163. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. eine der und jährl. ausjchl. Bestellt;. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August beglückwünschten den König, der sie umarmte. Ehrenvoller Abzug der Türken. C e t i n j e, 23. April. (Aus amtlicher montenegrinischer Quelle. > E s s a d P a s ch a unterzeichnete das Protokoll, betresfend die Uebergabe Skutaris. Die Garnison hat die Stadt mit den Waffen verlassen. Die türkischen Truppen verliessen zuerst die Stellungen, welche von den Montenegrinern nicht beseht worden waren. UM 11 Uhr nachts flatterten die >montenegrinischen Fahnen auf dem Tarabosch und über Brdica. Oieranf verliehen die Türken ihre übrigen Stellungen. Auf der Zitadelle wurden die montmegrinisck)en Falmen^gchistt. Hierauf bcset-ten die montenegrinisä-en Truppen die Stadt. Auf der ganzen Front verkündeten Salven aus den nrontenegrinischen Geschützen die Besetzung der Stadt. In Cetinje wurde die Nachriclst von dem' Falle Slütaris um 2 Uhr nachts durch ein an den König gericknews Telegramm des Erbprinzen bekannt. Kanonenschüsse und Glockengeläute verkündeten der Bevö kerung der .Hauptstadt das Ereignis. Me Bewohner verliehen ihre Wohnungen und zogen vor den Palast, wo sie dem König, der königlichen F-cvmilie und der Armee stürmische Kundgebungen bereite.en. König Nikolaus hielt vom Balkon aus eine Ansprache an die Menge. In Cetinjc herrscht unbeschreibliche B e g c i st c r u n g. _ Tie Vertreter verbündeten Balkan st aaten erschienen im Palast Donnerstag. 21. April J913 Bezugspreis: monatlich75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abholer iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.—viertel- Aach dem gaü von Äutari. Der Satz, Haß am besten lacht, wer zuletzt lacht, stellt eine sehr alte Weisheit dar: aber wer wird in diesem Fall, nämlich bei dem nach fünfmona'iger Belagerung erfolgten Fall Skutaris, zuletzt lachen? König Nikita oder das einige Europa? Die Panslavisteu oder die Schutzmacht Albaniens, Oesterreich-Ungarn? Jedenfalls bedeutet, wie auch die Dinge ausgehen mögen, die Einnahme Skrrtaris einen Sieg Nikitas über die europäische Diplomatie, denn er nahm die Festung trotz des wenigstens offiziell einmütig bekundeten Willens der sechs Mächte, trotz der Warnungen Sasonows und trotz der etwas grotesken Friedenskundgebung der großeuropäischen Flotte. Und wie Montenegro offen gegen den Willen Europas obstruierte, so leistete Serbien passive R e s i st e n z, indem eS offiziell seine Truppen von Skutari zurückzog, inoffiziell aber ein starkes Kontingent zurückließ, nach der Bchauptung österreichischer Blätter mit montenegrinischen Uniformen maskiert. Was wird nun geschehen, nachdem der hartnäckige König Nikita die europäische Diplomatie vor ein fait accompli gestellt hat? Von Wien aus wird mit dem an der Donau üblichen Optimismus versichert, daß der Fall Skutaris, mit dem man seit geraumer Zeit gerechnet habe, nichts an dem endgültigen Schicksal der Stadt ändere, da ein unwiderruflicher Beschluß hierüber vorliege. In der Tat nrirb man es den Oesterreichern nicht verdenken können, wenn sie endlich ein „bis hierher und nicht weiter!" sprechen. Die Donaumonarchie ist den Serben wie den Montenegrinern gegenüber SchrÜt um Schritt zurückgewichen, von dem Verzicht auf den Sandschak an bis zu dem vor vier Wochen zwischen Oesterreich und Rußland erzielten Kompromiß, wonach Dschakowa den Montenegrinern zugesproch.m wurde als Entgelt dafür, daß Slutari bei Albanien bleibt. Auf Grund dieses österreichischen Zugeständnisses erfolgte damals die Entspannung zwischen den beiden Staaten, die in der vereinbarten Demobilisierung ihren Ausdruck fand, wenn auch freilich mißtrauische Gemüter meinten, daß diese Abrüstung nur eine sehr begrenzte gewesen fei. Jedenfalls kann die Donaumonarchie weiter, als sie es getan hat, nicht mehr zurückweichen, und in der gleichen Lage befindet sich Italien, das trotz der Verwandtschaft zwischen den beiden Königen hier doch in erster Reihe italienische, d. h. in diesem Falle albanische Interessen zu vertreten hat, und das nicht nur durch den Dreibund, fonbem in diesem Falle noch durch besondere Abmachungen an Oesterreichs Ungarn gebunden ist. Aber diese Abmachungen gelten nicht nur für Oesterreich-Ungarn und Italien, nicht nur für Deutschland als Dritten im Dreibünde, sondern auch für die Mitglieder der Tripelentente, von denen sich Großbritannien sofort, Frankreich erst zögernd und das Zarenreich nur in passiver Rolle dem Vorgehen gegen Montenegro angeschlosseil hat. Es sollte eigentlich kein Zweifel darüber bestehen, daß diese Abmachungen auch dem siegreichen König Nikica gegenüber Geltung behalten müssen. Für das Konzert der Mächte aber und vor allem für die Nächstbeteiligfen, Oesterreich-Ungarn und Italien, kann kein Zweifel darüber bestehen, daß etwas geschehen muß, baldigst geschehen muß, damit sich nicht zu der Statüs- guo-Blamage Europas noch diese meit größere geselle; und es ist wohl faunt anzunehmen, daß die russische Regierung unter Verleugnung ihrer feierlichen Versicherungen einer solchen Aktion Steine in den Weg legen wird. Verharrt Nikita in feinem Trotz, so wird nichts anderes übrig bleiben, als daß die Mächte ein Mandat an Oesterreich und Nr. 95 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, nutzer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätter: zweimal wöchenll.Areis- blstt für den Ureis Sieben (Dienstag und Freitag); zweimal mönail. Land- rsirtfchaftlühe sritfragen Fernsprech - Anschlüsse: __ General-Anzeiger für Gberhefsen Ani-ig'-n RotaHonsöfHd und Verlag der Brühigen Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei- Schnlftratze 7. S«! e.$>'e®!“ür bm bS eoraittttgsTiM Büdingen: Lernsprecher Nr. 269 Seschästsftclle Vahnhofstratze 16a.H. Beck. Wien, 23. April. Die türlische Garnison Skutaris kapitulierte, wie von unterrichteter Seite bestätigt wird, mit aller: Ehren un'er Bewilligung des freien Abzugs mit Waffen und Geschützen. Essad Pascha ist mit den Truppen in der Richtung auf Tirana abgezogen. Die „Wiener Allgemeine 3citung,/ erfährt aus diplomatischen Kreiselt: Zwei Momente ermutigten König Nikolaus in erster Linie, sich dem Willen der Mächte zu widersetzen. Erstens war es der montenegri- nischen Heeresleitung bekannt, daß in Skutari äußerster Mangel an Lebensmitteln herrschte; der zweite Grund war, daß das ganze montenegrinische Volk die Einnahme forderte. Die erregte Stimmung fand auch in dem Kron- rat Ausdruck, den König Nikolaus nach dem Kollektivschritt der Mächte wegen der Einstellung des Bombardements berief. Dabei soll der Kriegsminister den König folgendermaßen apostrophiert haben: Entweder, Tu lässest Slutari weiter beschießen, oder es stehen Automobile für Dich und Deine Familie bereit, um Dich über die Grenze zu bringen. Dis Freude in Belgrad. Belgrad, 23. April. Die Nachricht von der Eroberung Skutaris rief Heer die größte Freude hervor. Die Käufer find beflaggt. In der Stadt, insbesoridere vor dem Palais, wurden stürmische Kundgebungen veranstaltet. In der Skupschiina tei.te der Ministerpräsident mit, daß ihm die freudige Nachricht von dem serbischen Gesandten in Estin je zugegangen sei. Die Slüpschtina beschloß unter stürmischen Ziviorufen, die morrtenegrinische Slüpschtina zu dem Siege der montenegrinischen Armee telegraphisch zu beglückwünschen. Die Opposition verlangte, daß die Sitzung zum Zeichen der Freude geschlossen werde, doch wurde der Antrag abgelehnt uni) die (Ätzung für eine Stunde unterbrochen. Während der Pause sandte der Präsident der Slüpschtina an den Präsidenten der montenegrinischen Slüpschtina ein Glückwunschtelegramm. Nach Wiederaufnahme der Sitzung beschloß die Slüpschtina auf Eintrag des jungradüalen Abgeordneten Prodomovie, die Sitzung zum Zeichen der Anteilnahme an der Freude Montenegros zu schliessen. Leute nachmittag fand unter äußerster Beteiligung der Bevölkerung ein Umzug statt. An der Spitze der Mani- Italien oder auch nur an ersteres übertragen, um die Montenegriner aus dem albanischen Skutari hincmsKU- werfen. feftanten schritt Gardemusik. Vor dem Konak der russischen Gesandtschaft und dem Ministerium des Aeußern wurden dem König und dem russischen Gesandten v. Hartwig sowie dem Ministerprä,identen Pasitsch Ova- ttionen bereitet. Der König hielt eine Ansprache, in der er erklärte, die Freude des serbischen Voltes sei auch seine Freude. Auch der Gesandte v. Hartwig, der Ministerpräsident Pasitsch funb der montenegrinische Finanzminister Trljewitsch, vor dessen Absteigequartier gleichfalls Kundgebungen veranstaltet wurden, hielten Ansprachen, in denen sie den Sieg Montenegros feierten. Der König sandte an König Nikolaus ein Glückwunschtelegramm. — Die Blätter feiern die Einnahme Slütaris als den glänzendsten Sieg des serbischen Volkes, weil es bisher niemandem gelungen sei, Siütari zu erstürmen. Oesterreichische Schritte. Wien, 23. April. Mit Rücksicht auf die gegen den einmütigen Willen Europas von Montenegro fortgesetzten Haltung unterbreitet, wie das „Fremdenblatt" meldet, die österreichilch- ungarische Regierung den Mächten konkrete Vorschläge, welche auf die Anwendung nachdrücklicher Maßregeln abzielen, um die Montenegriner zur Räumung Skutaris zu veranlassen. Die Botschafterkonserenz. London, 23. April. Tie Botschafter traten heute Nachmittag um 3.30 Uhr zusammen. Ministerpräsident Asquith, der Lordpräsident des geheimen Rats Viscount Morley und der ständige Untersckretär des Auswärtigen Amts, Mcolson, nahmen an der Sitzung teil. London, 23. April. In der heutigen Sitzung der Botschafter wurde auch der Fall Skutaris erörtert. Im allgemeinen war es die Ansicht der Diplomatie, daß dieses .Ereignis nicht sehr klar sei. Zuerst war man der Meinung, daß es leicht eine weitere Verwickelung der Lage herbeiführen konnte. Später griff der Eindruck Platz, daß Montenegro, nachdem es sein Zeil erreichte, sich leichter werde den bereits zum Ausdruck gebrachten Ansichten der Mächte fügten können. Amtliche Nachrichten hierüber waren nicht zu erhalten. Für ben Augenblick jedoch wäre, da die Ansichten der Mächte und die Ab fichten Montenegros noch nicht bekannt seien, es als nutzlos zu erachten, Vermutungen anzustellen und zu hoffen, um mit den Worten eines Diplomaten zu sprechen, daß alles sich dem Frieden nähere. Wiederum slawische Kundgebungen in Prag. Prag, 23. Älpril. Die „Bohemia" meldet: Die all- slawischen Fahnen an. den Käufern P r ags, welche aus Anlaß £er Einnahme Skutaris durch die Montenegriner ausgehängt waren, wurden auf Anweisung der Polizei entfernt. Ebenso wurden zahlreiche Sympathietelegramme an die montenegrinische Regierung von der Postverwaltung angehalten. Ofen pest, 23. April. Wie in Prag kam es auch in Agram zu panslawistischen Kundgebungen. Universi- tätshörer zogen unter Absingen der montenegrinischen Hymne und Ziviorufen auf König Nikita durch die Straßen. Tie Polizei mußte cinschreiten, und nachdem die Demonstranten auf der Universität die kroatische Fahne gehißt hatten, zerstreuten sie sich. Eine montenegrinische Gewalttat gegen einen österreichischen Hauptmann. Wien, 23. April. Heber einen Anschlag auf den österreichisch-ungarischen Militärattache Hauptmann Hubka wird von unterrichteter Seite mitgeteilt: Hauptmann Hubka fuhr in einem Gesandtschaftsautomobil von Cetinse nach Cattaro, um dort Depeschen auszugeben. Unweit des Torfes Njegus war quer durch die steile Fahrstraße ein Graben ausgehoben, welcher durch eine Ueberdeckung mit Reisig säst unsichtbar war. Nur die Aufmerksamkeit und Vorsicht des Chauffeurs hat ein Unglück verhindert. 3n srarizöMen Opmnchöhien. Die sensationeller! Nachrichten des Matin über die zahlreichen Opiumhöhlen in Toulon lenken die Aufmerksamkeit aus den Umsaug des Opiumgenusses in der französischen Marine. Es wäre aber ein Irrtum zu glauben, nur die Seeleute rauchten Opium: int Gegenteil, das Opium läster ist in fast allen Ständen vorhanden, und wie in Toulon findet cs sich in anderen Kriegshäfen Frankreichs, und noch' schlimmer ist es in Paris. In den Miltelmeerhäfen ist es ein offenes Geheimnis, wo man sich den Opiumgcnuß verschaffen kann: gewisse Läden hängen große Schilder heraus, auf denen zu lesen ist, daß frischer Tee angekommen sei, und wer bann beim Betreten dieses Geschäftes durch das Losungswort „aus Tvnkin zurück" — sich zu erkennen gibt, daß er ein Opiumraucher ist, erhält Opium nach Her-uus- lüft. Uebrigens erhält man nicht Opium, wenn man eines der fremdländischen „Assommoirs" besucht, sondern „Consiturc", „Tro guc" ober „Chose", wie man euphemistisch das schleichende Gift bezeichnet. Auch sind es nicht Läden allein, hinter bereit Maske sich die Opiumhöhle verbirgt, sondern es gibt Opiumkneipen und auch Privathäuser ober vornehme Zirkel, die nichts weiter sind als Opiumhöhlen. Man wird am Stichwort erkannt ober durch einen regelmäßigen Besucher der Opiumhöhle eingeführt, entrichtet ein Eintrittsgeld von vielleicht zehn Franken und gelangt so in das Vorzimmer der schönen Wirtin - vornehme Opium- hohlen sind meistens int Besitze von Damen, gewöhnlich 1 Ausländerinnen —, wo man auf Sofas ein paar Kunden laug an^ gestreckt liegen sieht. Hier werden Zigaretten geraucht, man liest Zeitungen und trinkt Kaffee oder Sekt, Getränke, die angeblich im Vereine mit dem Opium zu besonders schönen Träumen führen sollen. Das eigentliche Rauchzimmer ist auss vornehmste ausgestattet. Seine Wände sind prächtig getäfelt, schwere Tev- pische bedecken den Boden, kostbare Vorhänge an den Fenstern sorgen für Dämmerlicht, hübsch gekleidete Mädchen bringen den Gästen die wertvollen Rauckchestecke, die auch Vseise, etwas Opium, glühende Kohlen in einem Becken und die Zange enthalten, mit der die Kohlen angefaßt werden. Die früher gekommenen Dpium- raucher sind zum Teil schon im Beginne des Opiumschlafes: ihre Mngkn sind unnatürlich vergrößert, sie Murmeln Unverständliches vor sich hin, ein seliges Lächeln umspielt ihren Mund, schließlich sinken sie zurück und die Opimnpfeife entfällt ihren Händen. Sogleich kommen ein paar Mädchen, bedecken das Opfer mit einem Tuche und tragen es an Kopf und Füßen in einen besonderen Raum. Dort ist die Stätte, wo der Opiumranckrcr in dem ersehnten Genüsse schmelgt. „Ta liegt z. B. ein Mann in den besten Jahren," so bat einmal ein "Deutscher über eine OpiuMhöhlc in Brest berichtet, „die eine .Hand wie zur Begrüßicng von sich gestreckt, ein glückliches Lächeln geht über seine Züge. Herrliche Träume malen ihm vielleicht aus, was er in Wirtlich leit entbehrt, und leise hört man ms seinem Munde Kosenamen, die sicherlich irgend einem weiblichen Wesen gewidmet sind. Tort liegt einer in sich gekrümmt, die Hönde geballt, er hat vielleicht rt-en seinen Gegner besiegt und zittert noch ob der 9Cufrcgung, Tort wieder sehe ich einen blutjungen Menschen ausgestreckt, der Mund ist geöffnet, er scheint schon unter den Toten zü weilen, denn nicht die geringste Bewegung deutet iwch Leben an." Leute der guten Gesellschaft, Offiziere brr Marine — das sind die Kunden der vornehmen Opinmhöhleu. In denen, wo die Mannsckiasten und die Mindcrbegüterten dem Opiumlaster fröhnen, sieht es etwas anders aus. Ein junges Weib im schmutzigen Kimono empfängt den Gast, der etwa in Toulon eine Winlel Opiirm'höhle schlimrnsler Art aufsucht. Wortlos wird man in einen langen Raum geführt, in dem man auf den schmutzig- gelben Kokosmatten ein paar Kissen und ein paar menschliche Füße sieht. Erst wenn man sich an den schwülen Rauch und das Dämmerlicht, das die einzige Lampe verbreitet, gewöhnt hat, sieht man, daß die Füße z-n ein paar Opfern deS Opiums gehören. Regt sich einer von den Halbbcrauscksten, der noch nicht genug Opiicm geraucht Hal, so kommt das Weib im Kimono, stochert mit einer Stricknadel in einer braunen Masse herum, stopft es in die Pfeife des Ranchers unö führt sie ihm auch wohl selbst an den Mund, ivenn er die .Hand nicht nrclyr regen Fann, lieber die Pariser Opiumlhöhleit gibt es ein ganzes Buch «von Delphi Fabrici), das die nngeheikerlichsteu, dock wohl kaum übertriebenen Tinge erzählt. Die vornehmen Opiumhöhlen haben ifyre rich tigen Abonnenten. Eine Tarne der höchsten Gesellsthtfiskreise hat einen Rauchsalon errichtet, man kann durch Eingeweihte ein- qefübrt werden und bezahlt monatlich vielleicht 500 Franks Bei- Irag! Es gibt auch vornehme Opinmhählen, in denen Damen der Gesellschaft firt1 dem Narkotikum hingeben, literarische Klubs, die den Opiunchöhlen zur Maske hielten, Opiumbars, wo man sich für 5 Franken an Opium berauschen kann und sckstießlich auch Opiumhöhlen letzten Ilanges in elenden Kellerlöchern, wo Arbeiter, Händler und Angestellte sich für billiges Geld mit Opium per giften. — Shakespearetagung in Weimar: Tie Deutsche Shakespeare-Gesellschaft hielt ihre 49. Iabresversammlmtg in Weimar am 22. und 23. April ab. Als Feftvorstellung ging am Abend bes 22. der „Sominernachtstraum" in einer interessanten Neueinstudierung über die Bühne. Am 23. vormittags eröffnete Geheimrat Brandl-Berlin die Fcstvmsaimnlung in Gegenwart des Großherzogs und der Großherzogin von Sachsen. Die Finanzlage der Gesellschaft wurde für befriedigend erklärt und die Mit- gliederzahl auf 649 angegeben. Den Festvortrag hielt Professor Tr. Alfred Klaar, her Theaterkritiker der „Voss. Ztg.", über „Shakespearesche Charaktere und ihre Darstellung". Ausgehend von der Scheidung in Fabel und Charakterdrama, behandelte er Shakespeare als den tzauptPertreter des Charakterdramas, und gab Erörterungen über die schauspielerischen Aufgaben seiner Bühnenfigüren. Ter Wille des sich selbst bestimmenden Charakters steht i!m Mittelpunkt der Shakespcareschen Welt- und Menschen- aussassung und nur in Erkenntnis dieser Tatsache könne eine befriedigende Wiedergabe der drauiatischen Gepichte des großen Briten geleistet werden. Am Nackmrittag pcrcinigtc das Festessen im „Erbprinzen", von manchen munteren Reden begleitet, die Teil- nclpner zu einem guten Abschluß der Tagung. — Eine Ehren g abe d es Bü hnenveke ins sü r Arno L o l z. Aus der Generalversammlung des Deutschen Bühnenvereins, die. am 14. Mai in Eise n ach stattsindet, wird ein Antrag gestellt und, wie das „Berl. Tgbl." erfahrt, auch angenommen werden, der vorschlägt, Arno F?olz eine Ehrengabe zu überreiche^. — Kurze Nachrichten au § Kn n st u nd Wissenschaft. Der Kursus über „Diagnostik, Pathologie und Therapie der Krankheiten des Oerzens und der Gesäße" an der Medizinischen Klinik der Düsseldorfer Akademie für praktische Medizin wird in der Zeit vorn 20. bis 29. Oktober statt finden. -- Der Großherzog von Baden hat das vom Geheimen ersten Ovfkapell- m ei ft er Leopold R e i ch w e i n eingereichie Entl a s s u u g s g e s u ch genehmigt, der am I. üugusi bereirb i-i’.ie neue Stellung als Oofkapellmeister der Wiener S? o so p e r antreten wird. Es Nach der Parade hielt der Kaiser eine Ansprache an Ich freue mich, das Regiment in einer so vorzüglichen Verfassung angetroffen zu haben. Der Parademarsch war sehr gut. der- Darauf erwiderte der Oberst: Ich danke Ew. Majestät alleruntertänigst für die huldvollen an das Regiment zu richten. Das Regiment wird immer bestrebt sein, wo und el —. Als Nachtisch gab cs Kirschkuchen mit Schlagsahne, der auf Wunsch des Kaisers stets gegeben wird. Dazu wurde .Kupferberg serviert und mit Käsegebäck schloß das Frühstück ab. Die lNusik spielte dazu 1. Marsch des Regiments Erbprinz von Hessc-n-D arm stad t 1743—1745; 2. Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz" von C. M. v. Weber; 3. a) Wilhelmus von Nassauan, b) Dankgebet v. A. Valerius; 4. Ouvertüre zur Oper „Die lustigen Weiber" v. A. Nicolai; 5. Hessischer Marsch 1760 ; 6. Geschichten aus dem Wiener Wald, Walzer von I. Strauß; 7. Fantasie a. d. Oper Margarete, von CH. Grunod; 8. Ällexandermarsch (Armeemarsch Nr. 161) von A. Leonhardt. Sodann^ begab sich der Kaiser in den großen Saat, wo ein Frühstück eingenommen wurde. Gespeist ivurde an vier Tafeln und es waren etwa 130 Gedecke aufgelegt Tie Speisefolge lautete: Kraftbrühe mit Mark und Pe- tetenhüuser mit Hühnern — 1906er Wiltinger —, Lanmi - Gegenüber dem Pariser „Temps", der die Zeppe- in-Affäre von Luneville für erledigt erklärt und ich auf die Danksage der derrtschen Regierung an die französische beruft, schreibt der Berliner „Lokal-Anzeiger": gemacht haben (Beig. Kommerzienrat Enrmelius und Geh. Medizinalrat Dr. Haberkorn), eine Besichtigung der Kasinoräumlichkeiten vor, die vor einiger Zeit neu hergestettt und teilweise verändert worden sind. Während des Frühstücks dankte Oberst v. Trvtta für die Auszeichnung, die der Kaiser dem Regiment mit seinem Besuch erwiesen habe, sowie für die zur Aus schmückung des Kasinos gemachten Geschenke. Er schloß mit einem Hurra auf den Kaiser, worauf dieser mit einem Hurra auf das Regiment antwortete. Um 3A3 Uhr war das Frühstück beendigt. Folgende Auszeichnungen usw. wurden front Kaiser verlieh eit : .Hauptmann Stephan erhielt ein vordatiertes Patent seines Dienstgrades, Hauptmann Buhtz den Roten Adler-Orden 4. Klasse, Oberleutnant Firm en ich (Friedrich) den Kronenorden 4. Klasse, die Sergeanten Bauer, Bittorf, Mangel, Albrattd uni) Reichmann, Unteroffizier Walgerim und Musketier Werkmeister die ^onenorden-Medaikte. Zehn Minttten vor drei Uhr fuhr der Kaiser unter brausenden Hurra- und .Hochrufen des bis zur Bürgermeisterei spalterbildenden Militärs und des zahlreichen Publikums wieder ab. Er fuhr denselben Weg wieder zurück. In Wetzlar besichtigte er den Dom (s. unten). Der Großherzog fuhr wenige Minuten später ab. Die Dankeskundgebung der deutschen Regierung bezog sich lediglich auf die verhältnismäßig schnelle Freigabe des Zeppelin- ballons. Tic Angelegenheit ist jedoch insofern noch nicht erledigt, als, wie wir hören, noch Beschwerden gegen das , ---------, —...... Auftreten der Behörden an Ort und Stelle in rucken mit iungern Gemüse — 1905er Hatte,thcimer Has Luneville vorliegen. Der Kaiser in Wehlar. h. Wetzlar, 23. dlpril. Auf der Heimfahrt von Gießen kehrte heute der Kaiser zum erstenmal als Gast hier ein. So rasch als möglich hatten sich die Straßen und Häuser in ein festliches Gewand geworfelt, um den erst am Tage vorher angemeldeten kaiserlichen Gast würdig zu empfangen. Um 3] । Uhr trafen die Autos hier ein. Fm ersten saß der Kaiser, überall stürmisch begrüßt. Vor dem Dom, dem der Besuch galt, wurde der Kaiser von den Vertretern) der Stadt begrüßt und dann durch das schöne gotische Portal in das Innere geleitet, das er unter Stadtbaumeister Kriei gers Führung eingehend besichtigte. Besonderes Interesse wandte der Monarch der malerischen Innenarchitektur und den Grabdenkmälern zu; er nahm auch davon Kenntnis, daß das Schiff den Evangelischen und das Chor den Katholiken zu den Gottesdiensten diente. Während der Besichtigung wurde die Orgel gespielt. Der Kaiser verweilte eine halbe Stunde in dem (Gotteshaus. Daran schloß sich ein Rundgang um den Dom und eine Besichtigung des Goethedentmals. Um 4 Uhr verabschiedete sich der Kaiser von den Wetzlarern und fuhr unter herzlichen Kundgebungen der Bevölkerung das Lahntal abwärts, um über Braunfels, Brandoberndorf, Grävenwiesbach und Usingen nach Homburg heimzukehrett. Kotfer und Grotzherzog in Gießen. Gießen, 23. April 1913. Ein herrlicher Frühlingstag leuchtete heute über Gießen, das den Besuch des Kaisers und des Großherzogs erwartete. Die Stadt war festlich geschmückt: sie hatte an den Straßentreuzungen Fahnen und Girlandenschmuck angebracht und namentlich die Torhäuschen sahen in ihrem reichen Fahnenschmuck reizend ans. Eine festlich gestimmte Menschenmenge umstand in dichten Reihen die Etnzugsstraßen. Auch aus der Umgegend waren sehr viele Leute gekommen. Ihre Geduld wurde nicht allzusehr auf die Probe gestellt, denn schon kurz nach 12 Uhr verkündete das Läuten der Glocken, daß einer der Fürsten nahte. Der Großherzog kam im geschlossenen Auto. Um 12 Uhr 10 Min. kam er im Hofe der Zeughauskaserne an. Er trug hessische Generals- uniform. Die Begrüßung des Großherzogs durch das Offizier- iorps war kaum vorüber, als — um 12 Uhr 20 Min. — der Kaiser mit seinem Gefolge (Generaloberst von P l e s s cjt, General Freiherr von L y u ker, Vizeoverstall meister Freiherr von Esebeck, Generalmajor Gontard. po!ni$cbe Tagesschau. Die staats gefährlichen Bilder Anton v. Werners. Wie wenig die offiziöse Ableugnung dem wirklichen Sachverhalt entspricht, das zeigt die folgende Erklärung, die Anton v. Werner der „Voss Ztg." zur Veröffentlichung übergibt: Wozu her Lärm? Die gestrige Mitteilung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" betätigt, das; vom dluswärtigen Amt meine Bilder „Die Kapitulationsverhandlungen in Tonchery" und „Kriegsgefangen" beanstandet worden sind; nach meinem Tagebuche vom 10. Januar d. I. and) das andere Diorama „Bismarcks Zusammentreffen nrit Napoleon" Ob bezüglich dieses letzteren ein Irrtum vorliegt, weiß id) nidjt, jedenfalls notiere ich in meinem Tagebuche nur Tatsachen und keine Unwahrheiten. Da id) aber zwischen der Bedeutung der obengenannten Bilder und dec der bUblidyen Darstellungen von „Moltke vor Paris". „Die Kaiserprvklamierung in Versailles" und des „Siegesdenkmal- Friescs" sowie von anderen in der Liste vom 15. Oktober 1913 aufgeführten Bildern von mir durchaus keinen Unterschied vom politischen Gesichtspunkte aus zu finden vermochte, so zog id) meine Vorschläge in dem Schreiben an die Ausstellungskommission vom 20. Dezember 1912 mit der Motivierung zurück, daß id) eine Kollektivausstellung ohne die vom Auswärtigen Amt beanstandeten Bilder für unmöglich halte. Aus künstlerischen Gründen natürlich, weil die drei Sedan- bilder ein künstlerisches Ganze bilden und weil ich dent völlig harmlosen Bilde „Kriegsgefangen" besonderen Wert beilege. Warum, das ist meine Sache. Daß man auf die kleinen Eigentümlichkeiten unserer westlichen Nachbarn und des Auslandes überhaupt an maßgebender Stelle selbst auf künstlerischem Gebiete gebührend Rücksicht nimmt, war mir bekannt, seit Fürst Bismarck 1876 die Ausstellung meines Siegesdenkmalbildes auf der Weltausstellung in Philadelphia untersagte. Id) bin ja kein Neuling auf dem Wiete des Ausstellungswesens und weiß gewissen delikaten Situationen Rechnung -zu tragen, worüber in meinem soeben veröffentlichten Buche Näheres zu erfahren ist. Ich war nur verwundert, daß mir lieber vom Auswärtigen Amt noch von der Ausstellungs- kommissiou irgendeine direkte Mitteilung rechtzeitig zugegangen war. Fürst Bismarck wußte bei ähnlichen Veranlassungen den Weg zu mir zu finden und ein Blatt Papier von der Wilhelm - straße nach der Potsdamer Straße würde auch seinen Weg gefunden haben, und der ganze Lärm wäre vennieden worden. Erst heute erfahre ich aus der Mitteilung der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", daß von den 24 Bildern meiner Liste 22 ansgewählt worden seien. Von wem? Ganz genau ist die Mitteilung aud) nicht, denn meine Liste führte wohl 23 Nummern, aber unter diesen Nummern einige Zyklen von sechs und sieben Bildern auf. Au eine Gesamtausstellung dieser Bilder war wegen des beschränkten Raumes nicht zu denken, und so zeichnete id) in den mir zugesandten Grundriß des Saales Nr. 1 d i e Bilder nad) ihren genauen Maßen ein, deren Ausstellung dort möglich war. Da drei Wände durch die zusammenhängend aufzustellenden drei Sedandioramen in Anspruch) genommen waren, blieb nur noch für sehr wenige von den in meiner Liste auf geführten Nummern Platz. Die Ausstellungskommission ist in der Lage, diese Zeichnung vorlegen zu können. Selbstverständlich bin id) seit jener Zeit der von keiner Seite widersvrochenen Meinung gewesen, daß gewisse Bilder von mir „bedenklich und staatsgefährlich" sind' Diese. Ausführungen des Direktors der lönigl. afa» demiscben Hochschule für die bildenden Künste lassen, so bemerkt dazu die „Voss. Ztg.", an bündiger Klarheit nichts zu wünschen übrig. Oder sollen wir noch weiteres Material Vorbringen, woraus hervoraeht, daß man ent gewissen Stelle besttmmte historische Bilder als „staatsgefährlich" beanstandet hat? Wir sind g-ent bereit, einer etwaigen Ge- k v r£'* n i I $ to ä d) e i m Kultus ministeriu m abzuhelfen. Neber die geplanten Vereinbarnngen über den Luftverkehr die zwischen der deutschen und französischen Regierung getroffen werden sotten, schreibt man uns: Die Verhandlungen werden möglichst beschleunigt werden. Sie werden in freundschaftlichste'- Weise geführt und sollen eine Grundlage schaffen, nm später die Freigabe von auf fremden Gebieten gelandeten Fahrzeugen ohne Schwierigkeiten und diplomatische Verhandlungen vornehmen zu können. Um eine Verhinderung von Laa düngen handelt es sich bei diesen Bespre chungen nicht. Es ist zwar angeregt irorben, daß Flög- an der Grenze eingesclMnti werden sotten, doch önnen Die Verstärkung der holländissrn llüstenverteidigung. Haag, 23. April. Die Kammer begann heute die allgemeine Beratung über den Gesetzentwurf, der Mittel zur Verstärkung der K ü st e n v e r t e i d i g u n g fordert. Die Regierung schlägt den Bau eines Forts bei Vlissingen vor, dessen Stuften auf 5 630 000 Gulden geschützt werden, die Verstärkung der Artillerie in den bestehenden Forts von Hock van Sx-Uanb, Bmniden und Harssen, die auf 730 000 Gulden geschätzt werden, und den Ausbau des Forts Krykduin, der auf 476 000 Gulden veranschlagt ist. Der fortschrittliche Abg. General El and schlug vor, anstatt em IFort bei Vlissingen zu bauen, fidh auf ernsachr Verteidigungs- Werke an der Ostersdstlde zu beschränken. Der Sozialdemokrat Hu gen Holtz stellte fest, daß die Forderungen von 40 Millionen Gulden für Verteidigungszwecke dank der sozialistischen Agitation auf 12 Millionen herabgesetzt worden seien. Er glaube, daß die Festung bei Vlissingen für die Unabhängigkeit des Landes gefährlich ivärv, denn England würde Holland als den Verbündeten Deutschlands ansehen und die Neutralität nickst mehr- schützen wollen. Das Nordseeabkommen verlange keineswegs den Ausbau der Verteidigungsmaßregeln der Signatur machte. Der Abg. H e e m st e d e Katholik) hält den Vorsckstag, ein Fort bei Vlissingen zu bauen, für einen schweren politischen Fehler. Es gäbe wirksamere Mittel, Vlissingen gegen Feinde zu verteidigen, nämlich Minen in der Sckieldemündung. Der Antrag habe im Auslande große Bewegung verursacht. Ein Fort bei Vlissingen würde wie ein Blitzableiter wirken, aber im umgekehrten Sinne. General V a n o- I p ui c n . Katholik) drückt seine Freude darüber aus, daß die Re- gierung endlich die Küstenverteidigung verbessern wolle, die zur Anfrecksterhaltung der Neutralität des Landes nötig sei. Seit Jahren lasse die Verteidigung alles zu wünschen übrig. Debaufort (Liberal) ist der Ansicht, daß die Errichtung eines Forts bei Vlissingen weder durch die Landesverteidigung, noch durck) die Interessen der Aufrechterhaltung der Neutralität erforderlich sei. Die Sitzung wurde auf Freitag vertagt. Da daS Automobil nicht weiterfabren konnte, setzte Hubka den Weg nach Cattaro zu Fuß fort. An der Grenze wurde er fr o n den Montenegrinern drei Stunden lang fest- gehalten imb erst auf Befehl aus Cetinje freigelassen. Ter Chauffeur, welcher mit dem leeren Automobil nach Cetinje zurück- kehrte, wurde hn i t Steinen beworfen. Ter Österreich i s ch - n n g a r i s ch e G e s a n d t e hat in C e t i n j e e r n st e Vorstellungen wegen dieses Vorfalles erhoben. Die Haltung Italiens. Rom, 23. April. Tie „Tribuna" schreibt, der Eindruck, der in diplomatischen Kreisen Roms und ganz Europas über den Fall Skntaris vorherrsckst, sei s e h r e r n st. Ter gegenwärtige Augenblick sei besonders schwierig und unteiffcheide sich von den früheren kritischen Phasen dadurch, daß er den Höhepunkt des Konflikts der einander widersprechenden Interessen darstelle und zu einer Entscheidung nötige, nicht über ein noch zum Teil hypo- thetisches Problem, sondern über eine vollzogene Tatsache., Allein die Aufrechterhaltung der 'Einigkeit Europas könne die Lage retten. Tiefe Einigkeit werde sich erhalten lassen können, wenn Europa für eine so- fertige genau fc ft gelegte Aktion Sorge trage. Jede Ungewißheit oder jedes Zögern könnte die Wirkung haben, neue gefährliche Probleme zu stellen und den Frieden zu gefährden. Tie „Tribuna" schließt, indem sie die Aufmerksamkeit der Oefsentlickrkeit auf die, ernsten Schwierigkeiten der Lage lenkt, weil es wünschenswert sei. daß in diesem Augenblick, wie es der gegenwärtige sei, die Oeffentlichkeit sich zu beherrschen wisse und -es vermeide, sich durch das bloße Gefühl fortreiften zu lassen, dem übrigens die Sache des europäischen Friedens empfohlen werden könne. Französische Pressestrmmen. Der „Temps" schreibt über die Einnahme Skntaris: Es handelt sich jetzt darum, von Montenegro den Verzicht von Skutari zu verlangen, aber es liegt auf der Hand, daß die Montenegriner noch energischer als bisher Wert daraus legen, Skutari zu behalten. Niemand weiß, wie diesen Schwierigkeiten aus dein Wege gegangen werden soll. Oesterreich wird erklären, daß man es zum besten gehalten habe, und seine Tiplo- ,waten, wettlv die Mächte so geschlickt am Gängelbande geführt haben^ werden den Zwisck>ensall benutzen und zweifellos verlangen, daß Skutari den Montenegrinern wieder meggeitommen werde. Wird man gemeinsam Vorgehen? Es l)eißt, daß Graf Berch- t o l d es vorziehe, Oesterreich-Ungarn ein Mandat erteilen zu lassen. Es ist überflüssig, die Gefahr eines solchen Mandats besonders hervorzuheben. Tie beste Lösung wäre dies, wenn Rußland territoriale Zugeständnisse für Montenegro verlangte, welche dem König Nilita gestatteten, auf Skutari zu verzichten. Aber für den Erfolg eines solchen Ausgleichs märe es nötig, rasch zu handeln. Auch das „Journal des Tebats" erklärt: Nur die gemeinsame und gemeinsam vereinbarte Intervention aller vermittelnden Mächte konnte ein vereinzeltes Einsckweiten verhindern, dessen Folgen unabsehbar wären. Um Grenzüberfliegungen möglichst zu vermeiden, sotten . c 12F9’ Fahrten möglichst nur bei Harem Wetter frorgenommen Ä . S ^ie 9^ ^a,c^at ^eben geruhten werden. Man geht auch mit der Absicht um, an auffälligen Stellen weithin sichtbare Grenzmarkierun- ^ann es auch sei, bis zum äußersten seine Pstichit zu tun. gen für Luftschiffer vorKunehmen. Unter präsentiertem Gewehr brachte der Oberst dann Der „Temps" meldet bezüglich der deutsch-französischen Be- Hurras auf den Kaiser aus. sprechungen über die Regelung der Luftschifsahrt, daß beide Re- wia Geifer hrra UInt gternngert darm einig seien, einen provisorischen Modus vivendi 4 führende Su schaffen, ohne erst den Zusammentritt der internationalen S "Erreichte ihm Fraulern v. Bratta ein Konferenz abzuwarten, die einen Luftschiffahrtskodex ausarbeiten Zunächst nahm der Kaiser im Beisein des Obersten, soll. Wahrscheinlich werde der Professor des Völkerrechts und *)er Stabsoffiziere, des Rektors Prof. D. Eck, des Geheime- Rechtslonsulent des französischen Ministeriums des Aeußern, rats Dr. Usinger, des Oberbürgermeisters Mecum und der ^ouisRenault, mit dem Geheimrat Kriege vom deutschen Herren, die den Feldzua gegen Frankreich als Offiziere mit- Answartigen Amt demnächst zu einer Unterredung zusammen- *' * * ö kommen. solche Flüge weder von der einen, noch von der anderen Mitt- Oberstleutnant von Estorfs, Oberstabsarz>t Ni ebner tarfrerwaltung frei Grenzfestungen verboten trerden. In und Hauptmann Zeiß> vor der Kaserne vorfuhr Es diesen Grenzdistrrlten kann es leicht vorkommen, daß Fahr» waren wie immer vier Automobile. Die Jugendwehr hatte zeuge vertrieben werden und, sich im Nebel verirrem Ta vor der Kaserne Ausstellung genommen und der Kaiser die Grenze leine natürliche ist, ist auch bei klarem Wetter winkte den Führer, Rechtsanwalt Kaufmann heran rtn< CTt^tUerung schwer. Es kann deshalb leicht vorlom- Dieser erstattete Meldung, worauf der Kaiser sich nach c?lt Flugzeug bei 800—1000 Meter .Höhe im der Zusammensetzung der Wehr und der Art ihrer Uc- ^tfluge nredergeht und jenseits der Grenze einige hun- bungen erkundigte, besonders befriedigt war er darüber oert Meter niedergeht. Ties ivird sich niemals verhlndern daß die Schüler aller hiesigen Schulen'zusammen in Reid taffen, solange in Grenzdistrttten Flugübungen Vorgenom- und Glied standen. * 9 inen werden. Schon bei Landübunqen an der Grenze kommt es manchmal vor, daß im toupierten Terrain und in den fierxlirfi "der^tirnßhm»a mnr !£1>r Wäldern dar Vogesen Patrouillen über die Grenze lause,t, gZmmcn und als^de? «Mer rÄT’ ~3fltr- °t,nC l^bst zu wissen. M-S geschieht gerade' vor ihm, ^.Na, da hist^Tu ja' toie nL-» KSSW' '■ es- ÄS' 5‘ÄÄttS Bei den Besprechungen über die Schaffung von Be- Meldungen des Fürsten Karl zu Sotms-Hohensolms-Lich strmmungeu über den Luftverkehr ist angeregt worden, des kommandierenden Generals des 18. Armeekorps von Fahrten hart an der Grenzezu vermeiden und Schenck und des Obersten v. Trotta entgegen. Hierauf fr- eine neutrale Zone gewissermaßen zu schaffen. Da grüßte der .Kaiser das in Parade-Aufstellung stehende Regi- aber trotzdeut GrenMerschreitungen vorbommen können, ment und schritt mit dem Großherzog usw. die Front ab liegen doch Metz und Belfort ganz nahe der Grenze, so soll Im Lauffchritt verließ sodann der größte Teil des Regi- vereinbart werden, daß jedes Fahrzeug (lenkbares Luft- ments — zwei Bataillone — den Kasernenhof um Platz chiff, Freiballon, Flugzeuge) sich im Besitz eines amt- für den Parademarsch zu schaffen. Rasch mar dann bic lachen Zeugnisses befindet, das über den Eigentümer, Aufstellung zum Parademarsch vollzogen und der Vorbej. den Standort des Fahrzeuges, seine Bestimmung marsch des Regiments in Züaen begann. Der Parade- usw. Auskunft gibt. Der Führer muß eine Legi- marsch fiel sehr gut aus, auch bei der Fug end wehr, die sich timation besitzen, durch die er sich sofort ausweisen mit Erlaubnis des Kaisers dem Parademarsch anschloß kann. Eine Durchsuchung des Fahrzeuges und eine genaue . ,. ,, < .. . . Untersuchung über den Zweck der Landung stehen den Be- . ^aTa^>e ^aTfcr oine Ansprache an Hörderr zu. Befinden sich die Papiere in Ordnung und hat Regiment, indem er etwa ausführte: die Untersuchung nichts Verdächtiges ergeben, so erfolgt Ich freue mich, das Regiment in einer so vorzüglichen Ver- sosortige Freilassung. Tie Rückkehr erfolgt, wenn mög- sassung angetroffen zu haben. Der Parademarsch war fefrr gut M, auf dem Luftwege, jedock) auf dem kurzesteti Wege zur Zu meinem lebhaften Bedauern bin ich durch die verschiedensten s sind. "LtW »°rg-sih-» sind. t. obtr sind bic näheren Umstände nicht gefiärt, fo kan n s n. 7 . S 4™” antocrmb ’u ,cm' das Fahrzeug beschlagnahmt werden. Hat die deshalb heute fchon dem Regiment meine lebhaften Untersuchung Verdächtiges ergeben und hat das Flug- ^uäwümche zu seinem Geburtstag aus. Das RegimeM hat zeug nachgewiesen ermaßen Festungen über- c*nc ruhmreiche Vorgeschichte, und ich hoffe, daß sich das Regi- f logen, so erfolgt auf jeden Fall Be s ch l ag - ment feiner Vorfahren würdig erweisen wird im Krieg und nähme und gerichtliche U171 e r s u ch u n g. In diesem im Frieden. Falle treten die Vorschriften des Spionagegesetzes in Kraft. seit vielen Jahren hingerichtet. Kleine Tageschronik. Eintritt 20 Pfennig. v»L Mitglieder frei Anfani tritt die Lehrerin Ruhestand. Ihre Dir Eiseill>ahn-Si,malbauaustalt Friedel u. Go. M.-Gcs. in Branns cb mein spendete anläßlick ihres vierzigjährigen Bestehens 150 000 Mark zu Wohlsahrtseiurichtungen. Wasserleitung schätzen, wie c§ die hiesige ja auch in vollen! Maste war. Kreis Lauterbach. X Schlitz, 22. April. Am 1. Mai Fräulein Pauline Schnecgans in den ganze Kraft hat sie 35 Jahre lang in den Dienst der Erziehung und Belehrung unserer Jugend gestellt. 22 Jahre wirkte sie an der hiesigen Privatschule, bis diese cinging, um der höheren Bürgerschule Platz zu machen. Auch an diese Anstalt wurde sie als Lehrerin übernommen und tat hier noch 13 Jahre lang mit großem Eifer ihren Dienst. Gesundheitsrücksichten haben sie nunmehr veranlaßt, in den wohl- verdienten Ruhestand zu treten. Ein treues Andenken ist ihr hier gesichert. beschränken, und eS gelang auch, da? Wohnhaus zu retten. Der Schaden ist bedeutend. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht begannt. Die Fabrik, die etwa 120 Arbeiter beschäftigt, dürfte eine Betriebsstörung von etwa zwei Monaten zu erwarten haben. Hessen-Nassau. [J AuS dem Talsperrengebiet, 23. April. Auf Antrag der Angehörigen der Toten, die auf den Friedhöfen der Dörfer Asel, Beringhausen und Berich ruhen, soll eine Ueberführung von über 4 0 Leichen nach den neuen Friedhöfen erfolgen. Außerdem wird beabsichtigt, die Grabdenkmäler der alten Friedhöfe gemeinsam aufzustellen und in einer Tafel darauf hinzuweisen, daß die Toten auf dem Grunde des Stausees ruhen. Amtlicher Wetter bei O e f fe n tl i che r Wetterdienst. Gießen. Welteraussichten in Lessen für Freitag, den 25. April 1913: Lxüb mit Reqeinälle, mild. <9crid>tefaaL Der Prozeß um Oskar Wilde. London, 22. April. In dem Prozeß von Lord Alfred Douglas gegen den Schriftsteller R a n s o m e wegen Beleidigung durch dessen Buch über Oskar Wilde wurde der Kläger Douglas a b g c w i c s c u und in die Kosten verurteilt. K affet, 24. April. Ter seit Sonntag vermißte Freiballon ,^Fl se" ist ausgege'oen, da iwch keine Spur von ihm gefunden wurde. Man vermutet, daß der Ballon in den Harzwaldern gestrandet ist. _ , _ , , . r M und) en, 23. April. Auf dem Flugplatz S ch l e r st - heim verunglückten die beiden F l i e g e r o f f i z i c r e Oberleutnant von Ger Mersheim mm 5. Infanterie-Regiment in Baniberg und Leutnant Schirnerer Vvm 11. Infanterie-Regiment in Regensburg bei einer Gleitfluglandung mit ihrem Ottoflugzeug. Beide wurden bewußtlos ins (Rlrni- sonlazarett gebracht. Leutnant Schirnerer hat das Bewußtsein int Laufe des Abends wiedererlangt. Med, 23, 91priL Tie beiden FlugzMge, die geftern am dem Wege von Tarmstadt nack) Metz in Zweibrücken^Führer Leutnant Reinhardt, und in Saaralben. Führer Leutnant Sommer, eine Zwischenlandung vorgenommen hatten, sind heute früh zwischen Vs7 und 7 Uhr bei der hiesigen Flugstation gelandet. Programm 20 Pfg. Sonntags 3'/, Uhr. Alldeutscher Verband. Samstag, 26. April, 8V< Uhr, in SteinS Garten: Oeff entliehet* Vortrag mit Lichtbildern Herr I. A. Hoyer (Graz): „Die Bedeutung der Südmark für Deutschlands Zukunft“ Kreis Friedberg. = Friedberg, 23. April. AuS Berlin ist die Nachricht hierher gelangt, daß Friedberg bei der neuen HeereSverstärklmg Garn ison erhält. Wahrscheinlich kommt das neu aufzustellende dritte Bataillon deS 5. Hessischen Infanterie-Regiments Nr. 168 hierher. Die Freude in Friedberg, das nach 43 Jahren wieder Garnison erhält, ist be- greifllichecweise sehr groß. L. Friedberg, 21. April. Die ails Niederbronn i. Els. hierher versetzten barmherzigen Schwestern haben in der Stadt und im Krankenhause ihre Tätigkeit begonnen. Nächste Woche trifft noch eine Schwester ein. A Butzbach, 23. April. Das Wasserwerk für die Orte O st h c i m und Fauerbach v. d. Höhe ivird jetzt von der Kulturinspektion Friedberg in Angriff genommen werden. Die Quellen liegen in der Gemarkung Metzcnhain und Sauhecke. Die Leitung soll bis zum Spätsommer vollendet sein. Starkenburg und Rhcinheffen. rm. Darmstadt, 23. April. Das 9 .Vtiümteter bou Lampertheim gelegene Dorf s? ü 11 c n f c I b , das eine Filialgemeinde von Lamptwtheim ist, hat durch die rasche Zunahme der Bevölkerung jetzt eine Einwohnerzahl von über 500 erreicht. Es besteht das Bestreben, eine eigene Gemeinde zu bilde),. Am Dienstag farid eine Einwohner-Versammlung statt. Es mürbe die Msendnug einer Eingabe an das .streisamt Bensheim in Aussicht genommen. Man hofft, daß von Lampertheim besondere Schwierigkeiten nicht gemacht iverben. rm. Darmstadt, 23. Llpril. Einen Ausbruchsversuch machte heute nacht der Einbrecher Tom sick, der mit einem Genossen int Januar einen hiesigen Goldwaren- und Uljrenlabcn ausgeräumt hat. T. wurde mit seinem Freunde am nächsten Tage in Ludwigshafen sestgenommen: in dem Haftlokal ii^ Ludwigshafen durchbrachen sie eine Mauer und verschwanden. Tie gc stohlenen Goldwaren hatte man schon vorher ermittelt. T. wurde nach einigen Tagen in Kufstein verhaftet und hier eingeliefert. Er hat auch hier versuckst, die Waud zu durchbrechen. Das Wach- personal würbe aufmerlsam und konnte ben Burschen bei seiner Arbeit erwischen. Er wurde zur Verhinderung weiterer Fluchtversuche an Stetten gelegt. M. Offenbach, 23. April. Tie Umgehung Offenbachs durch die Umleitung von 14 Zügen über Frank- furt(Ost)—Hanau ist nunmehr trotz des Einspruches der Offenbacher mit Wirktmg vom 1. 9Rai beschlossene Sache. Dadurch werden die Kompensationsverhandlungeu mit der Eisenbahnverwaltung wegen der Aufgabe des Staatsvertrags von 1868 keineswegs abgebrochen, die Eisenbahnverwaltung ist vielmehr bereit, den Wünschen Offenbachs entgegen- zukommen. Nur die Frage des Erwerbes der Lokalbahn will sie nicht als Kompensationsvorschlag gelten lassen, da drese "Angelegenheit für sie lediglich ein Kaufgeschäft bedeute. Beide Städte sollen ersucht werben, mit Vorschlägen über den Er- werb der Lokalbahn an sie heranzutreten. w Worms, 23. April. Gestern abend 9 Uhr entstand in der Fabrik der Touindustrie Offstein (Albert-Werke) G. in. b. H. in Offstein, ein Großfeuer, daL die Fabeik- räumlichkeiten vollständig zerstörte. Fünf Feuerwehren waren bis gegen 2 Uhr früh damit beschäftigt, das Feuer zu vermisster. * Ter Dampfer „I inperator" ist heute früh gegen 4 Nhr vmr Brun s h a u s e u , wo er opferte, elbabwärts nach Brunsbüttel weitergefalwen. Von dort erfolgt um 1 Uhr nachmittags die Weitersahrt nach der Liegestelle bei Mteubruch. * Grubenkatastrophe. Pittsburg, 23. April. In der Cineieti-Grube in Fi nlep Wille (PennsylvMtien) erfolgte eine Explosion, welche die Grube in Brand setzte. Zur Zett der Explosion waren 100 Mann in der Grube, von denen bisher nur 20 geborgen iverden konnten. Man fürchtet, daß die übrigen umgekommen sindi. * Eine abgebrannte Rheinbrücke. Aus Haag wird gemeldet: Die Rheinbrücke der Eisenbalpt chei Ar hem ist Dienstag abend abgebrannt. Der Verkehr wird üder Utrecht geleitet. * Feuer im Schif f. Nach einer drahtlosen Meldung ist auf dem norwegischen Dampfer „Frosts, von England nach Frederikshavn unterwegs, Feuer entstanden. Ter Dampfer ist verloren. Die Mannschaft verließ'das Wrack rechtzeitig in Booten. * Schwerer Uufall bei Truppenübungen. Aist dem Truppenübungsplatz Neu Hamm er, wo das niederschle. fische Pionierbataillon Nr. 5 Hebungen abhält, wurde bet einem SPrengversuck Leutnant Katterwe getötet und Oberleutnant der Reserve Müll e r - Kraneseldt (Stettin) sowie Land- wehrleutnant Regierungs-Assessor Da hm en (Danzig) schlver ver- immdet: außerdem erlitten noch ein Vizefeldwebel und ein Pionier Verletzungen. * Furcht vor Strafe. Aus Gelsenkirchen wird gemeldet: Aus Furcht vor einer belanglosen Schulsttafe^ e r - schoß sich in Herne ein 10i Übriger Volksschüler mit dem Revolver seines Vaters. * Hinrichtun g. In Beut Heu wurde im Hofe des Gerichtsgefängnisses der 54iährige Koksmeister Pod- kewa, der am 29. Juli in Falvahütte den Ruthenen Malpwik in den Koksofen warf, wo er völlig verkohlt aufgefunden wurde, durch den Scharfrichter Schwitz-Breslau Wasifcertt rind Reisen. ” Eine billige Ferien reise im M i t t e l m e e r veranstaltet aus dem Salondampler „Prinz Heinrich" des Norddeutschen £'(oi)b Bremen der bekannte Studicn-Relleklub Frankkurt-Berlin. Die Reise, die vom 19. —30. Juli gemacht wird, berührt die hervorragendsten Stätten des Miltelmeeres: toenita, Blaue Grotte-Capri, Neavel.Pompeji, Messina, Piräns-Atbeu, Jerusalem-Bethlehem, Lairo-Puramiden, Tripolis, Atalta, Palermo und Monte-Carlo. Preis Mk. 575, inkl. Kabine, iur Fahrt, Bervstegung mit Wein, Landausflüge, Wagen, Balmsahrieu, Trinkgelder ?c. Prospekt in Buchform durch F. vll'mthert, Franksnrt a. M., Bleidenstraße 14. Ans Stafct Land. Gießen, 24. Avril 1913. j * * Tageskalender für Donnerstag, 24. April. C e f t. Versa in ui lung der s o r t s ch r. Volkspartei, abends 8J4 Uhr im Cafe Leih. Tie Landtagsaba. 11 r ft übt und | Grünewald sprechen über die politische Lage in Hessen ■ u n b t m N e i ch. * • • Staatsschuldbuch. Die am 15. Mai fälligen Zinsen der in das Hessische Staatsschu ldb nch eingetragnen Forderungen werden bei allen in Betracht kommenden Hessischen Kassen und bei den Reichsbankanstalten vom 1. Mai ab gezahlt. Vom gleichen Tage ab wird die Staatsschuldenkasse die durch die Post oder durch Gutschrift auf Reichsbank-Girokonto zu berichtigenden Schuldbuchzinsen Überweisen. * • Lehrerpersvnalien. Der Lehrer Hch. Lambert zu Flonheim wurde zmn Reallehrer an der Liebigs-Ober- realschule zu Darmstadt unter Belastung in der Kategorie der Volkssckullehrer ernannt. ** Die Zentralkasseder hessischen landw. Genossenschaften ersucht nm Aufnahme des Folgenden: Em Offenbacher Blatt schreibt in seiner gestrigen Nummer, die neugegründete Zentralkasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften sei ein totgeborenes Kind. Ter bereits totgesagten Zentralkasse sind schon 18 0 Ge n o s s e n s ch a f t e n Hessens beigetreten. Und zwar sind dies die besten, grünten und leistungsfähigsten Genossenschaften. Diese Genossenschaften erledigen zurzeit ihren ganzen Geschäftsverkehr durch die neue Zentralkasse. Tie neue Zentralkasse war schon seither in der Lage, in jeder Beziehung den an sie gestellten Ansprückten zu genügen und ben Genossenschaften nach ihren statutenmäßigen Aufgaben zu dienen. Der beste Beweis hierfür ist her in kaum , Monaten erzielte Umsatz von rund 14 Millionen Mark. Tie neue Zentralkasse kann nach ihrem Statut keine wetteren Geschäfte betreiben, als den Geldausgleich der angeschlvftenen Genossenschaften zu besorgen. Sie verkehrt auf der einen Seite nur mit Genossenschaften, auf der anderen Seite mir mit der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse Berlin. Die Bayerische Zenttal- genossenschaft, e. G. rn. b. 5). zu Regensburg, die sich plötzlich io liebevoll für Hessen interessiert, betreibt neben dem Geldausgleichsgeschäft ein umfangreiches Warengeschäft: ja, das Warengeschäft ist unseres Wissens die Hauptsache. In den Aktiven der Bilanz fallen nackKehenoe Posten auf: Lagerbcstände 1 270 647,68 Mk., Jmmobilienkonto 1813 758 Mk., Güterkonto: Bestand an landwirtschaftlichen Anwesen 518 097,80 Mk. Wenn unter den Passiven auch nachstehende Reserven berechnet werden: Reservefonds 600 598,21 Mk., Betriebsfonds 262134,70 Mk., Schulwnds 354 431,60 Mk., Krüpvelfürsoraefonds 45 087,37 Mk., Lagerhaus reservefonds 35 433,92 Mk., so können wir diese Bilanz nicht ohne Bedenken finden. Es muß auch auffallend erscheinen, baff man den hessischen Genossenschaften eine Zentralkasse empfiehlt, die ihren Sitz in Regensburg hat. Tie Absicht, in Hessen eine Filiale dieser Kasse zu errichten, kann über die Bedenken nicht hinweghelfen. Tie recht verschiedenarttgen Genossenschaften, Oie unseres Wissens in Regensburg zusammengefaßt sind, dürften ein Risiko für die Zentralkasse bedeuten. Nach den anderwärts gemachten Erfahrungen kann die Vermittlung des Verkaufs landwirtschaftlicher Produkte und des Einkaufs landwirtschaftl^lier Wirtschastsartikel durch die Geldausgleiäfsstelle für die TarlelMs- faneuner eine mit unbeschränkter Haftpflicht als nicht gefahrlos angesehen werden. Die Vermengung von Geld- und Warengeschäft in derselben Zenttalgenossenschaft gilt als ein überwundener Standpunkt. Betreibt doch auch das Privatbankgeschäft längst nicht mehr gleich-eittg ein Warengesclstist. ** T i e völkerkundliche Ausstellung der Baseler Mission ist gestern mit einer schönen und gem'ütlickwu Wendunterhaltung der Mitwirkenden geschlossen worden. Das Ergebnis ist nach allen Rickftuugen hin.sehr befriedigend gewesen. Der rechnerische Wsckluß ergibt, daß insgesamt 16 000 Personen die Abstellung besichtigt haben, was eine EinnalMe von 5000 Mk. ergab. Nach Abzug der nicht unerheblichen Ausgaben können der Missionskaffe rund 2000 Mk. zugeführt werden. 9fber das ist nicht der einzige Erfolg. Kirchenrat D. Schlosser dankte insbesondere den Missionaren und gab der .UebcryirguiLg Ausdruck, daß durch das treue Zusammenarbeiten alter Beteiligten die Herzen geweckt worden seien und die bisherige Ltrbeitsgemeinschast auch nnnterhin für die Sache der Mission geioonnen worden sei. Besonders sei in Aussicht genommen worden, die bewährte Mithilfe der jungen Damen auch für Dienstleistungen zugunsten der Nationalspende ivieder heranzuziehen. In den Dank an die Mit- nürfcnbeit stimmten auch die anwesenden Missionare ein, die noch mancherlei Unterhaltsames von ihren Erlebnissen in der Fremde zu erzählen wußten und die Aufnalune in der Stadt Gießen lobten. Es gab noch manche heiteren Ansprachen, roo- bei sich auch zwei Damen unter großem Beifall rednerisch hervortaten, und die Uitterhaltting zog sich bei Tee und Kuchen Tis um 11 Uhr hin. Einige junge Herren, die bei der Ausstellung mitgewirkt hatten, führten einen bmnoristischen Negergesang auf, wobei allerlei Intimitäten aus der Ausstellung verraten mürben. Tie Vorführung mürbe aber noch übertroffen durch ein Quartett junger Damen, dee als Erw- gcborenc der vier Missionsgebiete hinter einem ausgespannten Tuche auftauchten und unter Klavierbegleitung gleichfalls btc Freuden und Leiden des Ausstellungsbetriebes besangen,, mo- bei der Refrain „Es ist zum auf dem Kopf zu stehn um so fröhlicher wirkte, als, in der Tat hinter bem erwähnten Tuche plötzlich die verschiedenen bekleideten Füßchen der Sängerinnen hervorzappelten. Viel Heiterkeit meerte auch Pfarrer Ausfeld mit seinen Erfahrungen, die er beim Unterricht auf der Ausstellung gewonnen hat und man genmnn immer mehr den Eindruck, daß es da oben in der alten Klinik auch viel vergnügte Stunben gegeben hat. Mit einem Schlußwort des Missionars Gsell und einem gemeinsamen Lied endete diese Mend-unterholtting. ** Wurnung für junge Mädchen. Bewegjliche Klagen sind aus Griechenland an den Verein^der Fremidinnen junger Mädchen gelangt. Eine deutsche Frau spricht die dringende Bitte ans, Stellenvermittlung dorthin zu widerraten: eine ganze Anzahl junger Mädchen sei schon in nneresuickliche, peinliche Lagen getommeti. Durchaus uiigenügende Gehälter, schlechte, oft brutale Behandlung, Mangel an jeder geistigen Anregung machen die Stellungen häiisig ganz unwürdig. Daß auch in Frank- r ei'stch eine Uebersülle an deutschen weiblichen Arbeitskräften vorhanden ist und viel Elend unter ihnen herrscht, ist bekannt: beschäftigte sich doch ein ministerieller Erlaß mit der unnsicheren Lage deutscher Mädchen in Frankreich. Es ist deshalb zu begrüßen, daß das Reichsamt des Innern Sorge getragen hat, ait einer großen Zahl von Bahnhofs- kass-en ein besonders für Frankreich zusammengestetltes Merkblatt des Internationalen Vereins der Freundinnen junger Mädchen" verteilen zu lassen. Möchten doch seine Ratschläge auch beherzigt werden! Landkreis Gießen. ? Lang-Göns, 23. April. Herr I. I u r i n c f von Gießen erwarb das Gasthaus zum „Neuen Frankfurter Hof". -C. Birklar, 23. April. Bei der heute hier vor- genoimnenen Bürgm e i st e rma h l wurde der Landwirt Johann Müller mit 71 Stimmen gewählt. Der seitherige Bürgermeister Konrad Kransch II. erhielt 59 Stimmen. -R. Hungen, 24. Avril. Infolge eines Schadens an dem Saugwerk der hiesigen Wasserleitung kann seit gestern kein Wasser mehr entnommen werden. Man hofft den Schaden bald ausbessern zu können. Da die meisten Brunnen eit Inbetriebsetzung der Wafferleitung außer Tätigkeit gesetzt ind, ist man in nicht geringer Verlegenheit. Jetzt lernt man erst recht die Annehmlichkeiten und großen Vorteile einer guten Letzte Berlin, 24. April. Aus Jaffa wird gemeldet: In Gegenlvart von 200 deutschen Pilgern und melen in Palästina ansässigen Deutschen erfolgte gestern die Grundstein l e g u n g de s beut f ch e n K r a n kenhause s. Geheimer Konsistorialrat Hansi leit er aus Greifswald hielt die Weiherede. aI Inh.: Karl Ohm. JEJÜUIÖJL Burggraben. Tel. 586. Best bekanntes Speisehaus — Diners, Soupers, ä la Carte. W grob Doppel-W 2 Musikkapellen. — 14 Personen. 1. Schrajumel-MnMk. 2. TamboritBo-Kapellc. ZeppeHn-fahrf Der unterzeichnete Verein beabsichtigt, am Cage des Prinz 5einrich-Flugs Fahrten von Sietzen aus mit dem Luftschiff «iVictoria tiuise» oder «Sachsens zu veranstalten. Preis für Mitglieder des Vereins Mk. 100.— für Uichtmitglieder Mk. 150.— Meldungen zur Ueilnahme werden baldigst erbeten Verein für fcuftschiffahrf in Sietzen (6. V.) • Fernsprecher Ur. 203 v.. ( Liebigshohe Am Sonntag, den 27. April: Militärkonzert ausgeführt von Mitgliedern der hiesig. Regimentskapelle. (12 Herren, Berliner Besetzung'). Anfang 1V2 Uhr. 103421] Eintritt 25 Pfg. Freitag, den 25. April 1913, abends 9 Uhr, im Saale des Hotel „Grobherzog v. Hessen": Oeffentlicher Vortrag des Herrn Thal aus Leipzig über. 100 Jahre deutsche Entwickelung (1813—1913) KretSverein Gießen im Verbände Deutscher Handlungsgehilfen, Leipzig. fn widerruflich 120000 ,1 Müblttr. 2?, 03300) Weierstr. 7 p 033.37i K. 12/13 B-°A 2802 3 iiiWe Mghchell! Partie Näststrilkc gesucht für Küche und Wasch-1 massiv, aus Italiener Hanf kuche. Burger - Hoivital, tinneieriinf, sind büiin ah Aökntl. Mädchen $?inbcn 1 Schöne 3-Zimmerwobn. in. Zubeh. per l.Aug. z. verm. S s Modern waschen nennt man, wenn eine Hausfrau ihre Wäsche nicht mehr ein- ParkettwachS Stahlspäne empfiehlt Auf Probe versetzte SchüJ.erreich. dauernde Versetzg. durch Nach- hülfeunterricht im Gießenerpädagogium Bleichstrasse 6. [C17/s 80 % Unterrichtserfolge. DO- sei M nu 23c bei er! bei ba en Ai <1? jm zugeschneb. nachstehend verzeichnete Parzelle versteigert: 4/29:771, ‘ ‘ ' tat ‘fdb •ber ., i get bis vol toi" na sei' •mi Billett- Kontrolleurirr per sofort gesucht. 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