Nr. 25< Drittes Blatt 165. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener Zamiliendlätter" werden dem •^njeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS ..Kreisblatt fflr bett Kreis Gietzen" zweimal wöchentlich. Die „candVirtfchastlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhejjen miHmodi, 29. ©Höbet (915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- strafte 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:e-8K112. Tel.-2ldr.:AnzeigerGieften» Als der Vorsitzende nun mit der Verlesung der Briese oeginnen will, erhebt sich der Verteidiger des Angeklagten Brandt, Rechtsanwatt Dr. Löwenstein, und beantragt, die Verlesung so lange auszusetzen, bis der Verteidigung Gelegenheit geboten ist, sich wenigstens in großen Zügen über das beschlagnahmte Material zu orientieren. Tas plötzliche Vorbringen dieser Urkunden sei gewissermaßen ein U e b e r s a l l gewesen, und zwar ein geplanter Uebersall durch den Zeugen v. Metzen, der ja dergleichen auch bereits durch Artikel in der Presse angedeutet hatte. Ein solcher Uebersall dürfe vom Gericht aus keinen Fall unterstützt werden. Wenn Herr v. Metzen auch Angeschuldigter gewesen ist, so sei er doch sckwn seit Wochen außer Verfolgung gesetzt und wüßte ganz genau, daß das Material, was er bisher zurückgehaltcn hatte, für den Gang des Prozesses von Bedeutung sein konnte. Sonst hätte er es heute gar nicht vorgebracht. Die Verteidigung hat das Recht, nach Schluß der Voruntersuchung von dem gesäurten Aktenmaterial Kenntnis zu nehmen: ein Abweichen von dieser Regel imrrbc eine die Revision begründende Beschränkung der Verteidigung sein. Außerdem dürfen in der Hauptverhandlung nur solche Urkunden verlesen werden, die zum Belvcise dienen sollen, und die Verteidigung könne sich zu dieser Frage natürlich nicht äußern, wenn sie nicht wisse, was in den Briesen stehe. Justizrat v. G o r d o n unterstützt den Antrag. Direktor Eccius sei noch heute Direktor der Firma Krupp, und alles, was der Zeuge v. Metzen hier vorgelegl habe, sei Eigentum der Firma Krupp, der Zeuge habe cs sich nur angeeignet. Die Firma Krupp ist für dieses Material, das vielleicht geheim sein kann, verantwortlich und auch Direktor Eeeius ist dafür verantwortlich, daß dieses Material nicht ohne sorgfältigste Prüfung vor die breiteste Oefsentlichkeit gebracht wird. Ter Oberstaatsanwalt widerspricht dicsenl Anträge. Es müssen zunächst hier alle Briefe verlesen werden, da sie auf Grund der öffentlichen Verhandlung beschlagnahmt sind. Sodann muß vertagt werden, damit die Prozeßbeteiligten Zeit zu Erklärungen gewinnen. Rach halbstündiger Beratung verkündet der Vorsitzende Landgerichtsdirektor K a r st e n den Beschluß des Gerichts dahin, daß es loünschenswert sei, wenn sich der Vorsitzende selbst erst einmal über den Inhalt der Briefe orientiere, da er den Zeugen v. Metzen dazu vernehmen müsse. Die A k t e n e i n s i ch t durch Verteidigung und Staatsanwaltschaft könne ja dann damit verbunden werden. Es wird daher die Sitzung auf Donnerstag früh vertagt. Zitzung öcs Krei$au$fd}uffe$ öe$ Kreifes Sieben. Gießen, 26. Okt. In der Kreisausschußsitzung am Samstag wurde unter dem Vorsitz des Regierungsrats Weicker über folgende Verwaltungsstreitsachen verhandelt: 1. Einwendung des Wilhelm Gilbert III u. A. z n Grüningen gegen die Wählerliste fürdie Gern e i n d e r a t s w a h l zu Gr ü n i n g e n. Gegen die obengenannte Wählerliste haben Wilh. Gilbert III u. A. zu Grüningen Einwendung erhoben und beantragt, Entscheidung dahin zu treffen, daß Wilh. Heiwr. Jshe.iiu' in der Wählerliste zu streichen, sowie Heinrich Reitz und Ludwig Schmidt III in dieselbe aufzu- nehmeu seien. Die Einwendung »vurde damit begründet, daß 1. Isheim erst seit Oktober 1912 wieder in Grüningen wohne, nachdem er vorher 2 Jahre beim Militär gedient, habe. Die Vorschrift des dreijährigen Wohnens in der Gemeinde sei also bei Isheim, der übrigens auch nrcht wie vorgeschrieben gemeindesteuer- pflichtig seit 1. April 1912 war, nicht gewahrt: 2. sowohl Heinrich Reitz als auch Ludwig Schmidt III länger als drei Jahre in Grüningen wohnhaft seien. Der Großh. Bürgermeister von Grüningen bat auf diese Einwendungen ablehnenden Bescheid erlassen, mit dem sich die Reklamanten aber nicht zufrieden geben. Sie haben Klage beim Kreisausschuß eingereicht und um Stattgebung ihrer Anträge gebeten. Die Beweisaufnahme ergab, daß die letztgenannte Behauptung zutrifst, weshalb Entscheidung dahin gefällt wurde, daß Reitz und Schnaidt in die Wählerliste aufzunehmen seien. Bezüglich Isheim lautete das Urteil dahin, daß er in der Liste zu streichen sei, da aus ihn die «Voraussetzungen des Artikel 38 der Landgemeindeordnung nicht zutreffen, die darin bestehen, daß wahlberechtigt nur diejenigen männlichen, die deutsche Reichsangehörigkeit besitzendeil und über 25 Jahre alten Einwohner sind, die am Wahltage mindestens drei Jahre in der Gemeinde wohnen und ovm 1. April des dem Rechnungsjahre, in dem die Wahl ftattfindet, vorhergehenden Jahres an gemeinde- steuerpflichtig sind. Bei dieser Entscheidung wurde davon ausgegangen, daß das in Artikel' 38 L.G.O. verlangte dreijährige „Wohnen" in der Gemeinde nicht gleichbedeutend sei mit Wohnsitz haben und daß Personen, die zum Zwecke der Ableistung ihrer Militärdienstpflicht abwesend gewesen seien, erst wieder drei Jahre in der Gemeinde wohnen müssen, um das Wahlrecht ausüben zu können. 2. B ü r g e r m e i ft e r w a h l zu Daubringen. Am 23. September l. Js. fand zu Daubringen Bürgermeisterwahl statt, bei der an Stelle des seitl?erigen Bürgermeisters Walter Wilhelm Hilberg mit 86 gegen 84 Stimmen gewählt wurde. Gegen die Wahl wurde von Wilhelm Albach zu Daubringen form- und fristgerecht Einwendung erhoben, über die der Kreisausschuß zu verhandeln hatte. In der Einwendung wird behauptet, daß Wahlbe- einflussungen vorgekommen seien, Freibier gespendet und beim Wahlakt selbst insofern Legen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen worden sei, als die Mitglieder des Wahlvorstandes nicht sosort, sondern erst dann vom Wahlvorsteher verpstichtet worden seien, als schon einige Wähler ihre Stimmzettel abgegeben gehabt hätten. Zur Beweisführung über die behaupteten Gesetzesverletzungen war eine Reihe Zeugen geladen. Rach stattgehabter Beweisaufnahme sowie Anhörung der Parteien und Beteiligten erkannte der Kreisausschuß zu Recht, daß die Einwendungen des Wilhelm Albach gegen die Bürgermeisterwahl zu Daubringen für begründet und die am 23. September 1913 zu Daubringen stattgehabte Bürgermeisterwahl für ungültig zu erklären sei. 3 Einwendungen des Ludwig Heß zu Münster g e g e n d i e Wählerliste zur G e m e i n d e r a t s w a h l zu Münster. Ludwig Heß zu Münster hat gegen die Wählerliste zur Münsterer Gemeinderatswahl reklamiert, weil er vom Bürgermeister nicht in diese Liste ausgenommen worden ist, weil ferner in die Lifte des höchstbesteuerten Drittels her Wählbaren Leute ausgenommen worden sind, die zum Gemeinderat nicht wählbar sind, und in der Wählerliste bei den Namen von Personen, die nicht wählbar sind, dies nicht wie in der Landgemeindeordnung vorgeschrieben, angemerkt worden ist. Der Gr. Bürgermeister, an den diese Einwendung zunächst zu richten war und auch gerichtet worden ist, hat dieselbe abschlägig beschieden. Diesen abschlägigen Bescheid hat Heß durch Klage im Verwaltungsstreitverfahren angefochten, über die der Kreisausschuß zu entscheiden hatte. Nachdem die.Parteien zur Sache gehört waren, wurde ein Urteil dahin gcffällt, daß die Einwendungen des Ludwig Heß zu Minster Legen die Wählerliste zur Gemeinderatswahl zu Münster, insoweit sie sich gegen die Liste des höchstbesteuerten Drittels der Wählbaren und gegen die Wählerliste richten, für teilweise begründet, insoweit sie fein persönliches Wahlrecht be- tresfen, für unbegründet zu erklären sei. Der neue „Urnpp-Prozeh". Berlin, 28. Okt. Nach Eröffnung der Sitzung um 9’4 Uhr gibt der Ober staatsanwalt eine längere Erklärung ab, in der er die in ber Presse wicdergegebenc Darstellung seiner gestrigen Polem mit dem Zeugen Geheimen Finanzrat Hugenberg dahin richtig stellt, daß er nicht von Subalternbeamten, sondern von Beamten im allgemeinen gesprochen habe, denn es gibt im amtlichen Per kehr keine Subaltern beamten, sondern nur mittlere Beamte. Di' falsch wiedergegebene Darstellung könnte aber, den Eindruck er wecken, als ob er von Beamten zweiter Klasse gesprochen habe Er habe dem Beamtenstand in keiner Weise zu nahe treten wollen. Daraus wird in die Verhandlung eingetreten und zwar wird zuerst der Zeuge Herr von Metzen vernommen. Dieser war von 1896 bis 1903 Feld-Artillerie Ofsizier, trat dann in die Dienste der Firma Krupp und kam 1906 nach Berlin, wo er die Geschäfte mit den militärischen Belzörden »ermittelte und die in Berlin befindlichen ausländischen Kommissionäre aussuchte, um ihre Wünsche entgegenzunehmen. Er bezog wälyrend dieser Zeit ein Gehalt von 25 000 Mark. Provisionen ftanben ihm nicht zur Verfügung. Bevor von Mützen seine Stellung in Berlin antrat, soll, wie der Zeuge aussagt, Direktor Eeeius ihn gefragt hab eil, ob er wisse, daß die Firma in Berlin einen Agenten unterhalte, der vertrauliche — Zeuge glaubt, Direktor Eeeius habe sich des Ausdrucks „unterirdische" bedient — Auskünfte erteile. Bei seinem.erstell Besuch bei seinem Vorgänger Herrn v. Schütz habe er auch genaue Auskünfte über das im Berliner Bureau beschäftigte Personal erhalten. Ucber Brandt habe sich Herr v. Schütz dahin geäußert, daß er sehr geschickt sei in der Ausnutzung früherer Bekanntschaften mit kleineren Militärbeamten. Dies habe ihn — den Zeugen — sosort sehr bedenklich gestimmt. Gelegentlich einer neuen Besprechung mit Herrn von (Äcius habe er diesem erklärt, er dürfe nicht zugeben, daß Brandt feine frühere Tätigkeit weiter ausübe: man müsse dem Brandt eine offizielle Stellung geben, ober ihn von Berlin abberufen. Der Zeuge verliest sodann die Abschrift eines Briefes, der von ihm am 23. Auguft 1909 an den Direktor Eccius gerichtet worden war, in dem, er ebenfalls auf die Stellung Brandts zu sprechen kommt. Brandt habe mit ihm die Frage der Kornwalzer besprochen und gleichzeitig eine Liguidation vorgelegt, er habe aber Brandt an Direktor Eeeius verwiesen. In seiner Antwort habe Direktor Eccius wegen eines neuen Vertrages mit Brandt Stellung genommen, und Brandt fei beauftragt worden, nach Essen zu kommen. Angeklagter Eccius erklärt auf Befragen, daß es möglich sei, daß derartige Briese gewechselt worden seien. Der Oberstaatsanwalt gibt seinem Besremden darüber Ausdruck, daß derartig wichtiges Material der Voruntersuchung vorenthalten sei: dies sei für die Voruntersuchung ein schwerer schaden. Der Oberstaatsanwalt bittet daher, die Verhandlung ab- zubrechen. . . Zeuge von Metzen erklärt sodann, daß etwa 30 Briese, bereit Inhalt sich auf Branbts Tätigkeit bezöge, vorhanden seien. Der Oberstaatsanwalt erklärt sodann, daß er gegen Herrn von Metzen begründetes Mißtrauen habe, zumal er auch in der Presse von einem Haupt schlag gesprochen und daraus hingewiesen habe, daß er als Hauptbelaftungszeuge im Prozeß eine „eigenartige Rolle" spielen werde. Nach dem Verbleib des gesamten Materials befragt, teilt der Zeuge von Metzen mit, daß er die Kornwalzer alle abgeliefert habe, als er seinen Prozeß mit der Firma Shmbp gehabt habe wegen s°iner Entlassung. Er habe verständlicherweise ein Interesse daran gehabt, zu beweisen, daß Vieles bei der Firma Krupp geschehe, was hundertmal schlimmer gewesen sei als das, wäs er in Italien begangen haben sollte. Zu seiner Zeit sei nichts Unrechtes begangen worden, nicht einmal etwas „Un faires". Das Gesamtdirektorium hätte mit diesen Verhältnissen vertraut sein müssen. Als bei i hm, dem Zeugen, eine Haussuchung in Essen st a 11 f a n b, hab e sich das Material bei seinem Rechtsanwalt befunden, und als spater bei ihm eine Haussuchung vorgenommen wurde, sei es bei seinem Vater gewesen. Die Verteidigung Justizrat Gordon und Dr. Löwenstein erklären es siir dringend notwendig, daß die Verhandlung abgebrochen werde, damit ihnen Gelegenheit geboten werde, diesen Briefwechsel mit ihren Klienten zu besprechen. Der Oberstaatsanwalt stellt den Antrag, baß die gesamte Korrespondenz beschlagnahmt werde. Die Frage des Justizrats Gordon, ob Zeuge von Metzen noch weiteres Material im Besitz habe, Was er vorlegen müsse, verneint der Zeuge. Die Durchschläge seiner Nieder schristen befänden sich in seinem Arbeitszimmer, die Originale in einem großen Kuvertim Sofa, dieübrigen Sachen seien in seinem A k t e n s ch r an k. In seinem Prozeß mit der Firma Krupp habe er keine Veranlassung gehabt, dieses Material herauszugeben, aber jetzt ft ehe er unter dem Eide, da liege, die Sache anders für ihn. Das Gericht beschließt nach längerer Beratung, durch die Berliner Kriminalpolizei eine H a u s f u ch u n g bei Herrn von Metzln vornehmen zu lassen und den gesamten Schrift wechselzwischenihmundderFirma Krupp, besonders zwischen ihm und einigen Direktoren des Werkes, beschlagnahmen z u I a f i en. Wir erhalten noch folgende Meldung: Bei der Vernchnmng des Zeugen von Metzen kam es zu einem d r a m a t i s ch e n Z toi scheu fa l l. Der Zeuge kam auf tinen Briefwechsel zwilchen ihm und dem Angeklagten Eccius ru sprechen von dem er einen Auszug bei sich trug und aus dem hertrorainq,' daß Eccius Kenntnis von der Tätigkeit Brandts gc= hnht habe Der Oberstaatsanwalt warf daraus dem Zeugen vor, daß er wissentlich dem Gericht das wichtigste Material in der Voruntersuchung vorenthalten habe, was nicht .im Einklang mit feiner Absicht stehe, der reinen Wahrheit zu dienen. ^$m untere,,e her Gerechtigkeit für die Angeklagten beantrage er Beschlagnahme d s IriefroeSint Original fomic d°s s°nKg-n Maior als, drr Korimial;erabschristen uw., da der Verdacht borliegc, daß der S ff Ss Material dem Gericht vorenchalten habe. Da? Glicht beschloß, die Wolmung des Zeugen zu durchsuckfvn nach £ genannten SriftnKd>irfmatenaliroild>en chm nnd dem 64-uhhfArn Direktorium und einzelnen Direktoren IM Original Meritt Die Beschlagnahme des Schriftn-echsels und die S&StÄVSeitMntVtpirb burd, die Berliner Kriminal, valizei ansgefnlni «erben. Die ciSung würbe baraur bis 2 Uhr natümtttag« unKTtatot^e,. Bra6uttg bie Stang nricber b<üin i her Zeuge freiwillig heraiwgegebem em weiterer Teil Än gefunden worden. Auch die int Sofa versteckten SrTginSe feien jur .Stelle geschafft. Aus Stadt und Land. Gießen, 29. Oktober 1913. B. Dekanatssynode. Die diesjährige Synode del» evangelischen Dekanats Gießen begann heute 10 Uhr vorm. in denl Konfir:nandensaal der Iohanncskirche. Hanptgegen- stand wird das Referat von Pfarrer Wagner-Beuern sein über die Frage: Inwiefern birgt das iveltliche Vereinswesen Gefahren für das kirchliche Gemeindeleben in sich und wie kann diesen Gefahren seitens der Organe der Einzelgemeinden begegnet werden? ” Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Unter Hinweis auf das mehrfach abgedruckte Programm und die Einladungen zum Abonnement sei in Erinnerung gebracht, daß am nächsten Sonntag, den 2. November, das erste Konzert in diesem Winter in der neuen Aula stattsindet. Die Konzertleitung hat an den Anfang einen »Wüllner-Abend" gestellt. Ter Wunsch vieler und die Tatsache, daß sich der Künstler hier sehr lange nicht hören ließ, waren dafür maßgebend. Die große Schar der Verehrer WütlnerS — und es find ihrer sehr viele — weiß, was sie zu erwarten hat: Einen Vortragskünstler von so überwältigender Kraft der Darstellung und Macht des Wollens und Könnens, daß et sich aus der Menge der Sänger weit herauShcbt. Weil er selber mit ganzer Seele empfindet, was er gestaltet, werden seine Darbietungen mit zwingender Gewalt zu künstlerischer Erlebnissen für den Zuhörer, größer als wir sie gemeinhin bei den Vorträgen anderer, selbst hervorragender Sänger und Sängerinnen erleben. Die innige Verschmelzung von Wort und Ton ist da§ bewundernswürdigste an Wüllners ins Große deutenden Kunst, die sich aus dem Gebiete des Melodramas vor eine Reihe der dankbarsten Aufgaben gestellt sieht. Wir werden Gelegenheit haben, ihn auch von dieser Seite künstlerischen Schaffens kennen zu lernen, bei dem ihn die unerhörte Gewalt seines Einfühlcus in den gewählten Stoß' befähigt, sich alle und jede 9(n§t>rucf§mittcl dienstbar zu machen. Auf das Liedprogramm folgt als Schlußstein Wildenbruchs Hexenlied mit der prachtvollen Musik von Max von Schillings, mit dessen hinreißendem, stellenweise ins Musikalische gesteigerten Vortrag Dr. Wüllner allenthalben erschütternde Wirkungen erzielte. ** Zur Erhaltung und Vermehrung der heimischen V o g e l w e l t im £)bertaunu§Trei§' hat Landrat von Marx bemerkenswerte Anregungen gegeben. Er fordert zur Schaffung geeigneter Nistgelegenheiten und Futterplätze für den Winter auf und gibt hierzu eine Reihe von Belehrungen, deren Befolgung Kreis-Obstbauinspektor Ho topp überwachen soll. Der Kreis stellt jedem Interessenten eine beliebige Anzahl Msthöhlen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. Durch diesen, im großen geplanten Vogelschutz hofft man dem Ueberhandnehmen der schädlichen Insekten wirksam begegnen zu können. Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung. Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnümmer. eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt es sich dringend, die Ausgabe ein bis zwei Tage vorher Ku bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestellung eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden. Verlag der Gießener Anzeiger;. Landkreis Gießen. NI. R ü d d i n g s l) a n s e n, 27. Okt. Wie überall, so sand auch hier eine würdige Feier des Gedenktages der Schlacht von Leipzig, sowie das Pflanzen einer FriedenSeiche statt. Am Samstag nnd SomUag abend ivnrden im großen Schul faale einige Stücke anfgesührt unter der Leitung der Lehrer Engel und Becker. Fran Lehrer Engel hatte beim Ansertigen der Kostüme viele Stunden geopfert. Auch Lehrer Hammel trug das {einige zum Gelingen der Sache bei. Flott und sicher war das Aiiftrelen sämtlicher niitwirkender Schuler und Schülerinnen. Zur Auf» sührnng gelangten : „Ans Preußens Freiheitsmorgen- nnd „Renate". Den Schluß bildete ein freudiges Stück: „Aschenbrödel". Die Zwischenpausen wurden durch Lieder der Schüler ausgefüllt. Am Schlüsse dankte Schulvorstand Müssig den Lehrern, sowie Fran Engel für die genußreichen Stunden. Kreis Büdingen. □ O r t e n b e r g , 26. Okt. Im Sitzungssaale des Sparkassegebäudes fand gestern die Mitgliederversammlung der Be z i r ks s p a r kas se unter dem Vorsitz des Landtags- abgeordneten Dr. W e b e r - Kouradsdorf statt. Fast sämt-» liche Gemeinden waren vertreten. Ter ausgegebene Rechenschaftsbericht zeigt ein Kapitalvermögen von 3 332 030.70 Mark, dem 3 263 151.73 Mk. Kapitalschulden gegenüberstehen. Der Reingewinn von 1912 beziffert sich auf 12 025.80 Mk.: der Reservefonds beträgt zu Ende 1912 184 397.57 Mark. Neben Zuwendung von namhaften Geschenken für gemeinnützige Anstalten, .Heilzwecke usw. wurden an die Gemeinden des Bezirks 1380 Mk. für Zuschuß zu den Kosten ber Industrieschulen verwendet. Durchgängig erweist sich in allen Rubriken des Rechenschaftsberichts ein erfreuliches Wachstum der Kasse. Als Vertreter der Regierung nahm K?eisrat Boeckmann-Büdingen an den Verhandlungen teil. Im Gasthaus zur Post vereinigten sich die Mitglieder zu einem Mittagessen, wobei es an ernsten und heiteren Tischreden, Kreisrat Boeckmann, Landtagsabgeordneter Dr. Weber und Direktor Lenz, nicht fehlte. — Die Vorschußkasse dahier hat an Stelle des nach Reinheim abgezogenen Rechners Kämmerer den Gerichtsschreibereigehilfen Wehner von hier erwählt. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 28. Okt. Im Alter von 69 Jahren verstarb am SamStag Fräulein Marie Riedesel, Freiin zu Eifenbach. Die Verstorbene war eine große Wohltäterin der Armen. Ihr Tod bedeutet für manche Familie einen herben Verlust. Auch das hiesige Krankenhaus, dessen Verwaltung die Verstorbene führte, verdankt derselben seine Entstehung. Die Beisetzung erfolgte auf dem Familienbegräbnis auf dem slädtifchen Friedhöfe hier. Kreis Friedberg. r. Butzbach, 25. Eft. Verspätet. Anwesend: Bürgermeister Flach, die Beigeordneten Hadermann und Heil, die Gcrneindc- ratsmitqlieder: Braubach, Heil, Heyd, Büchel, Müller, Rechtsanwalt Ohnacker, Eppenheimer, .Hermann Steinhäuser, Tr Vogt, Tröster. Entschuldigt fehlt- trauer. Bürgermeister Flach cröff«- nctc die Sitzung, begrüßte die beiden ncugewählten Mitglieder, Rechtsanwalt Karl Ehnacker und Metzgermeister Hermann 5lcin= Häuser namens des GerneinderalS ^inb der Stadt, verpflichtete sie an EideSstatt in (Gegenwart des Stadtvorstandes auf die Dienstführung und führte sie alsdann in den Dienst ein. Hierauf wurde zur Beratung der Tagesordnung geschritten und kam Folgendes zur Verhandlung: 1. Trei Gesuche um Aufnahme in den Hessischen Staatsverband nachbenannter Herren: Wilhelm Würtz, Alois Stöber, Eugen Friedrich Dcckhut. Sie wurde genehmigt. 2. Antrag der Freiwilligen Feuerwehr betreffend Versetzung des Tores an der Westseite nach der Estseile. Tie Baukommission hält sic nicht für notwendig, befürwortet jedoch das Gesuch, weil der Stadt aus der Brandkasie eine austerordentliche Vergütung für Feuer- lüschzwcckc überwiesen worden sei, von der ein Teil hierfür ver- wendet werden soll. Tie Kommission beantragt dem Gesuche zu entsprechen und die Arbeiten alsbald ausflU-ren zu lassen. Ter Antrag wird genehmigt. 3. Tie notwenoigen Ausbesserungen an den Gebäuden in der Krachbaumgasse sollen, soweit dies noch nicht geschehen, baldigst ausgeführl werden. 4 Tic von Schorn- stcinfegermeistcr Brüchner sestgestellten Mängel an den Schornsteinen städtischer Gebäude sollen baldigst beseitigt werden, 5. Antrag der Tirektion der Realschule: Neuanstrich der änsteren Wände des Rcalschulgebäudes. Tic Baukommifsion befürwortet nur den Anstrich der Fassade. Eppenhcimcr und Bürgermeister Flach beantragen jedoch Anstrich des ganzen Okbäudes. Tem Anträge wird zugestimmt und Strastenmeistcr Metzger beauftragt, einen Kostenanschlag anzuseriigen, um die erforderlichen Mittel in den nächstjährigen Voranschlag cinzustellen. 6. Antrag des Beigeordneten Heil: Bessere Herstellung des Lachenweges. Tie Baukommip jioit schlägt vor, den^ Weg, soweit er chauffiert ist gründlich ab- sratzen, dann mit Steinen beschütten zu lassen, und den nicht chauffierten Teil durch besseren Wasscrabilttst zu verbessern. Tem Antrag wird zugcstiiunil und die Einstellung eines Betrages von 500 Mark in den nächstjährigen Voranschlag genehmigt. 7. Not- slandSarbeitcn. Bürgermeister Flach beantragt Fortsetzung des Ausbaues der Römerstrastr Tic .Baiilommisiion ist der Ansicht, dast diese Arbeiten nicht durch ungeübte Arbeiter ausgeführl wer den können und beantragt Ablehnung des Antrages: dagegen schlägt sic Kleinschlag von 150 Kubikmeter Klopf steinen und Vor fechmg eines Betrages von (>00 Mk. im nächstjährigen Voranschlag vor T.-i Vorschlag wird angenommen 8 T u- Keller unter dem städtischen Vereinshaus sollen durch Kreisstrastenmeister Metzger gründlich nachgesel-eu iverdcn. Neber die auszusührenden notwendigen Arbeiten soll Metzger einen Kostenanschlag ansenigen. 9. Antrag des Bügrermeisters Flach, Herstellung eines Fußsteiges an der Hochiveifelerstraste vom Hanse des Herrn Knappe bis zum Neubau des Gemeinnützigen Bauvereins. Tie Bankommisfioll bittet, dem Anträge znzuftimmen, was geschieht. Tic erforder lichen Mittel sollen in den nächsten Voranschlag eingestellt werden. 10. Ter Antrag der Bankommission den Kanal bei der Gerberei des Herrn Sparwasser wird zur Weitcrberatung der technischen Kommission überwiesen. Tie Kommission schlägt vor, den gesamten städtischen Kanal vierteljährlich kräftig dnrchspülcn zu lassen und empfiehlt genaue Kontrolle dieser Arbeit durch ein Mitglieo des Stadtvorstaildes ausüben zu lassen. Ter Gemeinde rat beschließt demgemäß. Tem Beigeordneten Heil wird die Aussicht übertragen. 11. Tie Baukommission beantragt, die Römer straße walzen zu lassen Ter Antrag wirb genehmigt. 12. ErtS I'tmplan hier. Ter Teil von Flur VIII Taunusstraße betreffend Tic kreisamtliche Verfügung vom 2. Juli 1913 wurde bekannt gegeben Oppenheimer verliest alsdann das Protokoll der Bau kommission. Hiernach hält die Kommission die Esfenhallung nicht für dringend, denn bei Baugesuänn würde doch von Fall zu Fall zu entscheiden sein, ob der Ban eine 311 projektierende Straße beeinträchtigen mürbe. Eine Festsetzung der Bauflucht war nötig wegen Erhaltung der Allee »sw. Tie Ausarbeitung des Ortsbau Plans iu diesem Gebiete soll erst begoirnen »verden nach Genehmigung des neuen s71. baustatuts, weil dieses besondere Destim mungcn für das Villenviertel enthält. Tie Frage des Zusammen fallen- der Straßenslncht und Straßengrenze 3. B bei Parzelle 499 kann erst entschieden lveesen, wen» der Plan wieder vom ikreisamt zurück fei 13 Tic Reclmnng und der Voranschlag des Armenfonds sollen ;ukünstig nicht mehl offen gelegt werden 14. Tas Gen ich der Firma Gebrüder Vogl nm Liesernng von elektrischem 3lrom aus dem städtischen Elektrizitätswerk wurbe zurückgestellt 15 Heyd erstattete namens d > technischen Kom Mission Bericht über die Prüfung des Voranschlags für das Elek itSwerk im ^ahrt 1914 und beantragte die weitere Prü snng durch die Finanzchiumission. Tem Anträge würbe zug. stimmt in Aus Antrag der Armenlommission werben ihr jähr lieb 500 Marl für nnsi iubige Gaben zur Verfügung gestellt Ti - Armenlommission wurde um ein weibliches Mitglied ergänzt Ms solches wurbe Frau Jteili Vogt gewählt 17. Eppcnh.im.r beantragt eine Vermessung der ganzen Gemarkung ausführen und eine !!■ »rte üb« 1 die sladt - 1। ich zu lassen Bi. 1 1 daß die Vermessung bereits vom Kataster amt oi' 1 sei Eppenl-eim 1 beantragt bei dem Katasteramt ansragen zu lassen, ob die ttebersichtskarie zugleich mitangeferligt werben könnte kein Anträge zvnrde zngestimmt. 18 Ti ■ Nacht Wächter sollen angetviesen werden, znküustig morgen- die Straßen lampen länger brennen zu lassen, als wie icithcr KreiS Wetzlar. - kW etzlar, 2(1. EU. In Göts Garten sand heute eine mit beschickte M anin ch e 11 - u n d P r 0 d ukt e n »A 11 s- fte 11 n 11 g statt In der klaffe A l t t i e r e erhielten Preise: Ehrenpreise: Gustav Grob Wetzlar, Hermann Foneck Wetzlar, H. Hetbleck Oberbiel: 1 Preis G. Groh Wetzlar, 2. Her in. Pctschel Wetzlar nnd t" Groh: 3 Rnd kübler Wetzlar, Wilhelm Walter-Venn und Anton Koster Wetzlar: lobende An crkennunst Gustav Groh, Ersenbett Blasbach, H. Füller-Wetz lar. Ang. Bobisch-W.'tzlar. 1 3 it 11 g 11 e r r I a sse : Ehren preise: Ang Bobisch, Herm Foneck, H. Petschel, Kd. Kahn, 1. .Ang. Bobisch, Fai Berahäuser nnd Hct, Mohr, 3. Rich Gürtel, Gustav Groh, K. Psaff, Anton Koster, H Foneck, H. Petschel nnd Fak Schäser Niedergirmes. 2 Fung tierklasse : Ehrenpreis Aut Koster, R. Klüber, Aua. Bo- bisch nnd G Groh, 1 Hch. Füller, 2 Rnd klüber, Foß. Berg Häuser, Herm. Foneck, 3 G Groh, Rnd. Klüber, Hch. Füller, Jak. Mignon, Ang Bobisch, Hch Mohr; Schlacht y u ch k kl a s s e : Ehrenpreis Will' Brück, I Hch. Füller, 2. Hermann Petschel nnd 3 m\h( Teißner. Adteilnn 0 Produkte: Ehrenpreis Gustav Groh und Herm. Joneck, 1. Breis H. Roth Wetzlar. Fn dieser Abteilung nxiren schöne Pelzgarnituren, Mützen, Musse. Damenhstte, Bettvorlagen, tzcrrcnkragcn nsw. aus Kaninchenfellen ausgestellt Vie Knabcninöröcrin $rau vuschhorn vor ton Geschworenen. •'I Braunschweig, 27. Eft. Unter großem Andrauge des Publikums begann heute vor bau lüe'igen Schwurgericht bif Verhandlung in dem ^rbprowB grgeu die 22 Fahre alte Frau Marie Buschhorn, btc beschul bi aus und 10 Fahre Ehrverlust. In der kurzen Begründung führte der Vor sitzende aus, daß bei der Sdieiiß- l ich keil ber Tat eigentlich fein Anlaß vorgelegen habe, unter bic Höchststrafe hcruuierzugchen. Es sei aber die bisherige Unbescholten heil der Angeklagten und ihre damalige Schwangerschaft berücksichtigt worden Tie Verurteilte warf sich, als sie in bic Zelle zurückgeführt war, laut weineub unb fdncienb auf eine Bank, erklärte sich aber schließlich mit dem Urteil einocritonbcn. vereinrnachrichten. " Der Gvnii g. Arbeiterverein feierte am Soimtaa fein Stiftungsfest. Ain Vormittag fand in Gemeinschaft mit bem Wartburgvercin ein FestgotteSbieiist statt. Die Jestprcbigt hatte Pfarrer Schwabe übernommen. Abcnbs sand im Eaf6 Leib ein Familien ab end statt, der sehr gut besucht war. Nach einer kurzen Begrüßung durch Sparkasscnkontrollciir HaaS fber in Vertretung der beiden Vorüßenben bic Leitung bes AbcnbS übernommen Halle), eröffnete der Gemischte Ehor des Vereins unter Leitung fernes Dirigenten Musiklchrer Gernharbt ben Reigen ber Tarbietmigcn, worauf Eberlehre 1 Schn,oll eine begeisternde Ansprache hielt, bic mit einem Kaiserhoch ansklang. Im übrigen fntgen der mit Humor gewürzte Einakter a S L a u b h a u s an ber Heerstraße^ sowie bie Deklamationen der Herren Schnssl unb Zschnuke, nicht zuletzt aber auch bic Darbietungen beS Gemischten EborS beS VcremS wesentlich zur Verschönerung beS 'KbcnbS bei. fBefonbcun Beifall aber fauden bic von Mitgliedern ber freuoidigcn SanitätSkolounc vom Roten Rreu» gestellten lebenden Bilber. Giehener Strafkammer. . . Hießen, den 28. Oktober. . , . , , ..Der frühere Tireftor 1 *cn 'n Friedberg, der ,«,ige sleschLiAuhrer A. m Tufidbov, balle stch heute roicbcdwlt weqen Be.rugereien btc er jun. Vorteil der Houptgenoflcischast begaiiftcn haben soll, zn vcraninwcten. Berciis m einer früheren Verhandlung ist er von der Anklage, den Reich»vonü«kns fOrt- geleht burch ungenügend« Franfiernng von Stilen betrogen iu haben, freigespro-ben worden. Da« Gerichl batte damals die Erhebung weiterer Beweise über die übrigen Anklagepiinkte ongeorb- nel Tie heutige Hauvwerhandlung eranb, baß auch in ben übrigen Fällen eine strafbare Handlang des Angeklagten nicht lest- znstellen war. Namentlich der gravierendste Fall, wonach bei AnqeNagle einer Probe des von bem Kornhaus Hanau gelicfcrirr fdnvcfclfouren Ammoniak vor der Uiitcrsuchnng durch das Unter- fnchungsamk Darmstadt absichtlich Waffcr zngesetzt unb dadurch da» KorubauS um Mk. 76 geschädigt habe, klärte stch durchaus zu Gunsten des Anqeflaglen aui. Tenn zunächst konnte nach ärzt- stcheni Gutachkcii bas Zeugnis des Haiivlbelastuugs.cugeu nicht als mvcrlöfstg angesehen werben, dann Kalte dieser Zeuge über einen Punkt deS fraglichen Vorgang? verschiedene Angaben gemacht und schließlich konnte nach dein Gnlachlen der beiden chemischen Sach- verftändiaen eine Veriväsicruug, wie stc der Zeuge behauptet Kalle nicht ftattqehmbcn haben. In ben weileten Fällen soll brr Angeklagte den Eisenbahnstskus bei ber Verrechnung von Frachten für aelteferte Kartoffeln gc'chäbigt haben. Indcffcn auch hier nahm das Gericht aus mehrfachen Gründen an, baß ein Betrug nicht gegeben sei. Die Strafkammer erkannte daher auf Freisprechung beS Angeklagten unb Belastirng der Staatskasse mit ben Kosten des DersabrcnS. EinbruchSbicbstahl. Ter wegen Diebstahls bereits wiederholt vorbestrafte Former H. B. in Gießen hatte von seiner Wohmmg in ber Saudgasir ans bemerkt, baß die in dein gegenüberliegenden Hause wohnenden Eheleute Lubw. Zehner ihr 6'eld in bem Kleiderschrank anfbewahrten. Al« Fran Zehner einmal ihre Wohnung verlaffen, drang er, im Scvteinber l. I., in diese ein, erbrach den Kleiberschrank unb stahl Dainu« 50 Mark. Strafe: 5 Monate Gefängnis. Zwei Monate UntersuchilngShafl wirb aus die Strafe angercchuet Unbegründete Berufung. Wegen Bettelns, Landstreicherei nnd Diebstahls, verübt in Reinharbshain, waren ber Schlaffer E. to. von Barmen und der Bäcker E. R. von Hagen vom Schöffengrricht Gründer., mit emonnd- lidien Freiheitsstrafen und Ucberweisung an bie Landesvolizcibehörde bestraft worben. Die Anaeklagten wofleit bei Gelegenheit des Betteln« ben ihnen zur Last gelegten Diebstahl nicht begangen haben, auch sich ber Laubstreicherei nicht schulbig gemacht Hoden. Die Straifammer verwarf mdeffen auf Gründ der erneuten Beweisaufnahme ihre Berufungen al« unbegründet. U u t e r A u S s ch l n ß bet Oeffentlichkeit wurde gegen den Ticnstkuechl W. N. von Heckershausen bei Kastel verhandelt, der sich in Lich nn einem 13jährigen Dtäbchen vergangen haste. Strafe: 10 Monate Gefängnis abzüglich eines Monat« UnterfuchimgSha't. Märkte. FC. Wiesbaden. Diehhof-Marktbericht oom 27. Eft- Austrieb Ochsen 46, Bullen 6, Kühe und Färsen 36, Kälber 39 Schafe 30, Schweine 273. Marktverlauf: In Großvieh bleibt bei mittlerem Geschalt Ucderstcuid, Schweine und Kleinvieh bei lebhaftem Geschäft geräumt. Preise sür 100 Md. Lebend- Schlacht» Ochsen. gewicht Voststeischlge, aiiSgcmästetc, höchsten Schlacht» Alk. Mk. werte« im Alter von 4—7 Jahren .... 52—57 93 —lOi Tie noch nicht gezogen haben (ungefochte) . . 51—56 91—100 Junge, fleischige, nicht auSgemästete unb ältere ansgeinästete............46—50 82—89 Mäßig genährte junge unb gut ge- genährle ältere 42—45 76-82 Bullen. Vollfleischige, ausgew^ Höchsten Schlachtw. . . 60—54 85—92 Vollfleischige, jüngere 46—49 78—83 Färsen, R ü 6 e. Vollfleischiqe auSgen,ästete Färsen Höchsten Schlachtiverte« . . 61-66 92-100 Voll fleischige auSgemästete Kühe höchsten Schlachtiverte« bi« zu 7 Fahren 44—48 80—87 Wenig gut entwickelte Färsen ...... 46—50 79—90 Aeltcre auSgemästete Kühe unb wenig gut entwickelte jüngere Kühe 38—42 69—7* Mäßig genährte Kühe unb Färsen 82—86 63—68 Kälber. Feinste Mastkälber 70—73 117—122 Mittlere Mast- unb beste Saugkälber .... 64—69 107—11t Geringere Mast- unb gute Saugkälber . . . 57—63 Oi—10c Geringe Saugkälber........ . 52—66 88—94 Schafe. Weibemastschase: Mastlämmer und Diasthammel .... 45,50—00.00 94—00 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80—100 Irx Lebendgewicht • .... 61-61'/, 78-80 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 61-61'/, 78—79 Vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 62-34 78—80 Feufchiveüie über 150 kg Lebendgewicht . 577,-60 72—75 Vie Wirkung hätte nicht besser sein können. Gcilbemjneine Kinder, Rosa und Alfons, die ihnen vom Arzt verordnete Scotts Emulsion regelmäßig bekommen, geht es mit ihrer Entwickelung rüstig vorwärts. Beide haben heute ein blühen des Aussehen, einen kräftigen >fnochcnbau unb finb gegen früher wie umgcwanbclt, immer munter unb lebhaft und ihr: Eßln st ist prächtig Beide treuen sich immer riesig auf ihre Scotts Emulsion Tas Mädchen ist 2>/s und der Knabe 1 Jahr alt. Letzterer hak seine Zähnchen bekommen, ohne damit zu tun zu haben, kurzum, bic Wirkung von Scotts Emulsion an meinen beiden Kindern hatte nicht besser sein können. Viünchrn, (grz) Johann tzaulhadrr, Parkmrislcr. «rnulfftr. ilJ/HI, 1. August 1911. Scotts Emulsion, ein durch Zusätze von Kollund Natrvr- mittels des Scottsclten Verfahrens schmackhaft und leicht verdaulich gemachter Lebertran, ist für die Enttvicklung der Kinder von hohem Werte. Wer seine Kinder Scotts Enml« fion regelmäßig nehmen läßt, wird bald ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, daß die Wirkung nicht besser sein fönnlc Meine billigeren Nachahmungen, nur Scott» Emulsion. ecotii (jmulfion wird von un« aussckltehUch tm aro6. i, unterpboepbottflfeurer Half 4,3 unteroholpboriglanret Petree 1A, pule. Iragan 3,0. feinster arad. Summt pulv. tA. Sager IBA Älkohol IV. v tqi aromatische Smulston mit Zimt-, Mandel» uni «aultheriaül je i Impfen. Ff Än Unglück M es nicht, wenn Sie immer wieder zu teuere Husten-Bonbons kaufen, nar werfen Sie dabei Geld fort. Wollen Sie nicht lieber einmal einen Versuch mit . Eutol-Bonbons fn eleganten Blechdosen * 10 Hf. macKn? Alte Leute und alle dielenden, weiche durch vieles Sprechen, durch Rauchen etc zu hlufl- X«n Katarrhen neigen, finden nichts Bessere*. Sie nur die eebten EaWi-Batbtn' bekomme«. 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DlP Abonnenten sind höflichst gebeten, ihre Eintrittskarten bei Herrn Ernst AUULliCHlCU (-halli(1. q>udolphs Nachf., in Empfang nehmen zu wollen; eine__Zusendung an die hiesigen findet ausnahmslos nicht statt. |('M.io >' - 1 —— Die Herren-Mode 1913 Der außerordentlich gute Ruf ««UMWz IM-Kicki die in weitesten Kreisen bekannt ist,bringe ich hier- mitin empfehlende Erinnerung. Große Auswahl bester la"/,» J. Schmücker NcN. Marktstrasse 8 Damenhemden 185 in allen modernen Fassons von I an Damen-Beinkleider 125 in schöner Ausführung von I an Knie-Beinkleider 170 von I an Stickerei-Röcke 8ehrreioh0oa™ert Untertaillen 120 riesige Auswahl .... von I an Nachtjacken 160 in Crolse und Pikee . . von ■ an |CREME DEHNE bestV50 V i" | Schnupfen 71211 Am Ärcitan trint cm ^OWiiVcWlliit in (Mienen cm, ver Ztr. 2Mk. botfl .ftlfcnftaer, vahnd.'ffir. Licht-Spiel-Haus Bahnhofstraße. Größtes und mustergültigstes Lichtspicl-Theater am Platze. Bahnhof*!raße. Heute Mittwoch bis Freitags Das spannende Schauspiel von C. de Morlhon Prachtvoll koloriert. IW" Prachtvoll koloriert. Noch In letzter Stunde w und das Übrige schöne Programm “W 17141 Jahresfeft des Oberhesfischen Vereins für innere Mission. Versammlungen: Ä Unsere weibl.Ttugend, Psr.Kovscrmann Laub. Ab8'/,Uhr (Steins (Marten) unter Mitwirkung des Ev. Kirchcngesaug vereinS: ^amilienabend. Prof. D Schien: Tic Zeit der Befreiungskämpfe in ihrer Bedeutung für die christliche LiebeStatigkeit. Mittwoch, den 5. form. 1<> Uhr im IohanneSiaal: Psr. Renner aus Binsförth: Tic religiöse Not des Landes. D19/^ • Dienstag ab 6 Uhr in der okpgorresoLeNfr. Ltadtkirchc. Pfr. Glock. Zur Teilnahme ladt die Gemeindeglieder in Stadt und Land herzlich ein Ter Vorstand: Adolph E Kaufsmann Hofmann D.Schian D. Schlosser Schmeckenbecher Schwabe D. Stamm Dr. Weimar. Gustav-Adolf-Frauenderein. Itt dicscit Tagen werden wieder die Jahresbeiträge für unseren Verein erhoben. — Wir bitten auch in diesem Jahre unsere Sammlerinnen freundlich annehmen und durch Spendung reichlicher Gaben unsere gute Sache fördern zu wollen. l0 Gießen, 28. Oktober 1913. Für den Borstand des Gustav Bdolf-Frauenvcrcins: Die Vorsitzende: Der Schriftführer: Frau Helene Alb ach. Dr. Fritz Schmoll. ÄilgemeiDßr Deutscher Frauenverein Ortsgruppe Glessen. Samstag, den 1. November, abends 8,,< Uhr, im Hotel Schütz: Generalversammlung I. Jahresbericht. II. Kassenbericht. Gäste sind herzlich willkommen. Dn/i0 nafurheilDerein • Giessen 21m TounerStag. den 30. Oktober, abends 8" Uhr, findet im grohen Saale von Steins Garten ein V” ,» Frauenvortrag von ,3rL Margarete Paesler aus Berlin statt. Thema: Gesundheit Schönheit und Glück unserer Frauen Eintritt (nur für Tarnen) fürNichtmitgl.5vPfg.,Mtgl.20Pfg. Der Modellierunterricht ii.MIIioilMMIIIIIMIMIIIIMIIMIIMIMMIMIIMIMMIMMIMIMNmmil beginnt am i. November 1913 Anmeldungen schriftlich od. mündlich Sprechstunden: Mittwoch und Samstag von 12—1 Uhr Johannes Ködding, Bildhauer ■iiiiiiiiiiiiinmr.iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiimiiiiiiiiiiniiTiiuimriiiii Frankfurter Straße 10. 06661 Tanj= Kursus s'ud”'enden. Der Unterricht beginnt Freitag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr. Tanzabende Dienstag und Freitag. Gefällige Anmeldungen nehme noch in meiner Wohnung entgegen. Hochach• *r*r Universität - lurn- (ungsioll W- Will, und Tanzlehrer Löberstrasse 12. AZ>. An einem Schüler - Kursus können noch einige junge Herren im Alter von 12 Ö‘S lu Jahren teilnehmen. 2lbteilnng Gictzen der Deutschen Kolonial - Gesellschaft. Wir weifen untere verehrlicheu Mitglieder auf den von dem Frauenbund der Deutschen Kolonial- gesellfchast heute Mittwoch, den 29. Cttohcr 1913, abendö 8'/« Uhr, in der neuen 2luln der Universität veranstalteten Bortrag des Herrn Marine- psarrer a. D. Wangemann über :: Ernste und heitere D""‘ Knltnrbilder ans der Sndsec bin und empsehleu denen Besuch Ter Vorstand. Palmeng arten Frankfurt a.M. Große Blumen- u. Pflanzen-Aurstellung Chrysantlietnnittflor Sottntag, den 2. .November Eintritt,-vrei: vormittag- 20 'Bin., nadinüttnno 50 Big, Minöer die -halste. D” ie Annerod! Gasthaus zur Krone Morgen TonnerStag Schlachtfest 2)iittags von 2 Uhr ab Wellsleisch mit Mraut, von 5 Uhr ab Mctzelsuvve und nmrmc Wurst, wozu freundl. einladet 086661 K. Wallbott. Am Freitag, den 31. Oktober | findet in meinem Geschäft Kreuzplatz 5 der 1. Kostproben-Tag statt. 7151 Jeder Erwachsene erhält gratis Proben von „Sanitas-Brot“, „Sanitas-Butter“ und vegetarischem Fleisch. Eintritt frei. Kein Kaufzwang. Paul Scholz»Reformbaus Kre117.pl atz. 5. Union-Theater Seltersweg BI genannt imo Schmu,' >. kastchcn von Giehen. Tien Stag 28., Mittwoch 29., TonnerStag 30. u. Freitag 31. Ch. 1913 welt-§chlager- Programm! Blumenkorso! Herrl. yiaturauinnbuicn. Der Rachtbumntlcr. Hochkom.Szene, z.Pachen. 3Akte. Gros;. Schlager'. (sine Unglückliche.' Aufsehenerrcg. u. ergreif. Drama in 3 Elften. Ein «vranenichickiaP Ein Stuck wahres Vchctt. Wochenübersicht des Nnion-Thcaters 4,'euestes aus aller Welt: Mode, Svort ?c. Ein Tuchtas Stück Land! Entzückende Moinöbic Sachen ohne Ende :!' »roher$enfation$:$d)lagft! Tie Sätiqcriit! oder Vcnetianiichc Traume! Grofics Drama in 4Äkt en. Spannend von Anfang bis Ende. a”’iol Tic Tircftion. / Samstag, 8. Nov, WZ abends 8 llbr etijhingsffit ::: mit Ball ::: in Steins Garten. Wegen EinladnngS Karten zur Emführnng von Güsten wende man sich an den Bor fitzenden, Pöherstr. 18. [v*/to u. Damenvcreln Gabelsberger Donnerstag, 30. Cftobcr: Vereins Albend. Verteilung der Tivlome v. Verbands - Wettsdireiben. , h . (Sir üd Inh. Karl Ohm Wu Burggrabon 9. Täglich ab 7* , Uhr Konzert der bekannten Kapelle .Molin>ky- DV- Eintritt frei -en Sonntag- ab 3 , Uhr Liebigshöhe. Z TonncrntaiU lillljt: Kaffee-Konzert Dir.: Hermann Steingoetter. Mittwoch, d.29.^kt. 1913, abends 8 Uhr T*rVolks Vorstellung“Wt Bolkspreise' Bolkopreife! SerflijniusItutnQnt Lustspiel in l Akten von Karl Gutzkow. Ende 10'/. Uhr. (C»/*