r- 'M ■ ■: ■. I Erstes Bfott Donnerslag, 29. Mm 1915 ns ?-Beriniid)te§fl unb Anzeiger Gießen. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. -sr? kMl.» £31 na gebrach« zu, gcbung nach zarter uiib Or-1 bcä „Offertorium,", Goetz ton",, oE®5 MM? Bezugspreis: monatlich 75Ps., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Ps., ausivärts 20 Psenriig. Chefredakteur: 21. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August ttr. ,23 Der Gkehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätter: zweimal wöchentl.Ureis- dlattsür den Ureis Eiehen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land- wirtschasilichc oeitfragen Ferusprech - "Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: GLeszenee A^onzerLvereLn. 10. Konzert. Requiem von H. Berlioz. Gießen, 28. Mai 1913. Die diesjährigen Darbietungen des Konzertvereins, die in der Beethovenschen Missa svlenis gipfelten, fanden heute einen würdigen Abschluß in der Ausführung der großen Totenmesse von Verlioz, die ja auch musirgeschichtlich durch innere Zusammenhänge mit der Missa .verknüpft ist. Berlioz, obgleich Franzose ci'.rd) und durch, hat doch in deutschen Musikern: Gluck, Weber und besonders Beethoven seine Vorbilder gesunden, die er mit Leidenschaftlichen Ucberschmang zu erreichen, ja zu überbieten «ilchte. „Aus unserem Deutschland herüber," sagt Richard Wagner. J)at ihn der Geist Beethovens angewcht, und gewiß hat es Stunden gegeben, in denen Berlioz wünschte, Deutscher zu sein. Sowie er aber die Feder ergriff, trat die natürliche Wallung des französischen Blutes wieder ein." „Je suis nn crescendo de Beethoven", sagte einmal Berlioz von sich selbst — was wir nbeö nur nach der äußeren Seite hin gelten lassen können, in- I^ferne er in der Tat die Aäusik, speziell das Orchester, in den Darfteslungs- und malerischen Ausdrucksmitteln bereichert hat. Er ist der eigentliche Begründer der „Programm-Musik"; Wagner. Liszt und alle Modernen haben in der Instrumentation, wc- imtlich von ihm gelernt. "Auch als Musikschriftsteller hat er fruchtbar gewirkt. Seine Vorliebe für das Groteske und Bizarre, leine geniale Sprunghaftigkeit und Erfindungsfüllc machen seine Kerle durchweg interessant und packend, wenn auch manche seiner g^ucht originellen Einfälle die Grenze der Geschmacklosigkeit streifen. Mit seinem maßlosen Drang zu ausgeklügelten Klang Wirkungen und zur Häufung der äußeren Mittel hat er nicht günstig auf die moderne Musik eingewirkt. Nichtsdestoweniger bleibt ihm der Ruhm eines ebenso hochbegabten als ideal stre- bendeii Künstlers, dem die Musik eine Reihe bedeutender Werke und eine Erweiterung ihres Ausdrucksgebiets zu danken hat — "La critique des däfauts soit abandannse par la fäconde critiquc des bemitss!" [Chateaubriand.) . Unter den zahlreichen Vertonungen der Totenmesse (wir nennen | Uur Mozart, Cherubini, Verdi, Lachncr, Rheinberger, Scholz, ik>el, Sgambati, Reznickek) sieht das Werk von Berlioz mit in Ater Reihe - - wenn es sich auch an Reife, Innerlichkeit unb MMütstiese mit Brahms „Deutschem Regniern" nicht messen kann, p ist eine verdienstvolle uno mutige Tat des Konzertvereins, - d<6 gewaltige Werl erstmals hier zur Aufführung gebracht zu bchcu, zumal eft mit seinem Massenaufgebot; bon C E !f o r c waren ganz vorzüglich einstudiert und sangen, von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, musterhaft rein, präzis und gut iinniicien; an einigen Stellen, wo der Komponist ein nahezu völliges Verlöschen der Stimmen wünscht, hätte die Tmi- gebung noch zarter sein dürfen, z. B. in dem herrliclzen Schluß h^. das mit Äußerster Kühnheit über nur zwei, Drgeskalender aus dem Jahre 1813. 2 9. Mai. Der preußische Rittmeister Colomb überfällt mit 90 Husaren an der fränkischen Grenze einen Transport von 18 Kanonen, 6 Haubitzen und 40 Munitionswagen, die eine bccherische Eskorte den Franzosen zuführen sollte. Die Geschütze werden demontiert, die Munitionswagen in die Lust gesprengt und 300 Gefangene fortgeführt. lehnskasse zu Erlenbach bei Fürth i. O d w. Durch das tragische Ableben des Rendanten dieser Kasse, des Bürgermeisters V i Hs ch-Erlenbach, war der Fall Erlenbach ein Fall für das Großherzogtum Hessen geworden. In die Erlenbacher Spar- und Darlehnskasse, die eine Bilanzsumme von rund 626 000 Mk. bei 45 000 Mk Geschäftsguthaben, 0000 Mt. Reserven, 8000 Mk. Betriebs- rücklage und einen Reingewinn von 4400 Mk. in 1912 ausweist, Würde zuerst Beunruhigung dadurch getragen, daß zum 31. Dezember 1912 18 Mitglieder, darunter mehrere reiche Mitglieder, ausschieden. Erwägungen innerhalb Vorstand und Aufsichtsrat der Spar- und 'Tarlehns- lasse zu Erlenbach, die offenbar die Bedeutung des einzelnen Mitgliedes für die Gesamtheit der Genossenschaft, selbst wenn es sich um einen reichen Mann handelt, überschätzten, reiften bei der Mehrheit der Vorstands- und Auf- srchtsratsmitglieder zu dem Plan einer Auflösung der Ge- nossenschaft aus. Mitbestimmend mag für die Stellungnahme der Mehrheit von Vorstand und Aufsichtsrat auch noch die gleichfalls überschätzte Bedeutung der Kündigung einer Anzahl Spareinleger gewirkt haben. Der verdiente Gründer, der Genossenschaft, der mehr als 20 Jahre das Rechneraml führte, Bürgermeister Bitsch, empfand das Mißtrauen gegenüber seinex Genossenschaft, wre es in den vereinzelten Kündigungen seitens Mitglieder und Gläubiger der Genossenschaft zum Ausdruck kam, so ungerecht und tief, daß er, soweit man sich seinen Entschluß heute überhaupt erklären kann, deshalb zu Anfang dieses Monats freiwillig aus dem Leben schied. Eine inzwischen dorgenommene Revision durch den Revisious-i verband,, sowie weitgehende Untersuchungen durch Vorstand und Aufsichtsrat, die Einforderung von Kontoanerkennt^ Nissen und Gegenbüchern usw. lieferten bis jetzt nur den Beweis, daß sich die Spar- und Darlehnstasse zu Erlenbach in vollständiger Ordn m n g befindet, ja, daß nicht einmal ein nennenswertes Risiko in den Ausständen liegt. Als einzig wünschenswerte Aenderung in dem Geschäftsgebaren der Kasse konnte bis jetzt nur eine Einschränlüng' res Veremsbezirks auf einen engeren Kreis, dem Zweck der ländlichen erpar- und Darlehnskassen entsprechend, festgestellt und in Aussicht genommen werden. Rach dem die für Sonntag, den 4. Mai d. I. in Aussicht genommene 'ordentliche Generalversammlung der Spar- und Darlehnskasse zu Erlenbach wegen des tragischen Ablebens ihres Rendanten verlegt werden mußte, trat am Sonntag, dem 25. d. M., die ordentliche Generalversammlung zusammen. Man hatte die für den 4. Mai in Aussicht genommene Tagesordnung beibehalten und nur einen neuen Punkt „Bericht über die Lage unserer Genossenschaft, eventuell Liquidation unserer Genossenschaft zum Zwecke der Einschränkung des zu weiten Vereinsbezirks" eingeschoben. Die Berichterstattung zu dem neuen Punkt hatte der erste Direktor der Zentralkasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, .Herr Mager aus Darmstadt, übernommen. Der neu eingeschobene Punkt wurde im Zusammenhang mit dem Rechenschaftsbericht des Vorstandes als erster Punkt der Tagesordnung erledigt. Der Berichterstatter ging auf die Gesamtlage des hessischen ländlichen Genossenschaftswesens im allgemeinen und der Spar- und Darlehnskasse zu Erlenbach im besonderen ein In der Aussprache trat.Herr Kaufmann Wetter- hah n aus Rimbach unter der wärmsten Anerkennung für die Erhaltung der Spar- und Darlehnskasse zu Erlenbach ein. Er führte etwa wörtlich ans: „sDer Mann, der für seine Genossenschaft gelebt, ja, für seine Genossenschaft gestorben ist, kann nicht genügend dadurch geehrt werden, daß man sich von den Plätzen für „Feuille- erhebt. Die einzig richtige Ehrung dieses Mannes ist die Erhaltung und der Ausbau seines Werkes." Neben anderen Rednern trat wiederholt und lebhaft für die Erhaltung der Kasse .Herr Kaufmann Hamburger aus Rimbach ein. Das Resultat des Berichtes und der eingehenden Debatte war der einstimmige, durch 168 stimmberechtigte Mitglieder gefaßte Beschluß, die Genossenschaft weiterzuerhalten. Der Beschluß wurde durch Bravo unb Händeklatschen aufgenommen. Der seitherige Vorstand und Aufsichtsrat würdigte die Stellungnahme der Generalversammlung dadurch, daß er, mit Ausnahme des 78 jährigen Herrn Attbürgermeister Wo lf-Linnenbach, seine Aernter beibehielt bezw. die Wiederwahl annahm. Daß zwischen der Genossenschaft und dem Herrn Altbürgermeister Wolf noch ein Vertrauensverhältnis besteht, geht daraus hervor, daß man dessen Sohn an seiner Stelle in den Vorstand der Spar- unb Darlehnskasse Erlenbach wählte. An Stelle des verstorbenen Rendanten Bürgermeister Bitsch wurde der seitherige. Vorsitzende des Aufsichtsrats, Bürgermeister Rettig ans Linnenbach, ebenfalls einstimmig zum Rendanten gewählt. In dieser Wahl kam ein schöner Beweis gegenseitigen Vertrauens zwischen dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und seiner Genossenschaft zum Ausdruck. Dankdirektor Mager ergänzte seine eingehenden Ausführungen, die unter den obwaltenden Verhältnissen die Erhaltung der Genossenschaft empfahlen, durch das Urteil zweier an dem hessischen ländlichen Genossenschaftswesen nicht direkt interessierter Herren, des Rechtsanwalts Dr. E. E. Hoffmann II. — Verwalter in dem Konkurse ! Nieder-Modau — und des Landtagsabgeordneten Prof. Justizrat Dr. Crüger in Charlottenburg, des Anwaltes der Schulze-Telitzschen Genossenschaften, der im „Gießener Anzeiger" seine sehr bemerkenswerten Darlegungen gemacht habe. Staatliche yiife für die hessische landwirtschaftliche Sentralgenassenschaftstasse? bs. Darmstabt, 28. Mäi. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute morgen eine Sitzung ab, die sich bis nach 2 Uhr hinzog. An dieser Sitzung nahmen die drei Minister unb eine >ganze Reihe von Ministerialräten teil, lieber ixte, Verhandlungen selbst soll Stillschweigen bewahrt werden. Der einzige Punkt her Besprechung aber war der Antrag der Kammer, betr. Beitrag der Regierung zu der neu gegründeten Zentralgenossenschaftskasse. Vom Finanzausschuß wurde heute folgender Antrag gestellt: „Der Finanzausschuß beantragt, die Großh. Regierung zu ersnchm, alsbald eine Vorlage einzubringen, wonach die Zentralkasse der Hess, landw. Genossenschaften aus den Vermögensbeständen der Großh. Hauptstaatstasse Mittel bis zu einem Betrag von 1 Million Mark zur Verfügung stellt und .geeignete Vorschläge für die Verzinsung, die Sicherstellung und die Rückzahlung dieser Mittel gemacht werden." Die Ntgiernngsantwort. Bon der Regierung ist folgende Antwort heute im Ausschuß gegeben worden: „Das Verlangen nach einem niedrig verzinslichen Darlehen aus der Staatskasse an die als Gelbausgleichsstelle für die landwirtschaftlichen Genossenschaften neu gegrünp bete Zentralrasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, e.G. m. b.H., läßt sich nur rechtfertigen im Hinblick auf die schwere Krise, die das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen in Hessen betroffen hat, unb auf die Aufgabe, bie sich die Zentralkasse gestellt hat, bem land- MW -Ä.MI Die Krifis im läiMchen SeMffeÄchüftsMM Hessens. Aus Darmstadt erhalten wir folgende Zuschrift: Schwere Wunden sind dem ländlichen Genossenschaftswesen in Hessen geschlagen worden. In den Kreisen der ländlichen ,Genossenschaften regnet man heute allgemein; damit, daß an dem Aktienbesitz unb eventuell an bem Guthaben bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank etliche Millionen verloren gehen. Größer als dieser Geldverlust ist für unser ländliches Genossenschaftswesen die Erschütterung des allgemeinen Vertrauens. Eine tiefgehende Erregung geht durch unser Hessenland. An die Stelle blinder Vertrauensseligkeit ist teilweise unbegründetes Mißtrauen nach allen Seiten hin getreten. Die Volksleiden-' schäft wird durch fahrlässige und nicht» selten absichtliche Verbreitung übertriebener oder frei erfundener Gerüchte über die ungünstige Sage dieser oder jener Genossenschaft noch unnötig aufgewühlt. Pfiffige Geschäftsleute glauben, daß jetzt die Zeit gekommen ist, Gebiete zurückzuerobern, welche die Kredite gmossenschaft unb der Landwirtschaftliche Konsumverein mit Recht und zum großen stützen des Hessenlandes seit Jahrzehnten als ihr Arbeitsgebiet betrachteten. So mancher Geldmann auf dem Lande fände es auch nicht übel, wenn statt der Spar- und Darlehnskasse er wieder der Geldgeber für die kleinen Leute sein könnte. Solche Abhängig^ keitsverhältnisse sind bei den verschiedensten Anlässen auf dem Lande für den Geldgeber bequem. Hat so unser Hessenland seit Monaten neben der natür- lrchen Erregung den Boden für die gehässigste Verhetzung abgeben müssen, so scheinen in der neuesten Zeit doch wieder die kühle Abwägung unb der Verstand in den Genosseiv- fchaftsireisen die Oberhand zu gewinnen. Die Spar- und Darlehnskasse zu Armsheim in Rheinhessen hat den Geschäftsanteil vor kurzem so hoch festgesetzt, daß man ftwst gegenüber etwaigen weitgehendsten Verlusten bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank gewappnet sein wird. Die Spar- und Darlehnskasse zu B r an b au i. O d w., die unter ber Nachbarschaft von "Nieder-Mobau unb gehässiger Gegnerschaft früherer Freunde trotz ihrer vollständig klaren unb soliden Verhältnisse ebenso ungerecht, wie schwer zu leiden hatte, hat am letzten Samstag Beschlüsse gefaßt, auf Grund derer die am 31. Dezember 1912 «ms scheid end en, 20 Mitglieder an bem etwaigen Verluste bei der Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank teilzu- rehmen haben. Durch dies- Beschlüsse hat man nicht nur eine gerechte Verteilung der etwa kommenden Verluste erreicht, sondern man hat auch gezeigt, daß die Mitglieder von nennenswerten Verlusten nicht betroffen werden rönnen und daß die Einleger bei der Brandauer Kasse nicht das Geringste zu befürchten haben. Einen geradezu erhebenden Verlauf nahm am letzten Sonntag die Generalversammlung der Spar- und Dar- 994 107000 o4 6C4 769 13090) 918 98 50 103132 89 362 445 ,4 f93 25 [5001 111183 703 13 816 [5001 35 641 668 113000 88 244 - 69 203 «05 98 715.64 126 69 91 410 597 [10001 53 c-z 743 58 889 [10501 ) j 493 511 58 608 58 745 77 419 657 782 953 51 .1 [5091 86 -,‘j pW 12 1 029 34 8! ;)3 9#91 122101 11 14 223361 M w 124 «5 65 537 K 3 93 948 ' 127 - Ntz r.5 128*'" ■ H»' ,4 auigebeitt ist; Berlioz hat hier wieder eine originelle Idee mit rücksichtsloser Konsequenz durchgeführt: der Schluß des Satzes tzt eine der fernsten Partien des Werkes und läßt in seinem ver- llärenden Schimmer die vorhergegangenen Längen vergessen Besonders hervorzuheben ist, außer dem übergewaltigen „Dies irae" iwch die sehr trefflichere Wiedergabe des „Rex wemendae" mit den schneidenden, aver inhaltlich gerechtfertigten, Dissonanzen bei „stammis acribus", und den säst allzureich dagegen sich abhebenden Stellen „qm saloandosck Auch der breit ausgespoun-me, im Chor mehr populär sanghafte, in der Orchestrierung originelle und rpthnnsch schwierige Satz „Lacrimosa" wurde sehr güt vorgetragen. Eine dankbare Aufgabe für den Männerchor bietet der Satz „vostias" (und der Anfang des „Agnus"), wo die Ber- slarlung durch den Bauer'schen Verein zu besonders schöner Wir- lung lam; Berlisz hat hier einen seltsamen Orchestereffekt aus- gedaää: unter einem hohen Flöteu-Alkord ertönt ganz nnvcr- mittclt das tiefe B der Posaune; Berlioz meint, „der Ton der Jloten, durch eine unermeßliche Kluft von dem der Posaune getrennt, scheint solcherweise der in äußerster Höhe erklinaende Widerhall dieser Posaunentöne zu sein, bereit langsame Bewegung unb tiefe Stimme das feierliche Stillschweigen erhöhen soll,'womit der Chor bet den Worten hostias usw. unterbrochen wird" Man kann mdeß nicht sagen, daß^ gerade diese Stellen sehr glück- lich wirken. Das „Hosianna" wurde sicher und klangvoll durch- gestihrt — zeigt übrigens, baß Berlioz ber Fugenform innerlich iremb gegenüber steht; seine Stärke liegt auf ganz anderem Gebiet. Schon und zart gelang dem Jrauenchor bas wirkungsvolle leicht ctnganglicl e „Lmnclus". Ganz besonders zu loben' faubeu 5°tr bn. dem gesamten Chor, bie rythmische Präzision unb die sorgfältige Ausfprache; Stellen wie „Eck lux Perpetua luceat eis" haben wir noch taum irgendwo in so klarer und eindringlicher ^äwulM gehört! - Auch das Orchester (verstärktes Palmen- garten-Orchester unb Mitglieber ber hiesigen Militärkapelle) holt ffch vorzüglich; wie schön unb weihevoll ertönten z. B. die ^chtatkorbe zu Beginil des „Agnus bei" unb die vielstimmig feilten Violinen und Bratschen beim „Sanctus" Professor Trautmann, ber bas große Werk mit so viel JOingnbe und Verständnis einstudiert und geleitet hat, bars stolz aus btejen Abend sein. Um die Orgelbegleitung in achte sich Herr O. Gör lach verdient. Herr Obermusikmeister Löb er hatte bie Hreuublichkeit, bie Nebenorchester zu dirigieren, die besonders beim „Dies irae" eine so glanzvolle Aufgabe haben. Alle Mit- wirkenbeil dürfen des Aankes der Hörer versichert sein, die Ä1 ÄM em’?'!- ei« »«> en 1 ji-i, -13 b er, , n ii i,'r Olli bem tefie. «fA'i 2€,Dresden iugoZietz. istfetif ■ -Ti' =•; ■ yr, O30 1412» $ 'S 655 48 49 ly-J I Cf9 634 710 1 ü M 8« 64M in1557 96$ 735 chg .< 322 61 432 1 60 A , , ,.g 35« 1 151^,02030 71 j ■ ■ 1'53-46 22’23 <1 ■' 1 459 665 j M 68 92 B - g 059 93 15b] 1S8020 ii»30’«; - Ich-- [5901 828 ; tonol o-1 * (1nool “ ' 96 693 861 * hS-ä 0-1321 55 82 [16,| J 900,1;, ^7 Jjjfl ■'752 921 131153ck i 32938 59 U«X>1 1 132 i330.7] 434 541 ® .. iiK1 3 68 31-^1 ■ .,-543 694 '1».1| X "~-r '3eo 518 84 0 S98 622 69 38--; ;;[3000I chesterkrüften Schwierigkeiten bietet, die bei den hiesigen Raum-1 vom Chor durch etwa 140 Takte einförmig psalmodierten Tönen und sonstigen Verhältnissen nur durch besondere Umsicht unb ift- 5R.priint Kr»e ...r. Energie überwunden nxirben konnten. Freilich kann das vom Komponisten gewünschte Riesenorchester von zirka 203 Spielern (darunter 16 Pauken und zirka 40 Blechbläser!) selbst von größeren Städten kaum je aufgebracht, bezw. richtig ausgestellt werben. Doch hat man hier burch Verstärlung des Palmen- garten-Orchesters und Hinzuziehung unserer Militärkapelle einen Tonkörper zusammengestellt, der den Intentionen des Tondichters in ihrem berechtigten Kern wohl entspricht. Die vom Komponisten gewünschte und ursprünglich auch hier beabsichugte Aufstellung der vier Nebenorchester an vier getrennten Plätzen der Kirche ließ sich nicht durchführen. Die Sängerschar dos Akademischen Gesangvereins mußte natürlich mit den Orchestermasseil ins richtige Gleichgewicht gesetzt werden, was durch die sehr dankenswerte Unterstützung des Bauerschen Gesangvereins ermöglicht wurde. Das anfänglich sich aufdrängende Bedenken, ob denn die so gesteigerte Schar der Mitwirkenden in der Stadtkirche überhaupt richtig unterzubringen ist, wurde schon in der Hauptprobe glücklich beseitigt; es geht zwar enge, sehr enge zu und die Wucht der Tvnmassen ist bei den Kraffftellen so bei dem Dies irae — fast allzustark, aber eine gewisse Gewnltsainkeit und erdrückende Wirkung liegt ja an diesen Stellen ausgesprochener maßen in der Absicht des Meisters. — Die Aufführung verlies im ganzen außerordentlich gelungen. Schon die Hauptprobe, bie dankenswerter Weise öffentlich ivar, ließ erkennen, daß das schwierige Wert' eine ungemein sorgfältige und verständnisvolle Vorbereitung gesunden hatte. Der Solist des Abends, Hr. L. Rüge-Berlin, verfügt über einen wohlausgebildeten, weichen Tenor und schönen warm empfundenen Vortrag; das unausgesetzt in unbequemer Höhe sich bewegende, immer wieder bis zu H ansteigende „Sanctus" konnte freilich nur mit Anstrengung bewältigt werden — allein dies wird den wenigsten Sängern dieser gefürchteten Partie erspart bleiben; bas seltsame „Quid [um unser", das' so recht das Gepräge Berliozscher Eigenart trägt und in schroffer aber treffender Charakteristik daü Gefühl tiefster Verlassenh'it und Demut ausdrücken soll, wurde von Herrn Rüge vortrefflich auf- gesaßt und wiedergegeben. “,13 011 -1 ,v. F-Kz ■ u. Ul ■i in ’ VW eier LMM ' Anzeiger fßr Obechchen für die Tagesnunrmer Hotationsörud und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstrahe 7. rath; für „Stadt und bis vormittags s Uhr. Südingen: Nr. 269 G-schäsj-stell- Sahnhokstrahc 16a. L.z°ig°mZ?'H?B°ck. wirtschaftlichen Genossenschaftswesen aus dieser Krise unter tunlichster Minderung der zar erwartenden Verluste heraus- znhclfen und ihr ferneres Zusammenarbeiten iu ermöglichen. In der Annahme, dast der auf eine solche Beihilfe des Staats gestellte Antrag auch die Unterstützung des anderen Hauses findet, ist die Grvßch. Negierung bereit, diesem Verlangen zu entsprechen, insoweit es die Finanzlage des Staats .gestattet und sofern die Nückz-ahlung der darKuleihienden Beträge genügend gesichert werden Tann. Voraussetzung wäre allerdings, daß die Mehrzahl der seither der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbant angeschlossenen Genossenschaften der Zentrallasse beitreten und daß, die bereits vorl-andenen Hilfsquellen zunächst und in erster Linie in Anspruch genommen 1 verbeit. Hierfür ist der Zentralkasse bereits durch das Ministerium des Innern der Weg gewiesen worden. Es gehört dazu die Hilfe derjenigen Anstalten, die vor allem als Geldgeber langftistigen Kredits insbesondere Jmmobilienlredits in Betracht kommen, die Sparkassen und die Landeslstipothekenbank. Letzter^ ist zu weitgehender Hilfeleistung bereit. Es müßte daher von der Zentralkasse demnächst der Nachweis verlangt werden, daß durch) diese Hilfeleistung dem vorhandenen Bedürfnis nicht in vollem Umfang genügt werden kann. Nähere Darlegung der gangbaren Wege für Eröffnung eines Staatskredits muß nach Verhandlung mit der Zentralkasse und auf Grund der von dieser zu machenden Vorschläge der etwa einzubringenden Vorlage Vorbehalten werden. Hierbei ist die Negierung auch bereit, der Frage der Einrichtung einer Staatsaufsicht über die Zentrallasse näl)erzutreten, wenn die mit dieser Kasse einzulciten- ben Verl)andlungen eine rechtlich unanfechtbare und tatsächlich wirksame Grundlage für eine solche Aufsicht ergeben sollten." Das Plenum der Kanrmer wird am nächsten Dienstag zusammentreten. Die Erste Kammer der L a n d ft ä n d e wird dem Vernehmen nach spätestens Mitte Juni zur Abhaltung einer Plenarsitzung zusammentreten, um über den voraussichtlich von der Zweiten Kammer zu genehmigenden Ausschuss antrag aus Bewilligung staatlicher Hilfsmittel für die Zentralkasse der Hess. Ian bin. Genossenschaften Beschluß zu fassen. Hauptversammlung der landwirtschaftlichen Hauptgcnossenfchaft in Friedberg. F. C. Friedberg, 28. Mai. Unter dem Vorsitz von Schneider- lltphe sand heute hier die Hauptversammlung der ^ndwirtjchaftlichen Hauptgenossenschaft für die Provinz Obcrl^csscn statt. Nach dem Bericht des Revisors Heil betragen die Aktiva 246 876 Mk., die Passiva 283 716 Atari'. Zu der Unterbilanzj von 36 840 Mk. kommen noch 26675 Mk. Verlust von Darmstädter Anteilscheinen, 2000 Mk. Minderlvert des Inventars, 17 200 Mk. Verlust an Direktor Männcl, 2000 Mk. für aussichtslose Prozesse usw., so daß sich die G e s a m t u ii 1 e r b i l a n z au f 85 7 15 M k. stellt. Aus Mveifell)aften Prozessen stehen noch 7300 Mk. aus, die nicht ganz sicheren Außenstände belaufen sich ftuf etwa 11000 Mk. Nach Vorträgen des Direktor Philippi- Wohnback) und Rechtsanwalt Schröder-Friedberg über die Prozesse und Außenstände kam Revisor Keil zu dem Ergebnis, daß die UnterbilMpz etwa 90 000 Mk. ausmache. Landtagsabgeordneter Breidenbach--- Dorheim forderte Ausschluß darüber, ob Aufsichtsrat und Vorstand bereit , seien, die 21000 Mk zu zahlen, die sie zur Decklmg der Uirterbitanz von 1911 zu übernehmen sich bereit erklärt hatten. Es wurde weiter die Frage aufgeworfen, ob1 die Erhöhun g der Geschäftsanteile'«^ 3000 Mark allein genüge, um den Konkurs zu vermeiden, oder ob man nicht "auch die Haftsummen erhöhen müsse, da die 1912er Unterbilanz den vierten Teil aller Haftsummen übersteige, ein Umstand, der nach § 140 des Genossenschafts- gcsetzes den Vorstand verpflichtet, den Konkurs anzumelden Vorstand und Aufsichtsrat erklärten auf die Anfrage Breidenbach, daß sie die 21000 Mk. unter der Bedingung zahlen, daß die Geschäftsanteile auf 3500 Mk. erhöht werden und es zu keinem Konkurse kommt. Die Erregung über diesen Vorstands- und Aufsichtsratsbeschluß zeigte sich in ber Absti mmu u g. Nur eine Stimme fand sich für Er- hölchng der Geschäftsanteile. Damit hatte die Versamm uing ihr Ende erreicht. sich auch an diesem Wend wieder bewußt werden mußten, in welch hervorragender Weise die Musik in Gießen gepflegt wirb, speziell auch durch den Konzcrtverein, der es als eine schwer zu überbietende Leistung verzeichnen darf, in einer Saison zwei Werke von der Größe und Bedeutung der Missa solenis und des Requiem zu erfolgreicher Aufführung gebracht zu haben. Lord Avebury f. London, 38. Mai. Der Naturforscher Lord Avebury, der frühere Sir John Lubbock, ist gestorben. Wenn bei uns die Rede von Lord Avebury war, meinte man gewöhnlich Sir John Lubbock, den Darwinisten, Entomologen und Anthropologen, kurz den vielseitigen Naturforscher, der im Jahre 1900 als Lord Avebury ins Oberhaus berufen wurde, denn an§ den, Abschnitte seines Lebens vor dieser Zett stammen fast alle wissenschaftlichen Werke Lord Aveburys, die seinen internationalen Rus als Gelehrten begründet haben. Unter den naturwissenschaftlichen Gegenständen galt Lord Ave buryS Hauptinteresse den Insekten und ihrem Zusan,menleben mit den Blumen. Seine ausgesprochenen Lreblinge aber waren die Ameisen, und zu der Zeit/ als er seine erste große Arbeit über die Ameisen schrieb, hatte er ständig in seiner Wohnung einen Ameisenhaufen zur Beobachtung. Unter den Hauptwerken Lord Avebury? verdienen außer dem Bnche über Ameisen und Bienen die Bücher über die 'Metamorphose der Infekten, über Sinne, Instinkte, Intelligenz der Tiere nnd aui archäologisch-kultnrgeschichtlichen, Gebiete „bei- Ursprung der Zivil, fation und der primitive Mensch" hervorgehoben zu werden. Für die Engländer war Lord Avebury weit mehr als der große Gelehrte. Er war der Inhaber des großen Bankhauses „Rabatts, Lubbock & (Sc*.", er war ferner der erste Vorsitzende des „Institute os Bankers", einer der ersten Fachleute in allen Volkswirtschafts-, Münz- und Währungsfragen. Außerdem war er der Schöpfer zahlreicher Gesetze. In den letzten Jahrzehnten seines Lebens hat sich Lord Avebury der Philosophie in größeren, Maße z,«gewandt als früher, und eines seiner letzte«, Werke „lieber Frieden und Glück", das vor vier Jahren erschiene«, ist, kann vielleicht als philosophischer Niederschlag seiner gesamten Lebenserfahrung betrachtet werden. Berichtigung. In der gestrigen Thcatcrbesprccbung ist der letzte Satz des ersten Abschnitts verstümmelt wiedergegebe.n. Er muß lauten: von dieser schönen imb edlen Kunst ging in Deutschland, Frankreich und England mit der Verbürgerlichung der Gesellschaft alle Melodie und aller Inhalt, soweit nicht boden ständige Volkstänze in Frage kommen, bis auf wenige Airs nahmen verloren, und cs blieb nichts übrig als di- Bewegung der Beine, eine erstarrte Pose und eine nichtssagende, lächelnde Fratze Die argentinische ZonöerncsaMjchast beim Kaiser. Potsdam, 28. Mai. Di 2 argentinische S o n d e r m i s s i o n, sowie die russische, österreichische und württcmbergische Militärabordnung, welche als Gäste des Kaisers im Hotel Adlon wohnen, begaben sich heute vormittag mittelst Extrazuges nach der Station Wildpart. Der Kaiser empfing in der Uniform des 1. (SkirberegintcntS zu Fuß im Teehäuschen im Parte die argentinischen Herren. Ein argentinischer außerordentlicher Botschafter sprach den Dank für die Glückwünsche des Deutschen Reiches zum 100jährigen Bestehen der Republik Argentinien cms. Der Kaiser dankte. Hiernach nahm der Kaiser die Meldung der Abordnung des taifcrlid) russischen Leibgardegrcnadierregiments Honig Friedrich Wilhelm III., ferner der Abordnung des Kaiserl. und Königl. Infanterieregiments Wilhelms I., deutscher Kaiser und König von Preußen, Nr. 32, sowie der Abordnung des württember^ischeu Infanterieregiments Kaijer Wilhelm, König von Prcupen, Nr. 120 entgegen. Die Herren sprachen ihre Glückwünsche zum Regierungsjubiläum des Kaisers -aus und überreichten Gescheute. Hierauf empfing der Kaiser sämtliche Herren, die argentinischen und ftemden Offiziere in dem Tressenzimmer des Neuen Palais. Nach den Empfängen fand Jrühstnckstafel bei den Majestäten statt. Die argentinische Sondermission und die fremden Militärabordnungen verließen gegen 3 Uhr das Neue Datais in der gleichen Weise wie auf der Herfahrt nach Berlin. Zu Ehren der argentinischen Souderbotschaft fand abends beim Reichskanzler unb Frau v. Bethmann-Hollweg Diner statt. Protest aus ber elsatz-lothr. ersten Kammer! Straßburg, 28. Mai. Die Erste Kammer nahm mit allen gegen die Stimmen des Abg. Blumenthal und bei Stimmenenthaltung des Abg. Ruland das Bes o 1 du. n g s - gc setz nach den Beschlüsse)! der Zweiten Kammer an. Das größte Interesse erregte in der Sitzung ein Antrag, der sich gegen bic Ausnahmegesetze richtet unb der von 18 Mitgliedern ber Kammer unterzeichnet war. Der Antrag lautet wörtlich: 1. Die Kammer verurteilt aufs schärfste hie die Interessen des Landes schädigende), und die Weiterentwicklung ber Verfassung hemmenden Umtriebe e i n- feiner Politiker und Journalisten, sie kann aber nicht anerkennen, baß in deren Bestrebungen der Meiitungsausdruck ber elsaß lothringischen Bevölkerung ober and) nur eines erheblichen Teils derselben zu finden ist, sie hält vielmehr die Bedeutung, die ihnen vielfach, namentlich außerhalb Elsaß^-Lothringens, beigelegt wird, für übertrieben. 2. Die -.Kammer ist der Ansicht, daß dem gesunden Sinn der großen Mehrheit der Bevölkerung unb bem Statthalter gelingen werde, auch ohne außerordentliche Maßnahmen die von einer kleinen Gruppe ausgehende Störung der fortscyreitenben Entwicklung bes Laubes zu übernrinben. 3. Die Kammer ersucht baher die Regierung, von der Weiterverfolgung ihrer Absicht, Ausnahmebestimmungen bezüglich bes Preß- unb Bereinsgesetzes her- beizuführen, Abstan'b zu nehmen, zumal bieselbe au chiu ber loyal gesinnten Bevölkerung eine große 'Erregung hert'vrgerufen haben. Unterzeichnet ist der Antrag von bcm Abgg. Dr. Höf- fcl, Gras, And lau, Dr. Back, Bürst, Bian, Dr. Curtius, ® reiner, Guir, Leh, Miete, Müller, Dr. Rech, v. Rei nach, Dr. Sck;lummberger, Dr. SckM-ander, Ungemach, Dr. Vonberscheer unb Weißmann. ' Abg. Hoffet begrünbete den Antrag. Es gab eine lebhafte Aussprache. 'Die namentliche Mstimmung Über die einzelne), Absätze ha t t e ii das E rg e b n i s b e r Annahme bes ersten Absatzes mit allen gegen bic Stimmen der 9Lvgg. Arnim unb Blumenthal, Absatz, 2 mit allen gegen die Stimmen der Abgg. Lcivanb, von Moßner, v. Arnim unb Fritsch, Absatz 3 mit allen gegen bic Stimmen d. Labanb, v. An,im, Moßner unb Fritsch unb Blumenthal. 'Der ganze Antrag würbe mit allen gegen fünf Stimmen angenommen. Ferner wurde einstimmig ein Antrag angenommen wegen Straferlasses für bic wegen Verletzung der Wehrpflicht bis zum Jahre 1890 Bestraften. Unter ben Zuslimmcuben befinden sich die Generale a. D. v. «Moßner unb v. Arnim. - Berlin, 29. Mai. Die natioualliberaleFrak- tio it trat am Mittwoch abenb zu einer Besprechung zusammen, um Stellung zu nehmen zu der Anfrage wegen der Ansnahmebcstimmuugcu für Elsaß-Lothringen. Nach der „Post" nimmt man in parlamentarischen Kreisen an, daß ber Antrag ber Straßburger Negierung im Bunbesrat keine Mehrheit finben wirb. Antimilitarismus in den Lehrervereinigungen in Frankreich. Paris, 28. Mai. (Sena t.) Bei ber Beratung des Unterrichtsbudgets fragte Lamarzclec (Rechte) den Minister über den Antimilitarismus in ben Lchrcrvcrcinigun- gcn. (Unterbrechungen links, Rufe: 9hir eine kleine Minderheit ber Lehrer ist unpatriotisch!) Der Anfragesteller unterstrich seine Ausführungen und versicherte, die Frcunbschafts- bünde ber Lehrer gehorchten blinb einigen Synbikalisten, die mit bcm Arbeitsverbanbe eine Verbindung unterhielten. — Barthou erkannte an, daß die Lehrersyndikate ungesetzlich seien, und erklärte, es sei eine unzulässige Forderung der Lehrer, sich dem Arbeitsverbanbe anschließen zu dürfen. (Beifall.) Auf Grund des Gefetzes von 1894 sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Wenn bas Gesetz als ungenügenb erkannt werbe, so lverbe bic Regierung neue Gesetze fordern. (Beifall.) Uebrigens wiesen bic Freunb- schaftSbünde ber Lehrer ben Antimilitarismus zurück. Der Ministerpräsibent schloß, indem er ausführte, bas Lanb habe auf den Ruf der Regierung gehört, als sie bic Verlängerung der Militärdicnsthcit geforbert hätte, unb bic Lehrer würden ben Notwendigkeiten des Augenblicks Rechnung tragen. DcutscL^es Neieh. Der A e l t c st e nr a t des Reichstags 1 ratsam Mittwoch vor der Plenarsitzung, nach -Abschluß der- Sitzimg des Budgetansschusses, zusammen und bcsck)loß, die ganze nächste Woche sitzungsfrei zu lassen. Am Montag und Dienstag der näd)ftcn Woche wird auch ber Bubget emSschuß keine Sitzungen abhalten, und zwar mit Rücksicht auf die preußischen Landtagswcihleii, die die Anwesenheit vieler Lll'geordneter in der H-eimctt erfordern. Die zweite Lesung der W e h r v o r la g e soll erst in der über- nächsten .Woche iwL> zivar am Dienstag, 10. Juni, beginnen. Sollten die Frcrktionen mit diesem Termin nicht ohne weitere Erörterungen eintierftanben fein unb eine Geschästsordnungsaussprache im Plenum darüber wünschen, so würde diese nm Montag, 9. Juni, am Schlüsse ber Sitzung, durchgeführt werben. In bieser Woche sollen außer bcm Staatsangehörigkeitsgesetz noch bic vorliegenben Heineren Gesetzentwürfe (Weltwechselrecht, literarisches Abkommen mit Rußland) unb am Enbe ber Woche bic Anfrage über die elsaß-lothringischen Ausnahmegesetze aus bic Tagesordnung kommen. Aus Stnöt usiv Land. Gießen, 29. Mai 1913. ** Tageskalenber für DonuerSkag, 29. Mai: Vortrag des 65ei«einlicfrctär§ Te. Linse: „Die politischen Parteien." Abends 8V, Uhr im Hole! Großherzog. * •• Lehrerpersonolicn. Der SchulamtSaspirantin SOI arg. 91 n t ro e i (e r a««§ Weiher würbe eine Lehrerinstelle an der Gcincinbeschlile zn Viernheim und dem Lehrer 9llex. Zcrban zu Worms eine Lebrerstellc zu Essenheim übertragen. — Erledigt ist die 2. Schulstelle zu Gedern. Mit ihr ist die Hälfte des Crgnniflenbienflt’5 verbunden. Dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode in Gedern steht das PräscntationS- rccht zu. ** Ein neuer Eilzug Gießen-Frankfurt und umgekehrt. Auf Anregung bes Abg. Grünewald wurde folgende neue Eilzugsvcrbinbung geschaffen, auf bic wir befonberd aufmerksam machen, ba bas neue Zngspaar noch nicht genügend bekannt sein bürste. Auf der Strecke Frankfurt (Maiu) -Gieszen wird vom 1. Mai d. I. ab zunächst für bei« Sommer zur Ausfüllung der Pausr zwischen den schnellsahrenden Zügen am frühen Nachmittag ent neues Eilzugpaar E 107 108 eingelegt. Der Etlzug 107 fährt nach Aufnahme des AuschUlfses vom Zuge E 9 von Basel-Darmstadt, Frankfurt ('Main) au 202 91., um 2" N. in Frankfurt ab und trifft um 319 P. in Gießen ein zum 9lnschluß an ben in der Zeil vom 1 Ma« bis 30. September um 33» 91. in Gießen abführenden Schnellzug D 147 Eobleuz-Easfel-Berlin Pots. Bi. Ter Gegenzug E 108 verläßt Gießen um 3 mih bcm eine Weinallsstellung verbunden ist, die Kosten übernommen« M, bl).( «,»® te»«* bt D»kenki-»' Heute । Mi eitlem 2 Sin seine»' nn.S S3irf MH- Makime seiner Fami g Ma mich si>r ® nne nflighi gewehrab onordneftn Mnnschasie Dtrroölln»«! sonstigen -er Aussetz"! nn die Jage Tebände foi her Kaserne, zum größten andere? stad untergebrachl licher Rads und wurde I (Sronbi mttalt, ist d der rot einig der'Unters Ür Mich g die Belvhmir Zimmermann mrbc bereits einiger Zeit sängig ton i fc. Wi ichaftstag ichastliche i Wiesbadc ■Ium der 5 lichen Teno Für die Ve Wößcheil' h- ba der bekannt lirkoigc erbe 8DHg ringe fine tetfjn "Mer Gntx W iu§a ff ja fori 2*6 Linie er Jäen «jegeber «mahter »Wen Re HI drinz- '?^lich nach i Nm.Zeft i S M^enla JJtrroorren, 2 feinen 2 onJ?tQnntc 835nen; ■ ^KltNis zu ' ütn nicht LunschÄ üSrt v. Canter, Rumpler-Taube . . 0,8 3. Suvelack, Kondor-Eindecker . 57,2 ■Kindermehl -Kranwiikort WM Mottenäthe Gießen, den 29. Mai 1913. 3530 Das Beste für die Hautpflege ist: IRr31it Kränzeu.Schleier I Dl duU^ga]ornon & Qjp | ....... Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft, Chnrlottcnban*, Salzufer 16. Abteilung Lanolin-Fabrik Martinikonfeldc ■ 1. 2. 4 11 Tonnevert, Nuinpler-Tonde . Soinmer, Euler-Doppeldecker Zwickau, Mars°Eindeckcr . . llm- gerechnete, reduuerte Flugzeit 239,2) 245,8) 30?,9) 127,1) 152,4) 136,0) Weine Flug- Seil Teilnehmer und Apparat. (129,5 (160,1 (148,7 1. 2 3. 4. 589.5) 476,0) 483,9 > 492,4) 460,7) 475,0) 432,6) 426,7) 457,7) 7,1 32,4 44 7 29 36 49 50 Bestbewährte gesunde und magen- darmkranke fl Gesamt-Flugzeit mit Reparaturen und Zwischen- landunaen 10 16 17 17 19 Etappen legten 3 59,2 r h> Hlft ' (599,7 (519,5 (508,4 (547,6 (455,5 (483,2 (440,1 1422,0 (465,4 zurück: (243,3 (244.9 121 Haupt- und 128 Nebenkarten mit 5 Textbeilagen und alphabetischem Register aller auf den Karten und Plänen verkommenden Namen In Leinen gebunden 15 Mark Prospekte sind kostenfrei durch jede Buchhandlung zu beziehen. 2 2 16 32 Um nicht minderwertige Nachahmungen zu erhalten, achte man stets auf den Namen „Dl*. WClDFCiCh^. Nahrung für: sowie schwächliche, in der Entwicklung zurückgabliebene Kinder. Einbruch in einem Bankhaus. Aus Hamburg wird gemeldet: Gestern Nacht wurde in dem Bankgeschäft von 41501 n, in dem Glockengießerwall, ein Einbruch festgestellt. Wäh- rend ein Schutzmann gerufen wurde, fiel ein Schutz. Vor dem an^ebohrten Geldschrank ist die Leiche eines 25jährigen Mannes gemndcn worden. Einem Zettel (?) zufolge ist er ein aus L>udende stammender Privatier. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme bei dem Hinscheidcn unseres lieben Verstorbenen sagen herzlichen Dank Die trauernd Hinterbliebenen. I. d. Namen: Gustav Schneider, Gr. Forstmeister. Amtlicher Wetterbericht. ^öffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Freitag, den 30. Mai 1913: Zunehmende Bewölkung, meist trocken; ivarm, Gewitter. 28,5 35,1 37,9 59,9 30,7 2 16,6 19,3 31 Arbeiterbewegung. h. Hanau, 28. Mai. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der bekannten Zigarrensabriken von P. G. Hof sc sind infolge erheblicher Lohnkürzungen in eine Lohnbewegung eingetreten. Nb. ' J?Qi 1918. Rheumatische Schmerzen.Reissen, Hexenschuss, «n Apoiheken Flasche M 1,30. Nähr- 3382 Ferien. Glas Mark 3.-. Lldler-Drogerie OttoSchaaf b*A Lanolin tarn Zu haben in den Apotheken und Drogerien. _... ,, - - Etappen legten zurück: Dlddcssen, Mars-Eindecker 'Heiie 'M. Kartchkln flH7l Pfund 12 Pfg. Lillnytr-Milta Ä. MatjesHeringe WU Erhellen, Ä ft« Snlzbohncii ^a. Eoliflurfcnp. M.SPsli. Preißelbeere»ÄkTo lakob ßlaternns. bnr •? Ul'd ein, „Pfeilring“ in Tnbcn und Dosen. Schneeweiß gebleicht und gereinigt ist iede Wäsche, wenn sie nach Vorschrift mit Giotil '/, Stunde gekocht wird. .Stein Anseisen, kein Reiben, keine Rasenbleiche mehr nötig. Absolut unschädlich für die Wäsche, kostet Giotil nur A) Pfg. per Paket. Fabrikanten Hanauer Seifenfabrik I.Giotb, G.m.b.H. Alleinige Niederlage: Wilh. Wagner, Gießen, Steinstr. 45. |D2A 6. v Beaulieu, Albatros-Doppeldecker ......... 7. Thelen.......* 8. Eoerver, Ieanuin-Taubc . . 9. Slaftner, Albatros-Taube . . II. Die ersten beiden 1. Freiherr v. Thüna, L. V. G. Doppeldecker...... 2. Freiherr v. Haller, Otto- Doppeldecker ...... Prinz-Heiiinch-Llug |y|3. (Technische Uebersicht.) Eine technische Veranstaltung, die Ivie diese in durchaus sinn- gomltzer Erweiterung des Programms, aitf die Erfah-rungen der Woriahre ftlßenb, durch ihre Ausschreibungen die deutsche Flug- techmk zu fördern sucht, eine solche Veranstaltung verdient in eriter Lime einen technischen Rückblick, der in folgenden kurzen Worten gegeben sei. Um der T ou r e n - F l u g ma 's ch i n e, bereit folgerechter Ausbau Zweck und Ziel der Veranstaltung ist, mit überstarken Rennapparaten, gleiche Gewinnchancen zu erteiPm m beim Prinz-Heinrich-Flug die Bewertung der Leistungen nicht lediglich nach der zur Zurücklegung der einzelnen Etappen benötigten Zeit vorgenommen sondern diese Gesamtzeit wurde zer- IeSt rn die r e ine und „di e Zeit, die für Reparaturen und Zwischenlandungen aufgewendet wurde". Diese Zeit wurde voll zur Anrechnung gebracht, die andere dagegen einer Reduktion unterworfen, durch die man die versclpeden großen Motorstärken der einzelnen Apparate auszugleichen suchte. Es mürbe zunächst ols sogenannte Normalbelastung für den 100-P8.-Motor 200 ko- iangenommen: jeder andere Motor erhielt eine Belastung, die im Verhältnis zu einer Wertziffer umgerechnet war, die wiederum dem Ueberschuß nimmt der deutsche Weinbauverband zur Hälfte, doch nicht über 2 000 Mk., teil. Beim letzten Wein- knnikongreß hat die Stadt einen Ueberschuß von 11 000 Mk. erzielt. Der Sitz des neu gegründeten Deutschen Weinbau- pttbatides ist in Mainz. — Der Einführung von Wocheu- katcken bei der Straßenbahn wurde zugestimmt. — Für den Ausbau der Zufahrtsstraßen nach dem neuen städtischen Krankenhaus wurden 166 500 Mk. und für den Ausbau der Wiesbadener Straße in Mainz-Kastel 21 000 Mk. bewilligt. — Heute nachmittag 6 Uhr wurde auf der Straßenbrücke naö^Kastel der 35jährige Viebtreiber Martin Heß von hier von einem Automobil überfahren und lebensgefährlich verletzt. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. nn. Bürstadt, 28. Mai. Der verheiratete Bäcker und Wirt Wilh. Merkel von hier ist seit einigen Tagen unter Mitnahme eines größeren Geldbetrages und Hinterlassung seiner Familie spurlos verschwunden Hessen-Nassau. [] Marburg, 28. Moi. Die Heeresvermehrung bringt mich für Marburg eine Vermehrung der Garnison und zwar eine neugegründete Radfahrer- und eine Maschinengewehrabteilung. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten beschäftigte man sich mit der Frage, wie die Mannschaften untergebracht werden. Dem Antrag der Militärverwaltung wegen der neu zu erbauenden Kaserne und sonstigen Gebäude wurde schließlich zugestimmt und bezüglich der Aussetzung eines Oberstocks und Anbaues eines Flügels an die Jägerkaserne der BesHluß ausgesetzt. Die sämtlichen Gebäude kommen auf den Kmupfrasen in unmittelbare Rühe der Kaserne. Bis diese fertig sind, werden die Mannschaften zum größten Teil ins alte Waisenhaus, die Fachschule, in ein anderes städtische? Gebäude und der Rest in Bürgerquartieren untergebracht. — Bei Dreihausen geriet gestern ein jugendlicher Radfahrer unter die Räder eines Steinfuhrwerks und wurde lebensgefährlich verletzt. .Äro.^.'er28. Mai. Wie her ,,Kronberger Anzeiger" mattem, ist die Putzmacherin Frl. Helene Junker, eine Nichte ocr vor einigen Monaten ermordeten Witwe Zimmermann, aus •tr U 5 r s u ch u n gsh a f t entlassen worden, nachdem es ihr endlich gelungen war, ihr Alibi n ach z u weis en. Daß die Belohnung für die Ermittelung des Mörders der Fran Zimmermann von 1000 am 1500 Mark erhöht worden ist, wurde bereite mitgeteilt. Diese Erhöhung war übrigens vor einiger Zeit von der Polizei beantragt, und zwar ganz unabhängig von den inzwischen gemachten Erhebungen. fc. Wiesbaden, 28. Mai. Der 30. Genossenschaftstag des Reichsoerbandes deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften findet vom 16.—19. Juli in Wiesbaden statt. Gleichzeitig begeht sein 25jährige§ Jubiläum der Revisionsoerband der Nassauischen landwirtschaftlichen Genossenschaften. Das Programm steht nunmehr fest. Für die Versammlungen hat der Magistrat das „Paulinen- , schlößcheirt zur Verfügung gestellt. fl" vierter, völlig neubearbeiteter Auflage Ist erschienen: Der Friedensvertrag fou morgen unterzeichnet w e rd-e n. London, 29. Mai. Die „Times" ist sicher, daß der Friedens der trag morgen von sämtlichen beteiligten Regierungen unterzeichnet wird. Meise eines Zeppelin-Luftschiffes nach Wien, ^.^^odrichshafen 29. Mai. Das Luftschiff Sachsen m Baden-Oos, zur Fahrt bereitstehen. Es wnd beabsichtigt , unt dem Luftschiff Sachsen die längst geplante ähren äßien 8u machen und dann nach Berlin zu Bekämpfung der Malaria. . . ® -29. Mai. Unter dem Vorsitz des Ministerial- direltors Kirchner fand heute eine Besprechung über die Bekämpfung der Malaria statt. Dabei wurde die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Malaria gegründet. Letzte Nachrichten. Annäherung Numäniens und Bulgariens. Bukarest, 29. Mai. (Priv.-Tel.) Mit der An- nahme des Petersburger Protokolls int rumäni- '.chen ^enat tft dtebulgarisch-rumänischeStreit- rtelöft. Es verlautet, daß zwischen beiden Staaten bin Abkommen getroffen wurde, daß Rumänien BulgartenbeiseinenStreitigteitenmitSer- bten und Griechenland unterstützt und dafür entsprech end entschädigt wird. Der serbische Ministerpräsident über das Verhältnis zu Bulgarien. -öh der serbischen Skupschtina beantwortete am Mittwoch MiNlfterprandent P a s ch i t s ch die Anfrage über die äußere Politik der Regierung mit einem Expose über die äußere Lage. Er sagte u a r 1 e n Ucfjcn wir als Verbündete in freund- dbziehunFen. Das serbisch-bulgarische Bündnis dient als Grundlage für den allgemeinen Ballänbunb. Die Regierung hat ihre Bundespflicht treu erfüllt, weil sie von der lieber Beugung durchdrungen war, daß Treue und Gewissenhaftigkeit endlich an- erlannt unb belohnt werden müssen. Der Vertrag kann nicht in einem Punkte Gültigkeit behalten nach einer fundamentalen Wandelung aller anderen. Tie serbisch-bulgarischen Differenzen beichranken fich nicht auf die Deutung der Anwendung des Vertrages, sondern drehen sich um die Frage, ob der Vertrag 1 t 0 de r n i ch t, weil tatsächlich viele eingegangene Ver- unerfüllt geblieben, viele vertragliche Lasten und Pflichten Nickst geleistet worden sind und tatsächlick-e Kriegserrungen- ichasten hauptfachlich durch die äußeren Einflüsse wesentliche Aende- rungen erfahren haben. Nach dem Vertrage hatte Serbien ein aut a b r i a t i f tf. e ö Küstengebiet. Es hat infolge dev Einschreitens der Großmächte diesen Anspruch ini Interesse des Bundesgenopen geopfert und sonach Anspruch auf Ersatz dieses C V 1 u ) t c Bulgarien war durch den Bündnisvertrag und die Militärkonvention verpflichtet, 100 000 Kombattanten auf den Kriegs- Laar r!u Entsendeirt ledoch kurz vor Beginn des Zrtieges am unb ,la; September verlangte Bulgarien, von dieser Berpfllchtung enthoben zu werden. Serbien stimmte zu, mußte aver infolgedessen sein eigenes Heer auf über 400 000 Mann er- l)al)en. ^m oertaufe des Krieges zeigte sich ferner, daß Bul- ganen selbst nach Transferierung seiner Wardararmee an die Maritza Nicht genügend Kräfte hatte, um die Türkei zu besiegen und den uneben zu erzwingen. Deshalb mußte Bulgarien Dilfe von Serbien verlangen. Diese von Serbien geforderte Hilfe toaL em Bündnisvertrag nicht vorgesehen. Alle angeführten Gründe veranlaßten uns, eine Revision ar tragesE zu fordern. Serbien ist auch in diesem Augenblick noch von freundschaftlichen Gefühlen gegen den Bundes, genoffen erfüllt, wo es die Revision des Bündnisvertrages for- Flurgarderoben1 ständeru. Spiegel Ph. Henkei i Möbel-Handlung 14 Sonnenstrasse 14 Neue Näder, pr.Qual.v.36.^ aufiu. Lohse, Kreuzpl.91.1^°«' VermssehLss. * Unfälle durch Blitzschlag. Aus Gera wird gemeldet: In Rückersdorf traf der Blitz drei Lehrer die sich auf dem Heimweg von einer Konferenz befanden' Der eine wurde getötet, die beiden anderen schwer verletzt. Bei Segg erde wurde ein auf dem Felde arbeitendes Mädchen vom Blitz erschlagen, ein anderes betäubt. haltun"enahren 1&Ut Attest des Oberhofmarschallamtes von den Hof- Sr. ßÄajestät dies ^aise^s zahlreichen anderen Hofhaltungen, militärischen Bekleidungskammern Ä ^clenÄf^Privathaushaltungen ständig verwendetes, zuverlÄS" ottenschutzmittel. Zu beziehen durch alle besseren DrogtP iien, Apotheken, Parfümerien in F aschen ä M. 125 2— 3 56 nndR Zerstäuber ä M. 1.10 und 2.-. 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Eine Wbremsung des Motors iw Flugzeug vor dein Start bedeutete nicht nur eine außerordentliche Belastung der Oberleitung, sondern hätte auch wirllich große Schwierigkeiten durch Äerbeischafsung der nötigen Meßgeräte gemacht. So blieb denn als einfachstes Mittel die Berechnungs^ methode mit der Annahme eines m i t t l e r e n K o l b e n d r u ck e s und einer m i t t l e r e n U m d r e hu n g s z a h l, für welche Punkte ia schon eine ganze Reihe Erfahrungen vorliegen. Wenn man Die folgende Tabelle kurz überblickt, so sieht man jedoch ohne wci- vClm V1 c ^diglich für das Fliegen .aufgewendeten Zeiten und das Ergebnis kaum in irgend einer Weise bc- cmfluncu. Der Sieger hat etwas über 10 Stunden für alle Drei Etappen benötigt und dafür auch etwa 600 Minutm reine tflugaeit verwendet, die bei der Umrechnung auf den 95-P8-Motor uiit einer Wertziffer von 0,983 nur auf etwa 590 Minuten, also rund 10 Stunden, reduziert ist. Die beste Flugzeit hatte Leutnant Eoerver mit 422 Minuten, d. h. mit etwa 3 Stunden weniger als der 'äicger. Dafür verweiidete er aber für Reparaturen chenlandiingen etwa 42 Stunden, wodurch er erst an 8. Stelle kam. Die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit der llcaschine tomutt also gerade in der für Reparaturen und Zwischenlandungen aufgewendeten Zeit in erheblichem Maße zum Ausdruck und die llelnen Zeitgewinne während des Fluges, die sich durch vellere Orientierung unb höhere Eigengeschwindigkeit ergeben, tonnen die oben angeführten Verluste niemals wieder ausgleichen. So ist denn auch als Sieger aus dem Gesamtwettbewerb Leut- uant Uantcr mit einem normalen Eindecker hervorgegangen, d h c Tourenflugmaschine hat den Kampf mit dem Rennapparat erfolgreich bestanden. . ^er mich der rein technische Fortschritt gegen das Vorjahi' trat deutlich zu Tage. Die damals noch vertretenen veralteten Lhpen wareii ui diesem Jahre moberuen Neukonstruktionen ge- ?c Streben nach gesuchten Neuerungen lebiglich tonstruttive Verbefferungen zeigten. So waren bis auf zwei Ausnahmen alle Maschinen durchweg mit einem geschlossenen boots- formigen Flugzeugkörper ausgerüstet: Ein- und Zweidecker unter« fdueben sich lediglich noch durch die Zähl ihrer Tragftächen. Bei allen diesen Konstruktionen, die ja eine gewisse Komfortabilität für die Fahrer mit sich bringen, war der Motor am Kopf mit fest aekuppeltern Saugpropeller angeordnet: hinter ihm waren die -^tze geschuht eingebaut und größtenteils zu Füßen der Fahrer das Benzliigefaß montiert. Der Rumps, dem sich die Schwanz- und Steuerflächen organisch anschlossen, sttitzte sich auf das robuste Fahrgestell, deffen möglichst einfache Liniengebung jetzt allseitig angestrebt wird. Bei der Demontage ist man bemüht, möglichst reine Spannkabel zu lösen, daher klappen beim Doppeldecker die Bertualstreben^gelenttg -zusammen, während beim Eindecker beim Juilcgen ber ^-lügel der obere Spannturm mir eine Drehung erjahrt Sopnt tft her Entwicklungsgang zum Standarttyp um cm gutes Stück wettergekomwen. (308,2 , III- Tie erste Etappe legten zurück: Bluthgen, Alars-Doppelbecker ... atb^cn in, der I. Alle 8 7 »-!■■ 8-rb, 11 ‘111 l|bertcagen I »iiriil ", Nta l ba§ NentationE,'] Frankfurt unb | dg- GrüneivalW 9c)^nen, auf dl )Q§ neue Iugsp^ I 'pen wird vom 1, M W HusniOung der M!| Nachmittag ein ■ ^Ijug 107 sahn no6 I Don vasel-Tarmstadi ■ ») Mnkfiirl ab nn)|| ‘>6 an öen inber^rj | 'n Sicken Mährenden | ?t-- Ter Gegend | nähme des AnschW | den, vom 1. Mai bis I 148Verlin Post Zj-ll mlmrl (Main) ein zM l l di-Zaseh Jranttur! ab | ab 5« 91. unb D146 | N- Ter E107II jug E108 in Zchdach, II erg, Str bo§ Itn'r I vom bifügen Aitcr- I s Sffltamer Mn- ll nfina am'Sonntag I i abgibalten wurde. V in M alten Sei!--1| i errang beim r and) le^ l, Unlagen dem v«"' -nan. I ÄnS ß op'erft?enbäb * uenma - 14 So** .riebt ist >rttuin oren !)• , «”*"»5 qepl°n1, h,r^. enef.” oli* "’Jtn *•*! Bronzen Tubenfarbe» Spritzfarbcn Mai,6olincitm Eiseulacke Tapetenkleber Sichel-Kleister u. -Leim J. SONN Tel. 5.3«. NordAnlage 13. 3 n ft r< Licht-Spiel Haus Die 4 berühmtesten Darsteller der Kino-Schauspiel-Kunst spielen heute u. Freitag in unserem Theater. [3536 Henny Porten i„ „Ein Ehrenwort“ Schauspiel in 3 Akten, flsfa Ilielsen in „Der Tod von Sevilla“ ScM.in ITlnx Linder m „Max als Segler“ G,änze^morc.ske. Moritz Prince in „Müritz hat ein gutes Zeugnis“ heKÄnde Versäumen Sie nicht dieses Programm! HBIe Kommilitonen laden wir hierdurch ein zu dem VORTRAG des Herrn Dr. Rissom, Heidelberg, über; Turnen... Sport an den deutschen Hochschulen am Donnerstag, den 29. d. Mts., abends 8 Uhr pünktlich, im grossen Hörsnal der Universität. Um zahlreichen Besuch wird dringend gebeten. Im Anschluss an den Vortrag Besprechung über das akad. Turn- und Sportfest am 28. und 29. Juni, wozu alle Herren, die sich beteiligen wollen, unbedingt erscheinen müssen. lDö/s Pünktlicher Beginn des Vortrags! Der Gesamtausschuss der Giessener Studentenschaft. Steins Garten Donnerstag, den 29 Mai 1913 Militärkonzert zum Besten des Invalidendankes Anfang 816 abend*- [C*/6] Eintritt 50 Pfg. Bei ungünst. Witterung wird das Konzert im Saal abgehalt. Vermietungen | 7 Zimmer | 7-Zimmer-WoHmiiig (Aiucit. Stock!, vollständig neu berner., mit allen Begnem- lidifeitcn, sofort oder zum 1. Juli au vermieten. (2664 Plockstrahe 9 im Laden. 5 Zimmer 04234] Mans.-5Z.-W. a. ruh. Jain. A. vcrni. 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