Nr. 276 Der Stehener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Siehener.^amilienbietter, zweimal ivöchentl.Nreir- vlatlsürdrnNreisS'iehcn (Dienstag rind >ag); zweimal monoiL Land virtschafUiche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse Wir Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 163. Jahrgang Montag, 24. November 19(3 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redattion, Lrpedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Bezugspreis: monatlich75M., vierteljährlich Mk. 2.20; durch 'Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk.2.— viertel« jährl. ausschl. Bestellq. Zeileupreis: lokal löPs^ auswärts 20 Pfennig. C hesredakteur: A Goetz. Beraiitwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes" und^Gcrlchts- saal": Karl Neurath; füc .Stadt lind Land" : Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Sin Keichsfinanzgeheimnis. Die Uebcrraschungen und Enttäuschungen der ReichS- haushaltsplänc im letzten Jahrfünft haben ein gewisses Miß trauen gegen alle diese ^stolzen Zahlcngebäude geweckt.. Seit Eugen Richter tot und ihm in keiner Partei ein Nachfolger als unerbittlicher Etatkontrolleur erstanden ist, fühlt die ös fentliche Meinung instinktiv, daß jeder neue Etat eine wächserne Nase hat. Er läßt sich ja in so vielen Einzelziffern und im Ergebnis modifizieren und frisieren, ohne den Au schein von Solidität und Lebenswahrheit zu verlieren. Ja, es gehen in diesem Zahlengebäude Dinge vor, die auf dem -Papier jeder politischen Nachprüfung standhaften, im Grunde aber doch gegen den Sinn der Bcrfassung sind und den Rechten der Volksvertretung ganz erheblichen Abbruch tun. Ter Beweis für unsere Behauptung: Für das Rechnungsjahr 1914 sind jetzt zur „Schuldentilgung" 68 883 399 Mk. bereilgestellt. Und dann folgt der neuerdings int Neichsetat jedes Jahr wiederkehrende Satz: „Soweit hiermit Schuldverschreibungen angekauft werden, wachsen entsprechende Beträge der für 1914 zu begebenden Anleihe zu." Was ist damit gesagt? Mau rechne nach: Wenn dem Reichskanzler 150 Millionen Anleihen bewilligt werden und, wie diesmal. 70 M'l lionen zur Schuldentilgung, so darf er für den Fall, daß 70 Millionen Anleihen zurückgekauft werden, 220 Millionen neuer Anleihen int Etatsjahr ausgeben. Tie Tilgung kann nämlich in der Weise geschehen, daß wir Schulden bar zurück- fahlen, sie wird aber, solange unsere Anleihen unter pari stehen, günstiger in der Weise bewerkstelligt, daß wir an der Börse ober auf anderem Wege Anleihen zurückkaufen. In demselben Maße also, wie Schulden getilgt werden, vergrößert sich für die Regierung die Möglichkeit neue Schulden zu machen. Das wäre noch kein Unglück, wenn es sich nur um das jeweilig laufende Etatjahr handelte. Aber das vom Reichstag einmal Beschlossene gilt für alle folgenden Jahre, d. h. von Jahr zu Jahr werden diese Summen als bereits bewilligte , 'aber noch offene -Kredite durchgeschleppt. Wurden z. B. in vier Jahren 500 Millionen Reichsanleihen zurückgekauft, so hat der Reichskanzler jederzeit das Recht, diese 500 Millionen wieder zu begeben. Es sind sozusagen offene, bereits beniil ligte Kredite. Es ist so tatsächlich vorauSzusehen, daß eines Tages die verbündeten Regierungen die Möglichkeit haben, eine Milliarde Anleihen zu begeben, ohne den Reichstag fragen zu müssen? Was ist das aber im Effekt anderes, als daß frnan dem Bundesrat eines Tages freie Hand lassen muß, ein Jahr laug auch ohne Volksvertretung finanzielle Dispositionen zu treffen. Gerade der Reichstag hätte Grund, sich mit diesem Reichsfinanzgeheimnis einmal gründlich zu beschäftigen. Denn er beschließt ohnehin nur über die Matri- kularbeiträge in der Etatbehandlung, während die indirekten Steuern und die Zölle, nachdem sie durch Gesetz festgelegt sind, ohne Eingreifen des Reichstages weiter erhoben werden. * Im außerordentlichen Voranschlag zeigen die Ausgaben nach Mrechnnng der Zugänge insgesamt eine Verminderung von 25 932 500 Mark. Von der Verminderung entfallen auf das Reichsheer 12 700 000, auf die Marine 20 240 000 Mark; durch eilte Anleihe aufzubringen sind 17 697 160 Mark. Der Haushalt für die Schutzgebiete zeigt 120 652 661 Mark in Ausgaben und Einnahmen und einen Zugang von 20 714 448 Mark int ordentlichen Voranschlag, im außerordentlichen bei 57 014 477 Mark Ausgaben und Einnahmen eine Verminderung von 585 523 Mark. Die eigenen Einnahmen der Schutzgebiete sind insgesamt um 19 235 517 Mark gesliegen. Die Erhöhung ist neben der Weiterentwikelung der Einnahmen Ostafrikas im wesentliche auf die Verbesserung d e r D i a m a n t e i n n a h m e in den südafrikanischen Schutzgebieten zurückzuführen < vlu§ 7,1 Mill ). Togo und Samoa bedürfen keines Reichszusckmsses. Beim Voranschlag des Auswärtigen Amtes erfuhren die Besoldungen der gesandtschaftlichen und Konsular- beamten unter gleichzeitiger Neuregelung eine Erhöhung. Danach werden die Missionschefs Ncpr isentationsgclder und den übrigen Beamten Ortszulagen gewährt, die den Teuerungsoer hältnissen des Dienstortes angepaßt sind, ferner die von den Bot schaftern bisher getragenen Kosten der Heizung, Beleuchtung Wasserversorgung usw., der GesMfts- .und Gesellsclwftsräume. Die von der Reichskasse übernommenen Mehrkosten hieraus betragen rund 650 000 Mark. Geplant ist ferner die Erhebung der Ministerresidenturen in Caracas, Guatemala und Lima zu Gesandtschaften und die llmwandlung der Konsulate in Jerusalem, Montreal in Generalkonsulate, der Vizekonsulate in Haissa und Jossa in Konsulate und die Errichtung neuer Berufs' kcmsulate in Crzerum, Ätossul, Panama, Täbris und Tetuan. Bet dem sächlichen und allgemeinen Fonds ist die Erhöhung der Fonds der deutschen A u s l a n d s s ch u l e n um 400 000 Mk. auf 1 500 000 Mk. hervor;uheben. Für die Erweiterung des Kai se r-W il he l m-K a nal s werden 15 Millionen Mark angefordert, die mit den bisher bewilligten 193 Millionen den Betrag von 208 Milliren Mark ausmacheii. Im außerordentlichen Voranschlag sind für Wohmings- fürsorge wiederum 4 Millionen Mark vorgesehen. Im Haushalt des Heeres sind eine große Anzahl neuer Offiziers-- und Beamten stellen vorgesehen. Von neuen Maßnahmen sind zu ermähnen: Die Errichtung eines Fußartillerie-Vrigadestabes, die Aufstellung von zwei Fuß- artillerie-Regimentern mit Vespannungsabtcilungen. eines Bataillons Fußartillerie mit Besvannungsabteilung" in Württemberg (53.), einer Pionier-Inspektion, Umwandlung der acht (Festungs-) Pionierbataillone in Regimenter zu zwei Bataillonen unter Aufhebung der Kommandos der Piont.'re, die Errichtung von 10 Scheinwerserabteilungen, die Errichtung eines Eisenbahw Regimentes unter Anrechnung des bisherigen selbständigen Eisen- bahnbataillons, einer dritten sächsischen Cisenbahnkompacmic, eines Telegraphenbataillons mit zwei Fuitkent'ompagnien, eines Korn- mandvs Trains,.eines Trainbataillonsstabes, 8 Trainkompagnien, einer sächsischen Trainkompagnie, zwei Traindepots für das 20. und 21. Armeekorps, die Verstärkung des preußischen Kadettenkorps um 60 Kadettenslellen, des sächsischen Kadettenkorps um eine Kompagnie, der Neubau einer evangelischen G a r nisonskirche in D a r m st a d t, die Errichtung von Tienst- und Dienstwohnaebäuden für den Kommandanten des General- kommandos in Frankfurt und Saarbrücken, die Erweiterung der Wilhelms-Heilanstalt in Wiesbaden, die Erwerbung eines Exerzierplatzes in Marburg. An Forderungen von besonderem und allgemeinem Interesse sind zu erwähnen: Die Erhöhung des festen Bestandteiles fws Beköstigungsgeldes und die Gewährung eines besonderen 53er- pslegungsznschusses an die am Standort auf Selbstbeschafsung und Verpflegung angewiesenen Unteroffiziere und Mamffck-aften, die Erhöhung des L ö l) n u n g s z u s chu s s c s für Soldatenfa- milien bei dienstlicher Abwesenheit der Männer, Gewährung des Beköstigungsgeldes der Unteroffiziere an sämtliche Kapitulanten und Bewilligung der Verpflegungsgebührnisse an Kapitalanten während des Urlaubs, Verbesserung der Beleuchtung der M a n n s ch a s t s st u b e n und Kascrnenkrankensttiben durch Vermehrung der Petroleumlampeit tind Erhöhung det> Zahl der Brenn stunden, Erhöhung der Dienstprämien für Unteroffiziere nach zwölfjähriger aktiver Dienstzeit und Verzinsung der Dienst- Prämie. Aus dem Haushalt der Marine ist hervorzuheben: Neu anzusordern sind zur Durchführung des Flottengesetzes neue Stellen für Offiziere und Beamte Zahlmeister), beim SeeDie Neugestaltung bes Kapitols. Beim Schöpfer des preisgekrönten Entwurfes. Rom, 21. November. „Ist es wirklich der Fall, daß nfan dem römischen Kapitol durch Umbauten seinen Charakter nehmen will ?" fragten mich kürzlich in Deutschland zahlreiche Freunde Italiens. Und in Rom selbst hatte diese Frage seit ein paar Jahren den National- und Kunstsinn des Volkes aufs heftigste bewegt gehalten. Der Mons Eapitolinus, die alte Warte römischer Größe, deren Piazza Michel aitgelo selbst der großen Erinnerungen würdig anzulegen wußte, sollte von den Epigonen entweiht werden, die künstlerische Einheit seiner Paläste den modernett Ansorderungen weichen? Trotz allen Sträubens jedoch traten die praktischen Bedürfnisse immer mehr 3ur Geltung. Die heutige Hauptstadt Italiens mit ihrer wachsenden Menschenschar, ihren zunehmenden Repräsentationspflichten nsw. konnte sich nicht durch übertriebene Rücksicht auf traditionelle Bedenken cincngcn lassen. Auf dem Kapitol jedoch war es eben zu enge geworden, und diesem Raummangel ließ sich nur durch die ^Bereinigung aller drei Bauten: des Senatorenpalastes mit dem Konservatorenpalaste und dem Museum capitolinum abhelfen, um fo einen zusammenhängenden Repräsentationsgebäudekomplex zu gewinnen. Es sollten zu diesem Zweck die beiden am Senatoren Wall zum Foro Romano führenden Freiblicke gefdilon'cH werden: genug, um dem Platz Michelangelos den Gharöfter wohlgegliederter .Größe und Offenheit, dem Besucher das Gefühl der eapitolinischen Bergeshöhe zu nehmen! . Als jetzt im öffentlichen Preisausichrerben das Verecnigungs- Inojcft'bcr Architekten Pio und VLarcello Piacentini den Sieg davon trug schien jedermann die Verunstaltung des Kapitols unabwendbar, bis man hier erfuhr, daß dies mit dem Preis gekrönte Projekt von den etwa 18 Konkurrenten prinzipiell abwich, indem es, ohne den Charakter des Platzes selbst zu berühren, unter raffinierter Ausnutzung des bergigen Terrains eine verborgene Verbindung der Gebäude ermöglichte. „Noli me tangere“, sagte mir gestern der jüngere Piacentini, „das war unsere Devise, tue uns zum Siege verhalf. Die absolute Schonung alles dessen, was dem Römer durch Geschichte und Gewohnheit geheiligt ist, unterschied unsere Arbeit von der aller anderen!" , Gleich der erste Blick auf die Pläne überzeugte mich, dal; es sich hier um einen Einfall Handelt, der die europäische Kultur- Welt über die Sicherung einer ihrer weihevollsten Stätten völlig beruhigen darf, nnb jeder, der das Kapitol vom Sehen kennt, wird mit mir einem Projett zustimmen müssen, das die modernen Aedükfnissen angemessene Ausnutzung der kapitolinischen Paläste ermöglicht, ohne ihre künstlerische Gesamtwirkung im mindesten zu verletzen. Tie Hauptgefahr bestand nämlich früher darin, daß die linke, zum Foro hiuab'ührende Treppe, die dem Platze den wesentlichen Freiblick verleiht, hätte nmgebaut werden müssen. „Wir fanden jedoch", erzählt Piacentini, „das an den Berg lehnende Tabnlarium des Senatorenpalastes in der gleichen Tiere mit dem Sotteraneo des kapitolinischen Museums. Eine unter der Treppe hindurchlauiende unterirdische Galerie wird also jenes älteste aus republikanischer Zeit stammende Tabularium mit einem Vestibül des Museums verbinden, von wo bann der Blick die ganze alte Stadt in erhabenster Ausdehnung vor sich liegen sieht." Und die Anschließung des Konservatorenpalastes'? fragte ich neugierig weiter. „Die auf dieser Seite zwischen den Palästen herabführende Treppe hat vom Platze keine Aussicht. Rechts begleiten sie an den Konservatorentmlast lehnende kleine Häuser ohne künstlerischen Wert, aber historisch interessant, weil in ihnen einst die Handwerkergilden ihren Sitz hatten, deren Geld die Ausführung des Michelangelo-Platzes ermöglichte. Damit aber auch hier die Offenheit des Platzes gewahrt bleibt, bauen wir von dem hinteren Teildes Obergeschosses des Konservatorenpalastes eine kleine geschlossene Galerie zu einem der Häuschen, die später zusammen em Gilden- Museum bilden sollen. 53on dort gehr die Galerie in die Hinterseite des Konseroatorenpalastes und wird daher von außen nur als unbedeutende, zurückliegende Uebkrführung sichtbar." Ich konnte nicht umhin, den Architekten zu der so glücklichen Lösung dieses die ganze Kiilturwelt interessierenden Problems zu gratulieren, ein Problem, dessen Schwierigkeiten auf solche Weise raffiniert umgangen wurden, während an dieser Stelle selbst das genialste in die Augen fallende Projekt nur das Gefühl der Peinlichkeit hervorgerufen hätte. „Noli me tangere“, das ist eine neue Tugend in der Architekturwelt unserer Tage, die sicherlich hie und da das Opfer einer neuen Idee verdient. Und daher erscheint es bereits zweifellos, daß in zwei bis drei Monaten auch der Con- siglio delle belle arte in Rom die endgültige Zustimmung zu bent bei der Preiskonkurrenz gekrönten Projekt der Piacentini, dessen Pläne in den nächsten Tagen der Oeffentlichkeit im Museum del Risogimento zugänglich sein werden, geben dürste. Kurt Bauer. * — „König Laurins Rosengarten" als Orchester- werk. Man schreibt uns aus Wiesbaden: Im Kgl. Theater fand gelegentlich eines Symphonie-Konzertes unter der Leitung Prof. M a n n st ä d t s die Uraufführung des neuesten Orchesterwerkes von Fritz Voll buch für Männerchor und Bariton-Solo, „König Laurins Rosengarten", statt. Das Werk des —III I —T II II offizierkorps sind vorgesehen: ein Vizeadmiral ianstelle eine» Kontrcadmirals), acht Kapitäne zur See und 15 Fregatten- oder Korvettenkapitäne, 32 Kapitänlcutnants, 78 Oberleutnants trab Leutnants zur See, beim Jngenieurkorps sechs Chef-Ingenieure ober Oberstabsingenieure, acht Stabsingenieure und 21 Ingenieure Tie Ausgaben für Waffen wesen erfahren eine weitere Steigerung von 2 240 916 Mark gegen das Vorjahr Es werden gefordert: Erste Raten für das Linienschiff „Ersatz Kaiser Friedrich III ", für den großen Kreuzer „Ersatz Vik tmia Luise", für den kleinen Kreuzer „Ersatz Gazelle" und „Ersatz Niobe": für die Torvedobootsflottille, zweite Raten für das Linienschiff „Ersatz Wörth", für den großen Kreuzer „Ersatz Hertha", für die kleinen Kreuzer „Ersatz Gefion", und „Ersatz 6eia", für das Kanonenboot C.. sowie für den Bau eines Hebeschiffes, dritte Raten für das Linienschiff „Ersatz Brandenburg" und für den großen Kreuzer „Ersatz Kaiserin Augusta", Schlnß- raten für die Linienschiffe „Großer SVurfürft" „Markgraf" und „König", für den großen Kreuzer „Derslinger 2", für den kleinen Kreuzer „Ersatz Irene" und „Graudenz", für den Bau der Kaiserjacht „Ersatz Hohenzollern" und für eine Torpedoboots- flottille. F ür Unterseeboote .werden 19000000 M k. eingestellt. , Ser Fonds zur Gewährung von Beihilfen an hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer ist unter Berücksichtigung der durch Gesetz vom 19. Mai 1913 verursachten Mehrausgaben um 8 Millionen höher veranschlagt, also mit 39 Millionen eingestellt worden. Unter den einmaligen Ausgaben des RcichSkolonialamteS sind u. a. erwähnenswert der Neubau eines T-ienst- und Tienst- wohngebäudes für das ReichskolMialamt auf dem reickssfiskali- scknm' Grundstück Wilhelmstraßc 78, Mittel zur Festsetzung der Grenzen Neu-Kameruns (dritte Rate) und zur Regulierung bet Ost grenze zwischen Britisch und Deutsch-Guinea. Die Reichszuschüsse für Kamerun und Neu-Guinea erfahren eine Erhöhung, diejenigen für Ostasrika und Südwestafrika eine Verminderung. Der HanShrrlt brr Reichspost- und Telegraphenverwaltung bringt eine erhebliche Vermehrung der etatsmäßigen Beamtenstellen u. a. ist eine größere Zahl von Vize-Dirlektorenstellen (124 bei Einziehung von 75 Jnspektorenstellen) vorgesehen, wodurch die ungünstigen .Aufrückungsverhältnisse der höheren Beamten eine Verbesserung erfahren. Erfordert werden u. a. 2400 neue Stellen für Post und Telegraphenassistenten, 1500 für Post- und Telegraphengelnlfinnen, 4500 für Unterbeamte dev Schaffnerklasse. Zur Gewährung außerordentlicher unwiderruflicher Zulagen für die in der Provinz Vosen und in den gemischtsprachigen. Kreisen Weftprenßens an- gestcllten mittleren Kanzlei- und Unterbcamten. sind 1 200 000 Mk. bereitgestellt. Aus Hessen. DieFinanzausschüssebeiderStändekammern hatten am Samstag nachmittag eine längere gemeinsame Beratung über die Regierungsvorlage, welche die Hingabe eines st a a t - l i ch e n Darlehens von einer Million Mark an die Zentralkasse für die landwirtschaftlichen Genossenschaften bezweckt. Als Vertreter der Regierung wohnten die Herren Staatsminister Tr. v. Ewald, Finanzminister Tr. Braun, Minister des Innern v. H o m b e r g k und mehrere Negierungskommissare der Verhandlung bei. Die gemeinsame Beratung hatte nach Art. 26 der lendständischen Geschäftsordnung stattzufinden, da die Regierungsvorlage den beiden Kammern gleichzeitig zugegangen war. Bei Beratung des mit der Zentralkasse abzuschließenden Vertrages wurden seitens des Finanzausschusses der Ersten Kammer verschieden.' Zusatz- resp. Abändcrungsanträge eingebracht, die in der Hauptsache darauf hinausgehen, der Zentralkasse außer dem Darlehen von einer Million Mark noch einen beschränkten b c i crnden staatliche n K r c b i t zu gewähren, bis zu etwa 3 Millionen, wogegen bic Staatsaufsicht, die bekanntlich eine Bedingung für die Dauer des zu gewährenden Darlehens bildet, Tübinger Universitätsmusikdirektors, der früher jahrzehntelang bic Mainzer Liedertafel leitete, erfreute sich der wärmsten Aufnahme. Das Werk ist in allen Teilen klar und faßlich geschrieben, t a§ Rosen-Motiv melodisch einprägsam, voll feinsinniger Harmonik. Tie orchestrale Tormalerei ist prächtig gelungen, sie ist farbenreich frisch, natürlich und gefühlswarm. Sie biloet nicht nur die Begleitung des Chors, sondern übernimmt vielfach die Führung. Ter Wiesbadener Mannergesangverein ließ in der Chorpartie alle seine Vorgänge im hellsten Licht erstrahlen, und der warmauellende Bariton unseres einheimischen Sängers der Kgl. Hofbühne Herr Geiße-Windes verlieh der Partie des Dietrich von Bern durch Schwung und Leidenschaftlichkeit im Vortrag, erhöhte Bedeutung. — Ihn das Düsseldorfer Schauspielhaus zu erhalten und Luise Dumont und Lindemann an Düsseldorf zu fesseln, schlägt, wie uns aus Düsseldorf gefdjiricben wird, die Stadtverwaltung den Stadtverordneten vor, die bisherigen städtischen Zuschüsse von 50 000 Mk. jährlich zunächst unter der Voraussetzung, baß die Gesellschafter ihren Zuschuß ebenfalls weiter garantieren, auf 3 Jahre weiter zu zahlen. Die Theater- akabemic des Schauspielhauses soll in eine Städtische Hochschule für Bühnenkunst umgewandelt werden, die noch einen besonderen Zuschuß der Stadt von 40 000 Mk. jährlich ersordcrt. Zur dlrheitsentlastung des Künstlerpaares soll wöchentlich eine Vorstellung ausfallen. (Hk) Krebsinstitut in Heidelberg: Dem Fonds zur Errichtung eines Krebsinstituts sind in der Zeit vom 1. November 1912 bis dahin 1913 weitere Zuwendungen im Betrage von 27 040,65 Mark gemacht worden. Zugunsten dieses Instituts hat außerdem Herr G. Schreiner in New Bork zum Andenken an seine verstorbene Gattin Gertrud als „Gerthaftiftung" den Betrag von 50000 Mark überwiesen. — Eine Studentin als Preisträgerin. Aus Erfurt wird uns geschrieben: Bei der Rektoratsübergabe an der Universität Leipzig fand auch die Verteilung der Preise für die von den verschiedenen Fakiiltäten ausgeschriebenen wissenschaftlichen Preisaufgaben statt. Von den Bearbeitungen des von Wilh. Wundt von der philosophischen Fakultät vorgctchlagenen Themas „TaS Ornament in der Kunst der Naturvölker" wurde die Arbeit der Studenffn der Kunstgeschichte Elisabeth Wilson aus Erfurt mit dem Preis ausgezeichnet. Es ift dies seit der 1906 erfolgten ersten Zulassung von Frauen zur Jmmatrikulatton an der Universität Leipzig der erste Fall, daß eine Fra u Preisträgerin wurde. auch darüber hinan- forthoucnt, bczw. der jetzt vorgesehene Staatskommisssar als eine dauernde Einrick- tung beibehalten werden soll. Da weder die Re.7ierungsver1rercr. noch die Mitglieder des Finanzausschusses der Zweiten Kammer zu dielen neuen Anträgen sofort Stellung zu nehmen in der Lage waren, so beschränkten sich die Verhandlungen runäckü aui eine Erörterung der allgemeinen <«k>icktsvunkte der Reqi. runqS- vorlage. deren grundlegenden Bestimmungen von den Mitgliedern beider Finanzausschüsse zugcstimmt wurde. Zur Landtagsersatzwahl in Waldmichelbach sind wir ermächtigt, mitznleilen, taR bi* nationalliderale Atm- oivatur Wünzcr in Waldmickelback, für die die Leitung der hessischen Lan.espartei agitatorisch tätig hl, als rein national- liberale Kandidatur durch die freie Bereinigung hessischer Nationalliberalen tatkräftige Unt-rnützung finden soll Aus Stadt und €anb, Hieben, 24. November 1913. ** Tageskalender. Stadttheater: Dienstag nach- mittag llijr; Kindervorstellung. .Schneewittchen und die sieben Zwerge." Trinkers», rsorge stelle für Stadt und Landkreis k'jenen, Hieben, Alterweg 9. Sprechstunde: Jeden Tienstag abend vor» 6'/,—8 Uhr. • •• Landesuniversität. Der ordentliche Prof-ffw und Direktor de" hygienischen Instituts an der Unio-'rntät Hießen Dr. med. et phil. Nudolf Otto Neumann hat einen Nus nach Bonn als Nachfolger von Prof W Kruse erhalten. Professor Neumann folgte am l. April 1910 eine n Nufe als Ordinarius und Direktor des hygienischen Instituts nach Hießen als Nachfolger von Professor N. Kassel. ” Prinz Friedrich Karl von Hessen siedelte heute, wie aus EronbcrZ gemeldet wird, zum Winteraufenthalt nach Frankfurt über. ** T i r Belcidigungs klagcHrünewald gegen Winkler. Bor beinahe drei Wochen brachten wir eine Notiz über Vertagung der Verhandlung in der fraglichen .Klagesache: heute erhielten wir von Herrn Rechtsanwalt Tr. Winkler aus Oppenheim folgende Zuschrift: 1. Tic in Nummer 261 des Gießener Anzeiger enthaltene Behauptung, ick hätte in einer vorbereitenden Verhandlung den Vorsitzenden des Scköfiengcrickts Gießen, Geh Justizrat '■ 5- bardl, als besangen abqelehnt. ist unwily:. Wahr in, daß Herr Geh. 3usti;rat Gcbl>ardt den Vorsitz aus eigenem Antrieb nieder gelegt und sich selbst für befangen erklärt Hit, weil er in einer früheren Angelegenheit des Herrn Grünewald tätig gewesen sei. 2. Ich habe allerdings schon seit Monaten gewußt, das; an Stelle des .Herrn (tzeih^rdt Herr Amtsgerichts rat Tr. Wachtel getreten ist. Ten Grund jedock, der mich zur All eh nung berechtigte, habe ick erst an demselben Tage erfahren, an dem ich meine tclegravhische Ablehnung absandtc. ** Sitzung des Kr< i s aus schuss e S des Kreises Gießen am 22. November. Den Vorsitz führte Regi -- rnngsrat Welcher. Bei der auf Grund des Art. 157 Ms.2 der Landgemeindeordnung von dem Kreisamte veranlaßten Neuregelung der Gehalte der Gemeindcrechner wurde das Gehalt des Gemeinderechners von Beuern nach den für die Berechnung der Rechnergchälter von dem Kreisamte ausgestellten Grundsätzen auf den Betrag von 890 Mk. festgestellt und dem Ortsvorstand zu Beuern anempfohlcn, dem Gemcindereckner statt des bisherigen Gehalts von 670 Mk. mit Wirrung vom 1 April 1913 ein solches von 890 Mk. zu gewähren. Der Gcmeindevorstand zu Beuern lehnte es aber wiederholt ab, dem Rechner irgend eine Gehaltszulage zu bewilligen, da dieser sich bei seiner Anstellung im Fahre 1907 verpflichtet habe, vor Mlcruf lvon 10 Fahren keine Gehaltserhöhung zu beanspruchen. Nach Ablauf dieser 10 Fahre sei der Cöernrinderat bereit, eine Gehaltserhöhung eintrcten zu lassen. Nach Anhörung der Parteien und der Beteiligten erkannte der Krcisausschuß zu Reckt, daß das Gehalt des Gemeinderechners zu Beuern mit Wirkung vom 1. April 1913 an auf 890 Mr. jährlich s e st zu s e tze n sei unter Verurteilung der Gemeinde Beuern in die Kosten des Verfahrens. - Der Gemeinde Gröningen war vom .Kreisamt Gießen im öffentlichen Interesse ungeraten worden, für Instandsetzung und Erhaltung ihrer Stadtmauer jährlich den Betrag von 70 Mk auf- zubringcn. Tie Stadtmauer sei ein Baudenkmal im Sinne des TenOnalschutzgcsetzes und ihre Erhaltung im lpstorischcn wie im öffentlichen Interesse geboten. Die Gemeinde Gröningen sei auch zur Unterhaltung der Stadtmauer verpflichtet. Ta der Gemeinderat zu Gröningen das Ansinnen des KreiSamts abgelehnt hat, hat der Krcisausschuß zu entscheiden, ob und inwieweit dem Ansinnen stattzugcben ist. In der heutigen mündlichen Verhandlung wurden der Großh. Bürgermeister zu Grüuingen als Vertreter der Gemeinde und der Großh. Kreisbauinspektor als Sachverständiger gehört. Der >1 reis ausschuß beschloß, die Entscheidung auszusetzen. ** Stadttheatcr. Das am Freitag zum erstenmal hier zur Aufführung gelangende Lustspiel „K am nt er m u s i k" von Heinrick 31 ne int ein ist eine der wenigen neueren dramatischen Er- fdjeinnnoen, die den Titel „Lustspiel" mit Recht führen können. Originelle Erfindung der o-obrl, inibsche Charakterisierung der Personen, (iciftreithcr Dialog haben dem Werk überall, wo es bis jetzt iur ÄufsüInning gelangt ist, einen starbm Erfolg gesickert, der bei der sorgfältigen Einstudierung hier auch nickt ausbleiben dürfte. In Hauptrollen find beschäftigt die Damen L i n d e ck und F r c n > -et, sowie die Herren Goll, R o 11 e ck und Steinhofer. ** D i e hiesigen Lichtspieltheater haben in diesen Tagen beide ein außergewöhnlich fesselndes Programm anszuweisen. Im L i ch l s p i e l h a u s e überrascht das vier- aktige Schauspiel „Protca" durch die verblüffenden Leistungen einer Spionin, die von der bildhübschen Fosette Andriot ganz vorzüglich daraestellt ist. Wirkungsvoll ist auch der „Zirkusteufel" mit Wanda Trcumann und Biggo Larsen in den Hauptrollen, das dem immer gern im Mino gesehenen Zirkusleben entnommen ist. Ein packendes Detektivdrama amerikanischen Stiles ist der zweite Teil von „Menschen und Masken" in sechs Akten, das im Union-Theater gezeigt wird. Tie kühnen Operationen des Detektivs entbehren trotz ihrer fast unglaublichen Wagehalsigkeit den Reiz des scheinbar Natürlichen nicht. Ein sehr hübsches Bild aus dein Leben ist „TV silberne streu;", in dem Toni Snlva die führende Rolle spielt. Auch die übrigen Bilder im Union- Theater sind gut und unterhaltend. " Weidmannsheil. Bei der am 1. November im hessischen Fagdklnb - Darmstadt stattgefundenen Ausstellung erhielt die goldene Medaille für den in Hessen erlegten besten Rehbock: Apotheker Werner-Gießen, die silberne Medaille Möller-Berlin, die bronzene Medaille Kommerziell- rat Hickler-Darmstadt, Dr. Mi chc l-Dannstadt und Prof. • 3im mer-Darmstadt. * * Unfug. In der Nacht auf Sonntag gegen 1 Uhr warfen, wie uns das Gießener Wackr- und Schliesunsrituk schreibt, 3 Studenten eine in der CfLuUngc aufgesteUte Bank in den Teich. Ganz verdutzte nd r r machten sie jedoch, als der Wächter Nr. 1 des Wach- und Schließ In stiruts plötzlich vor ihnen üand und sic sich legitimieren mußten. Sie holten dann die Dank wieder auS dem Walser heraus und brachten sie wieder auf ihren Platz zurück. *• Milde Stiftung Ter Kaufmann Adolph Buck in Hamburg, ein geborener Gies-mer, brr vor einigen Monaten rrr- •orbn ist, bat der Israelit', scken Gemeinde Mutter gem.-.nd- für ihre Dobltätigkei:?vereine an Kapital rwn 10 000 Mark vermacht. Es entfallen davon auf den Krankend rrin 5000 Vlarf, die Gemeinde nri W^hllLtigkeit-zwecke 2000 Mark, dem Hilfsrerein, dem Dobltän. ' r'T-rrein und bem Herein urr Verbreitung des Handwerks unter den Juden je 1000 Mark. — G ern nackmittag in hier auck im 67 Lebensjahre der Bruder des Vien Stifters, der Kaufmann Fulm? Buck, gestorben. Mir ihm ist nneder ein Mann aus Ym Lcbm geschieden, der iabriAnte- lang ein Gießener Original war. 3ul: Duck, roi* man den Mann allgemein bezeichnete, war ein hervorragend tüchtiger und bc« räbirrtcr Geiger, er war aber besonders in lüitgcren Fahren ein humorvoll veranlagter Meni'ck, der über eine scharfe tar.nicn Crgelärma Nikolaus ausgesübrt und sollen bis Wcihnack ktcn beendet sein. Die Kosten des Umbaues belaufen sich auf 8- bis 1000) Mark. A Hungen, 23. Nov. Die Einweihung des neuen S ch u l h a n s e s soll an einem der nächsten Sonntage statt- iinben. Entgegen der bisherigen Gepflogenheit, alle öffentlichen Gebäude in dem neuen Stadtviertel am Bahnhof zu errichten, ist es gelungen, den Sckulhausbau dem alten Stadtleil zn erhalten. Das Gebäude macht in seinen schmucken äußeren Formen einen guten Eindruck. Es enthält sechs Säle, einen Sing- und Zeichensaal, Lehrerzimmer, Lehrmittelräume, im Dachstock eine Schulverwalter - und eine Sckuldienerwohnung und im Erdgeschoß ein Volksbad, ein Schülerbad und die Zentrasheizrmgsanlage. Das Volks- bad umfaßt Wannen- und Brauseb.ider. Die Kosten des Schulhauses stellen sich auf rund 100 000 Mk. Kreis Alsfeld. △ Schrecksbach bei Alsfeld, 23. Nov. In diesen Tagen bekleidet der Lehrer Wald sch mid t sein Amt im 40 Fahre. Er erfreut sich allgemeiner Achtung und Werb- fchätzung. Kreis Lauterbach. V Angersbach, 23. Nov. Der Kirchendiener Heinrich Möller XII. kann auf eine Amtstätigkeit von 54 Jahren zurückblicken. Er ist 81 Jahre alt, kann aber trotzdem fein Amt noch versehen. Der Großhherzog verlieh ihm das Allgemeine Ehrenzeichen für treue Dienste und auch dasselbe Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 24. Nov. Ein Gaunerstreich, der chon Schicke grnrackt hat und daher die Ladeninhaber zur Vorsicht mahnt, trug sich am Samstag abend in Friedberg zu. In einen Zigarrenlaben auf ber Kaiserstraße kam ein Mann, und wünschte ein 20-Markstück gewechselt zu haben. Der Ladeninhaber hatte wenig Kleingeld in der Kasse und wollte auck seinen Standort nickt verändern. So ging der Mann weg, kam aber nach 8 Tagen, am Samstag um 7 Uhr wieder und brachte dasselbe Anliegen vor. Kaum batte der Ladeninhaber das Geld aufgczählt, so ergriff der Gauner Zigarren und Geld und rannte fort nach der Judengasse zu, ohne daß man feiner habhaft werden konnte. Die Sckutzmannfchaft ist auf der Suche nach dem Diebe. — Vom Sonntag an ist im Neubahnhof die Güterabfertigung, trcldic bisher im alten Bahnhof war. Ebenso ist die Abladestelle für bas Vieh, früher am Ujator, in den neuen Güterbabnbo' verlegt. — Die Stadtverordnetenversammlung bat die Straße, welche narfi ber neuen Kaserne führt, roic nadi ber Vergkascrne mit bem Namen „Moltkestraße" bezeichnet unb bic frühere Bahn hosstraße alte Bahnhofstraße genannt. — Am Sonntag eröffnete bas M u s c u nt eine reiche Ausstellung von Beständen aus den KriegSjabren von 1793 an bi« 1813. h. Ober-Rosback, 23. Nvv Die Bemühungen einfluß- reicker Kreise, für bic Witwen bet Bergleute Lenz unb Back, bic bei bem Grubenunglück am 4. Juni ihr Leben ben Kannrabeii opferten, bic Wohltaten ber Carnegie st ift ung nutzbar zu macken, sinb von Erfolg gewesen. Jedes Kind ber beiden Witwen erhält eine jährliche Unterstützung von 100 Mark. Für das erste Fahr mürbe bic Unterstützung bereits ausgezahlt. Starkenburg und Rheinheffen. rb. Darmstadt, 23. Nov. Der Verein H e s s i s clx s Lehrerinnen- Heim trat gestern nackmittag im Rathaussaal zu seiner Hcuiptversammlung zusammen, ber auck bic Ehrenvor- iif.cribc, Fürstin Marie zu Erback-Scyönberg und der Präsident des Lberrcrwaltuirgsaeriktitshoses, Geb. Rat Dr. Weber beiwohnten. Nack kurzer Begrüßung ber Versammlung durch die Vorsitzende, Frau Lili Wolfskehl, erstattet: zunächst Amt- Wann Krapp-Darmstadt Bericht über bic finanzielle Lage und bic Einnahmen unb Ausgaben für ba5 Lehrerinnen heim. Die Gesamteinnahmen für das abgelaufenc Fahr stellten sich aut 26 400 Mark, bic Ausgaben auf 24 520 Mark, das Gcsamtver mögen ans 131 000 Mark Der Voranschlag für das j^nir Fahr schließt in Einnahme unb 2lnSgabe mit 21 550 Mark. Den Jadres- berirht über das Heim erstattete Frl. 29elsch. Danach beträgt die ;^ahl ber ständig im Heim molmcnbcn Dmnrn 15, tnm denen 12 hüben’ Lehrerinnen lind. Dazu kommen nod> 9 Tischgäste und eine Anzahl Passanten. Die in einigen Fällen iwtivenbrqvi ärztlicke Hilfe — ber GeiilnbheitSzustand ber Dewohnerinnen war im allgemeinen zufriedenstellend — leistete Dr. T1 raubt, bem dafür herzlich gedankt imrrbe, ebern'o dem Stadtfekretär Dcchert für seine Bemühungen als Rechner und Frl. Binde wa Id als Vorsteherin de? Heims. Vermächtnisse stist^tw bic frühere Lehrerin an der hiesigen Viktoriafchick:. Frl. Lina Livs 2000 Mk , unb Fr! Pur g old 50 Mk. . Dureaudrrekri'r Taub, t-er aus Gel'unbstei' Zruckickten fein Vorstandsamt niederlegte, wurde für ferne lanaiäbnant B-nnüdimaen herzlich-r Dank ausgefprock'-n Für tht wurde Amimann Krapp in deu Vorstand gewiblt. ,1,r Vertreterin dr° Herms in beit vom Hesfi'ckieu Lanb'sl' bre - nnnenvernn [x-m unbeten HilsSkasse wurde Frl. Maria M ü l - r. ’f”’V1: ''^ck Zustünnmnq der Berfanrnrlnng zu ben Vor- ,tand>^ unb bem Tank an ben Vorstand beS .Hessischen L?" ihm artnährtnt Zuschuß T hrmn D a l t h e r - 'N. nnen ck^ckr über das •in'« -iS? 13t - ^atrrlanbc?, worin ne tne tntcrcnawtt -ehtlbrnma itbcr iirc '-Andrucke und Erinue nmgcn an btc IVHauvtocriannnicng des Allqcmernen Trut i4en nx IkHtm gab Ttc Periamn luwz i<2nf 'rau tüt Wo 11Sk.bl mit ^«iVwonci •• n H-rtrag^f in® an bic hohe Protekwrtn Fürstin zu Erbachschönbcrg. m. Offenbach a. M., 2V Nov.Jim die Elcktrizi- tatsversorgunezdes Kreises - f f c n b a ch bemühen sich bekanntlich neben der Stadt Offenbach, bic ihr Werk zu einer Ueberlandzentrale auSbauru roill und auch mit einer Anzahl ^cmeinben bes Kreises bereits Stromliese- rungsverträge abgeschlossen h Jt, bic Berliner A. E. G., bic den Nachbarort Mühlkeim für sich gewonnen hat, sowie die Brown, Browern-Gcsellschaft M.innHcnn, die die Grube „Amalie bei Sengenstadt käuflich erworben Hat und dieses Derk in eine Ueberlandzentrale für einen Teil der Kreise Offenbach und Unterfranlen umgestalten will. Die Hessische Regierung hat unter Betonung dessen, daß drei UnterneHnrungen für die Elekrrizitätsversorgung wegen der Rentabilität aus keinen F.ill in Betracht fom- mc'n könnten, ben Konkurrenten anheirngestellt, eine Einigung untereinander in die Wege zu leiten. — ch werc Verletzungen am Kopfe trug ber Elektromonteur Peter Raiels bei einer Schlägerei davon, b:e feine Unterbringung ins städtische Krankenhaus erforderlich machen. r. Mainz, 22. Nov Ter verheiratete Lokomotivführer Ludwig Engert aus Bischofsheim warf sich gestern alwnd auf der Eisenbahnstrecke nach Tarmftabt bei Bischofsheim vor einen Zug und wurde getötet. Kreis Wetzlar. --- Wetzlar-Niedergirmes. 24. Nov. Oie. Pfarrer Heep hielt am Totensonntag um 4 Uhr nachmittags auf dein Friedhöfe eine erhebende Totenfeier ob. Die Kinder der oberen Knaben- und Mädchcnklasien unb der Gesangverein unter Leitung seines Dirigenten Bauer aus Wetzlar brachten dabei Lieder zum Vorträge. ' — Wetzlar, 24. Nov. Die Arbeiten an der Lahn- drucke sind auf Anordnung ber Strornverwaltung in Koblenz auf das nächste Frühjahr verschoben worden, nachdem cm Teil dcS Gerüstes durch bc.B letzte Hochwasser bereits weg gerissen war. Hessen-Nassau. △ Vo n ber Edertal sperre, 23. Nov. Die Räumung des Wald eck er Sammelbeckens ist erfolgt, auch die letzten noch zurückgebliebenen Bauern und Gutsbesitzer haben von der heimischen Scholle weichen müssen. Tu Edcrbrücken bei Berich und Beinghausen werden durch Pioniere gesprengt. Die Friedhöfe zu Asel, Berich und Dringhausen sind mit einer Zementschicht vollständig überdeckt worden. Tie Stellen der einzelnen Gräber sind mit Nummern versehen worden, so daß man die Namen der bald tief im Stausee Ruhenden leicht fcftflülleii kann, wenn einmal das Becken leer ist. Manche Gräber Iniben auch besondere Sarkophagdeckel erhalten Die gcivaltige Sperrmauer ist vollendet Vor dieser auf der Hemfurther Seite werden im Tale große gärtnerische Schmuchmlagen und Nutzanlagcn von einer Kasseler Firma hergestollt. Sie sollen bis Frühjahr fcrtiggcftcllt sein Ucberall wird noch an der Ringstraße runb um den Stausee gearbeitet. diesen Wochen soll nun mit ber allmählichen 3iillung dec. 26 Kilometer langen Beckens begonnen werden. W. Frankfurt, 22. Nov. Heute vormittag sand bic Grund steinleaung zum Erweitcrunasbau des ^cnckcubergischen Ncuscums unb für bas Zoologische Universitätsinstitut statt. In Vertretung der Kaiserin, ber Schirmherrin der iLCnckcnbergilcken Natursorschenben Gesellschaft, wohnte Prinz Friedrich Karl von Hessen ber Feier bei unb nahm auch den ersten Hammmchlag im ?^amcn der Kaiserin vor. DcrHn$natf?rfd)teiL A Gießen, 23. Nov. Tic Vcrtrctcrvkrsmnmlung des Po- sa u n c n ck or-Verba n d cs für Ober Hessen sand in Gießen statt. Ter Berbanb, bem I»ci feinet (Mrünbinti nur 7 Ehörc angebörten, zählt jetzt 20 Vereine mit 250—300 Bläsern Neu auf' genommen wurden Bersrod und Altenburg. Tas Verl'ands- feft 1913 fand in Klern-Linben statt. Die Sammlung nir die Mission ergab über 200Mark. Sangrnbergbcim erhält das oberbvn'iidie Po- saunenchorsest für näckstes Jahr. Es wurde auf den 19. Juli jest- gesetzt. g. Butzbach, 23. Nov. Der 'l riegervcrcin feierte am Samstag abenb im Saale des Hessischen Hofes ben Okbiirt?« tag des Großherzogs. Tic Mitgliebcr waren sehr 3aMreich ci|d)icneit. Ter Vorsitzende, Mcdizinalral LDr Pogt, h?b in einer kern hasten Anspracke ben Gros-Herzog als Friedens förderet heivor. — Hierauf wurde bic Aiifnal/mc neuer Mitglieder genehmigt. Ter Antrag auf SBieberaufnähme passiver Mitglieder wurde abgclehnt, dagegen bet Antrag bcs Voifitzcnben angenommen, e5 dem Vorstand zu überlassen, Nichtmitgliedcr, die sich lun das BcrcinSwescn sehr verdient machen unb großes Interesse für die Vcieinsangclegcnhciten haben, dem Verein aber, da sie nicht Soldat gkweseii sind, nid)t beitreten können, bei besonderen festlichen Veranstaltungen dazu cinzuladen. Alsdann hielt ber Vorsitzende einen Vortrag über: „Tie Erlebnis soeincS Butzbachers in ber französischen Fremdenlegion, auf Grund seines Tagedudies." Ter Vortrag wvt sehr interessant und fand reidicn Beisall. Nack den Aufzeichmmgen des Trrnnben - tcgionäxc’, Lelwet Knabenschnh aus Butzback, (ber im Iahte 1895 int Vogelsberg als Lehrer verstorben ist) in seinem Tage- L*ud>, ist bas Leben der Frombenlcgionäre als entsetzlich geschildert, ivonach es wirklich nottut, die Jugend vor solchen Gefahren zu schützen. £andir>irfid>aft» * Kleine Viehzählung. Am 1. Teiembet d. F». hat eine loqcnannte kleine Viehzählung stnttzusinden. Um die Diebdesttzer soivobl wie die Gemeindebehörden tun(td)ft wenig yi belasten, wird die Ausnahme des VlebbestandeS so ciufad) wie möglich gestaltet. Tie mit der Aufnahme betrauten Personen CBabler) werden von Hau» zu C)ait8 gehen und den Viehbestand, hir jede viebbesttzende Haushaltung gesondert, in eine Vifte ein- tragen. Jin Hinblick auf die grone Bedeutung der Viehzähtuna füt die Volköivirischait unb besonder« füt die Frage der Fleiid»- uerloraimg ist es btinaenb zu wünschen, daß die Piebbesttzec da« 3nh(geld)äU durch bereitwillige« thitncgenfommcn gegenüber den öäblem unb TrtSbehörden möglichst erleichtern und durch ne- wißenlmste unb uollftänbigc Beantwottung ber an sie gestellten Fragen zu bem Gelingen der Zählung beitragen. ? Lang-Göns, 22. Nov. Die Fcldbereinigung in ber über 1500 Hektar großen Gemarkung ist jetzt halb beendet. Dr. Hofsmann - Friedberg weilte Iper wegen ber Anlage neuer CI rtbaumhi(turcn, woran sich viele Interessenten beteiligten. Abends fand ein sehr gut besuchter Vortrag statt, in dem Dr. Hoffmann Erläuterungen über die Cbftbaum- anlagrn gab Ta jetzt alle Hecken, Sträucher unb allrinsteh nden Bäume niedergeschlagen werden, märe c> poch sehr angebrackk, wenn letzt schon überall neue Hecken und Sträucher zum Schukie der Vogelwelt angepflanzt würden. Der Roman einer gräffithen Srisette. 4. Berlin, 22. Nov In ber fortgesetzten Verhandlung gegen bic Gräfin Fischs^ von Treuberg hielt ber Vorsidende der Angeklagten vor. daß sich der Steinbruckibcsitzer Kirchhoff au5 Eilenburg ihrehregru in Sckmlden getan: habe Vors.: Er Mt wn Ihnen mehrmals Darlehen mm ntmumm, btt er ungcwöbnl'.ch bod» beteff.t ■ Angckl.: Auf die Einzelbeiktn kann ich mich niet mehr bestimmt enttinncn. Hieraus bekundet brr Strinbruckbesitzer Kirchhoff, baß ihn ine Frau I. Um Gckd angagangen habe. Ta er gerade rid* bei Kasse war, sei er zu der Angeklagten gegangen. Sie habe nachlässig in Tausendmarkscheinen b rumgcblättrrt unb cciragt: Wie viel willst du denn? Er habe 1000 Mar? bekommen und dafür zwei Zweimonat-Akzcpte L 650 Mark ausgestellt. Auf Befragen erklärt der Zeuge, das; c ich nicht für übervorteilt halte. Der Zeuge bekundet werter, boft er sein statt es Leben fortgeführt habe, er kann aber nicht behaupten, daß die Angeklagte ihn dazu vk^kNet habe, er hätte cs auch so fortgesetzt. Dagegen habe ihn dre Angeklagte zu verschick neu Darlehensgeschäften mir einem gemrisen Forke verleitet. Er habe schließlich fein ganzes Vermögen tm Betrage von 200 000 Mark verloren und besitze jetzt 60000 Mark Schulden.. Die Angeklagte bestreitet, den Zeugen zu trgendwelck)en Geschäften verleitet zu haben. Wenn sie mit ihm Darlehensgeschäfte gemacht habe, so sei das auf seine Veranlassung geschehen, sic habe sich nicht dazu gedrängt. Hierauf wird der Fall des Ncgierungsreferendors Hennig von Alten erörtert, der sich im Herbst 1910 erschossen hat, weil ihm die Schulden über den Kopf gewachsen waren. Die Angeklagte erklär! hierzu, sie habe Herrn v. Alten überhaupt nur zweimal gesprochen. Er habe seine Verhältnisse aber nicht auseinander- ge'etzt, sondern im Gegenteil gesagt, er erbe von seinem Vater viele Millionen. Er hat also verschwiegen, daß er auf seine Erbrechte bereits zwei Jahre vorher verzichtet hat, so das; gerade er sich der Vorspiegelung fall eher Tatsachen schuldig gemacht habe. Sie habe ein Anrecht auf die Provision von 5000 Mark gehabt, da sic selbst eine ganze Menge Auslagen für die Angelegenheit gehabt fyättc Rechtsanwalt Feuerhake (Hannover) bekundet, daß er nach dem Tode des Herrn v. Alten zum Nachlassverwalter ernannt worden.sei. Er habe sofort gesehen, daß der Nachlaßkonkurs eröffnet werden müsse. Im Konkurs seien dann in kurzer Zeit über 300000 Mark Schulden angemeldet worden, denen nur 15 000 Mark Aktiva gegenüberstanden. In den Prozessen sei eine ganze Reihe von Klagen jiber Forderungen, die von ihm bestritten worden warm, wegen Wuchers obgerotefen worden. Dert. R>A. B a h n: Herr v. Alten soll sich als Sohn eines vielfachen Millionärs ausgegeben haben? Zeuge: So viel ich weiß, war er es mich Er ist von seinem .Vater mehrfach finanziert worden und dieser hat einmal über eine Million Schulden für seinen Sohn bezahlt. Es folgen dann längere Erörterungen zwischen Staatsanwalt, Verteidiger und der Angeklagten darüber, welche Forderungen in dem Nachlaßkoukurs als Wucher anzusehen seien. Vert. N.-A. B a h n hebt hervor, daß die Frage iwch außerordentlich streifig sei, ob überhäuf Mucker vorliege. Die Geldgeber gingen doch mich ein sehr großes Risiko ein, denn trotz der Wechselgarantien haben sie bis heute noch keinen Pfennig erhalten. Schließlich verstelle ich nicht, wie man der Angeklagten hier ständig Beihilfe zum Wucher vorwerfen kann, von den angeblichen Tätern aber siebt u>id hört man nichts. Staatsanw.: Vielleicht beEomntcn wir doch noch etwas von ihnen zu hören. Hieraus wird die Verhandlung auf Montag vertagt. Frankfurt, 22. No". Die Strafkammer des Landgerichts sprach den früheren Bezirksvffizier, Majors a. D. G r a f e n E u g e n Hertz berg in neun Fällen des vollendeten und in einem Fall des versuchten Betrugs schuldig und verurteilte ihn zu 2 Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten der Untersuchungshaft. tiintfcbifvrtbrt. Köln, 23. Nov. Auf dem Fluge von Trier nach Köln st ü r z t e ein Doppeldecker mit 2 Offizieren ab. Der Apparat ging in Trümmer. Ein Offizier brach ein Dein, der andere kam mit leichteren Verletzungen davon. München, 22. 9tov. Der französische Flieger Pvgoud führte heute hier seine Sturrilüge vor, die wie bet seinen früheren Vorführungen glatt verlauten sind. Vermischtes. * Einer der gefährlichsten Schieber Berlins, der 35 jährige sogen. Kaufmann Heinrich Armonierm, der bei allen großen Schwindelunternehmungen in der letzten Zeit seine Hand int Spiele hatte, ist gestern roicber einntal polizeilich verhaftet und hinter Schloß und Riegel gebracht morden. Seine letzte Gründung war eine Genußmittelzentrale. * Ein Anwalt von einem Kollegen erschossen Aus Ofenvest wird gemeldet: Ter Anwalt Dr. M a t a i e r < schoß int Beratungssaale den Advokaten Kammer, angeblich infolge seines finanziellen Ruins. * Raube rischer Ueberfall. Aus Sevilla, 22. Nov., wird gemeldet: Banditen überfielen einen Angestellten der Südbahngcsellschafi, der 33000 Franks bei sich trug. Sie ver- wmtdeten ihn und plünderten ihn aus. Die Räuber schossen auf die sie verfolgenden Polizcibeantten und Soldaten, die das Feuer erwiderten. Ein Bandit wurde tödlich verletzt. * Zn dem Unfall des italienischen Kreuzers wird noch gemeldet: Der Panzerkreuzer „San Giorgio" legte sich aus die linke Seite. Das Vorderteil des Schiffes berührt 16 Meter lang Grund. Die Arbeiten zur Flottmachung feitet Admiral Cagni. Tie Kriegsschiffe „Francesco Ferrucio", „Eina- miete Filiberto", „Vattor Fisani", das Werk'.ittenschiss ,.Bul cano" und zwei Schlepper sind zur Hilfeleistung avaegangcn. _ * Erdrutsch und Eisenbahnunfall. Aus San Sebastian, 23. Nov., wird gemeldet: In der vergangenen beacht ereignete sich etwa 700 Meter vom Tunnel Cazurza der Strecke Ir un-Madrid ein Erdrutsch. Zwei Wagen am Ende des Zuges wurden verschüttet. Ein Zugführer wurde verletzt. Tie Reisenden mußten umsteigen. lieber das Unglück liegen widersprechende Nachrichten vor. Einerseits wird gemeldet, daß es der Süd-Expreßzug war, der durch den Erdrutsch entgleiste, während andererseits gemeldet wird, daß der Süd Exvreßzug in einen bereits entgleisten Güttrzug hineinfuhr. Hierzu wird weiter gemeldet: Ter Erdrutsch erfolgte etwa in der Mitte des Tunn-'ls kurz vor der Durchfahrt des Süd-Expre' zuges. Tic Lokomotive und zwei Wagen entgleisten. Dem Zugführer mürben beide Beine gebrochen. Ein aus dein Süden kommender Güterzug stieß gleichfalls gegen die Erdmassen und die Lokomotive des GüterzugeS entgleiste. * Anarchisten. Aus Kalkutta wird gemeldet: Die Polizei hat in einem Hause in Kalkutta eine Bombenfabrik entwerft. Vier Indier sind verhiftet werden. Die Polizei glaubt, einen der gefährlichsten indischen Anarchisten gefaßt zu haben. * Verunglückte Soldaten. Aus Longuhon, 23. Nov., meldet ein Prioat-Telegramm: Ein W a g e n s ch u p p e n der hiesigen Garnison ist gestern abend ein gestürzt und bat eine Anzahl Soldaten unter seinen Trümmern begraben. Zwei Soldaten wurden' getötet, fünf schwer und neun leicht verletzt. Der Kriegsminister hat den Direktor des Geniewesens, General Chevalier beauftragt, eine Untersuchung über die Ursache des Un- glürfsfalles einzuleilen. — Von den S»>fialisten waren in der letzten Zeit wegen der Mangelhaftigkeit der neuen Käsernenbantcn an der Oslgrenze wiederholt scharfe Angriffe gegen die Kriegsverwaltung erhoben worden. MärNe. h. Oberursel, 23. Nov. Wegen zu geringer Beschickung bat die Stadl auf Beschluß der Stadtverordnetenversammlung die Kram- und Vieh markte aufgehoben. Amtlicher Wetterbericht. Oöffentlicher Wetterdienst, Gießen. Vetterausfichten in Hessen für Ticnstaa, den 25. Nov. 1913• Meist wolkig, keine erheblichen Regensalle, kühl, westliche Winde. _____■■—. ■-» Letzte Nachrichten. Wüste Schlägerei. Mannheim, 24. Nvv. Hier kam es in der Nacht zum Sonntag zu einer folgenschweren Schlägerei zwischen Studierenden der Zngenicurschule und einer Anzahl junger Burschen. Drei Studierende wrirden schwer mißhandelt. Der student P. (Senft erhielt Stiche ins Auge, in den Rücken und in die Hand: an seinem Aufkommen wird gezweifelt. . Autounfall. Reims, 24. Nov. Bei Siliert; Fant in der Dunkelheit ein Auto vom Weg und stürzte in den Kanal. Bier Personen wurden getötet. Abdankung des Königs Ferdinand? Sofia, 24. Nov. Tie „Epora" veröffentlicht eine bisher geheim gehaltene Kriegs Proklamation gegen Serbien, die König Ferdinand am Vorabend des Angriffes aui die serbischen Stellungen den Truppen vorgelesen habe. — König Ferdinand werde nickst mehr nach Serbien zurück- kebren, sondern zugunsten seines ältesten Sohnes a b d a n k e n und diesen Entschluß sofort der Regierung in Sofia befannt* geben. Zlwei -nexikanischc Militärzüge in die Luft geflogen. El Paso, 23. Nov Wie der Insurgentengeneral Villa mitteilt, sind zwei M i l i t ä r z ü g e mit 1500 Mann Bunde s t r » p p e n auf der Straße von Chihuahua nach Juarez, 66 Meilen südlich von Juarez auf Dynamitminen gestoßen und in die Luft geflogen. Viele Soldaten sollen umgekommen fein. General Villa hat Juarez geräumt. Ein vernachlässigter Schnupfen hat schon manchem die Gesundheit gekostet. Cis/n Saxlehner's Bitterquelle HO WADI ÄiWS Gegen Verstopfung, gestört® Verdauung, Fettleibigkeit, Blutandrang, etc. Geinö/ml. Dosis: 1 WessBpglas Dolf. 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IS Vergebung vonStratzennnterhaliuttgsmaterial Die Lieferung des für die Unterhaltung der Krcisstraßen des Kreises Offenbach im Rechnungsjahr 1914 erforderlichen Dcckmatcrials frei Bahnstation und daS Anfahren dieses Materials von den Stationen auf die Straßen soll im öffentlichen Wettbewerb vergeben werden. Der Gesamtbedarf beläuft sich auf ca. 5928 cbm Hartbasalt, darunter 4661 cbm Basalt und 60 cbm Diabaskleinschlag. LiefcrungsVerzeichnis und Bedingungen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Frankfurter Straße 81 I, während der Dicnststunden zur Einsicht offen und werden Angebotssormulare gegen Erstattung der Selbstkosten, solange der Borrat reicht, abgegeben. Die mit entsprechender Aufschrift zu versehenden Angebote sinh verschlossen und portofrei bis zum Mittwoch, den 3. Dezember 1913, vormittags 10 Nhr, auf dem Bureau des Großh. Kreisbau infpettorS cinznreichcn, wo um diese Zeit die Oeffnung der Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber stattfindet. Zuschlagsfrist: 5 Wochen. Offenbach a. M., 15. November 1913. Der Großh. Kreisbauinspcktor: nur mit echten _ Farben- 'Schutzmarke: Fuchskopf im Siem. Bekanntmachung die Wahl der Mitglieder der Stadtverordneten Vcrsammlung betreffend. Meine heutige in Nummer 275 des Gießener Anzeigers vom 22. November 1913 veröffentlich! e Bekanntmachung wird wegen unterlaufener Irrtümer als ungültig hiermit aufgehoben und durch nachstehende Bekannt- mackung ersetzt, wobei ich ausdrücklich darauf Hinweise, daß die EinsvruchSsrlst sich um einen Tag verschiebt. Bei der am 18. diese- MonatS stattgesundenen Wahl von 17 Stadtverordneten sind gewählt worden: Ein Schlager d. 20. Jabr hundert«: D. R. Ä. Mikl. Volks fionf.: Berbr.-Artikel. lF-cuerungSbr.l. Tmfi. lauf. Berbr. t HauSH. u. ein wirkt, reell. Best.-An. Ab>. rieselst;, u. unbenr. Evtl. Akleinvertr. Probek.sozus.ums.Bectr.,Reisende w. sos. Off. vcrl. J7618 Schließs.Nr S.Landan Pfalz HARMONIUMS Monatliche Mietpreise: 2—30 Mk. 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Mitglieds- und (Eintrittskarten sind am Eingänge zur Aula vor;n;eigen. v* Akademischer Bismarck-Bnnd (Ortmirrappe Glennen) Vereinigung zur Aufklärung über den ültramontanismus. Donnerntag, den 27. Xovember 1913, abendn S1 , Uhr, im „Hotel Einhorn** Oefffentlicher Vortrag von Pfarrer Dr. Klmch. früher Redakteur des kirchl. Teils der Kölnischen Volkszeitung Der ültramontanismus in der Wissenschaft. Eintritt 20 Pfg. f v",, Damen herzlich willkommen. Freitag, 28. November, 8 Uhr, in LteinS Garten: W. Neander Hosrezitator: Ter Befreiungskampf 1813/1815. Mit 100 farbigen Lichtbildern. Eintritt 50 Pfg. Mitglieder und Schüler 30 Pfg. Alldeutscher Verband «testen. Mittwoch, 26. November, abend» 8l/< Uhr, im Saale des Hotels „tzlrosthcrzog von Hessen": Geffentlicher Vortrag von Zr. 5chreiber-Un«ger, Berlin: Stimmrecht und Sittlichkeit Eintritt 30 Pfg. D»/„ Verein für Frauenstimmrecht. ■ l \ rrrmrrrttrrnrrrrrrrrrnrrttrrr H HA m iMribKr sondern einen J50 8°° Telephon 774 Kreuzplatr. 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