Nr. 71 Erscheint tSgltch mit Ausnahme des Sonntags. Die .Fiehener ZamMenbiäUer" werden dem „Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das ^Lreirdlstt ftzr den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit* fragen" erscheinen monatlich zweimal. Drittes Blatt 163. Jahrgang Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Donnerstag, 27. Mürz 1913 Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen »Inioersitäts - Buch- und ©teinbtuderei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Driickerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51« Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzergerGießen. Aus Hessen. Die Revision der landstäudischen Geschäftsordnung. fJ. « rmstadt, 26. März. Der Sonder-Aus- schu st für die Revision der la n d st ä n d is ch e n Ge- scha ftsordnun g ist vom Kammerpräsidenten Köhler ^^rn^tag, den 5. April, z-u einer Sitzung einberufen R?0TT?n,weisen des Mitteldeutschen Arbeits- Mlchweisverbandes, die im Februar 1913 an das Kais. Stat Amt berichteten gegen 19 im Februar 1912), wurden 4968 (£>0701 männliche und 3730 (3582) weibliche Personen vermittelt, zusammen 8698 .8652). Hiervon entfallen aus Alzey 49 '( — i, Aschaffenburg 53 j 112), Bebra 62 (—), Bingen 68 (65), Butzbach 8 (—), Kassel 877 (866), Darmstadt 265 (330', Dieburg 13 (—), Frankfurt n. M. 3895 (4056., Friedberg 46 (49), (Gernsheim i. H. 2 2 , Gießen 111 (106), Groß-Karben 18 (—), Hanau a. M. 45 (27), Herborn 31 (13», Kreuznach 96 (45), Mainz 762 (733), Marburg 21 (5>, Offenbach n. M. 236 (2391, Weilburg 17 (13), Wetzlar 28 (39», Wiesbaden 1686 (1573), Witzenhausen 4 (2) und Worms 333 (357 . Nach Berufsgruppen getrennt wurden vermittelt: In den männlichen Abteilungen: Landwirtschaft 480 igegen 323 im Februar 1912), Meiatlgewerbe 507 615), Holzgewerbe 310 .3481, Industrie der RahrungS- und Genußmittel 72 (5(1, Berteidungs- vnd Reinigungsgewerbe 314 291 , Baugewerbe 307 .220 , Maschinisten, Heizer und Fabrikarbeiter 74 3 09 , Gast- u>id Schankwirtschaftsgewerbe 802 (939 v sonstige Lohnarbeit und häusliche Dienste 1832 (19651. In den weiblichen Abteilungen: Gelernte und angelernte Arbeiterinnen in Fabrikbetriebcn 83 (73), Be- tleidungs- und Reinigungsgewerbe 37 (26), Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe 352 (321), sonstige Lohnarbeit und häusliche Dienste 3225 (3131). Von den au den Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbaud berichteten nichtöffentlichen Arbeitsnachweisen wurden im Februar 1913 im ganzen 1158 Stellen vermittelt gegen 936 im Februar 1912. Von diesen 1158 Stellen entfallen auf Jnnungsarbeits- nachweise 278, auf Arbeitnchmernachweisc 321, auf paritätische Arbeitsnachweise 91 und auf Vtweinsarbcitsnachrvcise 468. Von den 13 an den Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband berichtenden größeren Ortskrankenkassen war der Bestand am 1. März 1913: 289 555 (gegen 270 535 am 1. März 1912); darunter waren 183 589 (173 235) versicherungspflichtige männliche Mitglieder, 73 340 V7 709) versicherungspflichtige weibliche Mitglieder, 10 456 (9595) freiwillige männliche Mitglieder und 22170 (19 996) freiwillige weibliche Mitglieder. Aus Stadt und Land. Gießen, 27. März 1913. ** Ansgler chsbei Hilfen im Bereich der preußisch- hessischen Staatsbahnen: Einnahmeausfälle, die ein Arbeiter durch die Beförderung zum Unterbeamten gegen sein bisheriges Lohneintommen erleidet, werden durch Beihilfen ausgeglichen. Diese schon seit Jahren bestehende Vergünstigung hat der Preußische Eisenbahnminister dahin erweitert, daß auch spätere Lohnzulagen, die der Betreffende erhalten haben würde, wenn er Arbeiter geblieben wäre, berücksichtigt werden dürfen und durch Beihilfen auszugleichen sind. Eine weitere Verbesserung ist in der Richtung angeordnet, daß die zur Pensionslasse gezahlten Beiträge, die bisher ebenso wie die Krankenkassenbeiträge von dem zum Vergleich herangezogenen Arbeiterlohneinkommen abgesetzt wurden, nicht mehr abzusetzen sind, wenn der Betreffende als Beamter die freiwillige Versicherung fortsetzt. Rachzahlung für rückliegende Zeiten findet nicht statt. ** Kollekte dos Hilfsvereins für die Geisteskranken in Hessen. Anläßlich der in diesen Tagen in unserer Stadt vor sich gehenden Jahreskollekte für den Hilfsverein ist es wohl am Platze, mit einigen Worten auf die Zwecke, die der Verein verfolgt, hinzuweiseu und der Sirte Ausdruck zu geben, es möge nicht gekargt werden, wenn die Sammelliste vorgelegt wird. Die des Vorjahres ergab in Gießen mit einer Anzahl von 900 Gebern den Betrag von 875,30 Mk., das ist eine verhältnismäßig gering zu nennende Summe, zumal, wenn man erwägt, welcher Nutzen unserer Stadt aus der Nachbarschaft einer der Landesheil- und Pstegeanstalten zufließt! Tie Anstalt ist mit 300 Krauten belegt und verpflegt außerdem gut ein halbes Hundert Angestellte. Binnen eines weiteren Jahres werden dort draußen annähernd 500 Personen leben, deren Verpflegung weit über 150 000 Mk. verschlingt, die zum größten Teil nach Gießen fließen. Schon diese Tatsache sollte genügen, um den Opfersinn der Stadt auzuregen. Besonders aber sollten die Bürger freigiebig die Hand öffnen, die als Lieferanten Beziehungen zur Anstalt unterhalten und großen Nutzen daraus haben. Der Hilfsverein, eine Gründung des 1910 verstorbenen Geheimrats Lud - wig in Heppenheim, bat im Vorjahr durch feine Kollekte die Summe von rund 30 500 Mk. in Hessen aufgebracht. Hinzu tarnen die Spende des hessischen Staates (zum Gedächtnis Ludwigs „Georg-Ludwig-Gedächtnisspende" genannt) von 1500 Mk., Beitrüge von Sparkassen und Vereinen, so daß einschließlich der Zinsen aus dem Vereinsvermögen dem Vorstand die Summe von 46 525 Mk. zur Verfügung stand. Sie erscheint manchem wohl zunächst sehr hoch- Aber im Vergleich zu den Aufgaben, die der darüarioen Fürsorge aus dem Gebiet der Bekämpfung der Otoi, die Geisteskrankheiten heraufführen, gestellt sind, ist sie keineswegs allzuhock bemessen. 2278 Geisteskranke befanden fid. am 1. März dieses Jahres in den vier hessischen Staatsanstallen in Pflege! Unendlich viele davon auf Kosten der Gemeinden. Für sie ist gesorgi! Aber wie mancher davon besitzt noch Verständnis für die traurige Lage, in die seine Erkrankung die Seinen gebracht hat, und wie trüb gestaltet sich das Loos so vieler unmündiger Kinder und nur in geringem Umfange erwerbskräftiger Frauen, die den Vater ober Gatten in ÄeisteS- uacl c versinken sahen, von Armenverbünden sich unterstützen lassen müssen, oder gar, zu stolz, als daß sie ihr Elend dein Armen Pfleger offenbaren möchten, darben und hungern. Man muß einmal in solche Verhältnisse geblickt haben, um ein sehen zu können, wie notwendig eS ist, private Hilfe zu organisieren und dem Unglück zu steuern. Und iucr hilsc dem unbemittelten, aus der Anstalt wieder hinaustretenden Rekonvaleszenten, der wieder schassen, die Seinen wieder erhalten, ihnen durch seine Krankheit erwachsene Einbuße wieder wett machen möchte? Mit Vor IDetterperioden. In älteren Kalendern Habet man Wettervoraussagen nach dem hunderijä.hrigen Kalender. Zugrunde liegt die naive Vorstellung, daß das Wecker sich in hundert Jahren genau wiederholt. Man witterte eine Periodizft ft des Wetterverlaufs, beschränkle sich aber darauf, eine willkürliche Zeitperiode anzunehmen. In früheren Zeiten wäre wohl die Zahl 7 oder 12 zu der Ehre einer Weiter- lenl'erin gelangt: im Zeitalter des dekadischen Zahlenshstems huldigt man der 100. I Tie ausblühende meteorologische Wissenschaft hat nun tatsächlich deutliche Wetterperioden festgestellt, eine elfjährige, die mit der periodischen Sonnentätigkeit «Sonnenflecken) zusammen- sällt und eine dreijährige, von der der namhafte Meteorologe Brüak (Batavia) annimmt, daß sie rein irdischen Ursprungs ist. Es wechseln Zeiten, in denen die Gegensätze zwischen den Maxima und Minima des Luftdrucks stark ausgeprägt sind, die Hochdruckgebiete also fcljr hohen, die Tiefdruckgebiete sehr niedrigen Luftdruck aufweiseu, mit Zeiten einer Abflachung des Luftdrucks. Tie Luftzirkulation und damit die Niederschlagsmenge ist im ersten Falle 'bedeutend größer als int zweiten. Die dreijährige Wetter- Periode wird sehr hübsch durch die Salzproduktion in Madura (Java> illustriert. In jedem dritten Jahre ist die Menge des dort durch Verdunstung gewonnenen Salzes besonders groß, weil die Lufttrockenheit in diesen Jahren ein Maximum zeigt, also eine dreijährige ^enobe hat, die in jenen Gegenden besonders deutlich ausgeprägt ist. Beobachtungen der Niederschlagsmenge (Reaenhöhe) haben zur (Festellung noch liirzerer Perioden geführt. Es fiat den Anschein, als ob unser Er oall von vier Wetterwellen umkreist wird, deren größte die Länge des Erdumfangs besitzt: die andern verhalten 'sich dazu wie Obentönc zum Grundton (V2, Va, Vi des.Erdumfangs). Aese Wetterwellen schreiten von Westen nach Osten fort. Bekanntlich wmrdern auch die Hochs und dje Tiefs in dieser Richtung. Am deutlichsten ist die kürzeste, die siebentägige Welle ausgeprägt, die längste hat eine Schwingungsdauer von etwa , 27 Tagen. Da nun der siderischc Monat 27 Tage hat, ist, die Beziehung dieser Wellen zur Mondbewegung sehr wahrscheinlich geworden. Durch die U ebereinander lag ermtg aller dieser Wetter- perioden entsteht das überaus wechselvolle Bild der Wetterlage, die sich mit einiger Sicherheit nur etwa 24 Stunden Voraussagen läßt. * Ö. K. — Das Germa ni sche M u seum in Nürnberg, das jetzt durch umsMrgreiche Neubauten erweitert werden soll, hat seit bem letzten Herbst eine Fülle wertvoller Neuerwerbungen gemacht, über die in der Kunstchronik berichtet wird. Tie kostbarste ist eine Madonna mit Kind von H a n. s Bal - düng-Grün aus bem1 Jahre 1530, ein Gemälde von starker Wirkung, das vor allem seine kraftvolle Lösung von der Thpik des Mittelalters zeigt. Das bebeutenbe Bild befanb sich früher in der Galerie Liechtenstein und konnte aus beut Pariser Kunst- hairdel für Teutschland zurückgewonnen werben. Etwa aus der gleichen Zeit stamm: ein künstlerisch geringeres Bild der Donau- Schule, eine Szene aus der Legende des Apostels Philippus. Ferner ^wurden erworben ein Tafelbild, wahrscheinlich der Erfurter Schule aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, mit der Darstellung der Tornenkrönung und 4 große, trefflich er- haltenc und eindrucksvolle Pai'sionsbilder eines Flügelaltars von etwa 1470 aus Bozener Privatbesitz. Ein Brustbild K arte V., ein Geschenk des Kaisers Franz Josef, ist eine vorzügliche alte Kopie eines wohl verlorenen bedeutenden Originals von etwa 1530. Unter den Erwerbungen von plastischen Werken werden hervor- geboben_ctnc Beweinung Christi aus Lindenholz mit reich- lichen Spuren alter Bemalung, Anfang des 16. Jahrhunderts, ein Sandsteinrelief des heiligen Antonius, um' 1530, ein Epitaph des 1554 gestorbenen Abtes Johannes Menger von bem1 Eichstätter Meister Loh Hering, und hervorragende Werke der Kleinplastil. In die kunstgewerbliche Abteilung kamen die Stücke eines bei Pretzfeld geinad ten Silbers un des aus der Zeit der Spätrenaissance, lräftig geschnitztes Chorgestühl von 1640 und wissenschaftliche Instrumente. Auch drei geschlossene Sammlungen vermehrten die Bestände des Museums, eine von prä - historischen Funden aus Thalmässing und Umgebung, eine äußerst interessante Sammlung von B i s m a r ck - K a r i k a t u - r c 11 (4481 Nummern), ein Geschenk des Verlagsbuchhändlers Kalatsch, und etwa 1000 Bände und Faszikel wertvoller "Drucke und Handschriften aus den Beständen der alten Fürther Stadt- bchliothek. — Das Dreikörper-Problem. Seit den Tagen Newtons, also seit wohlgezählten zwei Jahrhunderten, bemühten sich eine Reihe der hervorragenden Mathematiker und Astronomen um die Lösung des fundamentalen Problems, wie sich das Gesetz der Anziehung dreier Körper wissenschaftlich genau ausdrücken ließe. Bekanntlich hatte der scharfsinnige Engländer in seiner Theorie über die Gravitation den epochemachettden Satz ausgesprochen, daß die Körper sich mit einer Kraft anziehen, die im Verhältnis steht zu ihrer Masse und zum Quadrat ihrer gegenseitigen Entfernung. Dieses Gesetz, das sich in den Bewegungen der Sterne und dem Verlaus ihrer Bahnen bis in die Tiefen des Weltenraumes bestätigt finbet, gilt seitdem als allgemeinstes Prinzip der Astronomie. Auf zwei Weltkörper au- geroenbet gibt seine Formel Ergebnisse von absoluter Exaktheit: die Schwierigkeiten (z. B. für die Vorausberechnung der Sternenbahnen) beginnen erst da, wo drei und mehr Gestirne in solcher Nähe um- ober nebeneinanber kreisen, daß sie sich gegenfeitig beeinflussen. Tie auf diese Weise entstehenden „Störungen" entzogen sich bisher her sicheren Kontrolle und gaben Veranlassung zu verwickelten mathematischen Berechnungen, die immer nur „ungefähr richtige" Resultate ermöglichten — fügen wir hinzu, um gerecht zu fein: Resultate, bereu hoher praktischer Wert außer Zweifel steht und bem Scharfsinn zMreicher Männer der urteilen begegnen ihm! fo viele. So oft wird er gemieden und findet keine Erwerbsgelegenheit. Hier gilt es, tatkräftig bei- zuspringen, nirgendwo entzieht man sich mehr dieser Nächsten psticht: die Gründung zahlreicher Jrrenhilssvereine an anderen Stellen im Deutschen Reich beweist es. Viele wissen nicht einmal, daß es Vereine gibt, die diesen Zweck verfolgen, und die gern reichlich spenden würden, wenn sie nur davon hören. An sie Wenden sich diese Zeilen besonders! Aber auch an jene, die scckbst einmal an sich erfahren haben, was Geisteskrankheit bedeutet oder ihre Angehörigen leiden sahen. Viel wird gesammelt in unseren Tagen für fo manche Tinge, die uns recht fern liegen: hier wirb etwas erbeten, was zu gewähren einer sozialen Pflicht gleichkomml! Möge unsere Stadt mit dem Ergebnis der diesjährigen Kollekte des Hilfsvereins für die (Geisteskranken an der Spitze der hessischen Städte stehen. Wir hatten Tausende zu schenlcn am Margueritemage des Vorjahres. Trotz aller ander welliger Sammlungen für andere Zwecke. Möchten wir nun auch dem Hilfsverein gegenüber uns liberal erweisen und seine Zwecke durch eine reichliche Spende fördern. Kreis Alsfeld. (x) Elpenrod, 26. März. Ein von hier gebürtiger Knecht hatte in der Wetteran bei einer H crrscho.fi vierzig Jahre im Dienste gestanden Der Knecht mar nicht arm, sondern hatte auf einer Oberhess. Kasse ein Vermögen von 15 000 Mark stehen. Jetzt nach seinem Tode fand Testamentserössnung statt; er hatte die Tochter seiner D i en st he r r s ch a f t zur alleinigen Erbin eingesetzt. Kreis Lauterbach. = Lauterbach, 26. März. Der W a n d e r k 11 r s u s der Zenttale für Mutter- und Säuglingsfürsorge über Pflege und Ernährung des Kindes in den beiden ersten Lebensjahren wurde im ganzen von 102 Frauen und Mädchen besucht. Der Kursus wurde an 12 Tagen mit je einer Nachmittags- und einer Abendunterrichtssttinde gehalten. An den Nachmittagsstunden nahmen 33 und an den Abendstunden 69 Besucherinnen Teil, die den Belehrungen und praktischen Unterweisungen der Wander lehrerin Schwester Hedwig Below mit lebhaftem Interesse folgten. Am Schluß des Kursus wurden durch Frau Kreisrat v. Bechtold 57 Teilnehmerinnen Bescheinigungen über regelmäßigen Besuch des Kursus überreicht. Am 30. März beginnt ein gleicher Kursus in Schotte n. d. Crainfeld, 26. März. Das A n w e fe 11 des Schreiner meisters Rahn wurde heute nachmittag ein R a 11 b bei F l a m men. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht aufgeklärt. Bei dem starken Sturm hätte leicht eine große Feuers brunft entstehen können, nur dem Umstande, daß das Haus etwas abseits steht, ist es zu verdanken, daß das Feuer auf feinen Herd beschränkt blieb. Kreis Schotten. * Di e im Vogelsberg heimische Schindelban - w e 1 s e. Kreisbauinspektor Witzler- Friedberg teilt in der „Heimatlichen Bauweise" mit: Tie früher gerade im Vogelsberg heimische Schindelbauweife ist noch in fast allen Orten des Kreises Schotten in zahlreichen Ausführungen anzntreffen. Leider wird diese Bauweise heute so wenig angewendet, daß Scknndelvertleidungen bei Neubauten von Privaten nur noch vereinzelt ausgeführt werden. ES ist dies einesteils auf die Ausdehnung der Backsteinindnsttie, andernteilS wohl auch ans die diese Bauweise beschränkenden baupolizeilichen Vorschriften der Bauordnung zurückzuführen. Auch hat der Ze ment ft ein (Schlackenstein) in vielen Gemeinden des Vogelsbergs eine große Verbreitung gefunden, )vas um so mehr zu bedauern ist, als durch die zahlreichen Nöuherstellnngen von Umfangswänden und Neubauausftihrungeit mit diesem eintönigen und kalten Material die früher so ansprechenden, belebten und traulichen Ortsbilder geradezu zerstört werden. Für die hiergegen gerichteten Ermahnungen der Baubehörden ist kein Verständnis zu finden, so daß die auf Wiedereinführung der Schindelbauweisc gerichteten Bestrebungen meist ohne Erfolg find. Eine gesetzliche Handhabe, durch die der Bauherr zur Anwendung dieser Bauweise veranlaßt werden könnte, besteht leider nicht. Um so mehr kann die vom Ministerium des Innern gegebene Anregung auf Erhaltung der Schindelindustrie nur mit Freuden begrüßt werden. Wissenschaft ein glänzeirdes Zeugnis aus stellen. Die wirkliche marhematisch-exakte Lösung des „Dreikörper-Problems" ist aber erst jetzt gelungen. Sie knüpft sich an den Namen des fimtläTtbiüben Gelehrten Karl Sundman, der kürzlich seine dahingel-eichen Forschungen, ohne viel Aussehens zu machen, in einer skandinavischen Zeitschrift veröffentlichte. Die wichttge Eittdeckmrg, die einen neuen Triumph der modernen Wissensck>aft bedeutet, wäre vielleicht lange Zeit unbefannt geblieben, wenn nicht der hervorragende Mathe- maiiter Emile Picard, Mitglied der französischen Mademie der Wissenschaften, sofort ihren Wert erkannt und auf sie aufmerksam gemacht hätte: wir verdanken so diesem k^eleh-rten, daß die „Chronik von der llnbanfbarfeit der Zeitgenossen" nicht um einen neuen, int Hinblick auf die Bedeutung des gelösten Problems besonders krassen Fall bereichert worden ist. ff. Wie man das Getreide a u s den Halm drischt. „Man muß nicht das Feld zur Dreschntaschine bringen, sondern die Dreschmaschine zum Felde, noch besser zum einzelnen Halme" — das ist der Grundsatz, nach dem der Amerikaner eine Dreschmaschine gebaut hat, die das Korn auf dem Halm drisckst. Drei Jahre hindurch hat der Erfinder seine Älaschine in Betrieb gehabt, und die Ersparnisse an Zeit, Arbeitskräften usw. sind dabei ganz erstaunlich, wie ein Aufsatz im „Technical World Magazine" zeigt. Die,Arbeitsweise der neuen Dreschmaschine ist, kurz zusammeu- gesaßt, folgende: während die Maschine so schnell, wie die Pferde sie im Schritt ziehen können, fortbewegt wird, treibt ein Gebläse die Aehren gegen eine gezähnte Trommel, die die Körner aus den Aehren herausdrückt: das so vorgedroschene Korn gelangt dann durch ein kleines Hebewerk zwischen das Gettiebe einer zweiten Trommel, das die abgerissenen Aehren vollkommen leer drischt, ein weiterer Luftstrom des Gebläses trennt die Spreu von dem Korn, und das fertige Korn wird in Säcke geleitet. Zur Bedienung der Maschine sind nur zwei Mann nötig, von betten einer die vier nötigen Pferde zu beaufsichtigen hat, während der andere den Dreschmotor irr Ordtrung hält und die gefüllten Kornsäcke zu bindet und auflädt. Baltvitr hat mit dieser Maschine innerhalb einer Woche die Ernte eines Haferfeldes von 160 Aeckern 'der Acker zu 40 Ar) mit zwei Arbeiten: und vier Pferden bewältigen können. Bei den gewaltigen Flächen, die in den Bereinigten Staaten mit Kon: bebaut werden, rechnet er eine Jahresersparnis von 30 Mil Honen Dollars heraus. — Schillers „Räitber" auf hist0ri f chem Boden. Auf der Hohe über Stuttgart, int Bopferwald, wo der Dichter auch msgeheim sein ErstlmgsWerk in: Kreise der Freunde von der Karlsschule vortntg, soll in diesem Jahre nach dem Plane des Hofschauspielers B. Peschel eine Freilichtbühne für die Auf fübrung der „Räuber" erstehen. Die Mitglieder des Hoftheaters uni) die Studeittenfck-aft der Tecchnscheu Hockxschule werben imb wirke::. Für bi« Dluffühnmgen sind bie Monate J:mi und Juli in Aussicht genommen. Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«. Wetter Z-S 2 März 38 60 88 Sonnenschein Bew. Pimmel Bed. Himmel E NNE 26, 26, 27. 4,1 5.2 1 10 März 191) s« 5$ C 9n 7Sk "-9- 85 L tS zv fördern. Zu bitftin Zwecke wurde ein aus drei babndfnt lab zwei schweizerischen Berrraern zusammengesetztesKomitee gewählt, das die iwr deren en den Maßnalmicn in dieser Angelegenheit mög lichst rasch in die Hand nehmen soll. 4- 12,9*0. + Verlag von Emil Roth, Gießen Preis 1 M. Gerade durch dieses Gesetz ist ein solcher „Führer" lvertvoll und wichtig, um es mit seinen vielen Zweifelsfragen allgemein verständlich zu machen. Dem Verfasser ist das in vortrefflicher Weise gelungen: in leichwerständlicher und übersichtlicher Darstellung crläutnt er die neuen Bestimmungen daraus in der zweckmäßigsten Form. Nicht nur jeder Angestellte, jeder geschäftliche und iitbuüneUe Betrieb und dessen Leiter wird wie die vielen Vereine Mw. diese praktische brauchbare Zusammenstellung mit Freude begrüben und kaufen. Auch die Beisitzer der Renten-Ausschüssc uiw Schieds- gerichte werden für ihre Praxis die Darstellung mit Vorteil benutzen. Mattle. Limburg a. d. Lahn, 26. Mörz. Frucht markt. Durchschnittspreis pro Platter. Roter Weizen luaffauischer) 16,80 Mk. weißer Weizen (anqebaute Fremdsorten) 16,30 •** L, float 12,70 Mk. Gerste: öuttergerste 10,50 Alk., Braugerste 0,00— 0.00 Mk., üafet 7,00—9/0 Alk., Saat 10,50 Mk., Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln 4,00 bis 5,00 Mk. ■26. 26. Höchste Temperatur am 26. Niedrigste , • 25. Niederschlag: 1,1 mm. ständen 15 bis 21 Tage. i Die Schutzimpfung nach Pasteur ergab so gute Resultate, datz heute in den meisten Staaten Anstalten eingerichtet Utto, in denen die Impfung nach Pasteurs Angaben ausgesuhrt wird. Das Verfahren von Pasteur hat fick als durchaus wirksam erwiesen: aber ihm hasten zwei Mängel an: die umständliche Herstellung der Impsstofse und die lange Dauer der Behandlung. Die im Kaiser-Wilhelm-Institut zu Bromberg angestellten Versuche gingen darauf aus, ein Verfahren zu finden, bei dem eine möglichst nur einmalige Anwendung zum <2cbn(i genügt. Jahre hindurch zeitigten die groß angelegten Versuche keinen positiven Erfolg. Jetzt ist es Tr. Pfeiler gelungen, eine Methode auszuarbeiten, die mit Wut infizierte Tiere bei nur einmaliger Anwendung sicher gegen den Ausbruch der Tollwut schützt. Aus dem Blut' von allmählich an das Wutgift gewöhnten Tieren stellt er Serum her und spritzt dieses direkt in den Rückenmarks- kanal ein. Wie schon erwähnt, ist nach Pasteurs Untersuchungen der Hauptsitz des Wutgiftes Gehirn und Rückenmark, anjneiei Stelle mutz auch nach Dr. Pfeilers Forschungen das u f a ntm c n f u n f t ab. Am 3. Psingst- feiertng werden Oie Lehrer, die 1859 vom Seminm abgingen, eine Zusammenkunft haben. Sie iverbat dann die Lehrer, pte 1858 und 1860 abgingen, einlaben. Starkenburg und Rheinhessen. = Offenbach, 25. März Unter Bezugnahme auf die am 13. Dezember v. 3 an den Oberbürgermeister der Stadt Offenbach ergangene Eingabe der Handelskammer zu Offenbach hat nunmehr die Handelskammer zu Hamm an den Regierungspräsidenten zu Dassel da: Erjuä>en gerichtet, daraus hinzuwirken, datz die Preutz. Staatsregierung wegen der Aufhebung des Brückcngcl- b e •? a ii i d e r M n i n b r ü d c b c i C f f e n b a d) nut der Hessischen Regierung in Verbindung trete. Die Handelskammer Hanau hat der Handelskammer Offenbach mitgeteilt, datz der Landrat zu yiaitaii und da .- Bürgermeisteramt zu Fechenheim die Unterstützung der Angelegeul>eit zugesagt laben. Abschriften ihrer Eingabe bat dir Handel.lammer zu Hanau auch dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe, sowie dem Hanauer Landtagsabgeordneten übersandt. kirchliche Nachrichten. Israelitische Rcltgionsgcmcin&e. Gottesdienst in der Spnagogc (Süd-Anlage), SamS tag, den 29. März 1913: Vorab end: 6.30 Uhr. Morg ens: 9.00 Uhr. Predigt. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 7.40 Uhr. Israelitische Reliaionrgesellfchaft. Sotterdienst. Sabbatkeier am 29. März 1913; Freitag abend 6.25 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbal-AuSgang 7.40 Uhr. Wochengottesdienst: Plorgens 6.30, abends 7.45. Bietzet die Schindeluna doch bei richtiger und solid ausgeführker. Arbeit den Außenwänden nicht nur sicheren schütz gegen die mifetifn Niederschläge und Witteningsernflüsse, sondern auch nee unschätzbare Abwehr der hier im Vogelsberg herrschenden starken •'sturmrombc, die durch röte Holzfachwcrfwanb allein nicht ab» gehalten werden können. Die Herstellung der Schindeln cmotiehtt iim in unserer Geqenb aus dem hier zu Lande gewachsenen Buchen holz: die ans Eichenholz gefertigten Schindeln werten mb m der Sonnenhitze zu leicht, auch ist die Anfertigung «ms Eicken Holz sclpvieriger uno kostspieliger. Daher sind Oberheffeil die Eichenholzscknndelu nur selten anzutreffen. Die ednnbclbretttben werden in verschiedenen Breiten angefertigt, am häutigsten werben solche non 6—10 Zentimeter Breite und 20—2.) Zentimeter Länge verwendet Als Unterlage für die Schindclverklcibungcn dienen Schalbretter ober etwa einen Zentimeter dicke, rauhe, tannene Riemen von AlZsfchutzholz, die am zweckmatnaften nicht in die Gefache zwischen d,e dolzpfosten, sondern aus letztere gc- nagelt weroen Tas Austragen der zwischen den Reihen der möÄÜim Schalbretter verbleibenoen Zwischenräumc mit Lehmober Kalkmörtel ist zu verwerfen, ba dieses Vertahren leicht Anlaß zu Schwamm bildungen gibt Die durch die mchtschlletzenben Fugen bei Schindelung durchschlagende Feuchtigkeit wird fönst non dem Mörtel aufgesogen und kann alsdann durch die darüber liegende Schindeldeckc nicht so leicht ausdunsten und austrocknen, wodurch die Schwammlnldung auf dem Fachwerk bcgünlhgt wirb. Es empfiehlt sich daher sehr, die Zwischenräume zwischen den Schalbrettern oifen zu lassen, so datz die Luft hinter der schindel ung durchstreichen kann. Vor dem Autnageln werden die Schindelbrettchen am besten mit heitzern Leinöl getränkt, weil damit auch die überdeckten Schindelflächen gegen bie (rinroirtung der Witterung geschützt werden. Wird alsdann aut die fertige Scknvdelverkleidung noch ein kräftiger Lelfarbenanstrich m dünnen Lagen ausgetragen, so wird das Eindringen von Feuchtigkeit in die Außenwand verhindert. Eine Erneuerung des Anstrichs ist oann nur alle 12 Fahre erforderlich. Fn ästhetischer Beziehung ist die, Wirkung von beschindelten Gebäudeflächen eutc sehr gute .ii nennen. Selbst wenn Gebäude nur auf einer Seite -gewöhn- iirh auf der Wetterseite । mit Schindeln verkleidet werden, wird rin gefälliges Aussehen erzielt, da diese Ausführung stets die Bauart des Hauses ertennen lätzt. Bei mehreren, ,m hiesigen Kreis vorgesehenen Schulhausneubauten wird die . worden: uv ei neue Linien wurden gesckasfen. Vier zehn Damen uno Herren, bic sich an miiidestenS neun Wanderungen octcilint Ixibai, werden WanderauSzeick nungeit eilxüten. Ten Kassenberul- erstattete ber Rechner, Zeichenlehrer Roth»Friedberg. Der Kafsendesiaiib 1-eträgi 1321,01 Bi I Außerdem ist der Turm baufonds für einen Aussiä istttrm auf dem Steinkopf auf 1400,70 Mark angeivacksen Der Wanderplan für 1913 1914 itnirbc wie folgt festgeinu 2ii JUnril: Nidda Büdingen: 18 Mai: Assen- beim Wickstadier Wald Engeltal Ost beim: 14. und 15. Juni: Vermischte». * Eine neue deut s ch c Schnellzugs strecke. Die Fahrplane unserer Eisenbahnverwaltung sind so durchgebildet, daß wohl fast alle Strecken mit Schnellzügen bedackst sind, die dafür in Frage lomrncn. Es kommt verlstiltnismäßig selten vor, baß eine Hauptsttecle jetzt zum erstenmal Schnellzüge erbatL Nach längerer Pause wnd dies zum erstenmal wieder am 1. Mai mit der Einführung des Soinmcrfahrplans der Fall sein. Es ist dafür dic Strecke von Ottbergcn über Bodenfelde nach Northeim in Aussicht genommen. Tie Eiscnbahnver- maltung beabsichtigt neue Eilzüge zwischen Allcnbccken und Valle einzurichten. Es wirb daburch eine durchgehende Schnellzugs- Verbindung auch nach und von Dortmund, Essen, Münster, Elberfeld und Köln hcrgeftellt. Auch Kassel hat Anschlüsfc an die neuen Züge erhalten. _ _ * E i n Vulkanausbruch in Alaska. Die großen Berge von Alaska, die in mehreren Gipfeln die Höhe von 6000 Pietern nahezu erreichen und im Mac Kinley-Berg sogar über treffen, weisen nur noch geringe Spuren vulkanischer Tätipkctt auf und lassen einen wirklichen Ausbruch kaum nock) besiirchten Erst seit neuester Zeit weiß man, datz cs an solchen Natur crcignissen in Alaska nicht ganz fehlt. Der letzte Bericht der amerikanischen (^escllschast für Erdbcbenforschung hat fetzt die Mitteilungen von zwei Reuenden veröffentlicht, die die folgen eines im Juni vorigen Jahres erfolgten Vulkanausbruchs ut Alaska beobachtet haben. Der Berg, von dem er ausging, heilst Matmai und ist ein verhältnismäßig unbedeutender Gipfel von etwa 1500 Meter Höhe. Auch er galt bisl>er als erloschen Am 6. 3um sahen mehrere Leute auf der kleinen Insel Kvdiak aus einer Entfernung von etwa 40 Kilometern einen gewaltigen Aschenregen aus binem Gipfel iKroorgchcn, der drei ganze Tage mit großer Hcftigleit anhielt Tie benachbarte Ortschaft Katmai, dic einige Wochen später besucht wurde, >var über cm Meter in A sck c begraben, und auch aut der K o b i a ft ni e l häufte sich bie Asche über einen Fuß hock) an Ter Vulkan ilt leit- bem ui Tätigkeit geblieben und hat am 19. August unb am 25 Oktober »mitere Ausbrüche gezeigt, dic gleichfalls ziemlich heftig ausfielen. Scitdeni sind keine weiteren Nachrichten mehr cin- gegangen. I t!ll = 8 LZ '47,3! 12,5 '■44,0 55 <44,1 3,5 Wiesbaden Scktaugen. nv Ihbcrnadtteiii RhcnU»öhemvtg Hall- aar teuer Zange Rüdes beim; 6. Juli Spinnerei Hobe Mark— ,vuct>?tam - Eppstein 17 frugun Ostheiirn Hock Weisel Haus- berg Bobenrod Ez'ckbach llfiugm ii September Groß Um stobt Breuberg Otzberg Zipfen Wiebelsbach Haibach; ,19. Oktober: 5ahbanini 'Biopcrtsburg- - Lauback»—Grünberg: *9 November: Steinfurth—Münzenberg Bellcr-.heim—Dohnbach Eckzcll Reichelsheim: 7 Dezember: L'aubackr- Hokerodskovf — Scholten: I. Januar. Feldberg: 15. Februar: Rodheini a. Bieber - Dunsbcrg OKeiberg—Metzen: 15. Mörz: Ober Ros» bach—Wmtei stein -Friedberg. Arbeiterdeweguny. OK Alsfeld, 26 März Dir orgarn icrten Schneider der Finna N. Svier Sohne, di am ' 4. März wegen Lohn- differenzen in Ausstand getreten waren, dav- i sich mst der genannten Finna verständigt und dabei eine E-rhohuna bei ioVne erreicht. Morgen werden sie die Arbest wieder «mtnehmen. Wert! Marine Georg A. Jasmatzi A.-G., Dresden Größte deuteche Cigarettenfabrik.