-SSSLii Nr. 175 Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^s» 51. Redakt!on:Li^ll2. Tel.-Adr.:AnzeigerGuchen» Tie Eichener FamtlienblStter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigclegt, daS „Kre.'sblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit» /ragen" erscheinen monatlich zweimal. gctie Amerikas, die sich oft, in Wort und Schrift, stolz vermessen hatte, nie zu heiraten, und die, wo es nur ging, der Männerwelt ihre Verachtung ausgedrückt hat! Sic hat sich doch dem LiebeSgottc beugen müssen, denn soeben kommt aus London die Nachricht, daß sie sich im geheimen mit einem Herrn Boisse- vain verheiratet hat. Ein Schrei der Entrüstung geht durch die Scharen der englischen Zufsragettrn und hat bereits in Amerika ein lautes Echo gefunden. Miß Milholland war eine der ersten Führerinnen der amerikanischen Suffragetten. Sic ivar Advo katin und hat mehrere Prozesse mit großen Erfolg vor dem Gerichtshöfe in New Pork verfochten, so z. B. einen bekynnten Mord- prozeß und einige verwickelte Ehescheibungsprozesse, deren sic sich stets mit besonderer Wärme angenommen hat. Sie hat an allen Suffragcttcndcmonstrationen tcilgcnommcn und mehrere Schriften für das Frauenstimmrecht geschrieben. Jetzt hat dies alles ein Ende, denn es ist noch nicht einmal sicher, ob sie ihren Beruf wieder aufnchmen wird: sicher aber wird sie dem Susfragetten- tum den Rücken kehren. Sie hat ihren fetzigen Gatten erst vor vier Wochen auf einem Schiff in New Pork kennen gelernt und darauf mit ihm eine Reise nach Europa gemacht. Unterwegs hat sich dann das Liebeswunder vollzogen, so daß sic bei ihrer Ankunft in England bereits entschlossen war, das Joch der Ehe auf siel) zu nehmen. Aber es sollte rasch, möglichst rasch und ganz im geheimen geschehen. Aber die aufregende Nachricht sickerte doch in die Oeffentlichkcit durch. Das junge Paar hielt cs auf alle Fälle für gescheiter, die kirchliche Trauung in Holland vollziehen zu lassen. F-rau Boisscvain kennt die Suffragetten. — D i c Polizistinnen von Chicago. Tic Bürger von Chicago werden binnen kurzem Gelegenheit haben, die Wirl- I am feit von weiblichen Schutzleuten kennen zu lernen, denn der Bürgermeister Harrison hat den Plan gefaßt, 10 Frauen versuchsweise im Schutzmannsdienst einzustellen. Ihnen soll im besonderen die .Aufgabe zusallen, die öffentlichen Gartenanlagen und den Badestrand zu überwachen: außerdem werden sie im Zusammenhang mit den Ausgaben der Iugenogerid-rshöic Verwendung finden. Die „Schuyfrauen" vonChicago erhalten Uniform und als Abzeichen einen Stern. „Ich bin fest überzeugt," äußerte sich der Bürgermeister, „daß auf gewissen Gebieten Frauen Polizei pslichten viel besser ausüben tonnen als Männer. Sie können nickt nur die Spielplätze und Parks, sondern auck die ösicntlichen Vergnügungsanstalten und Tanzsäle überwach n und besonders aus jenen Gebieten arbeiten, wo cs die Wahrung der Moral junger Mädchen gilt. Schutzmänner werden mit der Zeit leicht hartherzig, Frauen werden milder und verständnisvoller sein und mehr Gutes stiften fönnen." Dcritschc Kolontcit. Berlin, 24. Juli. Der von der „Ständigen Ausstellungskommission für die Deutsche Industrie" organisierte Heimische Arbeitsausschuß für die „II. Allgemeine Deutsch- O st afrikanische Landes-Ausstellung Daressalam 1914" hatte sich gestern zu einer Sitzung vereinigt, an der außer Geheim rat Bnsley, dein Vertreter des zurzeit auf R.isen befindlichen Präsidenten der Sündigen Ausstellungskommission, Geheimrat Goldberger, der Regicrungslbnimissar Geheimer Oberregie- Samstag, 26.3uli 1915 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universums - Buch- und Steiudruckerei. R. Lange, Gieße». dahin, ausdeutet, daß jede Blume einem Stern entspräche und die Astrologie eine Blumensprache sei, ist beeinflußt vom Orient, von dem geheimnisvollen „Selam", der Blumenbotschasr. Goethe bat diese in der Eintönigkeit des Harcrnslebens erfundene Art der Liebes/orrespondenz, über die zuerst die Lady Montagne in ihren Briefen aus der Türkei genauere Mitteilungen machte, in den Noten zum West-östlichen Tiwan ausführlich geschildert: „Wenn ein Liebendes dem Geliebten irgend einen Gegenstand zusendet, so muß der Empfangende sich das Wort aus- sprecken und fud;en, was sich darauf reimt, sodann aber ausspähen, welcher unter den vielen möglichen Reimen für den gegenwärtigen Zu stand passen möchte. Daß hierbei eine leidenschaftliche Divination obwalten müsse,, fällt sogleich in die Augen." Hauptsächlich, wenn auch nicht ausschließlich, werden Blumen bei diesen Vcrsspielen verwendet, und so reimt denn Goethe in dem kleinen Roman, den er als Beispiel ansührt: „Amaarantc — Ich sah und brannte. Nellen — Soll ich verwelken. Narzissen — Du mußt es wissen. Veilchen — Wart ein Weilchen. Maßliebchen — Schreib nach Belieben. Nacktviolen — Ich laß' es holen. Myrten — Wilf dich bewirten. Jasmin — Nimm mich bin." Die Deutungen, die in den schriftlich festgclcqten und auch wohl heute noch benutzten Blumensprackcn gegeben werden, sind sehr verschiedenartig. Jfl5 Beispiel seien angeführt: Tulpe — Liebeserklärung. Myrte — Liebe. Rote Nelke — glühende Siebe. Gelbe Rose — Untreue. Weiße Rose — Schweigen. .Heliotrop — Liebesrausch. Moos — mütierlid e Siebe usw. * kf. D i c erste Landmesser k'n. Wieder eine weibliche Eroberung! Zum erstenmal hat eine Frau die Staatsprüsung als Sandmesscrin bestanden, und zwar ist cs Dänemark, wo dieser Erfolg erreicht ivordcn ist. Fräulein Edcle Bcntzon ist selbst die Tochter eines bekannten dänischen Landmessers. Sic studierte zuerst auf dem Polytechnikum, an dem sie auch ein Examen ablcgte, wandte fich aber dann der Landvermessungs- kunst zu, die in ihrer Familie seit alters herkömmlich ist. Ihre Absicht war, später bei ihrem Vater zu arbeiten. Durch diese Rechnung hat nun freilich Freund Amor, der Schalk, einen Strich gemacht. Fräulein Landmesser heißt jetzt Frau Edelc .stavser, und da ihr Gatte bei einer Zementfabrik in Chile Anstellung gefunden hat, so wird Frau Edele ihm in das Land des Salpeters nachreisen. Ob sie nun dort von ihrer Landvermessungskunst noch wird Gebrauch machen können, das muß die Zukunft lehren. Jf. Die schönste Suffragette. Sie hat sich doch beugen müssen, die junge Miß Inez Milholland, die schönst« Gusfra- Frarreir-riundfcbau. Die Blumen spräche. In einer Novelle von Rosegger „Der Liebst ist mein Glaube !" nimmt das liebende Mädchen am Abend aus dem Schrank ein weit im Hintergründe verstecktes Büchelchen hervor und blättert bariji. „Es war das Brevier so manck-er schönen Mädchen, der (Dolmetsch so inancher Licbesleutc, so lange sich dieselben noch durch die Blume lieben — es war die „Blumensprache". Ein Sträußck)en mit Kümnielstengeln und Kleeblättern hat ihr der Bursch gegeben, und nun sucyt sie erst unter Kümmel nach, wo die Worte stehen: „Noch soll es niemand wissen, baß^ich und du uns küssen," und dann beim Allee, wo es heißt: „Ich liebe did) immer, ich liebe dich beut, uno werde dick) lieben in Ewigkeit." Da drückt sie das Sträußlein beseligt an das Hcrz. Dies anmutige Bildckien aus dem Bauernleben zeigt, daß die grauen auch beute die Blmnenspracl)e noch nicht 'verlernt haben; besonders in ländlichen Kreisen findet das uralte vielsagende Spiel seine Verehrer, und so lange Liebende mit andern Augen als der gewöhnliche ©tcrblidic in die Natur blicken und in den Kindern Florcns ein Sinnbilo ihrer Geheimnisse jdyaucn, wird diese stumme Sprache nid'.t vergessen werden. Mag man im BlumenkultuS der alten Inder und Chinesen, in den schönen Blumenmythen der griechischen Sagenwelt Vorboten der Blumcn- sprache erblicken — in unsere deutsche Welt hat sie doch erst ihren Einzug gehalten, als die Kreuzzüge das Abendland mit bem Orient in Berührung brachten. 3ni Mittelalter sind Blumen Symbole von ^.ugciiocn: die Qtfic Sinnbild der Reinheit und Unschuld, die Rose der Liebe und Freude: and? oas Veilchen, der Bote des Frühlings, tritt ah das Zeichen hoffender Sehnsucht aus. In. der Spätzeit der Minnesänger beginnt man dann den Blumen besondere Bedeutung Leizulegcn und die Blumenspiclc der Provence sind ein Ausfluß dieser Blumcnzcickzcnsprache. Die Symbolik knüptt zunächst an die Farbe der Blumen an. Das blaue Vergißmeinnicht deutet auf sinniges Gedenken, das braune Habmichlreb auf bescheidenes Weben, der rosenrote Herzenstrost auf süße Erfüllung, der weine Sckaabab auf falte Wweisung. Später künden nur noch die Namen von dem tiefem Sinn der Blumen: Wegwarte und Wohlgemut, Jelängerjelieber und Maßlieb, Ungnade, Leid und stteue. Tag und Nacht usw. So vielsagende Bezeichnungen sprechen für l'ck selbst. Im Liederbuch der Klara Hätzlerin ist eine solch alte Wlnmensprache aufl ewahrt, in der aud) schon das Blumenorakel der „Rupfblume" erscheint. . t m _ All diese Blumenmystik, dte z. B. der große Arzt Paracchus rungsrat Haber, der Gencraldireltor Sorge, Magdeburg, unb auch der aus Afrika zurückgekebrte Vorsitzende des Kolonial Wirtschaftlichen Komitees, Herr Supf, teilnahmen. Tie Beratungen galten im wesentlidwn der cnbgültigcn Festsetzung ocr für mutter - ländisd e Aussteller bestimmten Ausstellungsbedingungen. Aud) wurde beschlossen, sich an weitere interessierte Kreise wegen der Beschaffung der notwendigen Gelcnnittcl zn wenden. Ferner mürbe in Ausfidst genommen, die Eröffnung der Mittellanobabn sowie das 25jährige Jubiläum der Schutztruppe, zu deren Feier die Ausstellung^statifindet, zur Organifaiion einer „Deutsch - O st - Afrika-Schau" zu benutzen, in deren Rahmen aud; die Einweihung der vorn Kol-mial Wirtschaftid^u Komitee projektierten Masd inistenstlule in Daressalam, Reisen in das Innere der Kolonie zur Besichtigung des Planlagengebietes der Mittelland- unb der Usambara Bahn, cd. Iagoausslüge mit der Nordbahn in das Kilimandscharogebiet und nach Nairobi, sowie Besud>e von Sansibar usw. figurieren sollen. Die (Geschäftsstelle des Hei- müden Arbeitausschusses, an die alle Anfragen zu richten sind, befindet fich Berlin f>IW. 40, Roonstraße 1. 2(315 Sfaöt uitö Land« Gieße n, 26. Juli 1913. Warnung für Pilzcsuchcndc. Allmählich ist die Zeit hcrbciackommcn, wo man beginnt, eßbare Pilze zn sammeln unb sie zn verarbeiten. Jedoch scheinen alle Zeitungsmeldmigen über Pilzvergiftungen noch nicht genügend Wirkung ansziniben, beim stellcnweis wird mit schrecklichem Leichtsinn nmgespnmgen. Zur Warnung mögen einige Beispiele aus dem Vorjahr, die ich persönlich erlebte, erwähnt werben. Ein- Iciiber ging ivährenb der Grummeternte an ber Lahn spazieren. Durch Zufall fanb er einige Pfund Wiesenchampignons, die er mit« nahm. Beim Weil ergehen bcobacbtelc er einen Lanbinann, der Grummet mähte, hie unb ba auf hörte und einen Pilz aus bem Gras nahm unb ihn beiseite auf seinen Rock legte. Einseiiber betrachtete bic Pilze und sah mit dein erster Blick, baß bei einer arößcreu Anzahl von echten Champignons auch eine Anzahl falfdicr Chamvignons, sog. Kiiollciiblötterpilze sich befanben. Er fragte beu ibn mißtrauisch beobachlcnben Wann, ivas er bannt zu hm gedenke, ivorauf jener schnell nnlivortclc, diesmal nähme er sie sich mit nach Panse, gestern unb vorgestern hätte er sic verschenkt. Ich hatte meine Last, ben Mann zn überzeugen, baß er in sein sicheres Verberbcn renne; erst wollte er sie bod) munehmen unb ben Herrn Lehrer eiitscbcideii lassen. Da nahm Einsenber kurz eutschlosseu ben Rock samt Pilzen, cd)ten wie unechten unb sdnitlcie sic in bic Lahn, fstls Erfaß gab er bem verbatst breintchancnben Lanbmann einen T"il seiner Pilze samt mi'mblichcr (ticbraudiöamvcifnng unb erklärte ihm bic Merkmale echter unb fogn. falscher Champignons. Der anbcrc Fall ist noch braftiichcr. Id) traf auf bem Trieb einen pilzcsammelnbcn, ärmlich gcklcibcten Jungen. Nach anfäng- lidicm Zögern zeigte er feine Sammclobjcfie. Tie war aber em schönes Sammelsurium: echte Champignons von ben kleinsten bis zu ben ältesten, halb verfaulten unb mabenblirchsetsten, bann Bovisten und Staublingc vcrjrhiebcncr Garnitur, ebenso Parasolc alt unb jung, zwei bis bvei Fliegciipilze, ein großer, vermurmter Steinpilz, Täublinge jebev Farbe unb Große usw. In bet Tasche hatte er gefonbert noch Eierpilze, gemischt mit einem Stamm Schwcfelköpschcn. Ta bet chva 12 Jahre alte Junge nicht zu bewegen wat, feine Bente zu vernichten, fragte id; ihn aus, erfuhr, baß seine Mutter, eine Witwe, ihn zum Sammeln geschickt habe, er sei schon ein paarmal mitgeweseii. Ta id) keine Zeit halte, bic Fran persönlich aufznsuchcn, gab ich bem Jungen einen Zettel mit unb teilte der Frau mit, unter keinen Umständen auch mir teilweise Gebrauch von bem Gesammelten zu mache». Eine fvälerc Nachforschung nach bet Fran ergab, bas; bet Junge gelogen batte; sicherlich wirb aber die schriftliche Warnung ihre Wirkung nicht verfehlt haben. Ter drille Fall betraf einen hiesigen Geschcisismann, dessen Lehrling im Philv sopemvold alles pilzahiiliehe mitgenommen hotte. Dieser war jedoch so vorfid)tig, die Pilze erst von meiner Mutter unter|itd)en zu lasten, b. (>■ ohne ein Wort worb bos ganze Sammelcrgcbnis bem Kehrichttasten einverleibt. Aehnlid; verfuhr id) mit einem Rncksock voller Pilze, bic ein hiesiger Hotelier mit seinem Söhnchen heimgeholt hotte. Mon sicht, mit weid) unglaublichem Leichtsinn mit bem Leben gespielt wirb. Tadelnswert ist auch bas ollznlangc Slufbcben gepflückter, eßbarer Pilze, wie es z. B. in ben Gemüsebonblungen gefchieht. Id) soh im vorigen Jahr auf dem Tlarft Pilze (Ehampignons, alle offen), die mindestens schon 2 Tage gepflückt waren. Am liebsten Höste id) einen Schutzmann geholt und bic Vernichtung beantragt. Auch augenblicklich ficht man Pfifferlinge (Eierpilze) m Läden zum Verkauf arisgebotcn. Tic Hönbler iviffcn ivobl nicht, über die ganze Besoldungsvorlagc zu gelangen. Wäre bas zu- trcficnd unb würden fich bic Mitglieder wirklich sämtlich diesen Bortchlägen anjdjlieren, so würde damit bic Schassung eines pcnlivnslähigen Wohnuugsgelbcs für die hesfifchcn Beamten als gefcheiterl betrachtet werden müssen: man meint das um so leichteren Herzens zugeben zu lönncn, als bei der jüngst in Elsaß Lothringen vcrabfchicdcten Besoldungsvorlagc gleichfalls auf die Gewährung eines Wohnungsgeldes verzichtet worden ist. Nun muß ja zugegeben werden, daß cs für den Beamten schließlich ziemlich einerlei sein konnte, ob die ihm bisher als Wohnungsgeld gezahlte Verbesserung feiner Bezüge zum Gchalt geschlagen und damit co ipso als pensionsfähig anerkannt wirb, ober ob ber Negietungsvorsdstag aur Pensionsfähigmackung des Wohnungsgeldes zur Durd führnng täme. Ader der Kernpunkt liegt darin, daß die Wirtfd-afllid,e Bercinignng vorfd)!ägt, den mittleren Satz der Ortsklasse II als Zuschlag zum Gchilt zu berechnen. Dadurch würden zwar die' auf dem Lande tätigen. Beamten ganz bedeutend aufgebessert, alle Beamten in den größeren Städten aber erheblich geschädigt werden. And) wir sind der Meinung, daß der Grundsatz „Gleiche Leistung, gleiche Bezahlung" möglid)st strenge zur Durchführung gcbrad?t werden müsse, wie das ja in der neuen Vorlage durch Beseitigung der Unstimmigkeiten und Härten aud) erstrebt wird. Es scheint aber dock zweifel los gerechtfertigt, daß, dem Beamten in der Stadt, der für seine Wohnung wohl das Doppelte gegenüber ber gleichen Wohnung auf dem Lande cmsgcbcn muß, — nach den regierungsseitigen Erhebungen vom Jahre 1908 zahlte ein kleiner Beamter, Steuer- aufsehcr, Gendarm usw. in Mainz für anc 3—4-Zimmcrwohnung etwa 500 Mark, in einer Landstadt für bic gleich große Wohnung 290 Mark, unb in einem kleinen Lanbort nur 220—230 Mark; ein akademisch gebildeter Beamter hat in einem kleinen Landort einen durchschnittlichen Wohnungsauchvand von 500—600 Mark, in Mainz aber einen soldxn von 1000—1200 Mari — dafür aud) eine entsprechende Entschädigung gewährt wird. Eine mechanische Gleichstellung ber Wohuungsvergütung in Stadt und Land durch Gewährung des mittleren Ortssatzes kann daher nicht als den Grundsätzen der Billigkeit Rechnung tragend angesehen werden und wir sind überzeugt, daß. weder bic liberalen Parteien, noch and) bic Regierung eine derartige Sd>ädigung der Beamten iiit den Städtc-n gutheißen weroen. Bei 2d>af,ung des Wohnungsgeldgesetzes vom Jahre 1907 hat man sich aus guten Gründen und ans der Basis sehr eingehender statistischer Erhebungen über die teueren Lebens'oerhältnisse in den Städten bazu entschlossen, eine entsprechende Differenzierung in ber Wohnnngsgelbvergütung eintreten zn lassen uno die Unterschiebe sind in brr neuen Vorlage noch wesentlich gemildert worden. Es mag Angegeben werden, baß auf manchen Gebieten bic tatsächlichen Kosten der LebenShlltung auf dem Laube höher find, als in ber Stabt, unb baß z. B. brr Besuch höherer Sckml'"'. auf bem Laube zum Teil mit höheren Kosten verknüpft ist. Wir besitzen aber crfrelilichcrweise aud) aus dem Laube sehr viele solcher Sckmlen, und die jüngst von der Regierung verlangte Statistik Hal festgestellt, daß nur 31 Beamte in Hessen ihre Kinder zwecks 2dmlbcfud;s nach auswärts in Pension gegeben haben, während die Kinder von 160 Beamten eine ansroartifle Schule mit der Bahn oder zu Fuß benutzen. 9Cuf ber anderen Seite wurde ermittelt, daß von 2813 Beamten ohne Dicnsrwolmnngen 2024 in den Städten Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms, Gießen unb Bingen wohnen, also etwa 72 Prozent, die einen sehr beträchtlicheren Mchroufwanb für ihre Wohnungen zu beffreitm haben, alö ihre Kollegen auf dem Lande. Schon diese Zahlen genügen wohl, um barzutun, daß eine völlige Gleichstellung ber Bezüge unserer Beamten in Stabt unb Lanb nicht angängig ist. Das sehen ja au di die Herren selber ein, und deshalb sind sie bereit, in den größeren Städten fog. Stellen'.nlagen zu b.billigen. DaS ist trotz ihres einmütige» Festhaltens an den Rid?llinicn vom 4. Juni geschehen, und wir helfen, daß sic in ber für Ende August geplanten neuen Versamm hing zu weiteren Bcschlußßrssungen bereit fein werden, bürd'- treldw eine endgültige allseitige Verständigung über die ganze Besoldungsvorlagc ermöglicht werden wirb! Der Wohnungsgeldzuschutz. Ja den gegenwärtigen Kämpfen um die heffifche Besolbungs- vorlage spielt bekanntlich schon seit längerer Zeit bic Frage bes Wohmingsgelbzuschnsscs resp. bessen von ber Regierung zugunsten ber Beamtenschaft vorgeschlagenen Verbesserung bic Hauptrolle unb zwar infolge ber scharsen Stellung, die die Wirtschaftliche Vereinigung der Zweiten Kammer dagegen einnimmt. Bis zum Jahre 1907 kannte man in Hessen das System des Wohnungsgelbes über- hmipt nicht. Es wurde eingcsührt durch bas diesbezügliche Gesetz vom 28. März 1907 im Hinblick ans die schwer drückenden Teuecungsverhältnissc und die von säst allen Bcamtenkategoricn Angegangenen Vorstellungen und Wünsche nach Verbesserung ihrer Eink»mmensvcrhältnisse: teils wurde darin eine Neuregelung ber Gehälter, teils bic Gewährung von Teuerungszulagen ober Woh- nungSgclbzu>chüfsen verlangt. Da eine allgemeine, burdjgrciicnbc Gchchtsaufbesferung sowohl lange Vorbereitungen im Schoße ber Regierung, wie nickt minber lange Beratungen in ben parla mentorischen Körpcrschasten ersorberl hätte, hier aber vor allem eine schnelle Hilfe nottat, so entschloß sich bic Regierung nach dem Torgchen bes Reick)cs unb verschiedener Bundesstaaten, den Wünsecn der Beamten durch Gewährung eines Wohniiiigsgclb- zuschujscs Rechnung zu tragen. Das damalige Gesetz bestimmte, daß das Wohnungsgeld in den Städten Darmstadt, Mainz, Offen' bad), Gießen, Worms und Bingen für Beamte nut einem Einkommen bi5 2000 Mk. 12 Hundertteile und für Einkommen über 2000 Mk. 8 Hunbertteile, für Beamte in den übrigen Orten bei einem Einkommen bis 2000 Mk. 8 Hundertteile und für bic höheren Einkommen 6 Hundertteile betrage» sollte. Sckwn damals wurde seitens der ländlichen Kammervertreter durch den An traf Xvrcll der von der Zweiten Kammer abgelebte Versuch gemacht, den Unterschied im Wohnnngsgeld zwischen den Be am Im der größeren Städte und denen der kleinen Städte und des Landes zu beseittgen. In ber jetzt zur Beratung stehenden Besolbnngsvorlage soll nun die Besserstellung der Beamten einmal durch die Neuregelung bes WohnnngsgeldeS unb Wegfall ber Dienstwohnungs- mietn, anbererfeits durck) Verbesserung und organische Revision der Beamtengchältcr erfolgen: für das neue Wohnimgsgelb hat die Regierung auch die Anrechnung auf die Pensionsbezüge beattragt. DaS Wohnungsgeld soll darnach nach drei Ortsklassen enifctcilt werden, bereit erste wieder die Beamten der größeren Stkdtc in sieben Klassen mit 350—1700 Mk. Wohnnngsgeld- Tufchuß, die zweite 15 kleinere Städte mit 5 Beamtengruppen Vtrt 260 800 Mk. und die dritte alle übrigen Orte des Groß- herzogtumS mit ebenfalls 5 Bcaintengrnppen von 220—700 Mk. umfassen soll. Gegen diese Difserenzierung der Wohnnngsgeldzuschüsse zwischen beit Beamten in Stabt und Land hat nun die „Wirtschast- liche Vereinigung" ber Zweiten Kammer in schärfster Weise Stellung genommen unb, wie berichtet, in ihrer Sitzung am 4. Juni eine Erklärung beschlossen, worin sie 1. bic unterschiedliche Behandlung der Beamten von Stadt und Land in Wohnungsgeld „auf das entschiedenste ablehnt"; 2. mit ber Schaffung ber neuen Besoldungsordnung die Einführung der preußisck>en Grunbsätze über Ruhegehalt und Hinterbliebenenvcrsorgiiug fordert: 3. die Durd;- fühnmg bes Grundsatzes „Gleiche Vorbildung, gleiche Bezahlung" verlangt: 4. bedauert, daß die von der hessischen Vvlkssdnil- lchrerschoft erstrebte volle Gleichstellung mit den mittleren Finanz- beamten zurzeit aus finanziellen Gründen nicht erreichbar ist und 5. sich bereit erklärt, die von der Regierung zn Befolbnngszwecken angeforderlen Mittel zu bewilligen, soweit dies ohne Erhöhung der StaatSsteuern geschehen kann. Äe „Wirtschastliche Vereinigung" hält bic ganze, durch bas Gesetz vmn Jahre 1907 eingeführte Gewährung eines Wohnungs- aelbzuschusses für eine unglückliche Idee unb erstrebt in erster Linie die vollstänbige Beseitigung desselben. Sic will, daß an Stelle bieses Wohnungsgcldes ein entsprechender Betrag dem Gehalt der Beamten zugejchlagen und dieser möglichst gleichmäßig für bic Beamten in Stadt unb Land gestaltet werde. Nur für Mm ter, bei benen eS „notwenbig" erscheint, schlägt sie bie Gewährung von Stellenzulagen vor, bic aber nicht pensionssähig sind, und) Möglichkeit beschränkt und nur aus den Stelleninhabcr bewilligt werden sollen. In Rücksick! am die teueren Wohnungs- Verhältnisse in Mainz, Darmstadt, Offen bad) und Worms will sic den Beamten dieser Städte die erwähnte Zulage bewilligen, die sie aber für Gießen mit ihren billigeren Mietspreisen nicht für notwendig hält. Man versicherte uns, daß die Regierung sich diesem Plan gegenüber durdiaus nicht ablehnend verhalten, jondcrn sich schon bereit erklärt habe, auf bicicm Boden mit der Wirtschaftlichen Bereinigung zusammcnzuarbciten, um so zu einer Verständigung Mettes Blatt 165. Jahrgang Erscheint ISyNch mit Ausnahme bes Sonntage. JtS* T Ä A * Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen assigt. n Sie srafeuf -- ienstag, oesondere iden, erst- liir Kinder «? )Rabatt welches Unglück sie mit den lagernden Pilzen ansrellcn können Man soll es sich zur Regel machen, alle am Tage gesammelten Pilze bis abends mindestens zu putzen und dann kühl oui- bewahren. Bon etlichen Pilzlietchabern werde»! einige Methoden zur Erkennung qiitiqcr Pilz-: vertreten, z. B. Eintauchen silberner Löffel, Mitkochen von Zwiebeln. Ties in alles Uni tun; man lasse sich aui solche Lachen nicht ein. Ebcnio töricht in, einen Schüiß ans die Eßbarkeit daraus zu .vchen, »venu cm Pilz beim Anqreuen und Abschneiden anläuit, Farbe ändert oder Sait absondcrt; dies kommt bei genienbaren, ivie bei gütigen vor. Tie einzige Art, sich vor Pilzvergiftungen zu schützen, isi allein die genaue Kenntnis der einzelnen Sorten. Man begnüge sich, 3-4 Sorten genau kennen zu lernen, ebenso die ähnlich sehenden Gisipilze. Bei»n Sterilisieren achte man, ob genau hifibirtn abgeschlossen ist und ob sich der Per- schlusi un Laufe der Zeit nidil gelodert hat. Benn Trockne»» achte man, das; kein mit Maden durchsetztes Stück dabei in, und beim Aushängen in Schnüren sehe man, daß keine Schmeißfliegen usw ihre Eier daraus ablegen Hoffentlich dient diese Ausführung dazu, daß der gerügte Leichtsinn keine Unglückssälle hervorrutt und das S)cer der?lcngst- lichen dadurch vergrößert. cand. pbil. O. Arnold. ♦ M Urlaub. Durch Entscheidung der Ministerial-Bau- abteilung für Bauwesen wurde bestimmt, daß den hessischen Bau aspiranten wie den definitiven Bcaiuten drei Wochen Urlaub durch die Amtsoorstände bewilligt werden kann, wenn seit deren Prüfung 15 Jahre verflossen sind. Damit soll erreicht werden, daß diese Beamten, die sich in Gehalt und Hinterbliebenenvcrsorgung ihren definitiven, oft gleichalterigen Kollegen gegenüber im Nachteil befinden, nicht auch im Urlaub gegen jene zurückstehen müssen. "Gießener Volksbad. Im zweiten Quartal wurden im VolkSbad 36 269 Bäder (gegen 34 252 im gleichen Zeiträume des Vorjahres) verabreicht. ES entfallen im Durchschnitt für den Tag 399 (376) Bäder. Tic einzelnen Bäder verteilen sich im 9tpri(, Mai und Juni wie folgt: Schwimmbäder 15 833 (13 528), Volksbäder ä 10 Pfg. 3907 (4176), Wannenbäder 1. Klasse 1105 (1149), 2. Klasse 4171 (4375), Brausebäder 1. Klasse 5266 (5031), 2. Klasse 5453 (5552), Heißluft- und Dampfbäder 534 (442). Die Personcnwage wurde 910mal (817) in Anspruch genommen. Eine Besichtigung der Anstalt geschah nur vereinzelt. — Mit dem weiteren Ausbau der Anstalt ist jetzt angcfangeii ivorden. Die Brausebäder 2. Klasse werden genau so hergestellt wie diese Bäder 1. Klasse. ES werden dann nur noch Brausebäder zu 15 Pfg. abgegeben, wodurch der Selbstkostenpreis ungefähr gedeckt wird. Kreis Friedberg. r. Bad-Nauheim, 24. Juli. DaS heutige siebente Sinfonie-Konzert der Kurkapelle hatte durch die Mitwirkung der jugendlichen Gattin unseres ersten Konzertmeisters, Frau Schacbtcbcck-Sorocker, bedeutend an Interesse gewonnen. Die begabte junge Künstlerin spielte das Schumann'sche Klavier-Konzert A-moll mit sehr schöner Auffassung, war aber — um den ganzen Inhalt gn erschöpfen — ein wenig zu aufgeregt und unruhig. DaS Publikuni ermunterte sie durch reichen Beifall. Von dem Redakteur der Musiker-Zeitung F. Schaub brachte Prof. Winderstein drei Intermezzi für kleines Orchester zuni erstemnal zur Aufführung. Die im Kammermusiktoii gehaltenen Werke hinterließen einen nachhaltigen tiefen Eindruck und werden jedenfalls ihren Weg durch zahlreiche Konzertsäle machen. Als Hauptnununer des Abends brachte unsere Kurkapellc Beethovens „Siebente" in musterhafter Wiedergabe zu Gehör. Daß Publikum ehrte Professor Winderstein durch zahlreiche Hervorrufe. — Bad-Nauheim, 25. Juli. Bis zum 24. Juli sind 2 3 6 98 Kurgäste angckommen. Bäder wurden bis zum 24. Juli 285774 abgegeben. Hessen-Nassau. X Gelnhausen, 24. Juli. Heute wurde hier eine „Auto- Mobil-Omnibus-Gescllschaft m. b. H. im Kreise Gelnhausen" gegründet Tic Gesellschaft besteht aus dem Kreise Gelnhamen, her Stadt (Gelnhausen, der Stadt Orb und 17 Landgemeinden, ^cr ^irma Den; in Gaggcnau und einigen anderen Interessenten. Ter Betrieb auf den drei Automobillmien der Spessartlinie, der Vogels- berglinie und der Gclnhauscncr Linie- soll am 15. August eröffnet werden. Vereinsnachrichten. = Alten-Buseck, 25. Juli. In der Hauptversammlung des Gesang-Vereins Gerkwania wurde beschlossen, nächstes Jahr am ersten Sonntag im Juli das goldene Jubiläum der Vereins, verbunden mit einem Wertungssingcn, abzuhalten. - Orten berg, 25. Juli Tic Festtage sind nahe und die Bewohner eifrig mit dem Schmücken ihres Heims beschäftigt. Auf dem Fcstplatz gestalteten sich die Arbeiten wegen der immer wahrenden Rcgcnfällc schwierig. Tcr Festplatz bat den Vorzug einer idxmen, trockenen Lage, und bietet einen prachtvollen Blick auf unser Städtchen. Tie clekrrisckre Anlage arbeitet vorzüglich; der Strom wird durch eine im Sägewerk Link eingebaute Tnnamo- maschine erzeugt. Recht erfreulich ist die gemeldete starke Beteiligung vieler Vereine, im Festzug werden^ mehrere Kapellen mitwirken. Graf Kuno wird Samstag und Sonntag den ersten Gruß entbieten. Montag ist mit dem Fest ein Jngendfest verbunden. Tie Gewandheitsübmtgen der besten Turner des Gaues Hessen, die hier vorgefuhrt werden, sind in Leipzig sehr gut beurteilt und mit wahren Beifallsstürmen ausgezeichnet worden. Universitäts-Nachrichten. — Ter Privatdozent Dr. Hermann Wcnl in Göttingen ist als Nachwlger von Prof. Dr. E. F. Geiser zum Professor für höhere Mathematik an der Eidgen. Techmschen Hochschule in 3 ü r i ch ernannt worden. Er ist 1885 zu Elmshorn (Holstein) geboren. wandern und Reisen, SSder und Sommersrischen. Bad Salzhausen, 23. Juli Wie anderwärts fehlt es auch hier in diesem Sommer nicht an ausgiebigem Regen. Und da 'bat man nneder Gelegenheit, bestätigt zu finden, tvclckx Notwendigkeit für einen Badeort gute, durchlässige, rasch trocknende Promeiiabenwegc von grosser Ausdehnung und ivelches Bedürfnis vor dem Regen geschützte, gedeckte Veranden srnd. Man tarnt hier tatsächlich bei jeder Witterung trocknen Fußes die größten Spaziergänge u» reinster Lust ohne Anstrengung ausführen, und da auch an den kältesten Tagen die Sommertemperatur bei Tage nicht unter 15 Grad C. sinkt, an geschützten Plätzen, wie z. D. unter der Wandelhalle des Gradierbauses rin Sohn, Heinrich Wilhelm. straße 5. — Wilhelm Am R'.egelvfad 32. — Wiescckcr Weg 40. Hein;, RentenempHrnger, 44 Jadre alt, ?2. Albert Frankl, Kellner, 50 Jahre alt, Stan-esanrtsnachrichten- Gießen. Aufgebote: Juli 18. Heinrich Wilhelm Johannes Zörb, Ziegeleiarbeiter in Lich, mit Luise Susanne Lind in Gießen. — Karl Ernst Sonderecker, Fabrikarbeiter, mit Julie Marie Büßert, beide in Leipzig — Karl Müller, Eisenbahn- schlosser, mit Maria Dresdner, beide in Gießen. — 21. Ludwig Schmidt, Bauführer in Gießen, mit Auguste Hermine Willpckmiire Reh in Haiger. — Martin Schönbein, Maschinisten-Anwärter in Weilburg, mit Katarina Bauer in Gießen. — 22. Valentin Weinmann, Lederarbeiter und Musiker, mit Lina Rahn, beide in Holzhausen (Ober Hessen). — 24. Heinrich Sckwnberger, Schreiner in Wetzlar RilHergirmes, mit Elise Hofmann in Leun. Ehe s d)H e f: u it g e »t: Juli 18. Aron Weißbacher, Geschäftsreisender in Stuttgart, mit Bett« Kann in Gießen — 19. Friedrich Wilhelm Lehr, Kaufmann in Wetzlar, mit Katharina Margarete Riegelmann in Gießen. — Friedrich Louis Georg Seibel, Prokurist,^mit Elisabeth Luise Zülck, beide in Gießen. — Justus Heinrich Schwabe, Kgl. Hilfs-Lokomotivführer in Fulda, mit Emilie Toll in Gießen. Karl Georg Heinrich Müller, (2d>ufymad)cr, mit Marie Susanne Karoline Meta Lemv, beide in Gießen. — Johann Georg Heinrich Sriyr, Finanz Aspirant in Alzen, mit Elisabeth Törner in Giesen. — Friedrich Rodemer, Postillion in Gießen, mit Margarete Möller in Lauterbock) lHessen). — Friedrich Lotz, Former. mit Elisabeth Anna Heinz, betbc in EKeßen — 23. Peter Schneider, Taglöhner, mit Elise Earl, geb. Appel, beide in Gießen. Geborene: Juli 13. Tem Finanzamtsgehilsen Wilhelm Honig ein Sohn. Walter Karl Otto - 14. Tem Lokomotivlxnzer, Johannes Wilhelm Sckleiter eine Tockter, Luise Helene. — 17. Tem Wagenführer Konrad Adolf Wröfter ein Sohn, .Knrt Adolf. Tem Postboten Heinrich Rodamer eine TockUer, Gertrud Katharine Elisabetbe — 18. Ten» Braumeister Friedrich Wilbelin Neuser eine Tochter, Elise Ottilie Tem Heizer und Maschinisten Georg Wedel eine Tochter, Erna. — Dem Schutzmann Louis Möbus ein Sohn, Willi. — 19. Tem Kaufmann Earl- Ludwig Willen» Waag rin Sohn. — 21. Tem Feldwebel Martin Steinmetz eine Tochter Dem Stempel wacher und Buch drucket- L»wi Teitler ein Sohn, Joachim. — Tem Gesckäfts- reisenden Earl Wilh.'lm Hermami Ehristian Georg Weidig ein Sohn, Erich Kari Ehristian. — 22. Tem Kaufmann Leopold Blum ein Sohn, Arno 01 e ft o r b e n e: Juli 18 Henriette Thevdore Wridenbaus, geb s>lick. 31 Jahre alt, Babnbofstr. 11. — 19. Ilse Meta Henschel, 3 Jahre alt, Frankfurter Straße 134. — 20 Elisa belh Rinn, geb. Brandt, 71 Jahre alt, Marktplatz l. — Heinrich Jakob Peter Erle, Privatier, 72 Jahre alt, Hammstraße 3. — 21. FranziSka Bergmann, geb. Bornemann, 51 Jahre alt. Bücking Butzbach. Aufgebote: Juli 17. Georg Philipp Friedrich Geiß, Vorzeichner, mit Meta Helduser, beide in Darmstadt. — 20. Wil Helm Emrich, Schlosser in Butzbach, mit Christtne Hartmanns- henn in Brandoberndorf. — 21. Tignus Betz, Schuhmacher in Frankfurt a. M., mit Eugenie Helduser, Büglerin in Butzbach — Heinrich Ludwig Schmidt, Schuhmacher in Butzbach, mit Magdalene Engel, Köchin in Frankfurt a. M. — 22. Paul Allexan- ber Schmitt, Tr.-Jngcnieur in Charlottenburg, mit Ella Hevd in Butzbach. — 24. Anton Friedrich Wilhelm Ludwig Braubach, Färberribesitzcr in Butzbach, mit Anna To rette Luise Heinemann in Neustadt am Nübenbcrge (Hannover). Geborene: Juli 9. Tem Werkführer Ernst Ulrich eine Tochter, Anna. — 16. Tem .Bahnarbeiter Karl Renner ein Sohn, Heinrich Max Karl. Sterbefälle: Juli 14. Johannes Küppler, Töpfer, 83 Jahre alt. — 18. Johann Michael Werb, Gastwirt und Brauer, 35 Jahre alt. Friedberg. Aufgebote: Juli 17. August Huhn, Bahnarbeiter in Baucrnheim, mit Elisabeth« Windecker in Friedberg. Geborene: Juli 10. Tem Lohnfuhrmanu Johannes von der Lehr ein Sohn, Heinrich. — Tem Hitfsschassner Friedrich Remlmrd eine Tochter, Rosa Bertha. — 11. Tem Fabrikanten Tr. Wilhelm Megerle eine Tochter, Marie Antoinette Katharine. — 15- Buchdruckereibcsitzer Johanii Wilhelm Baum eine Tochter, Elisabeth. — 16. Tem Bäckermeister 25lois Häfner cm Sohn, Rickmrd Alois Otto. — Tem Schuhmackxr Wilhelm Albrecht Hartweg ein ^-oohn, Heinrich Wilhelm — 17. Tem Taglohner .Karl Wilhelm Wagner ein Sohu, Mfred. — Dem Zcmentarbeiter Johann Kilian ein Sohn, Wilhelm Karl Friedrich — 18. Tem Bierhändler Hans Schvbsda eine Tochter, Elfe. Sterbe fälle: Juli 17. Will)elm Andlcr von Frankfurt ' <^r„^ohre alt — 20. Peter Heilmann, Tag löhn er von Rieder Wöllstadt, 55 ^ahre all. — 21. Konrad Lauer, Schneider meister von Steinfurth. 44 Jahre alt. — 22. Johann Hemmer, sdmhmadKtmciHer, 64 Jahre all. — Lina Tehler von Holz- Hau,en v. d. H., 1 Jahr alt Großen Linden. 'iöeiFIII°rinJ1 gLrät!1 q6- Ttm,.?deAral,I>cn st er befalle: Juli 24. Katharina Leun, 67 Jahre alt. Grünberg. Eheschließungen: Juli 20 Emil trnn, __ --bl°'>cr in .Win. mit «is-^chSnhalr torütierg. Heuchelheim. ^brschlieHungen: Juli 20. Philipp .triehrirf. * 3uli 20. Subnrig OvtenileiM. Stctger | Ä &* w Paris, 24. Jnli. Tas Znchtpolizeigericht von Charleville verurteilte fünf 3ntimi(itariftcn, die in Rl o u t b e t m 6 (Slrbennen, am Tage der Rekrnliertmq eine Stvaßenk'mdgeblmg gegen die dleijäbrige Ticnstzeit verauüaltet batten, zu Gefängnissraseii von sechs bis zehn Tagen. vermischtes. ■ Tüchtiger Schwimmer. Tie Morgenbkätter melden aus Straubiug: Ter Unteroffizier Neidlinger vom 7. bave- rischeu Ebtwauxlcger Regiment schwamm bei einer miliiärifdxn llebung unter Ract^iehcn eines 6 Zentner schrvercu Satttlflosses bei id.aricm Wellengang in 6'Minuten über die Tvnau. * Für 10 000 Mark Schmuck fachen gestohlen. Aus Berlin wird gemeldet: Als gestern nachmittag in der Villa des Geheimen Jnstizvats Hellnng-Grunewald eine Nein: Festlichkeit ftattfanb, drang ein Tieb in das Toilettenzimmer der Tarne-t>e5 Hauses und raubte Schmucksacken im Wer:e von 10 000 Mk. Aus die Wiederbeschaffung ist eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt. * Turch Blitzschlag getötet. Aus V r i x e n wird gemeldet: Ter Blitz schlug in den Kirchturm des Torfes Pfcfserberg und tötete einen neben der Kirche stehenden Mann und zwei junge Mädchen. * Z u den Unruhen bei der Schwc izergarde. Ter „Mcssagero" schreibt: Man leugnet im Vatikan keineswegs, daß die Stellung des Kommandanten der Sckweizergard! erschüttert ist. Tie getroffenen Maßnahmen enthalten feine Entschuldigung für seine Halttmg. Obent Rcpond wird binnen kurzem den Abschied nehmen. Man wird das sckwrizcrkorps durch Einschränkung der von Repond eingefiihrten Elemente nmzuwendeln und die Rul>e wiederherzustellen versuchen. Tie Erregung bat sich indessen gelegt. Ter Tienst wird in geregelter Weise getan. «Oberst Rcpond bcgibt sich in Kürze nach der Schweiz. kf. Die Mahlzeit einer Riefenfchlaugk. Aid Panay, einer der Pbiliopinen, ist jüngst eine Rielcnschlangr erlegt worden, die die selbst für Riesenschlangen ftattlid'e Länge von 8 Meter gehabt haben soll. Tas Tier »var vollständig »nebrlo«, »veil es gerade eine kräitige Mahlzeit zu sick genon»men hatte. Bein» Aiikschneiden des Magens mürbe der Niesen bissen, der dos Tier beiuegungdimfähig gemacht halte, untc»iud)f, und man erkannte darin ein wildes Schwein, das nicht weniger als 60 Kg. wog. Kleine Tcrgeschronik. Auf der Strecke nach Limoges—Paris überschlug sich ein Automobil. Zwei Insassen wurden getötet. Keine schlaflosen Nächte in der Zahnzeit des Kindes wird die Mutter durchmachen, die ihm vor und während dieser Zeit Scotts Emulsion gibt. Tausende von Müttern bestätigen, daß Scotts Emulsion ihren Kleinen während des Zahnens ein Segen gewesen ist und ihnen zu starken, gesunden Zähnchen verhalfen hat. Die große Vorliebe der lieben Kleinen für Scotts Emulsion ist bekannt, leider weniger die Tatsache, daß das Präparat im Sommer ebenso gut schmeckt und bekömmlich ist, wie zu jeder anderen Jahreszeit. Scotts Emulsion ist und bleibt auch c*/r im Sommer öas beste Uinder-Urästjgungrrnittel. Gehalt ett: feinster MediUnat-Vedertran 150,0, prima Mojern 50A unterpboSvhorigsaurrr Kalk -1.3, umerphoSvhortnloure» "Natron IX), pulv. Tragant s,o. feinster arab. Oumint pulo. a,o, Wager \i»0. Alkohol 11,0. Hierzu nromatijche Emulsion nut ßitnu. ytaneeb ua» Eaulihcriaöl je 2 Tropfen. Leihgestern. Geboren e: Juli 12. Tem Arbeiter Au ton Wajsiedwurzki eine Tochter, Sofia. — 17. Dem Wagnermeister Karl W-Hrum ein Sohn, Walter. Lich. Aufgebote: Juli 12. Karl Habermehl, Landwirt in Lich, mit Margarete Stark in Nonncnrolh — 17. Heinrich Wilhelm Johannes Zörb, Siegelciar^iter in Lich, mit Souife Susanna Lind in Gießen. E h e s ck l i e ß u n g e ii: Juli 12. Emil Büß, Kaufmann, mit Auguste Dolz, beide in Lich. Geborene: Juli 5. Tem Maurer Karl Merle ein Sohn, Hermann. — Tem Maschinisten Karl Friedrick Eise rin Sohn, Hans Georg. — 10. Tem Zugführer Wilh.'lm .Hofmann eine Tochter, Frieda. — 11. Tem Maurer Kart Schmidt I ein Sohn, Vanl. -- 14. Dem Taglohner Heinrich Scbermann eine Tochter, Josephine. — 16. Tem Bierfuhrmann Ehrifttan Wissig ein tL>ohn, Heinrich. — 17. Tem Bavaurbeiler Jakob Jung H' etn Sohn, Frievrick. - 19. Tem fürstlich?n Leib-ager Wilhelm Otto Julius Steinhardt eine Tockstcr, Elisabethc. Lollar. Geborene: Juli 19. Tem Gastwirt Karl Gerlach eine Tochter, Erna. Nidda. Geborene: Juli 16. Tcm Metzger Rudols Ringshausen ein Sohit' Rudolf. — 18. Tcm Geometer Theodor Spamcr rin Lohn, Herbert. 5chotten. Aufgebote: Juli 24. Karl Ludwig Hemrick Lorenz, Weißbinder, mit Elise Zimmermann, beide in Tarmstabt. Geborene: Juli 9. Teni Maurergehilsen Heinrich Hirth nnc Tochter, Elisc. — 18. Dom Finanzamtsschreibgehilfen Johann Konrad Eise ein Sohn, Wilhelm. 5 t er bejä (le: Juli 14. Elise Soomer, geb. Hofmann, 68 Jahre alt. Arn 10. Juni b. ' anläßlich der Rheinfahrt des Deut fcken Motor-Bacht-Clubs bei Bonn eine Wettfahrt für Berkehrsboote > Personen Transportboole statt. Es wurde in zwei Gruppen gefahren, die nack Motorstärken cin- getrilt waren. Es starteten 27 Boote, darunr.r sechs, mefdr nntJOZororeft der Gasmotoren -Fabrik Teutz, Eöln-Teutz, ausgerüstet waren. Von diesen 6 Booten gingen 4 siegreich aus der Wettiahrt hervor, und zwar erhielten sie die beiden 1 Preise in Gruppe I und II, ferner den 2 und 3 Preis in Gruppe II. Ter überlegene sieg der Boole mit TeutzTr Motoren beweist wieder einmal die hohe Qualität dieses Fabrikates. hv”/T Tür Kinder und Kranke