Bauartikelfabrik Hinterbliebenen. rg ^hinab. . er Teil. Verlust= sagen reieChnB2(i ^OPOlith Men feuchte Wände B(1 Grundwasser Eweol streichfertig ah Grund- u. 7nmka^tr?hauf^sen-und Zementputz, auch säure- und alkalifest Mammuth für Abdichtung v. Brücken, Tunnels usw. N* Will, tat® sowie alle sonstigen Baumaterialien. w eist. UNd kkehr. 4971 Tel. 660. kauj.Landwirtc u. Händler an «k besten bet ! Uhr, Keines m. M-Theater am W ^Giessen Nur 3 Tage! u wie,ll"'sl: swr« 2 „.««iS5 sssä ^*-r86: ehördc mit allen geeignet erscheinenden Mitteln eine Untersuchung vorzunehmen, die jedoch lediglich dazu bestimmt ist, festzustcllcii, ob die Berufung aus einen Notfall berechtigt war oder nicht. Solchen Untersuchungen dürfen sich die Insassen des Fahrzeuges nicht widersetzen. Wird auf Grund dieser Untersuchung anerkannt, dast ein Notfall vorliegt, hat die Militärbehörde dem Offizier, der das militärische Personal des Luftfahrzeuges führt, das Ehrenwort darüber abzuverlangen, daß weder er selbst, noch irgendein anderer Insasse des Luftfahrzeuges auf oder über dem französischen Gebiete eine Handlung begangen habe, durch welche die Sicherheit Frankreichs gefährdet werden könnte. Hierauf wird dem Luftfahrzeug gestattet werden, in seinen Heimatstaat zurückzukehren. Die Rückfahrt darf unter den von der Militärbehörde festgesetzten Bedingungen auf dem Luftwege erfolgen. Ist die Rückkehr nicht sofort ausführbar, so kann während des Aufenthaltes des Luftfahrzeuges in Frankreich keine Maßnahme getroffen werden, die nicht aus Gründen der Staatssicherheit oder öffentlichen Gesundheit geboten ist oder die Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Personen oder .Sachen bezweckt. Wird ein die Landung nicht rechtfertigender Notfall festgestellt, so wird die Sache der Gerichtsbehörde übergeben, welche die französische Regierung entsprechend benachrichtigt. Artikel 2 der Bestimmungen spricht sich über die Bedingungen aus, unter welchen außerhalb der nach französischeu Vorschriften verbotenen Zonen auö Deutschland kommende private Luftfahrzeuge französisches Gebiet überfliegen und darauf landen können. Artikel 3 besagt, daß in jedem Falle, wo ein aus Deutschland lammendes Luftfahrzeug in Frankreich landet, die fianzösischen Behörden ihr möglichstes zum Schutze des Fahrz-eugcs und zur Sicherung der Insassen zu tun haben. Die Bestimmungen der Noten gelten unter der Bedingung der Gegenseitigkeit und treten außer Kraft, sobald die französische Negierung der deutschen eine entsprechende Mitteilung macht. -Die entsprechenden Bestimmungen gelten für die aus Frankreich nach Deutschland gelangenden Militär- und Privatluftfahrzeuge. Das Abkommen tritt mit dem 15. August in Kraft. Die Enthüllungen über Krupp vor -em Kriegsgericht. 4 Berlin, 29. Juli. Ain 18. April nab e§ im Reichstage eine große Sensation. Der fozialdewokratische Abgeordnete Liebknecht mochte Aussehen erregende Mitteilungen über gewisse Geschäftspraktiken der Firma K r u p p in Essen, die daraus hinausliefen, daß die Firma sich unlauterer Mittel bediene, um geschäftliche Geheimmsse uon Konkurrenzfirmen, Plane der Militärverwaltung und ähnliches zu erfahren. Der preußische Kriegsminister v. H e e r i n g e it mußte zugeben, daß ihm der Abgeordnete Liebkitecht bereits im Oktober verschiedenes Belastungsmaterial übergeben habe und daß daraufhin eine Untersuchung cingeleitct worden sei; er bat aber, mit dein Urteil zu warten, bis die gerichtliche Klarstellung erfolgt sei und nahin nn übrigem die Firma Krupp gegen den etwaigen Vorwurf einer unnationalen Handlungsweise in Schlitz. Am folgenden Tage flimmten in einer Besprechung dieser Enthüllung die Redner sämtlicher Parteien darin überein, daß eine strenge Untersuchung in der Sache veranstaltet merben müsse, um die Schuldigen der gerechten Bestraslmg zuzusiihren. Diese Untersuchung hat dazu geführt, daß am Donnerstag die gerichtliche Erörterung der begangenen Persehlungen vor den, Kriegsgericht der hiesigen ftommanbantur beginnen wirb. Aus ber Voruntersuchung ist bisher beka>lnt geworben, bas; bie Firma Krupp ober wenigstens einzelne Beamte ber Firma Veranlassung genommen haben, sich mit Milttärperscmen in Verbinbung zu setzen, um auf illegalem Wege bie Preise unb Be- bingungen ber Konkurrenzfirmen, bie Absichten der Militärverwaltung usw. zu erfahren. 'Als Konkurrenzfirma kanr namentlich bie Waffen- unb Munitionsfabrik von Ehrhardt in Düsseldorf in Betracht. Der Vorsteher des Bureaus der Berliner Niederlassung von Krupp, Brandt, ein ehemaliger Zeugseldwebel, hat es nun verstauben, wie bie Anklage behauptet, durch Gelbgeschenke verschiebene Mili- tärperfonen seinen Wünschen gefügig zu machen unb von ihnen Nachrichten geheimer Natur zu erhalten, bie er bann an bie Essener Zentrale weitergab. Für bie Gelbgescheitke an bie Militärpersonen stand Brandt ein sogenannter Repräsentationsfonds zur Verfügung. Die geheimeil Berichte Brandts gingen an beit Vorsteher des Nachrichtenbureaus der Firma Krupp in Essen v. Dewitz, der sie, je nach ihrem Inhalt, den in Frage kommenden Direktoren vorlegte. Als die politische Polizei, der die Uiitersuchung übertragen worden war, genügend Belastungsmaterial gesammelt hatte, griff sie zu und nahm zu gleicher Stunde etwa 20 Personen in Haft. Von diesen mußten 13 allerdings wieder außer Verfolgung gesetzt lücrben. Am selben Tage wurde in Essen bei der Firma Krupp eine polizeiliche Durchsuchung vorgenommen, wobei den Beamten etwa 1000 Geheimberichte in die Hände fielen, die das Material für bie jetzige Anklage btlbeten. Es stehen bemgemäß auch etwa 900 Fälle bc5 Vergehens gegen die §5 2 und 4 des Gesetzes betreffend den Verrat militärischer Geheimnisse zur Aburteilung. Die Anklage richtet sich gegen den Oberintendantursekretär Pfeiffer vom Kriegsministerium, Zeugleutnant Hoge von der Artillerie-Prüfungskommission, den Krupp'schen Beamten T r o e s e, früher ebenfalls bei der Artillerie-Prüfungskommiffion, Zeugleutnant T i l i a n von der Munitionsfabrik in Spanbau, Zeugleutnant ö i n st vom Artillerie-Depot in Marienburg, Zeug- leutnant Schleuder vom Artillerie-Depot in Koblenz unb schließlich ben Feuerwerker Jürgen Schmtbt (Berlin). Der- hanblungssührer in: Prozeß ist Kriegsgerichtsrat Dr. Eoorrons, während die Anklage von Kriegsgerichtsrat Dr. Welt vertreten wird. Den Angeklagten stehen vier Verteidiger zur Seite. Mitteldeutscher Bäder4)erbanöstag. _ „ . F. E. Dillenburg, 29. Juli. 3-er Zweigverband Mitteldcutschlano des Zeittralverbaiides neulicher Bäckerinnungen „Germania" hält seinen 16. VerbandS- tag am 28., 29. und 30. Juli in 'Dillenburg im Kurhaus, verbunden mit einer Fachausstellung, bie bereits am 27. Juli cronnet wurde, ab. Durch eine Gesamtvorstandssitzung am 28. Juli wurde er eingeleitet. Am 29. Juli vormittags 11 Uhr eröffnete im Kurhaus der Schriftführer Louis Raucl>-Franlfurt a. M. in Behinderung des Verbandsvorsitzenden PH. Jalob Fischer- Frankfurt a. M. die Tagung in Amvesenheit von 450 Abgeordneten aus allen Teilen des Verbandsgeoieies sowie Vertretern der Zweigverbände Baden, Großherzogtum Hessen und Siegen. Der Vorsitzende erstattete den Jahresbericht. Ter Zweigverbaiw Mitteldeutschland zählt 19 Innungi.n mir 1261 Mitgliedern gegen -A Innungen mit 1243 Mitgliedern im Vorjahre. Die Innungen Schmalkalden und Grebenstein schieden im Berichtsjahre aus dem Verbände. Im abgelaufenen Jahre nahm der Verband Stellung m einer Gesamtvorstandssitzung und auf einem Obermeistertag in Fulda gegen das Mühlensyndikat und zwar in ber Art, daß nur von ringfreien Mühlen Mehl gekauft werden soll. Wie weit der Beschluß Erfolg hatte, konnte bis jetzt noch nicht endgültig rcitgcilcUt werben. Kassierer Zwergel-Franifurt a. M. gab den Kassenbericht bekannt, der in Ein- und Ausgaben mit 5030 Mk. balanciert und eine Vermögenszunahme von 2021 Mk. verzeichnet. Bei der sodann vorgenommenen Wahl bezw. Ergänzungswahl der Sie bener Kommission wurden Obermeister Jünger-Hanau, Ochs-Höchst am Main, Ebeft-Franlfurt, Kämse Wetzlar neu- und Sri?'siel - Wiesbaden, Schreiber-Kassel und Keßler-Marburg wicdergewählt. Dezernent Schleich vom Zentralverband in Berlin berichtete über die Gesamtvorstandssitzung. Es sei mitzutcilen, daß das Hese- syndlkat die Wünsche ber Bäcker größtenteils erfüllt hab?, währenb bas Mühlensyndikat vom Verbände kräftig weiter bekämpst werde.. Sodann werde erstrebt eine einheitliche Plombierung des Mehls und eine Verbesserung ber Bäckerei-Verordnung, der die Regierung wohlwollend gegenüberstehe. Obermeister Ochs- Frankfurt a. M. wünscht für die Bäckerei-Verordnung kein Wohlwollen, sondern gerechte Behandlung und wies daraus hin, daß bestehende Bäckereien auf Grund der Verordnung geschlossen, neue dagegen, die obendrein schlecht eingerichtet, die Erlaubnis zum Betrieb erhielten. Obermeister Sattler- Wiesbaden wandte sich gegen die Aussüh- rungen Sckleichs inbetress des Hefesyndikats. Dieses hätte nicht aus Freundschaft gegen die Bäcker die Hefe um 7 Psg. das Pfund herabgesetzt, sondern um die Außenseiter des Hesesyndikats zu drücken. Bvrtimann-Kassel sprach sodann über die Sonntagsruhe.. Handwerkskammersyndikus Schröder- Wiesbaden verbreitete sich über das bekannte Kapitel dertReichsversicheruilgs- ordnuilg, insbesondere über die Jnnungskraiikenkassen, worauf der Vorsitzende um 2 Uhr die Verhandlungen auf Mittwoch, den 30. Juli vertagte, nachdem zuvor beschlossen worden war, an den nationailibcralcit Landtagsabgeordneten Schröder Kassel ein Dankschreiben zu richten wegen dessen wackeren Eintretens im Parlamente für das Bäckergewerbe. Um 3 Uhr folgte ein Festessen im Kurhaus. Der Ausflug der Zugendwehr am 26. und 27.3uli 1913- Unsere Jugendwehr unternahm am Samstag, 26. und Sonntag, 27. Juli einen Ausflug nach der Saalburg und den Feldberg, der — vom Wetter sehr begünstigt — zu allgemeiner Zufriedenheit verlaufen ist. Es nahmen Teil 10.0 Knaben und als Führer Hauptmann Stephan, Rechtsanwalt Kaufmann, Leutnant Dingeldein, Kaufmann Petri, bie Vizeseldwebel Pretzsch unb Jentsch: als Arzt Dr. Schäfter. Alle Teilnehmer waren um 11.40 Uhr vormittags vor bem Bahnhof eingetroffen und um 12 Uhr ging es in gehobener Stimmung mit dem Zuge nach Bad-Nauheim. Die Spielleute voran Wurde in Gruppenkolonne durch die Stadt marschiert, angestaunt von den vielen Ausländern, deren halblaute Ausrufe wie „Boy Scout'' und „eine Lehrer mit seine school" zeigten, daß sie sich teils ein richtiges, teils ein salsches Bild über „Nam' und Art" der kleinen Schar machten. Weiter ging es auf der Usinger Straße am Hof Hasselheck vorüber. Es war drückend heiß und > > wurden die aus jedem Marsche innezuhaltenden Gesundhsitsregeln streng beobachtet. Aus ber Wetterau zog eine dunkle Wolkenwand heran, die unter Donner und Blitz ihre Schleusten öffnete, gerade als Forsthaus Winterstein erreicht war. Ter hier erzwungene Aufenthalt wurde durch den ärztlichen Beirat dazu benutzt, einige wund- gelaufene Füße in Behandlung zu nehmen. Als es zu regnen aufgehört hatte, wurde ber Marsch über ben Winterstein (186 Meter), Steinkopf (518 Meter), Kapersburg, dem Psahlgraben entlang nach der Loch-Mühle fortgesetzt, von wo nach kurzer Aast bie Saalburg^erreicht wurde. Hier hielt an der Porta decumana der Schüler störico einen Vortrag über den Pfahlgraben und die römischen Kastelle int allgemeinen, während ber Schüler Steitz bei ber sich anschließenden Besichtigung des Kastells Aufschluß über die einzelnen Gebäude und Einrick tungen gab und die ausgestellten Kriegswerkzeuge und sonstigen Geräte erklärte. Znm Schluß führte er aus, daß wir es unserem Kaiser verdanken, wmn wir beute in der Lage seien, das Kastell im ursprünglichen Zustande vor uns zu sehen und schloß mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch auf den Kaiser. Der Leiter des Ausflugs dankte beiden Vortragenden für ihre klaren Aussülwungen, dann wurde zur Haltestelle ber elektrischen Bahn marschiert, und nach Homburg gefahren. — Mit klingendem Spiel marschierte die Jugendwehr um 8 Uhr in die Kaserne des 3. Bataillons Füs- Regts. 80 ein, wo die Vorbereitungen für Unterkunft und Verpflegung in mustergültiger Weise getroffen waren. Jm Excrzierhaus war ein hohes Strohlager bereitet, Decken in genügender Menge bereitgelegt und für Beleuchtung Sorge getragen. Nach Verteilung der Plätze und Niederlegung der Rücksäcke begab man sich in bie Kantine, wo die mit Kartoffelsalat gefüllten Teller schon bereit- stanben. Jedem Teller wurden bann noch zwei warme Frankfurter Würstchen beigefügt und dann kam der Magen zu seinem Reckü. An der Stille, mit welcher sich die Einnahme des Abendessens vollzvg, ersah man, daß der ra. 20 Kilometer lange Marsch Hunger verursacht hatte, aber dennoch blieb von ber bereiteten Menge Kartoffelsalat noch eine große Portion übrig. Noch eine kleine Weile tummelte man sich auf dem Kasernenhose, dann begab sich alles aufs Stroh. Aber Freude und jugendlicher Ueber- mut ließ die Jungen nicht zur Ruhe kommen und nur mit Mühe gelang es dem Uebungsleiter eine derartige Ruhe herzustellen, daß diejenigen, welche schlafen wollten, wenigstens für kurze Zeit die Augen schließen konnten. Um 6 Uhr morgens sollte geweckt werden, bereits um 4 Uhr waren fast alle auf den Beinen und es begann ein regelrechtes Scheuerfest am Brunnentrog. Nach einiger Zeit war der äußere Mensch wieder in einen reinlichen präsentablen Zustand versetzt, bann wurde in der Küntine Kaffee und zwei Brötchen verabreicht. Die Katholiken hatten um 6 Uhr die Kirche besucht. Nachdem durch den Arzt ein entzündetes Auge durch einen Verband vor Zugluft und Staub geschützt war, wurde um 7 Uhr unter Vorantritt der Spielleute die gastliche Kaserne verlassen. Am Schloßpark vorbei wurde der Weg zum „Gothischen Haus" (ungeschlagen unb bald begann auf steinigen, vom Regen ausgewaschenen, steilen Pfaden über den Landgrafen-Berg, Sandplacken der Anstieg aus den Feldberg. Trotz der VftrrscUeiftung drs vorherigen Tages und fast fehlender Nachtruhe würbe eine bewuirderns- rverte Marschleistung erzielt, bie nur gegen das Ende hin per- langiatnt wurde, durch die Anordnung recksis unb links vom *yc9c Heidelbeeren suchend, langsam vorwärts zu schreiten. Auf dte,e Weise wurde erreirit, daß niemand erhitzt mar, als um 11 Uhr ber Gipfel des Felobergs erreicht wurde. Unterwegs hatte der -sanitätsmann nock Gelegenheit, einem Mitglied einer ent- gegentomnienbcn Waiibcrgesellsck aft mit Verbandzeug auszuhelscn. '^urb auf dem Feldlurg fand inan das durch, den Leiter deS Ausflugs vorher bei Herrn Uugeh.uer bestellte Essen in fertigem Zustande vor. Nach einer kräftigen französischen Suppe gab es laueren Rindsbraten mit Spinat, Salat unb Kartoffel. Als Getränk war Limonade erlaubt, nur die älteren durften ’jLpjelwein genießen Das Essen war gut unb recht reichlich. Am Ende des Essens hielt Herr Rechtsanwalt Kaufmann eine kurze Ansprache, in der er a-usführte, daß an beiden Tagen erstaunliche Marschleistungen erzielt und namentlich seitens der Kleinsten anerkennenswerte Ausdauer bewiesen worden wären, bank der Vorbildung, die sie bei den Ucbungen der Jugend wehr genossen hätten. Die Jugendwchr habe in diesem Sabre das seltene Glück gehabt, sowohl vor dem Kaiser als auch vor dem Großherzog vorbci- marsck'ieren 'zu dürfen und diese Tatsache, namentlich aber das Zustandelommen des Ausflugs verdanke sie dem Uebungsleiter, dem sie zum Danke dafür versprechen ivolle, auch fernerhin den Anordnungen der Führer Gehorsam leisten und unter sich den Geist der Kameradschaft weiter pflegen zu wollen. Er schloß mit einem Hoch auf den Uebungsleiter. 9?ach dem Essen wurde die Aussicht bewundert. Wobei Herr Rechtsanwalt Kaufmann, dem durch seine Teilnahme an den Feldberg-Turnfesten jeder Berggipfel, jede Ruine bekannt ist, die Er- llärung übernahm. Die Unermüdlichen übten hierbei sprungweises Vorgehen und um das während der vergangenen Nacht begonnene Werk zu vollenden, wurden einige im Grase ruhenden Fühter durch einen wohlgclungeneit Ueberfall Morpheus Armen entrissen. Malerisch auf dem Vrunhildisselsen gruppiert wurde dann die Jugendwehr photographisch aufgenommen, und hiernach begann der Abstieg nach Hohemark, der zwar auck> auf steinigen, sseilen Wegen, aber ständig am murmelnden Urselbach entlang sich vollzog unb durch herrliche Waldpartien führte. Da, eine allgemeine Ermattting nicht zu verkennen war, entschloß sich der Leiter von Hohemark über Oberursel mit der elektrischen bezw. ber Staatsbahn Hornburg zu erreichen. Da der vom Jungdeutschlandbund ausgestellte Schein zur Benutzung eines Militärfahrscheins nur von Hornburg nach Gießen lautete, so weigerte sich der Beamte in Oberursel, einen Schein auch für die kurze Strecke Oberursel—Homburg ausznstellen. Das volle Billett 3. Klasse erschien dem sparsamen Uebungsleiter aber zu teuer und so wurde dem heiligen BureaukrattSmus ein Opfer gebracht und 107 einzelne Fahrkarten 4. Klasse ausgegeben und durchlockt. Trotz dieser langwierigen Arbeit wurde der Anschluß erreicht, daß von Homberg aus mit dem Eilzuge 3.59 Uhr die Rückreise angetreten werden konnte. Um 6.24 Uhr wurde Gießen erreicht, mit klingendem Spiel bis vor die Johannisckirche marschiert und nach einem strammen Vorbeimarsch weggetreten. Das schlechte Wetter der letzten Zeit ließ manchen der Jungen oft verzagen, ob der versprochene Ausflug vor den Ferien noch zustande kommen würde. Nachdem er 8 Tage vorher des anhaltenden Regens wegen verschoben werden mußte, war jetzt der letzte Termin, nn dem er vor Ferienbeginn noch abgeholten werden konnte und glücklicherweise hatte der Himmel dieffsmal ein Einsehen., Trotz mancher Blase am Fuße würbe tapfer ausgehalten unb flott marschiert und außer dieser Selbstüberwindung^ noch manches andere Nützliche gelernt. Außer der Kenntnis der Saal- burg mit KaperSbiirg und Limes, der Kenntnis des vom Feld- berg aus zu überblickenden Geländes, wurde auf die bei anstrengenden Märschen zu beobachtenden Vorsicktsmaßregeln aufmerksam gemackt, ber Unterschied unserer Feldfrückte und Wald- bniime wurde erklärt, der Brunhildisfelsen gab Gelegenheit die Siegfriedsage zu besprechen, die Größeren trugen streckenweise den Kleinen den Rucksack, den Spielleuten die Trommel itnb so wurde die Kameradschaft hochgehalten. Der Ausflug war von langer Hand vorbereitet, wodurch ein! recht billiger Preis ermöglicht Werben konnte. Diejenigen, n-elche den Ausflug auf eigene Kosten mitmachten, hatten Tür Bahnfahrt, Fahrt mit den elektrischen Bahnen, für Abendessen, Unter» tun ft und Frühstück in Homburg, Mittagessen auf dem Feldberg, 3,25 Mk. zu zahlen. Etwa 30 Jungen beteiligten sich auf Kosten der Vereinskasse und sie verdanken diese Möglichkeit inner Anzahl hochherziger Spender unserer Stadt, die lieber auch weiterhin die Jugendwehr unterstützen werden, deren Leiter sich körperliche Kckäf- tirning unserer Jugend und ihre Erziehung im nationalen Sinne zur Ausgabe gemacht hat. Aus Stadt und Canb* Gieße n, 30. Juli 1913. ** Hinterbliebenen -Versicherung für Eisenbahinbedienstete. Mit dem 1. Juli ist eine neue Bcamten-Hinterbliebenen-Versicherung in Kraft getreten, aus der den Witwen und Waisen ein Zuschuß zn ihren bisherigen Renten gezahlt wird. Die Witwenrente beträgt, wentt der Mann gestorben ist, bis zum Ablauf des 6. Amtsjahres lOo/o, nach Ablauf des 6. bis zum Ablauf des 9. Amtsjahres 9n/o, des 9. bis 12. 8°/o, des 12. bis 15. 7<*b, des 15. bis 18. ßoo, des 18. bis 21. 5o/o, des 21. bis 24. 4o;o, des 24. bis 27. 3*/2no, des 27. bis 30. 3°/o, des 30. Amtsjahres 2l/2°/o des letzten diätarischcn oder,pensionsfähigen Diensteinkommens des Mannes. Stirbt ein Mitglied vor der etatsmäßi- den Anstellung, so erhält die Witwe in allen Fällen 10°,o des letzten Ticnsteinkontmens des Kannes. Tie Waisenrente^ beträgt für jedes Kind, sofern die Mutter lebt, Vs, sofern: die Mutter nicht mehr lebt, Vs der Witwenrente. Die von den Bediensteten zu leistenden Beiträge betragen je nach der gewählten Verficherungsform 1, l*/2 oder 2o,o des jeweiligen Diensteinkommens. Der Beitritt zu dieser Versicherung ist freiwillig. *• Erholungsurlaub für Eisenbahnbcamte. Die Eiscnbahndirektion Frankfurt hat genehmigt, daß den Beamten der zu gewährende Erholungsurlaub in Zuktmst um eine Woche verlängert werden kann, wenn er in die Wintermonate Dezember, Januar, Februar und März verlegt wird, im Dezember jedoch nur, wenn dies nach Lage der Diensi- geschäfte unbedenklich erscheint. Schwimm verein. Jm Anschluß an da? am vergangenen Sonntag veranstaltete Wettschwimmen :c. wird uns geschrieben: Um den Schwimmsport in allen interessierten Kreisen einzuführen und besonders für die Folge zu pflegen und weiter auszubauen, wird beabsichtigt, es nicht nur bei einer losen Vereinigung zu belassen, sondern einen Schwimm- Verein am hiesigen Platze zu gründen. Daß gerade das Schwimmen eine der gesundesten und auch empfehlenswertesten Sportarten zur Pflege und Ausbildung des Bühler die zahlreich erschienenen Vereine unb Gäste. Lehrer Bäßin sprach über Preußens Fall und Erhebung und Lehrer Fenchel- Höckersdorf über die Helden der Freiheitskriege. Zwischeudürck wurden von den erschienenen Vereinen und Tchülcrchören Libdpr zum Vortarg gebracht, die vielen Beifall fanden. Lehrer L in k' Rudingshain ging dann in längerer Ausführung aut den Vtt- lauf der Freiheitskriege ein. Den Abschluß des Festes bildete eine patriotische Ansprache des Herrn Pfarrer Fung-Lber- Lhrnen. Leider setzte im Verlaufe der Veranstaltung ein kräftige? Regen ein, so daß sie in der Kirche zu Ende geführt werden mußte. Vermischtes. * Die Rache der Ehefrau. Ein Mordversuch, der durch seine furchtbaren Begleitumstände, eine Sonderstellung einnimmt, versetzt die Bretagne in Aufregung. .In dem Dorfe R o n d o n bei Quimpcr lebt der Bauer Noblet, dem das Schicksal eine sehr gewalttätige Verlvandtschaft beschert hat. Im vergangenen Dezember gab cs zwischen dem Bauern Noblet und seinem Schwiegervater eine Meinungsverschiedenheit, die damit endete, daß der Schwiegervater plötzlich in sinnloser Wut ein Beil ergriff und feinen Schwiegersohn niederschlug. Der Bauer erlitt einen schweren Schädelbruch, wochenlang schwebte er zwijclxm Tod und Leben, die Aerzte setzten nur geringe Hoffnung aus sein Aufkommen, aber die robuste Natur^des Bauern überwand die schwere Verletzung und er genas. 'Sein Schwiegervater jedock) kam vor Gericht, und die Geschworenen sprachen ihn des Mordversuches' schuldig: er erhielt 2 Jahre Zuchthaus. Die Tochter aber beschloß im stillen, an ihrem Manne Rache zu üben, denn nach ihrer Ansicht war er schuld, daß ihr Vater ins Zuchthaus kam. Als Sonnabend Nacht der Bauer Noblet friedlich entschlummert war, brachte die Frau über dem Herd einen Topf voll Blei zum Schmelzen, schlich sich zum Bette des Mannes und goß dem Schlafenden das glühende Metall über den Kopf. Von furchtbaren Martern gepeinigt, sprang der Bauer auf, und seine Schmerzensschreie eriveckten die ganze Nachbarsck>aft, die schleunigst die Polizei herbeirief. Ein herbeigeciltcr Arzt 'vermochte einen Teil des glühenden Bleies, das dem Bauern in das rechte Ohr gelaufen war, zu entfernen, und er hofft, das Leben des Mannes zu retten, wenn Noblet auch auf immer furchtbar entstellt bleiben wird. Die verbrecherische Frau, die auf so barbarische Weise ihren Rachedurst befriedigte, wurde verhaftet, aber es gelang ihr, sich den Gendarmen wieder zu entreißen und zu fliehen. Bisher ist es nicht gelungen, sie festzunehmen. Gingesairdt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantivortung.) Heuchelheim. Zu dem Eingesandt von Will). Rinn VIII. bemerken wir, daß wir dessen Schlußfolgerungen nicht zu folgen wagen. Als seinerzeit die Bereinigung Gießen rechts der Lahn ausgeführt wurde, zeigten uns die Begleiterscheinugen trübe Bilder, die aber der guten Sache keinen Abbruch tun konnten: das ist auch hier so. Möglich ist es, daß der Eine oder Andere glaubt, auf Kosten Anderer benachteiligt zu iverden. Es wird wohl so sein, wie uns von zuständiger Seite zu Gehör gebracht wurde, daß nur der betr. Unternehmer fähig ist, derartige Arbeiten unter Leitung des Kulturtechnikers auszuführen. — Wir freuen uns, eine so tüchtige Kraft hier am Platze zu haben. * Mehrere Interessenten. Die Wiesecker Kirmes. Heuchelheim. Dix Festlegung der vielbesuchten Wiesecker Kirmes und der Heuchelheims haben schon wiederholt die Erörterung der Gastwirte beider Orte und der Bürgermeister gefunden. So fand auch im Frühjahr d. Js. zwischen verschiedenen Gastwirten von Wieseck und Heuchelheim im Felsenkeller zu Gießen eine Aussprache darüber statt. Schließlich kam man dahin überein, daß die Wiesecker SHrmeS am zweiten und die Heuchelheimer am dritten Sonntag im August gehalten werden sollte. Beide Parteien versprachen, bei ihren Bürgermeistern dahin zu wirken, daß diesem Uebereinkommen Genüge geleistet würde. Kürzlich konnte man nun im Gießener Anzeiger lesen, daß die vielbesuchte Wiesecker Kirmes am 17. und 18. August statt- findet, also an den Tagen, an denen nach der Absprache die Kirmes in Heuchelheim gehalten lverden sollte. Einige dieserhelb zur Rede gestellte Gastwirte von Wieseck beteuerten nun, daß sich ihr Bürgermeister mit dem 2. Sonntag im August nicht einverstanden erklärt hätte. Trotzdem muß man doch annehmen, daß sich, bei einiger Beharrlichkeit unter D-arlcgung der Gründe eines gegenseitigen Uebereinkommens, auch der Bürgermeister davon hätte überzeugen lassen, daß eine Verständigung nur im Interesse beider Orte lag. Es ist ja nicht unsere Sache, Wieseck etwa zu sagen, wann es seine Kirmes zu halten hat, jedenfalls hat aber ein solcher Fall auch seine Bedeutung, und der Leser dieser Zeilen mag sich sein Urteil selbst bilden. Trotzdem wird Heuchelheim nickt zu- rückickrecken und seine Kirmes am 17. und 18. August abhalten und die vielleicht nickt so gut besuchte Heuchelheimer Kirmes zu einer gastlichen Stätte bereiten, an der auch die Wenigen einige vergnügte Stunden verleben können. Gsricht-saal. th. Kriegsgericht der 25. Division. Der Musketier Joh. Sck. von der 10. Kompagnie 116. Jnsanterie-Regimenls ist des Diebstahls geständig. Er war am 6. Juli, an einem Sonntag, ans Urlaub in seiner Heimat Dittersheim (Rheinhessen) und besuchte eine Verwandte. Al? diese kurz bavauf ihr Haus verließ und verschloß, um zum Gottesdienst zu gehen, drang er durch die < hinter dem Hause liegenden ßlörlcn und durch eine unverschlossene Scheuer in die Wobuung der Verwandten und entnahm aus einem unverschlossenen Kasten 150 Mk. in Gold und Papier nnd 5.00 Mk. in Silbergeld. Da er noch am selben Tage sehr freigebig war und stch in seinem Heimatsdorf auch eine Uhr und einen Ring kaufte, lenkte er den Verdacht auf sich. Tie bestohlene Verwandte bat als Zeugin um eine milde Strafe. Sie begründete ihre Bitte damit, daß der junge Mensch zwar leichtsinnig gehandelt habe, aber doch beschrankt wäre. Der Vater hat sich verpsiichtet, das gestohlene Geld zu ersetzen. Der Angeklagte erklärt, er habe den Dicbttahl auSgcsührt, um 28 Mk. Schulden, die er beim Schneider ,n Gießen batte, zu bezahlen. Das Urteil lautete aus 45 Tage 65c- !Snö «1* unb Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Der Vertreter der Anklage hatte nur 4 Wochen Gefängnis beantragt und anheuiigegebeii, 1 Woche der verbüßten Untersilchungs- . bau auf die strafe abzurechiien. menschlichen Körpers ist, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden. Schon ouS diesem Grunde dürfte e? nicht an genügenden Interessenten zwecks Gründung obigen Vereins fehlen. 9(üe, die gewillt sind, diese der Allgemeinheit Zugute kommende Sache zu unterstützen, iverden gebeten, sich in die in der Müller'schen, sowie in der Männer-Badeanstalt ausliegenden Listen einzuzeichnen. Außerdeiii wird noch zwecks näherer Besprechung in allernächster Zeit eine Versammlung einberusen. Näheres durch entsprechendes Inserat. ** Das 35. Jubiläumsfcst des Schütze nvcrciKs hat einen glänzenden Verlauf genommen. Eine große Anzahl ou« wertiger Schützen waren besonders am Mmrtag erschienen. Mle waren entzückt über die vielen und schönen Ehrengaben insw Die Preisverteilung tonnte auch pünktlich zur festgesetzten Zeit von.Herrn Pascoe r orgctiomntcn werden. Jubiläums scheibt: 1. Preis H. Schmidt-Gießen 40 Ringe, 2. Preis A Kilbinger Gießen 39 iDamenpreis-, 3. Preis Lehning-Büdingen 39, 4. Preis RothkchUo-Tockenheim 38, 5. Preis A. Pascoe-Gießen 38, 6. Preis Manneschmidt-Biedenkops 37, 7. Preis Tag-Homburg 36, 8. Preis H. Noll-Gießen 36, 9. Preis Müller-Bad-Nauheim 36, 10. Preis Stveng-Bad-Nauheim 35, 11. Preis Fincke Kassel 34, 12. Preis Wolf Homburg 34, 13. Preis Ph. Nicolaus-Gießen 34, 14. Preis Banß-Marburg 34, 15. Preis Thomas-Wetzlar 33, 16. Preis Uröhl-Gießcn 33 Punkte. — Fest scheibe: 1. Preis Mamre- schmidt-Biedenkopf 38 Punkte, 2. Preis Süffel Schotten 38, 3 Preis Lehning-Büdingen 37, 4. Preis Rothsck ld-Bockenh.im 35^ 5. Preis Wolf-Homburg 35, 6. Preis Müller Bad - Nauheirn 35, 7. Preis PaSeoe-Gießen 34, 8. Preis Fincke-Kassel 34, 9. Preis Weil-Homburg 34, 10. Preis' Thomas-Bad-Nauhcim 34 Punkte. — 100-Me ter-Scheibe: 1. Preis Lehning-Büdingen 36 Punkte, 2. Preis Pascve-Gießen 36, 3. Preis Stotz Laubach 35, 4. Preis Rühl-Laubach 35, 5. Preis Neumann-Schotten 35, 6. Preis Guth-Wetzlar 35, 7. Preis Eberth-Wetzlar 34 Punkte — Iagdscheibe: 1. Preis Pascoe-Gießen 31 Punkte, 2. Preis Kilbingcr-Gießen 31, 3. Preis Wiedling-Wetzlar 27, 4 Preis PH Nicolaus-Gießen 26, 5. Preis Storch-Schotten 25, 6. Preis Schmidt-Gießen 24, 7. Preis Gg. Appel-Gießen 23, 8. Preis Göbel-Schotten 22, 9. Preis Wolf-Homburg 21, 10. Preis Mandler Wetzlar 20 Punkte. * Ter Ortsgewerbeverein beabsichtigt im August zwei industrielle Werke in Wetzlar zu besichtigen und Montag, 1. September, die Edert alsperre zu besichtigen. Starkenburg und Rheinhessen. h. Dvrnheim, 29. Juli. Innerhalb weniger Wochen wurden in der Nähe des Dorfes vier Ueberfälle auf Mädchen verübt. Gestern abend wollte sich wiederum ein Mann an einem 20jährigen Mädchen vergreifen, mußte aber, da es sich kräftig wehrte, von ihm ablassen. Obwohl sofort eine Anzahl Männer die Verfolgung aufnahm, konnte der Wüstling doch entkommen. Kreis Wetzlar. w Wetzlar, 29. Juli. Der Verband zur Förderung der Leibesübungen, dem etwa 30 Turnvereine angegliedert sind, hält am Sonntag, 17. August, auf der Ochsenwiese sein Verbandsfest ab. Hessen-Nassau. O Nodhcim n. d. Bieber, 29. Jul!. Am Montag mittag fand bei Gastwirt K. Schlierbach eine Versammlung für die Gesellenprüfungsausschüsse des Bezirks statt. Generalsekretär Schröder erläuterte die Bestimmungen, die bei Gesellenprüfungen in Anwendung kommen. Es waren alle (Scmerbc des Bezirkes vertreten. h. Frankfurt a. M., 29. Juli. Eine Studiengef ell- schaft von etwa 50 amerikanischen Aerzten stattete heule früh den wichtigsten Instituten der Stadt einen mehrstündigen Besuch ab. Nach einem Empfang im Senckenbcrgiannm durch den hiesigen Aerzteverein besichttgten die sremden (MäfK das Goethehaus unb einige Abteilungen des städtischen Krankenhauses, wo sie mit besonderem Interesse das Neurologische Institut von Professor Dr. Edinger unb die Laboratorien von Geheimrat Ehrlich in Augenschein nahmen. Sodann begaben sich die Amerikaner nach Bad-Nauheim. — Bürgermeister a. D. Dr. Karl H e n ß e n - stamm ist heitte nachmittag im 79. Lebensjahre gestorben. Er war von 1880 bis 1899 zweiter Bürgermeister der Stadt und hat sich als solcher auf dem Gebiet der inneren kommunalen Verwaltung große Verdienste erworben. h. Käppern i. T., 29. Juli. Zwischen auswärtigen Aus- flügfcrn kam es hier zu wüsten Auftritten, die jedenfalls eine Anklage wegen Land fried en sörnchs nach sich ziehen wer- bcn. Der Stallschweizer Zimmermann aus Friedrichsdorf wurde von Rodheimrr Radfahrern schwer mißhairdelt, wobei sie ort zahlreichen Gehöften und (Härten die Türen und Latten abrissen und als Angrissstvafsen benutzten. Der Polizei gelang es nach längeren Bentühungen, die Ruhe wieder herzustellen. Sport- — Vergangenen Sonntag beteiligte sich der Gießen et Sportverein von 1900 mit seiner Leichtathletikmannschaft an dem Bezirkssest des Westdeutschen Spielverbandes in Marburg- Von 14 belegten Konkurrenzen gewann er 16 Preise, baruntef 8 erste. Die Resultate finb folgende: Hochsprung: R Wenzel den 1. Preis mit 1,64 Mtr. Weitsprung: Kübel den 2. Preis mit 5,61 Mtr.: außer Konkurrenz R. Wenzel 6,06 Mtr. Stabhochsprung: R. Wenzel den 1. Preis mit 3 Mtr. 100-Meter-Laus: H. Eelarius den 2. Preis in 12 Sek. 200-Meter-Laus: H. öl)ringer ben 3. Preis 400-Meter-Laui: Kübel ben 3. Preis. 800-Meter-Lauf: A. Kleiner ben 1. Preis in 2,15 Min. 1500- Mcter-Lauf: A. Kleiner ben 3. Preis. 7500-Meter-Lauf: I: Paul den 1. Preis in 30 Min. Kugelstoßen: R. Wenzel dsü T. Preis mit 10,03 Mtr.; H. Eelarius den 3. Preis mit 9,22 Mtr. Diskuswerfen: R. Wenzel den 1. Preis mit 29,87 Mtr.: H. Eelarius den 2. Preis mit 26,75 Mtr Speerwerfen: H. E^- larius den 2. Preis mit 40,14 Mtr. Dreikampf für Schüler (109» Meter-Lauf, Kugelstoßen und Wcitsprung : Kübel ben 1. Preis mit 15 Punkten (höchst erreichbare Punktzahl'. 400-Mcter-Stafcttc: Tie hiesige Mannschaft siegte gegen ben akademischen Turnverein Marburg in der guten Zeit von 49 Sekunden. Es war dies das interessanteste und aufregendste Rennen des Tages. Die hiesige Mannschaft lvechseltc ausgezeichnet und startete gut, so daß sie den Gegner mit beinahe 10 Meter schlagen konnte. Bersrod. Wegen des Verbindungsweges BerSrod — Veiskirckcn durck den Wald muß der Schreiber einiges darüber bemerken. Daß bei_ ber nassen Witterung die meisten Waldwege unvavteroar mtb, läßt sich leicht denken, aber in solchem Zustande, wie der oben bezeichnete Weg, gibt c5 wohl keinen zweiten mehr. dav AnSweichen reckts oder links unmöglich ist, so sind die ^eute aezivungen, den schleckten Weg einznlmlten. Ani der einen _e,tc tft das Lagerholz von der letzten Holz«ällung bis an den Weg aclmlcut roorucix ums natürlich i.icht nötig war — wobnrch das AuSive,cken zur Unn'.oglxchkeit wird. Au, der anderen Seite sind .zrone veaen. Konnte man bei dem Holzschleifen nicht 3 Meter »urnckdle.ben ? Der Weg wirb jeden Tag von etwa S> Arbeitern und von zalrlre,cken anderen Ein.volmern auf dem Wege na* der Bahn be.mtzt. Es ist kein Vergnügen mörgenS und avsnoS den Weg zu wachen, wenn eS dunkel tit. Tcm Uebelftonb wäre abzubelleii, weuit man in bem reckten Teil ber Hege einen Fußweg einrichten würde. Man könnte ibn mit StemgruS über« iabrtu unb der Weg wäre für alle Zeite.i vasflerbar. TaS neue Ltraßenprojett Reiskirchen—Walbersberg—Bersrod wird so schnell noch nickt zur Durchführung gelangen: beShald ist eö unl>ebinqt ölig, daß ber Waldweg passierbar gehalten rr«vt>. Leider hat Derctn$nad)rid)ten. ** MSnner - Turnverei n. Nächsten Sonntag läßt der M.-L -V. zum dritten Male den aus Anlaß seines 25jährigen Bestehens gefluteten Iahnfchild durch einen turnerischen Fünfkampf auSkämpfen. Am Vormittag findet von 7 Uhr ab das Einzelwetturncn her Schüler auf dem neu eröffneten Turn nud Spielplatz nm Sckiffenbrrger Weg statt. Borgeschriebeu sind folgende Heiningen: Hürdenlaus, Stemmen, Weitbocksiprung, Klettern und eine Freiübung. Gemeldet haben sich bis letzt 180 Schüler. Geturnt wird in 3 Altersstufen Zum Wettkampf um ben Jahnsckild stellt iebe Sckule 3 Riegen zu 12 Mann, die auch noch ben Eilbotenlauf über 1200 Meter nntmackcn müssen. Nachmittags 2 Uhr geht vom Ludwigsvlatz aus ein Festzug noch der Renndabn an ber Hardt, woselbst Wettspiele, (5ilboienläuic, Sonderwcltkämpsc, die Massenfreiübungeu dec- Deutschen Xuin- festes il a. m. aciirigt werden. Um ?<_ Uhr findet die Preisver- teilung statt. Näheres wird durch eine besondere Anzeige bekannt gegeben. R. Bobenhausen, 29. Juli Am Sonntag wurde hier die Jahrhundertfeier der Befreiunaskriege unter Beteiligung mehrerer hiesiger unb auswärtiger Vereine aus der Um- gegend gefeiert. Das Zustandekommni ber V ranstaltung ist besonders den Bemühungen des Pfarrers Bühler zu danken. Zu Beginn bewegte sich ein Festzug durch das Dorf zu dem bei der.ößirche gelegenen Feßplatz hin. Hier begrußrc Pfarrer unsere Geineiudeoerwaltiing in dieser ^Ingclegenheit noch keinen Schritt getan. Hoffentlich überzeugt sich unser ^emeinberat :etzt von der Notwendigkeit einer Verbcfferung dieses Weges. Vüchettisch. — Album der großen Zeit 181 3—1 8 1 5 inWort unb Bild. Verlag von Gebrüder StKlwerck A.-G. Köln-Berlin. Breis vornehm gebunden 50 Pfg. — Die bekannte Kölner Sch.>ko- ladenfirma, die in jeoem Jahre ein neues Sammclalbum für ihre Sammelbildcr herausgibt, Iwt bas diesjährige 14. Album der großen Zeit 1813—1815 getoibmet. Die uns vorliegenden, bis i^tzt erschienenen Gnippen lassen schon erkennen, daß das neue Mbum seine Vorgänger in künstlerischer Hinsicht wohl iwck übertrifft. Die Entwürfe zu den 144 Bildern, eingeteilt in 24 Gruppen zu je 6 Bildern, sämtlich von dem bekannten Schlachtenmaler Professor Knötcl gemalt, vergegenwärtigen dem Beschauer in lebendiger Frische die wichttgsten Begebenheiten jener glorrcidjcn Zeit und zeigen ihm in künstlerisck^r Vollendung die berühmten Männer ber Befreiungskriege und ihre Taten. Tic zu den Bildern gehörigen Texte sind ebenso unterhaltend wie belehrend. D-as Album bildet ein kleines Geschichtswert' von dauerndem Werte unb ist durck alle einschlägigen Gesclxifte, welche die bekannten Stollwerck-Fobribrte führen, zu beziehen. täanOel. 8 Havag und Lloyd. Zu den ausgebrockenen Tif- serenzen zwischen den beiden leitenden Gesellschaften liegen viele Zeitungserörlcrungen vor. Von größerem Jntereffc ist ein Artikel in der ,Wes.-Ztg.E, in der der Standpunkt des Lloyd dahin präzisiert wird, daß nickt die Einstellung neuer Dampfer, sondern die tatsächliche Mehrbefördcrtiiig von 2l»iswanderern eine Ouotcn- erhöhnng reehtfertigen könne, da sonst jede Stabilität des Pools, also sein auch von der Hapag stets anerkannter Hauptzweck hinfällig werde, zumal das Bauprogramm de? Lloyd mit dem in Ban besiudlicken „Columbus^ auch nickt abgeschlossen ist. Der Lloyd hat ein miparleiisckcs Schiedsgericht augeboten. Leider hat die Hapag diesen Vorschlag abgcleljut. Mit Recht schreibt die genannte Zeitung znm Schluß: ,66 wäre auf das tiefste zu bedauern, wenn die genannten Differenzen zn einem offenen Kampf zwischen Lloyd mid Hapag führen sollten. Bei der hohen kaufmännischen Einsicht, die auf beiden Seiten vorhanden, unb angesichts der materiellen und nationalen Werte, die bei einem solchen Kamps auf dein Spiele ständen, scheint es auch mehr als ziveiselhast, daß e8 dazu kommen wird/ §. H o l l a n d - A m e r i k a l i n t e - H a m b u r g. Die Holland- amerikalinie hat die Zwischcndeckrate Neiv°Pork Rotterdam um 5 Gulden erhöht. Dem Vernehmen itaeh sind die übrigen Schifffahrtslinien dieser Maßnahme nicht gefolgt, da es sich bei jener Erhohuiig nur um die übliche AiiSgleickSmaßregel handelt, die bei starker Ueberschreitung der Quote eintritt. §. Z u r Aufhebung d e s S ch e ck st e m p e l S. Ter Zentralverband des Deutschen Bank- imb Bankiergewcrbes hat eine Eingabe an das ReickSschatzamt gerichtet, in der er den Wiinsclj begründet, als Termin für die 2lufbcbung des Ccheckslcmpels, entgegen ben bisherigen Beschlüssen des Reichstages und BnudeSratcL, ben 31. Dezember 1913 sestzulegen. Märkte. -th. Fettviehpreise. Tie Preise für Schlachtvieh, wie sie unsere Metzger eben bezahlen, stellen sich wie folgt: Ochsen Dlk. 100-102, Rinder Mk. 94—96, Kühe 2. Qualität Alk. 84-86, 3. Qual Mk. 80—82, Kälber Mk. 94-96, Schweine Mk. 74-76. fe. Frankfurt a. M., 29. Juli. H eu- unb St roh markt. Angesahren waren 11 Wagen Hen, 6 Wagen Stroh. Man notierte: Yen 2,50—3.0 j)if. Stroh (Kornlangslrohi 0.00—0.00 Akk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles je 60 Kilo. Geschäft lebhaft. Tie Zufuhren waren aus Oberhessen und aus den Kreisen Dieburg unb Hanau. Verantwortlich für ben politischen Teil I. B.: R. Lang e. Miiller'sche Badeanstalt. Wasser wärme der Lahn nm 30. Juli: 161 11. Meteorologische veodachtungender Station Sieben. Juli 1613 1 aus 0° rediiziert V» o Z s J der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung n> w “3 S @ pTöü b«r DewSIIiung! in tzehnt«! der | Pch'b. tztnn,-l»tzjs Wetter 29. 2" 748,5 18,5 10.3 65 WSW 4 10 Bed. Himmel 29. 9“ 48,8 14,5 10,8 88 W 2 10 30. 7" 749,6 10,9 8,8 91 NW 2 10 Rebel chste T< mpera ur an 1 28. bis 29. I" li - ck 19,2 ' -3. Niedrigste 28. , 29. — ck 10,3 e J. Liiederschlag: 0,0 mm. Salem Aleikum SaletnGold Goldmxindsölck Cfgetreffen Trusffrei! 97Td T rinkt Sanitätskraftbier! Giessener Brauhaus, A. & W. Denninghofl [4365] QffenbatA. o-faKai^ PId. au vermieten. 05981 Neuenweg 50, G 4951 a BäiEage Lebensmittel in nur besten Qualitäten 4963 Plockftraffc 7. 4/14 Favlansgaffc 14, (4435 06017 £it=9Iitlaflcl2. Heb. Kalbfleisch, Zlirchenplatz 21 3640! FHe ErilicßMt cmvficblt biflinit Reise (4856 (6., Nürnberg. 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