W1 1 Erstes Blatt 165. Jahrgang 5 Gerichlssaal": K. Neu- n welch' 31 'n jt P Z3 RI |CS e c. nette Stifb'fütc! gefährden, aber Reichsregierung einer Revision „Stadt und Heß; für den Die heutige Nummer umsaht 20 Seiten. ie1 it il fr je trrcr es, daß er an die Oeffentlichkeit gebracht wurde. Und wenn es nun heißt, daß in der letzten Woche, auf die Enthüllung hin, die Aktien der Gesellschaft an der Berliner Börse um mehr als 20 Prozent zurückgegangen seien, so wird das hoffentlich ganz allgemein als eine heilsame Lehre wirken. — wird zwar die Wehrvorlage nicht doch unzweifelhaft bewirken, daß die ttnrM « (M schn Butter-K :nb 15 KG lich Beifall. Mit diesen Festspielen hat die Darmstädter Hof- bühne bewiesen, daß sie in die vorderste Reihe der deutschen Bühnen gehört. Das ist vor allem das Werk des neuen Generaldirektors Dr. Eger. iggon V tat »M. t 16 stütf | 66-140 Wg L « n- Ü-» ZrühlingLfeftspiele in Darmstadt. bs. Darmstadt, 25'. April. Die Darmstädter Frühlingsfestspiele schlossen gestern mit einer Aufführung der „Götterdämmerung". Wie die vorhergehenden Abende, so bot auch der gestrige wieder einen fast ungetrübten künstlerischen Genuß. "Das Orchester unter der Leitung des Münchener Generalmusikdirektors Bruno Walter erschöpfte die Schönheiten des Werkes restlos, wenn man von einigen kleinen Unebenheiten bei den Bläsern absieht. Ganz besonders gestaltete sich der zweite Akt zu einer künstlerischen Offenbarung, wozu die Szenerie (Regieführer Herr Lert) gerade dieses, Aufzuges wesentlich beitrug. Ter Chor der Mannen n>ar von einer selten gesehenen Beweglichkeit. Hier waren Menschen auf die Bühne gebracht, die wirklich Anteil nahmen an dem Geschick der Gibichun- gen. Auch der erste Auszug mit seiner stimmungsvollen Nornen- szene hinterließ einen tiefen Eindruck. Im letzten Auszug, der überall unter technischen Schwierigkeiten zu leiden hat, störten auch hier einige Mängel, die aber den künstlerischen Wert selbst nickst beeinträchtigten. Von den darstellenden Künstlern trat besonders Frau M e tz - ger-Lattermann als erste Norn uni) als Waltraute in den Vordergrund. Sie überragte stimmlich alle, die nm sie waren. In einem gewissen Abstande von ihr und trotzdem hohen Anforderungen genügend, war Frau Mottl-Faßbender als Brünhilde. Die (Stimme der Frau Faßbender hat ihre Jugendfrische hinter sich. Der Künstlerin gelang es aber, das Manko ihrer stimmlichen Begabung durch eine gereifte Darstellung zu ersetzen. Den Siegfried sang Herr Modest Menzinskh vom Kölner Opernhaus, dessen wenig reizvolles Organ bei 'lyrisck>en Stellen besonders auffällt. Wie aber im „Siegfried" so war der Künstler auch in der „Götterdämmerung" als Darsteller nur wenigen vergleichbar. Für ein in letzter Stunde erkrankten Herrn Weber sang Herr B r e i t e n f e l d .vom Frankfurter Opernhaus den Gunther und führte seine Partie mit Auszeichnung durch. Den Hagen sang Herr Stephani, der diese Partie zu seinen besten zählen darf. Frl. Gepersbach stattete ihre Gutrune mit zarter Mädchenhaftigkeit aus, entsprach aber in gesanglicher Hinsicht nicht dem, was man von ihr erwarten darf. Es schleichen sich zu leicht flache Töne bei dieser Sängerin ein. Von wunderbarer Klangschönheit waren die Nheintöchterszenen. Die Damen Jacobs, Kallensee und Jüttner dürfen ein ganz besonderes Lob bean- spruchen. Das Publikum zollte mit dein Großherzogspaar an der Spitze den Darstellern und vor allem dem ttefsliclstn Dirigenten reich— Das Ende einer Bühne. Man schreibt uns aus Düsseldorf: Das Lustspielhaus, dessen Glanzzeit in die Herrschst des Direktors Charle fiel, daS große künstlerische, aber geringe finanzielle Erfolge unter der Leitung von Hans Sturm und Hans Schreiner hatte, wird jetzt unter der Direktion Arnim ein wenig rühmliches Ende nehmen. Die Enge des zwischen Häusern eingekeilten Theaters und namentlich der Bühne legte der Regie die nachteiligsten künstlerischen Beschränkungen auf. Dazu mußten die Schauspieler zeitweilig, wenn sie von einer Seite der Bühne zur andern zu gehen hatten, den Hof überschreiten, so daß die Gesundheit der Bühnenmitglieder auf das Schwerste gefährdet war. Tie Baupolizei, die schon des öfteren dem Theater allerlei Auflagen gemacht hatte, hat sich nun zu einem' entscheidenden Sdjiritt entschlossen und die Einstellung oeS Betriebes gefordert. Am 1. Mai wird das Lustspielhaus geschlossen. Ob es' je wieder geöffnet werden wird, ist sehr fraglich), denn die bauliche Erweiterung würde große Kosten machen und es dürfte niemand Lust haben, für diese Bühne sein Geld dem vielen andern nachzuwerfen. Hs. (ff) T i e neue Flagge der Vereinigten Staaten. Jedes Mal, wenn die Vereinigten Staaten ein neues Mitglied in ihren Bund aufnehmdn, muß die Anzahl der Sterne des Sternenbanners um eine Einl-cit erhöht werden, und so ist im vergangenen Jahre, als Arizona und Neu-Mexiko hinznkamen, die Anzahl der Sterne aus 48 gestiegen. Diese 48 Sterne sind gegenwärtig in sechs Reihen zu je achten angebracht. 1 Die Anordnung wirkt aber unschön, außerdem aber ist eine weitere Ver- nnhrung der Anzahl der Sterne nicht möglich, ohne daß eine Verkleinerung der Sterne vorgenommen wird. Die Vereinigten Staaten suchen nun seit einiger Zeit nach einer neuen Form der Anordnung, und der Entwurf einer neuen Flagge, die den amerikanischen Historiker Wahne Whipple zum' Urheber hat, tjat gewisse Aussicht, amtlich angenommen zu werden, denn das Kriegsministe- riunr, die zuständige Instanz in dieser Frage, hat den Entwurf bereits gutgelstißeu. Die dreizehn Streifen sind bei der neuen Flagge unverändert gelassen, während die 48 Sterne eine neue symmetrische Anordnung gefunden haben. In der Mitte des Eckfeldes sind 13 Sterne in Form! eines sechseckigen Sternes an- geordnet. Tie dreizehn ist aus demselben Grunde für die inneren Sterne gewählt worden, wie einst für die «Anzahl der Streifen, weil dreizehn Staaten den ältesten Kern der heutigen Union bilden. ihre Beziehungen zur Firma Knipp unterzieht. Denn sie will doch nicht von Indiskretionen, die Herr Hugenberg für erlaubt hält, hinter's Licht geführt und übervorteilt werden. Wie die Regierung vorzngehen jae st, ls n at Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. v - ... - • ???“ sSSsSmmZ Rotationsdruck und Verlag der Vriilft'schen Umv.-Vuch- und 5teindruckerei K. Lange. Redaktion. Expedition und Druckerei: Schuipratze 7. Land":'E. - bis vormittags o Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Samstag, 26. Apul M Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel- r jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährt, ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pj., auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August s d v, T g d »Ui MD M ...-V Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und -it Ä 'er K'A iiigört11 w 46 M tb’ ie n T, tb ste ’C i) 1 i Übiflk Diese Anordmmg von 13 Sternen zeigt auch das Staatssiegel und die Präfidentenflagge. Um diesen sechsseitigen Stern herum, ist bei dem neuen Entwurf ein Kreis aus 25 Sternen gelegt, der daran erinnern soll, daß innerhalb des ersten Jahrhunderts der Gefckückte der Union, von 1776 bis 1876, 25 neue Staaten angegliedert wurden. Washington ist das Vorbild, auf das sich Whipple hierbei beruft, brnn Washington I>at eine Flagge entworfen, die die Sterne, damals dreizehn an der Zahl, int Kreise zeigt. Um' diesen Kreis herum sind die übrigen Sterne — gegen- wärtig zehn — symmetrisch anzuordneu, und diese Verteilung der Sterne rnächt die Hinzufügrtng weiterer Einheiten zu dem äußersten, lockeren Kreise leicht, sobald ein neuer Staat in den Staatenbund eintritt. — Ein P rozeß unt den Quo vadis-Film. ' Wie „Politiken" mitteilt, hat Henryk Sienkiewiez eine Klage gegen die Filmftrrna angestrengt, die seinen großen Roman „Quo vadis" kinematographisch aufgenommen hatte. Die Aufnahme dieses Riesenfilms, bei der eine Menge von Löwen usw. in Aktion treten mußte, hat nicht weniger als 400 000 Mk. gekostet. Mer die italienische Cines-Gesellschaft hat bisher das ansehnliche Opfer, das sie ftir „Quo vadis" riskiert hatte, nicht zu bereuen. Allein in Deutschland hat der Film bereits einen Reingewinn gebracht, der sämtliche Unkosten reichlich deckte, und der Ertrag in Frankreich und Oesterreich beläuft sich zusammen auf etwa eine halbe Million Mark. Run findet jedoch Sienkiewiez, das; er bei diesem reichen Segen allzu kurz kommt, und er hat die glückliche Gesellschaft verklagt, weil sie nach seiner Angabe den Film ohne seine Erlaubnis ins Ausland verkauft hat. Der Dichter stellt einen Anspruch auf Schadenersatz in Höhe von einer Million. , , — Knrze Nachrichten aus Kunst und Wissen- I cf) a f t. Im Rathause in Charlo11enburg wurde die zweite Hauptversammlung des Verbandes für handwerk^- maßrgo und fachgewerbliche F r a u en a u S b i l d u n g eröffnet — Im Großherzoglichen Hoftheater in Karlsruhe fand „Ter Fremdliug", Dichtung in einem Akt und „Das Winzerfest", ein griechisches Scherzspiel, beide von Albert Geiger bei ihrer Uraufführung eine freundliche Ausnahme. — Die Jury der K ü n st l erbund--A ns st ell u n g in Mannheim erkannte den -"Zau a-Preis (je ein Jahr freier Aufenthalt in Florenz mit ie 2000 Mk. Beihilfe^ dem Bildhauer Erich Stephani Berlin und dem Maler Carl C a sp ar - Münäseu zu. — In London wurde bei einer Versteigerung alter Meister Gains b o r o u g hs Gemälde ,,D c r M arktwage n" von der Kunst Händlerfirma Aanow für 403200 Mk. gekauft. Der „stinkende Lärm" Heer und Llotte«, Die Mann sch afts bestände in Frankreich. In der letzten Sitzung des Heerescmsschnsses der französischen Kammer gab der Generalstabschefstellver- treter General Legrand im Auftrage des Krieges Ministers die vollständigen Ziffern über die Marinschaftsbestände der nach EnÜsührun^ter dreijährigen Dienstzeit in Frankreich selbst stehenden Truppen bekannt. Der im Laufe der Jahre erzielte Cffektivbestand beträgt 432 000 Mann, nach Ein- Der Kaiser bei einer Truppenübung der Garnison Metz. Gravelotte, 25. April. Hertte vormittag tourte eine große Uebung der Garnison Metz in der Nähe von Gravelotte abgehalten. Das Wetter war günstig. Der Kaiser verließ Metz heute morgen im Auto und traf gegen 8 Uhr auf der Feste „Kaiserin" ein, wo er zu Pferde stieg. Die Uebung hatte bereits begonnen. Die rote Partei hatte befestigte Stellungen eingenommen in einer Linie Moskau-Vcmx mit der Front gegen Südtoesten. Eine blaue Partei rückte auf ter Linie Vionville—Rezow» Ville—Grabelotte dagegen vor Ein Ze p Pelin -Luftschiff und mehrere Flugzeuge toaren in Tätigkeit. Ter Kaiser besichtigte die Entwicklung des Gefechtes längere Zeit bei Saint-Hubert. Der Kaiser beobachtete später auf der Hochfläche von Jussy die Entwicklung ter blauen Partei aus dem Walde bei Vaux heraus. Um 113/4 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen. Der Kaiser hielt sodann Kritik ab und nahm bei Jussy einen Vorbeimarsch der ganzen Garnison entgegen. Nach Metz zurückgekehrt, nahm ter Kaiser das Frühstück im Kasino seines Königs- Jnfanterie-Regiments (6. Lothringisches Nr. 15) ein. Der Kaiser hat dem Bezirkspräsidenten Freiherrn von Gemmingen den Kronenorden 3. Klasse und dem Bürgermeister von Metz Dr. Forst die Berechtigung zum Tragen ter goldenen Amtskette verliehen. M-S'tz, 25. April. Der Kaiser besichtigte nachmittags Befestigungen. — Der Kaiser hat eine große Anzahl von Ordensanszeichnungen an Offiziere verliehen u. a. den Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub dem General der Infanterie Mudra, Kommandierendem General des 16. Armeekorps, den Stern zum Roten Adlerorten 2. Klasse mit Eichenlaub GÄieralleutnant Claassen, Kommandeur der 34. Division, den Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub telft» Generalmajoren Schröter, Inspekteur der 4. Ingenieur-Jnspektion, Bausch, Kommandeur der der 66. Infanterie-Brigade und Jet ter, Kommandeur ter 3. Fußartillerie-Drigade, die Krone zum Roten Adler- orden 3. Klasse mit Schleife und Schwertern am Ringe Oberst von der Hey de, Kommandeur des Königs-Jn- fanterie-Regimeuts (6. lothr.) 9tr. 145, die Krone zum Roten LMerorden 4. Klasse Major Siegert, beim Stabe der Fliegertruppe, den ftronenorten 2. Klasse Oberst Merlin, Kommandeur der 33. Feldartillerie-Brigade. Der Kaiser nahm mit Gefolge an einer Abendtafel beim Gouverneur von Metz, Exzellenz v. Oven, teil. Abends 103/4 Uhr erfolgte die Abfahrt im Sonderzug nach Straßburg. politifd?€ Wochenschau. Gießen, 26. April. Die Angaben des Geheimrats Hugenberg, die gestern der „Kölnischen Zeitung" über den Fall Krupp zugeflossen sind und die wir tn unserer gestrigen Ausgabe wiedergegeben haben, finb zwar unvollständig, etwas verschwom- inen, aber doch in vieler Hinsicht recht interessant. Die Aufdeckungen dös Abgeordneten Dr. Liebknecht über die geheimen Berichte, !bie ein Angestellter der Firma Krupp auf Unerlaubtem Wege sich beschafft haben soll, haben die politische Welt höchst peinlich berührt. Wenn diese Tinge auch Mit der Wehrvorlage in keinerlei Zusammenhang stehen, so ist doch zu besorgen, daß damit manche Gemüter an den nationalen Notwendigkeiten irre gemacht werden. Der Abgeordnete Liebknecht hat ja selbst ganz ungeniert im Reichstag erklärt, daß es ihm daruni zu tun sei, vor der Erledigung der Wehrvorlage mit seiner Enthüllung Au wirken. Und darauf ist ihm leider von keiner Seite eine Erwiderung getoorden. Ist denn etwa mit der angeblichen Bestechung unterer Organe bei- Militärverwaltung die Ausarbeitung ter Heeresverstärkung veranlaßt worden? So weit nun auch diese Annahme von der .Hand zu toeifen ist, so bedauerlich und beunruhigend sind doch die Vorgänge, die jetzt gerichtlich verfolgt werden. Der Geheimrat .tzugeirberg hat keineswegs alle Bedenken zerstreut. Er gibt zu, daß die Firma Krupp in Berlin einen Beamten betraut hatte, der Informationen zu beschaffen hatte, Informationen, die man nach der Erklärung Hugeubergs „vielfach nur durch sogenannte Indiskret i on en erlangt". Große ober kleine Mittel zur „Bestechutcg von höheren und mittleren Beamten" hat aber die Firma angeblich nicht gewährt, und Herr .Hugenberg läßt die Möglichkeit offen, daß der schuldige Beamte Krupps „zrt Lasten seiner eignen Tasche" unrechtmäßige Ausgaben gemacht hätte. Waren dann aber, so darf man wohl fragen, Mittel bereit gestellt worden zur Bestechung unterer Organe des Reiches? Und wollte der Geheimrat das als erlaubte „Indiskretionen" hinsteklen? Dann müßte er sehr entschieden belehrt werden, daß man kein Pharisäer zu sein braucht, um dergleichen als unstatthaft und moralisch sehr anstößig zu bezeichnen. Herr Hugen- verg spricht viel von „Kleinkram", der aber dem Kriegsministerium .am Herzen gelegen habe, tveshalb denn auch von Krupp zur besonderen Beoback)tung dieses Kleingeschäftes ein Beamter nach Berlin gesetzt worden sei. Der sollte Informationen, „einschließlich ter Konkurrenzpreise" anf- spüren. Also doch so eine Art SpionagesystemL Die Firma ^trupp ist offenbar nicht in der Lage, bündig zu erklären, daß sie vor Beamtenbestechungen,- die doch bei dem indiskreten System recht nahe lagen, ausdrücklich gewarnt habe. Der Eiüdruck wird nicht besser, wenn Hugenberg nun bekundet, es werde sich höchstens um „armselige Kleinigkeiten" handeln. Er hat der „Rheinisch-West- fälischeir ZeiMng" übrigens ergänzendeAn gaben zur Verfügung gestellt, aus denen wir folgende Zeilen entnehmen : 1 „Ich nehme für mich und ebenso selbstverständlich für die . Firma Krupp in Anspruch, daß die herkömmliche Un- beftechtichkeit des preußisch-deutschen Beamtentums uns zum allermindesten ebenso hoch steht wie dem Herrn Liebknecht. Wir haben ja auch ein viel größeres eigenes Interesse daran als er. Das werden Sie mir zugeben! Wo irgend gegen diese Auffassung im Bereiche der Firma gefehlt sein sollte, an welcher Stelle auch immer, da Ur. 97 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntag?. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerKamilienblätter- zweimalwochentl.llreis- dlatt für den Ureis Siehe» (Dienstag und Freitagl; zweimal monatl. Lano- wirtschastirche Zeitsraaen Ferujprcch - Anschlüsse: für die Redaktion 112, wird niemand das beschönigen wollen. Aber was wissen wir selbst denn heute, nachdem monatelang über das sogen. Kruppsche Bestcchungsvureau hin- und hergeredet ist? Durch die Untersuchung haben wir erfahren, daß der betreffende Berliner Bureaubeamte einigen Subalternbeamten der Militärbehörden, mit denen er verkehrte, im Laufe der letzten Jahre angeblich einige 5-, 10- und 20 -Mark-Stücke, in einem oder zwei Fällen auch ein Weihnachtsgeschenk von 100 Mark gegeben haben soll. Wenn das richtig ist, — wobei aber nach meinen Nachrichten immer noch zweifelhaft ist, ob nach Lage des einzelnen Falles wirklich Bestechung vorliegt —, so ist es gewiß sehr bedauerlich. Aber gerade heraus- gesagt — ist diese Sache den stinkenden Lärm wert, mit dem man die ganze Welt erfüllt? Oder glaubt eiroa irgend ein vernünftiger Mensch, daß xch oder eine: meiner Kollegen wegen solcher Lappalien — denn um Lappalien handelt es sich bei dem Inhalte der sogen. Geheimberichte, worüber ich mich heute bereits gegenüber dem Vertreter eines anderen Blattes ausgelassen habe — Ehre, Ansehen und Stellung aufs Spiel setzen würde? Wenn man uns auch alles andere Schlechte zutraut, so sollte man jedem von uns bis zum Beweise des Gegenteils wenigstens dieses Maß von Dummheit nicht zutrauen." beabsichtigt, wirb sie dem Reichstag mitzuteileu haben, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, über die der Kriegsminister sich zeitig informieren will. Die Firma >kimpp hat mit ihrem Versuch, aus Lappalien" Nutzen zu ziehen, schon den großen Erfolg errungen, daß der Reichstag an den ReickMkanzler das Ersuchen dichtete, einen Mißtrauensausschuß einzüberuf-en, dem die Kontrolle der Rüstungslieserunben zu obliegen hätte. Ein schmoichekhaftes Anerbieten für eine „starke" Regierung; sie soll von Sachverständigen und Mitgliedern des Reichstags bei ihren Verfirgungen überwacht werten! Daß das Reichsparlament auf solche Gleise gerät, ist beinahe nicht mehr verwunderlich. Die Schmiergelder-Verfügung, die den „Ortsverein Spandau des Bundes der Handwerker der Kaiserlich königl. technischen Institute Deutschlands" betrifft und die vom Ubgeordneten Müller-Meiningen am Dienstag verlesen und sehr mit Recht scharf frittiert worden ist, gereicht umk*?er Regierung wahrlicb auch nl-cht zum Zn hm. Der .^regs- minister führte wie zur 'EntschuMgung an, dasz es sich nur um eine Verfügung einer untergeordneten Stelle im Kriegsministerium fyarrtele. Wie kommt eine untergeordnete Stelle zu einer so törichten Stümperei, die noch zum Uebersluß wirklich den Geist amtlicher Bureau- kraten-Ueberhebung gegenüber dem Reichstag atmet? Der Militärverwaltung fönten für solche Zwecke die Mittel versagt werden. Eine andere Bloßstellung hat noch peinlicher gewirkt. Es ist festgestellt, daß die deutsche Waffen- und Mui^itions- fabrik, allerdings schon vor einigen Jahren, versucht hat, eine Falschmeldung in die französische Presse zu'lanzieren, wonach die französische Heeresverwaltung beschleunigte Anschaffung von Maschinengewehren beabsichtigen sollte. Die Täuschung ist nicht gelungen. Es wurd?e dann zwar vorgegeben, man habe nur eine etwaige Mchtigstellung der französischen Regierung herauslocken und den wahren Sachverhalt erkunden wollen, aber wer glaubt das? Liegt die Annahme nicht weit näher, daß die Waffen- und Munitionsfabrik die Entschließungen der deutschen Regierung in dieser unerlaubten Weise hat beeinflussen wollen? So bedauerlich dieser beschämende Vorgang an sich ist, so nötig das der focil: ttrtf- ‘fdbc den, gew bis doll wir mack 'fein •mit von feie Mi nur , Bei der er!( ben da erri ■ Arl geb intf Bez run Völl dah' ftih an geh itet bild Tuc und Wil! reit' sieb diel gebi, Gat Abe' bis H sich; ! frort Beg | Da -weil eXi gen Bei die stel auf so wif den sicb küs In aut Do sch« Se gek Di M fla W soz ihr dür ne au. M da toi rei ■ 91 tr al!| Ö|' 5' R, sdjj/ SW ' br' buj , S G! ; (6h. B, j £’ ni.' A ». m : hi ä b- Ul d ■ E g k nsi h ! b 4. 2. c' n d 3 | V-> l'i | 5 ; d < s fü^runrj oer dreijährigen Dienstzeit wird der Effektivbestand bei der Einreihung der Rekruten 658 000 Mann und der Mindesöbesttmd 600 000 Mann betragen. TLZrche «nd Schule. Der Religionsunterricht in Spanien. Madrid, 25. April. Der König unterzeichnete ein Dekret über den christlichen Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen. Der Unterricht bleibt obligatorisch; aber die .Kinder, deren Väter nicht katholischen Glaubens sind, werden vom Religionsunterricht befreit. AvbeiLerberVeguug. Tas Ende des belgischen Ausstandes. Brüssel, 25. April. Die Wiederaufnahme der Arbeit ist noch nicht vollständig durchgeführt. Im Becken von Charleroi streiken 22 000 Berg- und Glasarbeiter, die erst am Montag die Arbeit wieder ausnehmen. In der Borinage streiten 35 000 Bergleute, in Lüttich 13 000 Bergarbeiter, 9000 Arbeiter in anderen Industrien. Am Montag' wird voraussichtlich der normale Zustand wieder hergestcllt sein. Aus Stadt und £cm&o Gießen, 26. April 1913. ** Tageskalender Biograph-Lichtspiele: Täglich Vorstellung. BakossKammer-Lichtsniele: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. Ober hessisch er K n n st v e r e i u. Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr. ,Mußeum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geästnet Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr unentgeltlich. Alldeutscher Verband. Samstag abend 8'/^ Uhr in Steins Garten : V o r t r a g von I. A. Hoyer v c roei n roir^ 8ur Errichtung eines städtischen «r. ^-TOf 31 e g e n to e i b c gegen eine jährliche Gebühr von 80 Mk überlasten. — Der Butzbach-Licher Eisen- «arhOrh™ C rrf1 a Tit Genehmigung erteilt, an der nördlichen Eisenbahn-Unterführung ein Beamten-Wohn- Z nszu errichten. Tie Versammlung ersucht die Bürgermeisterei tarrfS, Aeußere des Gebäudes geschmackvoller werde, als m den Planen vorgesehen. — Ein BebauungSgesuch des m der Lindenstraße gelegenen Ke ttelerheims, das um erhöht werden wll, wird abgelehnt — Das OJefi rfi des Waldhauspächters, vor dem, von der Stadt Ächteten Hochwald-Restaurant einen Tanzplatz mit Halle anuücnen abgdSfnt.' Versammlung war der Ansicht daß der Hochwald em Platz sei, dessen idyllische Ruhe durch keine lärmende- Unterhaltung gestört tocroeu dürfte Auch ein ÖiSfc des Weinhändler Huchfetd, der an feinem, in der Ludwigstta^ ne legmen Grundstück Schau- oder Aussüiiungskasten anbringen will wird abgelelmt. Stadtv. Rosenthal fordert den Bürgernimter auf, Schritte zu tun, damit dem LTeberbanbner.-mcu von -diif1 dern und Schaukästen in unserer Stadt geücu r im'ii c Tc - Bürgermeister erklärte, daß eilte Verordn mm darüber tu "Z ' ! bcreitung sei. ‘ I h. Schwalheim, 25. April. Auf einem Neubau stürzte der Zimmerlehrling Otto Wagner so unglücklich ab, daß er mit schweren Verletzungen dem Nauheimer Krankenhause zugeführt werden mußte. Starkenburg und Nheinhessen. — Darin ftadt, 25. April. Dr. Kassel, welcher vom Oktober 1910 ab als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei der Handelkammer tätig war, ist vom l.sllpril ab zuin Geschäftsführer desProvinzialoerbandes Hessen-Nassau des Hansa b und es für Gewerbe, Handel unb Industrie in Frankfurt bestellt worden. w rm. Pfungstadt, 25. April. T-er 10 Jähre alte ^vhn eines Arbeiters spielte mit anderen Knaben und versteckte sich dabei. Nach einiger Zeit wurde er vermißt und man fand ihn in einer benachbarten Baracke mit einem Strick um den Hals tot vor. Anscheinend ist er an dem vom Boden herab hängen den Strick herunter geklettert und verwickelte sich darin. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. = Offenbach, 25. April. Die Frage der Aufhebung des Anhaltens von Zügen auf dem Hauptbahn- Hof Offenbach bezw. der Umleitung von solchen über Frank- furt-.Oft-Mainkur wurde von der Offenbacher Handelskammer eingebend besprochen. Die Kammer war ber Ansicht, daß Offenbach auf das Hatten einzelner für den Persoucn- verkehr auf dem hiesigen Bahnhof weniger wichtigen Züge ohne Postbeförderung unter der Bedingung verrichten könne, daß unserer Stadt von der Eisenbahnverwaltung Gegen- zugeständnisse anderer Art gemacht werden. Als Zugestand- nisje, die als Grundlage der Verhandlungen mit der Eisen- bahndireltion Frankfurt a. M. in erster Linie zu gelten hätten, wurden genannt: 1. Lokalbahn, 2. Direkte Zugverbindung zwischen Offenbach und Darmstadt über Loustä, 3. Einrichtung eines Triebwagenverkehrs zwischen Neu-Isenburg (Stadt)-Neu-Jsenburg (M.-N.-B.)-Fraukfurt-Süd- Offenbach mit Anschluß in Neu-Isenburg an Züge Frankfurt (Hauptbahnhof), Darmstadt und zurück, 4. Für Frank- furt geltende Ausnahmetarife und Umschlagstaris-, 5. Errichtung einer Stückgutabfertiguna im Offenbacher Hafen mit den Befugnissen der im Frankfurter Osthafen bestehenden Abfertigung. m. Offenbach a. M., 28. April. Aus Liebeskummer brackfte sich am Freitag der 21jährige Weißf- 'binder Johannes Real aus der Sprcndlinger Landftr. 23, der mit der Fabrikarbeiterin G. ein Liebesverhältnis unterhielt, im Beisein seiner Geliebten mehrere Schüsse bei, von denen einer in die Brust ihn schwer verletzte. Real hatte seine Geliebte mit (in den Wald genommen, wo er plötzlich den Revolver zog und die Tat vollführte. Das Mädchen holte Hilfe herbei, die den Schwerverletzten ins städttsche Krankenhaus brachte. d. Mainz, 25. April. Ein vermeintliches Bom- benattentat versetzte heute die Beamten der Reichsbank in großen Schrecken. Der unter Vormundschaft stehende Kaufmann Val. Buchcnfeller leidet an der fixen Idee, daß er ein Depot auf der Reichsbank habe, das ihm nicht verabfolgt werde. Mit dem Zylinderhut auf dem Kopf fuhr >er in ne Nähe der Reichsbank. Nachdem er die Droschke verlassen hatte, begab er sich vor das Gebäude der Reichsbank und schleuderte einen in Papier eingewickelten Gegenstand in ein Fenster der Bank. Die Scheibe ging in Trüm- nw^und der harte ^Gegenstand blieb auf der Fensterbank liegen. Die Beamten glaubteif an ein ^ombenattentat. Ein. Schutzmann wurde geholt, der-dann den gefährlichen Gegenstand hinwegnehmen mußte. Es war ein — Kohlenbrikett. Der „Attentäter" fuhr wieder nach Hause. Untersuchung ist gegen ihn eingeleitet. Von der städtischen Verwaltung hatte er in seinem Wahn s. Z. uuch eine bedeutende Summe verlangt, die ihm angeblich als Preis für die Rettung von Menschen Anerkannt worden sei. Kreis Wetzlar. — Aßlar, 25. April. Mit den im Dilltale belegencn Gemeinden sind zurzeit Verhandlungen in, Gange, um sie für die Einführung von elektrischem Licht zu gewinnen. Hcffen-Nassau. h. Marburg, 25. April. Vorgestern fand im Phllippshaus hier die diesjährige Tagung des Telegiertenkonventes ätherischer Freikirchen statt. Tie Verhandlungen, bei denen es sich besonders um den engeren Zusammenschluß der deutschen staatsfreien lutherischen Kirchen handelte, wurden vom Pfarrer Anthes-ReichelslTeim geleitet. Tiefer Konvent ist von den in Altpreußen, Hannover, Hessen und Baden bestehenden, vom Staat unabhängigen, lutherischen Kirchengcmeinschaften vor einigen Jahren begründet worden zur Beratung und Vertretung gemeinsamer Angelegenheiten. .h- Aus dem Dillta'l, 25. April. In Eibelshausen geriet das dreijährige Söhnchen des Gastwirts Pfeiffer in den Mühlgraben und ertrank. Tie Leiche wurde in einem Abflußrohr gesunden. h. F r a n k e n b e r g, 25. April. In Hallenberg sckwute ein Ochse, der vor eine Ackerwalze gespannt war, und überfuhr deu 10jährigen Sohn des Besitzers des Gefälrrts des Landwirts Guntermann. geständig wären. Der Vertreter der Anklage beantragte tüt jeden Fall aus eine Geldstrafe von 100 Mark. Ter Gerichtshof folgte diftem Anträge auch und verurteilte den .Kollekteur zu einer Geldstrafe von 675000, den zweiten Angeklagten zu 322 500 und den dritten z-u 45 Mark. Int Nichtbeitreibungsfalle wurden für die beiden ersten Angeklaglen^je drei Monate Haft ausgeworfen. )v. Kassel. 25. April. Tie hiesige Strafkammer verurteilte den Zeichirer und Mechaniker Köhler-Kassel wegen Vergehens gegen den H 2 des Reichsgesetzes, Verrat militärischer Geheimnisse, zu zwei Monaten Gefängnis, weil er Zeichnungen einer optischen Kompaßübertragung für Unterseeboote der Öeffait» lichkeit zugänglich machte. Die Strafe wurde so niedrig bemessen, weil Köhler seine Kenntnisse nicht iw Tienste des Auslandes verwertete. Kassel, 25. April, lieber Den Verbleib des am Sonntag vormittag mügeftiegenen und seitdem verschwundenen Ballons .111 e" und feines Führers, des Kaufmanns Franz W e y l a n d. ist noch immer nichts bekannt. Die von dem kurhessischen Verein für Lnslschjffnhrt auf die Anssindung des Ballons und des Führers ausgesetzte Vetobnmig ist von der Familie des Vermißten auf tausend Mark erhöbt worben. Hauptversammlung der Medizinalbeamten. Berlin, 25. Avril. Unter zahlreicher Beteiligung trat heute vormittag in bet neuen Königlichen Landesmistatt für Wasser-Hygiene zu Berlin^ Tahlem der Preußische Medizinalbeamten-Verein zu seiner 29. Hauptversammlung zusammen. Nachdem der Vorsitzende Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Rapmund ^Minden i. W.) die Erschienenen und besonders die Vertreter der Ministerien begrüßt hatte, sprach Regierungs- und Medizinalrat Dr. Wolff (Lüneburg) über den neuen preußischen Wohnungsgesetzentwurf. Er sah in dem Entwurf einen brauchbaren Vorschlag, wenn auch noch manche Wünsche ber Erfüllung harrten. Vor allem sei eine Heranziehung der Kreisärzte zu den Wohinmgsaufsichtsämtern notlvenbig. In der Aus sprach- führte Geb. Medizinalrat Dr. Sacnger vom Ministerium des Innern aus, daß der Gesetzentwurf davon ausgehe, möglichste Freiheit in der Gestalttmg der Wob- nungsaufsicht zu lassen. Wenn das Amt des Kreisarztes mit der Wohnungsaussicht im Gesetz nicht in Verbindimg gebracht ist, so liegt das an der ganzen Organisation, da die WobTrnngSaufsicht nicht Sache ber Kreisinstanzen, sondern der Gemeinden sein wolle. Geh. Medizinalrat Dr. Fiedlitz: In den kleinen Orten wird es nach den Bestimmungen des -Tutwurfes den Haiisbesitzern stets gelingen, die Mitwirkung des Kreisarztes mrszuschalten. Ich kenne sowohl städtische wie ländlichre Verhältnisse, und da muß ich fegen, daß wir die Wohnungsaufsiclft .für die Großstädte so gut wie gar nicht brautfien. Tie länölichchen Verhälttrisfa sind, das werden mir alle älteren Kreisärzte bestätigen fönnen, außerordentlich viel schlimmer. Hierauf sprach Medizinalrat Dr. Rogopsky iVerlin! über das Thema „Der ärztliche Sachverständige auf dem Gebiete der Angestelltenversicherung". Geheimer Obermedizinalrat Tr. Abel behandelte das Thenta: Neue Erfahrungen auf dem Gebiete ber Wwässerreinigung. Der Redner erörterte die verschiedenen Verfahren der Vergangenheit und der Gegenwart und besprach zum Schluß die Tätigkeit der neuen Landesanstalt für Wasserhygiene. An den Vortrag schloß ’ilf) eine Besichtigung der Anstalt unter sachverständiger Führung. Tie sodann vorgenommenen Wahlen ergaben Die Wiederwahl des Vorstandes. An die Tagung schloß sich die Generalversammlung der Jubiläilmsstiftung des Preußischen Mediziualbeamtenvereins. Märkte. F.C. Wiesbaden. Viehhof «Marktbe richt vom 25. Aoril Auftrieb: Rinder 106 (Ochsen 23, Bullen 0, Kühe 83), Kälber 172, Schale 22, Schweins 210. Geschäft mittelmäßig. Preise für 100 Pid. Lebend- Schlacht- O ch \ c rt. gewicht Vollsteifchige, onsgemäftete. höchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes int Alter von 4—7 Jabren .... 51—56 91—97 Die noch nicht gezogen haben (unqejocht) . . 50—55 90—96 Lunge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere auSgemästete 46—49 82—88 Butl en. Vollfleischige^ ausgew^ höchsten Schlachtw. . . 49—53 83—88 LoUsleischtge, jüngere 44—48 76—83 k t) ä rf en. llü h:. Vollsteischigs auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 51—56 91—95 Tollsleischigs auSgemästete Kühe höchsten Schlacht,oertes bis zu i Jahren ... . 42—45 75—80 Wenig gut entwickelte Färsen 45—50 80—89 keltere ausgemaslete Kühe und wenig gut ent- widelle jüngere Kühe 37—41 68—76 Dtäßig genährte Kühe und Färsen 30—35 61—68 51 ä l der. Feinste Mastkälbee .......... 64—66 107—110 Mittlere Mast- unb beste Saugkälber .... 60—63 100—105 Geringere Atast« und gute Saugkälber . . . 55—59 93—100 Eeringers ......... 48—53 84—90 Scha fj. Weidemastschafs: Mastlämmer und 'Masthainnrel . . . 47.00—49.00 96—98 Schwein;. Tollsteischige Schweine von 80—100 k<* Sebenb- gewieht 56-58 72—74 Lollsleischige Schweins unter 80Lebendgewicht 55-57 71-73 VLUfleijchige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 577,-59 72—74 Vollftetschige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht .............. 55-56 71—72 w. Hanau, 25. April. Vom Kreistage ded Landkreises Hanau ist beichloffen worben, aus Anlaß bes Ne- gierungSjubiläumZ des Kaisers eine Kaiser-Jud i lä umS - Stiftuiig zu wohltätigen Zwecken zu errichten, bie zunächst ein Kapital von 10 000 Mk. Angewiesen erhält mit bein Vorbehalt, baß bie nähere Zweckbestimmung noch erfolgt unb bie spätere Erhöhung des StislungskapitalS in Aussicht ge- noinmen wird. ft. Frankfurt, 25. April. Der Umsatz in Immobilien ist seit 1905, mit Ausnahme der beiden letzten Jahre, stetig zuruckgegangen. 1905 wurden 1782 Objekte im Werte vou 153 736 463 Mk. umgesetzt, 1907 waren es 1082 im Werte von 94 988 733 Mk., 1910 waren es 855 Objekte mit 52 450 147 Mk. Wert, 1911 1065 im Werte von 78 097 427 Mark und 1912 1063 Objekte, die mit 77 233718 Mk. bewertet waren. Der Rückgang ist z. T. in ber 1904 eingeführten städtischen Umsatzsteuer, bcin Währ- schaftsaelb, zu erblicken. GerecbtriaaL. v Qin Geldstrafe von einer Million • .^Braunschweig, 21. April. Mne Geldstrafe, wie sie >"..wieher Hohe woht noch nie von einem deutschen Gericht aus- griVrotpen worden i)t, verhängte das hiesige Schöffengericht genagte waren em Lotteriekollekttur und zwei Angestellte von ihm "k Brannick-welg Verbotene Lose vertrieben hatten In ber Mehrzahl b mbejte es sich um Anteile der bämüfan Kolonial lotterte und der vamburaer Stadtlotterie. Bei dem Hauvt ftnqedagten, dem Lotteriekollekteur, standen 67.50 Fälle unter ~mnagc bet bem zweiten Angeklagten 3225 unb bei dem dritten 9 4/ie Verhandlung geit.fttete sich in)ofcrn einfach, als die Artgektagten vermischtes. * Die Hebung des „S 178". Aus^ Hamburg, 25. April, wird gernefoet: Heute morgen 9 Uhr begann die Hebung des Hecks des Torpedobootes „8 178". Die Hetnmg war gegen 3 Uhr nachurittags beendet. Das Heck des Bootes ist bis einen halben Meter über Wasser gehoben von dem Prahnr „Oberelbe" des Nordischen Bergurrgsvereins. Das Heck wird mit dem Prahm durch die Schlepper „Albatros" und „Reiher" nach Wilhelmshaven geschleppt, wo der Schleppzug erst morgen nacf)mittag an kommen dürfte, da das Schleppen nur sehr langsam vor sich geht. Das Vorderteil des Torpedobootes wird später gehoben. * Vom ,Jmperat0 r". Von den acht Personen, die bei der Explosion auf dem ,Jmpcrat 0 r" verletzt worden ftnb, sind zwei im Kranken hause zu Cuxhaven gestorben. Drei sollen noch in Lebensjahr schweben. * Schw ere Explosion. Aus Marggr-rbowa, Oftpretlßen, 25. April, wird gemeldet: In der Werckstätte eines hiesigen Schlossermeisters sollte ein Aeetylenapparat gereinigt werden; als der Meister sich einen Augenblick entfernte, zündete einer der beiden Lehrlinge verbotswidrig ein Streichholz an. Die zurückgebliebenen Gase entzündeten sich und die beiden Lehrlinge wurden bei der Explosion getötet. * Landesverrat. In Petersburg wurde ent Schreiber des russischen Generalstabes Verhaftet, als er im Begriffe stand, wichtige Geheimpapiere des (vcneralstabes ft'ir 40 000 Mk. an einen Agenten der Geheimpolizei, der ihm eine Falle gestellt hatte, zu vcrf- tigste Ergebnis der heutigen Sitzung war die Betonung der völligen Einmütigkeit, mit der die Mächte die bereits erreichten Entscheidungen aufrecht zu erhalte n bc ab - sichtigen, hinsichtlich welcher keine Mäßigung der Ansichten zu verzeichnen ist. Es herrschte die beste Stimmung und cs fehlte gänzlich jeder Wunsch nach übereiltem Handeln. Man erwartet, daß binnen wenigen Tagen die Mächte offiziell dem König Nikolaus notifizieren werden, daß er Skutari aufzugeben habe, obwohl die ^Methode und genaue Einzelheiten dieses Schrittes noch nicht sestgestellt tvor- den sind. Inzwischen besteht Grund zu der Annahme, daß die Blockade nicht nur fortgesetzt und ausgedehnt werden soll, sondern daß frische Weisungen an die Kommandanten telegraphiert werden sollen, damit die Blockade zu einer abfo Inten gemacht wird. Es wird bestritten,,daß Oesterreich irgend etwas von einer 48 stündigen Frist vor geschlagen habe, wie dies ans Wien verlautete. Obwohl Oesterreichs Entschlossenheit, daß kern unnötiger Aufschub erfolgen solle, unveränderlich bleibt, wird erklärt, daß kein Anschein dafür vorliegt, daß es seinerfelts irgendwie wünsche, die Angelegenheit zu überstürzen. Der Kaiser in Straßburg. Straßburg, 26. April. Ter Kaiser ist heute früh 7 Uhr von Metz hier eingctroffen und alsbald nach dem Kaiserpalast abgefahren. Trotz der frühen Morgenstunde waren sehr viele Leute auf den Straßen, die den Kaiser lebhaft begrüßten. 'F ranzösische Schiffe in derLevante. Paris, 26. April. Auf Veranlassung des Ministers des Aeußeren geht eine Schiffsdivision nach der Levante ab, um die dortigen französischen Interessen zu schützen.________________ Eine Reise des Kaisers nach Korfu. m einigen ^uuuniuu,u.tti^| Berlin, 26. April. Wie das „Berliner Tageblatt hör Für irgend eine strafbareI wird der Kaiser in den ersten Tagen des September d. su — ' einem voraussichtlich mehrere Wochen wahrenden Aufenthalt nach Korfu abreisen. Tie Rückreise soll so rechtzeitig angetreten werden, daß der Kaiser an der Einweihung des Volker- chlachtdenkmals in Leipzig teilnehmen kann. Der ungarische Hochadel und Kaiser Wilhelm. Ofen pest, 26. April. Eine aus hundert Personen bestehende Abordnung des ungarischen Hochadels sott Kaiser Wilhelm zum Regierungsjubiläum tm Juni Die Glückwünsche des Adels und ein wertvolles Geschenk überbringen. Oberbürgermeister Wermuth ist in den Plan eiNgQvelht, für den sich auch der Berliner österreichisch-ungarische Botschafter interessiert. Im Verlause der Festlichkeiten soll auch ein Konzert von ungarischen Künstlern in Berlin veranstaltet werden. Zöpfe Haarunterlag. Lockendreher foro. alle sonst. Haararbeilen werden schön und dauerhaft angesertigt in dem 16668 Spez. - Damen -Frisier- nnd Haar-tteschäft Hermann Plank Ww. Kavlansgaße 2. «2699 taÄ Wagen- lind Zeltdecken liefert prompt und billigst Ludwig Lazarus Asterweg 53 Rcrnfbr.505 ______________(2497]______________ fataÄiM Liebigstrake 63 2873 Seine Herm-Msihe Fmlicn-Wäsche Nachtwäsche Ardmn-Wüscherei bei prompter Bedienung Eilwäsche ohne Pmäiasschsag Pflanzenkübel, Waschbütten, Schiebkarren, Leiterwagen empfiehlt billigst [2340 Ph. 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