5 V- ' 8>s ' o- 0 « 3^ r> A »d 8-3 5,5 _ n ;S5 ?« As Qfa.= r^S o n 3: *2?’? - ~c B s H GC iS 3 o p 5 c p Die heutige Nummer umfatzi 12 Seiten. Leiten, welche die Verbündeten in Maz-edonien Ich habe meinen Ausführungen vom 16. und 21. Inzwischen den Anhängern der Jungtürken und denjenigen ocs früheren Kriogsministers Nazim Pascha ernste Zwi-! verübt haben sollen, Sir Grey: stigkeiten entstanden seien: Es sei sogar zu einem' 5*^ ornafiifinni sichtig umgehen. Daß der private Wohnungsbau durch Beseitigung etlicher Erschwerungen erleichtert werden soll, ist anzuerkennen, die Beschaffung von Bauland zu mäßiger! Preisen ist aber auf diesem Wege nicht sicherzustellen. Hierzu bedarf es einer von großzügigen Ideen getragenen Bodenpolitik, irie ihre Augen auch gegen die Ausartungen einer das gesamte Baugelände beherrschenden Terrainspelnlation nicht verschließen darf. Mit ein paar dürftigen Polizeiverordnungcn lvird fermer für die Begünstigung des Kleinwohnungsbaus gegenüber dem üblichen System gar nichts getan. Die Ausgestaltung des Baupolizeirechts und die Einsetzung von Wohnungsämtern schaffen im wesentlichen nur Reglementierungen für das, was nicht sein soll, geben aber keineswegs an, wie die Verhältnisse in einer Hausbesitzer und Mieter befriedigenden Weise umgestaltet und verbessert werden sollen. Vie Aussichten der Iungtürken. Ucber Wien, wo man sich heute mancher früheren jungtürl'ischen Großsprechereien erinnert, kommt die Meldung, daß im türkischen Heere bei Tschataldscha ernste Zwistigkeiten auSgebrochen seien. Man darf diesen Behauptungen nicht zu viel Glauben schenken: daß es noch manche Anhänger Nazim Paschas dort geben mag, ist wahrscheinlich, aber die Funken werden bald ausgetreten sein. Und ob cs noch einmal wirklich zu blumigen Schlägen kommen wird, wer mag das heute sagen? Sir Edward Grey soll neuerdings die Anregung gegeben haben, Ad-rianopel zu internationalisieren, und 'wenn es heißt, daß die Balkandelegiertcn sich jetzt stundenlang in London unterhalten, so darf inan annehmen, daß dabei auch die Möglichkeit einer weiteren Nachgiebigkeit in Erwägung gezogen ist, zumal die Großmächte, um mit den indischen Muselmanen zu sprechen, jetzt wirklich ein „grauenvolles Schweigen" an den Tag gelegt haben, wozu in letzter Stunde noch die bedeutsame Meldung kommt, daß das europäische Konzert die Balkanstaaten zur Mäßigung ermahnt hätten. In Sofia versucht man gegenwärtig, Rumänien unter allerlei Versprechungen in den Kriegsbund mit hineinzuziehen, und cs heißt nach einer Wiener Information, in Bukarest werde auch diese Möglichkeit, zu einem guten Abschluß zu kommen, erwogen. Das wird aber am Ende doch von der Diplomatie der Großmächte abhängen. In Berlin und Wien wird man auch noch einigen Einfluß aus die rumänischen 'Entschließungen haben. Der rumänische Ministerpräsident hat zwar an ein und demselben Tag einen deutschen und einen russischen Adlerorden bekommen: er wird sich aber darüb-er klar sein, daß er bei der endgültigen Abrechnung mehr auf die Fürsprache des Dreibundes -angewieesn ist, denn Rußland steht in zu engem Zusammenwirten mit Bulgarien. Die neue kriegerische Stimmung in Bukarest ist lediglich eine Mahnung, mit der Verzettelung der endgültigen Friedensabsichten endlich Schluß zu machen. Auch Herr Nowakowitsch, mit seinem neuen Briefe an die Pforte, wird sich das sagen müssen. Wir erhalten folgende Meldungen: Zwistigkeiten im türkischen Heere? Konstantinopel, 28. Jan. Hartnäckig umlaufende Gerüchte besagen, daß in der Armee vor Tschataldscha Wotnunosreform! Das Wohnungsproblem schließt bekanntlich eine Menge von Einzelfragen in sich, zu deren Lösung ein gesetzgeberisches Vorgehen wünschenswert ist. Bisher ist man jedoch im Reiche wie in Preußen nur mit äußerster Bedächtigkeit an die gesetzgeberische Regelung der Wohnungssrage im allgemeinen herangegangen. WoW sind Ivon einzelnen Rcichsressorts sowie den Betriebsverwaltungen in Preußen und in anderen Bundesstaaten Jahr für Jahr sehr bedeutende Mittel angewiesen worden, um die Herstellung von Wohnungen für die Beamten und Arbeiter der beteiligten Verwaltungsorgane zu fördern, doch stehen diese Baukredite, welche zudem immer nur einem eng- begrenzten Interessentenkreise zugute kommen, mit der eigentlichen Wohnungsgesetzgebung nur in mittelbarem Zusammenhang. Wohl ist von der preußischen Regierung im Jahre 1904 der Entwurf zu einem „Gesetz zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse" der Oeffentlichkeit übergeben worden, doch ist dem damaligen ersten Schritt kein weiterer gefolgt, nachdem die Versuchsarbeit wegen ihrer Anlagcfehler auf allseitigen Widerspruch gestoßen war. Eben jetzt wurde ein neuer Entwurf zu einem preußischen Wohnungsgesetz veröffentlicht, der zweifellos durch die letzte Besprechung der Wohnungstzesetzgebung im Reichstag aus der verschwiegenen Ratsstube der hohen Bureau kratie auf das Forum der kritischen Prüfung, früher als beabsichtigt war, hinausgetrieben worden ist. Denn der Staatssekretär des Innern hatte, worauf wir schon aufmerksam machten, die Drohung verlau bart, daß. das Reich ungeachtet der Zuständigkeit der Einzelstaaten im Herbst ein Wohnungsgesetz vorlegen werde, falls bis dahin eine positive Vorlage der preußischen Landesgesetzgebung nicht erfolgt sein werde. Der vorliegende- Wohnungsgesetzentwurf behandelt die Wohnungsfrage in vier Richtungen. Er will zunächst die private Bautätigkeit dadurch an re gen, daß einige Hindernisse, die der Erschließung von neuem Baugelände zu Bebauungszwecken im Wege stehen, durch Abänderung des Gesetzes, betreffend die Anlegung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften, beseitigt werden. Zweitens sollen «die baupolizeilichen Vorschriften in einzelnen Punkten gemildert- werden, damit bit unterschiedliche bauliche Gntwickeffiug und die Wohn- bcdürfnifse nach Ortsteiien und Wohnstraßen besser als bisher berücksichtigt werden können. Drittens werden in einer Wohnungsordnumg allgemeine Richtlinien für die Benutzung der Gebäude zum Wohnen und Schlafen, im besondern auch für die Unterbringung von Arbeitern festgestellt. Die Baupolizei soll ermächtigt werden, das Bewohnen untauglicher Räume, die Uebcrfüllung der Behausungen und manches andere zu verhindern. Endlich werden Bestimmungen über die Organisation der W o h n irrt gsaufsicht in den Gemeinden getroffen. Wer in der Wohnungsfrage auch nur einen flüchtigen "Einblick gewonnen hat, wird nach Kenntnisnahme dieses gesetzgeberischen Planes erstaunt fragen: Ist das alles? Den Verfassern des Gesetzentwurfs ist lediglich nachzurühmen ihre Findigkeit, mit der sie die, großen ausschlaggebenden Fragen des modernen Wohnungsproblems vor- blutigen Konflikt unter den Truppen gekommen. Die authentische Bestätigung des Gerüchtes fehlt. Talcat Bey begab sich heute morgen nach Tschataldscha. Zwei Adlcrorden für den rumänischen Ministerpräsidenten. Bukarest, 28. Jan. Der deutsche Kaiser verlieh dem rumänischen Ministerpräsidenten Majorescu das Großkreuz des Roten Adlerordens. Wien, 28. Jan. Die „Neue Freie Presse" meldet aus B u k a r e st: Der russische Kaiser verlieh dem Ministerpräsidenten Majorescu den Weißen Adlerordey. Zu der rumänisch-bulgarischen Frage schreibt die Wiener „Reichspost": Maßgebende bulgarische Rreise scheinen bereit, den Wünschen Rumäniens unter der Voraussetzung zu entsprechen, daßRumänien aktiven Anteil an den Kriegsoperationen nimmt, wenn es zur Wiederaufnahme des Krieges mit der Türkei kommen sollte. Der vorgestrige rumänische Kronrat soll sich, wie wir erfahren, mit dieser Möglichkeit befaßt haben. Bereits vor Ausbruch des Krieges richtete Bulgarien an Rumänien die Aufforderung zu gemeinsamem Vorgehen Diese Aufforderung wurde aber von der rumänischen Re- gierung abgelehnt. Heute soll man jedoch auch diese Möglichkeit ernstlich ins Auge gefaßt habe n. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Bukarest: Morgen (Mittwoch) findet abermals ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Majorescu statt, in dem der Stand der'bülgarisch-rumänischen Differenzen besprochen wird. Auch die Kammer hält Mittwoch eine Sitzung ab, nachdem die für gestern anberaumte Sitzung wegen der Beschlußfähigkeit des Hauses nicht stattfinden konnte. Die Anfragen der Konservativen über die auswärtige Lage wird infolgedessen erst in der morgigen Sitzung eingebracht. Gute Friedcnsausstchten. Lo nd on, 29. Jan. (Priv.-Tel.). Es ist f raglich, ob Bulgarien A d r i a n o p e l erhält. Die Großmächte haben die Staaten des Balkanbundes zur Mäßigung ermahnt und nach Aeußerungen der Vertreter der Bcttkan- staaten ist anzunehmen, daß der Bund nur im äußersten Falle den Krieg wieder beginnen wird. Namentlich sind die Griechen und Serben, die erreicht haben, was sie wollten, sehr wenig kriegslustig. Eine Konferenz der Baltandelegierten. Wie das Reuterbureau erfährt, traten die Balkandelegierten heute nachmittag 23/4 Uhr zusammen und konferierten über drei Stunden. Während dieser Konferenz entwarfen und unterzeichneten sie eine Note, die sie den Türken zu überreichen beabsichtigen. Wie das Reuterbureau erfährt, Übergaben die Delegierten der Balkanverbündeten die Note dem ältesten der Delegierten, Nowakowitsch, der sie R e s ch i d Pascha überreichen soll, sobald er es für angebracht hält. Es ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Note am Mittwoch überreicht wird. Die Ausschreitungen der Balkantruppen vor dem englischen Unterhaus. London, 28. Jan. Im englischen Unterhause sagte in Erwiderung auf eine Anfrage wegen der Grausam- Ur. 1\ Erstes Blatt 163. Jahrgang Mittwoch, 29. Januar 1913 Der Lietzener Anzeiger Zk w’T' Veznasvrer r: erscheint täglich, außer ÄSSsää Igr FMy \r monatlich?; Li.,viertel- Sonntags. - Beilagen: Ä Jk A A A A ▲ M A A A A A Ak jährlich Mk. 2.20: durch sääimAiiAnAr II» hsä 1 MMIMAiI jFS 1111 Itr I ÄFÄÄ (Dienstag und Freitag); BQ M W ’Ä ga W BI W W M W. W «1 ES emk »M Zeilenpreis: lokal 1b Pf^ zweimal inouatl. Land- jSr W Wf W Äiy kä MI kgL auswärts 20 Mennig, wirtschaftliche Zeitfragetz K ■ ■ V Chefredakteur: A Goetz. Feruiprech - Anschlüsse: Ä ■ «M Verantwortlich für den für die Redaktion 112, politischen Teil: August «SSS? Heneral-Anzeiger für Gberhessen LSsL Mr"°d"°T°°«mu>nu°" Notationsdruck und vertag der vrühl'schcn Univ.-vuch. und Lteindruckerei K. ränge, «edaltion. Expedition und Druckerei: Schuiftratze r. Lanü -: E.b°d'°ür d-n bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhosftrahe J6a. Anzeigenteil: H. Beck. Der Spa,Verenger nacp Syrakus. (Zu Seumes 150. Geburtstag, 29. Januar.) Johann Gottfried Seumes männlich ernste, charaktervolle Gestalt lebt in unserm Gedenken hauptsächlich fort als die des rüstig-mnntcrn Spaziergängers, der uns seine Wanderung von Grimma bis Syrakus in freimütig anschaulicher Weise erzählt hat. Ein ..Freiluftmensch" war dieser Zeitgenosse Kants, der aus furchtbar harten Schicksalen sich zu einer streng moralischen, patriotisch stolzen Wcltansicht durcharbcitete. Das Elend der Kleinstaaterei, die Greuel des Menschenhandels hatte der von hessischen Werbern gepreßte, als Soldat nach Amerika geschleppte Student am eigenen Leibe erfahren; tief grämte er sich über Deutschlands Erniedrigung, sprach in seinem Reisebericht freimütig über die despotischen Anmaßungen Napoleons und trat in seinem, von sittlicher Energie getragenen „Apokryphen" furchtlos für die Menschenrechte seiner Nation ein. Mit Fichtes Reden vereinte er sein patriotisches Wort zur Abwehr des französischen Tyrannen, und so erscheint er uns in diesem Erinnerungsjahre der Befreiung, das zugleich den Gedenktag seiner Geburt bringt, als einer jener frühen Märtyrer, die mit heißer Sehnsucht die Erfüllung ihrer Hoffnungen erstrebten und vor dem Anbruch der neuen Morgenröte weit- und schicksalsmüde dahingegangen Seume war kein Dichter: wenn auch noch in vielen Lesebüchern seine Parabel nach Rousseau „Der Wilde" steht, deren zum gestügelten Wort gewordener Vers „Seht, wir Wilde sind doch bessere Menschen" nichts von seinen Erfahrungen in den amerikanischen Urwäldern verrät, wenn man auch noch seine Devise im Munde führt: „Wo man singet, laß dich ruhig nieder", so leiden seine lyrischen Gedichte doch unter einer moralisierten Schwere und der bittere Lebenskraft verleiht seiner herben harten Sprache eine knorrige, ungefüge Rauheit. Sein Drama „Miltiades" hat nur Bedeutung durch die Energie des Gedankens und der Gesinnung, ist ohne jede dramatische Geltaltung. Aber der Mensch Seume, wie er sich in seiner so schlicht erzählenden, von seinem Freunde Ctodius zu Ende geführten Selbstbiographie ausprägt, behält auch heute noch seinen vorbildlichen,, seinen ergreifenden Wert durch seine Schicksale imb die mannhafte Art, mit der er sic getragm. „Mit dem Hubertusburger Frieden, in einem entsetzlich kalten Winter," kam er auf die Welt, und ob- IüoIjI er nach dem glücklichen Ereignis Gottfried genannt wurde, hat er doch viele Kämpfe durchmacheii müssen.. Das große Landes- clend der Hungersnot brach über Sachsen herein; der Vater starb in Gram Und Not: die Freigebigkeit eines gutmütigen Grafen gab dem jungen Seume Gelegenheit, eine gute Ausbildung aus den Gymnasien zu erhalten und danach Theologie zu studieren. Tann kamen die religiösen Zweifel, die in dieser Zett des siegenden Rationalismus nur wenig ernsteren Naturen erspart blieben; in einem Anfall sentimentaler Weltbürgersehnsucht „lief er mit 18 Jahren als theologischer Pflegling von der Akademie in die Welt hinein" und — den Werbern in die Hände. „Der Landgraf von Kassel, der damalige große Menschenmäkler, übernahm durch seine Werber die Besorgung meiner ferneren Nachtquartiere": an England verkauft, mußte er, der begeisterte Frci- heitsfreund, gegen die um ihre Unabhängigkeit ringenden Amerikaner kämpfen. Klassisch bleiben seine Schilderungen des Soldatcn- elends, des Transportes über den Ozean, „gedrückt, geschichtet und gepökelt iuic, die Heringe". Neben den andern zum Dienst gezwungenen Studenten der Literatur, neben dem Magister Laukhard und dem pietistisch fanatischen Neubauer, steht er als der in seinem Menschenrecht aufs tiefste gekränkte Philosoph. Nach Deutschland zurückgebracht, entspringt er bei Bremen seinen Häschern und rettet sich in einen Fischcrkahn. „Der mitleidige Fischer, der der Menschenjagd zugesehcn hatte, hieß ihn, sich gleich auf den Boden niedcrlegen, und stieß augenbhiülich vom Lande ab. Nun kamen auch die Jäger und schossen: aber die Kugeln flogen über das Schiff, und der gleichmütige Schiffer arbeitet ruhig durch die Gefahr, bis er glücklich das jenseitige Ufer erreichte. „Hier, Freund," sagte der Mann, „seyd Ihr frei und aus oldenburgischem Grund und Boden. Gott Helf' Euch weiter." Aber nun fällt er in die Hände preußischer Werber, und er, der schon Sergeant war, wird als gemeiner Soldat nach Emden geschleppt. Bei weiteren Fluchtversuchen rettet ihn einmal ein Virgil vers und dann die flehentliche Bitte der Kinder des Generals Courbiere, der sich seiner annimmt, vor der Zerfleischung durch die Spießruten. Endlich erhält er Urlaub auf die Bürgschaft von 80 Talern hin, die ihm ein wackerer Bürger gibt. Er kehrt nicht wieder, die Stunde der Freiheit ist da. Als Magister in Leipzig, als Sekretär des russischen Generals Jgelström, als Leutnant in russischen Diensten l>at er sich dann durchgeschlagen, bis er endlich einen Ruheposten als Korrektor bei dem Verleger Göschen fand. Aber auch hier hielt es ihn nicht lange. „Zwei Jahre will ich sitzen," sagte er, „dann muß ich aber wieder ein wenig laufen. Ich will dann nach Syrakus." Und mit dem letzten Tage der zwei Jahre trat er die Reise an, „um mir das Zwerchfell auseinander, zu wandeln, das ich mir über dem Druck von Klopstocks Oden etwas zusammengesessen hatte." Unendlich genügsam in seinen Bedürfnissen, war er ein begeisterter Anhänger jeder körperlichen Uebung und jeder Stählung des Leibes. Etwas von dieser Liebe zu Sonne und Sturni, von dieser Freude an frischer Lust und freiem Leben, beseelt von dem strengen Festhalten an dem sittlichen Gebot der Pflicht, lebt in seinen besten Schriften und macht sie noch heute lesenswert. Hk. D r. A l fr e d H a f k e - S t i f t u n g. Der Rentier Carl H a f k e und seine Gemahlin A n n a Hafke aus Breslau haben zum Andenken an ihren am 16. Juni d. I. verstorbenen Sohn, dem Zahnarzt Dr. Alfred Haske, der Schlesischen Friedrich- Wilhclms-Universität Breslau ein .Kapital von 10 000 Mark gestiftet mit der Bestimmung, daß diese Schenkung unter dem Namen „Zahnarzt D r. Alfred H a s k c - S t i f t u n g" geführt werde und die Zinsen an bedürftige Studierende der Zayn- heilkunde, die sich durch besonderen Fleiß auszeichnen, vergeben werden. kf. Ein Buch, das niemals fertig wird. Im Jahre 1897 erschien der erste Baud eines Werkes, das in der gelehrten Welt, bffonders aber in allen am Bücher- und Bibliothekswesen interessierten Kreisen den größten Anteil erregte. Es war der erste Band des Katalogcs der Bestände der Pariser Nationalbibliothek, der natürlich bei dem ungeheuren Reichtum dieser Sammlung überhaupt zu einem bibliographischen Nach- schlagewcrk von höchstem Werte sich gestalten mußte. Nach zwei Jahren kamen weitere zwei Bände heraus, 1908 war man mit dem Buchstaben C fertig geworden: später gelang cs auch,, die ungeheuren Wälder j)cr von den Dubois und Durand verfaßten Bücher zu durchqueren (die beiden Namen füllen allein beinahe einen ganzen Band) und gegenwärtig hält man beim Buchstaben F. Aber das Zeitmaß hat sich in den jüngsten Jalwen sehr verlangsamt, und schließlich ist der Katalog ganz in Llillstand geraten. Der Grund ist der, daß die mit der Druckausführung beauftragte französische Nationaldruckerei zu beschäftigt ist, während sie zugleich nicht ihre Zustimmung .bn-u erteilen will, daß die Drucklegung des Werkes einer anderen Preise übertragen wird. Hatten sich also die Optimisten beim Beginne des Unternehmens in bent frohen Gedanken gewiegt, daß das ganze Riesenwerk spätestens um 1920 bis 1925 beendet sein würde, so ist jetzt die Aussicht auf den Abschluß des Werkes weit, weit hinausgcrückt. Oder vielmehr die Sachen stehen so, daß dieser Katalog niemals fertig werden kann. Denn da der jährliche Bücherzuwachs bei der National- bibliothek etwa 20 000 Bände beträgt, so sammeln sich, wälwend der Katalog langsam vorrückt, bereits wieder viele Tausende, vielleicht Hunderttausende von Bänden an, die in Nachträgen katalogisiert sein wollen, und hinter diesen Nachträgen marschieren wieder andere auf und so fort. Frankreich hat also die Ehre, sich zweier Werke rühmen zu können, die nie fertig werden. Denn an die Vollendung des Wörterbuches der Akademie glaubt ja auch kein Mensch mehr. — Verbesserung der Fernphotographie. Der „Umschau" zufolge hat der französische Physiker .Edouard 23 et in eine Verbesserung der Fernphotographie erfunden, bei der kein Selen zur Anwendung gelangt. Die Aufgabestation enthält ein nuar nur btn^ufrufügen, daß derVulaarische Ministerpräsident erklärte, die b u (g a r t) d) c r regulären Truppen hätten keine Aus schrei tung begangen. Grttoaige Handlungen bulgarischer Bau den seien im direkten Gegensatz zu den Anordnungen des Hauptquartiers geschehen. Walter Guineß fragte, ob die britischen Konsuln die Angelegenheit nicht untersuchen könnten, oder ob sie tatsächlich Gefangene mären, ttnc es der französische und der deutsche Konsul in Kawalla gewesen sein sollten. , Grey erwiderte: Wir können nicht erwarten, daß die britischen Konsulii während des Krieges in der Lage sind alle Vorgänge zu überwachen. Zu den Anfragen, die die Veröffentlichung aller Konsularberichte dringend wünschen, erklärte Grey: 3 m vorigen Jahre machte man mir Vorwürfe, weil ich mich weigerte, Nachrichten über türkische Ausschreitungen in Mazedonien wäh rend des italienisch-türtischen Krieges zu veröffentlrchem Man behauptete, ich nähme die Türken in Schutz. Ich beobachte jetzt genau das gleiche Verhalten. Tie Berichte enthalten Nachrichten, von denen einige begründet schienen andere jedoch Gerüchte sind. Alles ist unauflöslich mit einander vermischt. Ich habe geglaubt, es sei das beste, die Nachrichten, die begründet scheinen, derjenigen Regierung vorzulegen, die direkt oder indirekt in der Lage ist, diese Gebiete zu beaufsichtigen. Es würde nicht im öffentlichen Interesse liegen, gegenwärtig weiterzugehen. Falls wir dies doch täten, würden wir weit über das hmaus- gehen, was andere Regierungen in dieser Sache tun. Guinnetz fragte Grey weiterhin, ob er bei den Regierungen Griechenlands unb Bulgariens darauf bringen wolle, daß die Schuldigen bestraft würden, falls die Angaben über Gewalttätigkeiten der Griechen und Bulgaren bei der Besetzung von Kawalla sich als wahr erweisen sollten. Grey erwiderte, es sei dem Fragesteller bereits bdamit, was hinsichtlich dieser und anderer Meldungen getan worden sei. Er wolle hinzufügen, daß in dem einzigen Falle, in dem die empfangene Mitteilung die Namen von Irregulären enthalten hätte, die Gewalttätigkeiten verübt haben sollen, eine weitere Mitteilung an die in Frage fo nun (mb en Regierungen gerichtet werde. Der britische Gesandte sei angewiesen worden, im Namen seiner Regierung die Hoffnung auszusprechen, daß diejenigen, denen Ausschreitungen nachgeunesen werden, nach Recht und Gewissen verurteilt würden. Wien, 28. Jan. Dem Abgeordnetenhaus ist eine Anfrage des Christlicksozialen 3ergäbet zugegangen, in der unter Hinweis auf die Zcitungsmeldungen über die Grausamkeiten, die von den Truppen der verbündeten Ballanstaaten verübt worden sein sollen, der Ministerpräsident gefragt wird, ob er geneigt sei, hierüber eingehende Erkundigungen einzuziehen und int Falle der Richtigkeit der Meldungen dahin zu w'rken, daß das öfter - reichisch-ungarische Auswärtige Amt sowohl namens des Ansehens Europas als auch als Vertreter des Staates, der das Protektorat über die katholische Bevölkerung Albaniens ausübt, bei den kriegführenden Mächten nachdrücklichst dagegen ernsteste Vorstellungen erhebe.______________________________________ veutscbes tteieth Ucber das Befinden des Prinzen Adalbert wird folgender Bericht veröffentlicht: Bei gutem Allgemeinbefinden ist der Prinz andauernd beschwerdefrei. Heute morgen (Dienstag) betrug die Temperatur 36 3. der Puls 66. Ueber den Lungen liegen noch leichte katarrhalische Erscheinungen. Zur Ersatzpfti cht der Reichspost. Eine wichtige Entsä>eidung betreffend die Ersatzpflicht der Reichspost ist vom Reichspostamt gefällt worden. Durch die Schuld der Post mar ein Postanweisungsbetrag mit einer größeren Verzögerung ausgezahlt worden. Dem Absender war durch diese Verzögerung 'ein unmittelbarer Schaden entstanden. Obwohl erwiesen war, daß die Verzögerung durch die Post verursacht worden war, hat die Reichspostverwaltung die Erstattung des Schadens abgelehnt mit der Begründung, daß die Bestellung eines Geldbetrages an Tine bestimmte Frist nicht gebunden sei. Die Haus- und Familienverhältnisse der Postbeamten. Eine Denkschrist über die Haus- und Famitienverhält- nisse der Reichspostbeamten ist dem Reichstage zugegangen. Bei der Voranschlagsberatung im Jahre 1911 hatte der Reichstag den Reichskanzler ersucht, die Veröffentlichung einer Statistik der verheirateten und der unverheirateten Reichsbeamten, der Kinderzahl ihrer Familien, sowie der Sterbefälle der Reichsbeamten nach den Relief-Klischee aus Ehromgelatine, durch einen Stift, bet über bas Relief Hinstr ächt, werdim Ströme von wechselnder Intensität erregt, die bas Bild übermitteln. Die Zeit zur Herstellung bes Relief-Klischees soll eine Sttmde unb die zur Bildübertragung nur vier Minuten betragen. — Di e Erfolge des Londoner Radium In st i - tute5'. Aus London wirb berichtet: Einen außerordentlich interessanten Einblick über die Heilerfolge, die daS Londoner Radium- Jnstitut bisher in der Behandlung von Krebsleiden zu verzeichnen hat, gewährt der soeben erschienene Jahresbericht der Anstalt. Vom 14. August 1911 bis zum 31. Dezember 1912 wurden insgesamt 539 Fälle von Krebs behandelt. Davon wurden anscheinend geheilt 53 Fälle, völlig geheilt 28 Fälle und gebessert 245 Fälle. Bei 88 Patienten wurde die Behandlung mitgegeben, bei 70 konnte eine Besserung des Befindens nicht erzielt werden und 55 der Fälle endeten mit dem Ableben der sanken. Dazu bleibt zu bemerken, daß als „anscheinend geheilt" jene Fälle angesehen werden, bei denen alle Svmplome des Leidens vollkommen ver^ schwunden sind. Für die Beurteilung des Gesamtergebnisses fällt die Tatsache ins Gewichr. daß eine sehr große Anzahl der Fälle erst dann in die sRcbanbhtng des Radium-Institutes kamen, als alle anderen .Hilfsmitteln der Heilkunde und der Chirurgie er schöpft schienen Bei .üwebSertrankungen, die einen chirurgischen Eingriff ausschlossen, konnten die Schmerzen oft sehr vermindert werden. Das Krebsgeschwür heilte, die Blutting Hirte auf und in anderen Fällen wurde das Wachstum des Geschwüres verlangsamt. Bei Magenkrebs machten sich die günsttgen Folgen der Radiumbehandlung ebenfalls in einer Beschränkung des Wachs ttmts und in einer Verminderung der Schmerzen geltend. Der Bericht bezeichnet die Ergebnisse als „ermutigend" unb führt noch eine ganze Reib' von anderen Leiden, vorwiegend Geschwüre und Hautleiden, auf, in denen die Radiumkur vortreffliche Dienste leistet. — Der Frankfurter Hilfs ausschuß für die Sckröder-Stranz- Expedition auf Spitzbergen er hielt am Dienstag nachmittag auf eine gestern gemachte telegraphische Anfrage eine Antwort durch Funkspruch, die folgenden Wortlaut hat: „Hilfservedition verließ AdventSbat am 24. Januar mit 4 Mann, 13 Hunden, 3 Schlitten, Proviant, Kleidung und Arzneimitteln. Expedition will Schiff ..Herzog Ernst" er reichen Kap. Rietfcher in ärztlicher Behandlung in Adventsbai, fein Befinden macht günstige Fortschritte. Unsicheres Eis über Eissjord hinderte den früheren Abgang der Expedition. Die Hills expedition wird um den 20. Februar zurückerwartet. Wir tcle graphieren Resultat dann sofort dem Frankfurter Aussäurß Sldtic §oal £o/' Reichsämtern getrennt herbeizu führen. Für die Aufstellung ,-iner solchen Statistik tarn im wesentlichen die Reichsposl- anb Telegraphenverwaltung in Betracht. _3n der dem Reichstag vorgelegten Denkschrift wird auf Grund einer im 1. Oktober 1912 veranstalteten Zählung Aufschluß gegeben über das Verhältnis der verheirateten zu den unverheirateten Beamten sowie über die Kinderzahl ^ihrer Familien. Eine Statistit der Sterbefälle ist in der Denk- chrift nicht aufgenommen, da eine solche Statistik alle Drei Jahre amtlich veröffentlicht wird. Klagen über die Beschaffenheit der Briefmarken • sind in kaufmännischen Kreisen in letzter Zeit laut ae- worden. Seit etwa 3 Monaten werden seitens der Reichspost Briefmarkenbogen ausgegeben, die von ganz dünnem Papier hergestellt sind, auch die Gummierung der neuen Markenbogen läßt zu wünschen übrig. Tie einzelnen Margen, namentlich die geringeren Sorten, sind auf so dünnem Papier hergestellt, daß die einzelnen Marken zusammenrollen. Die Reichspostverwaltung hat sich zu dieser Maßnahme bewogen gefühlt, um auch auf diesem Gebiete weitere Ersparnisse zu erzielen. DieBittschriftbetreffend Verlängerung des Parsivalschutzes, die dem Reichstage jüngst zugegangen war und die u. a. auch die Unterschrift des Kronprinzen trügt, wird im Reichstage voraussichtlich am 7. Februar zur Besprechung gelangen. Die Regierung wird sich bei dieser Besprechung durch Kommissare vertreten lassen und wird zu dem Gegenstände eine Erklärung abgeben lassen. Eine polnische Stiftung. Für die Unterstützung der polnischen studierenden Jugend hat der Rentner Sikorski in Könitz testamentarisch eine Million Mark bestimmt. Aus dem L a n d t ag s wah l k reis Wetzlar. Eine Konferenz der sozialdemokratischen Partei des Wahlkreises Wetzlar hat den Gauleiter Kremser als Kandidaten aufgestellt. Ausland. Eine Universität in Südafrika. Aus Kapstadt wird berichtet: Der Gesetzentwurf über die südafrikanische Universität, der soeben beendet worden ist, bestimmt das Landgut von Cecil Rhodes, Groote Schur, zum Sitz der Universität. Tas Gesetz sieht die Gleichberechtigung der englischen und holländischen Sprache vor. Konfessionelle Beschränlungen werden ausgeschlossen. Ter Gesetzentwurf gestattet den Verkauf des Frankenwaldbesitzes in Pratoria, den der verstorbene Alfred Beith für Bildungszwecke vermacht hat. Der Erlös kommt der Universität zugute. Ans Stadt und Cand. Gießen, 29. Januar 1913. Hessischer Heimatschutz. Der Hessische Bund für Heimat schütz ist in Darmstadt als Zweigverein des deutschen Bundes „Heimatschutz" ins Leben getreten. Zu diesem Zweck hatte sich eine Reihe von Persönlichkeiten zusammengefunden, die seit geraumer Zeit im Sinne des Heimatschutzes tätig sind, teils als Mitglieder des deutschen Bundes, teils als Vertreter von Behörden und von Vereinigungen mit gleichen Zielen wie der Verein für Kunstpflege in Offenbach, des Vereins für Kunstpflege in Dieburg usw. Auch der Ge- chäftssührer des Deutschen Bundes „Heimatschutz", Assessor Fritz Koch aus Meiningen, war anwesend. Mail war darin einig, daß es zur Verbreitung des Heimatschutzgedankens in unserem Volke und zu praktischer Heimschutzarbeit einer- besonderen Vereinigung bedürfe, was namentlich von.der lautlichen Denkmalpflege lebhaft begrüßt wurde, zumal diese naturgemäß das Hauptgewicht auf den Schutz von Denkmälern legen muß, während die Heimschutzvereini- gungeu den Schutz der gesamten Heimat in ihrer natürlichen und geschichtlich gewordenen Eigenart erstreben. Nach Gründung des Bundes schritt man zur Annahme der Satzungen. Ter Mitgliedsbeitrag beträgt 3 Mk., wofür die Zeitschrift „Heimatschutz" unentgeltlich geliefert wird. Der Bund erstrebt besonders: 1. den Schutz der Eigenart des Landschastsbildes, Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt sowie der geologischen Eigentümlichkeiten (Naturdenkmäler); 2. den Schutz und die Pflege der aus früherer Zeit übernommenen Werke, der Bauten, beweglichen Gegenstände, Straßen- unb Flurnamen (Denkmalpflege), Pflege unb Fortbildung der überlieferten länblichen unb bürgerlichen Bauweise, ber Volkskunst auf bem Gebiet bei- beweglichen Gegenstände, der Sitten, Gebräuche, Feste unb Trachten. Man faßte ferner die Ausgestaltung einer wirksamen Bauberatung unb bie Einrichtung von Meisterkursen ins Auge unb beschloß mit einer energischen Bekämpfung bes Reklameunwesens, insbesondere längs der (Bahnlinien, welches unser Heimatbild weit unb breit verunstaltet unb nicht einmal eine landschaftlich hervorragende Gegend, wie bie Bergstraße, verschont, an bie Oefsentlichkeit zu treten. Man nahm davon Kenntnis, baß ber Nachbarverein in Frankfurt in gleichem Sinne burch einen öffentlichen Vortrag und durch Herausgabe einer Flugschrift den Kampf gegen bie Reklameverunstaltungen aufnehmen wirb, unb daß der Reklameunfug in ber Bergstraße zurzeit an ber Strafkammer bes hiesigen Landgerichts vor der gerichtlichen Entscheidung steht. Das Amt des ersten Vorsitzenden Übernahm Finanzminister Braun, das des Schatzmeisters'Baurat Wagner und das des Geschäftsführers Rechtsanwalt Lanbzettel, Darmstabt. * ** Tageskalender kür Mittwoch, 29. Jan. Stadt- lheater: , ? c r Retter xn der Rot!' Ansang 7 Uhr. L ef e h a l l e n - V e re i n. 3. Vortrag: Cberbibhotherov Dr Ebel: lieber die pedenlung der A 1 u i > unb Straßen- n a in e n für die Heimatkunde. Abends 9 Uhr in der Turnhalle der höheren Mädchenschule. * " Hoftrauer. Der< GroßHerzog hat wegen des Ablebens des Erzherzogs Rainer von Oesterreich eine Hoftrauer vom 27. Januar bis 3. Febr. angeorbnet. "Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem Generalmajor ä 1. s. Max. Frei Herrn von Hey l in Darmstadt den Roten Abkr-Orden 2. Klasse mit Stern verliehen. Ior ftpersonalie ü. Der Großherzog hat den Cbcrförlter der Oberwestern Bessungen, Geh. Forstrat Karl oeinemann zu Darmstadt auf sein Nachsuchn, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienste, in den Iiuhestand versetzt, sowie ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Phüivvs des Groß mutigen verliehen und den Oberförster der Dberförficm Nidda, Forstmeister Eduard Hallwachs zu sJtfb"ba aus sein TTadflutiien, unter Anerkennung seiner langjährigen treu geleisteten Dienstr in den Ruhestand versetzt. *♦ Hessische Polizeikonfercnz. Am Freitag fand in Frankfurt im Ratskeller eine Versammlung fämrlidrr hessischen höheren Polizeibeamten unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Dr. Sutor-Wzep statt. Der Vor sitzende widmete den seit der letzten Sitzung verstorbenen Mitgliedern Polizeirat Bräuning-Ofsenbach und Bürgermeister Tr. Frenav- Bensheim innen Nachruf. Tie Beratungen |'efb)t werden, wie dies dein Charakter einer Polizei Konferenz entspricht, geheim gehalten. Als £rt für die nächste Tagung wurde Worms gewählt. •• DaS Füsilier-Regiment Nr. 8 0 (o. Dersdorfs), daS in Wiesbaden und Homburg v. d. H. liegt, begeht in diesem Jahre sein 10l»jährige8 Jubiläum. In verschiedenen Kreisen wurden Vereinigungen gebildet, um einen Zusammen- i schluß zu der vom 6.—16. Juni ftattfinbenben Jubiläums- feier zu erreichen. Eine nicht geringe Zahl der ehemaligen Angehörigen des 80. Regiments bat im Kreise Gießen unb in den naheliegenden preußischen Orten ihren Wohnsitz; sie | werden gebeten, wegen einer Zusammenkunft und Besprechung ihre Adn sien mit Angabe des Jahrganges unb ber Kompagnie an Schlossermeiiier Otto Ebersohn in Hungen einzusenden. Der Ort der Zusammenkunft (wahrsebeinlich Gießen) und Zeit werden durch 'Anzeige bekannt gegeben. •* Das Museum für Völkerkunde bleibt wegen Neneinrammingen bis aus weiteres geschlossen. •• Der Turnverein veranstaltet am nächsten SamStag seinen Maskenball in Form eines Fr ühlin gSfeste». Ter Saal wird dem Charakter des Festes entsorechend dekoriert werden und auch einige Aufführungen passen sich vorzüglich in den Rahmen deS Festes ein. ** Kreis-Ziegen zu chtverein Gießen. Im Auftrag des KreieZiegenzuchtvereines finden Vorträge über Ziegenzucht statt am Samstag, 1. Februar, abends V28 Uhr, im Gasthaus zum Einhorn in Steinbach unb am Sonntag, 2. Februar, nachmittags V»3 Uhr, im Gasthause von Karl Echler in Stangenrod. Redner ist für beide Versammlungen Oekonomierat Weitzel in Lich. ” In Verlust geraten ist gestern nachmittag eine schwarzlederne Mappe mit einer Anzahl Quittungen bc5 Gas, unb Wasserwerks hier über Gas- unb Kokslieferungen ] Landkreis Gießen. — Wiese ck, 27. Jan. In der heute abend abgehaltenen Gemcinderatssitzung waren anwesend: Bürgermeister Schomber, Beigeordneter Schäfer und die Gemeinderatsmitglieder Luh, Oswald, Weller, Deibel, Vogel- । Höfer, Völzel, Deibel und Becker. Es wurde beschlos,cn die Abwässerungs-Anlagen in der Gießener Straße von dem .Hauptkänal bis zu den Grundstücken einheitlich von der Gemeinde ausführen zu lassen, die entstehenden Kosten sollen dann später von den Grundstückseigentümer« wieder erhoben werden. Die "Ausführung der Arbeiten soll dem Karl Philipp Schäfer für den vereinbarten Preis übertragen werden Die Lokalfrage wegen des Gemeindeeinnehmers wurde vorläufig vertagt. Tas auf Submission ' vergebene Holz wurde, da die Angebote den Schätzun,. preis übersteigeit, vom Gemeinderate genehmigt. Die von dem Bürgermeister angestrebte Schreibhilfe wurde cm stimmig bewilligt, da es ihm nicht möglich ist, die Arbeiten allein zu bewältigen; es wurde dafür ein Betrag vou monatlich 90 Mr. vom 20. Dezember bis zum 20. Mdri I festgesetzt, lieber das Baugesuch des Ludwrg Schäfer V , | hier Festsetzung der Baufluchtlinie am Altenbufecker Wege, wurde beschlossen, der Bürgermeister soll sich mit dem Kreisgeometer wegen der Baufluchtlinie ins Benehmen setzen; bei der Festlegung der Fluchtlinie soll der Bou- ausschuß zugezogen werden. Wegen der Verpachtung der Schaf weide wurde vom Bürgermeister ein Vertrag vorgelegt, der genehmigt wurde. Zu dem Gesuch der Bc- mobiler der Marburger Straße um Erlangung von Mass er aus der Gemeindewasserleitung wurde beschlossen, den Bewohnern der Marburger Straße auf Widerruf zu genehmigen, eine provisorische Leitung auf ihre Kosten zu legen unter dem Vorbehalt, daß ftc für alle entstehen den Mängel, die während und nach dem Bau entstehen, aufzutommen haben. Der Wasserzins ist laut Satzung zu entrichten. Nach Erledigung zweier nicht öffentlicher Punkte wurde die Sitzung geschlos,en. ? Lang- Göns, 28. Ian. Silberne Hochz eit feierte Adam Wenzel und seine Gemahlin. ** Berichtigung. Die in der gestrigen Nummer aus Gambach (Kreis Friedberg' notierte Notiz gehört unter Climbach. Ter Fehler ist durch undeuttichc Schrift veranlaßt- Kreis Büdingen. h. Bübingen, 28. Ian. Zwvchen mehreren Förstern unb fünf Wilddieben kam es in den Isenbnrgischen Walbungen zu einem Kampfe, bei dem zahlreiche Schüsse gewechselt wurden. Hierbei wurde ein Wilddieb angeschossen; seine Kameraden schleppten ihn fort, während andere die Förster mit üorgehalteneni Gewehr an der Annäherung hinderten. <Äroße Gendarmerieaufgebote durchsuchen gegenwärtig bit Wälder nach den Dieben. Kreis Büdingen. — Berstadt, 28. Jan. Heute nachmittag verunglückte hier ein an der elektrischen Zentral-Anlage belästigter junger Mann dadurch, daß ihm eine mit Eisenteilen gefüllte 25 Zentner schwere Kiste, die beim Verladen 1116 Rutschen gekommen war, auf einen Fuß stürzte, wodurch er einen Beinbruch und andere Verletzungen erlitt Er wurde in das Krankenhaus nach Hungen gebracht. Kreis Lauterbach. r. Angersbach, 28. Ian. In einem hiesigen Ge> Höft ist heute vom Kreisveterinärar^t Maul- und Klauenseuche festgestellt worden. Es ist bis jetzt ein Rind ertrankt und man hofft, das Weiterverbreiter der Seuche zu verhindern Uever die Ursachen des neuerlichen Auftretens der Seuche, nachdem sie kaum erst vor einem "Jahr erloschen ist, hat man bis jetzt keine Vermutung. Krcis Schotten. H. Ulrichsteiir, 28. Jan. Am 4 August 1912 ttmrtx beim Scheibenschießen in Kölzenhain der Landwir: Martin V 0 l p von Ober-Seibertenrod durch einen Ober schenkelschuß schwer verwundet. Der Verletzte wirk dauernd lahm sein. Man hofft, die Angelegenheit auf güt» llchem Wege erledigen zu können, zu welchem Zwecke Vol? eine größere Entschädigung unb die entstandenen Kur kosten, die etwa die Höhe von 3000 Mark erreichen dürften, gc* zahlt werden sollen. Ta der in Frage stehende Betrag vor dem nur 32 Mitglieder zählenden Kriegerverein Kölzcw , Hain nicht allein aufgebracht werden kann, hat das 'Bräfv j dium der Hassia die Genehmigimg zu einer 5a mm in M 1 hrt hiesig Äel*' Sic Ü»1 E.nität«'0' ")iäWt“ * ■* K°! fbtrfoW1 *** M «nt «ge • ibiläum Kien Jerein, n* *31. Mi sei" (I Z Lange' gagbliebhaber Salten sich beut' Uniert Jagd vov Mtben. iinie jj'omnien jetzt Mlich. L rtn Datn p Moniaa atn lienstmädchl nicht etmitl krourdloS zusa rnwmmen wcv Vehlar, kai) in der : inber Buchb' dir Nachbarn 1 rfflitt unb Wa Uhung bes.Fe nach Lcklutz b Pinbei hatte die Erbe gemo 'Lappen gesalli = ®ro .barm on ie lialle war ilbf Elek, UI Die Sib. n «ä 1B1 l 9t 1 Tx lAu 8tc ß Qi ML ^tiehh 8*18 M >,6J5 M K f ■■ U O ■ ;. ^U^-” I hSSsM iaSU”9 Äl*< I ,b'iaum ' b^eht m I "'n Ö^M\ 1 'löttnnbenb0? |u,?n,n'fn. II crinqe QQki k Jubiläums, I ^rten ibCen m, «bJI """""k'.nft llnA° n^; f't l ^°nqk« unb bt^HI °bn in öunnpt, • pQQ,Ve I 'MAeinSflS e,n*btr. | Jn H"b> -n*l Sil,«rtunbt h,:h Verein 0ie6P1, » I TO®ä fhtbm Souta« I ZS» ?■ ton,” 2 m Morn ui St^n J M- nachmittags V23 m>. I ^t°ngenro'b/L "lononnerat Weihcijl 1 ift geltem nachmittag eint ier *IniQbl Cuittunqen bei I B®°§’ "nb Kokstieferungenll Siefern. 1 der heute abend abgehai n9 waren anwesend: Mr- neter Schäfer und die Ge- >M, Weller, Deibel, Vogel ter. Es wurde beschlasjtt gen in der Gießener Ltraf, ecn Grundstücken einheitliL va lassen, die entstehende- den GrundsÄckseigentümcic Ausführung der Arbeitci für den vereinbarten W lirage wegm des Gemeint: erlagt. Das auf Submissi.- l: Angebote den Ichötzmr. liberale genehmigt. Die r Ähr erb Hilfe wurde c richt möglich ist, die Arbeit tbe bafüt ein Betrag t. Vmbet bi§ ;um 20. "7' 6 des Hubfou] ÄHckfer v, xit am WeMftLn Wege, meAr \tW mit dm iifhMnit ins Benehmen r ^tuchttmie soll der &m- ■iSegen der Verpachtung tat Bürgermeister ein Setty I be Zu dem Gesuch der k-1 : kraße um Erlangung der. I ■jicrleittmg wurde beschloistt.,1 -,r Straße mit Liderm . Leitung aus ihre B • daß ire für alle entstehen s nt> nach dem BM entstehe-. 1 erzius ist laut Jjj Mer nicht ossentluho ■ne Gelnahtin. j >,.^531 veranlagt. 'Ess '' ;it «Innitming 9,9‘* 9 ytSr9tbr* I £>riJ®3 .ll(rin«a* (j dis iti ^A.° «Ä < süt wa« ;il «* r'ÄÄ? unbet. Igenheü ' . ... kann, pr.Pfd. 0.35 0.35 0.54 0.00 0.50 0.0 0.80 Zwctschen-Honig la. ^riich-Obstmarmelade Erdbcer-Marmclave Rheinisches SlPfelkraut 2lpsel-Gclec Himbeer-Gelee Erdbeer-Gelee empfiehlt in bekannt vorzüglichen Qualitäten •• ;• mit Zugabe der Rabattmarken :: :: Cr SmiWeliÄÄ 5-Pfd.- 10-Psd.- 25-Pfd. 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Der katholische Kirchen- vorstand ließ ihr deshalb heute eine von dem zurzeit hier weilenden Maler Hartmann hergestellte Dankadresse überreichen. § Bad-Nauheim, 28. Ian. Die Freiwillige Sanitätskolonne begeht am 8. Febr. die Feier ihres 25jährigen Begehens durch einen Kommers in der Turnhalle. Die Kolonne ist seit letzten Winter unter Leitung von Oberstabsarzt Dr. Schrader, dem Vorsteher deS Militärkurhauses, wieder zu neuem Leben erwacht und übt wieder eine rege Ausbildungstätigkeit aus. — Sein 25jähriges Jubiläum feiert in diesem Jahre auch der Ortsgewerbe- verein, während der Spar- und Vorschußvercin am 31. Mai sein goldenes Geschästsj.ubiläum begehen kann. § Langenhain-Ziegen berg, 27. Ian. Zahlreiche Jagdliebhaber aus der näheren und weiteren Umgebung hatten sich heute zur Jagdoerpachtung hier eingesunden. Unsere Jagd wurde in drei getrennten Teilen auf neun Jahre vergeben. Unsere kleine Gemeinde bezieht für die drei Jagden zusammen jetzt die recht hohe Summe von bald 4000 Mk. jährlich. Starkenburg und Rheinhessen. rm Darmstadt, 28. Jan. Em Uebersall wurde am Montag abend in der Nähe des Exerüerplatzes auf ein Dienstmädchen ausgesührt. Es erhielt von einem bis jetzt nicht ermittelten Manne mehrere Messerstiche, so daß es bewußtlos zusammenbrach und in das Krankenhaus ausgenommen werden mußte. Kreis Wetzlar. Wetzlar, 29. Jan. Gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr brach in der Geschiftsbüchrrfabrik von Karl Wald schmidt in der Buchbinderei Feuer aus. Der Brand wurde durch die Nachbarn und Feuerwehrleute rasch gedämpft, doch ist durch Feuer und Wasser ein erheblicher Schaden entstanden. Die Entstehung des Feuers ist heute aufgeklärt worden. Ein Junge war nach Schluß der Arbeitszeit in die Werkstätte geschickt worden. Hierbei hatte er ein Streichholz angezündet und es achtlos auf die Erde geworfen. Das noch glimmende Hölzchen war zwischen Pappen gefallen und "bat diese entzündet. vereirrznachrichten. = Großen-Linden, 28. Jan. Der Gesangverein „Harmonie" feierte fein 6 3. Stiftungsfest. Tie Turnhalle ivar überfiiflt Unter der Leitung des Dirigenten Saines entwickelte sich ein vorzügliches Programm Die exakt vorgetragenen Chöre fanden verdienten Bei'all. Ter von einem amerikanischen Gönner gestutete Chor .Mntieisvrache" erweckte tosenden Bei'all. Zwich n den (Shören erfreuten zwei Herren die Sänaergemeinde durch v inzelvorträge und außerdem wurden zwei Cmakter qe vielt. = Alten-Buseck, 28. Jan. Ter Konsumverein beging das Fest seines 2 5jährigen Bestehens.. Da kein Saal zur Verfügung, der die etwa 300 Teilnehmer fassen konnte mußte man die Säle bei Wilh. Becker Witwe «und G. Koch belegen. Gegründet wurde der Verein von 46 Mitgliedern am' 27. Januar 1888, er hatte am letzten Jahresschlüsse ein Mitgliederstand von 171. An Waren wurden umgesetzt im ersten Geschäftsjahr >20 594 Mark, im letten 1911/12 60 073 Mark. Ter Gesamtwarenumsatz beträgt 973 690 Mark und das Vereinsvermögcn beziffert sich auf 17 000 Mark. — Harbach, 28. Jan. Gestern hat sich hier ein Burschcn- Klub „Einigkeit" gebildet. Er hat bis jetzt 25 Mitglieder. Sogleich wurde die Wahl des Vorstandes vorgenommen. » Nachrichten über Vereinsveranstaltnngen werden in Zukunft nur ausgenommen, wenn sie uns am Tage nach der betr. Veranstaltung zugehen. Red. Kleine TaqerchronN. Im Bahnhof von Waldfrschbach wurde der 10 ^ahr- alte Josef R e ck und die 74 Jahre alte Witwe Hepp beim Kohlenlesen von einer Lokomotive überfahren. Der Junge lourix laut „Pfälzischer Presse" getötet, der Witwe wurden berüe Beun und ein Arm abgefahren. . , , In dem König-Albert-Stahlwerk bei Lichtentanne brach die Welle eines Transportwagens, der mit ftüssigem Epen bc- füllt war. Von der ausfließenden glühenden Masse wurden a ch- Personen schwer verletzt, darunter mehrere lebensgc sährlich. Unter den Verletzten befindet sich Ingenieur Kramchaar. Dem Beispiel der Forstbehörde folgend, hat die Reichspostverwaltung den Landbriefträgern in Gebirgsgegenden Schneeschuhe überwiesen, damit sie ihre dienstlichen Verpflichtungen im Winter leichter erfüllen können. Die ersten Versuche finden im Vogtlande statt. ' Heute morgen entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Herr Berthold Edelmuth aus Beuern. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: GeriMtsßaal. Zweibrücken, 28. Jan. Der äußerst selterre Fall, daß dieselbe AnUagesache ein Schwurgericht zum zweiten Male beschäftigt, ivird sich am kommenden Donnerstag hier vor dem pfälzischen Schwurgericht ereignen. Gerade vor einem Jahre verurteilte das gleiche Gericht den Grubeuschlosser Friedrich Rojan aus Homburg (Pfalz) zu zwei Jahren Zuchthaus wegen Meineid. Er hatte in einem Verfahren beschworen, mit einer Frauensperson keinerlei Umgang gehabt zu haben, was vom Schwurgericht als Meineid beurteilt wurde und zu der angegebenen Strafe führte. Kurz nach der Verurteilung ergaben sich aber Zweifel an der Aussage einiger Belastungszeugen, weshalb der Verurteilte Antrag aus Wiederaufnahme des Verfahrens stellte, den das Landgericht Ziveibrücken am 22. Juli 1912 als unzulässig abwies. 9(uf Beschwerde beim obersten Landesgericht in München hob dieses den Beschluß der Strafkammer auf, indem es den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens als zulässig erachtete. Unterm 22. Oktober 1912 verwarf jedoch das Landgericht den Antrag erneut als unbegründet. Auf nochmals erhobene Beschwerde zum obersten Landesgericht verfügte dieses höchste Gericht in Bayern die Erneuerung der Hauptverhandlung und Unterbrechung der Strafvollstteckung. Ter Verurteilte wurde aus telearaphische Anordnung in Freiheit gesetzt. Dieser Beschluß des'höchsten Gerichtes war ein Außerkraftsetzen des rechtskräftigen Schwurgerichtsurteils. Ein derarttger Fall ist äußerst selten, da angesichts der eminenten Bedeutting eines rechtskräftigen Urteils und der dadurch geschaffenen Rechtssicherheit für die Aufhebung nur durchschlagende und überzeugende Gründe maßgebend sein können. Für die neue Verhandlung sind nicht weniger als 97 Zeugen geladen. E>ermt Scbfcs, * Der Defraudant Wilhelm Brüning und der wegen Hehlerei gleichzeitig mit ihm verhaftete Hermann Kranich sind Dienstag früh ö^'i Uhr auf dem Lehrter Bahnhof eingetroffen. Zwei Kriminalbeamte brachten die Verhafteten in das Untersuchungsgefängnis Moabit. Brüning ist bereits in Luxemburg im September 1912 einmal festgenommen worden. Er machte dort eine große Zeche und beleidigte in betrunkenem Zustande einen auf Posten stehenden Soldaten. Er wurde iestgenoMmen und man fand bei ihm 3000 Mk., die man zurückbehielt. Bei seiner Vernehmung nannte er sich Hermann Kranich. Da gegen Kranich nichts vorlag, wurde er am nächsteir Tage entlassen. Tas Geld behielt man aber zurück. Tie Summe konnte jetzt den deutschen Behörden ausgeliefert werden. Ueber den Verbleib der noch fehlenden 100 000 Mk. macht er andauernd die widersprechendsten Angaben. atae- .TSCT."Wntt.a»w Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe». Wetter Jan. 191S 2R 2"' 505 36 3 5 60 El 2 3 Sonnenickein 2H. 9- 52.5 — 21 30 76 NE 2 3 Heller Hiinmel 29. 7 11 53,0 - 4,8 3,1 96 NE 2 1 tt u Hö chste T mperal ur an 1 27. >is 2«. Jcn ruar --- + 3,6 * C. üiiedrlgsle * ff 27. „ 28. — 4,9 1 C. Niederschlag 0,0 mm. Wetteraussichten in Hessen Mr Tounerstag, den 30. Jan. 1913: Meist neuer uno trollen, kalt. Letzte Nachrichten. Die Frauen-Wahlrechtsbewegung in London. London, 29. Jan. Die öffentliche Meinung beschäf tigt sich gegenwärtig mehr mit der W a hlr echts b e we g ung der Frauen als mit der Balkanfrage. Die Postämter, Brref- kästen, öffentlichen Gebäude und Läden werden Tag und Nacht ^Snboit, 29. Jan. Bei den gestrigen Ausschreitungen der Frauenstimmrechtsdamen wurderr auch die Fenster am Verwaltungsgebäude der Hamburg-Amerika-Linie erngeworfen. Der Schaden beträgt mehrere tausend Mark. Französische Kriegsschiffe in Bereitschaft. Toulon, 29. Jan. Vier Panzerkreuzer erhielten den Auftrag, sich bereit zu halten, sofort nach bem Orient abzugehen. Carseils Jn haben sich zahlreiche Fahrer gewöhnt, Wyberl- zM e Tabletten milzunehmen. Die staubige Luft, das /Ml . • rwwl / rasche Atmen greift die Kehle an, sie wird trotz. (l'jf I • tzen, der Kals rauh und die Stimme heiser, be- UjJf I sonders wenn man sich noch von der Fahrt erhitzt dem Zuge ausgesetzt hat. Dann wirken ein paar Wnderl-Tabletten Wunder- wie sie im Munde zergehen, lindern sie die Heiserkeit und schassen einen freien Kats. Der Preis ift in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark pro Schachtel. Niederlagen in Gießen: Pelikan-Avv- lheke und Löwen-Drogerie._________________________________ss/Vu, findet Donnerstag, den 30. Januar vom Sterbehaus in Die Beerdigung Reiskirchen aus statt. 728 Kessinger und Opper: Philipp Sommer VI. Ettingshausen, 28. Januar 1913. Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag V«4 Uhr statt. Heute nachmittag V22 Uhr entschlief sanft unsere liebe Tante und Grosstante Frau Elizabeth Krämer Ww. geb.Hess im Alter von über 83 Jahren. Für die trauernden Familien Sommer, Bertha Edelmuth geb. Lilienstein und Kinder. 0697 empfiehlt sich zur Elektrotechnisches Geschäft Scb. Wild, Lollar f. Ml-, Kruft-11. LchmGiM-AnllMil Konzession der Ueberland-Zentrale Giessen. Günstige Gelegenheit. Ein gebrauchtes eichen Speisezimmer sehr gut erhalten, bestehend aus 1 Büfett 1 Kredenz 1 Serviertisch 1 Ausziehtisch mit 6 Einlegeplatten 12 Rohrstllhlen äußerst billig abzugeben. ^1' Car! Stäickr ath, Aslerw.47 Haltetteste der Elektrischen (Grüne Linie) Aftcrweg. 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