der Gefallenen ehrenvoll zu gedenken. Begeisterte Kundgebungen folgten seinen Worten. Tie So- branje beschloß, an den Generalissimus Sawow ein Telegramm zu richten, in dem der Armee die Dankbarkeit der Nation für die glorreiche .Heldentat ausgedrückt wird. Ferner wurde beschlossen, der russischen Duma für die herzliche Bekundung der brüderlichen Gefühle, mit denen die bulgarischen Siege ausgenommen wurden, zu danken. Tic Sikuug würd' mit einer Huldigung für die Gefallenen geschlossen. Sämtliche Abgeordneten erhoben sich von ihren Sitzen und riefen: Frieden für die Seelen der Gefallenen! Sofia., 27. März. Tie Regierung erwartet das Eintreffen der Zustimmung der verbündeten Balkanstaaten, um alsbald die Antwort auf den Vermittelungsvorschlag der Großmächte zu übereichen. Nach Mitteilungen an zuständiger Stelle werden die Verbündeten den Vorschlag und die Bedingungen der Großmächte als eine Basis für die Friedensverbandlungen annehmen: sie hoffen dabei bezüglich her Ostgrenze und her Kriegsentschädigung auf Zugeständnisse. Infolge der Kapitulation Adrianopels werden die ein- berufenen L a il d st u r m m ä n n e r entlassen werden. Ruhe in Konstantinopel. Ko n st a n t i no Pc l, 28. März. Hier herrscht R u h c Nichts zeigt an, daß ziemlich itnbc der Stadt ein heftiger Kampf tobt. Tic Kapitäne der fremden Schiffe hielten Vormittags eine Besprechung auf dem russischen dldmiralsschissc ab. Tic griechische Flotte kreuzt vor der Meerenge. Der G r o ß w c s i r erklärte aus eine Anträge des Verbandes für nationale Verteidigung, die T s ch a t a l d s ch a st e l l u n g sei uneinnehmbar. Ein türkischer Bericht. Konstantinopel, 27. März. (Amtlicher Kriegsbericht.) Bei Tschataldsrba waren gestern die Vorposten unseres rechten Flügels bis zum Abend in einen leichten Artille rickampf mit dem Feinde her* wickelt, doch wurde auf diesen Punkten keine feindliche Bewegung von Bedeutung bemerkt. Im Zentrum ititb am linken Flügel ist alles ruhig. Zwar war eine Vorwärts- bewegung'des Feindes erkennbar, der die Höhen westlich von Büjülschokmedsche besetzt die Bewegung wurde aber durch das heftige Artilleriefeuer unserer Vorposten zum S t i l t st a n d gebracht. Das Artilleriefeuer dauerte an diesem Punttc bis nach Sonnenuntergang, ohne eine Aen- derung der Lage zu ergeben. Vor Bulair ereignete sich nichts. Seit gestern früh 8 Uhr sind die sunl'entele graphischen Verbindungen in i t Adrianopel ab geschnitten Kurz vorher eingetrossene Depeschen meldeten den Fall der östlichen Forts Tjevizlit Aivasbaba und Tachodschak. Ter tschechische Freudenrausch. Prag, 28. März. Ter tschechische Nationalrat beabsichtigt, zur Feier des Falles von Adrianopel in lendes Gelächter empfing die Tragöden, und ein klägliches Ge- wimmere ward als Huldigung hem Humoristen zu teil. Tie Auf- gabr, die sinnlichen Wettbewerbern zum Schluß gestellt wurde, bestand darin, den Helden in einem Sketch folgenden Inhalts bar- zustesten: Ort: eine armselige Dachstube. Air einem luntfeligcn Tische üf.t ein niebcrgcbrodiener, herunlergetommener Manu .bezw. Frau . Tic Tür offner sich Herein tritt der Postbote unb überreicht einen Bnei. Ter „Hetd" öffnet ihn, lieft, daß er 4(10 000 Mark geerbt hat und freut sich unb iirdm Zufällig fällt bann sein Stil aus den Briefumschlag, er sieht, daß der Dries für einen ganz anderen bestimmt war. Enttäuschimg packt ihn. Aber bald darauf lächelt er über die Tronic des Schicksals Die verschiedenen Stimmungen dieses „Helbeu" packend auszumalen — das war die Aufgabe, die die Preisbewerber zu lösen hatten. Und die Art, mic die verschiedenen dieser Aufgabe gerecht wurden, verursachte den Preisrichtern mancherlei Kurzwest. Da zeigte eine innge Dame Freude, indem sie fick der Länge nach auf den Boden warf, und mit den Beinen strampelte, bann wieder aufsprang und sich vor Freude — das Haar ausraufte. ?ütbcrc wiederum schnitten die tollsten Grimassen, und einer pfiff eilt Liedchen vor sich hin. Er halte ganz vergessen, daß ein gepfiffenes Liedstxn auf dem Filme nicht zu ,,sehen" ist. — E i n russisches Nationalmuseum in Mos- k au. Unter den Proiekten, mit denen sia, die russische Rcichs'ouma in nächster Zeit zu besckrästigen haben wird, befind.t iuf). wie der Cicerone nnttcilt, auch der Plan der Grmrdung eines .rroßeu russischen Nationalnurseumü in Moskau. Das Museum soll zur Feier des 300jährigen Regierungsiubiläums der Romanowdanastie gestiftet werden und sein Ziel wird sein, ein möglichst erschöpfendes Bild der kulturellen Entwicklung Rußlands zu geben. Man wird tabei voraussichtlich von dem Rumiantzcw Muieum auSgehen, befielt reiche historische, etbnograpbisdx- und kstnstlerisbe Sannn lmtgen erweitert werden könnten, um sich dann den noch fehlenden Abteilungen des ?rationalumsenms in einer Reihe von Neubauten Mtzugliedern. — Kurze Nach r i chten au5 Kunst und Wissenschaft Die s non 20000 Frankeu tue die . a der .Kunstausstellung in München. m«-- j 'K sand am gestrigen Donnerstag in W e ber Minister die Eröffnung de Znterna • o*. T ■ graphischen Honflreffe« statt, brr voi. . '"Y wYivcty italicnnd^n Gesellschaft für Geographie vrrcutnaltet t . Prag nationale Festlichkeiten abzuhalten, die in einer Illumination der Stadt Prag und in einer Beleuchtung der Moldau bestehen sollen. Wie verlautet, will die Regierung die Kundgebungen mit Rücksicht auf den panslawistischen Charakter untersagen. Das Stadtoerordnetert-Kollegium in Prag beschloß zur Erinnerung au die Eroberung von 2lorianopcl ein Konvikt für südslawische Studenten in Prag zu errichten. Tic Beschießung von Skutari wieder ausgenommen? Wien, 27. März. Oesterreich-Ungarn wandte sich mit dem Ersuchen nach Konstantinopel, E s - ) a b P a s ch» möchten Weisungen erteilt werden, daß er Lent Abzug der Zivilbevölkerung aus Skutari feine Hindernisse mehr in den Weg lege. Man hofft, daß dieser Schritt in Konstantinopel von den übrigen Groß- wachteu unterstützt Wirb. Das Bombardement Skutari s ist gegenwärtig noch eingestellt. — Tic serbische Regierung hat angeordnet, ohne die Demarche der Großmächte in Belgrad ab zuwarten , daß die Beschießung der Stadt durch serbische Truppen unterbleibt, so lange der Abzug der Zivilbevölkerung nicht erfolgt ist. Von der montenegrinischen Regierung liegt an hiesiger zuständiger Stelle noch keine Mitteilung von nennt Entschlie ßungen vor. Nach Meldungen von anderer Seite schreibt das „Amtsblatt" in Eetinje, daß, nachdem uni 4 Uhr nach- mittags die vom König gnvährte 50 stündige Frist für beh Abzug der Zivilbevölkerung auv Stutari abgelaufen fei, das £bertonnnanbo beauftragt sei, das Bombardement in öcrftärttnn Maße wieder aufzunehmen. Tcv Widerstand des Königs Nikolaus. Petersburg, 28. März. Laut „Nowoje Wrernja" erklärte König Nikita, in der Skutari-Fragc auch gegen ganz Europa nicht nachgeben zu wollen. Wie ferner noch Hier behauptet wird, denkt Serbien nicht an einen Rückzug vor Skutari, unb bulgarische Emissäre sollen erklärt haben, dast Bulgarien jetzt nach dem Falle von Adriaiwvcl Montenegro mit voller Wassen- gewalt gegen Oesterreich unterstützen werde. Angriffe der Bulgaren in der Tschataldschalinic. Sofia, 27. März. (Agence Bulgare.) Während der Operationen bei Adrianopel erhielten die Tivisionen der bulgarischen Vorhut au der Tschataldschalinic den Beseht, gegen die Türken die Offensive zu ergreifen. Tie Offensive begann gleichzeitig mit jener bei Adrianopel und dauerte vom 24. bis 26. März. Im Verlaufe der Kämpfe wurde festgestellt, daß die Türken mit fünf Infanteriedivisionen und einer Kavalleriebrigade, Von der Flotte im Marmarameer unter ft ützt, gegen die bulgarische Vorhut operierten. Tic Bulgaren setzten unaufhaltsam ihren siegreichen Vormarsch fort und besetzten die Linie Arnautjoej— Tschataldscha (Stabt) — Goestschli, die Höhen östlich von Ai al an, Kälsakoef, Sofaskoef und Ormanli. Tic türkischen Divisionen, bie unaufhörlich zurückgcdränqt wurden, zogen sich auf die Hauptlinic von Tschataldscha unter den Schußbereich der schweren Festungs- artillcric zurück. Tie Bulgaren besetzten jetzt die früher eiiigttiommcncii Stellungen der Dschatalbschaiinie. Wie der Kommandant der vereinigten dritten Armee telegra plnert, wurde die Nachricht von der Einnahme Adrianopcls von den Truppen bei Tschataldscha jinib Bulair mit Begeisterung aufgenommen. Svsia, 27. März. Die Vorhut der Bulgaren unter- nahm bei Tschataldscha einen neuen Angriff gegen die Türken und warf sie über den Fluß Karasu zurück. Keine Kapitulation Tschawid Paschas. Belgrad, 27. März Tic von dem Presse-Bureau in Eetinje verbreitete Meldung von der Kapitulation Tschawid Paschas war verfrüht. In Wirtlichkeit bat Tfck>a- wid Pascha die lieb ergäbe nur unter der Bedingung angeboten, daß er selbst den Tcgcn behalten dürfe und.^aß die Tegen seiner Offiziere nach dem Abschluß! des Waffenstillstandes zurückgegcben würden. Tas Hauptquartier war damit einverstanden, in der Zwischenzeit änderte jedoch Tschawid Pascha feine Meinung. Jetzt schweben weitere Verhandlungen. An Bord der „Hamidich". Eine interessante Sck)ilderung von einem Besuche an Bord des vielgenannten türkischen Kreuzers „Hamidich", des „fliegenden Türken des Aegäischen Meeres", veröffentlicht Nur El-Tin Beyhum in der neuen Nummer der „Illustration". Er befand sich vor drei Wochen in Beirut, als abends gegen 1 ,.8 Uhr vor dem S?afcn Plötz lief) ein Fahrzeug erschien, das dadurch aussiel, daß es unausgesetzt nach allen Seiten seine Scheinwerfer spielen ließ. Es stuir die „Hamidich", die bald darauf auf der Reede vor Anker ging. Tas Gerücht ging wie ein Lauffeuer durch bie Stadt, und am nächsten Morgen drängte sich trotz des Regens und des stürmischen Wetters auf den Kaimauern des Hafens eine große Menschenmasse, die das so schnell berühmt gewordene türkische Kriegsschiff wenigstens von weitem betrachten wollte. Nur El-Tin, der den Kommandanten der „Hamidieh" persönlich kannte, nahni sich ein Boot und ließ sich zu dem Kreuzer rudern. „Ein Soldat brachte dem Kommandanten meine Karte und führte mich in einen Salon, wo ich nicht lange zu warten brauchte. Fröhlich und zufrieden wie immer, trat Rauf Sei ein, kam mit ausgestrecktcr Hand auf mich zu und begann sofort begeistert von der Sck)önhcit des Libanon zu sprechen, und von der Anmut der Stabt, die wir durch das Kajütsenster vor uns liegen sahen. Tann erzählte er von der Freigebig leit ber Bewohner von Beirut, bie ihm und seinem Schrffc zahlreiche Geschenke geschickt hätten: Zucker, Reis, Mehl unb Zigaretten. Er sprach dabei englisch; dann unterbrach er sich auf einen Augenblick, rief einen seiner Offiziere herbei und gab ihm eine große Papierrolle mit dem 'Jhiftrag, sie der drahtlosen Telegraphiestation ,zu. überbringen Es war wahrscheinlich ein Rapport für bas Marineministerium. Es lautete zur Tafel, unb ich erhvo mich, um Abschied zu nehmen: aber ber Kommandant führte mich in die Offi- ziersmessc und bat mich, mit ihm und seinen Ossizieren das Mahl zu teilen. Ich verslutstc dabei mehrsach, das Gespräch auf politische Fragen zu bringen. Aber alle meine Bemühungen waren vergeblich: tHanf Bei wußte stets dein Ostspräch eine andere Wendung zu geben und begann sich plötzlich aufs lebhafteste für die Teniperaturschivank- ungen und die unsichere Witterung be* Tages zu interessieren. Tas Menu unseres Diners lautete: Hammelsuß- suppc, Omelette, Huhn, grüne Bohnen, Baklaoia (eine süße Speise unb Kaffee" 3>vei Tage später war bie „Hamidich" plötzlich wieder versmwuridcn, um dann am 12. Mär- überraschend vor lDurazzo and bald daraus vor Sau Giovanni di .Nedua zn erscheinen, wo sie bekanntlich einige gric- cha'che und wrbischc Transportbamvfcr und Munitions- f schisse zum Sinken brachte. Dcutsches Heid?« Der Kaiser nahm am Domicrslag Vormittag eine Kompagniebenchtigung im Lustgarten zu Potsdam vor. Es wurden besichtigt die Leib kompaqnic, o,c 3., 7 und 9. Kompagnie des ersten Gard.' RcgimctUs iu Fuß Tic Besichtigung war sehr eingehend unb fiel zur vollen Zusricdenhcit des Monarchen aus. Nach dem Parademarick, zu dem auch die übrigen Kompagnien des ersten Gard. Regiments zu Fuß Ipnzugezogen ivaren, nahm ber Kaiser militärische Meldungen entgegen. Tic Einnahme n ber Reichs post Verwaltung haben im Februar d. I nur einen Betrag von 50,9 Mill. Mark erreicht, das ist über 15 Mill. Mark weniger als ber einmonatliche Etatsantcil beträgt. Auch unter Berücksichtigung bei- Datt'ache, daß ber Februar zwei Tage weniger als der Turchschnittsmonat hat, ist bie Mindereinnahme des vergangenen Monats sehr erheblich. Tie (>>casmtcinnal,lne seit bcm 1. April 1912 stellt sich bis Ende Februar auf 717,3 Mill Mark. Im Etat find für bas ganze Jahr 791,4 Mill. Mark veranschlagt worden, bie Elsmonatseinnahmc steht mithin noch um 71,1 Mill Mark hinter bcm Iahresanschlag zurück Bei ungefähr 66 Mikl. Mark monatlicher Durchschnittsein- nahnic müßte also der März 8 Mill. Marl über den Durchschnitt cinbnngcn, wenn der jetzige Fehlbetrag bis Ende des Etatsjahres gedeckt werben soll Die aus ber Reichs-Eisenbahnverwaltung fließenden Einnahmen lsttben mit Abkauf des Februar den Etatsanschlag erreicht. Sie stehen mit 139,3 Mill. Mari nur noch um 2,5 Mill. Mark hinter diesem zurück und dürften am Jahresende den Voranschlag um ungefähr 9—10 Mill. Mark überschreiten Ter bisherige Ueberschuß beträgt 9,5 Mill. Mark. Ein Abkommen mit Italicn. Die „Norddeutsche Mgemeinc Zeitung" schreibt: DaS nm 31. Juli v. I. in Berlin unterzeichnete Abkommen Aiviidirn dem Teutschen Reiche unb dem Königreich Italien über Ar- beiterversicherung ist nunmehr von beiden Teilen ratifiziert worden und wird am 1. ?lpril d. I. in Kratt trcuit Es trägt den berechtigten Interessen sowohl der Versicheruugsträger als auch ber Versicherten leider Läitdcr nach Möglich'.it :Kedmung unb wird, wie zu ßoffen steht, für die beiberfeitigen Beziehungen auf bcm Gebiete ber Arbcitcrverficherung von förbernber unb nuBbringcnber Wirkung sein. I n der Landtagsersatz wähl im Wahlkreise acht, Marienwerder mürben für den Rittergutsbesitzer Tr. Äioesickc Görsdorf bei Dahme MOnf.) .388, Gutsbesitzer M ällach - Wittkow (KrciS Teutschkrone (Ztr.) 13, unb Oberstleutnant z. T. Fischer Jklvw Kreis Flatow^ (Kons.) eine Stimme abgegeben. Tr. Roesüke ist somit gewählt. > Ausland. Sei der Weiterberatung des Giottbarbbertragflfe im schweizerischen Nationalrat erhärte ber Abgeordnete von Planto. sonst Olegncr des Ser trage#, cs fei auf Grund der letzten 9kote Tcutfcblanb» eine Ber ftänöigung möglich, wenn Tcutidilanb iid) bereit erkläre die Schwierigkeiten, die ber neue Vertrag der Sd)weiz später bereiten könnte, schiedsgerichtlich cnti'dici^n zu lassen. Mehrere melfdw Llbgcordnctc sprachen sodann gegnt bcii Vertrag weil er ber Schweiz staatsrechtliche Tinrftbarfcitcn auserlege, die ihr? Würbe unb Unabhängigkeit anfaftrtcu. Tic wckschen 2lb georbneten werden einen Antrag aus Verschiebung der De r a t u it (i cinbringnt, damit vorerst der Bunbcsrat neue Bei - Handlungen anknüpse.________________________________________’ Ans Stadt nnd CattO» Gießen, 28. März 1913. * * Tageskalender für Freitag, 28. März: Stadl thcatcr. „Aiaria Blagbalena.'^ Anfang 8 Uhr. • • Titelverleihung. Der Kaiser hat dem Postmeister Gräff in Langen den Charakter als RechnungSral verliehen. * * Pfarrvcrsonalicn. Ter Großherzog hat den evang. Siarrcr Will». Römheld zu Psungstadt auf sein Nach- suchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit in den Ruhe- stand versetzt und den evang. Starrer D. Tr. Wilb. Diehl zu Tarmftabt zum 2. orbcntlicbcn Professor ber Theologie am Prc- bigcricmtnnr und Psarrer zu Friedberg ernannt. •• Lehrerpersonallen. Gynmasiallehrer August Haggemüller ist zum Neallehrcr ernannt worben. •• Stadttheater. Nochmals sei auf die Schuler- Vorstellung von r9(nbrea5 Hofer* morgen SamStog nachnnttag hinqeiviescn; eine letzte Wiederholuyg deS wirkungsvollen patriotischen Werkes finbet dann Sonntag nachmittag bei kleinen Preisen statt. — In der bekannten flotten GesangS- posse .Der StabStrompeter^, die am Sonntag abend ebenfalls bei kleinen Preisen gegeben wird unb in der fast baS gesamte Personal beschäftigt ist, werben von Fräulein Rappo und den Herren Grosser und Norden, der a» diesem Abend zum letzten Male auftritt, besondere Einlagen gesungen werben. Kreis Schotten. — HoherodSkopf, 27. März. Ein bedauerlichen Unfall ereignete sich am letzten Osterfeiertage auf dem Taufstein. Lehrer K r o m m von Gedern, der mit einigen Freunden und Bekannten einen Ausflug nach dem HoherodSkopf und Taufstein unternommen hatte, hatte einen nahe bei dem BiSinarckturm stehenden Baum erstiegen, um Baumschwämme herunter zu holen. Plötzlich brach der morsche Ast, auf bett sich Herr firomm befand, so daß ec rücklings auf den steinigen Boden fiel und sich schwere innere Verletzungen zuzog. Mit Hilfe feiner Freunde erreichte er daS KlubhaiiS auf dem HoherodSkopf. Ein Wagen brachte den Schwerverletzten nach Hatt- inannshain, von wo aus er die Rückreise nach Gedern mit der Bahn antrat. Kreis Friedberg. $ Bad-Nauheim. 27. Mär,;. Unter Mitwirkung von Frl. Pfeffer von hier, Frau Bogt'Butzbach und L. Bergmann-Frankfurt a. M. gab Musiklehrec L. Marguth im Sprudel-Hotel ein Konzert, das gut besticht war und einen erfolgreichen Verlauf nahm. — Mit der Herausgabe eines Bad-Nauhcimec UrllindenbucheS hat der hiesige Heimat- verein begonnen. Alle Bad-Nauheimer Urkunden sollen darin abgedruckt werden. h Niedcr - Florstadt, 27. Dkärz. Eine wackere Ta.' vollbrachte der 13jährige Schüler Westphal von hier. Er rettete unter den schwierigsten Verhältnissen und unter eigener Lebensgefahr den dreijährigen Sohn des Gendarmen Schäfer aus ber hochgehenben Nidda. Am Ufer rief er dann den bewußkosen Kienen wieder ins Leber zurück. Starkenburg und Nheinheffcn. bs Darmstadt, 27. März. Ter Kreis Darmstadt flieh Ijciue feinen Kreistag ab. Ter Sorfujcnbc, Provinzial- MerVöse Schulkinder West-Anlage 48 West-Anlage 48 / t Laubach, Sellnrod, Friedberg, den 28. März 1913. Die Beerdigung findet am Dienstag, nachmittag 4 Uhr. vom Trauerhause in Laubach, Kaiserstrasse 10, aus statt. 2126 Der Vorstand 730/s Gießen, den 28. März 1913. 02389 I) Personen 9 Personen „Lyra* Schweinefleisch 85 u. 95 2105 1881 -Gitter f Lose hier bei Blich. Buchacker, Kgl. Pr. Lott.-Einn. Oiänna ECoraer's Schule für höheres Klavierspiel D ti X 1^24 78 Psg. 80 Wer Bedarf hat e E o c V. Z u Trachtenpuppen. J. H. Fuhr empfiehlt la. Mastfici ich Nindswurft Mit heutiger Gesamtauflage wird ein »V-Iitn • blatt der, vir nm vauc« Hartmann, Aktien« acscllschast, größtes Sporthaus Mittel- und Sitddcutschlands, Eisenach, verbreitet. ID38/. Letzte N^c!)rrehtett. Die SLittiNtttNü in Kouslantinopel. Konstantinopel, 28. März. Die Nachricht von dem Fall Adrianopels, welche bisher amtlich noch nicht bekannt Ijehrfhcher: Gehörbildung, Musikdiktat, Primavista-Singen, Theorie der Musik, Harmonielehre. Eiern entar- Klavicrspiel, Höheres Klavierspiel, Solo, Ensemblespiel, Hebungen im Begleiten. — Für die fünf ersten Lehrfächer können auch Hospitanten zugelassen werden. Anfang des Sommer-Semesters 1913: Montag, den 7. Aprii. Festsetzung des Stundenplanes Dienstag, den 1. April, nachmittags 2 Uhr. 12108 Kunst! '0830- National Kostüme! Gesang! Anfang wochentags 7*/a Hör, Sonntags 3,/a Hör Programm 20 Psg. [1950] Programm 20 Psg Porto u. Liste 30 Pfg. extra Lud.Müilenth in Berlin W.,w«Är Gleßtner^lcischhallk Walltorstraßc 33 Wahlkreise acht, o c j i d c - QöTsboii bei Ilach-ViWw /Kicis nnnt 2. Fischcr- immc abgegeben. Dr. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: i. d n. Familie Ludwig Hohmann Fkeimüige GliilHe Feiiemch. SamStag, den 29. März, abends 9 Uhr: Ordentliche Hauptversammlung bei Kamerad Kunz (Haberkastcn). Tagesordnung: f. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 3. Verleihung von Dienstabzeichen. 4. Etwaige Anträge, nach Maßgabe des Satzes 12 der Satzungen. 5. Verschiedenes. Obs Rteinewald Spezialarzt für Ohren-, Nasen-, Halsleiden äst wieder da. Danksagung f?ür die uns bei unserem schweren Verluste allseitig erwiesene Teilnahme sagen wir hiermit allen herzlichen Dank. Georg Lenz und Söhne. and. 2*. Äärz: Stadl j 8 Ul)T. :oijct hat dem B' ikter als Rechnung^ Zur Frühjahrs - Saison empfehle: Neue fliegende Holländer Leiter-, Kasten- u. Puppenwagen Turngeräte Schaukeln Sandformen Gartengerätc Schieb Karren Gummibälle Fußbälle Hängematten Rucksäcke Tennisschläger u. -Bälle Kinder-Tische Klappstüble und würde es nicht mehr geben, wenn jede Mutter ihren schulpflichtigen Lieblingen als tägliches Frühstücksgetränk Kasseler Hafer-Kakao (Nur echt in blauen Kartons für 1 M., niemals lose!) reichen würde. Systematische Stärkung und Kräftigung des Körpers schützt am besten gegen Geistige Überanstrengung direktor Fey, widmete vor Eintritt in die Tagesordnung dem verstorbenen Geh. Justizrat Schmeel einen Nachruf. Der Voranschlag der Kreiskasse war der £)aiiptpunft der Tagesordnung. Provinzialdircktor Fey erstattete über die finanzielle Lage im allgemeinen Bericht, die durchaus günstig sei. Tie Rechnung schließt mit 654 484 Mk. und einem Ucberschus; von 30 030,70 Mk. ab. Eine lebhafte Tätigkeit hat der Kreis onf dem Gebiete der sozialen Fürsorge entfaltet. Auch der Jugendpflege galt sein Interesse. Ein Betrag von 1000 Mk. ilt in den Voranschlag eingestellt worden zur Förderung der Säuglingspflege und des Mutterschutzes in den Landgemeinden. Für Unfallverletzte und Invaliden soll im Kreise eine Land- folonic ins Leben gerufen werden. Die Bestrebungen, eine elektrische Bahnverbindung Darmstadt—Offenbach zu schaffen, werden ziemlich.sicher bald ztnn Ziele führen. vermncbtes. * Weitere Mordtaten Stern icke ls. Bei 'Gegenüberstellung Sternickels mit 23 Zeugen aus Schlesien erkannten mehrere in jhm mit Gewißheit den Heulstindlcr Winkler wieder, der im März 1909 die Witwe Krause in Pete r s gründ und im Dezember 1910 den Kossäten Knotig in P v mb s en ermordete. * (Sin Unfall des Königs von Spanien. Nach Meldungen verschiedener Leitungen ist dec König gestern beim Golfspiel ziemlich ernst verletzt worden. — Zu dem Unfälle werden folgende Einzelheiten mitgeteilt: Als König Alfons im Galopp seinen Platz im Pollospicl entnehmen wollte, stürzte sein Pferd und der König tarn unter es zu liegen. Es gelang ihm, sich sofort frei zu machen und auszustehen. Der König begrüßte lächelnd die Leute, die her beieilten, um zu helfen und sagte, cs sei nichts geschehen Der König begab sich dann nach dem Palais zurück unö legte sich zu Bett, da er leicht^ Kontusionen erlitten hatte. Er verbrachte eine gute Nacht und heute früh war sein Befinden gebessert. Allert Verwandten und Bekannten hierdurch die schmerzliche Nachricht. dass heute morgen um 3 Uhr nach kurzem schweren Leiden unser innigstgeliebter, unvergesslicher Sohn, Bruder, Neffe und Enkel otthardvcriragatz tionalrat t Gegner dcs Sertrags, eiuslbland- eine $ei- inb iidi bereit erkläre :ag der Zchmeiz iWi cmi'ckei^n zu M. ann gegm den Snta. 'töarleitcn auscilyt die en. De irchÜA N- iäicbung htt^ ^unö^rat neue Tn- Amtlicher wetterbeticht. Wettcraussichten in Lessen für Samstag, den 29. März 1913 Veränderlich, leichte Niederschläge, Temperatur wenig verändert, westliche Winde. Bei Husten UML muno s. „Satti" Pack. 30 Pf. die best. Eukalpptus-Mcn tliol - Bonbon. Pelikan Avotbckc, .Nreuzplatz. 2109 Oafe Ebel Telephon 586 Znb.: Karl Ohm Bnrggraben Täglich Konzert der Original - Zigeuner - Kapelle In wirklich gui tchneidcaden Zollager Stablwarcu beiielle sofort la eigenem Interesse unseren Kaeptka- taiog über lausende Artikel oller Jin, den wir gratis und franko versenden. Gebr. Bell, GräM137l). Soling ---■ Jabrik-Uersandbaas. ■— ss. CillKtziieii per Pfund 25 Psg. empfiehlt J.M. Schulhof Tel. 119 I2« gegeben worden ist, rief in der türkischen Devvl- kerung große Niedergeschlagenheit hervor. Diele Beamte begannen zu weinen, als sie von dem Schicksal Adrianopels erfuhren. Man glaubte, daß «Adrianopcl noch lange werde Widerstand leisten können. —, Wie verlautet, wurden heute die KämPfe a u d er Tschat a ldsch a - linie wieder ausgenommen. Zar Ferdinand in Adrianopcl. Adrianopcl, 28. März. Der Zar von Bulgarien ist sofort nach dem Fall von Adrianopcl hierher abgereist und heute in die Stadt cingezogen. Im .Hause des Militärklnbs cmp fing er Schuckri Pascha, der ihm seinen Degen überreichte. Der Zar gab ihm den Degen mit ehrenden Worten zurück. Der neue türkische Botschafter in Berlin. Konstantinopel, 28. März. Mahmud Mukdan Pascha ivnrde zum türkischen Botschafter in Berlin ernannt. Der Prinz von Wales in Stuttgart. Stuttgart, 28. März. Der Prin z von Wales bc suchte gestern abend im Hofthcatcr die vom Goethebund veran staltete Frcisch ü tz - Aufführung. Heute vormittag machte der Prinz einen Spaziergang mit dem Professor Fiedler in die königlichem Anlagen. .Hieraus wurde er dem neuen Armcc- inspekteur Herzog Albrecht vorgcstcllt. । D i c Schäden im ame rikanischen Ueberschwcmmungsgebiet. New ?) ork, 28., Mürz. Der Schaden der Eisenbahnen im 11 c6 er schw einmungsgebiet beträgt fünfzehn Millionen Dollars. Der Rückgang der Stahlproduktion für die nächsten drei Wochen wird auf V2 Millionen geschätzt. Willy Hohman Schüler des Gymnasiums Friedericianum zu Laubach in seinem vollendeten 16. Lebensjahre sanft entschlafen ist. in Berlin W., in aUen Lot(erie"cschä.ften, Loseverkaufsstellen und dem Preuss. Landeskrieger-Verband, Barlin, Gei«berestr. 2. Dame gesucht, welche einem jungen Mädchen von 15 Jahren täglich 2 Slunden Unterricht in allen Fächern erteilen kann. Schriftliche Angebote unter Angabe des verlangten Honorars unter 2113 an den Gießen. Anzeig, erbeten. 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In den mittleren Tälern und in den Gegenden der Seen wird der Regen zn Schnee. An der Küste des Atlantischen Ozeans ist der Sturm im beständigen Wachsen begriffen. Nach der Meldung eines Lokalblattes sind in Eolinn- bus über 600 Menschen ertrunken. Generalarzt Blue vom Gesundheitsamt ist nach Ohio mit einer großen Menge Typhusscrum gereist, da infolge des Mangels an Trinkwasser die große.Gefahr einer Epidemie vorhanden ist. In M i d d l e- t ow n (Ohioi sind 8000 Menschen obdach- und schutzlos. In Cincinnati steigt das Wasser und der Eisenbahnverkehr ist stark behindert. New-Po rk, 26. AMrz. Die Meldungen aus den Ucber- schwcmmungsgebieten bestätigen die großen Verluste an Menschenleben und Material. Die Telephon- und Telc graphenverl indnngcn sind fast völlig unterbrochen. H u n - bette von Brücken sind «ingestürzt. Datzton scheint fast gänzlich zerstört. Der Gouverneur von Ohio meldet: In Ohio find fast 250 000 Menschen obdachlos. Das Parlament dieses Staates hat 500 000 Dollars bewilligt, außerdem sendet die BundesreLierupg große Mengen an Lebensmittel. Man glaubt, daß in Indianapolis 200 und in Columbien 150 Personen ertrunken sind. Der Gesamtvcrlnst an Menschenleben wird auf mindestens 1300, der Materialschaden auf etwa 50 Millionen Dollars geschätzt. Eine Million Arbeiter ist brotlos. Die Verluste des Handelsverkehrs entziehen sich jeder Schätzung. Dahton, 27. März. Die strenge Kälte dauert an. Ein Schneesturm erhöht noch die Schrecken der Ueberschwem- muitg. Hochauflodcrnde Flammen hüllen fast den gesamten unteren Stadtteil ein. In der Geschäftsgegend sind mehrere Straßen eingcäschert. Columbus, 27. März. Gegen Mittag wurde man des F c u ers in Dahton Herr. Ein Tahtoncr Telephon-Beamter berichtet hierher, daß in einer Kirche in Dayton eine provisorische Leichenhalle eingerichtet worden sei, und er könne von seinem Standorte aus den Transport zahlreicher Leichen, mcnsterrs von Frauen und Kindern, beobachten. Sidnch lOhioi, 27. März. Ein Schaffner eines HilfszugcS schildert die gestrigen Szenen in P i g u a, wo 5 0 0 Person e n e_rtritn Fen sein sollen. Er erklärte: Die furchtbare Sturmflut hob die Häuser aus ihrem Fundament und riß sie, wie die Bewohner, stromabivärts mit sich. Die Menschen ertranken entweder oder sie wurden von den Trümmern erschlagen. In Indianapolis beorderte der Gouverneur die Staatsmiliz, um die Bürger vor Raub und Plünderung zu schützen. In Whee - ling wurde der Geschästsbezirk bis zu zehn Fuß überschwemmt. Washington, 27. März. Das Kriegsamt erhielt von dem Hilsskomitec aus Hamilton (Ohio) die Mitteilung, in Lewis town bei Dayton sei eine Reservoir geborsten. Der Verlust a n Menschenleben und Sachschaden sei ungeheuer. • (tjn bedaueM ir’. h auf d-m M ueda-V '„.Mb«’ »"Ä*fb" n iwJ,n fttinig» ed-8-f", § «'d"° äs 7pd°l°°-» “* iWns i.'Ä't Dmöadnien ”’tbctlDQltu Uu50'93» ! I ll, ist dil «i; j ^a9c fe\r " 3*14 W Utt iäs-s der .W. ül- Ä'L'L" »cblbtttag -• ‘ oii§ bei- ,,abc" ’™lQ9 erreicht, eie '.um 2,5 Mill. Mail v*ettbe ben Vor- »5* talicn. T« «m ' . Mmmen zwischen Italien über Ar- inlen ratirigica n^ibcn nei n. 65 trögt ben kningsträger als a-ach 3h®.-it Rechnung unb ^^üigen ^tuebungen 3 von fördernder unb Srovberzog>2 hmgitabf auf pW Wundheit in bc« W - ^r. Bilh- Steil; der Theologie am SS** s,ui“il mannt worben, sti auf d-- 6»ul< margm nn Sonntag konnten ftatten ®efan - am eonniag ab nb wird unb in «g oirbtn °°n Samstag, den 29. fifiärz: v28/3 Bootshaos-EriinDung! ! neuen schmutzigstem Wall taerglanz überall zu haben in Flaschen. Fabrik: Cham. Werke Lubszynskl & Co. Aktlenges., Berlin-Lichtenberg. 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