Nr. 205 Drittes Statt 153. Jahrgang Gießener Anzeiger Erscheint tt-Uch mit Ausnahme d«S Sonntags. General-Anzeiger für Oberheffen Tie „Gletzeoer Lamilienblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» ..Kreisblatt für des Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landioirtschoftllchen Seit« fragen" ericheinen monatlich zweimal. Samstag, 50. August W5 9t»trauft>ertrags würde überzeugen. Unter Umständen freilich kann das Handgeld auch andere Bedeutung haben: dann müssen das die Parteien mitsammen aber ausdrücklich vereinbaren. Macht also A. mit dem B. aus: „Der Vertrag soll nur gelten, wenn Du, A., mir 50 Mk. Angeld gibst", nun, dann ist eine solche nachdrückliche Abmachung vom Richter natürlich zu respektieren. Wo sie aber fehlt, bleibt das Handgeld lediglich ein für das Bestehen des abgeschlossenen Vertrages nicht notwendiges Bekräftigungsmittel. Es dient, wie das Gesetz sagt, eben nur als Zeichen des Vertragsabschlusses. Fälschlicherweise hört man da weiter oft die Meinung verfechten, es könnte sich die eine Partei durch die Rückgabe solchen Handgeldes ihrer Pflichten wieder ledig machen. Das Handgeld würde dann als sog. Reugeld anzusehcn fein, d. h. es würde jemand, den ein Vertragsabschluß reut, einfach wieder vom Vertrage dadurch abgehen können, daß er dem Frarictl-Nun-scha«. Tas Theater der Frauen. Ein interessanter Versuch, der wahrscheinlich bald Rach- ahnrung finden wird, wird im Eftober dieses Jahres in London unternommen: „Tas Theater der Frauen" beginnt eine einstweilen nur auf kurze Zeit bemessene Spielzeit. Ladt) Fo r b e S-Rob e r t sn, die Besitzerin des Trury Lane Theaters, ist die Urheberin dieses interessanten Versuches, sie hat zu diesem Zwecke, auf einige Zeit das Eourt ThsLtre gepachtet und der Frauenbühne den Namen „Eoope- rative Feminist Thäätre" gegeben. Tas Ziel ist, in vollkommener künstlerischer Tarsrellung Bühnenwerke zur Aufführung zu bringen, in deren Handlung die Mißstände in der Stellung der heutigen Frau innerhalb der Gesellschaft gestaltet sind. Ms erste Stücke sind in Aussicht genommen: Björnsons „Handschuh", „Tie alleinstehende Frau" von Brieux und ein Werk von Elisabeth Robins, das den Titel führt: „Tas Stimmreclü für die Frauen". Die Liga, die die Ausführung dieses Planes übernommen hat, lehnt jeden Zusammenhang mit der Suffragettenbewegung ab, verurteilt die Ausschreitungen der englischen Frauenrechtlerinnen und will die Bühnenkunst in den Dienst der Frauensache stellen, indem es die Zuschauer zum Nachdenken anregt und so überzeugt. Ter Vereinigung gehören bisher nicht weniger als 700 englische Schauspieler und Schauspielerin neu an. In einem Gespräche mit einem Journalisten gab Ladt) Forbes-Robertsou einige nähere Aufklärungen über ihren Plan. ,FZn dieser Herbstsaison des Frauentheaters soll bie Frage aufgeworfen werden^ dis zu iwlthcm Grade die Sdxnririelmnncn imstande sind, in Sphären, die ihnen bisher fernlagen, gewisse Stellungen auszufüllen Jn^ unseren Tagen, in denen die Frauen die Aufhebung so vieler Schranken fordern, die ihnen bei der Belangung auf wirisäiaftlicken Gebieten entgegenftebrn, ist es angebracht, daß die Schiuspiclerinnen bewerfen, daß fie ihrerseits imstande sind, ein geschäftliches Unternehmen aufzubauen und zu führen. Seit vielen Jahren ist der weibliche Theaicr- drrekwr in England nur eine Seltenheit. Sir besitzen bereu £ heute eine große Reihe von Frauen, die »ich als Schriftstellerinnen einen Namen gemacht haben, und die es auch versucht haben, int ihren Arbeiten die Bühne zu erobern. Tas naic FrauemHeater wird daS erste Beispiel sein, bei dem Frauen vollkommen ein ganzes Bühnenunlernehmen leiten. Das Interessanteste habet wird die Tatsactr? fein, daß unser Theater auf der Basis der Coopc rateon geführt wird. Möglicherweise eintretenhe Verlust werden durch einen GarantievondS gedeckt, während die Gewinne unter den Frauen geteilt werden, die jenen Garantiefonds zusammen- gebracht haben." Tie erste Woche der Londoner Spielzeit des Frauentheaters gilt als Berfuchszeit: tpcttn das Unternähmen sich anderen sein Draufgeld zurückgibt. Tiefe Meinung ist aber durchaus irrig. Gewiß, es können zwei Vertragsschließende erklären: „Wenn das Handgeld bis zu dem und dem wie- dergegcben wird, so heißt das soviel, als „der Vertrag ist dadurch aufgehoben". Soll das Handgeld diesen Sinn haben, so muß das aber, wie gesagt, ausdrücklich unter den Parteien verlautbart worden sein. F^hlk dagegen eine derartige Abmachung, so gilt des Bürgerlichen Gesetzbuchs kurze und bündige Erklärung: „Das Handgeld ist kein Reugeld", mit anderen Worten, die Rückgabe des Handgeldes schafft in alle Wege keine Befreiung von den einmal übernommenen Vcr- tragspflichten. A. läßt nun also von seinem Sohne den Wallack ab- holen und durch den Sohn die restlichen 650 Mk schicken. Ter Empfänger des Geldes, Pferdehändler B„ erklärt aber, es fehlten 50 Mk., denn das Handgeld habe er nickt nötig, fick auf den Kaufpreis verrechnen zu lassen. Wie ist hier zu ent scheiden? Tas Gericht wurde in solchem Falle zugunsten des Landwirts A. rechtsprechen müssen. Erklärt dock das Gesetz ausdrücklich, cs seien derartige zur Bekräftigung des Vertragsabschlusses gezahlte Gelder auf die Schuld anzurechnen. Haben A. und B. freilich abgemacht oder existieren sonstige sichere Zeichen dafür, daß die 50 Mk. eine Extraleistung bedeuten sollten, nun dann würde sich das dementsprechend zugunsten des Pferdehändlers B. ändern, denn es gilt hier, wie überall der Satz, daß der deutlich zum Ausdruck gebrachte Wille der Parteien im allgemeinen das Ausschlaggebende ist. Nur wird dieser Fall gerade beim Biehkauf wohl kaum je praktisch werden, denn der Viehkäufer wird mit der Hingabe eines Handgeldes stets die Absicht einer späteren Verrechnung der gezahlten Summe auf den Kaufpreis verbinden. Weiter kommt es bekanntlich häufig vor, daß Kaufverträge hinterher wieder rückgängig gemacht werden. Um bei unserem Beispiel zu bleiben, würde solcher Fall z. B. dann praktisch werden, wenn der Landwirt A. dem Pferdehändler B. alsbald schrieb: „Sehr geehrter Herr, ich habe mir die Sache nochmals überlegt und wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mich meiner Vertragspflicktcn entheben würden" und der B. darauf antwortet: „Schön, dann mag der Kauf nichts gelten". Was wird jetzt mit den angezahlten 50 Mk. ? Klipp und klar lantet des Bürgerlichen Gesetzbuchs Antwort: „Wird der Vertrag wieder aufgehoben, so ist das Draufgeld zurück - zugcben". Ist freilich derjenige, der das Handgeld dem anderen Teile behändigt hat, schuld daran, daß der Vertrag gelöst wird, so erleidet die eben geschilderte Regel eine Ausnahme. Ich setze deshalb den Fall: der Landwirt A., der sich zur Abholung des Pferdes für den folgenden Tag verpflichtet hat, wird von dem Pferdehändler B. gemahnt, das Tier nunmehr doch auch wirklich holen zu lassen. Er kommt dieser Mahnung aber hartnäckig und ohne jeden vernünftigen Grund nicht nach. Hierdurch gibt er dem Pferdehändler Gelegenheit, vom Vertrage zurückzutreten. Es ist also die Saumseligkeit des A der schuldige Anlaß zur Wiederaufhebung des Vertrages. In solchen Fällen ist der Empfänger des Handgeldes ausnahmsweise berechtigt, das Handgeld auch nach Lösung des Vertrages zu behalten. Wie schon erwähnt, ist die Hingabe eines Handgeldes dann vor allen Dingen noch im Gesinderechte zu Hause. Hier erscheint die Summe meist in Gestalt des üblichen MietSta- lers. Im täglichen Leben ist es, wie bekannt, da nicht Brauch, den Lohn des Gesindes um den angezahlten Betrag zu für Zen. Andrerseits aber pflegt man mit dem Dienstpersonal etwas ausdrückliches darüber, daß eine solche Kürzung zu unterbleiben hat, nicht auszubedingen. Tas Preußische sindcreckt legt für solche Fälle die Rechtslage durch eine be bewährt, dann sollen später auch in größerem Maßstabe Gastspielfahrten in die Provinzstädte unternommen werden. Tie Uebersetzung des in Aussicht genommenen Brieuxscheu Stückes ins Englische hat Frau Bcrnard Shaw übernommen. • — Tic Frau im französischen Heeresdienst. L.ic .-Frauenrechtlerinnen Frankreichs fordern nicht nur Reckte, ne fordern mich Pflichten. An den Anstrengungen der Nation, die Wehrfähigkeit des Landes zu erhöhen, verlangen auch die ATOiicn ihren Anteil, sie wollen nicht zurückstehen und haben fick jetzt in eine- von 900 jungen Tarnen unterzeichneten „Stur m pe11lio n" an den Äriegsminister mit der Bitte gewandt, dafür zu torgcn, daß den trauen Frankreichs die Möglichkeit gegeben werde, Heeresdienst zu veriehen. Sie denken nicht etwa daran, Amazonen-Regimenter zu bilden, sie streben fielen zu, die weniger absonderlich sind, sie wollen die Taufende und Abertausende Soldaten, die im Frieden wie im Kriege Hilfsdienste versehen, erfetzen und so diesen der Schlagfähigkeit der Armee entzogenen 'ooldaten die Möglichkeit geben, nn Frontdienst zu blecken. „Tie unterzeichneten jungen fronzöslichen Tarnen," so beißt es in jener BiMckrift, die im „Grand National" veröffentlicht wird, „haben die Ehre, Ihnen folgenden Wunsch zu unterbreiten. Wenn die dreijährige Ttemtwt m ffrait getreten ist, wird unsere aktive Armee noch immer Fleiner sein, als die unseres möglichen Gegners Diesem Mangel kann dadurch abgeholfen werden, daß alle jene jetzt in den Hilfsdiensten, im Lanitätswefen und nn Intendantur- wefen beschäftigten Soldaten in die Front versetzt werden. Dir erNären uns bereit, die Pflichten dieser Soldaten im Hilfsdienste zu übernehmen. In der Vergangenheit haben französische Frauen in der Geschickte ihre Ehrcnvtore erobert, wir wollen hinter ihnen nicht zurückstehen." Tie vatriotifchen Frauen Frankreichs wollen im Heeresdienst nidit nur als weibliche Sanitätssoldaten dienen fie wollen auch als Köchinnen, Militärschneiderinnen, als Ber^ waltungsbeamte und als Musiker Tienst tun und so, wie sie sich ausgerechnet haben, 200 000 Krieger für den Tienst mit der Waffe frei machen. — Die Frau als-Kunsthandlerin. Ten praktischen <-tnn der ammfanudxm ,Trauen ist es anscheinend Vorbehalten gebltcken, ihrem Geschlechte einen Beruf zu erschließen, für den ric (trau in vieler Hinsicht besonders günstige Anlagen rnit- bringt: den Kimichanbel. In Amercka gibt es bereits eine ganze Jneibc enolgrncDer ftlmttbanolerinnen: eine der angesehensten von ihnen, eine New Dörfer Kunsthändlerin, hat in diesen Tagen während ihrer alliahrlickm Europafahrt einem Londoner Iaur- nantten allerlei Interepantes von ihren Erfahrungen erzählt, „veute kommt es hauvtsäMich darauf an, dem Markt in der Bewertung einzelner Kunstzweige und einzelner ffünftler ein wenig borau* zu cuen," «zahlte diese Geschäflsftau, die als .«i'ennenn ben Wettbewerb mit vielen ihrer männlichen Kollegen an nte Ernten umn._ „jpenriutage gibt es nur noch wenig Griegenbeit, unter ber jxnb kostbare Kunstgegenstänbe ^u .entdecken". Als ich begann, war es noch nicht fo scftoer, btüig zu kamen und ntü sondere Bestimmung klar, es erklärt nämlich: „Das Mietsgeld wird in der Regel auf den Lohn abgerechnet, wenn nicht etwa anderes ausbedungcn tst". Darnach kann also die Herrschaft trotz des umgekehrten Brauchs, wenn sie will, den Taler auf den Lohn verrechnen. Za selbst dann, wenn die Herrschaft auf solchen Abzug ausdrücklich verzichtet bat, ist sft hierzu dennoch berechtigt, wenn das Gesinde auS eigner Schuld die verabredete Dienstzeit nicht aushält. Landwirtschaft. — Tie Str eufäbiflTeit des ff al Hix cf ft off 5 läßt sick durck das Mischen mit Thomasmehl und Kalisalz ganz be- beutenb verbessern Tas Stauben des stalTstickstofts, sowie die ätzende Wirkung des darin enthaltenen Aetzlvlkes wird birrdi diese Maßnahme trjIlL’nunen aufgehoben Es s.l! überhaupt Prinzip des vraktisckien i!andw,ris stnt, die Tüngemittcl im Gemisch miteinander auf dem Felde aitSziistreuen, da dadurch an Arinit und Zeit viel gespart wird. Zbalksffckstoff, Tbomosmedl unb ffaliialz Ifreut man im Herbste 8—10 Tage vor der Aussaat auf das Feld und eggt dann am besten diese Tünger unter. Luftschiffahrt. Merkwürdige Flugmaschinen. Die Flugmaschine beginnt langsam aus dem Gefährt kühner Abteilung" imgestellt, deren Körper unb unteren Leiten der Flügel himmelblau geiärbt waren, damit sie in einer gewiften Höl>e mit der Farbe des Himmels in eins verschwimmen könnten. Daß durch diese himmelblauen Flugzeuge die gennmichtc Wirkung erreicht worden wäre, ist aber nicht gemeldet worden. gutem Verdienst zu verkaufen Fch hatte in meiner Jugend piel in Pans gelebt: als für mich die Frage austauchte, nüch leibst ernähren, begann ich allerlei kleine Stunftgcgcnitärwc unb Antiguitaten zu fajfen. ioeg sehr schöne kunstvolle alte AiLeüen, Ixcke ich dieses Ick^ aut meinen Strri;uiqen auriiririn gemach: Uns da ick bereits einen befhnrmtrii nicht unanselmlicken stunbeickreis habe, weih ich schon beim Einkauf, welche meiner Kunden für die emsdnen Stürfc als Abnehmer in BetraM Lmrmen, fo baß mir auch das Risiko nicht allzugrog erscheint." m ks Der Modenkreuzzug der Frauen von St. Paul. 4000 ^-rauen von St Paul in Minnesota haben gegen tne herrschende Mode, und insbesondere gegen ben Untug der engen Kleiber, bte Waffen ergriffen. Ein solches raum beer bat wohl noch nie ben Kriegsriab gegen bie Tyranniü Mode befthntten. Tie Frauen von St.- Paul faben ihren Feldzug mit einem Rund schrei bei, an alle Schneider, Schneiderinnen, Modegeschäfte der Stadt eröffnet, worin sie ihnen die folgenden Mitteilungen machten. _ „Meine Herren, der (^ekulivausschuß des Bundes bet .srauenvereine von Minnesota bittet im Auittage vieler Frauen, daß^ von der nächtten Saison an nur noch solche Toiletten verkauft werden, deren Umfang am unteren Rockfaume für eine Frau mit 36 Zentimeter Taillenumfang l,*0 Meter beträgt. ‘Xie Kleider sollen ferner von guten Verhältnissen sein unb nicht io eng anüegen, daß sie die Formen knapp zeichnen; auch sollen sie bis 7 Zentimeter über den Boden reichen Viele der Frauen, die gegen die Mode protestieren, sind bisher qo Awungen gewesen, sich Kleider nach ber Move zu kausen, ober eine große Zahl hat es vorgezvgen, lieber überbauet auf neue Kleider zu verzichten, als sich den Moden dieser letzten Monate zu unterwerfen. Wir wünschen Kleider für anständige Tarnen, die etwas anderes sind, als solche, die der Demimondc passen mögen." Tiefer Protest der streitbaren Jraueit wird überdies nock von öunberten von Männern unterstützt, und die Moden- geschäfte von St. Paul erwägen emfdid), ob fie nicht in ber kommenden Saifon mit enter doppelten Mode werden arbeiten müssen: einer Tür bie Anhängerinnen des Modetteuzzuges unb einer anderen für die Freundinnen der engen Kleider. —i~_ __f Gießener Strafkammer. Gießen, 29. August 1913. Wegen Sittlichkeits verbrechens wurde gegen den Schuhmacher Christian Sch. in Gießen, der sich ea Kreie, geb. Kühne, 75 Jahre alt, Ebelstraße 41. — Franziska Johanna Rohrbach, 15 Jahre alt, Plockstraße 14. — 27. Susanne Deiß, geb. Diehl, 82 Jahre alt, Wetzsteinstraße 7. Beuern. Geborene: August 22. Dem Schreinermeister Ludwig Wilhelm Arnold eine Tochter, Emilie. Bübingen. Eheschließungen: August 23 Heinrich Roth, Fürst!. Kanzlist von Büches, mit Johanna. Türck vvn Büdingen. Gebvrene: August 17. Dem Handorbeiter Georg Wolf eine T-ochter, Margarete. — 23. Dem Glasmacher Johannes Groß eine Tochter, Lina. Butzbach. Aufgebote: August 16. 9Iixnn Börger, Sergeant, mit Clifabetha Christ, Näherin, in Butzboch. — 19 Mar Paul Franz Hoffmann, Sergeant, mit Katharina Luise Renner, Verkäuferin in Butzbach. — 21. Daniel Baehr, Musketier in Butzbach, mit Karo- rück. Dementsprechend richtet auch die Börse gegenwärtig thr Haupt- augenmerk auf die Vorgänge im Wirtschaftsleben. Diese bieten zurzeit allerdings fein einheitliches Bild und lassen jedenfalls sichere Schlüsse auf die weitere Gestaltung der Konjunktur nicht zu. Was speziell die heimischen industriellen Verhältnisse betrifft, so fe()lt es im Eisengewerbe keineswegs an Arbeilsstoff, die Erlöse bleiben aber für die nicht spedizierten Erzeugnisie unbefriedigend und es vermögen selbst die auf breitester Grundlage ruhenden gemischten Betriebe und durch rationellste Arbeitsmethode, die eine weitere Verbilligung der Gestehungskosten ermöglicht, einigermaßen den Rückgang der Verkaufspreise auszugleichen. Im Kohlenbergbau stellen sich die Absatzverhältnisse bei unvermindert lohnenden Preisen nach wie vor als recht befriedigend dar. Die ober- schlesischen Werke befinden sich sogar in außerordentlich günstiger Lage, da sie den Bedarf der benachbarten ausländischen Ab- nehiner, vor allem Rußlands, nicht zu genügen vermögen, so daß auch Preiserhöhungen ohne Widerspruch durchgeseht werden können. Was die einzelnen Industriezweige anbelangt, so kann von einem irgendwie bemerkenswerten Sinken des Befchäftigungs» grobes in c (e f t r o t e ch n i s ch c n Betrieben, im Automobil- und Fahrradgeschäft nicht die Rede sein, während die T e x t i l b r a n ch e zurzeit in größtenteils weniger befriedigenden Verhältnissen sich befinden. Daß aste mit dem B a u m arkt zu- sammenhängenden Gewerbe unter der lang andauernden Depression dieses Gebietes empfindlich leiden, braucht nicht besonders betont zu werden. Die Börse hat sich durch solche Umstände in ihrer vertrauensvosten Auffassung der nächsten Zukunft um so weniger beirren lasten, als die statistischen Ausweise über Güterproduktion und Güterbewegung nach wie vor zu einer Entmutigung keinen Anlaß geben. Ueberall ergeben sich für die Ausfuhr wesentlich höhere Steigerungen als für die Eiusnhr, ein Umstand, der ganz wesentlich die in Diefeni Jahre so viel beklagten abnormen G e 1 d- v er hält nisse beeinflussen und die Spannung mildern muß, so daß man weit besser als ursprünglich gehofft werden durste, den Erfordernissen des letzten Iahresdrittels zu entsprechen iinstande sein wird. Die ll 111 nt o r c g u I i e r u it g hat sich bei verhältnismäßig recht geringen Ansprüchen an den offenen Geldmarkt und bei einem Geldsatz von etwa 5‘/fl Proz. ohne aste Schwierigkeiten vollzogen. Tie in den neuen Monat übertragenen Verpflichtungen sind im allgemeinen unerheblicher Natur, und diese Bewegungssreiheit der Spekulation ermutigte zunächst zu Käufen in den Hauptwerten des Ultimoinarktes, von denen Di o n t a n p a p i e r e das meiste Interesse in Anspruch nahmen. Die AufwärtSbewegung in Braun- kohlen-Aktien ist teilweise zmn Stillstand gekoinmen. Dagegen waren einzelne Kafsa-Indlistriepapiere wieder lebhaster gefragt und höher. Bon B ahne n ivaren namentlich Meridional und Orientalische begünstigt, auch Schanlnngbahn befestigt. Banken teilweise besser. Am Renten markt lagen Türken fest, auch Mexikaner waren schließlich erholt. — Privatdiskont 5 Prozent. Märkte. VUeßeu, '0. Ang. Diarktberi cht. Auf beutiaem Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,05—1.15Alk., Hühnereier 1 Stück 8—9 Pfg., 2 Stück 0 Psg., Enteneier 1 §tück 8—0 Psg., Gänsecier ISt. 12 Pf., Käse das Stück 6—8 Pfg., Kasematte 2Ctück 5—6 Pfg., Tauben pr Pr. 0,80—1,00 Pik., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Pik., Halmen pr. Stück 1,50—2,50 Mk., Enten pr. St. 2,00—3,00 Mk., Gänse das Pfd. 00—00 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Psd. 92—100 Pfg., Rindfleisch pr. Pstiud 90—94 Pfg., Kuhfleisch 80 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 90—110 Pfg., Kalbfleisch pr. Pid. 94— 98 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—96 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.00 bis 6.00 Alk., Weißkraut das Stück 15 bis 20 Psg^ Zwiebeln per Ztr. 10,00—15,00 Alk.. Milch das Liter 22 Pfg^ Rüste 100 Stück 50—60 Pfg., per Ztr. 0—00 Mk., Birnen das Pfund 10 bis 20 Pfg., Aepfel der Zentner 10 bis 20 Mk., Zwetschen der Ztr. 10—20 Mk.. Bohnen 1 Pfund 12 bis 20 Pfg., Gurken 100 Stück 2,00—3,50 Mk. Marktzeit von 7 bis 1 Uhr. Die nach- A ppml« sind am Sonn faß:, 31. Ang. 1913, stehenden aavl Zilv von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts, nur für dringende Fülle sicher anzutreffen: D3e/s Dr. Büchner, Frankfurter Strasse 12. Sanitätsrat Dr. Schliephake, Goethestrasse 44. Für dringende Fülle ist am Sonntag, den 31. Ang. sicher anzutreffen : D a0/a 7ahnar7l Reinewald, FrankfurterStrasse 10, fldUUdUi Fernsprecher 763. kirchliche Nachrichten Evangelische Genieinde. Sonntag, den 31. Anglist, 15. nach Trinitatis. Gottesdienst. 3n der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer S ch iv a b e. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der MarkuSgemeinde. Vormittags 9X Uhr: Pfarrer D. Schlosser. linc Saitb in Mutterhausen. — 26. Karl Wilh. Steinmetz, Bäcker in sButzbach, mit Lina Bauer in Frankfurt a. M. Gebvroste: August 13. Dem Weißbinder Heinrich Jung ein «Sohn, Karl Wilhelm. — 15. Dem FulMnann Ludwig Hornung ein Sohn, Georg Ludwig. — 20. Dem Fahrburschen Martin sTiebel eine Tochter, Luise. St erbe fäl le: August 20. Heinrich Streng, Taglöhner, 55 Jahre alt. — 26. Ludwig Lorenz Lechner, 1 Monat alt. Friedberg. Aufgebote: August 19. Friedrich Günther, Metzger in Rieder Wöllstadt, mit Anna Margarethe Kreuzer in Friedberg. — 22. Jalob Gottfried Grünewald, Bezirksseldwebel in Friedberg, mit Christiane Louise Bauer in Oberlahststein. Eheschließungen: August 23. Moritz Heinrich Ludwig Paul Bender, Bürgermeistergehilfe in Schwalheim, mit Marie Anna Lina Amme in Friedberg. Geborene: August 17. Dem Abdecker Heinrich Rvls- I)oufen eine Tochter, Wilhelmine. — 19. Dem Schneider Heinrich Wilhelm Daniel Fischer ein Sohn, August. Sterbefälle: August 24. Anton Hill, Korbflechter, 55 Jahre alt. Grohen-Linden. Eheschließungen: August 23. Gustav Heinrich Jakob König, Oberlehrer in Höchst a. M., mit Ernestine Julie Guter- muth in Großen-Linden. — Dr. Wilhelm Lindenstruth, wissenschaftlicher Hilfslehrer in Idar, mit Helene Karoline Emilie Guter- muth in Großen-Linden. — Karl Schön, Schreinermeister in Leihgestern, mit Anna Fischer. Geborene: August 14. Dem Hilfsarbeiter Heinrich Pepp- ler eine Tochter, Else Marie.- - 18. Dem Schreiner Heinrich Friedrich Wilhelm Meyer ein Sohn, Ernst. — 19. Dem Tag- lühner Philipp Schmidt IV. ein Sohn, Walter. — 21. Dem Kommis ^uliuS Braun ein Solin, Elvald Julius. — 23. Dem Schaffner Wilhelm Christ ein Sohn, Julius. Grunberg. Aufgebote: August 22. Jol>ann Friedrich Gustav Seng, -^chuhmachermeister in .Grünberg, mit Maria Karoline Auguste Schlüter von 3dotingdoN. 25. Wilhelm Franl, Schneider in Mainz, nut Lina Grün von Grünberg vi; ,1L. Xcm ^vvßh. Gerichtssckweibge- Bügelmeier ein Sohn, Hans Ludwig. — 17. Dem Oberstellwerksschlosser Heinrich Geiß ein Sohn Her- mann Paul Werner. — 20 Dem Arbeiter Johannes Wagner nn sohn, ^olxrnnes Hnnrich. St erbe fälle: Ludwig Hahn, 3 Mvnate oft. Heuchelheim. Aufgebote: August 23. Wilhelm Carle, Metzger von Heuchelheim, mit Christine Faber' von Leihaestern. O heschließungen: August 23. .Lours Sack VII., Hond- langsgehilfe, mit Margarete Elisabeth Rinn, be^.de von Heuchel- heim. 3n der Iohannerkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9% Uhr: Pfarrassistent Hoffmann. Abends 8 Uhr: Versainmlung und Bibelbesprechung im JohanncSsaal. 9läch|tkünstigen Sonntag, den 7. September, wird im Hauptgottesdienst Beichte und heilige? Abendmahl für die Lukas und Johaimesgemeinde gehalten iverden. Anmeldungen dazu werden vorher im Piarrhcmse Süd-Anlage 8 erbeten. 91 demselben Tage wird in beiden Kirchen zur Erinnerung an den Tag von Sedan die alljährliche Kollekte für die Kaiser- Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden erhoben werden. Evangelischer GolteLdienst. Staufenberg: Sonntag, 31. August, nachmittags %2 Uhr. Der Gottesdienst in Lollar und Mainzlar fällt ans. i ——1 Katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, den 30. Augnst: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zirr heil. Beichte. Sonntag, den 31. A n g., 16, S o n n t a g nach Pfingsten: Vorntittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte „ um 7 Uhr: Tie erste hl. Messe. „ um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. „ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. „ um 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Andacht für die Abgestorbenen. Abends um 8^ Uhr: Versammlung des Volksvereins mit Vortrag im Vereinshause. Freitag vormittag utn 7^ Uhr ist Segensmesse. Gottesdienst in der Diaspora. Sonntag, den 3 1. August: In Lich um 9 Uhr Weihe der Kapelle. um 97, Uhr Hochamt. Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz. Das Ktn^r; Kräftigungsmittel im Sommer ist und bleibt Scotts Emulsion. In ihr ist Der nährstoffreiche, doch schwer verdauliche Lebertran in eine leicht bekömmliche Form gebracht. Scotts Emulsion schmeckt im Sommer ebenso gut wie im Winter und hat in der warmen Jahreszeit natürlich die gleiche Wirkungskraft wie in der kalten. Als Kinder-Kräftigungsmittel steht Scotts Emulsion, worin der Nährwert des Tranes durch mineralische Zusätze wesentlich erhöht ist, unstreitig an erster Stelle, aber es muß die echte Scotts Emulsion sein, keine Nachahmung. wek>alt, cit.i ftehtflti Medicknal-Lebertran 150,o, prima Mlvzrrtn 50,0, unkerphoSvhorigsaurrr Stal! 4,3, unkerphoüphorlntaureS Natron 2,0, pulv. Tragant 8,0, feinster arab. Summt pulv. 2,0, Wasier 123,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimv, Mandel- und Gaulihcriaöl je 2 Tropfen. CT’ J tober. 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Karl Ludwig Möller, Zahnarzt, mit Wilhelmine Antonie Lina Bertha Charlotte Mathilde Kullmann, beide in Lauterbach. Geborene: August 1. Dem 'Schneid- und Schlagmuller Heinrich Vollmöller eine Tochter, Marie Elisabetl-a. - 4. Dem Schneidermeister Konrad Lind eine Tochter, Sophie Christine. —• 5. Dem Schuhmacher Johannes Vollmöllcr eine Tochter, Marie. — 18. _Dem GroM Forstasscssor Heinrich Kendel ein Sohu. — 20 Dem Weißbinder Johannes Trriedrich Wenzel eine Tochter, Clisabetha. — 23. Dem Zimmermann Georg Heinrich Reuel II. ein Sohn, Karl. Stcrbefälle: August 8. Karl Ludwig Becker, Kaufmann, 22 Jahre alt. — 14. Helene Stumpf, 68 Jahre alt. — 26. Karl Becker, 3 Monate alt. Leihgestern. Aufgebote: August 21. Karl Ulm, Bahnarbeiter in Allen- dmf a. Lahn, mit Marie Heß in Leihgestern. Geborene: August 9. Dem Fabrikarbeiter Karl Krämer ein Sohn, Alwin. — 12. Dem Bahnarbeiter Georg Binz II.. ein Sohn, Albert. — 14. Dem Weißbinder Wilhelm Dcrn II. ein Sohn, Wilhelm. — 20. Dem Landwirt Karl Jung eine Tochter, Ottilie. Lollar. Aufgebote: August 19. Johann Jost Rauch, Schmied in Rvuhausen, mit Margarethe Rohrbach in Lollar. Geborene: August 18. Dem Eisenbahngehilfen Ludwig Schmulbach ein Sohn, Werner.--Dem Former Heinrich Bru- sms II. Zwillinge, Maria und Katharina. Stcrbefälle: August 25. Margaretha D«bel, geb. Rohrbach, 50 Jahre alt. Eme allerliebste Neberrascbnng für unsere Kleinen sind die von der Nesttc-Gesellschast, Berlin W. 57, neu berausgegebeuen Auöschueidepuppen „Dornröschen", welche den Kindern infolge ihrer farbenvrächtigen Ausstattung und der mehrfachen UmkleidungS- möglichkeit viele fröhliche Stunden bereiten. 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