Mk. 50-55 47-50 40-43 Mk. 91-95 85-91 <4-79 n Cchlacht- rchte) . . und allere 8 6*u!• ^^"bau "=5S-ÄS ht 's?rei andere K v1^Qnn Sär** ^t9,r ^rsj-gg Efye sich au» 9m Hw' ^bungm sßg- W Mk. ~S5tS- fern« »>*' leT ' Schweine «29, ' 96 '*ö S "eberiland, Kälber lebhaft ’c^roeme gedruckt, bleibt lieber! Preis für 100 Psb, hebend- Sdjlarfjt« ^.gewicht 'Schlachtw. 51 -5t 85-90 46-49 80-84 t- Echlachtw 49-52 88-93 »stenLchlach. 47-50 87 -89 40-44 77-85 42- 46 78-86 32-37 67-74 i 27-31 61-73 bet. . . . 61-65 103-110 über . . , 56-60 95-102 mmel . . . 44-00 98-00 Mkg . 63.00-66.00 81.00-8300 kg . 63.00-65.00 80.00-82.00 kg 63.00-66.00 80.00-8300 63.00-66.00 80.09-83.00 X\V (Driq.-Teleqt. des „Gie). 1-eutiaeu Druckt mcirltprei le. WW M AS-S17P. \oqqcu (hiesiger) M. « lO-CO.OO,tierfle,^an(en,^'C L 18.50-19.00, Mms Mk. 4j0 k. 32.50-32.75, We,je>,m^l ttt Jik. 27.25-27.5", Ro-gen a™.ne6( »II «:,2#±w’ ab diel- , se$ G)iei. «‘■■siSS Kleinhandel 2W. w» öadeaWlt. 16. R, (H --TT-i <> Ä - R. Lange. idjen 2edJ^-*---- 6t»h. Dienstag, 29.3uli 1915 Erstes Blatt 165. Jahrgang audesausschusseS zurücktraten, auf geb en wollen. warf, aufgehört. Die tschechische Mehrheit des Landesausschusses, die am Ende ihres Lateins war, half sich damit, daß. sie bei der Landesbank Schulden in Höhe von 60 Millionen Kronen aufnahm. Aber endlich wollte man auch hier den übermütigen Wenzelssöhnen nicht weiter pumpen. Prinz L 0 b k 0 w i $, der bisherige Oberlandmarschall, hatte am Freitag in einer Audienz beim Kaiser Franz Josef in Ischl einen letzten Versuch gemacht, die Regierung zu finanzieller Hilfe „auf verfassungsmäßigem Wege" zu bewegen. Heber das Wie hat er sich selber wohl kaum klar ausdrücken können. T>v finanzielle Hilfe konnte ihm nicht gewährt werden, wohl aber erhielt er das Goldene Vließ,, das höchste Ehrenzeichen, das die Habsburger zu vergeben w • z . aX • /y • e • -» '» «1 .'/ia . aus Handwerkern zusammensetzt, blickt auf die „Guardia eivica" als ihren 2lhn zurück, wie sie vor 1870 im Kirchenstaate bestand. Auch die päpstliche Gendarmerie von heute ist nur noch die Fortsetzung der alten Gendarnierie des Kirchenstaates. Ter Körper der Nobelgarde ist von Papst Pius VII. nach seinem Einzuge in Rom int Jahre 1800 in der heutigen Gestalt gesck-asien worden: doch bestand schon seit dem 16. Jahrhundert eine ausgewählte Gardentruppe unter dem Namen der Cavalleggeri, der die Hut der Person des Papstes anvertraut war. Innerhalb weniger Jahrzehnte ist die Nobelgarde dann von Napoleon und von der Republik wiederholt ausgelöst und von den Päpsten wieder ins Leben gerufen worden: ihr letztes Regulativ stammt aus dem Jahre 1880, ist von Leo XIII. erlassen und noch heute in Kraft, ^ies Regulativ weist manche für uns heute wunderliche Bestimmungen auf, insofern diese mit der Wirklichkeit ber, Gegenwart schlecht übereinstimmen. So heißt es z. B. darin, daß das oberste Stockwerk des Palastes der Consulta aus dem Quirinal den Mitgliedern der Nobelgarde vorzubehalten sei — aber der Palast der Consulta dient heute dem kgl. italienischen Ministerium des Auswärttgen als duarrier! Auch können die Nobelgarden von dem ihnen laut Regulativ zustehenden Rechte, aus den Eisenbahnen des Kirchenstaates eine Preisermäßigung zu fordern, heute keinen Gebrauch macken: sie haben dies wohl übrigens auch kaum nötig, denn diese Mitglieder der römischen Aristokratie, deren Adel nicht jünger als 60 Jahre sein darf, sind durchweg in der Lage, auf diesen kleinen Vorteil verzichten zu können. Ihr Dienst beschränkt sich ausschließlich aus die Ehrenwache in den Gemächern des Heiligen Vaters: schwer ist er nicht, und die Mitglieder der päpstlichen Nobelgarde sind ebenso oft an den VergnügungS- und Sportstätten von Nom, wie im Vatikan anzutreffen. Am anstrengendsten ist für sie vielleicht die Aufgabe des Unisorrnwechsels, denn die Nobelgarden haben eine Tagestmiform, eine Halbgala-Uniform, eine Manöver-Uniform und eine Gala-Uniform. Was schließlich die jetzt so viel besprochene Schweizergardc anlangt, so gehen ihre ersten Anfänge bis auf das Pontifikat Nikolaus V. bis in das Jahr 1448 zurück. In der heutigen Gestalt aber existiert sie ununterbrochen seit dem Anfänge des 16. Jahrhunderts. Es mar der große Rovere-Papft, Julius II., der die Schweizergarde schuf. Am 9. September 1505 stellte Peter von Hertenstein, Kanonikus von Sitten, Basel und Konstanz in Zürich namens des Papstes den Antrag, ein Korps von 2000 HÄleLarden zur Verteidigung des Heiligen Vaters yu bilden, Der Antrag wurde angenommen, b:r Vertrag zwischen dem Pavste und den Zürichern geschlossen, und kurz daraus setzten sich zunächst 200 schweizerische Söldner unter Führung des Kapitäns Kaspar von Silemann aus Luzern nach Rom in Bewegung. Später wurde inbetress der Schweizergarde 1548 mit Luzern ein neuer Vertrag abgeschlossen, der 1825 erneuert worden ist. Seitdem wird die Schweizergardc vorzugsweise aus dem Kanton Luzern rekrutiert und darf sich vertragsmäßig ihren Kapitän, Obersten und Kommandanten aus der Luz,erner Bürgerschaft erwählen. Die Schweizer Garde ist seitens der italienischen Regierung amtlich als die päpstliche Palaswarde anerkannt: sie besteht nach dem letzten, 1879 von Leo XIII. erlassenen Regulativ im ganzen aus 123 Mann. Schröder-Stranz-Expedition. Bei Geheimrat Hergesell lief ein Ftinkentelegramm der deut-* scheu wissenschaftlichen Station Ebeltosthafcn (Croßbay) ein, die ebenfalls mitteilt, daß weder über Schrödcr-Stranz noch über die zurzeit in Nordostland tätige Hilsscxpedition Starrud etwas bekannt ist. Von dem Stationsleiter Tr. Wegener kam cm ausführlicher Bericht über seinen Rettungsversuch der Schröder- Stranz-Expedition an. Auster Wegener r.ahmen teil der Engländer Millar unb die Skandinavier Olafson und Abrahamson, die bereits im Februar 1913 von der Croßbah nach berWijccbay marschiert waren und die dortige Fanghütte ausgesucht hatten. Sie brachten die ersten Nachrichten von der Rettung Rüdigers und Raves. Die Besatzung der deutschen Station wird zurzeit abgelöst. Wegener und Dr. Robitzsch kehren zurück und werden durch den Assistenten Dr. Stell-Straßburg und Dr. Hoffmann-München ersetzt. Beim Norddeutschen Llohd sind an Bord des Dampfers „Großer Kurfürst" mehrere telegraphische Nachrichten aus Tromsö über die Schröder-Stranz-Expedition eingegangen, aus denen hervor- geht, daß die am Donnerstag veröffentlichten Mitteilungen von Bord des Dampfers bedeuten, daß der Gewährsmann des Nord deutschen Lloyd wertvolle Nachrichten über die zur Hilseleistung für Schröder-Stranz ausgesandte Expedition erhalten bat. Vielfach ist der unklar gewordene Text der ersten Depesche so gefaßt worden, als ob Schröder-Stranz Hilse erhalten habe. ^ies kann leider mit Sicherheit nicht behauptet werden, wenn auch unter bestimmten Voraussetzungen immerhin noch, H offnung bestehen mag, daß Schröder-Aranz noch lebt. Aste dem Nord- Bukarest, 28. Juli. Mit Rücksicht auf die Bestimmung des Petersburger Protokolls, wonach Bulgarien verpflichtet ist, eine näher zu bestimmende Grenzzone nicht zu befestigen, verlangt Rumänien die Schleifung der Befestigungen von Rust- schuk und S chu m l a. Weitere Kämpfe. Sofia, 28. Juli. (Agenee Bulgare.) Gestern kam es a u t der ganzen Front zu keinem ernsten Zusammenstoß mit den Serben. Die Griechen unternahmen mit bedeutenden Kräften einen Angriff gegen den linken Flügel der Bulgaren, wurden aber durch einen Gegenangriff gezwungen, den Rückzug anzutreten, wobei zwei Geschütze und ein Maschinengewehr zurückgetassen wurden. Belgrad, 28. Juki. Bei Tagesanbruch griffen die Bulgaren die serbischen Stellungen bei, Tzrventgrad in der Nähe von Egri-Palanka an, dort, wo früher die serbische türkische und die bulgarische Grenze zusammenstießen. Tcr Angriff wurde sofort energisch zurückgewiesen. Die serbischen Truppen verblieben in ihren Stellungen. Nachdem der Feind vertrieben worden war, wurde ein anderer ähnlicher Angriff bet Bulgaren bei Vlajsina ebenfalls zurückgeschlagcn. An allen übrigen Punkten herrscht Ruhe. Belgrad, 28. Juli. Die serbische Armee unter General Marinawich drang von Pirot aus vor und besetzte die Bahnlinie Küstendil—Sofia, so daß die bulgarische Armee von S 0 f i a a b g c s ch n i t t e n ist. s?) S a l 0 n i ki, 28. Juli. Die G r i e ch e n , die die auf Dichnma- jabola zurückgcgangenen Bulgaren fast ganz ein- g esch lassest haben, erbeuteten einen Teil der Bagage des bulgarischen Generalstabes, nebst wichtigen Plänen und Befehlen. Tie Mächte und die Türkei. Paris, 28. Juli. Jeder Botschafter soll allein vorgehen, da keine Einigung über einen gemeinsamen energischen Schritt der Mächte herzustellen war. Ter cnglisck>e Geschäftsträger hat bereits heute beim Großvesir im Namen Sir Edward Greys erklärt, infolge des türkischen Vorgebens gegen lAdrianopel sehe sich England genötigt, sein Versprechen, die Türkei in Asien moralisch und materiell zu unter- stützen, zu rückzuziehcn. ~ , Konstantinopel, 28. Juli Das Blatt „Terd Chuman" erklärt, alle Mächte außer Deutschland hätten der Türker trotz aller Garantien ihres Besitzstandes, Land geraubt. Die Feststellung der Integrität der asiatischen Türker würde auch wertlos sein. Die Türkei wäre wahnsinnig, wenn sie dafür Adrianopel wieder aufgebe. Wien, 28. Juli. Der Berliner Korrespondent der „N. Fr. Pr." meldet, daß nach der Erklärung einest Diplomaten möglicherweise die Landung internationaler Truppen in Dedeagatsch erfolgen würde, wodurch die Verbindung zwischen Adrianopel und Konstantinopel unterbrochen werden würde. In P f 0 r t e k r eü se n ist man über die H n f t uirrr der Mächte betroffen. Die Agitation der Jnngtürken in der Frage von Adrianopel wird bereits eingeschränkt. Rußland sucht die Zustimmung der Mächte zu einer Demonstrations- la >rdung vom Schwarzen Meer zu erlangen. Sofia, 28. Juli Türkische Kavallerie, eine halbe Schwadron stark, versuchte den bulgarischen Posten bei Kai- biliar (Bezirk Kisilagatscft zu umzingeln. Tie bulgarischen Soldaten wiesen den dreimal wiederholten türkischen Angriff 'zurück, bei dem 20 Mann fielen. 50 Baschibozuks mit zwei Schwadronen Kavallerie drangen in das bulgarische Städtchen Gol- iembojalück in demselben Bezirk, wurden jedoch zurückgewicsen. Eine andere Abteilung türkischer Kavallerie wurde von dem Dorfe Küzüklisse zurückgctrieben. Die Türken landeten in Wa- siliko und Agathopolis am Schwarzen Meere Infanterie. — Bei dem Dorf llrumbegli (Bezirk Ksiilagatsäsi hat ein G c f e ch t mit Baschibozuks und türkischen Kavalleriepatrouillen statt- : gefunden. Der Bürgermeister des Torfes wurde getötet. Im Dorfe Gerdeme sowie in andern Ortschaften haben die türkischen Soldaten Vieh fortge schleppt. Das Dorf Devl- t e k ö j ist von Soldaten in Brand gesteckt worden. Liebenswürdigkeiten zwischen den Verbündeten. Saloniki, 28. Juli. Der direkte Bahnverkehr mit dem Ausland über U e s k ü b konnte nicht, wie beabsichtigt war, wieder ausgenommen werden, weil sich die Die Soldaten des Papstes. Die Schweizergardc ist mit ihrem Dienste und mit ihrem Kommandanten unzufrieden, und der Papst beschäftigt sich mit einer gründlichen Neuordnung ihrer Verhältnisse, ja es beißt sogar, daß er mit dem Gedanken der Auslobung der ^chweizer- garde umgeh.'. Die päpstlichen Schweizer, die in ihrer malcrisch-en, nric es heißt, von Michelangelo entworfenen gelb-rot-sch.narzen Uniform den Portonc di bronze des Vattkans bewachen, sind jedem Besucker des päpstlichen Palastes wohlbekannt: allein es ist ein — freilich viel verbreiteter — Irrtum, wenn man annimmt, daß die malerische Schweizergardc die ganze Wehrmacht des Van- kans darstcllc. Vielmehr stößt der Besucker des Vatikans in beit verschiedensten Räumen auf militärische Persönlichkeiten in mannigfaltigen Uniformen. Das päpstliche „Heer", wenn man -von einem solchen heute noch sprechen darf, setzt sich nämlich außer der Schweizergardc noch aus drei anderen Körpern Zusammen. Das sind vor allem die päpstlichen Gendarmen, Die mau in Raffaels Loggien, im Hofe von San Damaso und andernorts trifft: sie tragen schwarzen Frack, weißc^ Beinkleider und einen Karabinierc-Hut mit kurzem Federstutz. In den Räumen, die dem persönlichen Gebrauche des .Heiligen Vaters Vorbehalten sind sind Oie Nobeigarden postiert, vornehme Erscheinungen von höchster Eleganz, deren Silbcrhelme ihnen ein ritterliches Aussehen verleihen. Endlich aber kann man aus den Höfen bwfes größten Palastes der Welt noch häufige Trommelwirbel und Kommando rufe hören, in die sich die Aone militarisier Munk milchen- das sind die Kompagnien der Palastgar^, die dort ihre Hebungen abhält. Die Palastgardc ist bmcnige Teil der Wehr- mackt des Vatikans, der in Uniform und Bemannung dem Typus be§ modernen Soldaten am nächsten steht. Es braucht käum gesagt ;u werden, daß die militärische Macht, die ,:ch tm Vatikan bc- finbet, trotz dieser Mannigfaltigkeit doch sehr beicheibenen Um- '^Di/siebziger Jahre haben das Ende bes wirklichen päpstlichen Heeres gesehen, das übrigens auch damals 'ckwn vergllchcn mit den großen Armeen, die etwa tm 16. Jahrhundert den Päpsten -ilf Verfügung standen, arg zinammengeickzmolzen war Was dem Papste heute noch an soldatischen Korperzc^ften geblieben ist das sind nur kleine Uebcrreste, die au er durchweg au, die alte Hceresorganifation des Kirchenstaates zuruckgehcn. garöe z B., eine Art päpstlicher Territorialarmee, die sich ganz ÄSöRTr-yy jTk XFfT" CW Äcz,1 q»v rcl 0: monatlich 75T'i,oievte(- A Ä La A a ▲ JX ▲ äl Ak JK. ytk Al A ▲▲ lährlich Mk. 2.20: durch Ä W Bl Iw HB Iw B^ ES A Iffl A HM El ▼ monatlich durch ® M K HF VSUK ffl y Fl y Fä M OJr K f] H biePost'Mk.2.-viertel- ■ ■ W ■ miM B ■ Wr Jr ES sE wv OB Bl ■ Sr 8V wB ■ ■ VI H Hw ■ ■ M Jk JB ■ ■ WW H nH ■ ZeilenvreiLtlotalILÄ! ■ WL wLz W ■ H ■ r y au*ra W gjJ fj Chefredakteur: A. Goetz. H ■ WW Verantwortlich für den politischen Teil: August General-Anzeiger für Gberheßen MW HotationsbrucT und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei H. Lange. Hcödtion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Land": E.Hcß; für den Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Der Ex lex-Zustand in Böhmen. Am Sonntag ist nun endgültig Abschluß mit einer langjährigen mühseligen Ausgleichsarbeit gemacht worden. Ein Friede zwischen Deutschen und Tschechen konnte trotz cijtcr — ast zu weit gehender — Nachgiebigkeit der Deutschen nicht zustande kommen, die Arbeit des Landtages, in dem der Uebermut der Tschechen die Deutschen Böhmens in die Obstruklion trieb, war schon seit Monden lahm gelegt, das reiche Böhmen trieb dem sinanziellcn Bankerott zu, und so entschloß, man sich endlich, in Wien diesen unhaltbaren Zuständen ein Ende zu machen, indem man die Landesautonomie des Königreiches Böhmen aushob. Anstelle des Landesausschusses und Landtages wird eine aus Beamten bestehende Landesverwaltungskoin- mission die Geschäfte weiterführen und vor allem für eine Regelung des LandeshaushaltS sor.gen. Damit ist freilich die Fruge des deutsch-tschechischen Ausgleichs nicht gelöst, sondern nur verschoben. Ex lex-Zustand nennt die kaiserliche Regierung in Wien die Einrichtung, die sie unter Gutheißung des greisen Kaisers Franz Josef in Böhmen getroffen hat. Man hat nicht zum erstenmal in der vielsprachigen Donaumonarchie zu diesem Auskunftsmittel gegriffen. Aoer das spricht durchaus nicht für dessen Güte. Einst besuchte ein Prälat, der zugleich ein großer Weinkenner war, einen AmtSbruder, dem man nicht übermäßige Gxlstfreundschaft nachrühmte. Dieser setzte dem Ankömmling einen sauren Kretzer vor, an dem gerade nicht mit sonder- lichein Behagen genippt wurde. Als der Gast wiederholt um ein Urteil über die Güte des Weines gebeten wurde, erwiderte er endlich mit listigem Augenzwickern: Bone vinum (statt Bonum vinum). Das war ein sehr gröblicher Verstoß gegen die allcreinfachsten Regeln der lateinischen Grammatik. Drob Entsetzen des Gastgebers. Da kam aber die Entgegnung: „Wie der Wein, so's Latein." Vom Ex lex-Zustande kann man fast dasselbe sagen. Jeder Sextaner, der nur die ersten paar Monate, wo man ihn in die Sprache des Schönredners Cicero einzuführen versucht hat, ein wenig die Ohren gespitzt hat, weiß, daß es Ex lege heißen muß. Aber weil man am Strande der blauen Donar: wohl fühlt, daß mit solchen Regierungsmaßnahmen keine Bilder herauszustecken sind, fyat man vielleicht solch barbarisches Latein zu ihrer Kcnnzeichuung gewählt. 91ber ivas sollte schließlich geschehen? Die Tschechen, die die Deutschen, die weit mehr als die Hälfte aller Steuern des Landes aufbringen, vergewaltige::, die in fast rein deutschen Gegenden Böhmens keinen deutschen Beamten dulden wollten, spielten sich als die Herren auf. Wenn sie auch vor Jahren zuni Schein in Ausgleichsverhandlungen willigten, so haben sie ihr eigentliches Ziel nie aus dem Auge gelassen: ein tschechisch regiertes Königreich Böhmen, in dem die Deutsche::, die .Kulturförderer und Kulturträger dieses von Natur reich gesegneten Landes, nur die stumme Minderheit zu bilden hätten. Und dieser tschechischen Großmannssucht kam die perfide Haltung des reaktionären, im Grunde internationalen, aber gegenwärtig sich in der tschechischen Geberde gefallenden Feudaladels zu Hilfe. Da verloren die Deutschen, die in der Hauptsache doch nichts als eine Schutzwehr gegen nationales Unrecht wollten, ihre schon sprichwörtlich gewordene Lammesgeduld. Sie schritten im Herbst 1908 zu einer parlamentarischen Obstruktion, die den Landtag völlig lahm legte. Seit fünf Jahren konnte kein Landcs- budget mehr bewilligt, keine neuen Steucrguellen mehr eröffnet werden. Der Landesausschuß mußte scheu, wie er mit dkn vorhaudenen, sehr unzulänglichen Mitteln zurecht kam. Mau legte sich allerlei Einschränkungen auf: vor allem litt das Schulwesen unter diesen Finanznöten. Hatte doch auch die Biersteuer, die einen verhältnismäßig hohen Betrag abhaben, und die Bewillignna feines Rücktrittsgesuch noch andere Mitglieder des Landesausschusses znrückt so war auch dieser arbeitsunfähig geworden. Vorläufig regiert die kaiserliche Landesverwaltungskommission. Die Deutschen werden aber ihre Forderung nicht aufgeben können, wenn sie nicht ihr Deutfchtum, wenn sie sich nicht selbst Vie Lage aus dem Balkan. Die Friedeusverhandlungen. Bukarest, 28. Juli. ^Die Agencc Rournaine meldet: Die Bevollmächtigten Serbiens, Rumäniens und Montenegros für die Friedcnsverhandlungeu sind heute vormittag hier cingetroffen. Die Ankunft des Ministerpräsidenten Venisclos wird für heute abend erwartet. Die offizielle Vorstellung findet morgen, Dicnstaa, die erste Konferenz, die im Ministerium des Aeußcrcn abgchalten wird, übermorgen, Mittwoch, statt. General Co a n da wurde der rumänisck-en Mission attaebiert. B clgrad, 28. Juli. Veniselos mußte infolge einer Hochwasserstörung die Reise über Belg r ad a u f gj b c n. Er ist über Semendria, dann zu Schiff über Turn-Severin abgereist. Bukarest, 28. Juli. Bei den Friedcnsverhandlungcn werden die Ministerpräsidenten der kriegführenden Mächte abwechselnd den Vorsitz führen. — Die Presse begrüßt die lhier eingetrofsenen bulgarischen Delegierten: besonders die den Demokraten nahestehende „Presa" anbei warme Worte der Bewillkommnung. Mit dem Verlause dcr gestrigen ersten Begrüßung des bulgarischen Delegierten Tontschew mit dem rumänischen Minister des Aeußern Majorescu und dem Minister des Innern Take Joivcscu sind die bulgarischen Vertreter in hohem Maße zufrieden, so daß schon heute Hoffnung besteht, daß Bulgarien auf der Konferenz bei RAmänien Unterstützung findet. Bukarest, 28. Juli. Aus Kreisen bulgarischer Delegierter wird die Auffassung verbreitet, Bulgarien sei entschloffen, alles für eine möglichst rasche Beendigung der Beratungen in B u k a r c st zu tun, deren Ergebnis nach bulgarischer Ansicht die Genehmigung Europas bedarf, um rechtskräftig zu werden. Petersburg, 28. Juli. Serbien und Griechenland werden, wie von serbischer diplomatischer Seite erklärt wird, k e i n e a 11 zu ho he Kriegsentschädigung verlangen. Die bereits festgesctzeen serbische:: Bedingungen seien für Bulgarien wohl annehmbar. Griechenland werde voraussichtlich die ganze AegäiskLste beanspruchen. — Eine .Waffenruhe soll nicht cintretcn. Sofia, 28. Juli. Die Unterzeichnung des Vorfriedens- Vertrages wird bis spätestens Donnerstag erwartet. Hierauf wird die allgemeine Abrüstung bezw. die Zurückziehung der rumänischen Truppen aus Bulgarien erfolgen. Petersburg, 28. Juli. Die bulgarischen Dcle- gi erten haben Nisck verlassen, wo sie völlig isoliert waren. — In hiesigen diplomatischen Kreisen hat die rücksichtslose Verhandlung der Bulgaren, die nicht einmal mit ihrer Regierung schriftlich verkehrten, sehr verstimmt. Bukarest, 28. Juli. Die rumänische Negierung dürfte ein Gesuch Bulgariens erfüllen, wonach die Bahnlinie So sia—Varna für Verpflegungszwecke freigegeben werden möge, da Sofia unb die um Sofia lagernden bulgarischen Truppen von Hungersnot bedroht seien. _____________________ M. <75 Ter Eietzencr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Sichener^amilienblälter; zweimal wöchenll.Breis- blatt für Öen Kreis Giehen (T ienstag und Frei lag): givcimal monail. Landwirtschaftliche Zeitsragen Fernstwech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnilmmcr bis vonnittagä 9 Uhr. serbische Bahnverwaltung weigerte, Passagiere und Gepäck auf der Strecke Gemäße lü-Uesküb M befördern. Der Beschluß des serbischen Ministeriums, den Betrieb Gewgheli-Zibestsche am 1. August wieder der Gesellschaft der orientalischen Eisenbahnen abzutreten, soll, wie hier versichert wird, nicht zur Aus sührung gelangen. Wien, 28. 3"u(i. Montenegro verlangt von Serbien für seine K^riegshilfe die Abtretung der Stadt Djekowa. Serbien soll der Erfüllung dieser Forderung sich nichtgeneigt zeigem Verschiedene Meldungen. Sofia, 29. Juli. Die Regierung hat in der Sobranje einen Gesetzentwurf eingebracht, in dem ein Kredit von 50000 Franks für die verwundet en Soldaten und von 500 000 Franks für die mazedonischen Flüchtlinge gefordert werden Budapest, 28. Juli. Amtlich. In Temesziget, in der Nähe der serbischer! Grenze, wurde ein Eholerafall festgestellt. Die strengsten Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. Berlin, 28. Juli. Am 25. Juli, abends, sind gleichzeitig mit einer von «der Prinzessin Reuß zusammengestellten Expedition für bulgarische Verwundete und Kranke, zu der u. a. als Chefarzt der schon in der ersten Phase des Ball'anlrieges in Sofia tätig gewesene Tr. Kohl-Berlin gehört, ein Bakteriologe Professor Tr. von D r i g a l s k i - Halle, zwei Schwestern und ein Krankenpfleger auf Veranlassung des deutschen Roten Kreuzes nach Belgrad abgereist. Ein weiterer Bakteriologe, Dr. Meier, vom Institut für Jnfeltionskranlheiten in Berlin, folgt ihnen heute ebenfalls auf Veranlassung des deutschen Sloten Kreuzes, aber auf Kosten der serbischen Regierung nach. Am gleichen Tage reisen nach Sofia vier Aerzte, Stabsarzt Dr. Eckert vom Kaiserin Augusta-Regiment in Berlin, Tr. Rosenthal vom Städtischen Krankenhaus Friedrichshain, Dr. De s sc vom Städt. Krankenhaus Moabit und Tr. Woerner vom Städt. Krankenhaus Frankfurt am Main, die auf Anforderung der bulgarischen Regierung und auf deren Rechnung vom deutschen Roten Kreuz dorthin entsandt worden sind. Ausland. London, 28. Juli. Prinz Heinrich von Preußen ist gestern abend eingetroffen und wird sich an Bord der kais. Jacht „Meteor" 'begeben, die in Cowes zur Regatta einge- trossen ist. Paris, 28. Juli. Die Arbeiten der französischen und der deutschen Komnnssiou fiir die Feststellung der Grenzen zwischen Neu Kamerun und Französisch-Kongo sind nahezu beendet. Nunmehr werden Besprechingen über gewisse strittige Punkte der neuen Grenzen beginnen. Der Kolonial-Sldministvator Periguct, Deutsches Uerch. S t r a ß b u r g i. E., 28. Juli. Tie amtliche (Strasburger Korrespondenz schreibt: Bor einigen Tagen hat der „Messin" die Nachricht gebracht, der lommandierende General des 16. Armeekorps habe für seinen Dienstbereich einen Befehl erlassen, wonach kein elsässisch-lothringischer Soldat in Zuiünft mehr in den Bureaus, beim Telegraphen-- oder Telephondienst oder bei der Eisenbahn verwendet werden darf. Die Tagespresse hat biefe Behauptung aufgegriffeu und daran eine Reihe von Kommentaren geknüpft. Dadurch ist eine wohlbegreifliche Be- uuruihigung in allen Kreisen der Bevölkerung'des Landes, insbesondere auch bei der großen Masse loyal gesinnter Bürger eingetreten. Diese Beunruhigung ist noch erhöht worden durch die Kritik, die ein Teil der Presse ohne weiteres gegen die Regierung und die Militärverwaltung üben zu sollen geglaubt hat, ohne ab»rwarten, ob diese Gerüchte auf Wahrheit beruhen. Alle Behauptungen, wonach der kommandierende General des 16. Armeekorps den Befehl erteilt haben soll, künftighin feine elsässischen Soldaten mehr ihrer Abstammung wegen in Vertrauensstellungen zu verwenden, sind in jeder Hinsicht unzutreffend. Das gleiche gilt hinsichtlich des 15. Armeekorps. Auch für dieses ist kein Befehl der fraglichen Art ergangen Sasbach, 28. Juli. Das Befinden des Prälaten Dr. Lender hat sich weiter verschlimmert und der Kräfteverfall hat zugenommen. Nach Ansicht der Aerzte dürfte die Katastrophe im Laufe des heutigen Abends »der in der kommenden Nacht ein treten. Balestrand, 28. Juli. Vormittags begab sich der Ka i f e r an Bord des Torpedobootes „Sleipner" nach Van- geuaes, woselbst bei der Frithjofsstatue eine Urkund e niedergelegt werden und eine Probe der Einweihungsfeier stattfinden soll. Tas Wetter ist seit heute morgen kühl und regnerisch. Au Bord ist alles wohl. Ter Kaiser unternahm heute nachmittag einen Spaziergang in die Umgebung Balholms. Später traf der Feldjäger ein. Tas Wetter ist kühler. deutschen Lloyd heute von dem an Bord des „Großer Kurfürst" befindlichen Schriftsteller Dr. Funke-Halle ^gegangene Tepesche aus Tromsö lautet: . §d) hatte soeben über die Hilssexpedition Schröder-Stranz mit Kapitän Ritscher, der im Elisabeth-Hospital in Tromsö liegt, eine eingehende Unterredung. Nach Ritschers Ansicht ist es nicht aussichtslos, daß die Hilsscxpcditioir Schröder-Stranz erreich!, unter der Voraussetzung, daß Schröder-Stranz nicht auf dem Euc geblieben ist, sondern das Festland erreicht hat, wo ihm reichliche Nahrung durch Wild zur Verfügung steht. Schröder-Stranz i|t im Besitz eines Bootes und zweier Kaiaw vom Expeditionsschiff „Herzog Ernst". Tie unter Führung des norwegischen Hauptmanns Staxrud stehende Hilsserpedition ging am 3. Juli von der Advents-Bai nach der Treurenberg- Ba» ab, wo £tarrnb rin F-angboot als Hilssexpcditionsschiff nctz- m-n nnll Tas Ziel ist Sboalpouit an der Nordwestecke des Nordlandes von Spitzbergen, welches der Stützpunkt für die Nach- foridningcn nach Schröder Stranz im Nordostlande sein foU Don Schröder stranz persönlich ist nichts bekannt. Es besteht völlige Uebcrcinftinimung zwischen den Berichten des Tr. Rvbrtzsch und deS Kapitäns Ritscher. Kapitän Ritscher beabsichtig! sich am 1. August mit dem Postboot von Tromsö nach der Treurenbergbai zu begeben und sein Schiss von dort znrückzusühren. Die Tätig- leit Ritschers für Leutnant Schröder Stranz ist vor der Hand unmöglich, da Ritscher noch nicht soweit wieder hcrgcstcllt ist, daß er eine größere Landexpedition ausführen kann. kf. Ein neuer Holbein? Am 8. dlpril d. I. wurde in einer Londoner Kunstversteigerung um 6900 Mark ein kleines Frmtenbildnis Angeschlagen, das als das Werk eines bekannten Künstlers der frühen englischen Sckwle galt und die Königin Maria Stuart darstellcn sollte. Beim Entfernen der alten Firnis- schickt verschwand jedoch, wie der „Cicerone" meldet, die falsche Inschrift und das trcfflick erbaltene Bild wurde von Kennern, barunter auch von Direktor Dr. Friedländer in Br-rlin, als ein echter Holbein aus der Frühzeit seiner erfhnt englischen Periode angesprocken. Mit der- Frage, wen das Bildnis darstellt, bat sich Maurice W. Brockwell beschäftigt, und er neigt dazu, die Dargestellte in der dritten Tochter des Sir Thomas Morus, Eecilia Heronia, zu finden. 2ab Holbein die Familie bes Sir Thomas MoruS porträtiert hat, ist ja bekannt« der Leiter der französischen Kommission wird sich nach tfort -amy begeben, um mit dem Leiter der deutschen Kommrffron über den Besitz der Longone-Hnseln zu verhandeln. Rom, 28. Juli. Ministerpräsident Giolrttr teilte dem Ministerrat heute mit, daß der Marineminister Cattv>lrco entschlossen sei, zurückzutreten, da er den Wunsch habe, sich nach der schweren Arbeit während und nach dem Krieg in das 'Jrwnb leben zurück; uziehen. Admiral Nillo, der am 18. 30111 19“ den Angriff auf die Dardanellen leitete und zum Admiral befördert wurde, ist zum Marineminister ernannt worden. Paris, 28. Juli. Der S e n a t hat den Zusatzawrag Malvy, den die Kammer angenommen hatte, wonach vom 1. Januar 1915 ab gewisse jetzt bestehende Steuern durch eine Einkommensteuer ersetzt werden sollen, abgelehnt. Tanger, 28. Juli. Briese aus 2 e t u _a n vom 25^ Juli melden, daß die Stadt e i n g e s ch l 0 s s e n ist und daß ^chuw: gegen sie abgegeben werden. Es seien mehrere Transporte au der Route nach Ceuta angegriffen und aufgerieben worden. Zahlreiche Mauren bereiten einen neuen heftigen Angrin vor. Washington, 28. Juli. Ta die Sicherheit der amerikanischen Untertanen in Mexiko bedroht ist, erhob die amerikanische Regierung bei der mexikanischen energische Vorstellungen. Ans Stabt und Land. Gieße n, 29. Juli 1913. Schützet die Singvögel. Wie wichtig es ist, Singvögel in unseren Gärten anzusiedeln und sie in ihrem Brutgeschäft durch.Aushängen von Nistkasten und gelegentliches Füttern zu unterstützen, zeigt folgender in Nordamerika ausgeführter Versuch, der jetzt in Gardners Chro- nicle, der vornehmsten englischen Gartenzeitschrift, veröffentlicht wird. In den Seedistrikten von Cumberland, wo sich große Lärchenanpslanzungen besinden, war seit einigen Jahren die Lärchensägefliege, eine Verwandte unserer Stachelbeersagefliege, in besorgniserregender Menge ausgetreten. Im April und Mai, wenn dieses gefährliche Insekt seine Eier in die jungen Jahrestriebe der Lärchen legte, fingen die Wälder bald darauf an, wie verbrannt und versengt auszuschen, weil die alsbald ausschlüpfenden Raupen alles junge Griin sofort abfraßen. Es wurden natürlich die verschiedensten Bekämpsungsmittel gegen dieses geradezu vernichtend hausende Insekt angewandt, z. B. Spritzen mit raupentötenden Spritzmaterial und Auslesen des Kokons, aber alle waren zu teuer und wirkten nicht durchgreifend. Vollen Erfolg hatte man erst, als man zahlreiche Nistkasten aushing, in denen sich die Vögel massenhaft ansiedelten. Verwendet wurden die vom Freiherrn v. Berlepsch empfohlenen Kästen. Der Versuch damit wurde in jenem verseuchten Distrikt mit mehreren hundert Kästen fünf Jahre hindurch streng durchgesühri. Tie Nistkästen wurden sorgfältig instand gehalten und die eingemfteten Vögel wurden dann imd wann gefüttert. 'Die Folge dieses Vorgehens war, daß diese Plantage jetzt vollständig frei von jenem schädlichen Insekt ist, während in entfernt liegenden, wo man nicht in gleicher Weise vorging, keine Abnahme, eher eine Zunahme festzustellen war. Für Gartenbesitzer, welche Obst- und Beerenfrüchte ziehen, geht daraus hervor, daß sie zur Bekämpfung aller schädlichen Insekten gar nichts Besseres tun können, als zahlreiche Nistkästen airf-uhängen und gelegentlich die darin hausenden Vögel zu füttern, eine geringe Arbeit, die sich bei planmäßiger Durchführung durch höhere Erträge und gesündere Früchte sowie durch flotten Wuchs der Pftanzen bald bezahlt macht. -Bon den Nistkästen waren regelmäßig mehr als die Hälfte mit Singvögeln besetzt, und zwar von (die Reihenfolge gibt die Stärke der einzelnen Vogelart an) Blau-, Sumpf- und großen Meisen, Buchfinken, Staren, Rotkehlchen und Fliegenschnäppern. Erwägt man, daß das Aushängen von Nistkästen sich als das billigste von allen versuchten Mitteln zur Bekämpfung der Insekten erwiesen hat, und setzt man noch den reizenden Gesang und die anmutige Belebung des Gartens durch Singvögel mit in Rechnung, so bedarf das Aushängen von Nistkästen wohl keiner weiteren Empfehlung. * ** Tageskalender für Dienstag, 29. Juli: Operetten- ® a ft f p i e l im Stadttheater: »Püppchen". Anfang 8 Uhr. *♦ Für die Sitzun g der Stadtverordneten am Donnerstag, 31. Juli, nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung ausgestellt: 1. Mitteilungen. 2. Eisenbahnbeamtenhäuser an der Frankfurter Straße. 3. Bahnwärterhaus an der Sicher Straße. 4. Fensterladen am Bahnwärter- bause Wetzlarer Weg 32. 5. Baugesuch Peter Schepp für die Glaubrechtstraße. 6. Bauveränderung am Hintergebäude Ost- Anlage 27 (Wilhelm Bender). 7. Einfriedigung des Reichs-- banlgcbäudes. 8. Einfriedigung Kaiser-Allee 11 (Georg For- bach). 9. Umgestaltung des Platzes vor der Universität. 10. Bauflucht am .Kirchenplatz. 11. Versetzen der Einfriedigung an den Kasernen in der Kaiser-ANee. 12. Errichtung eines Fettvieh Marktes. 13. Gesuche um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetriebe a) des Jakob Clemens für Seltersweg 70; b) des Adolf Schrader für An den Bahnhöfen 71; c) des Markus Kahn für den Viehmarkt. 14. Gesuch des Ludwig Klingler um Erlaubnis züm Gastwirtschaftsbetriebe für Bahnhofstraße 52 (Hotel Schütz). " Statt Fische Frösche und Mäuse. DaS Ministerium hat der Frtmngclei auf den schiffbaren Gewässern einen Riegel vorgeschoben. Wer angeln will, muß eine Angelkarte lösen und diese kostet Geld. Die Sportfischer in Gießen n/nnen diese Leute, die sic als Kollegen nicht für voll ansehcn, neuerdings nicht mehr Freiftscher, sondern Karten- fischer. Das Ministerium ist nun neuerdings noch einen Schritt weiter gegangen und hat diesen Kartenffschern das Angeln mit lebenden Fischen verboten. Durch die? Verbot wäre es den Kortenfischecn nicht mehr möglich, Hechte zu fangen, wenn sie sich nicht zu helfen gewußt hätten." Ta sich das Verbot nur auf lebende Fische erstreckt, nimmt man jetzt, wie wir beobachtet haben, lebende Frösche als Köder für den Hechtfang, oder lebende Mäuse, auf welche der Hecht mit ganz besonderer Wut anbctßt. Es gehört allerdings ganz besonderer Appetit dazu, Hecht zu essen, von dem man erfährt, daß er im Augenblick, wo er an die Angel ging, eine zappelnde MauS, die ihm zum Verderben wurde / verschluckt hat. Kreis Alsfeld. OK. SIlss-ld, 28. Juli. Am 1. Slugurt ist Herr ealomon Stern hier bei dec Firma N. Spier Söhne 25 Jahre lang als Buchhalter angestellt. Kreis Lauterbach. - SchUtz, 28. Juli. Vor einigen Tagen hat ein Unbekannter an verschiedene Bewohner in Alsfeld Getreide verkauft, das er angeblich im Auftrage eines MühlenbesitzcrS b« Lauterbach wegen sinanzicllen Verlegenheiten rasch ab- M e8°auf * * * * * * * * * * * I)°! cc B‘c^ -inkassi-rr doch E“ auf- ba6 b,J roe.t »nterm Preis seine Ware absetzt- und man benachrichtigte die Polizei. Ter Täter be. kam daoon Kenntms und flüchtete. Er wurde jetzt durch d e hiestae Gendarmerie f e s, g e n ° m m - n. Das Getreide batt SÄ™ 4«. Kreis Schotten. -_2a,iba$, 28. Suli. Am vergangenen Samstag veranstaltete der hiesige Gewerbeoerein einen hochinteressanten PortraaSabcnd. Dec hier tm Urlaub weilende Cberingemeuc Erich Ouäck sprach im Solmser Hof vor etwa 200 Zuhörern über die praktische Telegraphie, ihre Wirlungs- weise und wirtschaftliche Bedeutung. Mit großem Beifall wurden die durch Versiiche und Lichtbilder von auS- geführten Anlagen unterstützten AliSführungen ausgenommen. Kreis Friedberg. L Friedberg, 28. Juli. Dipl.-Ingenieur M ichelsen ist von der Stadt zum Direktor der städtischen Gewerbe-Akademie ernannt worden. — Dec im Lehrerseminar flattfinbcnbe Zeichenkursus für Lehrer an Volksschulen wirb den 9. Augilst geschlossen werben. r. Bab-Nauheim, 28. Juli. Heute — Dienstag —. mittag treffen 65 amerikanische Aerzte zur Besichtigung unseres BabeS hier ein. Die Besucher sinb Gäste ber Babe- und Kurverwaltung, bie sie zu Tee unb Frühstück, und des Granb Hotels, baS sie zu einem Diner einlabet. SanitätSrat Dr. Baur hält einen Vortrag über »Bab-Nauheim unb feine Bebeutung als Kurort* unb Prof. Dr. Sch ott wirb über »Die besonberen Eigenschaften ber Sprudel* sprechen. Die Gäste werden zwei Tage in Bab-Nauheirn verbleiben. (h) Ilbenstadt, 28. Juli. Beim Angeln stürzte ein Friedberger Derr von einem Boot in die Nidda und ging sofort unter. Beim Wiederauftauchen klammerte er sich am Boot fest. Sein Bootsbcgleiter hatte aber nicht den Mut, den ums Leben Ringenden in den Kahn zu ziehen. Auf die Hilferufe des Verunglückten kam dann Hilfe von benachbarten Booten. Starkenburg und Rheinhessen. h. Langen, 28. Juli. Der 13jährige Sohn de? Bahn- bcamten K1 otzbach blieb gestern, als er beim Baden einen Kopfsprung machte, im Schlamm stecken unb ertrank, ehe ihm jemanb zu Hilfe kommen konnte. (h) Egelsbach, 28. Juli. Die gestern hier ftattgefunbenen G e m e inderatswablen brachten der sozialdemokratischen Partei die Mehrheit, indem jetzt vier bürgerlichen Gcmcinderäten acht sozialdemokratische gegenüberstehen. Hessen-Nassau. h Frankfurt a. M., 28. Juli. In den Adler- iverken wurden durch die Aufhebung der Nachtschichten etwa 200 Mann entlasten. h Frankfurt a. M. 28 Jlili. Im Stadtteil Oberrad sckloß em 27jähriger Mann mit einer vermögenden 71 jährige Greisin die Ehe. — Aus dem Main schlug fjeute nachmittag ein mit fünf jungen Leuten bemanntes Boot um. Vier fonuten gerettet werden, öer fünfte, Gärtner Boß aus dem Stadtteil Oberrad, ertrank. Tte Leiche wurde noch nicht geborgen. Homburg v. d. H., 26. Juli. Die Frankfurter Lo- kalbahn-Aktien-Gesellschaft teilt uns mit: Ta die unterm 22. Juli d. I. in Ihrem Blatte enthaltene Mitteilung, daß nach dreitägigen Verhandlungen es den Bemühungen des Oberbürgermeisters zu Homburg v. d. H. gelungen sei, eine Einigung zwischen der Verwaltung und dem Personal herbeizusühren, unzutreffend ist, fordern wir Sie auf, dieselbe zu berichtigen, indem wir bemerken, daß keinerlei Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister zu Homburg stattgesunden haben, da nach Ansicht dec Verwaltung es einer Vermittlung von dritter Seite zur Sei- I^ung dec Lohnbewegung nicht bedurfte. Die fernere Angabe, daß dem Werkstättcnpersonal eine allgemeine Lohnerhöhung und Urlaubsgewährung Äugcftanben fei, ist ebenfalls unzutreffend, da den Vertretern des Werkstättenperßonals seitens der Verwaltung ausdrücklich erklärt worden ist, daß sie nicht in der Lage sei, eine allgemeine Lohnzulage zu bewilligen, vielmehr sich Vorbehalten müsse, die Höhe des Lohnes von Fall zu Fall je nach den Leistungen festzujetzen. Ebenso ist dem Weckstättenpersonal eine allgemeine UrlaubSgeroäbrung nicht, eingeräumt worden, sondern nur denjenigen, welche im Fahrdienst ausgebildet sind und Führcrdicnste verjehen, was etwa für des Werkstättenpcrsonals zutrisst. Derein$nad)rid)fcit. £icf>, 28. Juli. Sein 53. Stiftungsfest beging gestern der hiesige Turnverein. Ein Schauturnen der Zöglinge und aktiven Turner unter Leitung des Turnwarts Fr. Schmidt war _bamit verbunden. Die Darbietungen, von denen besonders die Freiübungen-Gruppen einen vorzüglichen Eindruck machten, wurden mit Interesse verfolgt, und ernteten reichen Beifall. Konzert und Ball bildeten den Abschluß der Feier. Der Raubmord in öer Eisenbahn. rb Darmstadt, 28. Juli. Aus ber am Sonntag nachmittag von 2 bis 5 Uhr vom Kreisarzt Med.-Rat Dr. Gros und Dr. Köpke vorgenommenen Sektion der Leiche.ist noch folgendes Bemerkensiverte zu erwähnen: Erst als vom Hinteren Teil deS Schädels die Haar wegrasiert ivaren, und die Schädelhaut freigelegt war, wurde die über- rafchende Entdeckung gemacht, daß der Ermordete einen tödlichen «crfjuB mittelst Revolvers erhalten hatte. Es rvar außen nur eine ganz winzige •'pciutÖffnung vorhanden, aber um so größer war die vou der 4'/, Atillimeter-Kugel im Inneren des Kopses angerichtete 3erUönmg. Tas ganze Kleiiigehiru war zerstört worden nnb die Rugel war bann burch bas sog. Felsenbein gedrungen iind daran zerictzellt, wahrend,das Mantelgeschoß zur Halste an der äußeren omabelhcdc, zur Halste an der inneren Schädelhaut dem Zentorium haitete. Es ist mdjt wahrscheinlich, daß berTod sosort erfolgte, vi.-lmehr ist anzunehmen, daß der Unglüdlidje durch den Schuß iiis Hiru nur lotort der Sprackje beraubt und die sonstigen Bewegungsfunktionen gelahmt wurden; der -tot) durste bann erst längere Zeit später eriolgt fein. An ber oberen Stirnhälfte fanben sich zwei starke Striemen vor, bie sich ber Getroffene wahrscheinlich beim Niederfallen an der Wand zngezogen hak. . Ewen «ehr wichtigen Anhaltspunkt für die Fahndung nach dem Itorder bat man insofern gefunden, als die silberne Uhr und ne goldene Kette des Ermordeten im städtischen Pfandhaus zu e"1dedt wurde», wo sie noch am Samstag Nachmittag versetzt worden waren. Hier in Darmstadt wurden während des ganzen -Eage5 die abenteuerlichsten Gerüchte verbreitet. So rourbe von einer rfrau m der elektrischen Straßenbahn erzählt, ihre Nach- barm habe von 'tzrem Wanne am Samstag Abend eine silberne Uhr unb 30 Mark m baar erhalten, der Mörder sei bereits verlostet rc., unb bei ber Verbreitung derartiger Gerüchte kam es ogar mehrfach zu größere» Straße»aufläuse». Tatsache ist nur, ba» am eam.4aq bei der Hauptpost ein verdächtiger Mensch ver- N-Ek.und baB fvater ein in der Großen Ochsengasse ivohnender WeiBbmder von der Polizei geloben wurde. Die Grmütehmge» hoben ergeben, da» der Letztere für bie Vollfubrung des Raubmordes in keiner Weise in Betracht komme.i kann. ‘ GmjgermaBen befremdend ist, daß das Personal des betreffenden Perfonenzuges fast gar nichts bekunden kann, unisomehr als ber Ermordete schon feit langer Zeit Monatsabonnent auf der Strecke war, das Zugperfonal stets das Gleiche zu fei» pflegt und der Betreffende lajt der einzige Fahrgast zweiter Klaffe gewesen ist. reLernA'?5bele' bcr 1876 '» Oesterreichiscb-Polen als Sohn i9iac[ihkyer Litern geboren worden war (seine Gattin gehört der katbolifcheii Konseffion an) wird am Dieiislag vormittag auf dem hieligen israelitischen Friedhof in aller Stille beigesetzt werben. a r m st a b t, 28. 3u»i. Die Stagtsonwallschaft hat eine Belohnung von 1000 Mark auf bie Ermiuelung des Rlärdcrs des Kaufmanns B rechne r auSgesetzt. Ebenso hat die Eifcnbahnbc- horde eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. Darmstadt, 29. Juli. Die Uhr und Kette des im Eisen- nohnvtg ^rankinrt a. M. —Darmstadt Ermordeten wnrden bei einem -Jlltbonbler m Frankfurt a. M. ermittelt. Der Täter, der als 28 ■b'6 ?2’ällQ.cr 9J?ann beschriebe» wird, versetzte die Gegenstä»de für 30 Mark. Danksagung, Familie Schneider. 06006 herzlich im Namen der trauernden Hinterbliebenen Adolph Lyncker sen 05999 Gießen, 29. Juli 1913. 3n Mpvtheten die -/« Ltr.-ZI. Mk. 2.50, Sie i/4 HL 1.00 Hech- und Tiefbau. ■_________________________________________________________________________________________ .W __ TKAUERHtTE A. Salomon & Cie. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, dass es Gott gefallen hat, unsere einzige, innigstgeliebte Tochter und Schwester Für alle uns beim Heimgange meiner lieben Frau, unserer unvergesslichen Mutter und Tochter erwiesene Teilnahme dankt Die Beerdigung findet statt: Donnerstag nach- mittag */33 Uhr auf dem neuen Friedhöfe. Giessen (Ebelstrasse 11), den 27. Juli 1913. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wctleraussichten in Hessen h"ir Mittwoch, den 30. Juli ISIz. Meist trüb und wolkig, zeitweise Niederschläge, etwas kühler. Eine neue Erfindung, die für jede Küche von Wichtigkeit ist, wird in einem Vortrag praktisch vorgeführt, der Mitwoch, den 30. Juli, nachmittags 3 Uhr, im Saale Hotel Einhorn stattfindet. Es handelt sich um den Dreyer'schen Fruchtsaft- Gewinnungs-Apparat „Rex", mittels dessen man aus Früchten jeder Art ohne Pressen, Mahlen, Rühren,Filtrieren, dazu unter sehr großer Zuckerersparnis alkoholfreie, vollwertige und hoch' aromatische Fruchtsäfte, Gelees und Marmeladen bereiten kann. Ferner werden in dem Bortrage die erstklassigen Rex- Vorratskocher und Konservengläser zur Herstellung billigster und bester Haushalt-Konserven (Fleisch, Wild, Geflügel, Fisch, Pilze, Gemüse und Obst) gezeigt. (4929) KptfhäuserTechniRurn Frankenhausen.. Ing.-e.Wericm.-AM. Gr.Maich.-Lab. vermischtes. * Gin schweres Automobilunglück, dem zwei Menschenleben zum Opfer gefallen sind, hat sich nach einer Meldung aus Mannheim, 28. Juli, in der vergangenen Nacht kurz nach 1 Uhr auf der Jungbufch-Neckarbrücke ereignet. Eine Kraftdroschke, die von dem Chauffeur Nörr gesteuert wurde, fuhr mit solcher Wucht gegen einen Leitungsmast der elektrischen Straßenbahn, daß das Fahrzeug vollständig zertrümmert wurde. Von den 4 Insassen erlitten 2 so erhebliche Verletzungen, daß sie ihnen bald erlagen. Die Verstorbenen sind der 1886 in Waldlaubersheim geborene ledige Schlosser Bastian Klare und der 1887 zu Kassel geborene Schlosser Heinrich Fineß. Der Chauffeur, den die Schuld an dem Unglück, das den Abschluß 7ines feucht-fröhlichen Beisammenseins bilden sollte, treffen soll, ist in Untersuchungshaft genommen worden. * Heber ein zweites Autounglück wird aus Waldsee, 28. Juli, gemeldet: .Auf der Straße zwischen Ravensburg und Waldsee fand gestern ein Radfahrer nachmittags zwischen 12 und 1 Uhr ein umgestürztes Auto, das quer über der Straße lag. Der Schmicdemeistcr Paul Mayer von Aulendorf Tag tot daneben, der Besitzer und Lenker des Autos, cm Sohn des Fahnenfabrikanten Frick von Aulendorf lag schwer verwundet und bewußtlos am Straßenrand. Offenbar hat das Auto eilte Kurve zu kurz genommen und ist dabei umgestürzt. * Diebstahl auf der Genter Meltaus st el- lung. Aus Brüssel, 28. Juli meldet ein Privattele- Höhenluft. Ueber alle Alpengipfel, die je eines Menschen Fuß betreten» sind die echten Kola-Pastillen „Dallkolat" mit hinüber- getragen worden, im Falle höchster Not neue Kräfte verleihend. Sie lassen das Blut freudiger durch die Adern kreisen und befähigen Dich, große Strapazen spielend zu ertragen. Eine Schachtel Dallkolat Mk. 1.— in Apotheken und Drogenhandlungen. nro/R Jedenfalls in der Universitäts-u.Hirsch-Apotheke. Ferner: Adler- Drog., Central-, Kreuz-, Löwen-, u.Germania-Drog., sowie Ernst Noll. Allgemeiner Verein für Armen- unö ArankenBege. Ordentliche Hauptversammlung Freitag, den 1. August 1913, nachmittags 5 Uhr im Schwesternhaus, Iobauncöstrasre 7. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Rechnung für 1912. 3. Borstandswahl. Die Mitglieder werden hiermit auf Grund ber §§ 4, 5 u. 7 der Satzungen ergebenst eingeladen.___ DW:! Ter Vorstand: D. Schlosser. Karoline Schneider nach langem Krankenlager im Alter von 19 Jahren zu sich zu nehmen. In tiefer Trauer: ^ifiglobin^Sr gibt neue Cebenofcaft tzllen, deren 77erven önrd) geistige oöer körperliche Anstrengung gelitten haben, es ist von unjiffätjbarem Werte für blutarme, für/ti/röer, welche in Oer Entwicklung zurückgeblieben,für StcofulSfe, für Watete, für filternde. strMch bevorzugt. Gericht^faal. Ein Nachspiel zum Frankfurter Kaiserpreissingen. 4 Leipzig, 27. Juli. Ein Nachspiel zum diesjährigen Kaiserpreis.Wettsingen beschäftigte die hiesige Ferienstrafkamiuer, vor der sich der bekannte Komponist und Musikkritiker Kgl. Musik» direktor Gustav W o h l g e m u t h unter der Anklage des Vergehens .gegen das Gesetz, betreffend den Urheberschutz, zu verantworten hatte. Als Preischor für den Sänger-Wettstreit war, wie noch erinnerlich, ein Gedicht des Schweizers Adolf Frey „1813* bestimmt worden, in der Komposition von Hegar. Der Chor war wie üblich als Manuskript gedruckt und wurde nur an die Vereine abgegeben, die sich an dem Sänger-Wettstreite beteiligen wollten. Durch Vermittelung eines ihm bekannten Chorleiters wußte sich Wohlgemuth in den Besitz einer Partitur zu setzen, die er in 300 Exemplaren vervielfältigen ließ. Ter Chor wurde dann an die Mitglieder des von Wohlgemuth geleiteten Leipziger Männerchors verteilt und von diesem eingeübt; er gelangte auch nach dem Kaiserpreiswettsingen ,zur öffentlichen Aufführung, und zwar in einem Konzert, dessen Reinertrag zu Gunsten des Völkerschlachtdenkmals bestimmt wurde. In diesem Vorgehen erblickte die Musikalienhandlung Bote & Bock in Berlin, der das alleinige Verlagsrecht beS Chores übertragen war, eine strafrechtliche Handlung und strengte die Klage an. Ter Angeklagte erklärte sich in der Verhandlung für nichtschuldig. Er habe sich das Werk in durchaus einwandfreier Weile zu Studien- .zwecken beschafft, außerdem habe er sich dazu für berechtigt gehalten, da er als Leiter einer Sängerzeitung ein Interesse als Kritiker daran hatte, den Chor kennen zu lernen. Tie Vervielfältigung der Partitur in 400 Exemplaren gab Wohlgemuth zu, behauptete aber, er habe die Absicht gehabt, nach Freigabe des Werkes diese Stimmen zu vernichten und dafür solche aus dem Verlage von Bote & Bock zu kaufen. Ter Gerichtshof stellte sich jedoch aus den Standpunkt, daß das Vorgehen Wohlgemuths strafprozessual nicht zu billigen sei und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 150 Mark. Gott dem Allmächtigen bat es gefallen, gestern nachmittag um 4l/t Uhr unsere liebe, treusorgende Frau und Mutter Frau Alm Irolsbach, geb. Jost, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Karl Drolsbach. Maria Drolsbach. Letzte Nachrichten. DieLuge Bulgariens bessert s i ch. :: Köln, 29. Juli. (Priv.-Tel.) Die Besserung bes buT- aurisch-rumänischen Einvernehmens hält an. Wie hie Köln. Jtg. aus Sofia mitteilt, .ist die Gefahr des Einzugs in Sofia beseitigt. Die Lage auf dem Kriegsschauplatz hat sich wesentlich gebessert, da cs den Bulgaren gelang, die Serben zurückzuschlagen. Nach dem Rückzug der Bulgaren verübten )ie Griechen in den verlassenen Gebieten schreckliche Greuel- taten. In politischen Kreisen spricht man von dem Entschluß Rußlands, nachdrücklich gegen die Türkei vorzugehen. ♦ Ein rumänisch-russisches Heiratsprojekt. Paris, 29. Juli. Dem „Figaro" zufolge spricht man sehr ernstlich von einem Hciratsprojekt zwischen dem ältesten Sohne des rumänischen Thronfolgers und der Großfürstin Olga Nikolajewna, der ältesten Tochter des Kaisers von Rußland. Durch diese Heirat würden die gegenwärtig so trefflichen Beziehungen zwischen Rußland und Rumänien noch enger gestaltet werden. * (Saarbrüden, 29. Juli. Der Präsident der Eisenbahndirektion Saarbrücken, Geh. Oberbaurat Schwerins, wrrd am 1. Oktober d. I. in den Ruhe st and treten. Bringe meine 1710 Gartenlokalitäten sowie ein prima Glas Fürstenberg- Bier in empfehlende Erinnerung Weinstube Seibel, Ladwigspl. gramm: In der belgischen Kolonialabteilnng der Weltall sstellung Gent ist in der letzten Nacht ein goldhaltiger Barren im Werte von 100 000 Francs verschwunden. Von dem Dieb fehlt jede Spur. * Unterschlagung. Aus Heidelberg, 28. Juli, wird gemeldet: Der bisherige langjährige Bankvorstand bei ber hiesigen Sparkasse für Landgemeinden Link wurde wegen Unregelmäßigkeiten im Amte zur Anzeige gebracht. Die Unterschlagungen und Urkundenfälschunaen sind von dem sechzigjährigen Beamten schon seit Jahren verübt worden. * Eisenbahnunfall. Aus Aschersleben- 28. Juli, wird gemeldet: Vor der Einfahrt in den Bahnhof Nauendorf (Saalkreis) stürzte die Maschine des Eilgüterzuges Halberstadt— Halle um. Mehrere Wagen entgleisten. Ein Eisenbahnbeamter namens Starker wurde schwer verletzt: fünf lei^tverlexte Bahnbeamte konnten sich mit dem nachkommenden D 1 nach Halberstadt in ärztliche Behandlung begeben. Der Matc^.-iä-aden ist bedeutend. * Ein adeliger Einbrecher. Aus Dresden wird gemeldet: Beim Einkauf von Zigarren zahlte ein Herr mit einem Kupon der Dresdener Stavtanleihe, der, wie sich her- ausstellte, gestohlen war. Es gelang, den Unbekannten zu verhaften, der nach einem längeren Verhör zugab, der ehemalige Forstbeamte v. Ragowski-Posen zu sein. Wie sich herausstellte, erbeutete er durch einen Einbruchsdicbstahl in der Umgebung von Dresden Wertpapiere über 20 000 Mark. Auch in Berlin, Leipzig, Halle, Hamburg und Breslau unternahm der Verhaftete Diebesfahrten. * Ein irrsinniger Offizier. Aus Erlau wird gemeldet: Als Major Fester mit seiner Gattin und einem Husaren- Oberleutnant am Sonntag früh von einer Zusammenkunft des Offizierkorps kam und sich am Haustor verabschiedete, schoß der des Weges kommende Oberleutnant Blaha auf den Husaren- ofsizier, verletzte ihn schwer und verletzte dann die das Fenster öffnende Gattin des Majors durch einest Schuß gleichfalls schwer, feuerte mehrfach auf die herbeieitenden Diener und erschoß sich selbst, als der Major aus dem Zimmer stürzte. Blaha scheint die Tat in einem Anfall von Jrrsin begangen zu haben. * Raubmord? Aus Flensb urg wird unterm 28. Juli gemeldet: In der Nähe von Schafhaus (Nordschleswig) wurden heute früh in einem Kornfelde ein polnischer Arbeiter ermordet und ein anderer schwerverletzt aufgefunden. Es liegt anscheinend ein Raubmord vor, von den Tätern fehlt jede Spur. * Internationale Gaunerbande. Die Morgenblätter melden aus Mailand: Die Polizei hat eine internationale Bande verhaftet, die sich mit dem Vertrieb gefälschter Altren- emissionen einer großen Pariser Elektrizitätsgesellschaft befaßte. Zwei Mitglieder der Bande waren bereits in Paris, zwei andere in Amsterdam dingfest gemacht worden. Die Aktien wurden an der Börse zu 600 Franks gehandelt. 800 gefälschte Aktien wurden in Brüssel in der Wohnung der Verhafteten beschlagnahmt. Man glaubt, daß ebensoviele gefälschte Stücke sich bereits im Umlauf befinden. * Einsturz eines Warenhauses. Die Morgenblätter melden aus B n da pest: Wahrscheinlich infolge der Abgrabuiigeu, die für einen Neubau vorgenommen wurden, stürzte das Ware n - Haus Senas sy plötzlich ein. Der leitende Architekt des Neubaues war durch einen Riß in der Mauer aufmerksam geworden und das Personal hatte auf die Warnung des Architekten das Warenhaus beizeiten verlassen können. * In Seenot. Lloyds Agentur meldet aus Liverpool: Ter englische Dampfer „Winneba" ist auf der Fahrt von Westafrika nach Hamburg bei Bassa auf einem Felsriff gestrandet. Drei wasserdichte Räume sind voll Wasser gelaufen. Tie Lage des Schiffes ist kritisch. Man fürchtet, daß es gänzlich verloren ist. * Beim Schwimmen ertrunken. Aus Varberg, 28. Juli, wird gemeldet: Zwei Krankenpflegerinnen des Küstensanatoriums Appelviken undzwei Knaben sind heute mittag beim Schwimmunterricht ertrunken. Die Knaben wagten sich zu weit hinaus und wurden von der starken Strömung hinweggeführt. Bei dem Versuch, die Knaben zu retten, tarnen die Pflegerinnen um. Eine dritte Pflegerin wurde im letzten Augenblick gerettet. * Der österreichische Botschafter in Konstantinopel v. Pallavieini beinahe ertrunken. Aus Konstantinopel, 28. Juli, meldet ein Privattelegramm: Vor der französischen Botschaft in Therapia scheuten heute nachmittag die Pferde vor dem Wagen des österreichisch-, ungarischen Botschafters Markgrafen von Pallavieini, stürzten mit dem Wagen in den Bosporus und ertranken. Der Botschafter konnte im letzten Augenblick abspringen. * Opfer der Berge. Aus Innsbruck wird gemeldet: Bei einer Hochtour über das Stauserjoch vor der Gamskarspitze ist der Einjährig-Freiwillige Alfred Wiedering aus Feldkirch tödlich abgestürzt. Sein Begleiter, Professor Vom- wald - Budapest, wird vermißt, er dürfte gleichfalls verunglückt sein. * Ueberfahren. Aus Charlottenburg wird gemeldet : Beim Ueberschreiten des Straßendammes wurde der 83 Jahre alte Major a. D. Freiherr v. Zedlitz und Neu- kirch von einem Straßenbahnwagen erfaßt und niedergeworfen. £init>erfifat»»Zlact?rictyten< HK. Schließung derStuttgarterTier ärztlichen Hochschule. Ter Direktor der Kgl. württemb. Tierärztlichen Hochschule in Stuttgart Pros. Dr. Max von Sußdors, sowie die ordentlichen Professoren daselbst Friedrich Lüvke, Leonhard Hoffmann, Dr. Walter Gmelin, Dr. Richard Klelt und Dr. Gustav Nebele wurden vom 1. August d. I. in den zeitlichen Rubestand versetzt. AuS diesem Anlaß erhielt Direktor v. Sußdorf das Komturkreuz zweiter Klasse des Friedrichsordeus. Prof. Dr. William K ü ft e r von der Stuttgarter Tierärztlichen Hochschule übernimmt eine a. o. Professur für Chemie an der dortigen Technischen Hochschule, wobei ihm der Titel und Rang eines ordentlichen Professors belassen wurde; Prof. Dr. Richard Reinhardt wurde, wie bereits mitgeteilt, al? ordentlicher Professor für Tierbakteriologie und Tierhygiene in die Rostocker medizinische Fakultät und zugleich als Abteilungsvorstand der Abteilung für die Erforschung und Bekämpsung von Tierkrankheiten im Landesgesundheitsamt daselbst berufen. — Marburg, 28. Juli. Zahnarzt Dr. Sommer wurde mit ber Versetzung des Lehramts für Zahnheilkunde an. der hiesigen Universität betraut. Luftschif-ahrt. Ein neuer Zeppelin. Berkin, 28. Juli. Nach Mitteilungen aus Luftschifferkreis m wird in wenigen Tagen ein neuer Riesenzeppelin für die ^ursche Marine fertiggestellt sein. Das neue Luftschiff wird 150 Meter lang sein und einen Durchmesser von 11 Metern und 4 Motore zu je 200 PS haben. Es wird sich 72 Stunden ohne Gasnachfüllung in der Lust halten und jeder auf dem Meere herrschenden Windstärke trotzen können. Ebbcrg. Wss v , 110 den -h- älfnf« ~ ®'e"6tag _ T« wRj* * ,9lntt einlabet e.'“? 6,8 ccl- D-. 66 u"b feine d-r ibft e Xmb ghS.”” r-i-d- ' tt sich arn Snni0 ;01? unter. •Dlut, den ums Lebens' du Hilferufe de-N? ^ngen- öooten Verunglückten D Rheinhessen. Schliß, 6 “J ,r b« SBaben g'e kommen konnte. H, °er lozialdemokralischen .hen^brllchen Geineinderaten iffau. Juli. In den Adler. un9 der Nachtschichten etwa 3m Stadtteil Lberrad schloß mögenden 71 jährige Greisin eiile nachmittag ein mit fünf wer konnien gerettet werden, etabtteil Oberrad, ertrank. en. >i.Tie Frankfurter Lo- )aft teilt uns mit: Ta die Aaste enthaltene Mitteilung, gen es den Bemühungen des b. ö. gelungen fei, eine Lind b dem Personal herbeizuführen, auf, dieselbe zu berichtigen, in- Verhanblungen mit dem Oberstunden haben, da nach Ansicht lung von dritter Seite zur Bei- edurste. Tie fernere Angabe, daß gemeine Lohnerhöhung und Ur- ift ebensalls unzutreffend, da den cks seitens der Verwaltung aus- e nid)t in der Lage sei, eine all« vie/mehr sich Vorbehalten müsse, iz stall je nach den Leistungen jättenüetjonal eine allgemeine • U worden, sondern nut den- ebilbet sind und Führerdtenste :!stättenprrsonals zutrisst. fitzten. I Stiftungsfest beging gestern Schauturnen der Zöglinge q des Turnwrts 5t- *5 gelungen, m torsüglit™ und ernteten reichen »ew. ^schlub^der SeieT—____ «d» « :(1q(legt '•Qt- ™ |en ®(itbeu n ber ermoibele em= eine i balle. ® “ L w«r die ,6,«, «bet um H «ngeri^tele . 2""'"".« wö-den »d bi« L-ZS» i'ä-Sss SfÄS'S fsSessgh iSSfeS' i«"' KÄfftSSiS* laben ÄßbruW iii< 6,Ln ka"n. , bettest''' s ^leicbe zu,'. qen>eie r'sZAK- Dcr Führer des Wagens setzte rechtzeitig die Fangvvrrichtmrs in Tätigkeit. Der Verunglückte erlitt Kopfverletzungen und Abschürfungen an beiden Händen. * Die 11. internationale Tuberkulose-Kon- ferenz findet vom 22.-26. Oktober im Reichstagshause zu Berlin statt. ' Heber Gurgel p. Ein einfaches Verfahren, um festzu- stellen, ob falsch oder richtig gegurgelt wird, hat Dr. Kassnitz- Badcu-Badeu nach vielfachen Versuchen gefunden. Wie er auf der XX. Tagung des Vereins Deutscher Larvugologen muteilte, läßt er z»l dem Zwecke das Waffer in den Mund nehmen und gurgeln und daun a sagen und darauf sofort den Kopf nach vorn halten. Fließt das Wasser bei „Kopf nach vorn* aus dem Munde heraus, so hat der Kranke falsch gegurgelt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber kemerler Verantwortung.) Gießen, 28. Juli. Tie ganze verflossene Woche war Nacht für Nacht in der oberen Ludmigstraße ein Gebrüll und Geschrei, daß man im Zweisel war ob dasselbe von menschlichen Stimmen her rühre. In der Nacht von gestern auf heute hatte man nicht nur das Vergnügen das Gebrüll anzuhören, sondern auch eine regelrechte Keilerei zu beobachten, und zwar zwischen 2 und 3 Uhr. Giebt es denn keine Mittel um diesen geradezu unerhörten Zuständen Einhalt zu gebieten? Muß der ruhige Bürger und der Lrauke sich von solch roheu Burschen seine Nachtruhe rauben lassen? 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