gesunden, deren Anordnung den Grundplan der Siedlung immer klarer hervortreten lassen. Beträchtliche Reste von Topswaren bekunden, daß vor dieser Seite des Kastells eine germanische Siedlung gelegen hat. Viele Keller zeigen noch gut ihre Bretterverschalung, und waren aus Treppen oder Rampen zugänglich. Tie unregelmäßige Lage der Keller zueinander bezeugt, daß sie nicht bloß als unterirdische Wohnäume gedient haben können; man dars mit umso größerer Gewißheit über allen Kellern richtige Wohnhäuser, wenn auch bescheidenen Umsangs, voraussetzen, als sich dafür in der Römerstadt Nida bei Heddernheim sichere Beweise gefunden haben. An Tiefbrunnen legte man in diesem Sommer 4 frei, die eine Tiefe von 5—11 Metern haben und als Ziehbrunnen eingerichtet waren. Durch die Auffindnng dieser Brunnen, nicht bloß Zisternen, ist auch die bisher ungelöste Frage nach der Wasserversorgung des Kastells beantwortet worden. — Die Ausgrabungen förderten wieder zahllose Fundstücke, Bronzen, Münzen, Hand- werfsgerät, darunter ausgezeichnet erhaltene Löffelbohrer, Äsen- sachen, Urnen, Topswaren, namentlich aus terra jigillata u._ v. a. ans Licht. Sämtliche Fundstücke wurden bestimmungsgemäß dem Reichs-Limes-Museum auf der Saalburg überwiesen. * — Z u Roseggers 70. Geburtstag (31. Juli) hat die Verlagsbuchhandlung L. Staackmann in Leipzig dem großen steirischen Volksdichter eine besondere Freude damit bereitet, daß sie 1000 gebundene Exemplare des ewigfrischen „Waldschulmeister" für Armen-, Waisen-, Kranken-, Arbeits-, Gesangenhäuser, Volksschulen und Volksbibliotheken gestiftet hat. — Uebrigens hat der Dichter in Anbetracht der Erreichung des 70. Lebensjahres seine Werke einer genauen Durchsicht unterzogen und sie neu eingeteilt. Die Folge ist das gegenwärtige Erscheinen einer neuen Ausgabe der „Gesammelten Werke" in 40 Bänden, die im Preise äußerst nwhlseil sind. — Gerhart Hauptmann hat auf den Bericht des Gießener Anzeigers über die Vorlesung und Besprechung seines Festspieles im Alldeutschen Verband folgenden Brief an Herrn Karl Neurath gerichtet: Hochgeehrter Herr Neurath! Wärmsten Dank für den freundlichst übersandten Bericht über die FZeranstal- tung des Alldeutschen Verbandes in Gießen. Sie werden mir glauben, kwß ich solchen Ereignissen, die dazu führen, der einfachen Wesenheit meines Festipiels gerecht zu werden, nur mit herzlichster Genugtuung folgen kann. Uns allen muß daran liegen, daß die geistige Atmosphäre durchsichtig und rein bleibe, denn sonst kommt jedermanns Seele in Erstickungsgefahr. Nochmals aufrichtigen, herzlichsten 'Tank. Gerhart HauptmoLM. if. Der A s p h a l t s c e a u f T r i n i d a d. Zu den wunderbarsten Schöpfungen der Natur gehört wohl der Asphaltsee auf der Insel Trinidad, aus dem schon Columbus im Jahre 1496 Asphalt entnahm, um seine Schiffe zu kalfatern. Auf Grund eigener Anschauung macht über diese Naturmerkwürdigkeit Tr. E. Graefe in der „Zeitschrift für angewandte Chemie" interessante Mitteilungen. Ter See hat eine Fläche von 40 Hektar Größe; wie tief er ist, weiß man nicht, doch hat man Bohrungen bis zu 60 Metern angestellt, ohne den Grund zu erreichen. Wenige Wasseradern durchschneiden die Oberfläche; der See selbst ist so hart, daß man ungefährdet darauf gehen kann; es hört sich dann an, als ginge man über eine Asphaltstraße. Löcher, die in die Asphaltschicht gegraben werden, füllen sich nach kurzer Zeit nach, und der See ist ständig in Bewegung. Seit beinahe einem halben Jahrhundert wird diese scheinbar unerschöpfliche Asphaltguelle tedp ui sch ausgenutzt; in dieser Zeit ist der Spiegel, wenn man die harte Oberfläche des Sees so nennen will, um etwa zwei Meter tiefer geworden, so daß eine Erschöpfung der Asphaltvorrätc in absehbarer Zeit ausgeschlossen erscheint. Gegenwärtig betreibt eine englische Gesellschaft den Abbau des Asphalts. Große Asphaltblöcke werden mit der Hand losgehackt, zu Transportschiffen gebracht und von da an ihren Bestimmungsort, hauptsächlich nach den Vereinigten Staaten, besörderl! Der Rohasphalt ist mit Gasblasen durchsetzt. Es können täglich 1000 Tonnen gefördert werden, die Jahresausbeute beträgt etwa 200000 Tonnen, doch kann die Förderung bei starker Nachfrage, im Jahre bis auf 300 000 Tonnen an steigen. Zu einem geringen Teile wird der Rohasphalt an Ort und Stelle raffiniert. In der Nähe des Asphaltsees findet sich im Boden das sogenannte Trinidaserdöl, eine zähflüssige schwarzbraune Masse, die höchstwahrscheinlich die Muttersubstanz des Asphaltes ist. Für die englische Regierung ist der Besitz des Asphaltsees eine gute Einnahmequelle, denn die Gesellschaft, die den See vorläufig bis zum Jahre 1930 abbaut, bezahlt außer einer Jahrespacht von 280 000 Mark für jede Tonne Rohasphalt 5 Mk. für jede Tonne raffinierten Asphalt 7,50 Mark Ausfuhrzoll. In den Vereinigten Staaten, wo die Hauptmenge des Trinidadasphaltes verarbeitet wird, legt man Straßendecken damit etwas anders an, als bei uns. Wahrend bei uns Guß- und Stampfasphaltstraßen gebaut roerben, haben die Amerikaner sogenannten Walzasphalr, bei dem die Straßendecke durch Dampfwal.zen komprimiert wird. Eine solche Walzasphaltstraße, die im Jahre 1876 angelegt worden ist, ist noch heute im Betrieb; die Unterhaltungskosten betragen jährlich nur 1,6 Pfennig für den Quadratmeter. schlag der Suspensierung der Feindseligkeiten zustimmten. T o n t s ch e w , der sich dem Vorschlag anschloß, drückte den Wunsch aus, daß. alle Missionen von dem gleichen Geiste der Versöhnlichkeit beseelt sein möchten wie die Bulgaren. Tie Sitzung wurde dann unterbrochen, um den militärischen Sachverständigen Gelegenheit zu igcbcii, das Ab ko nun en über die Einstellung der Feindseligkeiten zu redigieren. Nach der Wiederausnahme der Sitzung billigte die Konferenz das Protokoll über einen W . Dakestrand, 30. Juli. Um 8 Uhr morgens wurde zwischen don norwegischen und den deutschen Kriegsschiffen Salut ausgetausckr Um 10 Uhr besuchte König Haakon in deutscher Admiralsuniform den Kaiser auf der „Hohenzollern". Der Kaiser in norwegischer Admi- ralsunisorm erwiderte darauf den Besuch an Bord des Panzerschiffes „Nörge". Das Wetter ist prächtig. Am Fjord herrscht großes Leben. Sasbach, 30. Juli. Die Beerdigung des Prälaten Dr. Lender ist auf morgen nachmittag 3 Uhr festgesetzt Der Großherzog und die Großherzogin non Baden, der Kultusminister Dr. Böhm, sowie der badische Bundesrats- bevollmüchtigte Geh. Rat Nieser-Berlin sandten in herzlichen Worten gehaltene Beileidstelegramme: desgleichen Erzbischof Dr. Norder und Weihbischof Dr. Knecht-Freiburg. Vom Kriegsschauplatz. "7 Belgrad, 30. Juli. Das Serbische,, Vreßbüretru mek- L’cf: Die Serben, die vor Widin cingetroffen sind, haben die E i us ch l i e s; n n g s l i n i e n g e s ch l o s s e n und das Dorf T a - partchif, 3 'Kilometer von der Stadt entfernt, besetzt. Von den serbischen Stellungen aus sah man, daß in Widin eine nxiBC Flagge gehißt war: aber der Feind entschloß sich dennoch, die Stadt bis aufs äußerste zu verteidigen. — Die serbischen Stellungen an der alten Grenze wurden von den Bulgaren angegriffen, ebenso wie in den letzten drei Tagen die serbischen Positionen in der Nähe von Vlassina. Alle Angriffe sind zurück- geschlagen worden. _ , . .. _ ,.r, Belgrad, 30. Juli. Falls Bulgarien die serbischen Truppen zurückweist, sollen die Serben sofort zum allgemeinen Angriff g'egen sämtliche 5 bulgarische Armeekorps übergehen. ?\n jedem Falle werde Serbien, wie es nach Aeußerungen des serbischen Generalstabschefs weiter heißt, das billgarische Gebiet zwischen Tomik und Lom fordern. Saloniki, 30. Juli. Von allen Seiten wird bestätigt, daß die Kämpfe um den Besitz von D s ch u m a ja - Balas sehr verlustreich waren. Die Bulgaren »vehrten sich in den vorzüglich gewählten Stellungen ganz erbittert. Sie ziehen sich letzt in der Richtung auf Dubnitza zurück. Tie Mächte und die türkischen Ansprüche. Konstantinopel, 30. Juli. Der Thronfolger und Prinz Zia E ddin sind gestern vormittag in Adria- nopel eingetroffen, vom Mali, den Zivil- und Militärbehörden, sowie den geistlichen -Oberhäuptern und den No- tabeln empfangen. Tie Truppen erwiesen Ehrenbezeugung gen. Tie Bevölkerung bereitete den Prinzen einen begeisterten Empfang. Ter Thronfolger hielt eine Rede, in der er sagte: „Es war schmerzlich für uns, Adrianopel, die zweite Hauptstadt des Reiche-.-, die von meinem Ahnherrn erobert worden war, in den Händen des Feindes zu sehen. Ich danke Gott, daß die Stadt durch den Mut unserer Armee wieder erobert worden ist." — Am Nachmittag fand unter dem Vorsitz des Mufti eine Versammlung statt, die dem Wunsche der Bevöllerung Ausdruck verlieh, daß Adrianopel der Türkei verbleibe. - Der Thronfolger hat an den Sultan telegraphiert: „Es ist unmöglich die Freude der Ottomanen Ädrianopels zu beschreiben, daß sie die Heilige Stadt gerettet und dem Feinde wieder abgenommen haben!" Petersburg, 30. Juli. Laut Mitteilung der „Nowoje Wremja" aus diplomatischer Quelle sollen das Berliner ime das Wiener Kabinett den ferneren Aufenthalt der Türken in Adrianvvel für unmöglich halten. Rußland frohe gegen ,ötic Auffassung Deutschlands betreffs Abänderung der Grenze Enos-Midia feinen Einspruch erhoben. Wien, 30. Juli. Zwischen De ft erreich und Rußland soll ein weitgehendes Einvernehmen ungebahnt sein. Oeiter- reich dürfte einer etwaigen Einzelaktion Rußlands wegen Adrianopel nicht entgegentreten. In der Kavalle Frage dürften beide Mächte kongruente Wnfti)annn$en vertreten. Eine serbische Annektion W i d d i n s loerocn beide nicht zugeben. Tas Bombardement WikLins mißbilligen beide entschieden. Paris, 30. Juli. Nach einer Petersburger Meldung würde die russische Diplomatie geneigt sein zu einer Grenzberichtigung oder zu Begünstig ungen der kleinasiq tischen Reformen, falls die Türkei Adrianopel ausgibt. Für ein in ili- tärischeS Vorgehen Rumäniens in der Adrianopel- Frage soll dieses die T o b r u t s ch a als Entschädigung erhalten. Ter beste Ausweg wäre die Neubildung des Balkanbundes mit Rumänien an der Spitze, um die Türkei zur Respektierung des Londoner Berttags zu zwingen. Konstantinopel, 30. Juli. Der Gro hwe s i r i|t, wie aus seiner Umgebung versichert wird, über den Gang der Ereignisse traft Lov. Ter türkische Vormarsch in altbulgarisches Gebiet geschah nicht im Einverständnis mit der Pforte, die anfcheinend alle Macht über die Armee verloren, hat. Ein B e-f e h l zur Räumung Thraziens würde von der Armee nicht befolgt werden. Ein Nackigeben der Re gienmg würde wahrscheinlich den Sturz des Komitees zur Folge haben und Nur Militärdiktatur führen. London, 30. Juli. Im Unterhause erklärte Parla- mentsuntersefretär Acland, daß die Frage der Wieder- eroberung Thraziens durch die Türken von allen Re ächten in Erwägung gezogen toerde. Die englische Regierung schlage keine Sondei-akti-on vor, aber die türkische Regierung sei im Anschluß an den Einfall der türfiftfren Truppen in .Bulgarien gewarnt worden, da England sie nicht vor den Folgen schützen könne, die sicki aus dem gewaltsamen Vorgehen unmittelbar für sie ergeben würden. Bukarest, 30. Juli Der türkische Gesandte überreichte in seiner gesttigen Audienz dem König die Antwort des Sultans aus die letzte Depesche König Carols. Der Sultan sucht darin nachzuweisen, daß der Besitz Ädrianopels für den Schutz Konstantinopels und der Dardanellen notwendig sei. < Konstantinopel, 30. Juli Die in Athen stattfindenden Verhandlungen wegen der W i e d e r a u f n a h m e der diplo- malischen Beziehungen stehen vor dem Abschluß. Der Rechtsbeistand des Ministeriums des Aeustern, Reschid Den, begibt sich morgen nach Athen, um mit Galib Kemal die Akte betreffend die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Griechenland zu unterzeichnen. Verschiedene Meldungen. Wien, 30. Juli. Aus bester Quelle wird berichtet, daß die Londoner B o t s ch a f t e r k o n f e r e n z sich dahin geeinigt hat: Albanien wird unabltziilgiges Fürstentum, dessen Fürst in längstens 6 Monaten zu wählen ist. Serbien erhält einen Zugang zur Adria. — Serbien und Montenegro werden erneut zur Räumung Albaniens aufgefordert. Ferner wurde die M i n o r i t ä t s f r a g e in den von Serbien und Montenegro eroberten ehemaligen albanesisckien Gebieten, besonders die Garantie der Freiheit b cd katholischen mohammedanischen Kultus geregelt. Bettefss der Südabgrenzung Albaniens steht fest, daß Kap StiloS und Koritza albanesisch bleiben. Berlin, 30. Juli Ans der hiesigen Botschaft wird die Btt- grader Meldung, daß Schükri Pascha an Cholera geftor* b en sei, b ezweifelt, da bisher nichts von dem Auftreten der Cholera in Philippopel, wo der Verteidiger Ädrianopels gefangen sitzt, bekannt geworden ist. Ausland. Paris, 31. Juli. K a mmer und Senat haben sich in ekncr bis 1'.- Ubr nachte dauernden Sitzung über das Budget für 1913 geeinigt, dessen Erledigung nunmehr mit einer Verspätung von sieben Monaten erfolgt. — Die .'iamnter nahm den Gesetzentwurf über die Amnestie in her Fassung des Senats an. Aus Stadt und Land. Gießen, 31. Juli 1913. Eß- und HleidertorHeitcn bei Schulkindern. Viele Mütter glauben, ihren Kindern etwas Gutes anzutun, tue tut sie deren Frühstücksbrot mit Braten, gekochtem Ei, mit Schinken oder Wurst belegen. Sie meinen, diese Kost kräftige die Stinbcr, besonders die kleinen, schwachen und blutarmen. Aber die Mütter tun damit das Verkehrteste, denn Kindern ift nur gedient mit einer möglichst reizlosen und nährsalzreicken Kott. Nicht Fleisch und Eier sind das richtige, zum Frül)>tücksbrot unserer Schulkinder, sondern ein paar Aepfel oder Birnen, ein paar Feigen, Bananen oder Nußkerne oder ein Glas Much, das jetzt in vielen Schulen für ein paar Pfennige zum Frühitück verlauft wird. Und will die Mutter noch etwas ganz Besonderes tun, so mag sie höchstens die Butter etwas dicker stteichen als sonlt. Früchte und Nüsse „kräftigen" das Kind weit mehr als die eityctu reiche Fleischzugabe, sie enthalten vor allem die für die richtige Blutmiichung, fürs törperliche und geistige Wohlbefinden für Nerven- und Gehirnarbeit so nötigen Mineralien. Nahezu ideal in dieser Beziehung war die (Ernäbrimg der früheren Torftugcick>; vor Schulbeginn gab es eine Milch- oder Mehlsuppe, für die Frühstü^pause eine derbe Schwarzbrotschnitte, mit L-uan, Pftau menmus, Honig, Sirup oder Leinöl, mit Schnittlauch, Schafgarbe oder Brunnenkresse. Auch Radieschen, Möhren und Stoppelrüben, Aepfel, Nüsse und Backpflaumen waren, je nach der Jahresz-ett, bei den Buben und Mädeln sehr beliebt. Kleidertorheiten finden wir fast nur bei den Ncädchen. Zwar ist das enge Strumpfband, das den Blutumlauf erschwerte, glücklicherweise verschwunden: auch die Zimpelfransen utid die hohen „Frisuren", die den Zwölf- bis Vierzehnjährigen das Aussehen von frühreifen Achtzehnjährigen gaben, sieht man immer seltener An ihre Stelle ist wieder der langgetragene oder rund um den Kovs gelegte Zopf getreten, der den Mädchen den Ausdruck des Natürlichen, kindlich Schlichten, Frischen bewahrt. Aber das enge Schnürleibck-en, das die Entwi-.llung wichtiger innerer Organe unheilvoll unterbindet, und der spitze Stöckelschuh, der den Gang, das Wachstum und die natürliche Schönhett des Fußes beeinträchtigt, werden freute noch nicht bloß geduldet, sondern von einzelnen Müttern sogar gefördert. Auch sonst sind manche unserer Schulmädchen, betonders aus dem wohlhabenden Mittelstände, schon recht damenhaft "eitel. So treiben schon ganz kleine Krabben einen bedenklichen Luxus mit Haarschleifen, und die Zumutung, für die Schule eine Schürze umzubinden, empfinden sie beinahe als Beleidigung. Selbst recht natürliche und von Haus aus schlicht erzogene Mädchen machen zuletzt solchen Unfinn mit, weil sie sonst von den anderen eitlen Dingern nicht für voll angesehen werden. Zu Hause gibt's nicht selten Zank und Tränen, weil die Kleine unbedingt auch breite Atlashaarschleifen und Glanzlederhandschuhe haben und zweiter statt dritter Klasse aus dem Vorort fr irr Stadt in die Schule fahren muß wie diese oder jene Freundin, die es vielleicht am allerwenigsten nötig hätte. Und zum Kränzchen bloß Schokolade, Zwieback und Stteuselkuchen nrie früher? Nein, so sehr darf das höhere Töchterchen sich und die Familie nicht bloßstellen? Bei Marti Madeleine Lehmann gab's feine Torten, teures Konfekt und Erdbeeren mit Schlagsahne, und zum Abendbrot wurden Delikateßbrötck.m, Fleischpastete und Ananasbowle frerumgereicht. Tann wurden die dreizehnjährigen jungen Samen noch im Auto nach Hause gefahren. Und weil's nun heutzutage einmal so ist, Weil das gebildete höhere Töchterchen nicht todunglücklich gemacht werden darf, macht manche Mutter diese Moden mit und zwackt seufzend ein paar Mark mehr vom Wirtschaftsgelde ab. Und das muß sie auch noch heimlich tun, denn der Vater hat meist so gar kein Verständnis für die damenhaften Bedürfnisse solch kleiner, dummer Mädel und würde bestimmt mit einem derben Wörtlein dazwischen fahren, erführe er etwas von diesem kostspieligen Unsinn. Auch wir brauchten derartige „Kultur"-Erscheinungen, die auf Den ersten Blick mehr komisch als tragisch wirken, nicht weiter ernst, zu nehmen, wenn uns nicht der Gedanke ftörte, daß aus diesen Mädchen einmal Frauen und Mütter werden sollen. M. Brettfeld. * ** Tag eskalender für Donnerstag, den 31. Juli: Militärkonzert (Walzerabend) abends 8*/t Uhr in Steins Garten, * •• Landesuniversität. Prof. Körte wurde freute vom Großherzog zum Nektor der Landesuniversität ernannt. ** Schulangelegenheiten. Erledigt sind: In Offenbach sind 11 Schulstellen zu besetzen; 3 sollen evangelischen Lehrern, 3 evangelischen Lehrerinnen, 4 katholischen Lehrern und eine soll einer katholischen Lehrerin übertragen werden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende vierte Lehrerstelle zu König i. O. Eine mit einem. evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Nied er - Jngelhe im. Einem Bewerber, der die er- weiterte Prüfung abgelegt hat, könnten die Funktionen eines Hauptlehrers übertragen werden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Metzlos- Gehaag. Die Stelle ist mit Kantordienst verbunden und hat Ortszulage. ** Oberhess. Museum und Gailsche Lamm- tungen. Die Mteilung der Sammlung für Vorgeschichte lat durch Schenkung und Ankauf eine wesentliche Bereicherung erfahren. Aus der älteren Steinzeit, der paläolithi- scheu Kultur, ist eine lehrreiche Sammlung aus den Höhlen des Pözöres Tals in der Dsrdogne erworben worden. Ans dieser Zeil stammen die ersten durch den Menschen angefer- tibten Steinwerkzeuge, und es ist interessant zu beobachten, wie die zugeschlagenen Gegenstände sich in den verschiedenen Perioden ändern. Bei Eberstadt iKr. Gießen) wurde ein unberührtes bronzezeitliches (tyrab aufgedeckt, welches außer einer OKnoandnadel acht verschiedene Gefäße enthielt, die aus flachen Stainen standen und mit eben solchen Steinen bedeckt nxiren. Auf dem „Trieb" wurde zu Anfang Juli ein gallisches Skelettgrab freigelegtz. Unter einem mächtigen Steinlager ruhte der Tote in einer ovalen Steinkiste. Das Skelett war ziemlich gut erhalten. Gürtel- haken, Schwertaefrängring und ein Eisennagel waren die einzigen Beigaben, die sich vorfanden Auch hier zeigten sich, wie bei den beiden Gräbern, die unweit davon 1908 aufgedeckt wurden, 3tcinc mit eingeritzten Zeichen, deren KedeuMng noch nicht feftftcfrt. An dem Wege von Leih- gestern nach Steinberg in einer Sandgrube fihirbe am 28. Juli ein bronäezeittiches Skelettgvab einer Frau aufgedeckt. Zwei schöne massive Arniringi' mit Außenverzierung sowie ein großer gmimbcncr Halsring mit knopp- artigem Verschluß wurden dem Boden entnommen. Der Besitzer der Sandgrube, Herr Karl Gibb in Leiligestern, schenkte hochherzig die Funde dem Museum, wofür ihm auch an dieser Stelle bestens gedankt wird. Der Besuch des Museums wächst in erfreulicher Weise uno zeigt die Wertschätzung, der sich diese Bildungsanstalt bei der Bevölkerung erfreut. ** Im hiesigen Vö 1 kermuseum ist nunmehr eine Sammlung von Gegenständen sü da meri kant sch er Indianer zur Aufstellung gekommen, die kürzlich von Pros. Dr. Koch-Grünberg dem Museum geschenkt worden ist. Tie interessanten und zum Teil sehr wertvollen Objekte stammen aus dem Gebiete des Rio Braneo, Urari- euera, Merevarl, Ventuari, J^äna und Banaverp von Jn- dianerstämmen mit teilweise noch ganz ursprünglicher Kultur. Prof. Tr. Koch-Grünberg ist es auf seiner zweijährigen an Mühsal aber auch an wissenschastlichen Ergebnissen recht reichen Reise gelungen, ein größtenteils unbekanntes über 6 Längengrade sich erstreckendes Gebiet wissenschaftlich zu erschließen. Die -m hiesigen Völkermuseum aufgestellten Gegenstände zeigen uns die materielle KNltur der Ma tusch!-, Yeluanä-, Wapischäna-, Taulipang-, Schirianä-, Baniwa- und Uamirl-Jndiamw. Vor allem fallen die primitiven Waffen aus in Gestatt riesiger Bogen und Pfeile nut Knochen- oder Bambusspitzen, die bei Jagd und Fischfang Verwendung finden. Taneben sehen wir zwei 2 resp. 3 m lange Blasrohre, die Hauptjagdwaffe für Vögel und kleinere Vierfüßler, besonders solche, die sich auf Bäumen aufhalten. In zwei korbartig geflochtenen Köchern befinden sich die dünnen hölzernen Blasrohrpfeilchen, deren Spitzen mit dem berüchtigten Eurare-Gift bestrichen sind. Zum Fischfänge bienen Netze, Reusen und Körbe, die über die Fische gesttllpt werden. Von Gegenständen zur Verarbeitung des Manihots, der wichtigsten Kulturpflanze der brasilia-« nischen Indianer, sind große hölzerne Reibebretter ausgestellt, auf deren Oberseite eine Menge kleiner Steinsplitter eingefügt sind, außerdem zwei geflochtene Siebe. Durch Reiben auf den Brettern wird aus der Knolle des Manihot das Mandiocamehl hergestellt, welches nach Entfernung der darin enthaltenen Blausäure von den Indianern zum Backen der Beijü-Kuchen verwandt wird. Die Jndusttie dieser Indianer beschränkt sich auf das Flechten und Knüpfen von Körben, Matten und anderen Gegenständen, von denen die Sammlung eine gan,;e Reihe, zum Teil mit Mäandermustern verziert, aufweist. Besonders schön wirken die aus Baumwolle geknupfteu Perlenschurzchen der Frauen. Unter den Schmuckgegenständen fällt vor allem der Federschmuck auf, den die Männer beim Tanze auf dem Kopfe tragen. Daneben sehen mir Ketten und Bänder, reichlich behangen mit Perlen, Tierzähnen, Fruchtschalen, Hirschklaucn und Baumwoltentroddeln. Einige Musitinstrumcnte in Gestalt langer Tuten, kleiner Flöten und Rasseln vervollständigen die Sammlung, die in ihrer Auswahl ein recht gutes Bild gibt von der primitiven Änltnr dieser Jndianerstämme. Tie Sammlung wird von Sonntag, 3. August, 11—1 Uhr an, im Museum zugänglich sein. ** Die Negimentskapelle veranstaltet heute abend in Steins Garten ein Konzert, zu dem ein unterhaltender Spielplan aufgestellt worden ist. Der Abend wird nur Walzermelodien bringen. ** Wo i ft Cole11i? So lautet der Titel eines von Frawz von S ch ö n t fr a u verfaßten Filmschwankes, der gestern abend im Lichtspielhaus zum erstenmal vorgeführt wurde und ftün- mische Heiterkeit frervorrief. Wie in fernen anderen Schwänken arbeitet Schöitthau auch frier mit viel Unwahrscheinlichkeiten, aber das ganze ist so außerordentlich heiter, daß man sich aufs beste unterhält. Coletti ist ein Detekttv, der 100 000 Mk. für den airSsetzl, der ihn innerhalb von 48 Stunden ergreift — und nun beginnt eine tolle Jagd hinter dem Gesuchten, der bald als Sttaßenkehrer, bald als Luftschisskellner, dann als Schließkorbiuhalt und zuletzt gar als Dame erscheint, um schließlich durch die Hilfe eines über die Maßen Rüge« Polizeihundes entdeckt zu werden allerdings fünf Minuten zu spät. Aut;er allerlei höchst luftigen Szenen wird ein Aufstieg des Luftschiffes Hansa vorgeführt, ein Zeitungsbetrieb usw., die großes Interesse verdienen. Tic nahezu zweistündige Vorführung, die von guter Musik kHlafier, Harmonium, Violine begleitet war, hatte einen sehr starken Heiterkeitserfolg. Obst- und Garten bau verein. Der Obst- und Gartenbauverein für Gießen und Umgegend unternimmt nächsten Sonntag einen Außftug nach Rod heim o.d. Bieber, wo die Pflanzungen deS Kommerzienrat Dr. Gail besichtigt werden. Obergärtner MengeS wird die Führung übernehmen. *• Preußische Klassenlotterie. Tie Erneuerung der Lose zur 2. Klasse der 229. Lotterie muß mit Vorlegung der Lose 1. Klasse spälestens bis zum 4. August abends 6 11 frv geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 2. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 1.Klasse bis zum vorerwähnten Termine cingeiorbert sein. ** Reichsmünzenprägung. Tie Berliner Münze hat jetzt Zwanzigmarkstücke in Arbeit mit bem Bilbnis bes Kaisers in Uniform, von benen täglich etwa für li/2 Millionen Mark fertig werden. Bon diesen Toppcl- Ironen ist ein Teil schon in ben Verkehr gebracht. Ferner werden in diesem Jahre noch für 20 Millionen Fünsmart-, stücke von den Münzstätten iin Reich geprägt, von denen 54 Proz. auf die Berliner Münze entfallen. Die in Berlin geprägten Stücke er hatten, abgesehen von 10 000 Stück, ine für Lübeck bereits geprägt wurden, ebenfalls auf der Vorderseite das Brustbild des Kaisers, wie er auf den Jubiläumsmünzen dargestellt ist, nur daß der Eichenzweig in Fortfall kommt. Ferner prägt Berlin noch 1913 Dreimarkstücke mit dem neuen Kaiserbild. Erst für 1914 sind weitere Prägungen in Kronen und Zweimarkstücken mit dem Kaiser in Uniform in Aussicht genommen. Von der vom Bundesrat rur Prägung genehmigten Anzahl 25-Pfg ' Stücken in Nickel sind noch für 2 Millionen Mark ---- acht Millionen Stück rückständig. Der Reichskanzler hat angeordnet, daß die weitere Ausprägung dieser Geldsorte unterbleiben soll. Landkreis Gießen. ’2£ L i ch, 30. Juli. Die verkehrsreichste Straße unserer Stadt, die Bahnhofsstraße, ist vom Schloßgarten bis zum Bahnubergana an der Jhrtttgschen Brauerei mit Kleinpflaster versehen worden Einen Teil der Kosten trägt die Stadt, den anderen Teil der Kreis. O Li ch, 29. Juli. Auf die gestrigen Nebel stellte sich freute außergewöhnlich klares Wetter ein. Die Berge des Vogelsberges und Tcumusgebirges waren daher so deutlich und sck>arf unrriffen zü sehen, wie das nur an ganz wenigen Tagen des Jahres der Fall ift. Kreis Alsfeld. (-) Renzendorf, 29. Juli. Den Bahnübergang zwischen hier und Mtenburg wollte ein Landwirt mit seinem Fuhrwerk passieren und befand sich gerade mitten ans dem Bahngeleise, als von dem nächsten Bahnwärterhaus aus die Ährcmlen geschtt>ssen wurden. Der Fuhrmann konnte t o t. Hitze Puck um au§ Märkte. L. Friedberg, 30. Juli. Ter heutige Diehmarkt war so stark bejurht, wie in längeren Jahren nicht. Wagen reihte sich an Wagen, lieber 1500 Schweine waren ausgestellt, lauter schöne und gesunde Tiere. Der Däuser waren viele erschienen. Fast alle Tiere wurden verkauft und um 12 Uhr war der Markt aufgeräumt. Die Preise ivnien höher wie bei >en vorhergehenden Märkten. Einige Wochen alte Ferkel kosteten 50 Mk, Lauser kamen aus 60 Mk. da? Paar und Springer aus 70 Mk. zu stehen. — Der Gemüse- und Blumenmarkt war reichlich beschickt, ebenso war viel O bst, besonders Beerenobst, zur Stelle. und Gewitter in Amerika. Aus New Amtlicher Wetterbericht. Oeffcntlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen llir Freitag, den 1. August 1913; Meist heiter, trocken, warm, Gewitter. — Der ordentl. Professor der englischen Philologie an der Universität Heidelberg Geh. Hosrat Dr. Johannes Hoops, der einen Rui nach Wien als Nachfolger Schippers abgelehut hat, rouebe zum Geheimen Rat ernannt. unbekannter Ursache ein Feuer aus, das rasch um sich griff und die Scheuer und das Wohnhaus des Schreinermeisters, sowie eine Nachbarscheuer in Asche legte. Zum Glück war die Wismarer und die Krofdorfer Feuerwehr rasch zur Stelle, sonst wäre die ganze Häuserreihe abgebrannt. Der Schaden ist teilweise durch Versicherung gedeckt. DaS Vieh konnte gerettet werden. s. LaunSba ch, 30. Juli. Gestern nachmittag 1 Ubr brach in der Scheuer des SchreinermeisterS Strack Hessen-Nassau. ck>. Rüdesheim, 30. Juli. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung lag ein Antrag des Magistrats zur Bewilligung von 5000 AM. für die Herstellung eines Projektes zur Verlegung der Eisenbahngeleise hinter die Stadt vor. Ein aus Stadtverordneten und Mdqistratsmit- gliedern bestehender Ausschuß befürwortete diesen Antrag. In längerer Ausführung tvnrbc er vom Bürgermeister begründet. Nach längerer Aussprache bewilligte die Versammlung einstimmig die geforderte Summe. ch. G e i s c n lj e i m, 30. Juli. Ter Weingutsbesitzer Burgess verkaufte ein Halbstück 1911er zum Stückpreise von 13 600 Mk. und ein Viertelstück Beerenauslese des gleichen Jahrganges zum Stückpreise vvn 20000 Mk. h. Usingen, 30. Juli. Während der Bahnfahrt von Weil- münfter nach hier wurden denr fünfjährigen Sohne des Arbeiters R-inhardt aus Anspach durch eine zuschlagendc Wagentür die Finger einer Hand vollständig abgequetscht. h. Sindlingen, 30. Juli. Für eine Kanalisation hatte die Gemeinde die Ausnahme einer Anleihe von 200 000 Mark beschlossen, dasKapital beiverschiedenen Banken und Svarkasien abernicht erhalten können. Numnehr hat sich unser Mitbürger, Herr von Meiste erboten, die Summe von 100000 Mark qeaen einen mäßigen Zinssatz und eine angemessene Tilgung der Gemeinde zur Verfügung zu stellen. heute mittag dcr Ingenieur, der Samstag 11,17 Uhr von Frankfurt nach Sprendlingen fuhr, eingehend.auf der hiesigen Staatsanwaltschaft Demommen. jSar noch die Pferde unter der einen Schranke durch» jedoch auf dem Bahnkörper sestgehalteu, da die Schranke zwischen den Pferden und dem Wagen medergegaugen war. Zum Glück hatte der Bahnwärter den Vorfall bemerkt und er konnte die Schranke noch rechtzeitig hochziehen. Kreis Friedberg. # Friedberg, 30. Juli. Die Erd- und Maurerarbeiten Dum Kasernen-^ceuban in unserer Stadt sind durch einen engeren Wettbewerb nur leistungsfähiger Unternehmer zu vergeben beschlossen worden. Die heute eröffneten Angebote ergaben: Th. Mörschel- Friedberg 125 885 Mk., Heinrich Reuß-Friedberg 126908 Mk., £ Hausmann-Mainz 132466 Mk., H. W. Rinn-Gießen 134 030 Mk., Georg Müller-Wetzlar 135445 Mk-, Hellmann L Eo.-Frankfurt a. Di. 144 284 Mk. Es ist hocherfreulich, daß einer unserer Friedberger Unternehmer, da beide die Mindestfordernden sind, den Bau übertragen erhalten wird. Bad-Nauheim, 30. Juli. Vor den hier weilenden . amerikanischen Aerzten hielt heute vormittag Prosesfor Schölt einen Vortrag über die Sprudel und Quellen auf dem Spritbel- hof, an den sich ein Rundgang durch die Badeanlagen an- schloß. Um 12l/2 Uhr fand im Kurhaussaal ein Esten statt, bei welchem Oberst v. Frankenberg eine Ansprache hielt, die vom Präsidenten Dr. Gramo erividert wurde. Um 3 Uhr eriolgte die Weiterfahrt nach Homburg v. d. H„ wo die Teilnehmer nach ihrer Ankunft von den Herren der Medi- zinischen Gesellschaft, Oberbürgermeister Lübke und bem Stabt« nerordnetenvorsteher Rüdiger empfangen und begrüßt wurden. Nach einer Besichtigung der Kuranlagen fand im Kursaal ein Festessen statt, das die Stadt den Gästen gab. h Vilbel, 30. Juli. Der hiesige Kohlensä urc- svrubel würbe gestern unter Führung be§ Besitzers, Herrn E. Brodt, durch den Flügeladjutanten des Kaisers, Grasen v. Rothkirch, einer eingehenden Besichtigung unterzogen. Kreis Wetzlar. Port wird gemeldet: Oestlich der Felsengebirge herrscht furchtbare Hitze. In Chicago starben 13 Personen an Hitzschlägen. — Am Mittwoch nachmittag brach in Washington ein schweres Unwetter los, das den Bahnverkehr lahmlegte und großen Schaden anrichtete. Mehrere Regierungsgebäude wurden durch Blitzschlag beschädigt. Zahlreiche Personen sind verletzt worden. * Ein hartherziger EinwanderungskommiH s ä r. Ein deutsches Dienstmädchen wurde kurz nach ihrer Ankunft aut der amerikanischen Einwandererstotion in Ellis Island Mutter eines ft naben. Ta ihr der Trauschein fehlte, verfügte die Einwanderungsbehörde die zwangsweise Rücksenbnng des Mädchens. Gegen dieses Verjähren, das, wenn auch hart, so doch gesetzlich ist, ließe sich weiter nichts emwenden. Aber der merkwürdige Beamte verfügte zugleich, daß der Säugling der Mutter abgenommen und in ein amerikanisches Waisenhaus gebracht werde und daß die Mutter allein, als unmoralische Frau, zu deportieren sei. Diese empörende Geschichte veranlaßte, wie die Mitteilungen des Vereins für das Deutschtum im Ausland berichten, eine scharfe Protestbewegung unter den Deutschen Nordamerikas. Der Herausgeber der deutsch-amerikanischen Monatsschrift „Kulturträger", Ferdinand Minuth, stellte sich an die Spike dieser Protestbewegung und forderte unter Darlegung obiger Vorkommnisse „alle deutschen Mütter, die deutschen Kirchgemeinden aller Bekenntnisse, alle deutschen Vereine Amerikas, lnsbesondere den deutsch amerikanischen Nationalbund auf, sich zu einem machtvollen Massenvrotest zu erheben gegen diese aller Menschenwürde und allem Gesetz spottende Handlungsweise des Einwandcrungskommissärs aus Ellis Island." K.-K K ü nstliche Kohle. In der Berliner physikalischen Gesellschaft wurde kürzlich über Versuche zur Herstellung künstlicher Steinkohle berichtet, die recht befriedigende Ergebnisse gezeitigt haben sollen. Dian hat bei diesen Versuchen reine Zellulose unter starkem Druck hohen Temperaturen ausgesetzt. Dabei hat man, wie die Technischen Monatshefte (Franckh, Stuttgart) schreiben, eine Fettkohle erhalten, die sich von der natürlichen Fettkohle nur durch ihre Struktur unterscheidet. Ob diese Versuche je praktische Bedeutung erlangen werden, läßt sich natürlich noch nicht sagen. Zweifellos ist aber die dadurch angeschnittene Frage nach der Möglichkeit des Kohlenersatzes durch künstliche Kohle von hoher Bedeutung, da die natürlichen Kohlenscbätze der Erde unsren Verbrauch kaum noch ein Jahrtausend decken können, wenn es nicht gelingt, sie besser auszunntzen, als bisher. e r m o r b e t zu haben, wurde der Metzger Hahn verhaftet. Er hat bereits ein Geständnis abgelegt und will bei Begehung der Tat durch den Schriftsetzer Völker unterstützt sein. Dieser ist noch nicht ergriffen worden. Beide stehen auch in dem Verdachte, einen Mordversuch an einen Pfarrer in Nieder-Pleis begangen zn haben. — Aus Hamburg wird gemeldet: Im April 1909 wurde die bei dem Fleischer S ch n e l l s e n bedienstete Minna Timm ermordet aufgefunden. Jetzt ist es der Polizei gelungen, als ihren Mörder den 23 Jahre alten Maurer Arthur E r n ft aus Altona zu verhaften. * ImDicn st n c fl o r b e n. Ans Nenham m e r (Schlesiens ivird gemeldet: Als^ der Kommandeur des 58. Infanterie-Regiments Oberst Bode die Front abritt, erlitt er einen Herzschlag und war sofort tot. 3um Raubmord im Lisenbahnzuge. Die Staatsanwaltschaft in Darmstadt erläßt jetzt ein zweite? Ausschreibeu, nach bem ber vermutliche Täter am Samstag nachmittag zwischen 6 und 7 Uhr bie bem ermorbeteir Brechuer gehörende Uhr mit Kette in der Psandhausnebenstelle von Ambrosius in Frankfurt, Holzgraben 11, versetzt hat. Tas goldene Herzchen fehlt, anscheinend hat es der Täter verschenkt. Die Pfandhausnummer ist 94153, die der Nebenstelle 115 983. Aus das Pfand wurden 30 Mk. gegeben. Tie Person, die die Uhr versetzte, gab den Namen Wilhelm Koch, Mainzerlandstraße 116 iit Frankfurt an und wird beschrieben: 28 bis 30 Jahre alt, 1,60 bis 1,62 Meter groß, blasses, schmales Gesicht, wahrscheinlich mit kleinem dunklen Schnurrbart, dunklem Anzug, mittelmäßig gut gekleidet, möglicherweise weichem schwarzem Filzhut, wahrscheinlich blondes Haar, bas unordentlich gescheitelt ist. Es würbe dann sestgestellt, baß ein Wilhelm Koch vor etwa zwei Jahren in bem Hause Mainzer- landstraße 116 bei einem angeblichen Bauunternehmer Wilhelm Kraft gewohnt hat. Tas sehlenbe Herzchen ist nicht versetzt. Wahrscheinlich hat ber Täter den um 11,17 Uhr in Frankfurt abgehenben Zug zur Fahrt nach Sprenblingen benutzt unb sich am bärtigen Bahnhof dis zur Abfahrt des nächsten Zuges 12,05 Uhr Herumgetrieben. Nach den Mitteilungen eines Ingenieurs, ber am Samstag mit dem Personenzug 11,17 Uhr von Frankfurt abfuhr, an die Frankfurter Polizei, fiel biesem aus dem Bahnsteig im Frankfurter Lauptbahnhos ein unstet nmhergehender Mann auf, der erst im letzten Augenblick das Abteil 2. Klaffe aufsuchte, in dem der Ingenieur saß. Die Frankfurter Kriminalpolizei gibt noch besten Angaben folgenbe Beschreibung des Täters: 22 bis 23 Jahre alt, 1,63 Meter groß, mittlere Figur, blonbes nnd gescheiteltes Kopfhaar, keinen ober nurAnflug von Schnurrbart,bunklen Anzug, weißenTeckel- slrohhut, schmutzige Manschetten. Der Unbekannte trug einen in Zeitungspapier gewickelten Gegenstanb, anscheinend ein Beil. Das Paket war etwa 40 Zentimeter lang, 6 Zentimeter dick, an einem Ende 20 Zentimeter, am andern 10 Zentimeter breit. Der verdächtige Mann verließ mit bem Ingenieur, auf ben er wahrscheinlich ebenfalls ein Attentat beabsichtigt hatte, in Sprendlingen den Wagen und hat sich dann nach den Ermittelungen bei den Bahnbeamten einige Zeit unschlüssig auf dem Bahnsteig aufgehalten. Eine halbe Stunde später ist er mit dem Zug 12,05 Uhr in ber Richtung nach Darmstadt weitergefahren. Tie Frankfurter unb bie Offenbacher Kriminalbeamten sind eifrig bemüht, den Spuren des Verbrechers zu folgen. Obgleich die Frankfurter Polizeibehörden die größten Anstrengungen machen, um des Eifeubahnmörders, das heißt des Mannes, der am Samstag nachmittag Brechners Uhr mit Kette in einem Frankfurter Pfandleihgeschäst versetzt hat, habhaft zu werben, sinb bie Bemühungen bis jetzt erfolglos geblieben. Infolge der Veröffentlichung des Signalements des mutmaßlichen Täters sind bei der Polizei vielfach Anzeigen eingelaufen. Man ist sorgsam jeder Spur nachgegangen, aber ohne Resultat Die Bahnhöfe werden aufs strengste überwacht, unb es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß sich ber Mürber noch in Frankfurt aushält, es müßte denn fein, daß er bie Stabt kurze Zeit nach bem Versatz der Uhr verlaßen hat. - Im Laufe bes gestrigen Tages wurden von ber Kriminalpolizei Spuren und Anh al tsp unkte gesunden, die vielleicht auf bie Fährte des Raubmörders führen Ter Staatsanwaltsckaft gehen unausgesetzt anonyme Anzeigen und Mitteilungen von Wahrnehmungen in dieser Sache zu, die aber noch meist ohne Bedeutung waren. Gestern wurde m ber Volkslesehalle ein stellenloer Mann verhaftet, nach einer Konfrontierung mit dem Frankfurter Psanbverlecher wieder entlaffen, unb gaben Unbekannte gegen den Staatsanwaltsgehilfen Tkatsckeff, den Untersuchungsrichter Drocharosf unb ben Kreischet Blau, bie bei- einanber standen, Schüsse ab. Blau wurde getötet, die beiden anderen leicht verletzt * Automobilunfall. Aus Görlitz, 30. Juli, wird gemeldet: Auf ber Chaussee zwischen Markersdorf imb Schlauroth verunglückte an mit vier Personen besetztes Automobil, indem es gegen einen Baum fuhr. Ter Kaufmann Otto Schimpf, Miv- Inhaber ber ftognaffabriF von Bähr, wurde getötet. Eine Kell nc- r i n erlitt einen Armbruch. ' Mordtat. AuS Aachen wird gemeldet: In St. GilleS drang ein 16 Jahre alter Arbeiter in bie Wohnung einer 80Jahre alten Rentnerin unb tötete sie, inbenx er ihr diePulSabern an'fchnitt. Al? er mit bem Gelbe ber Ermordeten fliehe» wollte, wurde er von seinem Vater überrascht, dem er mehrere Stiche in die Brust versetzte und sprang bann burdi daS Glasdach auf den Hof hinunter, wo er schwerverletzt liegen blieb. *|9Rorbtatcn. Aus M. - G la bba ch wird gemeldet: Unter bau Verdachte, vor einem Monat bie Haushälterin Marte Gießener Strafkammer. cm m . Gießen, 29. Juli. L9Beihilfe zu gewerbsmäßigem Glückspiel wurve A. E. Br. von Mannheim verurteilr. Im vorigen Oktober wurde eine Ralfe von Personen von der hiesigen Ltraftämmer uemirteift, weil sie sogenannte Spielautomaten in Wirtsck-oftcm "ud anderen eigens hierzu gemieteten, dem Publikum zugänglichen Räumlichkeiten zur allgemeinen Benutzung aufgestellt und io aus bem Gliicksspiel an Gewerbe gemacht hatten.' Es wurde damals wie auch in ber jetzigen BerHandlung wiederum fest- geitollt, daß es nur auf Zufall zurückzusülwcn ist, nx-nn ber von bem Spieler in den Apparat geschnellte Nickel eine solche Flugbahn Nimmt, daß er in ein Gervinnloch fällt unb so die selbsttätige Ge- nnnnauszahlung auslöft. Die ganze Einrichtung der s'lpparatc, z. B. besonder ungen an dem Rande der möglichst klein gehaltenen Gowinnlöcl er, läßt sogar das Besneben er rennen, Ge- romnnrihlc tunlichst ausz-ufä-ließen. — In jener Vertändlung hatte Uch auch ein gewisser L. zu verantworten, gegen den aber bie Strafverfolgung damals für unzulässig erklär! wurde, weil er bereits wogen der damals zur Aburteilung stehenden Tat andcrwmt als mitDerurteiU anzusohen war. Diesem L. soll nun Br., gegen den damals nicht vcrl-andolt werben lonnte, durch Rat unb Tat wissentlich Beihilfe geleistet haben, indem er für ifyi das Mieten der Lokale unb das Aufftcllcn ber Apparate besorgte, auch den -Lpielbetrieb leitete, ba» von ben Spielern verlorene Gelb den Automaten entnahm und es an L. ablieferte. — Dr. wurde durch die Verhandlung dieser Beihilfe überführt. Urteil: 2 Tage Gefängnis. Vertagung mußte in einer Sache gegen drei Angeklagte wegen Freiheitsberaubung ufn>. etntrefen, da ein Zeuge, auf ben die Verteidigung Nicht verzichten konnte, nicht ersäfienon war. Di der Zeug'ein Telegramm geschickt hat, er sei geschäftlich verhindert, eine sonstige einigermaßen ausreichende Begründung seines Nichterscheinens aber nicht vorgebracht hat, wirb er in eine Ordnungsstrafe von 10 Ml. unb in bie nicht unbeträchtlichen Kosten des heutigen Termins genommen. Freigespro chen wurde ein Standesbeamter von Ö. a. b. N. — Er soll eine Ehe vollzogen haben, ohne hierzu zuftänbfa gewesen zu sein ober bie Ermächtigung bes zuständigen Standesbeamten besessen zu haben. ~IC Beweisaufnahme ergab, baß zwar bei ben Allsgcbotsverhalio- lungcn Braut unb Bräutigam auswärtige Orte als Wohnsitz angegeben hatten, daß aber tatsächlich ber Briiurigcrm seinen Wohn- sltz, ben er im Bezirk des angeklagten Stanbcsbcamton gehabt hatte, damals unb auch zur Zeit der Eheschließung noch nicht anr gegeben hatte, sich in B. N. vielmehr nur vorübergehend — als Saisonarbeiter •— ausgehalten hat. Der amtierende Stairbes- beamte war also tatsächlich zuständig gewesen. Rückfalldiebstahl. -ter Zimmermann W. Schm, ist in eine Wirtschaft cingetreten und hat, bn längere Zeit niemand in das Zimmer kam, ber Verlachung nicht wiberstehen können, seine geringen Barmittel von etwa 7 Pfennigen burch einen Griff in bie unverschlossene Geld- ich'.iblade um etwa 20 Pfennige zu vermehren. Es liegt Rückfall üor; unter Zubilligung milbernbcr Umstände wurde auf die Mindeststrafe von 3 Monaten Gefängnis erl'annt, auf welche sieben Wochen Untersuchungshaft angerechnet wurden. Unerquickliche Zustände bestehen seit dem Weggang des alten erfahrenen Lehrers in der kleinen Landgemeinde M. Tie Forlbildungsscküler wollten es onenbar auf eine Kraftprobe mit dem neuen, erst 24 Jahre alten Lehrer anfommen lassen unb benahmen sich in einer aller Schul- Afast hohnsprechenben Weise, so daß von dem Lehrer sowie von dem Pfarrer als Vorsitzenbin bes Schulvorstandes wiederholt mit stten- geren Strafen cingeschrilten werben mußte. Ermahnungen fruchteten überhaupt nichts mehr. Die Untersuchungen verliefen mehrfach deshalb erfolglos, weil bie Sdnilcr einfach leugneten. Ein beionders graoierenber Falt, bei welchem bie Ueberftihrung mehrerer Schüler durch bas von,ihnen bcläftigtc unb tätlich angegriffene Dienstmädchen des Pfarrers möglich war, gab zu einer neuen Untersuchung Anlaß, bie ber Pfarrer in Gegenwart des Lehrers vornahm. Hierbei leugneten mehrere Schüler', die von bevi^llräbchen bestimmt bezeichnet werden konnten, hartnäckig alles ab. ^er Pfarrer gab deshalb jedem dieser Schüler, in dem Glauben brerzu berechtigt zu sein, eine Ohrfeige, was dann auch die Folge hatte, daß, bie Wahrheit gestanden wurde. Erst nach längerer Zeit wurde gegen ben Pfarrer wegen ber Ohrfeigen Anzeige erstattet. Das Gericht führte aus, baß die körperliche Züchtiaung von Fortbilbungssck'ülern durch besondere Anordnung in Ausführung des Schulgesetzes verboten sei, diese Aworommg als" als Gesetz tn Anwendung zu kommen habe, ihre Berechtigung infolgedessen nickt zu prüfen sei unb wegen Vergehens im Amt nach § 340 StGB, auf Strafe habe erkannt werben müssen. Es habe sich nur um die Höhe ber Strafe hanbeln können: dabei sei zu berücksichtigen gewesen, baß ber Pfarrer rein menschlich unb vom Standpunkt des Erziehers betrachtet, eigentlich im Recht gewesen sei, und dem sei dadurch Ausdruck verliehen worben, daß auf die geringftzutässige Strafe von 3 Mk. erkannt worden sei. Zugleich drückte das Gericht fein Bedauern darüber aus, daß ein Pfarrer in einem Fall, wie dem vorliegenden, infolge Gehässigkeit in feiner Gemeinde gezwungen gewesen sei, vor ben Schranken des Gerichts zu erscheinen. vermischte». Eine kühne Bergsteigerin. Eine Berlinerin Elise Ulrich, bestieg bei herrlichem Wetter, jedoch unter schwierigen Verhältnissen, als erste Dame in diesem Jahre bas Matterhorn. * Hagelschlag vernichtete nach einer Meldung aus Innsbruck im Sarcatale in wenigen Minuten fast die ganze Obsternte. Der Schaden wird amtlich auf eine Million Kronen geschätzt. * Ue&er 100 000 Mark unterschlagen. Aus Mannheim, 30. Juli, wird gemeldet: Wie die „Neue Badische Landeszeitung" erfährt, hat ber bei ber Getreidegroßfirma Gebe. Zimmern angeftellt gewesene Buchhalrer Mayer bereits vor einigen Wochen ein Geständnis abgelegt, wonach er im Laufe ber letzten Jahre mehr als 100 000 Mark burch Unterschlagung von Ehcks veruntreut habe. Von ben unterschlagenen Geldern hat Mayer sich in Mannheim ein Haus unb in der Nähe ein kleines Gut gekauft unb sich an einer Druckerei "beteiligt. ^Verbäcktige Rechtsanwälte. Auf Veranlassung ber Berliner Staatsanwaltschaft würben bei mehreren jüngeren Rechtsanwälten Haussuchungen pvrgenommen, ba der dringende Verbackt beiteht, baß sie für Referendare gegen Entgelt bereu schriftliche Arbeiten zum Assesso re rr-Er amen an- ferttgen. ♦ Zu bem Eisenbahnunglück in Jütland. Aus Hamburg wirb gemeloet: Von ben am 29. b M. als Sonber- ?ug abgegangenen 4 dänischen Wagen mit ben Leichen der bciitfcben Opier^bes Enenbahnunglücks aus Jütland, ist ein Wagen zur Uebersührung nach Nürnberg, ein anderer zur Uckrerjührung nach Leidig hier angekommen. Ter dritte wurde an den Berliner Zug angehängk. Der vierte Wagen wurde in ber Nacht nach bem ynebtof Ohlsdorf übergeführt. Er enthielt bie Leiche bes Kaufmanns Krause, bes Mitinhabers ber Berliner Seidenfirma Krame u. Co. ,«.* °"f einem Bahnhof. Aus Tiflis, 30. Juli, meldet ein Privattelegramm: Auf dem Bahnhofe der Stadt Gorj Letzte Hacbricbten. -1. Bingenheim, 31. Juli. Gestern abend gab ber 24jährige Heinrich Kaufmann auf bie 20jährige Minna Schwab aus Eifersucht biet Schüsse ab, von benen zwei bas Mäbchen trafen. Darnach feuerte Kaufmann auf sich selbst einen Schuß ab, an besten Folgen er im Friebberger Krankenhaus gestorben ist. Das Mädchen, ba§ ebenfalls ins Friedberger Krankenhaus gebracht wurde, ist nicht lebensgefährlich verletzt. -1 Düdelsheim, 31. Juli. Der Maurer Jakobi, »er im vergangenen Jahr Frau unb Kinb verloren hat, ist bei Ausbesserungsarbeiten in einer Scheuer gestürzt und hat sich so schwer verletzt, daß er bald darnach starb. -1 Lauterbach, 31. Juli. Der Bahnwärter Friedel riß ein 4 jähriges Bübchen vor einem bis auf etwa 4 Meter herangelommenen Personenzug hinweg und rettete dem Kind o mit eigener Lebensgefahr bas Leben. Mainz, 31. Juli. In der Lackfabrik von Stamm auf der Ingelheimer Aue brach Groß feuer aus, welches das Siedehaus mit 5 Kesselanlagen völlig zerstörte. tet ba Titel eines von ^ran; iirarte. der gatan abend.rr. coigerübc nrckx enb m MRM anderen - LwÄckn gx* daß mal 1Ä au'- x» JJ®- 100000 M. mr den agep. r. eigren - en, ta halb als #6 dllnb tibtegübrung -d-rnch» rr °b°nds°LL °-r ilafie ^kN s-m. tsG'W s sE iten Zf h i c Trigen t & & . MW K-A - Wtö ™°1yr ihn ^It b:i 0=1 ganz ■ = TP*,. LLrK tc-[e ^ilrur der J9*'. ^biricnL-, ^ni2n*' Een bie prinXr ^'chfanq ^wir zvei •)leii? 31 he sich auf Säumen befind Spitzen M brachen imb. W und^rbe, die über bk Mandenzur^r^^ alturpsimize der brafüiS Uerne Reibebretter au^ ‘Ptenge Heiner 5teinfai.it, geflochtene Siebe. Tvich der Knolle des che^nach Entfernung der rii Indianern zum Lacken Tie Industrie dieser Jn- echten unb Knüpfen von »egenftanden, von denen M Teil mit Mäander- sers schön Wicken die aus irzchen der Frauen. Unter or allem der Federschmuck ze auf bem hpje tragen. Bänder, reML befangen »tscfalen, hwchklauen und cuirhnimimente in tzeM ad Rasseln vervvÜftändigcn iswadl ein recht gutes Bild m dieser JtänaneMuime. mag, 3. August, 11-1 Ufa lle veranstaltet heute abend zu dem em unterhaltender l Ter Dend wird nur Ter Vorstand. D«/t 4988 Or. Sattler bis 31. August verreist 4991 En detail En gros 4995 HHKi ■ So lange Vorrat! Mk. 0;95 Posten Waschgarnituren, 4-teilig . Mk. 1.95 Posten Waschgarnituren, 5-tcilschöne Dekors Wert bis Mk. 10.— . . Mk. 2.25 u. 2.95 4915 Gleeecn. Mnrkl*irnN*c I A.Goldschmidt Giessen Schulstrasse 6 Fernsprech. 532 1.8. SksMn 1.20 0.90 1.10 1.25 4.95 0.78 0.68 0.38 0.68 0.68 0.98 Vorhänge, Teppiche, LäuferstofTe Bettvorlagen, Linoleum-Teppiche, Läufer- ii. -Vorlagen, Uebervorhänge in Leinen und Tuch, sowie einen groHMen Ponten Sofa- und Divanbezüge in Moquette und PhantaNie- Ntoffen zu enorm billigen Preisen. Selten günstige Kaufgelegenheit. 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Sonntag. 3. A«lauft: Annerod Albach—Münster —Laubad« f.1 2tunb. Ab marsch8Ubralt.ssriedhof.jv' > Danksagung. Yiir die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme anlatzlich des Ablebens unserer geliebten Tochter und Schivo'tcr bitten wir alle freunde und Bekannte auf diesem Wege unseren herzlichsten Tank entgegen junehrnen. Familie Friedrich Schneider. Gienen (Ebelftrave 11), den 31. Juli 1913. 6600 lassen Sie sich die Vorztlge des I>ampf-Mnkochero Original-Bade-Duplex sowie der t’rnch