Nr. 21 Erscheint küglich mÜ Ausnahme deS Sonntag». Die „Gießener LamiliendlStter" roerben dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich betgelegt. da- „Krdsblatl für bet» «reis «letzen" ,we,mat wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Lett« fragen" erscheinen monatlich eroeimaL 163. Jahrgang Samstag, 25. Januar 1913 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheften iHotatuinSbrud and 'U erlag oei Ärü YUscheo UnwersiiätS • Buch' and ©teinbrudeteL UL Ginge. «Stehen. Redaktion. ExpedMon und Dvuderek Schul- stratze?. Expeditton und Verlag: e^M. Redaktion:«^ 112. TeU-Adr^AnzeigectSrehen. Mb. Deutscher Reichstag. 97 Sitzung, Freitag, den 24. Januar. Am Tische deS Bundesrats: Dr. Delbrück. Präsident Dr. Kaemvf eröffnet die Sitzung um 1 Uhr. kurze Anfragen. Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vp.)i fragt an: Ist die öffentlich aufgestcllte Behauptung richtig, daß in der letzten Zeit die Werbetätigkeit der französischen Fremdenlegion eine besonders intensive war, und daß vor allem die Anwerbung minderjähriger deutscher Staatsangehöriger sogar angeblich teilweise auf deutschem Boden zunahm? Bejahendenfalls: was gedenken die verbündeten Regierungen zu tun, um diesem Unwesen Einhalt zu tun? Ministerialdirektor Dr. Lcwald: Die neuerdings in der Presse verbreiteten Nachrichten über angebliche Werbungen der französischen Fremdenlegion auf deutschem Geknct sind der Neichsleitung niet)' entgangen. Sie hat in jedem einzelnen Falle entsprechende Ermittlungen veranlaßt. Es haben sich indessen keine Anhaltspunkte ergeben, daß in letzter Zeit die Werbetätigkeit eine besonders intensive war, oder daß die Anwerbung minderjähriger Deutscher zugenommen hat. Tie Behauptungen, daß auf deutschem Boden eine Werbetätigkeit ausgeübt wurde, hat sich bisher in keinem Falle erweisen lassen und sieh in verschiedenen Fällen als erfunden herausgestellt Alle uns bekannt werdende Fälle werden mit Aufmerksamkeit verfolgt, und zu treffe ndenfalls wird mit größtem Nachd uck eingcsch ritten werden. (Beifall.) Abg. Ledebonr (Soz.) fragl an: Ist der Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zu geben, ob und in wieweit die Konsulatsberichte aus den Balkanländern die von verschiedenen europäischen Zeitungen wiederholt vorgebrachten Behauptungen bestätigt haben, daß die Truppen der verbündeten Balkanstaaten sich Grausamkeiten gegen die türkische, a l b a n e s i s ch e und jüdische Bevölkerung habe zuschulden kommen lassen, die angeblich stellenweise sogar den Charakter einer systematischen Aus; o t t u n g jener Bevölkernngsteile angenommen haben. Gedenkt der Reichskanzler ferner die Entsendung einer Kommission seitens der Großmächte zur Untersuchung jener Vorgänge und der durch sie herbeigeführten Zustände anzuregen? Geheimrat Lehmann: Die Konsulatsberichte haben sich mehrfach mit den Ausschreitungen beschäftigt. Die Mitteilungen beruhen jedoch in der Hauptsache auf Schilderungen dritter Personen, deren Angaben nicht nachgeprüft werden können. Soweit sie sich auf Wahrnehmungen beteiligter Personen stützen, ergibt sich, daß die verantwortlichen Befehlshaber und Behörden gegen Uebergrifse mit Nachdruck und Erfolg eingeschritten sind. Die zweite Frage ist zu verneinen. Abg. Hoch (Soz.)' Ist die Behauptung richtig, das Kolonialamt habe — im Widerspruch mit der im vorigen Jahre abgegebenen Zusage des Staatssekretärs des Kolonialamts — seine Zustimmung dazu gegeben, daß dieDiomantenregieeinenneuen Vertrag über d i e Abgabe der Diamanten aus Südwestafrika schließt, bevor der Reichstag zu den Bedingungen des Vertrages Stellung nehmen konnte? Ein Vertreter des Rcichskoloninlamts: Der Staatssekretär des Reichskolonialamts hat am 19. April b. I. in der Budgetkommission erklärt: Was die Frage anlange, daß die Verwaltung mit dem Abschluß des Vertrages hätte warten sollen, bis der Reichstag sich schlüssig gemacht hätte, so bemerke er, daß der Abschluß solcher Verträge in die Exekutive der Negierung falle, und daß es auch unmöglich sei, derartige Verträge in parlamentarischere Weise abzuschließen. Damit die Regierung solche Verträge richtig abschließe, sei die Diamantenregie eingesetzt. — Sie hat noch keine Zustimmung zu einem neuen Vertrage gegeben Für die Bedingungen des nächsten Vertrages tu .den die Aeußerunpen der Handelskammer in Hanau im Interesse des heimischen SchleifaetverbeS eingeholt werden. Die Ausschreibung wird voraussichtlich in der zweiten' Hälfte des März stattfinden. Ma' Ses Aeichsamls des Inneren. (Neunter Tag.) Die Beratung über die Reichsschulkommission wird fortgesetzt. Abg. Woerle (Senft.):" Prinzipielle Gegensätze der Weltanschauung schließen es aus, daß wir uns mit den Sozialdemokraten über Schnlsragen einigen. Wir halten an den bisherigen staatlichen Schulen fest. Außerdem würde die reichsgesetzliche Ordnung, die der sozialdemokratische Antrag vorschlägt, ungezählte Millionen kosten. Ein Schulbeirat, wie Kerschensteiner ihn verlangt, wäre eine Halbheit, die nach der anderen Hälfte schreit. • Wir wollen feine Vervreußugn, aber auch leine V e r m ü ndjene rung der Schule. Die Geschichte von dem Käsehändler, der tabula rasa machen wollte, ist ein Märchen, das zu erzählen unangezeigt war. Es wäre nicht erzählt worden, wenn es sich um einen liberalen, nicht um einen fleri raten Abgeordneten gehandelt hätte. Die Schule soll die Staatsordnung erhalten und befestigen. Abg. Hoff (Vv.): Unsere Volksschulen leisten viel Gutes, doch ist ein großer Teil von ihnen überfüllt. Die Lehrerbildungsanstalten müssen das Recht erhalten, das Einjährigen-Zeugnis früher zu geben. Jetzt stehen die Lehrer immer noch unter einem Ausnahmezustand. Tie sozialdemokratische Resolution, ein Reichsschulamt ein- zurichten, wird abgclehut. , „ , Für die Ausführung des Kalige,etzes sind 6 050 000 Mart ausgesetzt. Der Berichterstatter Graf Westarp (Kons.) teilt mit, daß die Regierung in der Kommission ein neues Kaligesetz in Aussicht gestellt hat und zwar für den Beginn der nächsten Session. Eine Resolution Der Budgetkommission verlangt, baR dem nuen Gesetz eine rückwirkende Kraft für diejenigen Kaliwerke bcigelegk ivird, die nach dem 15. Januar 1913 in irgend einer Form in Angriff genommen worden sind. Für landwirtschaftliche Korporationen, Ge- nosienschaften und Verbände und zur Förderung der Kolonisation von Oedland werden 900 000 Mark ausgesetzt. Ein Antrag Behrens (Wirtsch. Vgg.) will diese Summe u m 100 000 Mark erhöhen. Abg. Sachse (Soz.)S Das Kaligesetz sollte bis 1925 gelten. Aber jetzt schon stellt es sich heraus, daß es ganz unbrauchbar ist. Wir haben mit unseren Befürchtungen wieder einmal recht gehabt. Die Ueberpro- duktion an Kaliwerken ist ungeheuer. 1898 gab es 12 Werke, jetzt sind es 115, und in ein paar Jahren werden es 270 sein. (Hort, hört!) Nur um ihre Förderungsansprüche aufrechtzuerhalten, müssen die Kaliwerke neue Schächte a n - legen, die vielleicht nie in Betrieb gesetzt werden. Denn schon jetzt wird mehr produziert, als man braucht. Mit der V e r st a a t- l ich u n g wollen wir der Ausbreitung einen Riegel vorschieben. Die Kaliinteressenten aber wollen nur ein Bombengeschäft dabei machen. Die Kaliinteressenten behaupten, daß der aus der Kaliabgabe gebildete Reservefonds ungesetzlich sei, und verlangen, daß er dem Kalisyndikat in die Hände gespielt werden soll. Der Fonds ist nicht ungesetzlich und sollte im Interesse der Allgemeinheit und der Bergarbeiter verwandt werden. Die Propagandagelder sind unbedingt erforderlich, eine kräftige Propaganda muß getiebei: werden, damit nicht die Kaliindustrie und die Bergarbeiter in Notlage kommen. Unterstaatssekretär Richter: Ter Absatz der deutschen Kali-Industrie hat sich in den letzten seck-ö Jahren nahezu verdoppelt. Besonders ist der Auslandsabsatz g e st i e g e n. 1911 wurde im Jnlande für 4,9 Mill. Mk. Kali abgesetzt, im Auslande für 4,6 Mill. Mk. Der Jnlandsabsatz ist also immer noch stärker. Dem Vorredner kann ich nur darin beipflichten, daß die außerordentliche Vermehrung der Kaliwerke in den letzten Jahren außerordentlich bedenklich ist. Namentlich wird dadurch die Gefahr o e s W a s s e r e i n b r u ch s in die Kaliwerke'vermehrt. Der Schaden eines solchen Ereignisses ist ganz unübersehbar, da er voauZsichtlich nicht lokal bleiben würde. Weiter führt die zu zahlreiche Schaffung neuer Werke zu einer unwirtschaftlichen Verivendung des Betriebes, >venn eine solche Anzahl Werke für eine Förderung gegründet wird, die ebenso gut und mit demselben Erfolge von einer weit geringeren Anzahl von Werken geleistet werden kann. Ferner werden in die neugegrün- deten Werke so große Kapitalien g e st e ck t. daß dies äußerst bedenklich erscheint. Sollte der .Kaliabsatz nicht in demselben Maße steigen wie bisher, so ist zu befürchten, daß die Werke sich nicht rentieren, und daß.sehr große Kapitalien verloren gehen. Eine Hauptschuld an dieser fieberhaften Neuschaffung von Kaliwerken muß dem Gesetz beigemessen werden, sowie es im Reichstage beschlossen worden ist. Durch das Gesetz haben alle die Werke ein Unterkommen gefunden, die bei freier Konkurrenz nicht bestehen können. Der Vorredner hat in dankenswerter Weise auf die Notwendigkeit einer Verstaatlichung der Kaliindustrie hingewicsen. Ich will gar nicht leugnen, daß mir der Gedanke eines Kali- Monopols sehr sympathisch ist. Die Natur hat Gott sei Dank nun einmal Deutschland diese Schätze in den >schoß gelegt, und es erscheint mir ein ganz richtiger Gedanke, diesen Naturschatz für die Allgemeinheit zu reservieren. In den Händen der Allgemeinheit wäre er sehr viel besser au'geboben als in den Händen der Privaten. Hätte man diesen Gedanken verwirklichen wollen, so hätte man die Verstaatlichung schon vor sehr langer Zeit in Angriff nehmen müssen. Heute würde eine Monopoli- sierungdieserKaliwerke sehr schwer möglich sein. Nach einer Berechnung würde ein Erwerb der Kaliwerke ungefähr eine bis anderthalb Milliarden Mark betragen. Ich würde vor einer so enormen Summe für die Verstaatlichung nicht einmal zurückschrecken, wenn nicht die Gefahr bestände, daß auch in anderen Ländern Kali gefunden würde, und daß bann mit einen» Male d i e ganzen Gelder verloren gingen. Deshalb kann man heute dem Gedanken, ein Kali Monopol ein zuführ en, nicht weiter nach getreu Ein großer Fehler des Gesetzes von 1910 besieht in der Möglichkeit, durch Niederbringung eines zweiten Schachtes eine zweite Quote zu erlangen. Auch das ist erst auf Grund der Fassung, die das Gesetz im Reichstag erhalten hatte, möglich geworden. Die Regierung wollte das nur unter ganz bestimniten Voraussetzungen zulassen. Der Bundesrat konnte in feinen Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz nichts anderes tun, als die im Reichstage getroffenen grundlegenden Bestimmungen auch zur Durchführung zu bringen. Ihn trifft also eine Schuld an die'er Auslegung des Gesetzes nicht. Gleichzeitig ist in der Presse hervorgehoben worden, daß auch die f i statischen Werke Vorteil haben. Gewiß sind sie mit Anteilquoten bedacht worden. Das, entsprach aber nur der Billigkeit. Eine bedenkliche Bestimmung war ferner, daß die Quoten übertragen werden konnten. Jede Quote auch eines neuen Werkes kann sofort übertragen werden. In der ersten Zeit wird sie nur vorläufig gegeben, nach zwei Jahren aber endgültig gewährt. Daraus hat sich nun ein einträgliches Geschä f t entwickelt: man läßt sich eine Quote geben, veräußert sic und läßt bann bas Werk liegen Alle diese Bestimmungen sind in der Denkschrift des näheren geschildert. Ich hielt cs aber für zweckmäßig, nicht nur dem Hause die Denkschrift vorzu- tegeu, die die Uebdftänbc kennzeichnet, sondern ihm gleichzeitig zu sagen, an welche Abhilfe wir denken. In dieser Beziehung soll sie durch einen Gesetzentwurf ergänzt werden. Darüber, wie er beschaffen sein wird, kann ich zu meinem Bedauern Auskunft nicht geben. Wir müssen darüber erst mit der preußischen und den übrigen Regierungen in Verbindung treten. Ich möchte aber ausdrücklich betonen, daß nicht etwa die übrigen Bundesstaaten jetzt bereits in der Sage sind, darüber Mitteilung zu machen. Vorläufig weiß kein einziger Mensch wir das Gesetz beschaffen sein wird. Was darüber gesagt worden ist, ist zum großen Teil Vermutung. Der Arbeiterschutz wird durch die einzelstaatliche Gesetzgebung geregelt, und deren Bestimmungen gelten auch für den Kalibau. Der Abg. Sachse klagte, daß hier die Arbeitszeit länger sei, als in den Steinkohlenwerken. Die Arbeitszeit in diesen gilt aber als ungleich beschwerlicher, als in den Kaliwerken, weil in diesen die hohen Temperaturen besser ertragen werden können. Es soll bann burch bic Verträge mit den Arbeitern ihnen verboten worden fein, irgend einer Organisation anzugehören. Die Leute waren durch eine Arbeitsvermittlungsstelle angetoorben worden, und diese hatte eine derartige Bestimmung in den Arbeitsvertrag aufgenommen. Die Bergverwaltung hat bann sogleich Remedur geschaffen. Auch über bic Tarifverträge wirb die Denkschrift die nötige Auskunft geben. Es versteht sich bon selbst, daß wir gegen den ausdrücklichen Wunsch der Werke bic Tarife nicht veröffentlichen konnten. Ich stimme aber dem Abg. Sachse darin bei, daß der Widerstand der Werke gegen die Veröffentlichung der Tarife nicht recht verständlich ist, zumal diese Tarife jedermann leicht zugänglich sind. Andererseits wird niemand im Zweifel darüber sein, daß das Vorlegen der Bücher und Belege ein Geschäftsgeheimnis der Werke verletzt. Deshalb hält sich die Regierung nicht für berechtigt, angesichts der gesetzlichen Bestimmungen die Durchschnittslöhne der einzelnen Werke der Oeffentlichkeit zugänglich zu machen Die Vertcilungsstelle soll doch prüfen, ob die Löhne eine Verminderung und die Arbeitsbedingungen eine Verschlechterung erfahren haben. Dieser Aufgabe bat sich die Verteilungsstelle mit großer Sorgfalt unterzogen. Die Veröffentlichung der Durchschnittslöhne würde nur Beunruhigung bei denjenigen Arbeitern schaffen, die sehen, daß sie weniger verdienen. Wir wollen dadurch Beruhigung schaffen, daß die Verteilungsstelle nach eingehender Priifung bescheinigt, daß sich die Löhne nicht verschlechtert haben. Abg. Speck (Senfr.): Die Ziffern der Haupt Abrechnung von 1911 beweisen, wie schwierig es ist, die Entwicklung einer jungen aufblühenden Industrie iin voraus abzuschätzen. Sie beweisen aber auch, daß Die guten Absichten des Kaligesetzes doch nur in recht bescheidenem Maße erreicht worden sind. Von der Notwendigkeit eines neuen Kaligesetzes sind wir wohl alle überzeugt; wir müssen aber bei der Aufnahme von Einzelbestimmungen Maß halten, um das Gesetz nicht zu sehr zu beschweren. Tie Verwendung der inländischen Propagandagelder für Meliorationen der Oedländereien nnd Moore ist nur zu begrüßen, aber die übrigen Zwecke dürfen nicht vcr. nacklässigt werden. Bei der Propaganda in den Kolonien müssen die Verwaltung der Kolonien und die Sachverständigen deS Kalisyndikats zusammenwirken. Dem Kalisyndikat darf man nicht die völlig freie Verwendung über die inländische Propagandagelder geben. Tie Reichsämter und der Reichstag muffen maßgebenden Einfluß behalten. Das Schwergewicht der Propaganda liegt im Auslande. Dort ist der größte Erfolg zu erzielen. Dir Resolution der Budgetkommission will die Abteufung neuer Schächte erschweren. Bestimmungen in dem neuen Gesetz, die dasselbe bezweckeii, müssen rückwirkende Kraft erhalten vom 15. Januar d. I. Auf die etwaigen Wirkungen einer solchen Bestimmung möchte ich die Interessenten schon jetzt Hinweisen. Der gegenwärtige Zustand ist jedenfalls unhaltbar. Es sind unnötig große Kapitalien im Kalibau festgelegt; die Gesellschaften könnten mit der Hälfte davon auskommen. Das Kali verträgt ein Monopol eher als das Petroleum, das zum allergrößten Teil aus dem Auslande kommt. Wir werden den Beschlüssen der Kommission zustimmen und hoffen, die Kaliprobuktion in gesunde Bahnen zu lenken. Abg. Dr. Bacrwinkel (Natl.): Die Wünsche des Syndikates, über die Propagandagelder vollständig zu verfügen, sind berechtigt. Denn cs hat fein Interesse an einer unnützen Verwendung. Wenn cs die Propaganda in?*1!Iüg7 lande erhöhen will, so wird es seine Gründe dazu haben. Das neue Gesetz wird hoffentlich diese Schwierigkeiten beseitigen. Wir möchten uns gegen eine allzu genaue Spezialisierung aussprechen. Für das Inland ist übrigens der Propagandafonds hoch genug bemessen. Wir können daher den Antrag Behrens nicht ’be- füriporten. Das Syndikat soll in erster Linie die Propaganda bestimmen, nicht aber Werke, die vielleicht einmal im Jahr größeren Absatz haben. Ein Teil der Gelder soll jedenfalls nur den Zweck haben, eine stärkere Verwendung von Kali herbeizuführen. Das ist aber nur noch im Auslände möglich. Den Beschlüssen der Kommission werden wir int übrigen zustimmen. Nene Absatzgebiete liegen ausschließlich int Auslände. Da- beweist die gewaltige Steigerung, die die Ausfuhr seit 1907 zu verzeichnen hat. Mit der Hohe der Propagandakosten steigt aber auch der Absatz. Wir meinen also, daß dieser Titel im nächsten Jahre ganz bedeutend erhöht werden wird. Die Gesetzgebung soll jedenfalls den Kalibau nach Möglichkeit fördern. Die Werke sind in wenigen Jahren von 69 auf 115 gestiegen. Ihr Bestehen ist volkswirtschaftlich von größter Bedeutung. Sie leisten den Gemeinden bedeutende Zuschüsse für Schulbauten, Lehranstalten, Wohnungsbau usw. Man kann nicht ruhig zusehen, daß sie stillgelegt werden. Sie ohne Entschädigung expropriieren, wie die Sozialdemokraten verlangen, gehl nicht an. Die anderen Parteien sind zu gerecht, um das mit- zumachen. Dieser Möglichkeit kann man gar nicht nahe treten. Für bic Regelung der Frage müssen wir uns nach jeder Richtung freie Hand Vorbehalten. Wir möchten aber bald bestimmt wissen, was beabsichtigt wird. Die Presse wußte über die Ziele der Negierung mehr zu sagen, als der Unterstaatssekrotär, und was sic sagte beunruhigte. Hoffentlich kommt der Bundesrat möglichst bald zu einem Beschluß, und ebenso einstimmig wie die Budgct- kommission. Die Frage der Kaliabwässer möge nicht so einseitig geregelt werden, wie das Gras Posadowskv im vorigen Jahre verlangt hat. Die Presse hat ihn inzwischen gründlich lüiberkgt. Es ist nicht richtig, daß diese Abwässer die Landschaft zu einem Sodom und Gomorrha machen. Gegen solche Einseitigkeiten verhalten wir uns ganz ablehnend. (Beifall.) Abg. Arnstadt (Kons.): Die Jnlandpropaganda muß vermehrt werden. Der Bund der Landwirte beschwert sich mit Recht darüber, daß seine Propagandagelder so knapp bemessen werden. Abg. Behrens (Wirtsch. Vgg.) beantragt, die von ihm geforderten weiteren 100 000 Mark für die Jnlandspropaganda aus dem Reservefonds zu entnehmen. Abg. Gothein (Vp.): Herr Arnstadt hat die b e r ü h m t e w a r m e L a n z c für den Bund der Landwirte eingelegt. Warum gibt der Bund nicht an, wie er die Gelder verwendet? Er ist eben ein politischer Verein. Der Kaliabsatz konnte zweifellos auch im Jnlande gesteigert werden, wenn den kleinen Bauern genügend billiges Kali zur Verfügung gestellt würde. Das wäre die beste Propaganda. Gegen 8 Uhr wird die Wciterberatung auf Sonnabend vertagt. Ans StaM ntiO Land. ©iefre n , 25. Januar 1-13. ArrS dem ftädlifchen Berwaltungsbericht. V. Dre Gemei n de um la gen und Gemeindesteuern. Mir das Rechnungsjahr 1912 wurden 120 Proz. Zuschlag ^ur Einkommensteuer und 240 Proz. Zuschlag von den Grund zahlen der Realstcuern erhoben Einkommensteuerpflichtigc mit weniger als 500 Mark Einkommensteuer werden zur Gemeindesteuer nicht herangezogen. Veranlagt waren zur Grundsteuer 0019, zur Gewerbesteuer 1694, zur Kapitalrentensteuer 1265 und zur Einkommensteuer 8905 Personen. Einkommensteuer- pflichttge der 2 Abteilung intit unter 2600 Mark Einkommen) gab es 7073 und solche mit über 2600 Mark Einkommen 1832. lieber 40000 Mark Einkommen hatten 24 Personen und über 300 000 Mark vier Leute. Die der Zahl der Steuerpflichtigen nach größte Masse ist die mit 900 bis 1100 Mark, sie umfaßt nämlich 1262 Personen, die von 750 bis 900 Mark hat 954, die von 1100 bis 1300 Mark 893, die von 600 bis 750 Mark 801 und die von 500 bis 600 Mark 742. Der Gesamtausschlag an Gemeindesteuern bezifferte sich auf 1 048 902 Mark. Durch Zugänge mt neuen Steuerpflichtigen und nachträgliche Heranziehung von Steuerpflichtigen ergab sich eine Nachtragserhebung von 41 758,59 Mark. Erlassen mürben infolge von Einsprüchen gegen die Staatssteuern 40 737,95 Mark, infolge von Zahlungsunfähigkeit wurden uneinbringlich 4831,50 Mark und durch Wegzug von Gießen nach nichthessischcn Orten fielen aus 8803,55 Mark. Kirchen st en e ru wurden von beiden christlichen Konfessionen 10 Pvoz. erhoben, die evangelische Kirchensteuer ergab 63 509,16 Mark und die katholische 5369,84 Mark. Oktroi wird mir noch von Getränken und Brennstoffen erhoben. Es wurden erhoben für 1479,65 Hektoliter und 82 62V/2 Flaschen Wem 9396,24 Mark, für 704,16 Hektoliter und 3074 Flaschen Obstwein 765,64 Mark, für 1445,37 Hektoliter Branntwein 4626,96 Mark, für 49 159,87 Hektoliter Bier < eingeführt oder in der Gemarkung hergestellt) 31811,57 Mark, für 1086 090 Zentner Steinkohlen 43 443,60 Mk. und für 127 215 Ztr. Braunkohlen und Briketts 2544,30 Mark. Rückvergütet wurden 3653 Mark, so daß 88935,06 Mark oder 2196,58 Mark mehr als int Vorjahre eingenommen wurden. Die Erhebungskosten betrugen ,3536,32 Mark. 3>ie Be s i hwe ch s ela b g a be, die die Halste des vom Staat bei Grundstllcksverkäufcn erhobenen Stempels beträgt, erbrachte der Stadt 31618,75 Mark gegen 30 023,35 Mark im Jahre vorher. Die Erhebungskosten beliefen sich auf 948,56 Mark. Tie Einnahme ans der W e r t z u w a chs st eu er belief sich auf 17 556,74, nämlich auf 16 707,09 Mark auf Grund der bestehenden Ortssatzung und 849,65 Mark Antc'.l auf Grund des Reichsgesetzes von 1911. Der Eimrahme auf Grund der Ortssatzung stehen 5262,45 Mark Ausgaben gegenüber, die die Stadt für die Tätigkeit oer staatlichen Behörden bei der Festsetzung der Steuern für 1908—1911 zu leisten hatte. Aus Billigkcits- gründen wurden 2786,26 Mark erlassen und uneinbringlich waren .320,97 Mark. Da der Anteil der Stadt an der Zuwachsstener nicht den nach der Satzung erzielten Durchschnittsertrag erreicht, so ist das Reich bis 1. April 1915 verpflichtet, den Unterschied aus dem auf das Reich entfallenden Anteil der Stadt zu überweisen. Die Verhandlungen sind hieriiber noch nicht zum ?lb- schluß gelangt. An Hundesteuern erhebt die Stadt neben der staatlichen Steuer für jeden Hund 10 Mark. Die Einnahme belief sich 1911 auf 9670 Mark gegen 9070 Mark im Vorjahr. , An unein- lwinglichen Hundesteuern und Hebegebührcn sind 1328,01 Mark Ausgaben entstanden gegen 1240 Mark im Jahrh vorher. * ** Konzert-Bere in. Das morgen stattfindende Konzert kennzeickmet ein vielgestaltiges, auch musikgeschickstlich interessantes Programm: Lieder von Schubert und Weis- mann imb Kammermusikwerke von Mozart, Smetana und Karg-Elert. Klassiscl>e, abgeklärte Musik neben heißumstrittener, bewunderter oder geschmähter Moderne. Das klare, durchsichtig und lichtvoll instrumentierte E-dur-Trio Mozarts und die Schubertlieder sind alte Freunde: wir kennen und lieben sie. Auch Smetanas G-mvll-Trio darf des Beifalls sicher sein. Seine klangvolle Kompositivnsweisc, die der stark vernactstässigten Melodie wieder zu ihrem Rechte verhalf, haben den Schöpfer der uwhlbekannten Oper, die verkaufte Braut, überall begeisterte Anhänger erworben. Dem jüngeren Kompositivns- nachwuchs, wie Weisntann und Karg-Elert, stehen wir dagegen einigermaßen fremd gegenüber. Eine Skizze des Werdegangs, zunächst 'des Letzteren, dürste deshalb nicht überflüssig sein. Sigfried Karg Elert wurde 1878 zu Oberndorf a. N. geboren. Nach llebersiedlung der Eltern nach Leipzig trat ergn den .Kirchenchor ein uird lernte hier die Meisterwerke der Kirchenmusik f erat en. Seine kompositorische Begabung kam schon hier zum Durchbruch. Ohne alle Vorbildung komponierte er als Elfjähriger a cmpsIlA. Motetten und int Alter von 15 Jahren eine veristische Oper. Zum Lehrer bestimmt, ging er vom Seminar durch, erlernte in einer Stadtpfeiferei Oboe und Bratsche und musste das ganze Elend einer Dorstmisikantenkapelle auskosten. Auf einem Musiksest in Leipzig von E. N. von Neeznizek entdeckt, erhielt er durch dessen Verwendung eine Freistelle am Konservatorium und wurde Schüler von Jadasohn, Homcher und Wendling, indem er seinen Lebensunterhalt jahrelang als Orchesteroboist erwarb. Von Reisenauer zur Pianistenlanfbahn überredet, siegte schließlich der Einfluß Griegs, der dringend zur Komposition riet. .Nach manchen künstlerischen Enttäuschungen in seiner Stellung als 1. Lehrer für die Meisterklasse des Magdeburger Konservatoriums kehrte er nach Leipzig zurück und setzte als Llutodidakt die goldenen Ratsckflägr Griegs in die Praxis nm. Karg-Elert lebt jetzt einzig seiner Komposition und hat eine stattliche Anzahl, zum Teil sehr umfangreicher Werke geschaffen. Besonders als Orgel- komponist setzte er sich in kurzer Zeit durch. Er-,ist der Begrmtder einer durchaus neuen, auf streng künstlerischer Basis beruhenden .Harmoniumkuust. Seine Eigenart besteht in harmonischer und besonders rhythmischer Ne lartigkeit. Radikal modern, liebt er dennoch melodische Geschlossenheit und findet für Mystik, Ekstase tntb Humor dnrclmus eigene Töne. Die auf dem Programm verzeichnete Esllo Sonate gibt ein Bild seiner subjektiven Kunst. Programmatische Ideen Hegen ihr nicht zugrunde. Die Musik ist durchaus nur absolut zu bewerten. Der erste,Satz prägt Leidenschaft aus, die nach der einen Seite hin in Trotz, nach der andern j in Ekstase divergiert Die Form ist die der klassischen Sonate. Der zweite Satz, einen verkappten dritten in sich schließend, — H--dur, 11/s Takt , ist als Moration, in mystischem Dunkel beginnend, inbrünftig steigernd zum stammenden Hymnus zu verstehen. Der dritte Satz stellt sprudelnde, übermütige Lebhastigkeit in Gegensatz zu einer glühenden, erotischen Jubriinstigkeit (2. Thema' dar. Die Durchführung, deren 2. Teil eine Pseudofnge ist, durchläuft die Phase von vorsichtigem Win bis zur ausgesprochenen Groteske. Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 24. Jan Int Saalbau zunt Johannesberg hielt heute nachmittag der Vorsitzende des Ober- vcrsichcruugsamtes zu Darmstadt, Geh. Regierungsrat K r u g v o n N idda , vor beit Vorständen der Krankenkassen des Kreises Lauterbach und einigen Krankenkasserechnern einen Vortrag über die Neuorganisation d erst' r a n t e n v c r s i ch e r u n g. Von dem Kreisamt Lauterbach waren Kreisrat v. Bechtold, Kreis amt manu Tr Hetz und Bureanvorsteher Bechtold anwesend. Der Vortrag bot viel Interessantes über die zukünftige Gestaltung des Versicherungswesens. Besonders wurde es klar, daß der Ver wattnng.-apparat bedeutend kostspieliger wird als der seit- heriae, ungefähr ! Pro.;, des ortsüblichen Tagelohns. Auch die Beslimmun'geu über die Einziehung der ersparten Mitgliederbeiträge,' die sich bei manchen Gemeinden auf mehr als 1000 Mark belaufen, gab zu deuten Dem Vortrage folgte eine lebhafte Aussprache. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 24. Jan. Die Darmstädter Polizei erhielt aus Budapest die Nachricht, daß eine internationale Diebesbande sich von dort nach Darm- tadt gewandt hätte. Auf das Konto der Gäste wird auch der Einbruch in den Goldwarenladen zu schreiben sein. Tie Vermutung der Darmstädter Polizei, daß es sich um eine internationale Bande handelt, scheint also zuzutreffen. 6. Mainz, 23. Jan. Der 16jährige Fabrikarbeiter Ost he im er geriet heute nachmittag in dec Cellulose- unb Papierfabrik Kostheim an die elektrische Stromleitung und ivurde getötet. Er hatte tut Hofe der Fabrik eine Leiter an einen Nebenbau gestellt, kletterte hinauf und kam mit den Händen an die elektrische Leitung. Ec stürzte sofort herab und war tot. Hessen-Nassau. b Biedenkopf, 24.Jan. Die Gewährung eines Zuschusses von 300 Mk. zii den Unterhaltungskosten eines Automobils des klinischen Institutes in Marburg ür die kostenlose Abholung Kranker wurde vom Kreistag genehmigt. Landwirtschaft. — Die Obsternte in Böhmen im Jahre 1912 war außerordentlich günstig. Sie betrug rund 8Vr Atillionen Meter- Zentner. Ts ist dies die beste Ernte rnt letzten Jahrzehnt und über- trifst den Zehnjahresdurchschmi" um 5 Millionen Meter-Zentner. Universitäts-Nachrichten. — Aus Würzburg wird uns geschrieben: Dem ordentlichen Professor für .Kirchen- und Völkerrecht, sowie Rechtsphilo- ophic und Rechtsenzyklopädie an der Würzburger Universität Dr. jur. et Phil. Christian Meurer ist der Titel und Rang eines Geheimen Hostats verliehen worden. Prof. Meurer in am 20. Januar 1856 zu Camberg, Rcg.-Bcz. Wiesbaden geboren. Gerichissaal. '■4 Dortmund, 22. Imt. Ende vorigen Jahres hatte ich der Butterhändler B o n n e k o h ans Dortmund vor dem Schöffengericht wegen Vergehens gegen das Nahrnngsmittelgesetz zu verantworten. Als das Urteil misgeferttgt werden sollte, luaren plötzlich die Akten spurlos verschwunden. Es wurde also das gesamte Aktenmaterial noch einmal augcfertigt und ein neuer Termin angesetzt. Aber auch diesmal verschwanden die Akten. Es blieb nichts weiteres übrig, als daß das Aktenmaterial zum dritten Wale angefertigt werden mußte. Und aus den neuangefertigten Akten verschwand znm dritten mal die Ladung an den Angeklagten, so daß die Sache also'wieder vertagt werden mußte. In diese mysteriöse Aktengeschichte müssen vermiedene Beamte des Untersuchungsgefängnisses hinein verwickelt ein. Die Staatsanwaltschaft hat dieserhalb eine Untersuchung eingcfeitet, die noch nicht znm Abschluß gekommen ist. In der vierten Verhandlung, die nunmehr wegen der Vorgehen gegen das Nahrnngsmittelgesetz, vor dem hiesigen Schöffengericht statt, and, war der Angeklagte Bonnekoh geständig, Butter durch Zu- atz von Margarine und .Wasser' verfälscht und dieses Produkt als reine Naturbuttcr auf den Markt gebracht zu haben. Er erhielt einen Monat Gefängnis und 1000 Mk. Geldstrafe. In der Verhandlung kam es zu einem interessanten juristischen Zwischenfall. Es sollte dem Verteidiger des Angeklagten verboten werden, sich ohne 3engen mit dem Angeklagten zu unterhalten, damit dieser keine Informationen bezüglich des Aktendiebstahls erhalte. Der Verteidiger beschwerte sich darüber unb verlangte einen Gerichtsbeschluß. Der Gerichtshof beschloß, dem Verteidiger zu gestatten, sich ohne Zeugen mit dem Angeklagten au unterhalten, sofern der Verteidiger die Versicherung abgebe, »aß sich die Unterhaltung nicht auf den Aktendiebstahl beziehen ollte. Da der Verteidiger diese Erklärung abgab, konnte nunmehr eine Unterhaltung mit dem Angeklagten erfolgen. Kleine Tageschronik. Während einer unterirdischen Bergarbeit setzten sich auf Zeche „Fürst Narderlberg-Lindenhorst" bei Bochu m plötzlich große Steinmassen in Bewegung und erschlugen die Bergarbeiter Gebrüder Heinrich ünd Eduard Gube aus Eving. In Berlin setzte gestern am späten Abend starker Schneefall ein. Er dauerte bis lange nach Mitternacht fort. Auf den Höhen des Schwarzwaldes und der Vogesen tobte gestern den Tag über ein heftiger Schneesturm. Der an der Einbildung eines unheilbaren Herzübels leidende 60jährige Ingenieur Wolff erschoß sich in einem1 Sanatorium in Grünewald. Vor 40 Jahren war er nach Amerika gegangen und hatte sich dort ein großes Vermögen erworben. In Hamburg wurde eine F a l s ch m ü n z e r w e r k st ä 11 e aufgefundcn. Mehrere Arbeiter wurden verhaftet. Weitere Verhaftungen stehen bevor. In Innsbruck fanden Touristen dieser Tage das ehemalige Sommerhaus des Professors Defregger erbrochen. Die gefilmte Einrichtung ist zerstört. Aus Valencia wird gemeldet: Die Stadt Dum aß, die .5000 Einwohner zählt, steht in Flammen. Tie öffentlichen Gebäude sind bereits vernichtet. märtte. eli. Bingen, 23. Jan. Der Zntrieb zu dein heutigen Vieh m a r ft war sehr gut. Insgesamt war der Plackt mit 450 Tieren befahreü. Das große Angebot ließ trotz reger Nachfrage einen flotten Geschäftsgang nicht aufkommen nnd der Handel war schleppend. Die Preise, befonberS für Schweine, waren hoch. Bezahle würben für das Paar bester Fahrochsen 1100—1150 Mk., geringerer 950—1050 Mk., für das Stuck Fahrkuhe 880—400 Mk., trächtige Kühe 450 Mk., frischmelkende Kühe mit Kolb 450-48J Mk., ohne Kalb entsprechend weniger, halbjährige Rinder 80 bis 130 PU. jährige 150—19 ) Mk., trächtige Rinder 420 — 440 Mk. Für Schlachtvieh wurden im Zentner Schlachtgewicht angelegt: Fette gemästete Ochsen 92—94 Mk., fleischige weniger gemästete 90—91.Mk., feite, gemästete Kühe 82—84 Mk., fleischige weniger gemästete 80 bis 81 Mk., geringere 76-78 Mk., fette gemästete Rinder 85—87 Mk., fleifclnge weniger gemästete 83—84 Mk., fette gemähete Schweine 88—90 Mk., fleischige weniger geniäftete 85—86 Pik., geringere 80—83 Pik., Mastkälber 95—98 Pik., Mastkälber geringeren Schlachtwertes 93—95 Mk. unb fette Kälber 90—91 Pik. Spielplan öes Eichener Stabtfljeaters. Direktion: Hermann Steingoetter. Sonntag, den 26. Januar, nachmiuagS 3V, Uhr, bei kleinen Preisen (unter Mitwirkung bet Kapelle des Jnf.-Regls. Kaiser Wil- beim Nr. 116): .Ter fidele Bauer." Ende nach ü Uhr. Abends 77, Uhr, bei kleinen Preisen: .Der KönigSlentnant." Ende nach 10 Uhr. Montaa. den 27. Januar, abends 71/, Uhr (außer Abonnement), bei gewöhnlichen Preisen, (Hntscheme haben Gültigkeit: F e st - V o r st e l l n n g zur Feier deS Geburtstages Eriner Majestät des Kaisers. Zu Begiiin: Fest-Ouvertuce. AuS- aefübrk von der Kapelle des hiesigen Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116, unter Leitung des Herrn Obermnflkmeiflers Wilhelm Vober ~ frievatif (Uraufführung): „Aus eiserner Zeil." Vaterländisches Scbanfmel in 5 Aufzügen von Theodor Birt. Ende nach 10' . Uhr. Dienstag, den 28. Januar, abends ü Uhr, bei VolkSvreisen: Volks-Vorstellnna: „Die füiii Frankfurter.' Ende nach 1» Uhr. Mittwoch, den 29. Januar, abends 7 Uhr (14. Mitt- woch-Abonuement-Vorstellung) : „Ter Retter in der Not." Ende gegen 9', Uhr. Freitag, beit 31. Januar, abends d Uhr, bei gewöhnlichen Preisen <14. Frcitag-Aboimemeut-Vorstestung): Gast- spiel von Frl Riza V a j o r vo n Teutleben Theater m Berlin : .Hedda Gabler." Ende 10% Uhr. Sonntag, den 1. Februar, nachmittags 3 V, Uhr, bei kleinen Preisen: „Die versunkene Glocke." Ende 6'/« Uhr. Abends 7'/, Uhr, bei kleinen Preisen: .Aus etfemer Zett." Ende 10'/« Uhr. Die nach- A am7Ia sindl am Sonntag, 26. Jan. 1913, stehenden Ävl ZjIv von 1? Uhr mittag-« bis 12 uur nacut» nur tär dringende Falle gich-r anzutreffen: D iS/x Dr. Geyer, Selterswcg 64. _______Sanitütsrat Dr. Schliephake, Goetbestr. 44.________ Für dringende Falle ist am Sonntag, den 26. Jan., sicher anzutreffen: D ” A Reinewald, Frankfurter Strasse 10, ttdUIldl ZI Fernsprecher 763. AirchNche Nachrichten Lvangelische Gemeinde. Sonntag, den 2 6. Januar, Sexagesimä: Gottcrdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Sch,vabe. Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche für die MarkuSgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte unb heil. Abendmahl für Matthäus- unb Markus« gemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jede» Gemeinde erbeten. Montag, den 27. Januar, vormittags 107, Uhr: Vereinigter Zivil- nnd Militärgottesbienst znr Feier bes Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers. Pfarrer Schwabe. Abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Malthänsgememde. Mittwoch, den 29. Januar, abends 6 Uhr: Versammlung »es Frauenvereins der MarkuSgemeinde. Tonnerstag, den 30. Januar, abends 8 Uhr, im Markus- aale: Bibelsluude. (Brief an die Philivver.) Pfarrer Schwabe In der Iohanneskirche. Vorinittags 97, Uhr: Pfarrer Bechtolshei m e r. Vormittags 11 Uhr: Kinberkirche für die Lukasgemeiude. Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 5 Uhr : Pfarrer AuSfeld. Beichte unb heiliges Abeubmahl für bie LnkaS- unb Johannes- gemeinde gemeinsam. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abenbs 77, Uhr: Vereinigung der konfirmierten iveiblicheu Jugend der Lukasgemeiude im LukaSfaale. sJlbenb5 8 Uhr: Bibelbefprechuug im Jobannessnal. Mittwoch, den 29. Januar, abends 8 Uhr: Bibel stunde im Luknssaale. (Tie Gleichnisreden Jesu.) Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 31. Jaunar, nachmittags 4 Uhr: Versammlung des FranciniffssionsvereinS der LnknSgemembe Abends 1 .6-7,8 Uhr: ^Bereinigung der konfirmierten weiblichen Jngeud 'der IohanneSgcineinde im IohaniieSsaalc. Ter W a r t b n r g - V e r e i n lWetzsteinstraße 38) verairstaltel jeden Sonntag abend einen Vortrag, jeden Tieustag abend eine Bibelstnnde, jeden Mittwoch abend eine Turnstunde unb jeden Donnerstag abend einen Lese- unb Spielabend. Tas Vibelkr cinzchen für Schüler höherer Leb- an ft alten findet statt im Johannessaal, unb zwar jeden Milt woch um 6 Uhr für die jüngere Abteilung, jeden SamStaq unt 6 Uhr für die ältere Abteilung. Das Bibelkräuzchen für S ch ü lerinnen höherer Lehranstalten aus der JohanueZgemeiude jeden Tieustag um 6 Uhr im Johannessaal. Evangelischer Gottesdienst. Mainzlar: Sonntag, 26. Januar, nachmittags 7,2 Uhr: Dekan G u ß in an n. Staufenberg : Sonntaa, 26. Januar, nachmittags IX U^r. Pfarrasfistent Klngel. katholische Gemeinde. Gottesdienst. Samstag, beit 2b. Januar: Nachmittags um 5 Uhr unb abenbs um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Sonntag, den 26. 3an., Sonntag Sexagesimä: Vormittags von 6'/, Uhr au: Gelegenheit zur hl. Beicht. „ um 7 Uhr: Tie erste hl. Messe. , um 8 Uhr : Austeilung der yl. Koinmunton. „ um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. , um 11 Uhr: Heil. Messe mit Predigt. Nachmittags um 57, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht für die Abgestorbenen: Montag, am Geburtstage Sr. Majestät deS Kaisers, vormittag« um 97, Uhr ist Militärgottesdieust. In Grünberg um 97, Uhr: Hl Messe mit Predigt. In Hnngen um 97, Uhr: Hl. Messe mit Predigt. mff Hohlnvundsfuck Salem Aleikum ° i a* SalemGold Goldmundstilck G'geLreffen 4- ^5 6 8 70 37i 4- 5 6 8 7O9faL&&.