Die heutige Nummer umfaßt 12 Seilen 25 300 für die Nationalliberalen von rund 4800, für die Fort-- Mittler von rund 9200 Stimmsn, ein Verlust für bie toniciv vativcn Gruppen von rund 1000, für die Sozialdemotraien von rund 12 200 Stimmen. Am auffälligsten ist zweifellos der Ruck- gang der Sozialdemokratie, und nnr ,ehen dann neben der Stärkung des Zentrums das hervorstechendste Moment de-^ Wablausfalls. Ter „Vorwärts" ist denn auch ganz befturzt: das Blatt rechnet mit einem Verlust von insgesamt fünf ÄtandateN und gestelst angesichts des gewaltigen Stimmenruckgangs offen zu, daß die Sozialdemokratie eine schwere S chl a pPc erlitten l>at. Man wird nicht fehl gehen, wenn man hierin an Symptom dev Abflauens sielst, das der Partei schon rn Jena so schweres Kopf- zerbrechen bereitet hat. Wendigkeit unb den zeitweise gewaltigen Vorteil des Dreibundes heute klarer erkennt und bejaht, als dies früher der Fall war. In seiner offenen, jeder konventionellen Ver- schleierung fremden Art und Weife hat der Erzherzogthron- solger diese seine Erkenntnis auch deutlich ausgesprochen. Er wird es auch in Konopifcht wieder tun, und die inter-t nationale Politik wird aus dieser Begegnung nur wieder Vorteile ziehen. Wildpark, 23. Oft. Der Kaiser begab sich heute früh 8,55 Uhr von der Station Wildpark nach dem Jagdschloß Kono- pischt in Oesterreich. „ .. , . Schloß Konopifcht, 23. Oft. Der deutsche Kaiser traf um 5 40 Uhr in Ben eschen ein, wo er von dem Erzherzog Franz Ferdinand und der .Herzogin von Hohenberg begrüßt wurde. Im Automobil wurde darauf die Fahrt nach dem schloß Koiio-- pischt angetretcn, wo dem Mtiycr die Gkiftc des Erzherzogs vorgestellt wurdcii. In den Zimmern des .Kaisers mürbe, der Tee eingenommen. Um 8 Uhr abends fand im großen »Lpeifesaal de» Schlosses ein Diner zu 26 Gedecken Mt. Danach kon^rtiertc während Les Cerces im Rittersaale die Martnekckpelle aus Pota. Zentrum...... Konservative, Bund der Landwirte, Mittelstands- parteien, NcichSpalei . N a t i o n a l l i b e r n ( c, Freisinnige, Demokraten, Nationalsoziale . . . Sozialdemokraten . . . Tageskalender aus dem Jahre 1813. 24. Oktober. Siegesdankfest in Berlin. Der russische General T s ch e r n i t s ch e f f nimmt das von den Franzosen besetzte Gotha ein. politische Tagesschau. Die Geschichte des Parlamentarismus in Baden wird durch folgende Ausführungen der „Köln. Ztg." bc- ICUd?8il’äur Verfassungsän^kung im Jahre 1905 war die Natio- Nalliberale Partei in der badischen Zweiten Kammer die. stärkste Fraktion. Hatte sie int Jahre 1870 von 63 Sitzen 55 inne, so besaß sie im 'Jahre 1887 nach einigen Vorübergehenden Schwächungen immer noch 52 Plätze. Damals begann allerdings die Zentrumspartei unter der Leitung von Wacker ihren.Aufstieg, und sie erreichte es, daß sie im Jahve 1903 fast ebensoviel Mttrh bäte besaß, wie die bis bahin herrschenbe nationalliberale, bast nämlich bas Zentrum mit 23 Sitzen nur noch um zwei Abgeordnete schwächer war als die Nationalliberalen. Das Jähr 190.3 brachte für Baden ein n e u es W a hl r e ch t, es ist dem RciclMagswahl- recht angenähert, ist gleich, geheim und direkt. Xie Einführung dieses neuen Wahlverfahrens förderte das Zentrum weiter und trieb die Liberalen in die Verteidigung. Bei den ersten Wahlen unter dem neuen Wahlrecht gingen die Liberalen von 25 auf 23 zurück, während sich das Zentrum 28 Mandate sicherte Da die Partei damals auch schon Konservative und Bündler als ihresgleichen unterstützte, so gewann die Rechte damals 32 Sitze, war also auch damals nicht weit von der Mehrheitsgrenze. Die Sozialdemokratie hatte den größten Gewinn, sie verdoppelte ihre Mandatszahl von 6 auf 12. Bäi der zweiten Wähl nach dem neuem Wahlrecht int Jahre 1909, die ebenfalls unter dem Zeichen des Großblocks vor sich ging, mußten die Liberalen die Zeche bezahlen und von 23 auf 17 Mandate zurückgehen. Auch das Zentrum verlor damals einige Plätze, während der ganze Verlust der bürgerlichen Parteien der Sozialdemokratie zugute kam, die die Zahl ihrer Abgeordneten damals von 12 auf 20 steigern konnte. Tie gesamte Linke des badischen Landtags, die damit, zum guten Teil auf die Sozialdemokratie gestellt war, verfügte also im letzten Landtag über 44 Sitze, während die Parteien der Rechte deren 29 besaßen. lieber die StimmenzaU der Parteien mag nachfolgende Zusammenstellung informieren, wobei die Ergebnisse der beiden letzten Wahlen 1905 und 1909 ebenfalls mit ausgeführt sind: Eine Reichrtagserscitzwahl. N e u m a r k t (Oberpfalz), 23. Oft. Bei der Reichstagsersatz- wahl für den verstorbenen Abgeordneten Kohl (Zentrum) erhielt Lederer Zentrum 11649, Dollinger (Liberal) ^und der Bauernbund 1000 Stimmen, Trümmer! (Soz.) 527 ^stimmen.. Der Ausstand in Mexiko. Mexiko, 23. Oft. Die Aufstii irdischen töteten gestern die gesamte Einwohnerschaft des Dorfes Cherenatzicurm im Staate Michican, etwa 5 0 P e r f o n e n, bie die Kirche gegen Plünderung verteidigten, vis die Munition erschöpft war. Andere Auf stand ti che zogen nach einer Meldung des Leutnants Jose Bracemontes zwei Soldaten, die einzigen Ueberlebenden der Seinen Garnston tn der Nähe von Cameron, südlich Nuevo Laredo, die Haut von^den istur- gentenführer Earranza hoch leben zu lassen. Vera Cruz, 23. Oft. Felix Diaz befindet sich noch frier. Die Mehrzahl seiner Anhänger begab sich nach der .vauptltabt. In Verbindung mit seiner Ankunft wurden 17 Personen verhaftet, darunter vier Offiziere seines Stabes. Man kann wohl sagen, diese Entwicklung ist das Werk des österreichischen Tl)roufolgers, der unter Benutzung und Förderung Hötzendorffscher Entwürfe ein vorgestecktes Ziel verfolgt, der Soldatenkaiser seiner Länder zu werden und -so mit der Zeit eine neue bessere Zusammenschweißung der vielfältigen Volksteile der Donaumonarchie zu erreichen. Tatsächlich 'kann der Thronfolger dem Deutschen Kaiser jetzt ein persönliches Unterpfand dieser Bestrebungen überreichen: Die Beschlüsse der Regierungen Oesterreichs und Ungarns über die Erhöhung des Rekrutenkontingents, die mit jährlicher Steigerung für den Zeitraum von 3 bis 5 Jahren in Aussicht steht und wobei, die Militärverwaltung bis an die äußerste Grenze desjenigen gegangen ist, was bei den dermaligen außenpolitischen Verhältnissen im Interesse der Sicherheit der Monarchie noch üerantmortef werden kann. Diese Beschlüsse, die demnächst als Gesetzesvorlagen eingebracht werden, erstrecken sich auf das Heer, auf die Kriegsmarine und auf die beiden Landwehren. Und es ist gewiß sehr interessant, zu erfahren, daß man in gewissen Reformen und Richtlinien dabei den persönlichen R a t und die Anregung des Deutschen Kaisers befolgt hat, so z. B. die Verlegung der Rechnungsperiode im nächstjährigen Marinebudget Oesterreich-Ungarns auf die Termine 1. Juli bis 30. Juni, ein Modus, der in vielen Marinen beobachtet wird und den häufigen Verschiebungen der Tepegations- Zessionen besser Rechnung trägt. Um solche Tinge drehen sich tatsächlich immer und ein» «ehend die Gespräche Wilhelms II. mit dem österreichischen Thronfolger, und man hat daraus geschlossen,,daß Franz Ferdinand in militärischen Angelegenheiten überhaupt nichts mehr zu unternehmen geneigt sei, ohne vorher den Rat seines kaiserlichen Freundes eingeholt zu haben. Den häufigen persönlichen Zusammenkünften ist es zu danken, daß der österreichische Thronfolger nicht nur dem Hohen- zollernhause näher gerückt ist, sondern daß er auch die Not- Die braunschweigische Thronfolge. D e r b r a u n s ch w e i g i s ch c L a n d t a g ist aus den 27. Oktober zu einer außcrordentlichenSessiou einberufen worden. Die Stadtverordnetenversammlung in B rau n i änv ei g bc- willigte mit allen gegen die Stiistmen der c-oozialdcrnokraten 2o iw Mark zur Ausschmückung der Stadt bei dem Einzuge des Dorzogs- paarcs. Ein sozialdemokrattsches Mitglied verlas namens der Partei eine Protesterklärung. Berlin, 23. Ott. Zur Beratung des preußischen Antrags zur Regelung der braunschweigischen Thronfolgefrage werden die Bundesratsausschüsfe für Verfa^sungs- und J ustiz wesen am nächsten Montag vormittag Stellung nehmen. Am Mittag desselben Tages findet eine Vollsttzung des Bundesrats statt, in der eine endgültige Schlußfassung ftattfinben dürfte. ' finden möchten, bestätigt jetzt Dr. Arthur Chitz m der Monatsschrift .Deutsche Arbeit". Er hat dort tatiächlich vcrfchiebene Mannslriptblätter Beethovens, darunter allerhanb Entwürfe und eine vollständige Komposittion für Cembalo und Mandoline aus- gesunden und über diese Entdeckungen berichtet er in einem Aussatze unter dem Titel „Beethovens Prager Aufenthalt im Jahre 1796". Als Beilage zu der genannten Zeitschrift veröffentlicht er überdies einen Satz der Komposition, ein Allegro in C-dur. Der erste Satz der Komposition, ein Adagio in Es-dur im 6/« Takte, 113 Takte lang, deckt sich fast völlig mit einem Manuskripte in der Königlichen Bibliothek in Berlin, das schon veröffentlicht worben ut; bie anderen Sätze aber sind neu, und außerdem ift das neu entdeckte Manuskript das Widmungsexemplar, das säuberlich geschrieben ist und die Widmung trägt: „Pour la belle Josepha par L v. ,B " Die Widmung galt der Komtesse Josephine Clarv, der nachmaligen Gräfin Clam-Gallas, aus deren Besitz sich das Manuskript auf den jetzigen Grafen Franz Clam-Gallas vererbt hat. — Eine neue Girardi-Operette. Aus Wien wird uns geschrieben: Im Jo Hann-Strauß-Theater begann Alexander Girardi sein diesjähriges Saisongastspiel in der Operette „De r arme Millionär" von Julius Bauer, Musik von Paul Ottenheimer. Von allen Librettiften ist Julius Bauer noch der einzige, der den vornehmen Stil der alten Wiener Operette hat. Er war seinerzeit ein langjähriger Mitarbeiter von Karl Millöcker — so ftammen z. B. die Textbücher von „Der arme Jonathan" und „Die sieben Schwaben" von ihm — und hat sich auch heute noch nicht in den jetzt allgemein unter dem Titel „Operette" segelnden getanzten Blödsinn verloren. Auch sein neuestes Buch zeigt Geschmack, eine hübsch erfundene, gut aufgebaute und geschickt gesteigerte Handlung mit flott gezeichneten Figuren und eine Unmenge echt Bauerscher Bonmots und Wortwitze, die auf geistreiche Art Humor in die Sache tragen. Der arme Millionär ist ein reich geworbener Bierbrauer, der sich in seinen alten Tagen amüsieren will, viel Geld dabei hinauswirft unb barunt von seinem Sohn unter Kuratel gestellt wirb. Schließlich verliert der Sohn bas ganze Vermögen in verunglückien Spekulationen, der Vater ist auch ruiniert. Der Aus Hessen, Jmvierten AusschußderZweiten Kammer wuvde am Donnerstag der vom Abg. U e b c l-Dieburg erstattete Ausschußbericht über die Vorstellung der Elektrischen Spezialfabriken in betreff der Gründung von elekttischen II eberlandzentral en verlesen und genehmigt. Der Ausschuß hat, tote schon früher erwähnt, beschlossen, der Vorstellung keine Folge zu geben, aber dem Kammervlenum die Annahme einer Entschließung zu empfehlen, worin in der Frage der elektrischen Versorgung bie Bildung von Zweckverbänben auf I omni analer Grunblage (int Gegensatz zu Privatgrünbungen) als bie geeignete Form ber Gesellschaftsbildung bezeichnet unb bie Regierung ersucht wirb, in diesem Sinne bei ber Grünbung von Ueberlanbzentralen einzu- wirken. In Bezug auf bie Vorstellung bes Bürgermeisters Hille zu B ü r stabt wegen ber bortigeil Gemeindeapotheke verhandelte ber Ausschuß noch einmal mit zwei Regierungsvertretern Es würbe ein Antrag angenommen, worin bie Kammer ersucht wird, auszusprechen, baß bie Regierung bei Vergebung der Konzession einer Privatapotheke in Bürstadt unzweckmäßig gehandelt habe. Fraktionssitzungen. rb. Darmstadt, 23. Oft. Tie Fra'k ion ber Fortschrittlichen Volkspartei der Zweiten Kammer hielt heute Nachmittag unter Vorsitz des Abg. Reh eine längere Frattionsfitzung ab, in welcher neben der Besoldungsoorlage auch der bekannte nenben Zauber seiner liebenswürdigen, schlichten Persönlichkeit, mit feiner einfachen, großen, fr i von allen Aeußerlichkciten zu starken Wirkungen tommenben Charakterisicrungstunst, unb schon diese Leistung allein müßte der Operette eine langdauernde Zugkraft geben. Die Musik Otten Heimers ist gefällig, unaufdringlich, zeigt, wie schon vor zwei Jahren die „Heimliche Liebe", ein Verwiegen der geraden Taktarten und des Volksliedmäßkgen, ist routiniert unb geschmackvoll zusammengestellt, ohne gerade besonders originell zu sein. Dr, Jl.B. * Das höchste Gebäude der Welt. Aus New 9)orf wird berichtet: Nachdem erst kürzlich der Wolken- ivatzer des Woolworth-Gebäudes in New York einen neuen Rekord des Wollenkratzerbaues erobert hat, rüstet sich die amerikanische Architektur bereits zu einer neuen Riesen- leistung. Tie Pläne für das Pan-American-Ge- bände, das voraussichtlich in der Nähe des neuen New Porter Zentralbahnhofes erstehen wird, sind bereits abgeschlossen, und der größte Teil des erforderlichen Kapitals soll von den interessierten Jndustriegruppen, die auf eine Entwicklung des Handelsverkehrs mit dem südlichen Amerika Wert legen, gezeichnet fein. Der neue Wolkenkratzer wird in seinen Gej'amtumrissen eine riesenhafte Vergrößerung eines „altspanischen Turmes" bilden, d. h. daß über dem 33 Stockwerke hohen Hauptbau ein reichgegliederter Abschluß aus Türmen sich erheben wird, der die prunkvollen Formen des südlichen Barocks crufweist und an den im lateinischen Amerika so vielfach bevorzugten „Jesuitenstil" antlingt. Nach den Plänen, die von dem Architekten Kimball stammen, wird dieses neue Riesengebäude eine Höhe von 901 Fuß erreichen; als Vergleich mögen die Höhenmaße der drei höchsten Bauwerke New Ports genannt sein: das Woolworth-Gebäude 750, das Metropolitan- Lebensversicherungsgebäude 700 und das Singer-Gebäude 612 Fuß. Die Kosten des neuen Pan-American-Wolken- kratzers werden auf rund 50 Millionen Mark geschätzt. Aonopischter Zagdgespräche. Nachdrücklicher als je verkünden offiziöse Preßsignale, daß der diesjährigen Jagdbegegnung Kaiser Wilhelms mit dem Erzberzogthronsolger Franz Ferdinand eine hohe politische Bedeutung innewohne, wobei allzu leicht der Anschein erweckt wird, als werde in Konopischt von verantwortlichen Staatslenkern das Geschick der beiden Völker und Europas 'für die nächste Zukunft beschlossen inib genehmigt. Dem ist natürlich nicht so. Der österreichische Thronfolger interessiert sich bekanntlich seit langem für die großen Organisationspläne in der Armee Oesterreich-Ungarns, Pläne, die militärischerseits im Deutschen Reiche lebhaft begrüßt werden und an denen der Kaiser selbst den lebhaftesten persönlichen Anteil nimmt. Um was es sich handelt, sieht niemand besser als ein Dritter, der diese Entwicklung mit viel Eifersucht und wenig Sympathie verfolgt. 'Die stets wachsame „Nowoje Wremja" schrieb vor mehreren Wochen: „Die österreichische Armee ist während des letzten Winters eine andere geworden; davon abgesehen, daß in bie Kabcr alle Reser- Pisten eingestellt tourben, hat sie ihre Artillerie unb Maschineiv- •getoebre vermehrt. Unb bas Wichtigste bleibt: sie hat in bet Praxis ihre Mobilmachung unb ihre Mobilisierungsbestände einer Prüfung unterzogen. In militärischen Kreisen Deutschlands verhehlt man sich nicht, daß die österreichische Armee vom September letzten Jahres und die jetzige zwei ganz verschiedene Größen sind." liuitfi, Wissenschaft und Leben. __ Berliner Theaterbrief. „Die heitere Residenz". . fitere Residenz" ist du Titel der breiartigen Komödie von eora Engel, bie am Dienstag abenb im De u t f ch e u S ch auspielh a us eine beifällige Aufnahme fand In den idyllischen Frieben eines beutschen Großherzogtums, das aber in feinen ganzen Lebensformen an cm Duobezlandchen bes hec- lwen römischen Reiches erinnert, fck.lagt mit Getoie eine literarische KK ein,«die mit unleugbarem von den Betroffenen besonders empfundenem Realismus perfchiedene PersonlEetten d?s Fürstenhauses, ja die allerhöchste Per.on felblt unb bie .icklechte (V-bc be- Erbprinzenpaares an den Pranger stellt. Der gefährliche Revolutionär, der alle Gemüter fo grauiam aufichreckt, ist aber nienianb anders als bie Tochter des Polizeipräsidenten, bie zur Seberin der beiden jungen Prinzessinnen auserfehm ist, und mit Sm W verfolgt sie, so seit,am das auch erfchemen mag — ehtnÄgWn3W: Sie will den allwöchentlich in., wolr Mimon" nach Berlin zum nächtlichen Bummel Zahreu- KZ n und seine von ihm vernachlässigte Gattin, c.nc tL-n hifante wie naiv-sentimentale Balkanprinzemn, mit knande^ mrsöl nen Und da nun einmal die Wege eines Lust- CH .tsmupr^ möaen sie auch für das profane Auge noch w dunkel fpetbidjterä, mögen ii aw, i « geHngt >am 54,(u6 bteä fein, iOK Sl . die iierjcu des hohen 'Caarcä 3MbfAM, in dem sie ES aGse« S8Ä-6» s s tu. ^5ie hu», . neben seiner beiannten Marke „Volks- S eine gewisse Pikanterie nicht. So bat er Ä-aterstiick geschnssen, das es wobt wenn es, SFe M ber ©rftauffitU-nng, durch eine gute Daritellung un ev- . s^ht wird ,u eL hübschen Erfolg bringen kann. Dr. P. L. ff Eine unbekannte Beethoven-Komp o si t i o n. Die Vermutung des Beethovenbiographen Thayer, daß sich im Besitze ^Familie Clam-Gallas noch Beethovenmanufkripte be- aber findet Trost unb Stütze an seiner natürlichen Tochter, eröffnet einen Brauhausgarten in München und beginnt ein neues _ arbeitsreiches, aber auch freudenvolles Leben. Girardi spielt hier i zwei Rollen, den Pater unb den Sohn, mit dem herzgewin-1 m. 250 Erstes Blatt 163. Jahrgang zreitag, 24. Oktober 1915 MM General-Anzeiger für Oberhessen WW bis v°°EiaA's"ührs Rotationsdruck uni» Verla? »ervrühl'schcn Univ.-Vuch- und Steindruckerei li. Lange, kiedaition, Lrpedition und Druckerei: Schulftratze 7. Anj°igc>ucisi H. Bcck. 1905 1909 "1913 Stimmen« zahl vorn Hundert | Stimmenzahl II 'S# Stimmen» zahl vom Hundert 125 453 42,3 90 840 29,6 116153 34,7 11 968 6,04 31 273 10,2 30 342 9,1 89 393 30,1 75 184 24,5 79 994 23,9 16 536 5,5 21 060 6,8 30 301 9,1 50 431 17,0 86 835 28,3 74 638 22,3 E dc la ti ül ti le ti 9) ü. d is ii d r t c t t t r c < c ,1 Jntröfl Dr. Schmitt über bie C rbcn§ frage erörtert wurde Die Traktion des Bauernbundes hatte gestern ebenfalls eme Beratung, in welcher nach den Vorträgen der beiden Mitglieder des Finanzausschusses die Stellungnahme der Negierung Sur Besolbungsreform erörtert und zu den Beschlüssen des Aüs- scvustes Stellung genommen wurde. Der Unterausschuß der Di r t- smastlichen Vereinigung tritt nächsten Samstag zu einer Beratung zusammen. erwiesen habe. Holländer könne sich nicht auf sein Rücktrittsrecht berufen, das ihm zugestanden worden war, falls die Theater Ak- tiengesellschast nicht gewisse bauliche Veränderungen im Schauspielhause vornehmen lasse, denn durch das schuldhafte Verhalten Holländers könne die Bertragsgegnerin nicht mehr an diese Bedingungen gebunden werden. Tie Vornahme eines Arrestes in der Hohe vertraglich ausbedungenen Konventionalstrafe sei daher berechtigt. Wien, 23. CTt. Der Kaiser begnadigte den wegen @r- morbimg des Abgeordneten Sch nhmeier zum Tode durch den Strang verurteilten Eisendreher Paul Kunschak. Knnschak wurde barauf vom Gericht zu zwanzig Jahren schweren Kerkers verurteilt. Oeffentlicher Wetterdienst, Gieß. n. Wetteraussichten in Hessen für Samstag, den 25. Cft. 1913: Zunahme der Bewölkung, zeitweise Regenfälle, weftlichc Wende. XI. Internationale Cubettulose-ttonserenz. 4 Berlin, den 23. Oktober. In Anwesenheit der Kaiserin und zahlreicher Vertreter von Reichs» und Staatsbehörden begannen heute die Verhandlungen des XL Internationalen Tuberkulose-Kongresses. Ter Leibarzt der Kaiserm Geh. Rat Prof Tr. Bumm eröffnete die Versammlung und bedauerte, daß der Vorsitzende der Internationalen Vereinigung gegen die Tuberkulose Lson Bourgeois durch Krankheit verhindert sei, zn erscheinen. Hierauf begrüßte Staatssekretär Staatsminister a. D. Del » brütf die Konferenz im Namen der Reichsregicrung. „ Ter Chreiwor'itzende des Teutschen Zentralkomitees zur Be- faniviuug der Tuberkulose, der Herzog von Ratibor, erinnerte in seiner Begrüsnmgsansvrache daran, bau er im Jahre 1*99 zusammen mit Ernst v. Leyden die erste Tuberkulose-Konferenz eröffnet habe. Er hieß die Vertreter von 26 Kulturstaaten willkommen, die in der Bereinigung eine Zentralstelle für ihre rastlose Arbeit besitzen. Sladtmedizinali at Weber lBerliit) hieß den Kon- greff im Namen der NeickMauvtstadt willkommen unb rühmte die Tätigkeit Berlins auf bein Gebiete der Tuberkulofebekämt'fung. Vrostssor Lamdouzy (fL'ariS) verlas darauf ein längeres eebretben, das Präsident L'eon Bourgeois zur Begrüßung der Tagung eingesandt hatte. Dann begannen die Vortrage. Das erste Hauptthema betraf dre allgemeine Urage: Ter Mensch unb b i c Tuberkulose. Professor Land o n z y (T'OviSi und Vrofesior ©dien nun (Edin- bürg) verlasen hierzu ausführliche Referate, die lediglich fach- wissenschaftliches Interesse boten. Ausland. Ein österreichisch-ungarisches Verbot. Aus Varis wirb gemeldet: Ter nationale Luftschifffahrtsverein würbe vom französischen Ministerium des Aeußern verständigt, baß bie österreichisch-ungarische Regierung dem Flieger Taucourt, der vorgestern seinen Mug nach Kairo angetreten hat unb hierbei über Südungarn nach Belgrad unb Bukarest fliegen will, bie Erlaubnis verweigerte, bie Strecke O f c n p e st - Belgrad zu durchfliegen. Tas französische Ministerium des Aeußern erteilte Taucourt den Rat, sich in Wien an den französischen Botschafter Durnaine fru wenden unb durch dessen Vermittelung im Einvernehmen mit der öfterreichisch- ungarischen Regierung eine andere Flugstrecke festzusetzen, um nach Bul'areft zu gelangen. Ter nationale Luftschiff- fahrtsverband fügt in einer an die Presse gerichteten Mitteilung hinzu, baß Daucourt unter diesen Umständen genötigt sein werde, über die siebenbüvgischen Karpathen zu fliegen. Tie Maßnahme ber österreichisch-ungarischen Regierung zeige von neuem, daß infolge des Verbotes ge- wisfer Luftzonen internationale Flüge in Zulünft überhaupt unmöglich sein würden. Ans Stadt und Cand» Gießen, 24. Oktober 1913. ** Tageskaleuder für Freilag, 24. Okt. Stadt- lheater: „Majolika». Anfang 8 Uhr. * .** Vraktische Meisterkurse für Handwerksmeister unb ältere Gesellen werden im laufenden Winterhalbjahr veranstaltet. Tie Leitung liegt in den Händen der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe. Eugen Neichsfreiherr Binder-Krieg! st ein hat mit seinem für Donnerstag abend angekündigten Licht- bilder.Vortrage die Besucher recht enttäuscht, indem er etwa 3/a Stunden vor Beginn sein Erscheinen v-n Marburg ans ab sagte. Ob dec Vortrag an einem anderen Tage gehalten ivird, iit noch nicht bekannt. Einen Grund für sein Nichterscheinen soll er nicht angegeben haben. 200 Bergleute verschüttet. Dawson Meu-Meriko), 23. Okt. In der Hirschschlucht- rohlengrube sind 200 Bergleute durch eine Erplosion verschüttet worden. , Dawson, 23. Okt. Infolge der gestrigen Erplosion in der Hirschschluchtkohlengrube'sind 130 big 180 Bergleute eingeschlossen worden. Fünf wurdet: bisher gerettet. Starke Abteilungen von Rettungsmannschaften versuchen in das Innere der Grube einzudringen. Man glaubt, daß genügend Luftzufuhr vorhanden ist und daß 'eine große Zahl der Eingeschlossenen gerettet wird. Eine grosse Menge Frauen, Kinder unb Männer umlagert die Schachteingänge. Die Rettungsmannschaften brachten aus der Hirschschluchtgrube bräiundzwanzig Eingeschloss.'ne lebend ans Tageslicht, einige besinnungslos. Ferner wurden 14 Leichen geborgen. Die ganze Nacht würben große Ventilatoren in Tätigkeit gehalten. Man hofft auf diese Weise bie Gase in ber Grube genügend mit frischer Lust zu durchmengen, um bic noch Eingeschlossenen am Leben zu erhalten. Nach Ansicht der Sachverstänbiqen liegt Kohlenstaubexplosion vor. Dawson (Neumeiiko, 23. Oktober. Infolge ber gestrigen Erpw'wn ui ber Hinchschlucht-Ko hlengrube sind 130 bis 180 » !^cl”flC'd,lD,',en morden. Fünf wurden bisher gerettet, ötarfe Abteilungen von Rettungsmannschaften versuchen in ba* innere der Grube einzudringen. Man glaubt, daß genügend Luft ^^^.^orhanden ist, unb baß eine große Zahl ber Eingeschlossener gerettet wird. Ergänzend wird noch gemeldet: In einem alten Bergwerke, dem Schacht ber Hirschkohlengrube in Verbindung steht, brach heute nachmittag Feuer aus, es wird befürchtet, daß die ö-Iammcn auf den Schacht übergreifen werden, in dem 256 Berg leutc emgeschlossen sind. Dach einer Feststellung sind von 284 Bergleuten, bie bei der Explosion eingeschlossen wurden, 22 lebend an das Tageslicht gebracht unb 6 als Leichen geborgen. Märkte. L. Friedberg, 23. Okt. Der gestrige Faselmarkk war belebt. 40 Bullen waren aufgetrieben, (eurer schöne Tiere. 15 Fasel wurden verkauft. Für bie Pserbemarktverlosnng wurden 11 Fohlen auf dem Markte angekauft. Gerichtssaal. Ter Vertragsbruch Felix Holländers vor Gericht. Frankfurt a. 'DL, 23. Cft. D:e Zivilkammer des Laud- geri.l ts Frankfurt a. M. verlüudete heute uormit ag 11 Uhr das Urteil in der Wider svrnchSklage des früheren Intendanten des Frankfurter S ch a u s v i e l h a n f e S o c 11 x V o llcinder gegen die Reue T h e a t e r - A k t i e n - gesell.schäft, die gegen Holländer wegen Vertragsbruchs einen Virrest tn ^whe der Konventionalstrafe von 80 Ort) Mark auf 2« nnr?r-ud* q.clc9‘ l,at- die er gegen die Verlagsbnchbandlnng von lUlftem & l'_o. au« sckiri'tstellerischen Arbeiten erworben hat. -laß Urteil lautete auf Abweisung der WidersvruchS- töcvid)l€ ^klarte den Arrest für begründet. Hol- laiuer habe z w e i f el l o s einen Vertragsbruch b c - b' 36' l'-h -u längerem -In'«..- c ^..^egrünbung des Urteils wird ausgeführt, daß Felix Hollander sich »dadurch, da.tz er. feine Frau verlaffen unb mit feiner Geliebten ins Ausland geiahrcn sei, sich für den Posten cmes frankfurter Theater-Intendanten ab nicht sehr geeignet letzte Kndtricbfcit. Französisch-türkische Verhandlungen Konstantinopel, 24. Oft Die Sc^vierigkeiten, die tr den Verhandlungen zwischen F r a n k r e i ch und der T ü r k e i auf- getaucht sind, haben sich bisher nicht beseitigen lassen. Insbesondere ist die tyrage des Baues einer syrischen Bahn noch nicht geregelt, die wie in den Kreisen versichert wirb, bie Rentabilität her Hedschasbahn aufheben würde. Diese Frage bildete nach Mitteilungen aus derselben Quelle bereits zur Zeft des französischen Botschafters Constant einen Streitpunkt zwischen Frankreich und der kurier Frankreich l-abe damals für den Verzicht auf den ÜBau einer Parallel-Linie der Hedschasbahn eine Entschädigung erhalten. Es durste vielleicht noch Wochen dauern, ehe über diese Frage ein vollständiges Einvernehmen erzielt wird. Internationale Zeit. Paris, 24 Oft. Tie hier tagende internationale Zeit- Konferenz beschloß die Gründung einer internationalen Vereinigung für die Einheitlichkeit der Zeit, die durch die Sendung eines telegraphischen ober sonstigen Signals den Bedürfnissen der Schiffahrt, der Wetterkunde, des Giienb.ihn , w- unb Tclcgraphenwefens, sowie der öftentlichen Behörden Rechnung tragen solle. Zum Sitz der Bereinigung, welche aus den 15 Delegierten der an ber Konferenz teilnehmenden Staaten besteht, ist Paris ausersehen. wieder ein vampferungiück. Heber ein schw-eres Dampfevunglück in den skandinavi» schnt Gewässern, bei dem nur ein einziger Fahrgast gerettet wurde, haben wir folgende Nachrichten erhalten: H e l s i n g f o r s, 23. Okt. Ter finnische Dampfer „Best- kusten" geriet in der Nähe von Vasa auf Grund, wurde leck und sank mit der gesamten Besatzung. Ein Passagier wurde gerettet Herrn o es and, 23. CTt. Ter Dampfer „Karl von Linne", Kapitän Söderström, der Sveegesellschast traf heute abend mit dem einzigen Geretteten vom Dampfer „Vestkusten", dem Viehhändler Henrikson aus Sundsvelt ein. — lieber das Unglück teilt Söderström folgendes mit: Als der Dampfer Linn4 gestern mit dem „Bestlüsten" aus Vesa auslief, gerieten sie beide in einen orfanartigen Sturm. „Linne" ging vor Anker, während „Vestkusten" sveiterfuhr. Als „Linus" bei Tagesanbmuh die Anker lichtete, bemerkte Hie Besatzung bei den Veseschären zwei f.Nasten, die aus dem Wasser hervorragten. Söderström ließ sofort stoppen und sandte ein Rettungsboot nach der Unglü-ks- ftätte, es sand Henrikson, der an der Reeling des Wrackes hing und sich seit gestern dort festgehalten hatte, er wurde ganz erschöpft an Bord der „Sinne" gebracht. Nach den Aufklärungen, die er dem Kapitän gab, befanden sich an Bord des Dampfers „Vestkusten" 22 Personen mit der Besatzung und sieben Passagiere. Ter Bericht des einzigen Ueberlebenden, des Viehhändlers Henrikson lautet: Die „Vestkusten" verließ Vesa mittags bei starkem Sturm und Nebel. Ter Kapitän steuerte dicht aus Nönlsberg zu, um dort Anker zu werfen. Während der Fahrt kam er aus dem Kurs und in ganz geringer Entfernung von Rönksberg lief das Schiff auf eine Klippe, die aus dem Wasser ragte. Es war gegen G Uhr abends bei verringerter Fahrt. Aus der Kommandobrücke befanden sich der Kapitän und der erste und zweite Steuermann sowie russische Lotsen. Ter Dampfer lies mittschiffs auf die Klippe auf, geriet aber wieder infolge des hohen Wellenganges wieder ab, worauf sich die Salons und Achter räume mit Wasser füllten Tie Rettungs- boote wurden sofort klar gemacht. Es gelang eines ins Wasser zu bringen, als das zweite von Bord kam, kenterte der „Vestkusten" unb alle an Bord befindlichen Personen stürzten ins Wasser. Es glückte Henri! so n und eini gen Heizern, den aus dem Wasser herausragenden Teil der Masten schwimmend zu erreichen. Gegen 'Mitternacht konnten die Heizer sich nicht mehr halten und e r tranken. Henrikson wurde von einer See bis zum Mastkorbe ge spült und von dem Dampfer „Karl von Linus" gerettet. Er berichtet, der Kapitän imb die Steuerleute hätten ihr bestes getan, um die Ruhe unter den Passagieren herzu stellen. Tiese wurden sämtlich mit Rettungsgürteln versehen, einige der Passagiere erhielten sogar zwei. Das Unglück er eignete sich sehr schnell. Dom Austaufen des Dampfers bis zum Sinken vergingen wenige Minuten. Im ganzen sind bei dem Untergang 34 bis 36 Personen ertrunken Auch 41 Kül)e und 3 Pferde ertranken. Petersburg, 23. Okt. Nach einem Telegramm aus Helsingsorö befanden sich an Bord des Dampfers „Best tuften,y 20 Mami Besatzung und etwa 25 Passagiere. Lu-tschisfahrt. Berlin, 23. Okt. Dem Flieger P c g o u d, der am Samstag unb Sonntag seine Schleifenflüge auch in Johannisthal meinen wird, wurde bei seiner Ankunft gestern ein festlicher Enipfang bereitet. Vorlefungcn von allgemeinem Interesse. 3u unterer gestrigen Noti; ist zu bemerken, daß bic Vorlesungen Dob unb jenseits im Glauben bc äKtcn Orients und Die Äuf- ilärungs'.cit und ihre führende«, Geister nicht zufammenfallen, wie aus dem Borlefungsver-.cichnis hervorgeht. Lic. Frhr. v. Gall liest Mittwoch von 7—8, Pros. Dr. Krüger Donnerstag von 7—8. ** L a n d e s u n i v c r F i t ä t. Auf sein 25 jähriges Orbinariat an der Xanbcyuniheriität blicke mit diesem Semester ber Geheime Vofrat Prof. Tr. B e h a g h e l, ber ausge eickme e Ölermanist nn- >ercr Lubovieiana, zurück. Der Re'tor Hai Deshalb bie gesamte Dozentenschaft zu einer feierlichen Beglückwünschung eingeladen, bie am Sonntag mittag staitänben wird. — Bc Hag Hel ist am 3. Mai 1854 als Sohn bc? ar. bad. Oberkirchenrates Felix Behaghel in Karlsruhe geboren, stubiecke von 73—76 in Göttinnei unb Paris, unb promovierte am 22. April 1876 zum Dr. phil. 1878 habilitierte er sich als Privatdozent für germanische unb romanische Philologie m öcibetbcra, wo er am 16. Jan. 1882 a. o. Professor würbe. Am rylJni 1883 erhielt er einen Ruf als ordentlicher Professor nach Basel unb am 30. Juni 1888 nach Gießen. 1895, 1905 unb 1907 roai er Hleftor. Behaghel, ber wohl ber bcbcntcnbftc Germanist un lerer Zeit ist, hat eine ganze Rn he von gniiiblegenben Arbeiten geschrieben, darunter Die beutsche Sprache, ein Buch, bas ui bic Hanb icbes gebildeten Deutschen gehörte. Landkreis Giestcn. * <3? * c 6'. 24. Oft. Gestern abenb fanb im Saale bes Gast< Wirts Wacker eine sehr gut besuchte öffentliche Verfamm- l un g statt. Gemeinderat Wilh. L u h erstattete ben Tätigkeitsbericht >es Gemeinderats während ber letzten brn Jahre, währenb Gemeinderat Friebr. Deibel ben zahlengemäßen Nachweis führte, ban bie Erhöhung der Gemcinbeumlagen nötig geworden sei. Eine fachliche unb anregende Aussprache schloß sich diesen beiden Vorträgen an, cs wurde lebhaft gewünscht, solche Aussprachen auch spater ftattunben zu lassen. Ein Antrag, dem Gemeinderat bie Ancikcnnung für feine Tätigkeit auszusprechen, fand einstimmige Annahme. Kreis Büdingen. Schwickartshausen, 22. Okt. Nächsten Sonntag, den 26. Oktober, nachmittags um 1 Uhr, findet die Eiiiwcihung der u ni g c b a u t e ii K i r ch e statt. Der Superintendent ber Pro- rinz Oberhessen. Geheimer Oberkonsistorialrat D. Petersen, wirb ber Einweihung beiwohnen. Kreis Lauterbach. z. Völzberg, 23. Okt. Gestern abend um 9i/2 Uhr brach in der Hofreite des August Schultheis XV., als ber Hausbesitzer und Frau bei den zurzeit im Dorfe arbeitenden Dreschmaschinen tätig waren, Feuer aus. Scheuer und Stallungen find völlig niedergebrannt. Vieh ist dabei nicht zu Schad.'n gclommen. Das Wohnhaus konnte durch dae- rasche, tatkräftige Eingreifen der Ortsfeuerwehr den Flammen entrissen werden, lieber die Ursache des Brandes liegen noch keine Erklärungen vor. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 23. Oft. In der heutigen Stabtorr- ordnetens itzung führte Bürgermeister Baurat Stahl den Vointz. Neben Genehmigung einiger kleineren Baugesuche würbe dem Gustav Lind unb Jean Aplanelp je ein Neubau nach ben vorgelegtcn Plänen genehmigt. — Auf ein Gesuch sollen bic Ennahrten in ber Bismarckstraße tiefer gelegt werden, wenn die Eigentümer hierfür bic Kosten tragen. — Tas Staub bindende Oel für bie städtischen Gebäude unb Schulen, welches seither von auswärts bezogen würbe, soll fortan durch offent liebe: Ausschreiben vergeben werden. — Einem Gesuch der Firma Frech u. Lug in .Hassel zur Genehmigung zur Einführung eines Autvdrvschken Betriebs soll stattgegeben werden und der Bürgermeister wird ersucht, hierfür eine Polizeiverorb- nung zu erlassen. Ein Gesuch des Heinrich v. d. Emde um Erlast ter Filialstcuer muß nach § 1 ber Filialstcucr Verrrdnung abgelehnt werden, weil der Gesuchsteller nicht seinen Wohnsitz hier Lat und das Reste-Geschäft, das er hier betreibt, nur als Filiale angesehen werden Tann. Sport, ** Andern diesjährigen Deutsch-Akademischen Olympia, das unter überaus zahlreicher Beteiligung aller deutscher Universitäten in den Tagen vom 16. bis 19. Oktober in Leipzig abgehalten wurde, beteiligten sich auch zum ersten Male Angehörige der Ludoviciana, und zwar mit gutem Erfolge. Im Zwölftampf konnte stud. Schulte mit 73'4 Punk- eine Lobende Erwähnung" erhalten. In ber Hochschul meister- Ichaft im Weitfprung placierte sich canb. hist. Clarins (Mcman- nia) auf dem dritten Platze mit 6,30 Metern hinter dem deutschem Meister Weinstein. Am besten schnitten wohl bic Schwimmann- schaften der Gießener Universität ab. Im Tcllertauchen errang sind. mcb. D a hl haus den ersten Preis: im Streckentauchen erreichte stud. phil. Walter ^Alemannia) mit 60 Metern bic höchste Leistung. Um die deutsche Hochschulmeisterschaftsstafette im Schwimmen über 400 Meter loier mal 100 Meter, um den „von Schenken- dors-Ehrenschilb" kämpften dje Mannschaften der Universitäten Berlin, Leipzig, Gießen, Jena und ber Hochschule Stutt> gart; sie gestaltete fid) zu einem harten Zkampfe zwischen Stuttgart unb Gießen al ter, Dalhaus , Treibmann Dietrich), das bis 350 Metern die Führung hatte unb schließ iick) im Endkampfe um nur % Sekunden geschlagen wurde Die Gießener Mannschaft erhielt vier silberne Plaketten. vermischtes. * Eisenbahnunglück infolge Sturms. Aus W a l-- b c n b u t g_, 23. Oktober, wird gemeldet: Auf dem hiesigen Güler-- bahnhos löste sich infolge des Sturmes ein leerer Kohlenwagen los, ber auf der Strecke Waldenburg—Altwasser entlang getrieben wurde. Bei dem Bahnübergang Neiiwcißstein kam ein elektrischer Wagenzug mit Arbeitern über das Staatsbabngleis. Ter Leerwagen s^hr in die beiden W/igen hinein und zertrüminerte diese. Vierzehn Arbeiter wurden mehr oder weniger schwer verletzt * Der neue Karlsruher Bahn Hof. (Heftern früh zwischen 2 und 3 Uhr bat die Ueberleitung des gesamten Eisenbahnverkehrs vom alten Bahnhof nach dem neuen Karlsruher Bahnhof ohne besondere Feierlichkeiten stattgefunden. Damit beginnt für die Residenzstadt eine neue Epoche. Ter alte Bahnhof, von Weinbrenner erbaut, der 70Jahre in Benutzung gewesen ist, wird vorerst erhalten bleiben. Tie Bevölkerung nahm an der Inbetriebnahme des neuen Personenbahnhofes, durch den das Stadtbild von Karlsruhe grundlegende Aenderungen erfahren wird, lebhaftesten Anteil. * Ter 'Dl a n n i in schwarzen Trikot. Leit 25 Jahren iorschte die Pariser Polizei nach einem Individnum, das von verschiedenen Pariser Hotels sowohl, als auch von Polizeiftationen in i'nd außerhalb Frankreichs als gefährlicher Hoteldieb signalisiert worben ist. Niemals gelang c5. des ManneS habhaft zn weiden. Ein Zufall führte nun zur Verhaftung be§ gefährlichen Einbrechers. Em höherer Polizeibeamter erfuhr, daß der langgeinchte Gauner unter dem Namen Leivanl in einem großen Holet in der Näh« bes Panser Nordbahnho'S abgcfliegen sei. Ein Sicherbeitsinsveklor bezog darauf ein neben der Wohnung des Leivant gelegenes Zimmer im selben Holet und beobachtete ben Fremden. In der Nacht zum Sonntag ging plötzlich die Tür seines Zimmer« auf, in bem der Impektor auf der Lauer lag. Der Eindringling tastete stch nach dem Bett. Nun warf sich ber Kommissar auf den Feinden und auf seine Rufe eilten zwei roeitcie -icherbeikS- beanitc herbei, die sich in einem dritten Zimmer bereit gehalten batten. Man drehte daS Licht an und sah nun, daß man einen Tlanii gefaßt hatte, der von oben nach unten in ein Schwarzfeide- ivifot gekleidet war. Tie größte Ueberraschung gab es aber, atS inan die Identität dcS Verba toten feststellte. Der würdige Herr tm weinen Bart heißt Thaust, ist 52 Jahre alt. gebürtig au5 Tlar- ciUc, Ritter der Ehienlegion, angesehener Burger und JRlubmit- aheb, der mit Frau und fünf Kindern im Bois de Eolombes bei 'l'ariö eine elegante Villa bewohnt. Sein Diebeshaudwerk war! naeff dem Aufwand, ben er trieb, 40—50 000 Mark ab. Kleine Taqeschronik. Wie aus Newhork gefabelt wirb, schlug ein Blitzstrahl in das 6. Kavallerie-Regiment, bas sich auf bem Marsche zwischen ^exas Cityunb Galveston befand. Drei Mann unb verschiedene Pferde wurden getötet. In einer Bürgerfckaftssitzung in Hamburg, die vier Stun- den wähtte, wurde die Beratung der Universitätsvorlage, die das Haus bereits in drei Sitzungen beschäftigt hat, nicht zu Ende geführt. Die Abstimmung dürfte am nächsten Mittwoch erfolgen. UnivcrfitäfstTIad^ridifeit. Ter bekannte Chirurg Professor Lueas-Ehampion- nie re in Pvrrs starb am Mittwoch abenb infolge rined Handschlages in der Bibliothek des Jnstttuts, als er mehreren Mitglie- bern der Akademie der Wissenschaften seinen Vortrag über vorgeschichtliche Schädel-Trepanation vorlas, den er in der bevorstehenden Festsitzung der fünf Akademien halten wollte. Beuern bei Giessen, den 24 Oktober 1913. 7040 Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 2 Uhr vom Sterbehause aus statt. das letzte Geleite. Karl Weide. geb. Köhler Marburger Str. 27II Lich, den 23. Oktober 1913. [7039 ■ ZuM MMn welches Lust hat daS Kochen zu er-, Alte crstklaff. Fenerversicherungs-Geiellschaft hat ihre hvls/io erbeten. 7033 iiiiiiniiniiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiUiUi imiiiini Stellenangebote Kaufgesuche Verschiedenes Vermietungen Verkäufe Mcndelsohn, Rechtsanwalt.. lernen, findet Stelle. Hotel- Rest. Rotzal, Seiteröw.l^" Klavierunterricht erteilt Marie Müller „ RAIERHÜTE A. Snlcmon & C'le. Ml Geb. EXGLÄXDER erteilt Unterricht. 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