Nr. 278 Der Gießener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Hiehener^amilienbläNer; zweimal inöchcntl.Nreir- blatt fürden Kreis Eichen (Dienstag »ind Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen »rernsprech - Anschlüsse: iur die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger «icßeu. Annahme van Anzeigen iur die Tagesnummer bis vormittags 9 llhr. Scher Blatt Mittwoch, 26. November WZ 163. Jahrgang Sietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Rototionsörud und Verlag -er vrühl'fchen Univ.-Vuch- und 5tein-ruderei R. Lange. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Zchulfttahe 7. Bez »lgSvr - rs: monatlich 75Pi^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- n. Zweigstellen monatlich 65 M.; durch die Post Mk.2.— viertel* jahrl. arlsschl. Bestellst. Zeilenpreis: lokal I5Ps^ ailswärts 20 Menuiq. Ehesredakteur: 91. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", ,Ver- niijchles" und.Gerichts- saal": Karl 9ieurath; iür .Stadl und Land": Kurt Bcndt; für den Auzeigentell: H. Beck. Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten. Das 5pionagegesetz im Reichstag. Die Ausnahme des neuen Spionagegesetzes im Reichstaasplenum und die bann cinsetzende Ausschußarbeit scheint slch ganz wesentlich zu erleichtern durch die neuerliche Neigung ber Regierung, an der Abmilderung des ominösen § 9 rnttzuwirken. Der § 9 will bekanntlich den fahrlässigen Ver- militärischer (Geheimnisse bestrafen, würde aber sehr wahrscheinlich ost die harmlosesten militärischen Nachrichten der Presse treffen. Was dagegen zu sagen war, ist ja schon von allen interessierten und sachverständigen Seiten geltend gemacht worden. Wenn nun aber, wie es heißt, an der Hand ähnlicher Bestimmungen des russischen und des österreichischen SpionogegesctzeS eine Einigung zwischen den Wünschen des Kricgsministeriums und den Bedenken der Presse erzielt wird, so ist der § 9 mit seinen verschärfenden Neuerungen doch nicht weggefallen und ausgemerzt. Die Presse kann also immer noch einen gewissen Schutz gegen etwaige Schädigungen aus der neuen Bestimmung verlangen. Geplant wird deshalb von mehreren Parteien des Reichstags die Schaffung einer Entschließung, welche verlangt, daß militärisch eA n sk u n s t s st e l l e n eingerichtet werden, wo sich die Presse in jebent einzelnen Falle rasch erkundigen kann, ob eine, Nachricht gebracht werden darf oder nicht; solche Aus- kunftsftellen sollten dann nach dem Wunsche des Reichstags nicht nur in Berlin, sondern auch am Sitze aller Korpskommandos geschaffen werden, damit die Anfragen und Antworten nicht den zeitraubenden und unjournalistischen Umweg über das preußische Kriegsministerium in Berlin zu nehmen brauchen. Wirklich fragliche und bedenkliche Dinge könnten dann ja immer noch zur Begutachtung und Entscheidung nach Berlin verwiesen werden. Vorbildlich für diese Auskuilstsstellen wäre das Nachrichtenbureau des Reichs- marineamts; eine Anfrage bei Blättern aller Parteien hat ergeben, daß überall das Zusammenarbeiten mit dem Reichsmarineamt als mustergültig bezeichnet wird, während leider bisher kein Ministerium der Presse so fremd gegenüber stand (durchaus nicht zu [einem eigenen Vorteil) wie das Kriegsministerium. Neben diesen Ergänzungswünschen der Reichstagsparteien zum neuen Spionagegesetz bestehen aber auch selbständige Z u sa tz f o r d e r u n g e n: Warum, so fragte man sich, erscheint es den Militärbehörden, denen ein so verschärftes Schutzaesetz in den Schoß geworfen wird, immer noch zulässig, daß man zu den Mänövern ausländische Militärs in so umfangreichem Maße zuläßt, die dann über unsere Heereseinrichtungen sich oft gründlicher infor- nticrerr, als der gerissenste Spion? Warum soll unter der Herrschaft des neuen Spionagegesetzes die Spionage der bei den Regierungen akkreditierten M i l i tä r bevollmächtigten, der Militär- und Marineattachees weiter blühen? Als die Dreyfußassäre zur Abberufung des deutschen und italienischen Militärattachees in Berlin und Rom geführt hatte, wollten die Franzosen diese Einrichtung ab- schafsen. Aber es Tarn nicht dazu. Und nach dem politischen Naturgesetze der Gegenseitigkeit haben wir diese Form der fog. erlaubten Spionage beibehalten. Sie wird gewiß mit Iirößtem Takt durchgeführt; die militärischen Berichte un- erer Militärattachees gehen direkt dem Kaiser zu, der ic teils dem Mititärkabinett, teils dem Kriegsministerium vnd dem Generalstabe überweist; findet sich ein „z. V." (zum Vortrag) unter dem Bericht, so hat der Generalstab und das Kriegsministerium für Erläuterungen zu sorgen; im übrigen führt der Generalstab über die ausländischen Staaten sog. O r i e n t i e r u n g s h e f t e, die man als die „KornGiefzener Stadttheater. Des Meeres und der Liebe Wellen von Franz Grillparzer. Gießen, 26. Nov. Ten Geburtstag des Großherzogs beging unsere Bühne mit einer schönen Aufführung von Grillparzers wundervoller, vielleicht auch seiner besten und feinsten Tragödie, mit dem auf zarteste Empfindungen gestimmten Liebesgedicht: Des Meeres und der Liebe Wellen. Wie süße, selige Frühlingssehnsncht steigt es aus den sorgsamen Versen aus, wird stark und gewaltig in keuscher Leidenschast und klingt dann schmerzvoll aus in endlosem Weh. Es waren zwei Königskinder ... Die Aufführung, die von Herrn Dworkowski mit feinem Verständnis für die innige Poesie Grillparzers geleitet wurde,, war der festlichen Gelegenheit durchaus würdig und hatte selbst starke Reize. Doch hätte ich mir einiges anders gewünscht, vor allem das in dieser Art unmögliche Elternpaar Heros und die unschönen Hermen vor dem Tempel. Dagegen war einiges aber auch wieder sehr gut gelungen, besonders in den Leistungen der einzelnen Darsteller, von denen namentlich Frl. D a g n ij als Hero hohes Lob verdient hat. Die junge Künstlerin bewies zunächst, daß sic in der Darstellung klassischer Fraucnrolien ganz bedeutende Fortschritte gemacht hat, des weiteren aber auch, daß sie eine große, schwierige Rolle geiftig ausschöpfcn und folgerichtig durchführen kann. So gelang ihr denn diese, von keuscher Sinnlichkeit erfüllte, plötzlich zum Weibe erwachende Mädchcngestalt überraschend gut und sicher. Wenn die Darstellerin noch durch eine zielbewußte Kräftigung des Organs auch am Ende einer großen Rolle ihrer Stimme mehr Stetigkeit verleihen kann, dann wird ihre Hero eine außerordentliche Leistung werden. Als Leander bewies Herr S t c i n h o s e r eine glücklich Kunst in der Darstellung einer in ihren verborgenlten Tiefen aufgewühlten Iünglingsscele, die urplötzlich voll heiligster Liebe glüht; wie er unter den zitternden Händen des Weibes ein Mann und Held wird, gelang ihm ebenfalls vollkommen. Seinen Freund Naukleros erfüllte Herr Bruchwitz mit sanft betreuender Ueberlegenheit und herzlichem Mitgefühl. Tie Leistung des denn Schubert als Oberpnejter, der voll männlicher Kraft und kluger Mäßigung war, litt stellenwene leider unter einer gewissen Unsicherheit. Em liebes, lntternes Weibchen gab Frl. L i n d e ck als zugängliche Janthe, in seinem Gegensatz zur Hero. Hcro^Vater spielte Herr Bochum m der Art, wie bedauerlicherweise der Polinins häufig gespielt wird, als einen alten, oiltrigen Trottel. Und doch soll man glauben, datz er walzer" unserer Militärverwaltung bezeichnen könnte. Ties acht in allen Ehren und politischen Züchten zu, aber wer bürgt uns dafür, daß alle Auslandsstaaten ebenso gewissenhaft und vorsichtig arbeiten? Erwünscht wäre also eine bessere Ausarbeitung der Bestimmung im neuen deutschen Spionagegesetz, in der es bis jetzt heißt: „Wer mit einer Person, die im Interesse einer ausländischen Regierung tätig ist, Beziehungen anknüpst oder unterhält, welche die Mitteilung militärischer Geheimnisse zum Gegenstände haben, wird mit Gefängnis bestraft." Mit anderen Worten: Die besonders scharfe Ueberwachung derjenigen Personen, die mit den ausländischen Militärattachees in Verbindung stehen, erscheint geboten und müßte im neuen Gesetz eine Stützung und Handhabe finden. Ein letzter Zusatzvorschlag zu dem jetzt in Beratung stehenden Gesetz: Die Möglichkeit der Verurteilung fremder Spione zum Ersatz des von ihnen angerichteten Schadens! Im Regierungsentwurf findet sich Tein Wort darüber. Erinnert man sich noch des großen Landesverratsprozesses im Osten des Reiches vor mehreren Jahren, wobei festgestellt wurde, daß der erfolgreiche Verrat von Festungs- bauplänen ungeheure Geldmittel für Reu- und Umbauten notwendig machte, ohne daß man diesje Kosten von den Sclstidigern eintreiben konnte. Könnte man solche Spione durch richterliches Ui teil als Geiseln mit unbeschränkter Hastdauer erklären, bis ihr „Hinterland" den Schaden ersetzt hat, so wäre manche Sorge von der Militärverwaltung und dem deutschen Vaterlande genommen, und es wäre ein überaus wirksames kriminalpolitisches Mittel gegen die Auslandsspionage geschaffen. Hoffentlich gelingt es dem Reichstag, von diesen Zusatzwünschen und Anregungen wenigstens einen Teil im neuen Gesetze durchzudrücken. Gegen das wirkliche Interesse der Regierung verstößt keiner von ihnen. Keid)stagsbeginn. □ Berlin, 25. November. 174. Sitzung vom 25. November. Obwohl die Tagesordnung des ersten Sitzungstages wie üblich nur Bittschriften aufwies, so herrschte heute im Reichstag doch ein äußerst reges Leben. Das Haus war dicht besetzt, als Präsident Tr. Kaempf die Abgeordneten willkommen hieß und dann die lange Liste der Toten, die seit der letzten Tagung zu besagen sind, verlas: Kohl und Klose vom Zentrum, dann die Aeltesten der Alten Dr. Lender (Ztr.) und Gras Kanitz (Kons.) und nicht zu vergessen August Bebe l. Auch die Zeppelin-Unglücke wurden erwähnt. Dann war es aber mit der allgemeinen Aufmerksamkeit dahin: es war ein Kommen und Gehen, ein Begrüßen an allen Ecken und Enden, dessen Mittelpunkt bald die Wandelhalle und die Restaurationsräume waren. Da wurden dann auch eifrig politische Zwiegespräche über die Themen des Tages gepflogen, die uns in den nächsten Tagen noch überreichlich beschäftigen werden. Inzwischen wurde drinnen im Saale um die Bittschriften gestritten. Die Materien, die sie betrafen, waren nicht unwichtig und konnten, sofern man sich einmal auf sie einließ, wohl Anlaß zu langen Erörterungen geben. Da handelte es sich um alte Mittel st anhs fragen, wie Maßnahmen gegen Warenhäuser, Filialen und Konsumvereine, das Verbot an Lehrer und Beamte, einem Konsumverein anzugehören, die leidige Bäckereiverordnung, den Wandergewerbebelrieb, die heimliche Warenvermittlung u. a. Weitere Bittschriften betrafen das aktive und pafsiveWahl recht der Frauen zum Reichstag, Schutz gegen Boykott und Streikäusschreitungen, die Einsetzung eines Ausschusses zur Prüfung des Impfwesens u. a. Tie erwähnten Mittelstandsbittschriften wurden gegen die - Sozialdemokratie int Sinne der Bittsteller von allen bürgerlichen Parteien er« ledigt, teils als Material, teils zur Erwägung überwiesen. (Siehe Sitzungsbericht.) Deutsches Kcidy. Ter Kaiser gedenkt am heutigen Mittwoch mittag die Reise nach Schlesien, Baden und Württemberg anzutreten. Tie Kaiserin wird den Kaiser, bis Primkenau begleiten. Tie vom Reichstag seinerzeit gestrichenen drei K o m m a n d a n t e n st e l l e n in Karlsruhe, Darmstadt und Königstein werden im neuen Militäretat 1914 wieder angefordert, mit der Begründung, daß diese Posten aus militärischen'Gründen und zur ErfiiUung der in den Militärkonventionen übernommenen Verpflichtungen nötig seien. Die Besoldung der A u s l a n d s b e a m t e n. In einer Denkschrift wird die 9Leuregelung der Besoldungen der Auslandsbeamten und die Notwendigkeit der Gehaltserhöhungen eingehend begründet. Mit der Maßnahme eins werden den Beamten die Vorteile des Dienstaltersstufensystems gesichert. Es erwies sich als erforderlich, die ersten Sekretäre der bedeutendsten Konsularbehörden als Vorstände der Konsulatskänzleien herauszuheben und diesen Beamtcck besondere nichtpensionssähige Stellenzulagen zu gewähren. Auch für die Beamten des diplomatischen Dienstes werden nicht unerhebliche Einkommensverbesserungen gefordert. Abgesehen von einigen Gesandten und Ministerresidenten bringt die Neuregelung auch den Legationssekretären eine nicht unbeträchtiiche Aufbesserung. Die Mehrkosten der vorstehenden Maßnahmen betragen für das Rechnungsjahr 1914 rund 650000 Mk. In einer Sitzung des Bundesratsausschusses für auswärtige A u g e l e.g e n h e i t e n berichtete der Reichskanzler über feine Unterredungen mit dem russischen Ministerpräsidenten Kokowzow und hob hervor, daß die polifischen deutsch-russisck)en Beziehungen gegenwärtig besonders freundschaftlich und vertrauensvoll seien. Er teilte ferner mit, daß die Verhandlungen über die kleinasiatischen Eifenbahnsragen günftig verliefen und bezeichnete die englisch-deutschen Beziehungen als herzlich. Nachdem der Kanzler dann noch seine Befriedigung über das Berchtoldsche Expose ausgedrückt hatte und Staatssekretär von Jagow zu den Ausführungen des Kanzlers Einzelheiten berichtet hatte, gab Nttnisterpräsident v. Hertling dem vollen Vertrauen der Bundesregierungen zu der Politik des Reichskanzlers Ausdruck. Eine Denkschrift über Untersuchungen, die durch das Kaiserliche Gesundheitsamt zur weiteren Erforschung der Pocken ausgeführt werden sollen, ist dem Reichstage zugegangen. In der DenlDhrift heißt es it. a.: Angesichts der großen Bedeutung, welche der auf dem Jmpfgesetze beruhenden Schutzpockenimpsung für die Volksgesundheit zukommt, hat die Reichsverwältung sich von jeher angelegen sein lassen, die Fortschritte der wissenschaftlichen Untersuchungen über die Pockenkrankheit für den Ausbau und die Vervollkommnung des Impfwesens nutzbar zu machen. Auf Grund der Ergebnisse der Fornetschen Untersuchungen soll mit allen Mitteln erstrebt werden, das Jmpf- versahren so vollkommen wie möglich zu gestalten. Die Versuche, einen Impfstoff zur Bekämpfung der Pocken in Reinkultur herzustellen, soll mit allem Eifer fortgesetzt werden. Besonders sollen systematische Untersuchungen über die fEmp- fänglichkeit verschiedener Versuchstiere für die verschiedenen Pockenerkranknngen, über die Jnfektionswege und die wechselseitige Immunisierung angestellt werden. Bei den seine Frau, die in der Hünengestalt der Frau F r e n z e l neben ihm stand, zeitlebens geknechtet hat und sie in seiner Gegenwart nicht zu reden wagt! Eingeleitet wurde der Abend durch das von Herrn Obermusikmeister W. L ö b e r sehr eindrucksvoll geleitete Vorspiel zu Ruy- Blas von Mendelssohn-Bartholdy. Tas Hoch aus unseren Landes- Herrn brachte Herr Oberbürgermeister Mecum aus. Am Nachmittag war unter der Leitung des Herrn Grosser Schneewittchen ausgesühtt worden, und die zahlreichen kleinen Zuschauer unterhielten sich dabei aufs beste. Von den Darstellern sind vor allem Frl. S Lettner als Schneewiltck>en, "Frl. Martini als Zwerg, Herr G r o s.ser- B r a u n als Prinz und Grosser als sein Begleiter zu nennen. R. * Noch ein neuer Nathansen. Aus Frankfurt a. M., 24. Nov., wird uns geschrieben: Ter Verfasser von „Hinter Mauern" hat heuer, sckeints, jede Woche seine Uraufführung. Nach der „Afsaire" und der Heidelberger Premiere von „Mutter hat Recht" ist der Dreiakter „Danas Garten" an die Reihe gekommen. Ter Verein Frankfurter Kammes spiele bescherte seinen Mit gliedern die deutsche Uraufführung des Stückes im Neuen Theater. Danas Garten: Das ist Dänemark, jenes stille Dänemark, das es auch in der Großstadt Kopenhagen noch gibt, dort, wo die Vorstadtstraßen ins Grüne verlausen uird an verträumten Wegen kleine Häuser mit großen Gärten hinter weißen Staketen liegen, wo jede Familie sozusagen mit der Hausnummer verwachsen ist und die Kinder buchstäblich in die Fußtapfen der Eltern treten. Und langsam gehen die Leute dort, werden Beamte oder Gelehtte, warten ihre Zeit ab, bis der Disponent Schröder stirbt -ober wie grad' ihr Vorgänger heißt), dany rücken sie aut und sind froh, mit der sicheren .Aussicht auf Pension, aus Witwen- und Waisenversicherung, alle Tage ihre National Zeitting lesen, ihren Kanee schlürfen, Llpfelsinensaft trinken und die selbstgebackenen Mürbekuchen dazu knuspern zu können. Ist etwas im Leben oder mit der Liebe nicht in Ordnung, dann trösten sie sich: „Das kommt mit den Jahren!" Ihre Anschauungen wechseln sie nicht, doch das Schuhwerk um so öfter: Kaum haben sie das Haus betreten, so schlüpfen sie in die weichen Filzschuhe. Jeder weiß genau, wer am Tage in Num mer 17 oder 27 aus- und eingegangen ist: ohne Familienklatsck. schmeckt ihnen der Braten nicht. Wenn aber der Herr Etatsrar ein Dichter-Stipendium zu vergeben hat, so gibt er*§ Paulsen I und nicht Nielsen, weil Paulsen acht und Nielsen nur vier I Kinder hat .... Dieses idyllische Dänemark — Danas Garten, fcfcr ja auch sonstwo noch in Blüte steht — hat Henn Navhansen mit aller zärtlichen Liebe zur Heimat, der man entwachsen ist und nach der man doch sich sehirt, in feinsttichiger Manier nachgezeichnet, und es lebt. Der alte Professor lebt, der auf seiner Romreise nur bis Magdeburg kam, aber der regelmäßigste Bibliotheksbesucher ist, der taube Herr Ekatsrat mit dem Stipendium in der Aktentasche lebt, und lebendig steht auch die reine Hauptgestalt Frederik, der Beamte, da, der Mensch, der mit der Viertelminuie und der halben Krone rechnet. Er will Klara, das .Nachbarskind, die Professorentochter-.heiraten, und ist viel zu stumpf, um zu merken, daß sie nichts für ihn fühlt. Sie liebt seinen jüngeren Bruder, den Hjalmar, und als der aus Amerika heimkehtt, sinft sie ihm bald in die Arme. Es gibt eine Auseinandersetzung tzwischen den zwei ungleichen Brüdern, die in das stille Stück eine starke dramatische Steigerung bringen. Hjalmar hält es daheim nicht aus, er zieht wieder in die Welt; Klara aber hängt im Innersten doch zu sehr an „Tanas Garten", an Heim und Haus, am Vater und an allen Erinnerungen der Jugend Sie wird zu Hause bleiben und am Ende den Mi- nisterialbeamten heiraten. Tisponent Schröder ist ja inzwischen gestorben.... Ties ist wieder ein echter Nathansen: ungewöhnlich fein und oft von köstlichem Humor in der Kleinmalerei, der Zeichnung des alltäglichen Lebens, und hier besonders sympathisch, weil keinerlei ausdringliche Tendenz das Bild stött. Ein wenig banal, abstrakt und langweilig wird aber der Dichter wieder, wo es an den Kem der Sache geht: das zwischen den Brüdern schwankende Mädchen bleibt, ebenso, wie, der jüngere Hjalmar, ziemlich verschwommen, und ihr Entschluß, zu Hause zu bleiben, wird nicht genügend motiviert., Im Kleinen stark, im Entscheidenden ohne rechte Lebenskraft, das ist auch das Signum von „Danas Garten". Direktor Hellmer vom Neuen Theater hatte einen sehr anheimelnden, vielleicht etwas z u naturalistischen Gatten aufgebaut. Kucnzer, Denins und Graetz nden unter den Darstellern ange- rehm auf. Das Publikum verhielt sich gegenüber diesem dänischen Milieustück ziemlich kühl: man langiueilte sich offenbar etwas, und insofern mit Grund, als das dramattsche Element hinter dem Ltimmunghaften zu sehr zurücktritt. Immerhin gab es Dankbare genug, die für das NwH aus Dänemark mit Beifall emittierten. bisherigen Versuchen sind wohl beachtenswerte Ergebnisse erzielt worden, was aber fehlt und dringend notwendig ist, dar sind auf breiter Basis aufgetxntte und nach einem einheitlichen Plane auHgeführte experimentelle Untcriucbungen Diese du rchzu sichren erscheint in erster Linie das Karferliche Gesundheitsamt berufen, M dessen besonderen Aufgaben pon seiner Begründung her die lleberwachung und Fortbildung des Impfwesens gehört 3u diesem 3roede werden in dem neuen Etat erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt, damit auch Versuche angestellt werden in solchen Gegenden, wo die Poeken dauernd herrschen. Aus dem Wahlkreis Fritzlar-Homberg - Ziegenhain. Eine Bertrauensmännerversammlung der deutsch-sozialen Partei für den Wahlkreis Friplar-Hom bera-Ziegenhain beschloß, den früheren Abgeordneten non Kassel-Melsungen, Amtsgerichtsrat L a t t m an n - Schmalkalden als Kandidaten der Wirtschaftlichen Vereinigung auszustellen, um den Wahlkreis Fritzlar-Homberg Ziegenhain zurüch.zugewinnen, den jahrzehntelang der Führer der Wirtschaftlichen Bereinigung Liebermann v. Sonnenberg vertreten hatte. An Stelle Liebermann d. Sonnenbergs kandidierte bei der vorigen Reichstagswahl der Gencral- sclretär der deutsch-sozialen Partei, Henning sen, der den Wahlkreis verlor Er erhielt rm ersten Wahlgang 7453 Stimmen, während sein Gegenkandidat, der bauern- bündlerische Agitator Hestermann 4338, der Kandidat der Fortschrittlichen Volkspartci Dr Laporte-Göttingen 1914, Landwirt Trieschmann hessisch-thüringischer Bauernbund) 1297 und der sozialdemokratische Kandidat, Kassierer Ior- darr-Kasiel 1027 Stimmen erhielten. In der Stichwahl wurde dann der Bauernbündler Hestermann mit 8525 Stimmen gegen Henningsen mit 7963 Stimmen gewählt. Die bekannten Vorgänge in Zabern haben laut „Elsässer" die L a n d t a g s f r a kt i o n des elsaß- lothringischen Zentrums zu folgender Entschließung veranlaßt: „Die Landtagsfraktion der elsaß-lothringischen Zentrnmspartei hat in ihrer gestrigen Sitzung zu dem Fall Zabern in der entschiedensten Weise Stellung genommen. Sie hat gegen die Beleidigung des elsaß- lothringischen Volkes und gegen die Behandlung des Falles von feiten der zuständigen Behörden auf das schärfste protestiert. Sie wird dafür Sorge tragen, daß der traurige Fall im Landtag die gebührende Beleuchtung findet." — Dem genannten Blatte zufolge werden auch im Reichstage bte elsaß-lothringischen Zentrumsabgeordneten in gleichem Sinne vorgehen. Ausland. Das serbisch-bulgarische Militärabkommen von 1912. Der „Matin" veröffentlicht den Wortlaut des zwischen Serbien und Bulgarien am 19. Juni 1912 in Varna unterzeichneten Militirabkommens, in dem sich die beiden Länder nicht bloß gegen die Türkei, sondern auch ausdrücklich gegen Rumänien und Oe st erreich - Ungarn gegenseitige militärische Unter ft ütznng zusi chern. Es heißt in dem Artikel 2 des Uebereinkommens: Falls Rumänien Bulgarien angreife, sei Serbien verpflichtet, Rumänien sofort den Krieg zu erklären und Artikel 3 bestimmt, daß Bulgarien, falls Oesterreich-Ungarn Serbien angreift, unverzüglich Oesterreich-Ungarn den Krieg erklären soll. — Die Zeiten ändern sich. Heute hält sich Bulgarien an andere Bundesgenossen. Di e Genfer Soionagefälle. Der schweizerische Bundesrat behandelte am Tienstag die Genfer Spionage^ angelegenbeit. Aus Antrag des schnei-erischen Bundcsanwalts nnirbc beschlossen, die in Genf, Italien und Deutschland gegenüber tätig gewesenen Spione, den Franzosen Car guter und die Italiener Menozzi und Rosetti gemäß Artikel 70 der Bundesverfai'suitg auszuweisen, bezw. ihnen den AufeMhalt in der Schweiz zu untersagen. Tie Amtsvflichtverletzung des Genfer Staatsbeamten Iltosselei, der mit den Spionen in Beziehung gestanden habe, zu ahnden, liegt den Genfer Behörden ob. Französisch-russische Handelsbeziehungen. Aus Paris wird gemeldet: In einer am Dienstag nachmittag aus Veranlassung der Pariser und der hiesigen russischen Handels Tammcr unter dein Vorsitz des UMerstaatssekretärs der Handels-- marine de Manzic stattgehabten Versammlung hielt der Handels- attachee bei der französischen Botsclmft in Petersburg, Bautier, einen Vortrag, in welchem er eingehend die Vorteile darlegte, welche dem französischen .Handel durch die Errichtung direkter und regelmäßiger Schiffahrtsverbindungen zwischen französischen Häsen — namentlich Havre und Tunkirciten — und den russischen O st s e e h ä f c n erwachsen würden Unterstaats - fefretär de Monzie hob hervor, daß es für die französischen Schiff-- sahrtsgescllsclmften von großer Bedeutung wäre, zum mindesten einen Teil des russischen Answandererstromes über Frankreich alHnlenken, und ivracb die Ueberzcuguna aus, daß die russische Regierung ein solckx's Unternehmen zweifellos begünstigen würde. Eine deutsche Bank in Armenien. Tie „Vossische Zeitung" meldet aus Belgrad: Nach Blättermeldungen steht die Gründung einer großen deutschen Bank in Armenien bevor. Blutige Kämpfe in Mexiko. El Paso, 25. Nov. Ein allgemeiner Kampf ist zwischen den B u n d es t r u v p e n und den m cr i ka n i s ch e n Rebellen nm Iuarez im Otange 10000 Mann nehmen an dem Kampfe teil. Die Verluste sollen aut beiden Sel< ten bedeutend sein Es wurden bereits 8 Tote und 17 Verwundete nach Iucrrez gebracht. - . _________ , —x ......... - Aus Stadt und Land. Gieße n, 26. November 1913. Zu Großherzogs Geburtstag. Grobherzogs Geburtstag am.Dienstag hat, wie zu et- warten war, allerorten Gedenkfeiern veranlaßt Alle büraer- lichcn Vereine, die den palriotiscknm Sinn Hochhalten, hielten gestern einen Kummers oder eine Geburtstagsfeier ab. Die Festrunde, die die Bürgerschaft und die Beamten im GesellschansKaufe beim fröhlichen Mahle zusammenhielt, sandte ein Glückwunschtelegramm an den Großberzog. Die Antwort traf den Absender, den derzeitigen Rektor der Uni öcriität Professor Dr Kört c, erst nach Schluß des Festessens in seiner Wohnung an und hatte folgenden Wortlaut: „Für die mir ausgesprochenen freundlichen Glück wünsche wollen Sie bitte meinem aufrichtigen Dank Aus druck verleihen. E r n st L u d w i g." Die Festrede ist nicht, wie irrtümlich berichtet, von Herrn Provinzialdirektor Gedetmerat Dr. UH tiger, sondern von Herrn Rektor Professor Dr. tförtc gehalten worden Auch in der näheren und weiteren Umgebung unserer Stadt wurde des Großherzogs Geburtstag festlich begangen. E'^ gehen uns folgende Berichte darüber zu: rb) Tarmstadt, 25 Nov. Tex Geburtstag des Groß Herzogs wurde in gewohnter festlicher Weise begangen. Früh mor aens >var großes Wecken von der Kapelle des 11a an' meg:;- und um 10 Uhr Festgottesdienst in den vcriäncdencn stirchen unter Deteikigung von Abordnungen des Militärs, 3m R e s i d e n z f ch l o ß fand am Vormittag große Gratickationskur •tart, zu^welcher die (Generalität, die Minister, das Präsidium der beiden Ztanoefannnern, der Oberbürgermeister und zahlreiche an« berc behördliche Vertreter erschienen waren. Um 12 Uhr war in cer großen Halle auf dem Ererverplav große Parvleausqabe. Nach erfolgter Aufstellung hielt der Tipiiivnsgeneral^ Erzellenz v Plüskow eine kurze Ansprache und brachte zum Schluß ein dreimaliges Hurra auf den Großherzog au». Eine Batterie des Großh. Artilleriekorps feuerte alsdann 101 Salutschüsse ab; Am Nachmittag und Abend waren verichicdene Feierlichkeiten für die Mannschaften. Die Technische Hochschule, die sonst stets einen Festakt abhielt, wird diesmal die Feier mit einem großen Fest- kornrners im städtischen Saalbau begehen. Im Hostbeater war als Festvorstellung die neucittüitöicrtc C»er „Hosfmanns Erzählungen". Als dos Großherzogspaar die Hofloge betrat, brachte Bürgermeister Macklcr ein dreimaliges Hoch auf den (Srost- herzog aus, in das die Anwesenden mit Heller Begeisterung ein- stimmten und darnach stehend die von der Hoskapelle gespielte Nationalhymne anhörten. L. Friedberg, 25.Nov. Gestern abend fand zur Frier von Großherzogs Geburtstag Zapfenstreich von den Spielleuten des hiesigen Bataillons statt. — Die Techniker der hiesigen Gewerbe-Akademie hielten einen Kommers ab. — Heute morgen war Wecken, um 9 Uhr Gottesdienst für die Zivilgemeinde und das Militär und um 11 Uhr große Parole. Um 5 Uhr fand im Festsaale des Hotels Trapp cm Festessen statt, an dem sich die Offiziere, Beamten und Bürger beteiligten. Tie Mannschaften hatten in verschieoenen Gastwirtschaften kompagnieweise Feiern. kh. Watzenborn-Steinberg, 26. Nov. Ter Kriegerverein beging hier gestern abend die Feier von Großherzogs Geburtstag in der Gastwirtschaft Faber Präsident L e i ch t begrüßte die Erschienenen. Tarauf gab Pfarrer Sommeriad eine kurze Lebensschilderung unseres Landessürstcn, welche mit einem Hoch auf den Großherzog schloß Präsident Leicht gedachte in einem Hoch des Kaisers. Zur Verschönerung brr Feier trug eine burch Pfarrer Sommeriad gegebene Schilderung der Schlachtfelder bei Metz und Spichern bei, welche mit einem Hoch auf unser Vaterland endigte. ** Tageskalender für Mittwoch, 26. Nov. Stadttheater: ,11 n i e r e Käthe'. Anlang 7-6 Uhr. Verein Lir Frauenstimmrecht: .Frauenstimmrecht und Sittlich'kei t", Hotel Großherzog von Hessen. Anfang 81/« Uhr. * ** Ter Großherzog empfing heute anläßlich seines Geburtstages eine Abordnung des Kgl. Bayerischen 5. Infanterie-Regiments „GroßherzogErn st Ludwig von Hessen" aus Bamberg, die aus dem Kommandeur des Regiments, einem Hauptmann und einem Leutnant bestand. Tie Abordnung überbrachte dem Großherzog aus Anlaß seiner 20jährigen Inhaberschaft des Regiments als Gescheut eine aus Bronze gegossene Statue eines Offiziers des Regiments aus der Zeit der Befreiungskriege. Die Herren wurden spä.er vvm Großherzog zur Tafel gezogen. ** Gewerbeaussteliung Gießen 1914! Kaum hat die Kriegsmarineausstellung die'in letzter Zeit fo viel besprochene „Alte Klinik" verlassen, so hat sich die überaus rührige Leitung der „Gewerbeausstellunz 1914" in volle Tätigleit gesetzt, um mit den örtlichen Bauarbeiten zu beginnen, für die nun keine Zeit mehr zu verlieren ist. Wick umfangreich sich die Beteiligung nunmehr gestaltet hat, kann man wohl schon daraus ersehen, daß nicht nur noch die zweite Etage und sämtliche Nebengebäude belegt wurden, sondern auch noch der Dach stock und die ganzen Gänge und Flure mitbenutzt werden müssen. Wenn: man nun hört, daß sich außer den vereinigten und nicht vereinigten Gewerbetreibenden und Fabriken aller Industrien auch noch die staatlichen Unternehmungen daran beteiligen, so muß man daraus ersehen, daß dos ganze Werk seine bis jetzt gesetzten Ziele bei weitem übersteigt. Trotz alledem vermißt man immer noch einige Gewerbezweige und gerade die der Einheimischen. Warum? Auf doch, ihr Gießener Handwerker! Tie Wogen der erregten Gemüter anläßlich der hiesigen Stadtratswahl haben sich doch nunmehr gelegt. Es ist darum nun Zeit genug, um in Ruhe zu beraten, wie man seine Erzeugnisse bei solcher Gelegenheit im schönsten Lichte erglänzen lassen kann. So haben z. B. die hiesigen Maler- und Weißbindermeister für morgen Tonnerstag, den 27. d. M., im Hotel Kaiserhof eine Besprechung unter sich einberufen, um über die Bestellung der hiesigeit Ausstellung zu beraten. Darum auf, ihr noch Mrckständigen, folgt diesem Beispiel, ehe es zu spät ist und bevor die noch sehr wenigen freien Räume auch nid) vergriffen sind! ** Vorn Stadtthcater. Es sei darauf hingewiesen, baß beim Gastspiel von Friedrich Kayßler und HeleneFehd- m c r in Ibsens ,,R osrnersholm" am Mittwoch, 3. Dezember, für Abonnenten der dritte Ermäßigungskupon gilt. — Zur Erstausführung von Heinrich Ilgcnsteins „K ammermufif" am Freitag dürsten die Aeußerungcn einiger auswärtiger Blätter über das Stück interessieren. Wir verzeichnen solgcnde Preßstimmen: „Hier hat Heinrich Ilgcnstcin ein ganz charmante» und graziöses Lustspiel geschrieben, wie wir zurzeit wenige auf den Brettern' haben." Königsberger Hanungsche Zeitung.« „Ilgensteins „Kammermusik" gehört zu den amüsantesten und liebenswürbi^sten bei teren Werken der letzten Jahre." (Hamburgischer Korrespondent.) „Welche Anmut und Liebenswürdigkeit spricht aus jeder Szene, wie Hitzig graziös ist der Anfbait des Ganzen, wie unterhaltsam wirkt die Satiie der Komödie. Freuen wir uns somit, baß die Unter* haltungsbülmc einen so reizvollen Zuwachs gewonnen hat." (Hamburger Frcmbenblatt.) ** Ultramontanismus und Wissenschaft Uebcr dieses Thema wird, wie man uns schreibt, im Akademisäien Bis- marckbund der bereits von einem früheren Vortrag her bekannte Koblenzer altlath. Pfarrer, frühere Redakteur der „Köln. Volfs- zeitung", Dr. Kirsch, am 27. Nov , abends 8l Uhr, im Hotel Einhorn sprechen. Tie zahlreichen römiscb-kurialen llebergriffe der letzten Zeit in das Gebiet deutschen Wissenschaftsbettiebos lassen das Thema besonders aktuell erscheinen, io daß wohl auf einen recht zahlreichen Besuch aller akademischen Bürger und auch der hiesigen Einivohner gerechnet werden darf, die in der Abwehr der ultra- montanen Bestrebungen eine Verteidigung der VarerlandSinteressen erblicken. "In derVerHaftung deS Leiters der Gewerbebank 511 Lollar, H. Nies, wird uns mitgeteilt: Die gesamte Emwohnerschast von Lollar und Umgegend hat große Verluste erlitten, ja sogar Vereine sind davon betroffen. Ter Kriegerverein hat über 1000 Mark und seinen Fahnenfonds verloren. Die Anschaffung der neuen Fahne, deren Einweihung 1914 erfolgen sollte, ist unmöglich. Der Gesangverein wollte im nächsten Jahre einen großen Wettstreit mit Sängerfest abhalten. Infolge feiner Verluste und der Verluste seiner Mitglieder kann daS Fest nicht ab- gehalten werden. Einige Einwohner sind von dem Konkurs bedroht. _ " Verband hessischer Zi m m e r m e i st e r. Am -onniag wurde im ^«nba u« von Worms die Haupt- versammlunq des ^rdandeS hessischer Zimmermetster ob- nebelten, «em v»m Vorsitzenden erstmteten IobreSberrcht ift zu entnehmen, day der V rbanb cm abqctaufenm Jahre sehr crfolo- retd) tut bte vntrre)Kn inner 'Kuqlietkr cmgetitien ist. T-er Jahresbericht brtaßte iüb sodann mit der starken Belastung der on der Tag graute, gllein zurücklegen, da der Bruder wieder zu seinem Truppenteil uirücf mußte. Als der Bruder kaum weg war, schloß fick' dem Mädchen ein anständig gekleideter Mensch in dunklem Anzug und schwarzem weichen Filzhut an, der dem Mädchen ivegen des Regens seinen Schirm anbot und es veranlaßte, den Weg mit ihm quer über den Exerzierplatz anstatt grade aus zu nehmen, um den Weg ab'zukuryen. Kurz vor dem Eintritt in die Anlage in dcr Elisadethenstraße wurde der Mann aber frech und zudringlich und versuchte das Mädchen zu packen. Tiefes aber setzte sich mit aller Kraft zur Wehr und )ehrte, worauf der Bursche das Messer Log und ihr einige Stiche in den Leid und das Bein beibrachte. Ter Täter entkam unerkannt Tas schwer verletzte Mädchen wurde nach dem städtischen -Krankenhaus gebracht, wo es alsbald einer Operation unterzogen wurde. Ter Zustand ist sehr bedenklich. Tie Staatsamvaltschaft bat jetzt ein Ausschrciben erlassen und fahndet energisch nach dem Täter. m. Offenbach, 26. Nov. Ter 21jährige Schmied Hermann LaiS geriet gestern abend mit feinem gleichalterigen Kollegen Hermann Schieferdecker nach oorauSgegangcner Aussprache über Seefahrerei in Streit, der damit endete, daß L. dem Sch. fern Taschenmesser in die Brust slicst In bedenklichem Zustande kam der Verletzte in das städtische Krankenhaus. Der Täter ging flüchtig, wurde aber bereit# in Frankfurt ermittelt und verhaftet. — In der Wagenachsen- unb Federnfabrik vorm. Dick L Kirschten geriet der ö7jähr. Arbeiter Heinrich Röth au® Bad Orb mit dec linken Hand unter denTampsharnmer, der ihm vier Finger abquetschte. 1 1 die heilen fehlen noch. TURK2PASSTE a”, (mit pistor -isckt., Giessen v. Die neue Kreis- tfiroafferfrei erbaut ba§ Gaffer betört ■ 0ematfung bin> in erliefen, wer-- Meler b«it tuv chi km Wtiyt Ofenvorsetzer Kohlenkasten Kohienfnller die tet Spionage ausschließlich gegen fremde Staaten gerich- war. "0 JltibO ist die denk- bar beste Zahn-Bürste weil sie allen Anforderungen entspricht. Stück Mk. 1.50. Adler - Drogerie, Seltersweg 39, Otto Schaaf. [7179 Tage iottb die Dirn Sberqer Länger^ 1. Bnndespräsideiltcn, hstjädrige Bundeschöre prächtiq" von Cilckci s. Mendelsiobll Tic>n cgetragen werden. W. kmalisatwnL- Schwarz ein, das u geneigt — Kreis- mber in den Ruhe- inneitn Geschichte schon imofern, Äs der Verfasser ific der Gefahr erlegen ist, sich allzusehr in Einzellxiten zu verlieren. Ev hat immer die großen Grund- und Richtlinien, in denen die Ent- Wicklung verlief, ausgefundcn und hcrvorgcbodcn, aus dem Wirrwarr der hin und derwogenden Kämpfe der Parteien lintcrrinatt- der und mit der Regierung den innersten Kern der Gegensätze und Streiwbiektc herauszulöscn verstanden. Ader indem er daS Allgemeine fest im Äuge Inhalt, beschränkt er sich nun nicht ehtki auf Allgemeinheiten und theoretische Reslerionen, in denen mir zu leicht das Bild der Wirklichkeit verblaßt und verdampft. Er gibt uns kein chronologisches Verzeichnis sänillicher Minister- Wechsel, Reichstagsauflösungcn und dergl., von den prinzipiell wichtigen Streitfragen und entscheidenden Geschehnissen aber wird man keine vermissen, jede an der richtigen Stelle in den großen Zusammenhang gerückt finden. Das Streben, auch die -Anschau- ung des Gegners wenigstens menschlich zu bcgreifcu und zu respektieren, macht die Lektüre des Buches auch dem Andersdenkenden (Herr v Massvw gehört der Reichspattch an) ivmpa- lhisch Sein Patriotismus weckt auch in der Brust des Lesers die Ueberzeuugng, daß im deutschen Volk Kraft und Tüchtigkeit genug steckt, uni über die Zänkereien, Torheiten und Irrtümer des politischen Alltagslebens himveg große gemeinsame Ziele zu erfennen und zu erreichen. Eine Kaserne in Flammen. Rennes, 26. Nov. In der vergangenen Nacht brannte Kaserne des siebten Artillerie-Regiments nieder. Einzel- onnerStag, abend? nit folgender Tage?- lkommission zu der ng. 2. Boranschlag it Klopflteinen, hier ng einer Rinne in I der Kanalisations- gung verfchiedener vüchertisch. — T i c deutsche innere Politik unter Kaiser Wilhelm II. Bon Wilhelm v. Massow. 6. Band des von Karl Lamprecht und Hans F. HMmolt herausgegebenen großen Sammelwerkes „Tas Weltbild der tSegcnwart". (Stuttgart, T-eut sche Verlagsanstalt.) — Herr v. Massow sagt in der Vorrede zu seinem Buch: „Es ist nickst gut, wenn 'über die Angelegenheiten, die das lebendige Interesse aller Volksgenossen in Anspruch nehmen sollten, infolge der Stimmungen und Eindrücke des Augenblicks jede Orientierung verloren geht. Viele sehnen sich, wenn sie in dem von Schlagworten lwherrschten, verwirrenden Hin und Her der nächsten Erlebnisse hilflos zu versinken glauben, danach: daß sich ihnen eine Hand entgegen streckt, die ihnen hilft, gegenüber den Augenblickswirkungen der Tageskänrpfe einen we nigstens etwas erhöhten Standpunkt zu gewinnen. Tie notwendige ftlärung kann nur dadurch erreicht merhen, daß mir die Gegen wart aus der Vergangenheit, aus ihrem Werden zu begreifen suchen." Es liegt ein Programm in diesen Worten, dem wohl jeder Leser zustimmen kann; und, was die Hauptsache ist, das Werk selbst bedeutet auch die Erfüllung des Progranrms. Es gibt uns eine tresftiche Orientierung über die letzten 25 Jahre unserer vereinrnachrichten. -r. Reichelsheim, 21. Nov. Am nächsten Sonntaa, nach- mittaas 3 Uhr findet int Gasthof .zur Bost* eine Hauptversammlung des £ r t 3 g e ro c r b e o e r c i n § Reichelsheim statt. Pfarrer Vogel hält einen Lichtbilder-Vortrag über .Im Fluge um die Welt'. der Prinzessin erzählt und sich einen Teil der Provision versprechen lassen, wenn er Automobile seiner Firma an die Prinzessin verkaufen könne. Manv hat sich dann zur Prinzessin begeben und dem Generalbevollmächtigten Törffler folgendes Gcsckiäft angeboten: Die Prinzessin sollte von der Firma Schröter für 200000 Mark Bücher gegen Wechsel kaufen und diese lombardieren. Many sagte, der Kaur >ei nur Formsache, der Käufer bekäme die Bücher überhaupt nicht zu sehen, sie würden ohne weiteres weiterverkauft. Die Prinzessin bekäme ca. 80 Proz. des Kaufpreises herausbezahlt. Törffler war damit einverstanden. — Angekl.: Ich habe von der Sache nichts gewußt und erst später davon erfahren, als der Kauf bereits abgeschlossen war. Es konrmt dann ein neuer Fall zur Sprache, bei dem es sich ebenfalls um den Kauf von Büchern handelt. Ein Osftzier Hageow hat von Schröter Bücher gegen einen Wechsel über 30 000 Mark gekauft. Darauf wurde die Sitzung auf Donnerstag vertagt. tHftfcbiffatyrt. Moskau, 25. Nov. Der Flieger Wassiljew, der gestern 9 Uhr morgens in Petersburg mckgcstiegen war und mittags in Wischnij-Wolotschek kurze Zeit rastete, ist heute 10 Uhr 20 Mimiteu über den hiesigen Aerodrom geflogen. Wassiljew trat ohne zu landen den Rückflug nach Petersburg an. — Buc, 25 Nov. Ter Flieger Pereyvn stürzte heute vormittag mit einem Eindecker aus einer Höhe von etwa 15 Metern ab. Pereyon geriet unter den Motor, wurde zermalmt im war auf der Stelle t o t. Summa: 13(4) 9(3) 1(1) 3 Anm.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen FRITZ HO W AOK ।----—Spezial-Haus für-------. ■ | Braut-Ausstattungen | Eigenes Atelier zur Ahfertijjurig vom Wäsche-Ausstattungen | Bei Ausstattungen Vorzugs -Preise 11 WÄSCHE—FABRIK ■trau stürzte beim de vom hochgehcnden , gelang es zwei m Ertrinken nahe M Zwiebeln mittlere haltb. Winterware per Zentner zu Mk. 6.—, größere Posten billiger. Wilb. Watzenborn, Södel tWetterau) Telephon Nr. 1 Ami Wölfersheim. 7612 (RcricbtsfaaL Büdingen, 24. Nov. (Schöffengerichtssitzung.) Der Taglöhner I. B. und seine nunmehrige Ehefrau E., geb. R., von Büdingen hatten gegen die Strafbefehle wegen Konkubinats recbtA- giiltig Einspruch eingelegt. Unter Zubilligung mildernder Umstände, da inzwischen Eheschließung erfolgt ist, erachtete das Ge- rid;t eine Geldstrafe von je 10 Mark, oder je 3 Tage Hast für angemessen. — Der Fabrikarbeiter F. E. von Obborn- hofen wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von 5 Tagen verurteilt. Er hatte bei gelegentlicher Anwefenheit in Büdingen das 4 Fahre alte Pflegekind feiner Schwiegermutter unberechtigter Weise und unveranlaßt mehrmals aus den >i0ps geschlagen, daß dieses erheblich verletzt wurde. — Der Photograph G. F. von Frankfurt a. M., gegen den »Haftbefehl wegen Unterschlagung ergangen lvar, hatte sich trotz seiner Erklärung beim König!. Polizei-Revier 13 in Frankfurt n. M., er werde sich freiwillig zur Hauptverhandlung stellen, heute hier nicht gestellt. Der Haftbefehl kommt deshalb zur Vollstreckung. — Das Dienstmädchen E. I. von Mittelgründau hatte gegen einen amtsrichterlichen Strafbefehl wegen widerreckstlickMi Dienstverlassens rechtsgültig Einspruch eingelegt und wurde frei gesprochen. — Ter Taglöhner P. L. von Büdingen wurde wegen Forstentwendung im wiederholten Liückfalle zu einer Haftstrafe von 3 Tagen veruteill. Im Sk»dtkrankenhaitse mußten die Finger abgenommen werden. ^h) Longen, 25. Nov. Der hiesige Konsumverein belchloß seine Auslösung und zugleich den Anschluß an den z^ranffutter Konsumverein. Kreis Wetzlar. V. W e h l a r, 25. Nov. Mit Beginn der langen Winterabende hat auch wieder ein gern gesehener Gast, die W and erbrich ere i, in den flreisdörfern Einkehr gehalten. Dank der Beihilfe ist die Zahl der Bände sämtlicher Bücberstöcke schon weit riber 12 000 gestiegen. Eine Fülle von Unterhaltung und Belehrung geht von dieser Kreiseinrichtung ans. — Dornholzhausen, 26. Nov. Wie man uns mitteilt, hält^ der Radfahrerverein Dornholzhausen am 21. Juni 1914 ein Radfahrersest, verbunden mit Bannerweihe, ab. Hessen-Nassau. h Schwanheim, 25. Nov. Wegen einer elterlichen Rüge stürzte sich die 19jährige Franziska Reinhard aus einem Fenster auf die Straße. Die Unglückliche erlag nach kurzer Zeit ihren schweren Verletzungen. = Hanau, 25. Nvv. Vermißt wird seit dem 13. Oktober der am 23. September 1913 geborene uneheliche Knabe der 19 Jahre alten Margarete Gertmann aus Hailer. Die Gert- mann gibt an, sie habe sich an fraglichem Tage mit dem Kinde im Hauptbahnhof Frankfurt aufgehalten. Tort sei eine etwa 35 Jahre alte Frau in schwarzem Kostüm zu ihr gekommen und stabe ihr das Kind mit dem Versprechen abgenommen, es an Kindes- flntt anzunehmen. Damit sei sie — die Mutter — auch einverstanden gewesen. Die Gertmann steht im Verdacht, das Kind beseitigt zu haben. Etwaige Wahrnehmungen sind an die Staatsanwaltschaft Danau unter 2. J. 1012/13 zu richten. X. Gelnhausen, 25. Nov. In dem Dorfe Neuses wurde der Landwirt Konrad Kern in einem Brunnen ertrunken aufgefunden. Man nimmt an, daß die Tat in geistiger Umnachtung ausgeführt worden ist. rfc) Höchst a. M., 25. N-v. Bei der heute hier vorgenommenen Wahl zur Handelskammer Wiesbaden wurde das seitherige Kammermitglied Kommerzienrat Offenheimer- Höchst a. M. einstimmig wiedergewählt. h. Bad Homburg v. d. H., 25. Nov. Die städtische Sparkasse erhöhte den Zinsftiß für Spareinlagen auf 3,75 bezw. -1 Proz. Ter Hypothekenzinsfuß uwrde auf der alten Höhe belassen. vermischte». * Schnee. Heute nacht ist im Schwarzwa ld und in den Vogesen bis auf 900 Meter herab erneut Schneefall eingetreten. In den höheren Lagen, wo die Temperatur unter den Gefcierpuni. gesunken ist, beträgt die Schneehöhe 10 Zentimeter. * Aus Eifersucht. Aus Dortmund, 26. Nov., wird ge meldet: In dem benachbarten H a n g e d e wurden eine Witwe und ihr Kostgänger unter dem Verdacht verhaftet, den vor einigen Togen verstorbenen Ehemann der Witive vergiftet zu haben. Tic Schwester der Witwe hatte aus Eifersucht Anzeige erstattet. * Ungetreuer Rechtsanwalt. Der Rechtsanwalt Laufenberg in Koblenz wurde wegen Verdachts von Unregelmäßigkeiten in der Verwaltung von Konkursen verhaftet. Wie cs heißt, belaufen sich die Beträge auf mehrere Hunderttausende. *■ Einen raffinierten Kinderdieb st ahl zur Verdeckung eines Kindesmordes verübte ein Dienstmädchen in Stuttgart. Im Oktober d. Js. machte der «Diebstahl eines einjährigen Kindes auf offener Straße Aussehen. Jetzt fand die Polizei das Kind in Fürth und stellte als Täterin das Dienstmädchen fest, welches das Kind entführt hatte, um den Nachforschungen nach dem Verbleib ihres eigenen unehelichen Kindes zu entgehen, das es sofort nach der Geburt ermordet hatte. * Eine Stradivarigeige in angeblichem Werte von 50000 Mark sowie Schmucksachen und sonstige Wertgegenstände im Betrage von 10 000 Mark erbeuteten Einbrecher bei einem Fabrikanten in der Brandenburgischen Straße in Wilmersdorf. Als der Wohnungsinhaber zurückkehrte, fand er auf dem Tisch zwei Gläser, aus denen die Spitzbuben Sekt getrunken statten. * Wegen 50 Pfennig ermordeten vier jugendliche polnische Arbeiter in Briesen einen verheirateten Arbeiter und versenkten die Leiche in einen See. Die Täter wurden verhaftet und haben ein Geständnis abgelegt. * Mittelalterliche Funde. Aus Halle a. S. wird gemeldet: In der Nähe von Naumburg fand man bei Ausschachtungsarbeiten mehrere Kästen, welche mittelalterliche Münzen, eine Urkunde und vier Glasflaschen mit Wein enthielten. Nach der Etikette stammt der Wein aus dem Jahre 1667. * Erwischte Diebin. In einem großen Pariser Warenhaus wurde gestern eine junge Dame bei einem Taschendiebstahl verhaftet. Man fand bei ihr mehrere wohl gefüllte Portemonnaies und Juwelen, sowie ein wertvolles Perlenhalsband. Bald darauf meldete sich eine Dame, der tätsächlich das Halsband, gestohlen worden war. * Automobilunfall. Der Sekretär der russischen Botschaft Soldatenko in Paris steuerte gestern in der Nähe von Versailles ein Auto, in dem sich die 12 jährige Tochter eines befreundeten Getreidehändlers befand, so unglücklich, daß der Wagen an einem Baurn zerschellte. Das Mädchen erlitt nur leichte Abschürfungen. Soldatenko wurde schwer verletzt. ' Die Kleinbahn i in Jt n m p i e mit einem Schwan. An? Osnabrück wird uns geschrieben: Ein merkwürdiges Abenteuer hatte dieser Tage der Zug einer Kleinbahn zu begehen. Mit Greulichem Gefauche kroch das 'Bähnchen den Schienensti ang entlang, her neben der Hase, einem kleinen Flüßchen, sterlänft. Auf dein Flutensviegel schaukelte flch ein blütenweißer Schwan, der nut oielyn Getue um die Gunst zweier weiblicher Geschöpfe seiner Gattung mnrb Ein richtiger Schwerenöter, ließ er alle seine Ver- füstrnngslünfle spielen, spreizte manierlich die Rockichöße und drehte und wandte sich vor den Augen der entzückten Schönen nach allen Seiten. In dem Augenblick aber, da er den Trumpf ausspielte und mit edlem An stand die Flügel ausbreitete, entfuhr den Nüstern des vorüberstainpfenden Dampfrosses eine gewaltige Wolke, die sich auf die Wasserfläche legte und die Schwanendamen unverzüglich in die Flucht jagte. Als sich der geflederte Kavalier um die Wirkung seiner Freite betrogen sah, erboste ihn dies so sehr, daß er den Gegner zu vernichten beschloß. Die Wut verlieh ihm Riesen- krä'tc. In wilder Kampfbegier erhob er sich ans seinem Element, um sich im nächsten Augenblick an dem eisernen Panzer des rollenden Ungetüms den Schädel zu zertrümmern. Blutüberströmt sank der Mutige in den Sand und mußte noch im Sterben das schrille Triumphgeichrei des Gegners vernehmen, das der Wind ihm von fernher zutrug. 5* bei SSH. 1« » _ ■’wtntn h"btvasl, rb n5t>ec Ad bi, Ooö otl W* •:=T8* &®Ä!; K wntejeit 1912 tae einen Ge- Wte mein in 'sodabderFnüer- austraten, so Aktiva n mit dem Gedan- en, da der Naren- des Bahnhossum- abgerissen werden, mit der Errichtung ft »oit heute, Miw J »8um zu ■ Naturwunder br- mb Mr Schwänze. Der Roman einer gräflichen Grisette. 4- Berlin, 25. Nov. In der sortgesetzten Verhandlung gegen die des Betruges beschuldigte Grafen Fischler von Treuberg wurde heute zunächst der Gutsbesitzer v. Stcchow (Kotzen) vcrrwmmcn und zwar zunächst zu dein ihn selbst bctrcffcnbcn Fall, dem Bilderkauf. Er sagt hierzu aus, Frau v. Treuberg habe mit dem ganzen Bilderkauf überhaupt nichts zu tun. Er habe von dritten Personen gehört, daß Floncke die Bilder zu verkaufen hätte und er sei dann zu diesem hingegangen, weil er Geld gebrauchte. Zeuge Hosrat Kahscr (Wiesbaden) bekundete, daß er den gitferenbar v. Alten gekannt habe, ber ein unverbesserlicher Spieler gewesen sei. Nach meiner Meinung ist er überhaupt nicht zu retten gewesen Es wird bann ein neuer Anklagefall erörtert, ber einen Herrn v. Trauwitz Hellwig betrifft. Die Angeklagte hat diesen Herrn, der Gelb brauchte, mit bem Geldvermittler Homel)er bekannt gemacht. Dieser hat sich von v. Trauwiy für 15 000 Mark Wechsel geben lassen und die Wechsel später unterschlagen. Die Angeklagte bestreitet, gewußt zu haben, baß Homepcr ein Betrüger sei, sie habe geglaubt, das; er das Geld besorgen könne und werbe. Nach der Pause wirb der Fall der Prinzessin L u i) e von Coburg verhandelt. Vorsitzender: Die Prinzessin Luise, die Tochter de« verstorbenen Königs der Belgier und geschiedene Ehefrau des österreichischen Generals Prinzen Philipp Herzogs zu Sachsen befand sich bereits im Jahre 1909 in Geldnöten. Die Prinzessin bezog zwar als Apanage jährlich 40 000 Franks von ihrem Vater und 81 000Mark von ihrem geschiedenen Gatten. Sie hat aber so verschwenderisch gelebt, baß bereits 1903 ihre Unterstützungen aus Jahre hinaus verpfändet waren. Im Winter 1908 zu 1909 wohnte sie im Hotel Bristol in Berlin. Nachdem sie dort ihren Kredit erschöpft hatte und sich der sofortigen Zwangsvollstteckung unterworfen hatte, zog sie in den Kaiserhof, wo die Grenze des ihr zu gewährenden Kredits von vornherein auf 50000 Mark festgesetzt wurde Auch dieser war bald ersckwpft, und int Hotel verlangte man daher täglich vor dem Servieren des Tiners die Bezahlung des täglichen'Pensionspreises von 400 Mark. Auch dieses Geld mußte die Prinzessin anberweiiig beschassen. In einem Briese hat die Angeklagte ber Prinzessin angeboten, ihr Kredit zu verschaffen. Sie ist and) in Begleitung ihres damaligen Liebhabers, des Leutnants Becker, der letzt in Los Tegues in Venezuela lebt, mehrere Male zu persönlichen Verhandlungen zu der Prinzessin gefahren. — Bors • Sie haben von ber Prinzessin 10 Prozent Provision verlangt' und die Prinzessin hat Ihnen diese auch zugebilligt, wenn Sie bares Geld beschafften. — Angekl.: Jawohl. — Bors.: ote haben bann weiter bcin AutomobilVerkäufer Man» von der Notlage HM . „WerUeietf« t ■ s iifir auf uCItt fessn- weg war, 1 f[em L-tund es °°r- n anvol" M an* de» Mm ,b u"d,^ er ver- sBs »Sä und W? , ., Schind it, b,hie stuft f«-d [cr m städtich' '«"'S; ’ "’taHuC ' Märtte. kc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 26. Nov. 'llufactrieben waren 1729 Schweine. Vollflesschige Schweine von 80 bis 100 ke Lebendgewicht 56.00—58.0'' Mk., Schlachtgewicht 72.00—74.00 Mk.. vollfleifchige Schweine unter 80 kg- Lebendgewicht ’>6.00—58.00 Alk., Schlachtgewicht 70.00—73.00 Pik.: vollfleifchige Schweine von 100—120 kp? Lebendgeivicht 56.00—59.00 Mk., Schlachtgewicht 73.00—75 Pik.: vollfleifchige Schweine von 120 bis 150 krr Lebendgewicht 56.00—59.00 Mk^ Schlachtgewicht 73—75.00 Pik. Geschäft mittelmäßig, bleibt Ucbcrftanb. fe. Frankfurt a. M., 26. Nov. (Crig.-Tetegr. de? „Gieß. Sinn.') ?lwtliche Notierungen der heutigen Frucht marktvreife. Weizen (hiesiger) Mk. 19.5 i—00.00, Kürheinf her Pik. 19.5 >—00.00, Wetterauer P-k. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Mk. 16.00 bis I6.2ö, Gxrfle (Westerauer) Vik. 16.25—17.0", Gerste, Franken, Pfälzer, Rieb Mk. 16.50-17.0 , Hafer Mk. 16.00—17.00. Mais Mk. 14.50 bis 14.75, D cizenwebl 0 Dik. 00.00—00.0^ Weizenmehl I Mk. 00^0-00.00, Weizenmehl IH Dir. 00.00—00.00. Roggenmehl 0 Mk. 00.'»0— < .00, Roggemnehl Oll Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 0.00—0.00, Weizenfchalen Dik. 0."0—O.CCt Roggenkleie Alk. 00.00—00.00, Malzkeime Mk. '>0.00—00.00, Biertreber 00.00— OO.OCV Raps Mk. < 0.ou—00.00, Futtergtrste Mk. 00,00—00,00. Alles per 100 Kg. ab hier. fe. Frankfurt a. M., 26. Nov. (Drig.-leiegc. de? .Gieß. AnzcigeräE.) sta rt o ffe l m a rkt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Pik. 3.50—4.00, im Kleinhandel Pik. 4.50—5.00 füc je 100 Kg._______ _________________________________________________ wochentl. Aeverstcht der Todesfälle L ö. Statt ließen. 46. Woche. Vom 9. bis 15. November 1913. Einwohnerzahl: angenommen »u 32 400 (iuf(. 1600 Mann ölilttäc), Cterblichkeitsziffer: 20,86 9fm, nach Abzug von 4 Dvt5fce:nbeit: 14,43 °/w. Kinser vom 2.—15. Jahr: Wetteraussichten in Hessen füc Donnerstag, den 27. Nov. 1913: We-bjelnoe Bewölkung, meist trocken, etwas kälter, vielfach Morgennebel. Letzte riactzrichten. Die Fortführung des Rhein-Hannover -Kanals. Berlin, 26. Nov. Die Aeltesten der Kaufmannschaft sind in ihrer letzten Sitzung für eine energische Fortführung des Rhein-Hannover-Kanals bis zur- Elbe eingetreten. Zum Spionagefall in Genf. Paris, 26. Nov. lieber die Ausweisung des ehemaligen Hauptmanns La r gu ier und der Italiener Mcitocci und Ro setti wird aus Genf gemeldet: Der Bund hat die Ausweisung verfügt, weil aus dem Bericht des Staatsanwalts hervorgeht, daß Preise rmässigung?| Von heute ab: Hiilfnrman neueste Fassons Mk. 1.75, nunormeri 2.50,3.50,5.25 Garn. Damen-u. Kinderhüte mit 25% Rabatt Original-Pariser-Modellhüte mit 40% Rabatt F. Mandler, Gr. Steinweg 15p. i Spezial-Putz-Salon 7543 1 Es starben an: Zusammen: Erwachsene: L Leb im ensjahc: Tuberkulose 4(1) 4(1) — Asthma 1 — — Aderverkalkung 1 1 — Nierenentzündung 1 1 — Rreb§ 2(1) 2(1) — Hantgeschwüren 1 (1) KD — Verunglückung 1 — •— Lebensschwäche 1(1) — 1(1) unbekannter Uriache 1 — — MESSMER See VTgflgllch ImGetchmack. billig Im Gebranch. Uns Pfand von Tk.2.60 an. 100 Gramm ab 55 ff Akademischer Wartburgbund Freitag, den 28, da. ebenda 1,9 Uhr, in „Steina Garten“ des Herrn Professor I>. Eck über: „Schleiermachen und das Vaterland von 1800—1813“ Jedermann, besonders die Herren Studenten, herzlich willkommen. Eintritt 20 Pfg.. Miturl. frei. imb Der Vorstand. Akademischer Bismarck-Band (Ortsgruppe Glessen) Vereinigung zur Anfklärong über den Ultramontanismus. Donnerstag, den 27. November 1913. abends 8‘/i Uhr, im „Hotel Einhorn“ Oeffentlicher Vortrag von Pfarrer Dr. Kirsch, früher Redakteur des kirchl. Teils der Kölnischen Volkszeitung Der Ultramontanismus in der Wissenschaft. Eintritt 20 Pfg. [v**/,,) Damen herzlich willkommen. Freitag, 28. November, 8 Uhr, in Steins Garten: W. Neander Hofrezitator: Der Befreiungskampf 1813/1815. Mit 100 farbigen Lichtbildern. Eintritt 50 Pfg. Mitglieder und Schüler 30 Pfg. _______Alldeutscher Verband (hieben. pr-11 t Gießener Merck E. L. Eintrittsgeld 1 DH. Jahresbeitrag 3 Mk. Derselbe wird vom Vereinsdiener Adolf Tchwan in den nächsten Tagen erhoben. ,tcbcr Quittung wird eine Beikartc bcincfünt- Weitere Bcikartcn ü 60Pfg. wolle man gleich beim BercinS- dtener entnehmen. Beilagen können nur für die HauS- standSmitglieder der engeren Jainilie verlangt werden und sind nicht übertragbar. Mißbräuchliche Benuhung dieser Karten zieht zunächst den soior- tigen Ausschluß auö dem Verein nach sich und wird gegebenen Jalles gerichtlich verfolgt. Anmeldungen können beim VereinSdiener oder auch bet Herrn Ernst Balser, MäuSburg 11, erfolgen. Gießen, den 2L November 1913. v**/n________________________Der Vorsitzende. kisenbahn-KonsMottein kieken e. 8. m. b. Ordentl. General Versammlung Donnerstag, den 1. Dezember 1913, abends 8' - Übt im Beratungszimmer des (^mtzfangsgebäudes 'Ein gana von der StationSkasfe aus». — Tages - Ordnung: 1. Bekanntgabe des Berichts des Verbands Revisors; 2. Rechnungslegung und Entlastung: 3. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinnes,- 4. Ersaßwabl von Vorstands- und AmsichtSratsmitgliedern; 5. Verschiedenes. Gießen, den 26. November 1913. DM/n Der Vorsitzende des AnffichtöratS. Zm Restanrant „Zum Pfau" ist nur kurze Zeit das Wunderkalb „Muzzi“ ausgestellt. 09396 Grösste Abnormität der Natur! WiNHcnNchaft- llche Sehenswürdigkeit I. Hanges. Das schön ausgewachsene Tier bat zwei Ztötzic, sechs Beine u. zwei Schwänze. Hochinteressant für Aung u. Alt! r Bahnhofstraße 56 Telephon Nr. 681 _________________T4»l Ing. 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Ranges: I)a<« leben drTorpedo Drama in 3 Akten lyine d. gewaltigsten ,',ug- nnmmern. die je beraus- qegeben tvorden ftnb. ,)n diet tjilm tiebt man alles tvas menscvitck.Wahnwttz nur ernnnen konnte, trr wird grotu Autieb. erreg, a® Die Dirrkttou. Loniinersprossen kann jeder in 10 Tagen gänzlich beseitigen. — AuSkunst kostenlos. AtL E. EocNNin. Berlin, Seestraße. 17643 Für KtMWpiM-Wtztt neue dovvelieitigc Platten von 1.— Mark an sowie alle andere Sorten aus "nger. Reparaturen an Grant'nopboncn tverden billigst und sachgemäß aus- gefübrt. (7352 Linker Lndwigstraße 16 NB. Umtausch von Platten rocisk- ii. ealfltfartoneln in den verschiedenen Sorten empsiehlt au billigsten Preisen H. Trechsler, g Ltcini'iraße 48, Tel. 58 L Auf IVunMch Proben. Optima-Fahrräder F *1 f •* eee mtermllnn 681« ». Lfqcf P». V| «»"•■> n eWErtf. X3y*T *r»Cn«iMl»rw*». 'er-« bjnrfUt4l»4<> H. Tlmmenn. HennoveriOö Das erquickt wenn man zum Vesperbrot Den kräftigen u. herzhaften Seeligs kandierten Kornkaffee trinkt. 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