s F/v Jahrgang II R. Ä Erstes WA Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. & zick 100 m btverrvvsTi/« @egeiM ttgen Ein Brief vom Südpol mich lAn- zum iorm. 11 ühr, lichm. b*/s land durch seine genaue Kenntnis auch der intimsten österreichischen Rüstungen nicht mehr im Nachteil, ja nmhrschein- lich sogar in einem gewissen Vorteil, der bei etwaigen kriegerischen Verwicklungen für Oesterreich einen unberechenbaren, kaum wieder gut zu machenden Schaden gebracht hätte. Eine Schädigung durch einen eigenen Offizier! Diese furchtbare Tatsache wäre für die österreichisch>- ungarische Monarchie nicht einmal so peinlich, wenn sie sich nicht einer Kette ähnlicher Affären als neues Glied anschlösse. Gerade im österreichischen Generalstab und in den Kreisen Lerer, die nach Posten darin streben, sind in den letzten Jahren überaus traurige Kriminalfälle vorgekommen. So wurde ein Kriegsschüler, der Oberleutnant Firbas, zugeteilt dem Generalstabe, vor nicht langer Zeit wegen Spionage für Mßft'and zu sieben Jahren schweren Kerkers verurteilt. Ein Offizier des Untersuchungs-Ausschusses soll ilM, wie cs heißt, kurz vor der Verhaftung, einen Revolver zugesteckt haben. Firbas machte davon nicht Gebrauch. Bekannt ist natürlich noch der greuliche Fall .Hof richt er, der, ebenfalls Generalstäbler in spe, aus unbefriedigtem Ehrgeiz zum Giftmörder wurde. Endlich wurde vor einigen Wochen ein Oberleutnant namens Jan d- witsch von Der Kriegsschule weg wegen höchstgefährlicher Spionage verhaftet. interlogen fönntn r Anstalt (Lichei hne Zechungen) eicht» gegen @r= veiten. t getrennt, ver- Hlift versehen, s bis zum Er- M. 12^ Der Giehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Siehener§amüienblätter: zivennal wöchenll.llreis- blfltt für fcen Kreis (yiefjen (Dienstag und Freitag); zweimal monall. Land- wirtschastliche oeichagen Fernsprcch - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieren. Annahme von Anzeigen für die Tagesnnrmner bis vormittags 9 Uhr. Anverwandten Redls bestiegen hierauf die wartenden Wagen. Dann wurde das Tor geöffnet und der Leichenwagen fetzte sich in Bewegung. Einige Kränze von bcm' Toten nahestehenden Personen schmückten den Leichenwagen. Militärischer Kondukti ist nicht beigegeben worden. Wie verlautet, war Redl bei allen Spionageprozessen der letzten Zeit als Sachverständiger zugezogen. । Im Abgeordnetenhaus ist wegen des Falles eine Anfrage eingcbracht worden. Wien, 29. Mai. Zum Selbstmorde des Generatstabs- oberstcn Redl schreibt die „M i l i tä r i s ch e R u n d s ch a u": Redl vollführte die Tat, als man im Begriffe war, ihn folgender schwerer, nunmehr außer Zweifel gestellter Verfehlungen zu überfuhren: Erstens homosexueller Verkehr, der ihn in finanzielle Schwierigkeiten brachte; zweitens VerkaufdienstlicherBe- fehle reservierter Natur an Agenten einer fremden Macht. Äc^^nun die einfache Einsegnung, worauf der Sarg"in cineü ~~ ~ ™ Während der Vorgänge ”ark i° d6 | £ewinnen. [$<== | jjfcj I Dus Reutersche Bureau erfährt, Last Staatssekretäu Gr eh an alle Delegierten Lie Einladung gerichtet habe, Freitag um 12.30 Uhr im St. Jamespalast zuscrmmenzu- lommen, um den Frieden zu unterzeichnen. Grey habe hinzugefügt, er hoffe selbst zugigen sein und einige Worte an die Delegierten, richten zu können. Ein neuer bulgarisch-griechischer Kampf. Athen, 29. Mai. (Agence d'Athenes.) Nachdem die Vulgaren auf Len Höhen von Prawitsch Kanonen aufgestellt hatten, machten sie am 27. Mai von hier aus ohne jede Veranlassung einen Angriff auf eine griechische Kompagnie. Ueber den Verlauf der neuen Angriffe ist noch nichts bekannt. Athen, 29. Mai. Wie amtlich mit geteilt wird, hat heute zwischen Griechen und Bulgaren kein Ka m v f stattgefunden. Die Bulgaren feuerten nur vier Granaten gegen die griechischen Vorposten bei Elvthera, ohne jedoch zu treffen. Einige griechische Kriegsschiffe kreuzen vor dem Hasen von Elvthera. Der bulgarische Generalstab hat Len griechischen Vorschlag betreffend eine neutrale Zone zuruckgewiesen. Mau hofft jedoch, daß die beiden Regierungen trotzdem diese Frage weiter erörtern werden. Die albanische Thronsrage. Der Sonderberichterstatter des „Temps" meldet aus? Vallona, Last zwischen der provisorischen Regierung von Albanien und Essad Pascha Verhandlungen schwebten, wonach beide Teile bis zur enbgiiltigen Organisation Albaniens die Aufrechterhaltung der Ordnung übernehmen und die Machte ersuchen werden, einen Sohn Abdul Hamids zum Fürsteli von Albanien zu machen. Zmtag, 50. Mai (9(3 Bezugspreis: monatlich 75Pf., viertel« jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal!5Pf* auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": K. Neu- bi, ■Wmrteita, ”6*1116 8 l»6ftänbt, öfjem. '*'*110* u«d HO * ^“ne, 2,5 cb« 50 Zinta iu verzimmern, ka 3750 kg. Zirka 800 b pp. zirka 350 qn irka 70 m Hängt Kototionsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindruckerei K. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schnlstratze r. rach; für „Stadt und Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhosstratzs |6a. 1 Rechen 1 Zienenknie 1 ru'mcsin 1 Aintcimer 1 Hobnem'iAW !&' i Hunneßer f 1 MlchkMe 1 Halsband 1 Zickel 1 Recken 1 l^arleichu>,^ \ BulicrmlNlM 1 Heugabel 1 BulierE j BobncniMk» i 1 Halsband 1 Zuber Ä 1 SutternE i runggav» 1 Zlurnilnl^, 1 Vamoi, 1 1 PMeUdlu 1 Halsband 1 l'am-n. i Heuaavei 1 Zuber 1 - ZinlE ZieBsi \\S ite ■ । Rebe"'^ . -SS : Alch kb 1 I S'che I i 1 i{# i .-lieche" x» I & . xXXk Da§ verbrechen einer österreichischen Generalstäblers. lAus Wien wird uns geschrieben: Das Ungeheuerliche und schier Unsaßliche ist bewiesene Tatsache geworden: der Generalstabsoberst Redl, der in der vorigen Woche Selbstmord beging, hat 14 Jahre lang ferne militärische Stellung mißbraucht, um sein Vaterland Oesterreich zu verraten. Alles Dementieren und Beschönigen, alles Konfiszieren und Zensurieren erscheint über- k flüssig. Eine offizielle Mitteilung gibt bereits offen zu, daß der Grund zu Redls Selbstmord neben unnatürlichen Neigungen der „Verlauf dienstlicher Behelfe geheimer Natur eine fremde Macht" oder vielmehr das Offenbarwerden - Lieser Dinge gewesen ist. Es ist also nicht richtig, daß Oberst Redl nur aus Gewissenhaftigkeit Selbstmord begangen habe, wert er Len Diebstahl von Mobilisierungsplünen des achten Korps nicht verhindern tonnte. Nein, dieser Korps-General stabsches, ein künftiger Korps- oder gar Armeekommaudant, hat sich selbst gerichtet, weil er, Ler -angesehene Sachverständige des Spronagewesens, Landesverrat m einem Um- fange und in einer Gefährlichkeit persönlich betrieben hat wre er in Ler Geschichte Les modernen Kundschafterdienstes | noch nicht vorgekommem ist. Die einzelnen Verbrechen seiner | langjährigen Tätigkeit werden wohl erst im Laufe der Zeit [ bekannt werden. Klar liegt bis jetzt, daß Redl erst ganz I kürzlich Lie österreichischen Mo-bilmachungspläne für Ga- - lizi en an Rußland verschachert Hat, also ungefähr Vas wichtigste, was der russische Generalstäb für seine Maßnahmen während der letzten M'rife brauchte. Die Grenze Rußlands gegen Oesterreich ist bekanntlich fast durchweg assen und meist für die rmssische Strategie außerordentliche e-chwierigleiten auf. Neben der vielfach russenfeindlichen polnischen Bevölkerung ist es vor allem die Gestaltung der Bodenoberfläche, die glatt und eben weit in fremdes Gebiet hineinragt uud dadurch die Möglichkeit gewährt, Lie russischen Truppen üon mehreren Seiten zu gleicher Zeit anzu- ■ greifen. Immer muß RußlanL damit rechnen, daß es | neben gleichzeitigem Eingriff in der Front auch von Süden J hcr Lurch österreichische Heere umfaßt wird. Und weiter. Der russische Aufmarsch beansprucht bei der LZeitmaschigreit des Dahnnetzes und den gewaltigen Raum Verhältnissen sehr beträchtliche Zeit. Aus diesem Grunde muß. Rü g land seine Heere längst vor Ausspruch einer Krieg?- erklärnug im stillen unter hamr'losen Vorwänden teilweise auf .Kriegsfuß setzen und diesen versteckten Aufmarsch durch ■ s^ue verstärkte Grenzwache schützen, die gegen Oesterreich und an der übrigen europäischen Grenze stets 24 mobile Nngaden stark ist. Um diese hermliche Mobilmachung ohne großes Aussehen und ohne nachträgliche Verschiebungen und auffällende Verftärkurugen ins Werk zu setzen bedarf die ru',fische Strategie der genauesten Kenntnis der öfter» reichlichen Stellungen in Galizien. Hier hat Redls Tätigkeit nngesetzt. Er hat den Rusten alle Vewegungen in den galizischen Festungen Oesterreichs, alte Neuformationeu und ' Verstärkungen, ja auch alle Pläne für einen eventuellen- Kriegsausbruch mitgeteilt. Und so kam es, daß jeder öfter- : .Schachzug, noch ehe er vollständig ausgeführt war, euf russischer Seite einem prompten Gegeuzua gegenüber- i Jan4>, was man sich in Wien so lange nicht erklären konnte, vis die Aufdeckung der Nedlschetr Machinationen des Rätsels Losung brachte. Während also Oesterreichs Aufmarsch ver- -....... —.......- möge feines guten Bahnnetzes und seiner konzentrierten 3ietr? ,unb tr^9cn m bte Kapelle des Garnisouspitals. -Lgc mtec normalen Verhältnissen bei weitem schnebter als riS™I™Ämto^aebKHSbc'™mnf oeneume. Rnuln^vs r,n in r -uexairuvagen geyooen iruroc. die Vorbereitung des Sriedsnsvsrtrages. London, ^9. Mai. Wie Reuters Bureau erfährt, wurde der im Namen der Verbündeten abgefaßte Protokoll e n t w u r f gestern abend sämtlichen Kriegführenden geschickt. Bulgarien wird den Friedensvertrag morgen im Auswärtigen Amt unterzeichnen, Wie es von der englischen Regierung gewünscht wird, doch wird die bulgarische Abordnung nicht art der Versammlung teilnehmen, die von den anderen Verbündeten für heute nachmittag vereinbart wurde, um die Protokolle zu beraten, deren Fassung Bulgarien nicht billigt, und die nach dem Wunsche der anderen Verbündeten g-wichzeitig mit dem Vertrage unterzeichnet werden sollen. Bulgarien meint, daß die Aufwerfung der Protokollverträge im gegenwärtigen Zeitpunkt neuen Debatten Tür und Tor offnen würde. Die serbischen Delegierten erhielten heute mittag Anweisung, den Vertrag zu unterzeichnen. Es ist sicher, daß ihn auch Griechenland unterzeichnen wird. Der Protokollentwurf enthält einen Artikel bezüglich der Konvention, die nach dem Friedensschluß beraten und unterzeichnet werden soll. Liegt in der merkwürdigen Häufung solcher Fälle bas Geheimnis besonderer Mißstände verborgen? Macht man an den jungen Nachwuck)s des tzleneralftabes allzu große Ansprüche? Oder macht eben dieser Nachwuchs selbst zu große Ansprüche an die Genüsse des Lebens, die er weder au§ dem kargen Sold noch aus den bescheidenen Zuschüssen bürgerlicher Eltern bestreiten kann? Man erzählt sich, daß der Throtcholger Erzherzoa Franz Ferdinand sich bereits mit diesem Generalstabsproblem beschäftige und eine Verbesserung des Standes der Generalstäbler drirch stärkere Heranziehung des Adels erstrebe. Man wird aber doch wohl auf andere und modernere Vorschläge sinnen müssen. Die Entdeckung. Wien, 29. Mai'. Der gestern beerdigte Generalstabsoberst Redl ist tatsächlich, wie jetzt nickt mehr bestritten wird, her Svwnage zugunsten Rußlands überführt worden. Er ntißbrauchte ferne Stellung als Stabschef des Prager Korps seit 14 Fahren Sinn Landesverrat, zuerst, nnt .aus schwerer Geldklemme zu entkommest und sodann, um seine jährlich bis 150 OOO Kronen erfordernde Lebenshaltung zu bestreiten. Zuletzt itniröe durch 11 ebcriöartjn nn seiner Korrespondenz feine verrate- niQc Haltung festgestellt und er d u r ch L i ft j u einer Unter» ubuitg mit einem Mittelsm anne nach Wien gelockt. Eine Haussuchung in Prag erbrachte die Be- werse völliger U ebe r fü hru n g. Änsck>einend ließen die ihn tn Wien erwartenden Offiziere eine B r own i n gpi sto l e auf letncrn ,3immcr zurück, mit der er sich vorgestern Nacht erschoß Das Begräbnis fand ohne alle militärische Ehren statt Von andeter Seite tvird gemeldet, daß Alfred Redl, der unverheiratet war, nicht mittels Eisenbahn, fonbern mit feinem eigenen Automobil am Samstag abend ans Prag in Wien eiit- traf. Im Hotel erwarteten ihn bereits drei Offiziere, darunter Maior-Auditor Kunz, der aus dem Hofricksterprozeß bekannt Ot- Redl begab sich mit den drei Offizieren auf sein Zimmer: die Cmsiere verltetzen bald darauf das Hotel. Redl hatte sckwn während dieser Unterredung den geladenen Revolver auf dem Tische liegen. Bei dem Toten wurden mehr als 3000 Kronen vorgefunden. Die Korrespondenzen, welche er in seinem Koffer hatte, wurden von den Militärbehörden besckstagnahmt. Gestern nadnnittag fand das Leichenbegängnis Redls statt: die Stunde desselben wurde geheimoehalten. Besonders auffallend war der Umstaitd, daß bei dem Leickienbegängnis keine offiziellen Persön- lickueiten betwohtrten. Kurz vor ein Uhr brachten Swet Männer den Sarg mit dem Lüchmam des Offi- 7; ^teSBanncr feier in der Walhalla. Anläßlich des 10.0 Geburtstages Richard Wagners fand in der Walhalla bet Regensburg die Aufstellung der Büste des Meisters statt Emgeleiett wurde die Feier durch die Aufführung der „Meister- finrjer durch das Personal des Münchener Hostheaters. Den Prinzen Rupprecht geleitete der Fürst von Thum und Tains. An der Nordfette der Walhalla begrüßten Walhalla-Kommissär Beztrksamtmann Morgist und Pros. Bleker, der Schöpfer der Büste die Gaste Unter den st langen der Huldigungsserenade von Wag- ner erfolgte der Eintritt in die Halle. Prinz Rupprecht gab das Zeichen zur Enthüllung der Büste, die vorläufig neben der Büste Kchsor Wilhelms 1. Aufstellung gefunden hat. Der Kultus- am ’L. hierauf trug der Liederkranz und Gesangverem Regensburg den „Wachchaus-Chor auS den „Meistemsingem" vor. Prinz Rupprecht legte int Namen seines U.ers nnen Kratiz an der Büste nieder. Ihm folgten der stultusminilter, der für das Staatstninisterium einen Kranz nieder- das vostheater Munck)en, die Akademie der Tonkunst München und dte Vertreter der Städte München, Bapreuth, Regensburg und Augsbiirg. Emen vergoldetm Kranz legte der Fürst von Thum und Taxis nieder. Damit endigte die Feier. Frau Cosima Wagner konnte wegen ihres schweren Leidens nicht zu der Ent- hulliingsfeter kommen. m ~ Die Einweihung des Krüger-Denkmals in ■7 r 0 i 0 r i a ^.ckis Pretoria wird berickstet: Am Souiiabend wurde von General Sck-alk Burger im Prineeß^Zark von Pretoria feierlich das Standbild Ohm Kstügers, des letzten Präsidenten des ehemaligen -vransvaalsreistaates, enthüllt. Das Denkmal ist eine Mtung des Senators Marks. Eine große Menge wohnte der Weche bei, hei der auch Botschaften von Lord Gladstone und General Botha verlesen wurden. — Geographische Bausteine. Es kann nicht wun- - c^inen, daß m unserer Zeit geographisches Wissen ständig mr Kuffe steigt baut ,ich doch auf ihm das Verständnis weltwirtschaftlicher ^ckwicklnng in gleicher Weise auf wie das tiefere riinbrinnen in die Znsammmhänge weltpolittschen Geschehens Zur Pflege dieses Wissens hat der Verband deutscher Sckwl- geograpl-m einen weiteren bedeutsamen Schritt getan: im An- chlub und als Ergänzung seiner Zeitschrift läßt 'er eine Samm- limg von Abhandlungen erscheinen, für die der Titel „Geographifck« Bausteine" geprägt wurde. Die in zwangloser Folge erschmnm- Hefte sollen bauen helfen am geographischen Unterrickstsgebäude A^b^ten aus dem Gebiet der Methodik, der praktischen Lelp- aV’m Forschung umfassen. Herausgeber der Geschaftsstihrer, Les Verbandes Dr. Hermann Haack in Gotl-a. Als Mitarbeiter sind hervori-agende Fachmänner ge^ wonneii. Den Verlag hat Justus Persthes in Gotha r, T, Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. j,er 4. internationale Kongreß für Schnl- 'ML"1. Buffalo abgehalten werden. n Kl 0 ßrl st - Auguste- ^iftona -Hans in Berlin findet vom 7", ■ Zhklus von Vorträgen .statt über die Fort - I u)r 111 c in der ärztliche n und sozialen Versorgung d e s g e s u n d e n u n d kranken Säuglings. — In Krakau ist Mexander v. B a n d r 0 w s k b , der elstunalige Hclden- renor der Frankfnrtep Oper, am 28. Mai gcstorpcn. nach der andern Seite abzufallm beginnt. Die Hochebene liegt etwa 10 750 Fuß über dem Meeresspiegel. Wir haben heute mit einem Radius von ackst Kilometern den geographischen Südpol abgegrenzt, die nonvegisckst- Flagge gehißt uiid den Puiikt, auf dem unseren Messungen nach der Südpol liegt, mit gnädiger ZustiniMung nach Ew. Majestät benannt. Die Rückreise wird morgen mit zwei Schlitten, 16 Hunden und mit Proviant wohlversehen angetreten werden. In Ehrerbietung . Roald Am n n d f e n. In seinem Buche berichtet Amundsen selbst von diesem Brief: ,,Nachdem unser Festbankett am Südpol fein Ende erreicht hatte, begannen die Vorbereitungen' für die Mreise. Zunächst wurde em kleines Zelt aus biumem Segeltuch von graubrauner Farbe orn 3)tc üch deutlich von der weißen Schneefläche abhob. An die Zeltstange wurde noch eine Widere gebuiiden, so daß die ganze Hohe ettva vier Meter ausmachte. Im Zelte selbst hinterließ ich eine Kassette mit einem Briefe an Ken König, dem ich darin Bericht darüber erstattete, was wir ausgerichtet hatten. Der Weg zurück war lang und vieles konnte geschehen, was uns selbst verhindert hätte, von unseren Entdeckungen Ätel- dung zu machen. Neben diesen Brief deponierte ich einen Hin ftzr Scott, von dem ich ohne weiteres aimahm, daß er der erste fein würde, den Platz zu erreichen." Scott fand den Brief wohlerhalten in einem Behälter aus fceWIben Stofs, aus dein das Zelttuch bestand. Er umgab das Do turn ent mit noch einer .zweiten Hülle. Der Brief ist in auäacäadmetem Zustande nach Christiauia gelangt und wird dem Schloßarcknv einverleibt werden. * Hierdurch erlaube ich mir mitzuteilen, daß fünf Mann bum der „Fram"-Eppeoitioii, mich eingercd/nct, gestern, ben 14. Dezember 1911, nach einer gut verlaufenen Schlittenreise von unserem Wintergnartier „Fmmheim", in der uu Mittelbaren Nähe des Südpols, nach genauer Observation auf 89 Gr. 57 Min. 30 Sek. südlicher Breite angrfommen sind. Mr verließen „Framheim" am 20. Oktober mit vier Schlitten, -'2 Hunden und Proviant für vier Monate. Airs unserem Wege konnten wir feststellen, daß sich die große Noßbarriere pach Hilden bis zum 86. Gr. südlicher Breite erstreckt, sowie den Nachweis erbringen, daß King-Edward-VII.-Land und Bictoria- ^ond auf demselben Grade zusammenl)ängen. Das Victoria- eand hört dort auf, während King-Edwards-Land sich in süd- Meitlicher Richtung bis etwa zum 87. Grade slidlicher Breite iortsejzt und von einer mächtigen Gebirgskette mit Gipfeln .115 zu 22 000 Fuß und höher durchzogen wird. Diese Berg- j Ute habe ich mir erlaubt — indem ich die Zustimuning Ew. Wajeftäten vorauSsetzte — Königin-Maud-Gebirgskette zu be- \Ä?L große ,^landsplateW,i geht wie wir ebenfalls .naner Ariiyetms 1. Aus,, j «'ISr Knuten, auf 88 Gr. südlicher Breite m eine ganz mini-fter hielt die Festrede fl-che Hochebene über, bic bei 89. Gr. südlicher Breite sanft I der Gesangverein RegenÄ König Haalbn von Norwegen hat dieser Tage eine Anzahl tvn Vertretern der norwegischen Presse in das Schloß zu shnstiania geladen, wo ihnen ein Brief vom Südpol zur Be- mtigunq vorgelegt wurdch nämlich das Dokument mit einem Mzen Bericht über die Entdeckung des Südpols, das Roald llniundsen an „His Majesty the King of Norway" adressiert tnb in dem Zelt zurückgelassen l>atte, das am Südpol errichtet borben war. Der Bries wurde knapp einen Monat später von 8'a|ntän S e 0 11 und seinen Leuten aufgefunden und lieferte ihnen M unumstößlichen Beweis, daß die norwegische Expedition ihnen iUDorgeEommen war. Scott nahm das Schreiben an sich, in («c Absicht, es später dem hohen Adressaten persönlich zuzustellen Nid damit seinerseits den Beweis zu erbringen, daß er auch ckl Südpol erreicht habe. Man fand den Brief später in dem Mt, in dem sich Scott und seine Begleiter, von ihren hengungen und Leiden übermannt, niedergelassen hatten — lchien Schlummer. Das Schreiben tautet: 15. Dezember 1911. Ew. Majestät! 3 J n W ? : Deutsches Reich. Das Prinzenpckar Ernst August traf mn gestrigen Donirerstng mittag zu einem kurzen Besuche beim Kaiserpaar im Neuen Palais ein. Später erfolgte die Abreise nach ÄLnMal bei Gmunden. Der Bundesrat fasste über die Besetzung von zwei Stellen im Aufsichtsamtc für die Privatversick?erung Beschlust., Zugestimmt lvurde einem Antrag betreffend die Aenderungen in den für die Berzollung maßgebenden Tarasätzen, einem Äntrabe betreffend Aenderung der Vergütungsordnung für Tabak, sowie einem Entwurf betreffend die Verordnungen über den Geschäftsgang und das Verfahren der ersten Schiedsgerichte für die Angestelltenversichecung, zweitens des Oberschiedsgerichts für die Ängestelltenpersicl>erung. . Dem deutschen Hilfsverein in Paris wurde die Rechtsfähigkeit verliehen. D e r n eu g ewä hl t e pr eußische La n d t ag der bekanntlich zum 12. Juni einberufen werden wird, .wird, wie wir hören, nur drei Tage zusarnrnenb leiben. Am 12. Juni werden sich beide Häuser des Landtags konstituieren, am 13. Juni finden in beiden Häusern die Präsidentenwahlen statt, wobei voraussichtlich die alten Präsidenten wiedergewähtt werden dürften, am 14. Juni werden in beiden Häusern des Landtags aus Anlast des Regierungsjubiläums des Königs Festsitzungen stattsinden. Die Präsidien des Landtags und gleichfalls des Reichstags werden am 16. Juni vormittags im Berliner Schlosse vom Kaiser empfangen werden. Die Vertagung des Landtags auf den Winter wird erst nach den Jubiläumsfestlichkeiten ausgesprochen werden. Legislative Arbeit wird der Landtag in der kurzen Juni-Tagung nicht leisten. Der Ausschuß für das Gesetz über die Jugendgerichte begann am gestrigen Donnerstag die zweite Lesung. Es wurde ein Antrag des um die Gestaltung dieses Gesetzes besonders verdienten Abg. v. Caller vorgelegt, der sich im wesentlichen auf den Standpunkt der 'Beschlüsse der ersten Lesung stellt. In der Aussprache wurde insbesondere die Frage der Zusammensetzung der Jugendgerichte besprochen. Im Hinblick auf die Verziehung der Volksschullehrer zu den Jugendgerichten gab ein nationalliberales Mitglied die Erklärung ab, daß seine Freunde auch die Beizichung zum Schöffendienst über die Grenzen des Jugendgesetzes hinaus wünschen und deshalb danach streben werden, bei einer zu erwartenden Abänderung des Gerichtsverfassungsgesetzes die grundsätzl ich e Beizieh un gder Volks- schullehrer zum allgemeinen Schöffendienst durchzusetzcn. Die Verhandlung wurde bei § 2 des Gesetzes abgebrochen und wird morgen fortgesetzt. Deutschland lauf der Automobilausstellu ng in Petersburg. Aus Petersburg wird vom Donnerstag berichtet: Der deutsche Geschäftsträger Botschafter v. Lucius, der bayerische Gesandte Freiherr v. G r u n e l i u s , der Generalkonsul, die Mitglieder der deutschen Botschaft und des Generalkonsulats und die Vertreter der Presse besichtigten heitte die deutsche Abteilung der Antomobilausstellung unter Führung des Herrn Allmers von den Hansa-9lutvmobilwerken. Die glänzende Vertretung der deutschen Autom-obilindustrie wurde allgemein anerkannt. 6 8 deutsche Firmen sind auf der Ausstellung vertreten, das macht beinahe die Hälfte aller Aussteller aus. Der Verkauf ist im allgemeinen befriedigend. Der Zar hat einen Benzwagen gekauft. Eine Erkenntlichkeit Englands? Im englischen Unterhaus fragte Abg. King den Staatssekretär Mc. Kenna, ob er nicht, um die Erkenntlichkeit der Nation ftir die deutsche Großmut und Milde.gegenüber den drei in Deutschland wegen Spionage verurteilten britischen Offizieren zu beweisen, den Deutschen, die in England wegen Spionage gefangen gehalten werden, den Rest ihrer Strafzeit erlassen könne. Mc. Kenna erwiderte, er wolle mit Sir Edward Grey darüber beraten, im übrigen beftrrde sich jetzt nur ein Deutscher deswegen in einem englischen Gefängnis. Arbeiterbewegung. Eine Kundgebung Arbeitsloser in BreSlau. Breslau, 29. Mai. Eine lchttte nachmittag im Gewerkschaftshause abgehaltene Massenversammlung von Arbeitslosen beschloß, b-en Magistrat zu ersuchen, die Arbeiten des Studienausschusses über die Arbeitslosigkeit zu beschleunigen und 50000 Markzur Linderung der augenblicklichen Not auszuwerfen. Dann zogen die Teilnehmer, etwa 600 Personen, vor das Rathaus. Ein großes Schutzmannsaufgebot zerstreute die Menge. Mehrere Personen wurden verhaftet. Ms die Polizei die Menge auseinander trieb, gab ein Mann mehre r e S ch ü s s e" a u f d i e P o l i z e i b c a m t e n ab, wovon einer ein Pferd und einen Polizeitommissar verletzte. Der Täter wurde verhaftet. Es ist der Bäckergeselle Johann Smietana. Er ist, wie er angab, nicht stellenlos. hauptveNammIung der Zentraigenossenschast der hessischen landw. Uonsnmvereine. Darmstadt, 29. Mai. Die 23. Hauptversammlung der Zentralgenossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Konsumvereine, e. G. m. b. H., zu Darmstadt wurde gestern hier abgehalten. An Stelle des erkrankten Vorsitzenden Oekonomierat Schmitt- Guntersblum leitete Gutsbesitzer H e m b e s - Ober-Olm die Versammlung. Er gedachte dann des im September v. I. verstorbenen, besonders um die Entwicklung und Tätigkeit der Zentralgenossen- schast verdienten Oekonomierats A. DetUveil er -Laubenheim. Tie Versammlung erbebt sich zu Ehren des Verstorbenen. Der Vorsitzende der Zenttalgenossenschast, Oekonomierat Dr. Heiden re ich erstattete Bericht über das Jahr 1912. Er berührte zunächst das Verhältnis der Zentraleieuossensäwft zur landw. Genossensckwftsbank und die. durch den Zusammenbruch der letzteren erwachsene Lage. Er stellte fest, datz die Zenrralgenossenschast an der L. G. B. mit 10 Aktien zu 1000 Mk. und einem Guthaben in laufender Rechnung von ctnxi 80 000 Mk. beteiligt ist. Dies Verhältnis wurde bei der endgültigen Feststellung der Bilanz durch Vorstand und Aufsichtsrat berücksichtigt, d. h. es wurde der Wert der 10 Aktien auf 1 Mark abgeschrieben und außerdem ein Rücklagekonto von 20000 Mark gebildet. Trotzdem schließt die Bilanz für 1912 mit 64 401,67 Mark, also einer Summe, die dem Aufsichtsrate und Vorstand neben einer Berüäfichtigung der Reserven und der Rückvergütung auf die Kalidünger, eine Warendividende von 3 Prozent in Vorschlag zu bringen gestattete. Für die Verwaltung der Zeniralgenossenschaft waren durch das Versagen der seitherigen Bankverbindung inmitten eines großes Frühiahrsgeschäftes Sck>wierigkeiten erwachsen. Die ZentralgenossensckMst hatte zwar die neue Zeittralkasse der hessilschen landwirtschaftlichen Genossenschaften niitgrünbcii helfen und ist noch deren Mitglied Die Kasse war !-doch noch nicht Iräftui genug, um den Ansprüchen der 3nitraIgenonVindwft Rechnung tragen zu föitncn und deshalb war die Verwaltung ber Zentral - genossenschaft gezwungen, eine andere Bankverbindung zu suchen. Am 11. dlpril wurde auf der Grundlage, auf der bisher die Verbindung mit der L. G B. bcstaiuVn hatte, ar Abkommen mit der Bank für Handel und Industrie in Dar m stadt getroffen, und die Rtttglieder am 12. i>lpr,l hiervon -ichtet. Der Uebergang zu ber neuen Bankverbindung vollzog sich ohne allzu große Schwierigkeiten. Es wurde festgestellt, daß Ende 1912 139 Genossenschaften und 9 Einzelpersonen der Zentralgenossenschaft als Mitglieder angehören. Sie besitzen 22 722 Mk. Geschäftsguthaben mit einer Haftsumme von 113 500 Mark. Der Gesamtwarenbezug war der höchste bisher erreichte und ebenso der dafür aufgewcudete Geldbetrag: er ergibt rund 586 380 Zentner, bestehend aus Hilfsdüngern, Kraftsuttermitteln, Sämereien, Schwefel, Kupfervi-triol, Torfstreu usw. mit 2 029 911 Mark Geldwert. Die Zunahme gegen das Vorjahr ist.erheblich, namentlich bei den Bezügen.von künsllicl-en Düngern. Die Bilanz ergibt einen Reingewiiin von 64 401.67 Mk. In der Aussprache kam die Genugtuung darüber zum Ausdruck, daß die Zentralgenossenschaft durch die schwere Krisis, von der unser hessisches Genossenschaftswesen getroffen wurde, zwar ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde, aber ohne die Aktionsfähigkeit des Instituts in Frage zu stellen. Der Antrag auf Entlastung der Geschäftsführung und der Vorschlag des Aufsichtsrates über die Verwendung des Reingewinnes wurden genehmigt. Bei den Wahlen mürbe an Stelle des Oekonomierates Dett- weilcr-Laubenheim, Bürgermeister Keim- Wonsheim und an Stelle des durch die Wahl in den Vorstand aus dem Aufsichtsrate ausscheidenden Keim, Gutsbesitzer Be ise r - St.-Johann gewählt. Die ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes, Oetonomie- rat Walter-Lengfeld, und des Aufsichtsrates, Gutsbesitzer C. Hembes-Obcrolm, Bürgermeister Sensfelder Büttelborn, Bürgermeister Lösch-Waldülversheim, wurden einstimmig wiedergewählt. Zur Hundertjahr-Heier des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) XXt. 116 in Gießen wird am Gamstag, dem 7. Juni dem Gießener Anzeiger eine .... Fest-Beilage beigefügt werden. Diese Beilage wird eine Lulle interessanter Mitteilungen, Aufsätze und Fest- derichte enthalten, die fich aufdas Regiment und aufdieFeier beziehen.In dem amSonncag erschei- nendeirTeilderBeilagen wird über allesWissens- werce bis zum Sonntag mittag Bericht erstattet. Die Verwendung besseren Papieres und ein reichlicher Bilderschmuck sind vorgesehen. Da zudem auf dem Festplatz selbst ein großzügiger Vertrieb dieser Feftausgabe erfolgen soll, wird ste in der für hiesige Verhältnisse ganz ungewöhnlich hohen Auflage von 25000 Stück erscheinen. Den Inhabern der hiesigen Ladengeschäfte, der Wirtschafts-, Gastwirtschafts-, ^otel- und Lafebecriebe ist also eine kaum wiederkehrende Gelegenheit zur erfolgreichen Empfehlung ihrer Unternehmungen geboten. Goll doch auch auf die schöne typographische Ausgestaltung der Fest-Beilage und auf eine wirkungsvolle Ausstattung der Empfehlungs- ankündigungen besondere Sorgfalt verwendet werden, sodaß nicht nur den ständigen Lesern des Gießener Anzeigers, sondern auch den Tau- senden von Festbesuchern damit ein dauerndes Andenken an die Hundertjahrfeier geboten ist. Da für Empfehlungs-Ankündi- gungen in der Fest-Beilage nur ein beschränkter Raum zur Verfügung steht, wird um sofortige Aufgabe der Anzeigen gebeten. Auch die Rücksicht auf die besonders wirkungsvolle Satzanordnung der Empfehlungen erfordert einen umgehenden Entschluß. VerlagdcsGießenerAnzeigers Aus Stadt und Land« Gießen, 30. Mai 1913. ** I«hrchundertfeier zur Erinnerung an 1813. Die Vorbereitungen zu der am Sonntag, 1. Juni, statt finden den gemeinsamen Feier von Stadt und ttmversität sind nahezu beendigt. Auch die Eintrittskarten zum Festakt im Stadttheater sind bereits verteilt und werden den Bestellerin am Samstag zugehcn. Die eingelanfenen Anmeldungen waren so zahlreich, daß ein großer Teil, auch der rechtzeitig eingogangenen, leider nicht berücksichtigt werden konnte, da der verfügbare Raum nicht entfernt ausreichte. Die Verteilung der Karten erfolgte streng nach der Reihenfolge der Anmeldungen. Denen, die leer ausgrgangen sind, ist Gelegenheit geboten, sich bei Konzert und Kommers sck>adlos zu haltert. Für diese beiden Festlichkeiten, die für jedermann frei zugänglich sind, ist auf dem Trieb eine der für das Regimentsfest errichteten Hallen, die 2000 Personen faßt, bereitgestellt. Ein Teil der Halle muß schon während des Konzertes mit Rücksicht auf den Kommers für die Studentenschaft und die Vertreter von Universität und Stadt sowie für den Ehrentisch abgespcrrt werden. Die Besuck>er werden gebeten, diese Absperrung freundlichst zu beachten, sich überhaupt den Anordnungen der mit dem Ordnungsdienst betrauten Feuerwehrleute und der an Schleifen kenntlichen Mitglieder des Festausschusses willig zu fügen. Ebenso bittet man, während der vier Reden größte Ruhe zu bewahren, damit sie in dem weiten Raum verständlich bleiben. Nur, wenn diesen Bitten entsprochen wird, kann bei dem zu erwartenden Massenandrang das Fest einen ungestörten und ungetrübten Verlauf nehmen. Wir bemerren noch, daß der Festakt im Stadttheater pünktlich Uhr, das Konzert um 7 Uhr beginnt. Der >L)mnrers schließt, sich unmittelbar an den Faaelzug an. Die Teilnehmer der Feier im Stadttheater motten in festlichem Gewand erscheinen. ** Beförderung von Kranken. Zum Beginn de- Bade- und Svmmeroerkehrs dürste es für die Oessenttichküt von Interesse sein, über die aus den deutschen Eisenbahnen bestehenden Einrichtungen für die Beförderung kranker Personen kurz und zu- sanrmensassend unterrichtet zu werden. Zur Besörderung von Reisenden, die am Gehen behindert sind, innerhalb der Bahn- hossanlagen stehen auf allen größeren Bahnhöfen Tragsegel, Fahrend Rollstühle kostenfrei zur Verfügung: auch wird die Benutzung der etwa vorhandenen Gepäckauszüge und Einfteigetreppen gestattet. Für bettlägerige Kranke bestehen ferner in den Zügen folgende Besördernngsmöglichkeiten: 1. intragdarenTraiis- vor tdetten, die bei jeder preußisch-hessischen Eisenbahnstation bestellt werden können und so eingerichtet sind, daß die Kranken darin zwischen der Wohnung (Klinik, Krankenhaus usw.) und dem Bahnhof befördert und ohne Umbettung in einem Abteil 3. Klasse nntergebracht werden können, das nach Ausnahme des Transportbettes noch Platz für zwei Begleiter bietet. Zu jedem Transportbett gehört eine Matratze und eine Schutzdecke: Betten und Bettzeug müssen dagegen in>n dem Kranken geliefert wer- den. Für die Befördenrng in einem Transportbett, das sich nur zur Unterbringung in Abteil- nicht aber in O-Zugwagen eignet, sind zwei Fahrkarten 3. Klasse und für jeden in dem Abteil mitfahrenden Begleiter eine weitere Fahrkarte 3. Klasse, mindestens für Eilzüge, zu lösen. 2. In den mit einem besonderen Krankenabteil ausgerüsteten Wagen 3. Klasse, die in bestimmten Zügen regelmäßig laufen, und deren übrige Abteile dem allgemeinen Verkehr dienen. Für die Benutzung eines solchen Krankenabteils, das aus zwei gewöhnlichen Abteilen her- gerichtet ist und in dem sich ein auch als Tragbahre verwendbares Bett befindet, sind ohne Rücksicht auf die Zahl der Kranken 4 Fahrkarten 3. Klasse der betreffenden Zuggattung, mindestens für Eilzüge, zu lösen. Werden auf Antrag solche Wagen mit besonderem Krankenabteil in Züge eingestellt, in denen sie gewöhnlich nicht verkehren, so werden auf den preußisch-hessischen und oldenburgischen Staatsbahnen sowie auf einigen nord- und mitteldeutschen Privatbahnen die gleichen Gebühren, auf den übrigen deutschen Bahnen dagegen 6 Fahrkarten 2. Klasse berechnet. 3. In besonders gestellten Gepäck- oder Güter- oder Personenwagen 4. oder 3. Klasse. Hierfür sind ohne Rücksicht auf die Zahl der Kranken 6 Fahrkarten 2. Klasse der betreffenden Zuggattung zu lösen. Zwei Begleiter werden in den Fällen zu 2. und 3. frei befördert: für jeden weiteren Begleiter ist eine Fahrkarte 3. Klasse, mindestens für Eilzüge, zu lösen. 4. In besonders eingerichteten Kranken- salonwagen, für deren Gestellung Fahrkarten 1. Klasse für soviel Personen, wie den Wagen benutzen, mindestens für 12 zu lösen sind. Die zur Bequemlichkeit der Kranken während der Fahrt erforderlichen Gegenstände können in dem Wagen oder Krankenabteil gebührenfrei mitgeführt werden: hingegen ist für das sonstige Reisegepäck die übliche Gepäckfracht zu bezahlen. Es empftehlt sich, jede Krankcnbcförderung möglichst frühzeitig bei der Abgangsstation anzumelden. ** Ein Schwindler treibt hier wieder sein Unwesen, der es auf Studenten abgesehen zu haben scheint. Der Mensch gibt sich als „verkrachter Doktor" aus und bittet um Unterstützung. Ter Umstand, daß er mittags um 1 Uhr vorspricht, legt die Vermutung nahe, daß es ihm lieber ist, wenn der "Bewohner des Zimmers nicht zu Hause ist. In diesem Falle gibt er sich wahrscheinlich der Wirtin als Bekannter ihres „Herrn" aus, bittet (nach bewährtem Muster), ihn doch einen Augenblick in das Zimmer einzulassen, weil er dem Abwesenden eine Mitteilung zurücklassen wolle, und geht, nicht ohne sich ein möglichst teures Andenken mitgenommen zu haben. Der Schwindler ist 26 bis 28 Jahre alt, mittelgroß bis groß und schlank- er. macht einen verkommenen Eindruck und trägt ein scheues Wesen zur Schau. Kreis Schotten. O La u b ach, 29. Mai. Die für die Schulen in Hessen angeordnete Schulfeier beim Ne gierungsjubiläum des Kaisers fällt hier aus, da dieser Tag mit dem Ausschuß- fest zusammenfällt. — Die Sammlung für die National spende zum Kaiserjubiläum hat hier die Summe von 450 Mk. ergeben. — Die Schüler des Gymnasiums unternahmen in diesen Tagen unter Führung ihrer Klassenlehrer die diesjährigen Tagesausflüge. Als Ziele der drei-, zwei- und eintägigen Wanderungen waren Harz, Lahntal, Vogelsberg—Edertalsperre, Taunus und Bad Salzhausen ausersehen. Kreis Friedberg. 1. Bad - Nauheim, 29. Mai. Die 25jährige Jubelfeier des Rechners der Israel. NeligionSgemeinde Bad-Nauheim-Steinfurth, Lehrer Aug. Wagner, gestaltete sich zu einer erhebenden Kundgebung. Fast sämtliche Mitglieder der Gemeinde brachten Herrn Wagner ihre Glückwünsche persönlich dar. Glückwünsche wurden auch von dem Provinzialrabbiner Dr. L. Hirschfeld in Gießen und Bankier Strauß und Frau in Berlin gesandt. Um 11 Uhr erschien der Vorstand, um ihm die Glückwünsche der Gemeinde darzubringen. Herr Louis Löb gedachte der ersprießlichen Tätigkeit und der Verdienste des Jubilar» um die Gemeinde. Am Schlüsse seiner Rede überreichte er dem Jubilar im Namen der Gemeinde ein Diplom nebst einem wertvollen Spazier- stock. Lehrer Wagner dankte für die Anerkennung der Gemeinde, sowie für die Unterstützung, die ihm vom Vorstand während seiner Dienstzeit zuteil wurde. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 29. Mai. In der heiuigen Sitzung der Stadtverordneten wurde eine Polizeiverordnung genehmigt, daß da§ Tragen unverwahrter h e r v o r st e h e n b et H n t n a d e! s p i tz e n in den Trambahnwagen verboten ist und Zuwiderhandelnde mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark bestraft werden. Tie Verordnung tritt mit der Veröffentlichung in Kraft. Bürgermeister Müller teilte mit, daß iiinn Berta Trier, geb. Brunner in Frankfurt eine F a m i l i e n sl i f t u u N mit dem Sitz in Darmstadt errichtet hat, aus deren Zinsen bedntttige Nachkommen ihres Großvaters Hch. Brunner Beihilfen geivaytt werden sollen. — Wegen der hohen Jleischpreise, die mit den mc- deren Viehpreiscn in Widerspruch stehen, fragte Sladlv. Lindt an. Bürgermeister Müller wird mit der Fleischerinnung hierüber in Verhandlung treten. Hessen-Nassau. * Kronberg, 29. Mai. Der »EronbergerAnzeiger" brachte die Notiz, daß es Fräulein Helene Junker, über die am 29. April zwecks iveiteret Feststellungen in der üvordsawe Zimmermann die Untersuchnngshait verhängt wurde, endlich gelungen sei, ihr Alibi n a ch z u w e i s e n, worauf sie wieder entlassen und am Lonn tag nachmittag zu ihrer Aintter zurückgekehrt fei. Nach aint* licher Auskunft ist diese Mitteilung unzutreffend. Frl. Funker hat weder ihr 9llibi nachgenuefen, noch ist sie ans der Unter- fuchungShaft entlassen worden. Die Borunterfuchuug nimmt ihre» ,'0rlgang. Im allgemeinen Interesse wäre es ivünfchenSwert, wen» sich nunmehr noch alle die Peifoneu bei der Behörde melden wm- den, die in der Mordsache Zimmermann sachdienliche Anaat't^ machen können. Selbst eine anscheinend nur bedeutungslose Wahrnehmung kann zur 'Ermirrelutui und llebcrfübrung oes Täters führen. Die Belohnung für die Ermittlung des Täters ist von dcr Behörde auf 1500 Mark erhöht worden. . \V Biebrich, 29. Mai. Beim Baden im Rhein 1 ertrank heute nachmittag dcr 19 Jahre alte Kuhschweizer Richard KaPt, dcr sich beim Baden zuweit hinausgewagt z hatte und in einen Strudel geraten war. üBinbi W"; , und ge ■'l tuende b,e e 2 WenMs g drinnen M 'S halben Stnw ' n c W einem fr m *[ L ,-M man den.M "Milet bte» ^fdnb.burrfi .eifeiiftem M '-,Me»s"rt aus 1burrfi die Ben ?v. Liebelten Lm und bann dur uir Dianal Die Ausiich aebl man den Rm an einer Wie -tu (MM Me lohiiauimar M hat, kann von -,-d) einen Besuch i '■r Weg ist marfiei Nachdruck verboten cdiabenerfa^an1 Mgkeit bei eit Univ °^"icl Ä,4.ban und M Stak b Sab fiomfii SnaDU Don bitt fäi AM in M bon un» $ofer ’Hrabtr Prinzessin binm, floh < um noch 4 n /I“ fallen. $if Ms ßclön d'k «ettoanbi JJ- um ftnapp hot ,:?i.u"Ur Zubilliül »»urteilt, ber Venn jemand d irlorberlidien E liilia, auch wenn l sind. Entstellt § 823 des V ?iniunq in dieser! !ie Bek'agte H. ist tit wellte im Juli ■ ^ijerstoflaas auf ■ ine und Zink bn H iir Wohminq mit H ti Experimentes ■ R -ediert. Ein ltz ■ i linke Auae, da I ter des fiinbee | finbenerfati, i Jia (icbanbelt, i m^iihrtc unb nid i bde. Landgerichts I Beklagte zum 1 aericht hat bas I unb die von den1 Qnrub.v ^t-tnöbL, MH • 'M Gerichtssaal. 4 Zimmer "| 4=rf.:4ü.,:wilL, a.u. 6-rnu Nmsk Hentftabtiioftlancrnb. ^*»<•1 IN. B. 100. (04418 Utibcrxant, Schottstrane 11. Schriftliche Angebote unt. R23 a. b. Gies?. Anzeig. flfl* •Hfl alsbald gesucht. 8531 j t1 Lehrmädchen Adler-Wagen zum baldigen Z/JJ. £§" Svorttnve, 6 fifcifl, zum baldigen ♦ , r 6i 1IC BO Geldverkelu MWs. Verkäufe Mietgesuche Stellenangebote Verschiedenes Klinik für vnirbnrfic nnd nervöse SrronEbcitcit. Jeune homme d&sire le- (jonsdeoonversat.Ecrire sous 04426 Giess. Anz. UlarkuH Bauer, Herren- u. Damenschnciberei. Inkasso-Agentur für Giessen ist bei eingesührter, südbeutscher LebensversicherungS- Gesellschast neu zu besetzen. Offerten von Herren, bie sich auch bem Neugeschäft widmen wollen, erbeten unter 3537 an bie Geschäftsstelle des Gießener Anzeiger äv Tage kamen, floh Knapp am 8. März mit dem Mädchen nach der Srfjrr-cij, nm nach 4 Wochen mittellos in Frankfurt der Polizei in die Glinde zu fallen. Die heutige Gerichtsverhandlung in Frankfurt stellte lrlL daß Knapps Geldgeber von der Fälschung der Wechsel wußten, aber dachten, die Verwandten des Angeklagten würden die Berpflichtungen d'clen, um Knapp vor dem Gefängnis zu bewahren. Der Angeklagte wurde unter Zubilligung mildernder Umstände zu 18 Monaten Ge- sörgnis verurteilt, der Staatsanwalt hatte drei Jahr beantragt. ßs1'8/1) Agent sof. gesucht. H. Jürgensen L(^o.,Bigarr.'». ,';igarctt. Fa., Hamburg 22. Selbständigkeit hoher Verdienst * cvcutl. 1 gr. Zimmer. I’ct, aber mit Bedien., mögt, tz' südlich. Stadtteil gesucht. Lchrifll. Angebote u. 04422 fn den Gießener Anzeig, erb NesterfleschäftA Pird anständig. Leuten unt. f iitin. Beding, einger. An- ll'llung ersord., Laden nicht duvend. Off. u. T.(?.818fi 9 :’Ln dolsMosse, Dresden. Vertrauensstellung betet ffch tüchtigem, tntellig. Gutmann. Herren aus der ^narrcnbranche werden be- ^r.;ugt. Schriftl. Angebote ^>er Darlegung der seit- »rtgen Tätigkeit, sowie mit sioabe d. Gehaltöansprliche, - ltniiöabschrisien und Bild , ^ 3544 an den Gießener ''Seiger erbeten. wandern und Reisen. Näder. Wanderungen in Gießen und Umgebung. I. Heber den Hange! st ein n a ch S t a u f e n b c r g. Wir gehen durch den Philosophenwald nach Wiescck, tuenden uns rechts und gehen durch die Pforte. Vor dein Friedhof beginnt link? ein Feldweg, der uns iti einer guten Viertelstunde zu dein prächtigen Hanaelsteiner Wald führt. Die Markierung führt nn§ durch reizende Schneisen und Fußpfade über die schönsten Pnukte des HangelsteinS, der einige reizende Aussichten rind eine interessante Felsgrnvpe, die Teufelskanzel, ausweist. Nach dein Ueberschreiteu des Höhenzugs gehen ivir auf der Daubringer Chaussee über Daubringen zum Staufenberg, von wo aus die Station Lollar in einer halben Stunde zu erreichen ist. II. Greifenstein — Dianaburg. Mit einem Frühzuq fahren wir nach Station Sinn int lieb- lieben Dilltal an der Strecke Gießen — Köln. Von der Haltestelle geht man den Fußweg an der Bahn bis zunt nächsten Wärterhaus, überschreitet die Babu und geht den Fußweg über Fleißbach und gbwecbselnd durch Feld rmd Wald nach der malerischen Ruine Greifenstein (418 m). Wer einen näheren Weg machen will, kann von Katzensnrt aus in einer Viertelstunde den Greifenstein erreichen. Jin Dorf Greffenstein ist eine gute Wirtschaft. Die weitere Waiidermig führt durch die Bongasse, dann hinab lind links die Straße, die an der Dr. Liebe'schen Heilanstalt Waldhof Elgershausen vorbei- ficht und dann durch Wald und Feld, zuletzt durch prächtigen Hochwald, mir Dianabürg hnfführt. Die Dianaburg ist ein schninck- loses Jagdschlößchen mit Aussichtsturm auf dein 412 m hohen Hesselberg. In dem dabeiliegeuden Forsthaus ist eine gute Wirtschaft. Die Aussicht von, bem Turm ist sehr schön. Vom Turm ons geht man den abwärts durch den Wald sühreuden breiten Weg, an einer Wiese vorbei und dann rechts über den Leuner Verg (Aussicht) nach Leun. Der weitere Weg führt die Straße lahnaufwärts nach Station Braunfels. Wer Zeit uiid Last hat, kann von da aus dem malerischen Städtchen Braunfels noch einen Besuch abstatten. Gesamte Marschzeit etwa 5 Stunden, der Weg ist markiert. UuLversitäts-Nachrich-eir. — Der ordentliche Professor für Statik der Baukonstruktionen, Brückenbau und Festigkeitslehre an der Technischen Hochschule zu st. r e § |re n Geh. Hosrat Georg Mehrtens begeht am 31. Mai leinen 70. Geburtstag. Ostern 1913 trat Mehrtens in den Ruhestand. i jubiVauuo# t sW MüLer'fche vadsanftatt. W as s e r >v är m e d e r L a hn am 30. 9)1 a i : 17 0 R. Amtluhcr Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen fiit Samstag, den 31. Mai 1913: Wolkig, einzelne Gewitterregen, etwas kühler, südwestliche Winde. Ih Bad Homburg v. d. H., 29. Mai. Der Auktionator Karl Knapp von hier fälschte vom August 1912 bis März 1913 zahlreiche Wechsel in Höhe von 17000 Mark und führte mit dem Geldc, obwohl er verheiratet und Vater von drei Kindern ist, mit dem ehemaligen Kinder- scvnlem der Prinzessin Bertheim ein flottes Leben. Als die Betrügereien bit 91atwl- die Summt w Sandalen Turnschuhe Hausschuhe in grösster Auswahl billigst P«“ Franz Henn* Sonncnstrasso 20. GassSeL. " Leipzig, 29. Mai. In der heutigen HauptversammltNtg des StnhlwerkSverbandes wurde über das Geschäft mitgeteilt: Der Halbzeugmnrkt zeigte infolge der Ungewißheit der weiteren Gestaltung des internationalen Eisenmarktes auch im Jnlande nicht mehr ganz die bisherige Anspannung. Die Verbraucher halten unter bem Druck der aus dem Weltmarkt gefallenen Preise zurück, und der Abruf ist weniger befriedigend als seither, ^as gleiche gilt vom Auslände, wo seitens der belgischen und der französischen Werke Preisreduktionen erfolgten. In schwerem Ober- banmaterial liegt das Geschärt nach luic vor günstig und der Anfang Mai vorliegende Auftragsbestand übertrifft den der Vergleichszeit des Vorjahres um nahezu 400000 Tonnen. Von den wnrttcm- bergischen Staatsbahnen ist ein Nachtraasbedarf für das Etatsjahr 1913 eingkgangeu. Die preußischen StantSbahireir haben einen Teil des Hauptbedarfs in Schienen und Schwellen für das Etatsjahr 1914, welcher höher ist als im Vorjahre, in Auftrag gegeben. (Sbenio wurde von der Verwaltung der Reichseisenbahnen der Bedarf für das Etatsjahr 1914 aufgegeben, der den des Vorjahres ebenfalls übertrifft. Ter Auslandsmarkt liegt befriedigend. Auch die Aussichten für die Zukunft können als günstig angesehen werden. >In sF o r meisen T/at sich das FnWahr. g cschäst infolge der nngün- sttgen Lage des -abgesehen vom G-^ldstand auch steuerlich ül-e Saarburg mit einem Kostenaufwand von 1,2 Millionen Mark erbaute Zentralwasserwerk bei Wawern, das - . ,Hrtl; >int «saffrr versorgt, tmirbe am 29. Mar fcterlid) croftnet. _ Interessant ist, daß das Wasserwerk das nötige Wasser mcht fließenden Quellen entnimmt, sondern einem unter trötfdjen Strom, der wir Saar fließt, das Wasser luirb ans ei, 05 Meter tief liegenden Strom hcraufgegmnrpt, in drei ?"Mbehaltern angesammelt und von da den einzelnen Orten burd> Pil'npen zugeführt. Jeder Ort hat einen Ortshochbehälter. .Baren unter sich. Aus Halle a. b. Saale wird gemeldet: Zwei noch nicht ausgewachsene Bären gelangten int Alogischen Garten ans ihrem: Käfig in einen Eisbärenzwinger Ute Eisbären zerrissen die Eindringlinge und fraßen sie ‘bnen Ä ,?* r-cn Utlb in, 7'°rocruna „ ,-lragsM 5 6 toirb hic ^: "Ä äW, 4^5 i ’N Sj« sich nut eignet. . r. Nie, mitt. ' Cl"cm bejon, E 3' Ne bi K ?ri9c & v?Sun9 eines len Abteilen b». 7 der Kranken uung, minbefttn; oicbe Wagen mit ,n denen sie m, brelltzisch-hessjs^ imgeit nord- uiü »Uhren, aus len 2. Kasse bt- .ober Güter- 11 c. hieffür sich brkarten 2. fflafft «egleiter iwrh ür leben roeittmi itens sür tzilzüg,. ten Kranken- rten 1. Klasse für mtdestens sür 12 Kranken Nsthnch in dem Wagen ;bcn; hingegen ijt rächt zu beMcn. wglichst jrühzeilig 6000 Kilometer gefahren, mit voller Ausrüstung billig abzugeben, "Ms M 41 desgleichen (Tnrflttt sow- ig.Ww. v.Land, mvchlu unabh.,suchenStelle, ferner erh. tüchtige Mädchen Stellen s. gleich u. später. ftrau Margaretbc Bitzer, gewerbsmäßige Stelletwer- mittlerin, Kaiser-All. 2, Rcb. foriiU»® Moderner ^eustcrdekora- tcur ist noch auf einige Tage frei. Schr. Angebote n. 04428 an den Gießen. Anzeig, erb. 6iidie Stelle als PMm halbtagsiveisc. Näher, tn der Geschästsst. d. Gieß Anz. f0M,# Nräul. sucht Stell, z. Führ. d. Ha ush. Sch r i ft l. A n g c b. u.3st60 an den Gießener Anzeig, erb. Reichsgerichtsbrief. (Nachdntck verboten.) js. Leipzig, 1913. Schadenersatzanspruch gegeir eine Lehrerin wegen Fahrlässigkeit bei einem chemischen Experiment im Schttl- unterrichi. Wenn jemand chemische Exverintettt e vornimmt, ohne die erforderlichetr Sachkenntnisse zu haben, so handelt er fahrlässig, auch wenn die Experimente an sich verhältnismäßig einfach sind. Entsteht dabet einem anderen ein Schade n, so ist er nach § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ersatzpflichtig. Zur Warnung in dieser Beziehung möge der folgende Rechtsstreit bienen: Tie Beklagte H. ist Klassenlehrerin ntt einer Schule in Friedberg. Sie wollte im Juli 1910 un Phpsikunterricht die Entwickelung von Wasserstoffgas auf chemischem Wege burd) Verbindung von Salzsäure mtd Zink darstellcn. Nachdem sie den Versuch vorher in ihrer Wohntmq mit Erfolg gemacht hatte, ist bei der Wiederholung des Experimentes im Schulzimmer das verwendete Kochstäschchei, explodiert. Ein Glasivlitter flog der Schülerin K. so tmglücklich ins linke Auge, daß dieses herausgenommcit werden mußte. Der Vater des Kindes erhob gegen die Lehrerin eine Klage aus Schaden ersatz, indem er geltend macht, die Beklagte habe fahr- lassia gehandelt, weil sie das Experiment nicht ordnungsmäßig ansführte und nicht die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln getroffen habe. Landgericht Gießenu. Oberlandesgericht D a rm stadt haben die Beklagte zum Schadenersatz verurteilt. Das Reichsgericht Hat das Urteil des Oberlandesgerichts bestätigt und die von den Beklagten eingelegte Revision zurückgewiesen. zum 1. Oktober auf ein An- waltsbureau ges. Schriftliche Angebote unter 3563 an den Gießener Anzeiger erbeten. Eintritt gesucht Fritz Nowack WiiNchc- and l3“’ ÄnflKtattnnp'OeHchüft la. Spargel! ff. zart, l. Qualität *60 Pfg., II. Qual. iSuppen-Spargel, 30 Pfg. per Pfund ab Hier gegen Nachnahme. 3007 , W dfcnler, Obstvlantage, Ranbcim 4 bei Mainz. - ’/Ä Jll w -VMi — —außer dem Hause für dauernde Beschäftigung sofort gesucht. 3522 Ein deutscher Kreuzer von den Griechen beschaffen. Pcr Lotse mit teilte, ist der ganze Hafen durch Minen geschützt. Ein Engländer über seinen Besuch beim Reichskanzler. Berlin, 30. Mai. William Perkins Bull, ein Urenkel John Bull's von Oxford, der das britische Natioi'al- lied „God save the Fing" verfaßt hat, ist auf einer Infor-, mationsreise aus Eanada, wo die Familie seit 1798 lebt, nach Deutschland gekommen. Ueber seinen Besuch beim Reichskanzler erzählt er unter anderem, Herr von Bethmann Hollweg habe es als bemerlenswert bezeichnet, daß Eanada und Australien jetzt Schiffe für England bauen, ferner habe der Reichskanzler erklärt, er arbeite jetzt vier Jahre für den Frieden. Es sei eine schwere Arbeit gewesen. Die Beziehungen der Völker, insbesondere des deutschen nnd des englischen Volles seien viel herzlicher geworden. Er werde sich Mühe geben, dasi sie noch viel herzlicher würden. Der Besuch des englischen Königs sei ein erfreuliches Moment gewesen und auch König Georg habe ihm wiederlwlt gesagt, daß er mit feinem Berliner Aufenthalt sehr zufrieden sei. * Die Aussichten ein er Reich svermögenssteucr. Berlin, ,30. Mai. Wie die „Tägl. Rundschau" erfährt, hat ein n a t i o n a 1 l i b c r a 1 e r' Ab g e o r d n e t e r in der Donnerstagssitzung des Budgetausschusses des Reichstags persönlich den Reichsschatzsekretär gefragt, ob cs der Regierung mit der Ablehnung der Reichsvermögenssteuer Ern,t sei. Darauf habe der Reichsschatzsekretär erwidert, daß die Reichsregierung für eine Reichsverniö- g c n S st e u c r unter t ei n en U m st ä n d c n zu ha be n sei. ■T Französischer Besuch in Rußland. P e t c r s bürg, 29. Mai. Der General st abschef der französischen Marine, Lcbris, und der .Sbommmtbant bes Panzerlreuzers „Jcannc d'Arc" sind heute nach Moskau abgcrcist. * Ein Deutscher zu lebenslänglicher Zwangs- ha«t in Sibirien verurteilt? Berlin, 30. Mai. Eine Anfrage wegen "der Bestrafung eines Deutschen in Rußland hat der Sozialdemokrat Liebknecht im Reichstag eingebraeht. Vor einigen Tagen wurde dieser Anfrage zufolge der Bergmann Ignaz I a k u b i k aus M h s l o w i tz, ein deutscher Staatsangehöriger, in einem russischen Grentzv-rt von den russischen Behörden verhaftet und wegen der von ihm bei dem ob erseh! esischen Bergarbeiterausstand betriebenen Agi tation im administrativen Wege angeblich zu lebenslänglicher Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. (Der Name klingt nicht gerade deutsch!) * Ein Mord bei Frankenthal. Worms, 29. Mai. Bei Gernsheim wurde auS dem Rheine die Leiche der 19 Jahre alten Josefa Kitzler aus Waldsee bei Frankenthal gezogen, die mehrere Stichwunden ansimes. Man vermutet, daß die Kißler ermordet und dann in den Rhein geworfen wurde. Als Täter kommt ihr gleichaltriger Geliebter I. Finger aus SSaldsce in Betracht, der flüchtig ist. * Mün ch c n , 30. Mai. Hier verstarb der Geograph Professor P e s ch ü l - L ö s ch e, der dtirch seine Forschungsreisen durch Westindien, Nordamerika, Afrika, die Südsee und das Nördliche Eismeer bekannt, ist. )mnafium§ Andrer Klchch« Ziele ber ta 1 Harz, W- Bal> LaM naehriditcie. Die Spannung zwischen den Valkanvölkcrn. Berlin, 30. Mai^ Die „Voss. Ztg/' meldet aus Sofia: Aus Serbien eingetragne Reisenüe erzählen, daß seil gestern keine Fahrkarte u a ch B u l g a r i e il mehr allsgegeben wird. Auf den ferbif ch en B al> trhöfen bemerke man eine unge bcurc Aufregung. Agitatoren, darunter selbst Geistliche, hielten Reden, um die Berällcrung zum Kriege aufzuhetzen. Rian gewinne den Eindruck, daß schon heute die Behörden in Serbien machtlos gegen die Boll'Sl'undoebungcn seien. Saloniki, 30. Mai. Tie Bulgaren haben 20000 Mann Truppen auf das Gehölz vor N i g r i t a dirigiert. Man vermutet, daß ein Angriff auf Nigrita-Tschajasi versucht wirb, womit em Vorstoß g c g c n,S a l o n i k i selbst verbunden sein konnte. Paris, 30 Mai. Dem „Temps" zufolge sandten Zar Nikolaus und Kaiser Wilhelm neuerlich Telegramme in Frieden fordernde in' ©inne an König Ferdinand SJiefer Ijabc telegraphisch geantwortet, Bulgarien habe die Frieden^- Verhandlungen niemals eigenwillig behindert und treffe zurzckt Anstalten zur friedlicl^n Verständigung mit Serbien und Griechem land unter Voraussetzung gleicher guter Gesinnung m Belgrad und Athen. J ^sia, 30^ Mai. Geschow reist zur Zusammenkunft unt P a s ch 11 s ch wahrscheinlich Samstag nachmittag in Begleitung der bulgarischen Gesandten in Belgrad und Rom ab Wahrscheinlich wird Geschow auch mit Venizelos demnächst zusammenkommen. Berlin, 30. Mai. Die „Voss. Ztg." meldet aus Konst a n t ino pe l: Griechenland hat, wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, Schritte unternommen, um zu einer Verständigung mit der Türkei zu gelangen, ehe sich die Beziehungen zu Bulgarien verschärfen. ft-ctneS, erstklassiges, mod. Nussbaum-Pianino mit großem edlen Ton und feinster Atechanik unter 10- jähriger Garantie billigst ab- ^ngev.Franko Probesendung. Pionoforte - Fabrik Will». Arnold, kgl. bauer. Höfliche- ran 1, Aichassenbnrg. 13545 4" verk. [04149 A. Loose, Kreuzpl. 91. Schöne, große Flngbecke^ sowie Tesching, gez. Lauf, 6 mm, prcibiuert au verk. WcftzA»läge (>2 III, (04410. "4443! Karren, 2 rädr., saft new zu verk. Kavlansga sse 5 Gut erh. Gasherd sehr billig avAitg. Marktstr. 20. (04442 1. Hypotheken aebc ich im naiiAcn Heffen^ lande. Off. erb. u. U. 1 r>085 an Haafenstein & Vogler A. G.,Franlfnrta.M.hv«'/, WriWa 1. und 2. Stelle bis 70 evtl. 80% der Tare auf Stadt-, Land- u. 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Hierzu ladet ergebenst ein ksn] Der Vorstand. ♦ ♦ 4 Turn-Verein Heuchelheim 4 • S Zu dem am Samstag, den 31. Mal, Sonntag, den 1. und Montag, den 2. .Juni stattfindenden 4 3. Bezirksfest des 2. Bezirks ♦ ci Gau B3 essen G verbunden mit dem 3430 4 ? 25jährigen Stitdungstesr ? G des Turn-Vereins Heuchelheim « E ladet ergebenst ein Der Festausschuss. £ Hotel-Restaurant Baibach, Biedenkopf Inh. Fritz Wenk Su/< Gut bürgerliches HauS, 4Min. vom Bahnbos. Auto-Garage. Pens.v.M.4.00 an. Franz. Billards. Ausschank Balbachscher Biere. — Anerkannt gute Küche. — Weine erster Firmen. Cale 11. Konditorei König 1813 1913 Jahrhundertfeier von Bürgerschaftu. Universität der Stadt Gießen Sonntag, 1. Juni 1913. 1. Feier im Stadttheater nachm. 4Ve Uhr. 2. Konzert in der Festhalle aus dem Trieb. Beginn 7 Uhr abends. 3. Fackelzug der Studentenschaft. Abmarsch vom Oswaldsgarten abends 9 Uhr. 4. Gemeinsamer Kommers der Bürgerschaft und der Universität in der Festhalle auf dem Trieb anschließend an den Fackelzug. Zur Beteiligung laden freundlichst ein Der Rektor: Der Oberbürgermeister: Eck. [B3%] Mecum. Artillerie-Verein. MormtsversammlunH Samstag, den 31. Mai im Vereins- lofal. — Daselbst werden die Karten zur Einladung zu der Fahnenweihe rv «. des Bereins ehem. 116er ausgegebcn. Ferner werden die Kameraden gebet., Sonntag, d. 8. Juni zur Begrünung Sr. Köuigi. Hoheit des Grostherzogs recht zahlreich zu erscheinen. Dunkler Anzug, Orden, Ehren-, Bereins- und Hassia-Abzcichen sind anzulegen. Antreten 9*/2 Uhr vorm. am Ludwigsvlatz. (a8%) Der Vorstand. nzce ae» an b*b ■£■ aza su na erea ra, srra Batist-Blusen farbig, schwarz ■ i 11 reich mit Ein- Voile-Blusen ilk.“£‘22 — i. Salomos 4 Eie. HHienstiglOOOOM. bar ohne Abzug für nur 1 Mark in der Giessener Geld-Lotterie zu gewinnen. [3486 Lose bei allen Lose-Verkänfern zu haben. General-Vertrieb: Vucdatkcr, Neuen Baue 11. 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