iSfi* * Irrten, ' ** 4^ ■ *4«^ i wurden N ^imthtl gjjg -j •ebetM ’ l-ntetftcÖten ’ ■« ÄQ* I ::Kr *f j?. Ker ^'wlungsleiierÜ 7^«°r Rrieg^ 'S 6le S°nze Jauer ’Ä®^tbung ^W> bei | -.^Meunbe vo» ---. ''Ulli tl. I; ^'nn= 2- Jntn- itillcn ob. M tzkachtich. ,4'vveUn Hal eiil | X-W der Btppdöi. i'ammenje^t und bit xßnbung bei Lutz- ngc bei bau siruht- \ ar ne tonnen, ^rnuuingcn aiidgc ' -n btr innabmi, inen Ham zmiitzy J Nir das gatyc A- möghit), datz eine und die StijitiK i tilgen habe, batz > der 'del Ion mit em ah auogeitiofien er- einer Verbrennung 5umond>!hie- F- ütr uitö Halle über •■. Seiireler der Unter- ", mtn bat erklärt, bti ulnehiner lehren nach ubril stehenden Artikel , gegenüber kintdei iffetiü wandert, W s Mwl'el: „lui ' neu werden beftrart." >> r au.^cht, i'l nidt ■■, jjwrie ih’bctbclniwti H - befaß'! mri>, W (1 au' wtr .’<» oder -aal tnngeivieien^ inb-iten men W< ' ^110 müßte -,‘xnn wäre die dicii KcriiigM! P J por'cin angeMM . . ipiijnxn imter SM «g- ’ ,nf5 llNgciadlrx eine SM^'W ... ,n Actrachl M.-d ^udcliebM.- lebten. tn.) AUngf Landet , gatt'- Nr. 95 Erster Blatt 165. Jahrgang Dienstag, 22. April 1913 Der siebener Anzeiger & erscheint täglich, nutzer v . . . . - a vE?a £ ”1 a. a. a, X a. a jk a Sonntags. - Beilagen: M Al B A Ajk AA W AA A A jBhb viermal wöchentlich fi^A * /AffV AfT A W Wil ABk W A KH 1BI1 SiebenerSamilienbiättcr- M g|W B IW fl > H H Ä W B ■■ BR ffl V H jfl llpl zmenunl ivö(l)cntl.KttiS: SÄ MR ^S MX B B MH />-r E?/ ,--..! rr '1 F,^ tX blatt für den Ureis Gießen HM MW B B WF M HM HM , j v 5 jr WH W B w|U B Bk B ML (Dienstag und Freitag); BF O B B W B B. JA. B WÄ. W BLBJm BL, zweimal inonall. Land- 'BKLJF Bv ^wHF^ W B WF B Br ^B^ W 1F B Br HW nmf w WB MF wirtschaftlicheoeilsragen **®S8*^ w M lM L8A d v '«r bms w Fernsprech - Anschlüsse: WWZ General-Anzeiger für Oherhesfen tz^Ä^Ta^snmmner Notationsdruck und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei K. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7- bis vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschästrstelle vahnhosstratze 16a. vezugöprerS: monatlich 75Ps., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Aik.2.— viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilcupreis: lokal 15Pf., ausivärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": 5t. Neurath; für „Stadt und Land": E.Hetz; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten. Hessen und die ReichLsinanzvoriagec !Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Um den Betrag von 82 Millionen Mark jährlich auf zubringen, dessen das Reich zur Erhöhung seiner Wehrfähige feit in Zukunft dauernd bedarf, sollen nach der Vorlage der verbündeter! Negierungen die -einzelnen Bundesstaaten außer dem bisheriger? Matrikularbeitrag einen weiteren Beitrag aufbringen, der int ganzen auf 1,25 Mark für den Kopf der Bevölkerung des einzelnen Staates bemessen wird. Äescr Mehrbetrag soll nach dem Gesetzentwurf, betr. Aenderung im Finanzwesen, von den Einzelstaaten durch eine allgemeine Besteucrrlng -des Vermögens, des Einkommens oder der Erbschaften, -allein oder nebeneinander, eingcbracht werden. Wird eine solche Besteuerung vor! einem Bundesstaate nicht bis zum Inkrafttreten des Gesetzes (1. April 1916) in Wirksamkeit gesetzt sein, so tritt das Besitzsteuer- gesetz (Vermögenszuwachssteuerg-esetz) in Kraft, das die Reichsregierungmit eingehenden Einzelbestimmungen dem Reichstag zur Beschlußfassung vorgelegt hat. Das Besitzfteuergesetz nimmt in Aussicht eine Erhebung von jedem Vermög'cnszuwachs an Grundvermögen, Betriebsvermögen und Kapitalvermögen; eine Abgabe wird fällig, soweit der Zuwachs den Betrag von 2000 Mark übersteigt. Vermögen im Gesarntwerte von 6000 Mark sollen der Zuwachsbesteuerung nicht unterliegen. Der Steuersatz selbst ist von 0,5 Proz. bei einem Vermögenszuwachs über eine Million Mark progressiv gestaffelt; als Vermögenszuwachs soll auch der Erwerb eines Vermögens von Todeswegen gelten. Die hessische Regierung soll nun dem Vernehmen nach die Absicht hegen — vorausgesetzt, daß die Finanzverhältnissen des Reiches nach der Vorlage der Bundesregierungen geregelt werden — den Land ständen eine Vorlage zur Aufbringung der weiteren Matrikularbeiträge nicht vorzulegen, so daß das Besitzsteuergesetz in .Hessen von Reichswegen zur-Einführung käme. Aus der Erklärung des Finanzausschusses der Ersten Kammer ist nun zu ersehen, daß dieser die Absicht der Staatsregicrung verwirft, denn sein Ersuchen, die Ausführungsgesetze zu den Reichsfincmzgesetzen so zeitig vorzulegen, damit sie mit der Besoldungsreform mitberaten werden können, wird gestellt in der Voraussetzung, „daß die Frage, wie die für das Reich notwendigen Mittel vom Lande aufgebracht werden sollen, dirrch Landesgesetz geregelt wird." Der Finanzausschuß der Ersten Kammer wendet sich hiernach gegen die Aufoktroierung von Steuergesetzen durch das Reich; er will die Steuerhoheit der Bundesstaaten für Hessen in jeder Weise gewahrt wissen. Diese Stellungnahme der Ersten Kammer wird durch Vorgänge der letzten Jahre auf dem Gebiet der steuerlichen Gesetzgebung begreiflich. Während der Gesetzentwurf der verbündeten Regierungen über den einmaligen'außerordent- lichen Wehrbeitrag für die Grundstücke, die dauernd land- und forstwirtschaftlichen Zwecken zu dienen bestimrnt sind, den E r t r a g s w e r t zu Grunde legt (§ 17) und damit dieselbe Veranlagungsunterlage annimmt, die Preußen schon seit Jahren l>at, und die in den letzten Jahren von der Ersten Kammer einmütig und von der Zweiten Kammer in ihrer Mehrheit gewünscht wird, soll nach den subsidiären Besitzstenergesetz (§ 27) bei der Feststellung des Vermögens der gemeine Wert (Verkaufswert) bei Ermittelung des Vernwgens zu Grunde gelegt werden. Eine solche grundsätzliche Meinungsverschiedenheit von Ansichten ist in einem zusammenhängenden Gesetzgebungswerk sehr auffallend, allein nach Lage der Verhältnisse ist die verschiedenartige Beurteilung doch wohl leicht zu erklären. Preußen, das ür die Veranlagung des Verntögens zur Vermögens-(Er- gänzungs)Stcuer nur den Ertragswcrt für die land- und orstwirtschastlichen Grundstücke kennt, wird die Art und Weise, wie die erhöhten Matrikularbeiträge für das Reich aufgebracht werden sollen, für sich durch L a n d e s g e s e tz regeln. Es kommt deshalb das B^'itzsteuergesctz für Preußen gar nicht in Betracht.' Preußen konnte deshalb bei diesem Gesetzentwurf, dem Drangen der Bundesstaaten, die für die Veranlagung ihrer Vermögenssteuer nur den gemeinen Wert kennen — wie Baden und Hessen —, nach geb en und für dieses subsidiäre Gesetz einer Vcraulagungsart nicht widersprechen, die fiir diese anderen Bundesstaaten, aber nicht für Preußen, ein recht erl)ebliches Interesse hat. Die Erklärung des Finanzausschusses vom 18. April beansprucht deshalb bei eingehender Würdigung der Verhältnisse eine besondere Bedeutung, da man von dieser Seite den Standpunkt der Regierung, durch Untätigkeit auf gesetzgeberischem Gebiete, das Besitzsteuergesetz von Reichswegen zu erhalten, in keiner Weise billigt. Die ungeheuerlichen neuen Steuerlasten, -die demnächst dem deutschen Volle aufgcbürdet werden sollen, machen cs den gesetzgebenden Faktoren zur Pflicht, dafür zu sorgen, daß die hessischen Steuerzahler, die bezüglich ihrer Steuerlasten bekanntlich im Deutschen Reich mit an erster Stelle stehen, nicht in ihrer Existenz sä hi gkeit bedroht werden. Will der Finanzausschuß mit seinem Beschlüsse die Veranlagung des landwirtschaftlichen Grund und Bodens nach dem gemeinen Wert hintenanhalten und, wenn möglich, sogar für die staatliche Vermögenssteuer die g e r e ch t e W e r t c r m i t t e- l u n g nach dem Ertrag anbahnen, so wird er in diesem Bestreben nicht nur einen großen, sonderrr wohl den größten Teil der bodenständigen Bevölkerung Hessens hinter sich haben. Die Einstellung der zeindseligkeiten. Konstantinopel, 21. April. Der Minister des Aaußern dernentiert die Gerüchte, nach denen der Generalissimus Izzet Pascha und General Zia Pascha, die gestern naa, Konstantinopel zurückkchrten, ein Waffen- stillstandsprot^kvll mit zwei in Bulair cingetroffenen Delegierten Griechenlands und Serbiens unterzeichnet hätten. — Trotz dieser Dementis erscheint es nicht ausgeschlossen, daß eine mündliche Vereinbarung behufs Einstellung der Feindseligkeiteic -auch mit Griechenland und Serbien erzielt worden ist, und zwar unter den gleichen Bedingungen wie 'mit Bulgarien. Wien, 21. Llprit. Die „Reue Freie Presse" meldet aus San Giovanni di Medua: 5)ier herrscht große Bewegung. Die serbischen Belagerungstruppen vor Skut ari rücken staffelweise mit Gepäck und Artillerie hier und in Alessia ein und bereiten sich zur Einschiffung auf die griechische Transportflotte vor, welche sic über Saloniki befördern wird. Konstantinopel, 21. April. Da die Bulgaren beschlossen, die Mitglieder türkischer Zivilbehörden freizulassen, trafen der Wali und andere Beamte aus Adrianopel ein. — In einem griechischen Hause zu Smyrna beschlagnahmte die Polizei Bomben. Zwei Personen wurden verhaftet. Die Rücksendung der Kriegsgefangenen. 'Konstantinopel, 21. April. Die Pforte hat die von Griechenland aufgestelltcu Bedingungen für die Rücksendung der Kriegsgefangenen angenommen. 5000 Kriegsgefangene werden in Mersina an Land gesetzt; Griechenland zieht seine Truppen von Chios zurück. Die Botschaftcrtonferenz. London, 21. April. Dre Botschafter traten heute nachmittag unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Asquith zusammen. Sir Edward Grey war abwesend, dagegen war Lord Morley anwesend. Ordeusauszeichuungen .Kaiser Wilhelms au bulgarische Lsfiziere? Sofia, 22. April. Hier verlautet, Kaiser Wilhelm habe vierzehn Orden unter die Teilnehmer an der Erstürmung Adrianopels verteilt und ein anerkennendes Telegramm an König Ferdinand gerichtet. Diese Nachrichten haben hier in politischen und militärischen .Kreisen große Befriedigung hervorgerufen. Der serbische Voßkott gegen Oesterreich. Belgrad, 21. April. Eine gestrige Versammlung serbischer Kaufleute faßte nach kurzer Beratung ern- stimmig einen Beschluß, welcher den Wunsch nach beschleunigter Durchführung des Boykotts gegen ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i s ch e W a r e n ausspricht. Gegen den Vorwurf, die Undankbarkeit gegenüber ihren Geschäftsfreunden in Oesterreich-Ungarn, welchen die Wiener Presse den serbischerr Kaufleuten machte, wird auf das entschiedenste protestiert und die Ueberzeugung ausgesprochen, daß die serbischen Kaufleute ihren Verpflichtungen gegen alle Gläubiger korrekt nachkommen rvürden, in erster Lmre gegen diejenigen in Oesterreich-Ungarn. Die 2lntwortnote der Verbündeten. Sofia, 21. April. (Agence Bulgare.) Die Antwortnote der Verbündeten ist heute nachmittag überreicht worden. Tie Rote spricht den Großmächten lebhaften Dank für die Mitteilung aus, deren vier Punkte angeführt werden und erklärt: Die Berbündkten Balkanstaaten stellen fest, daß die oft genannten Bedingungen, unter welchen die Mächte zustimmen, als Vermittler behufs Abschluß des Friedens mit der Türkei zu intervenieren, ein wenig von jenen abweichcn, die sie in der Antwort vom 5. April formulierten. Von dem aufrichtigen Wunsche beseelt, daß es die angebotene Vermittelung erleichtern würde zum Ziele zu führen, erklären die verbündeten Staaten, indem sie die Großmächte neuerlich bitten, den Grundsatz einer Kriegsentschädigung zuzulassen, daß sie diese Vermittelung annehmen, sich jedoch Vorbehalten, im Laufe der Verhandlungen mit den Großmächten jene Fragen zu erörtern, die sich auf die Inseln und die endgültige Festsetzung der Grenzen Thraziens und des gesamten i)llbaniens beziehen. Griechenland und seine Wünsche. Wie das Reuter'sche Bureau erfährt, hat die griechische Regierung die Mächte benachrichtigt, dnß sie bereit ist, die Neutralisierung des ganzen Küstengebiets zuzulassen, das jetzt von den Griechen besetzt ist, und sich von Korfu bis zu der Gramalabucht erstreckt, wo es durch die für Albanien vorgesehene Grenze hindurchgehen soll. Die griechische Regierung schlage vor, daß!die von ihr für die Bevölkerung des von den Griechen besetzten Gebietes beantragte Volksabstimmung unter der Aufsicht von Delegierten ftattfinden solle, die die Mächte zu ernennen hätten. Die griechische Regierung erinnere daran, daß in dem Vertrage über die Mtretung der jonischen Inseln durch Großbritannien bestimmt ist, Korfu solle neutral bleiben und daß arcf Verlangen Oesterreich- Ungarns die Insel Vido und die gegenüber Korfu errichteten Forts geschleift seien. Infolgedessen könne Korfu niemals zu einer Flottenbasis dienen, wie Italien befürchte. Augenblicklich sei auf Korfic kein einziges rnoderncs Fort. Die griechische Regierung machte ferner geltend, daß Frankreich die Inseln an der Meerenge, obgleich sie befestigt seien, nicht als eine Drohung auffasse und daß auch Italien nic- Darmftadter Lrühttngsspkle. bs. Darmstadt, 21. Avril. Der vierte Abend der Darmstädter Früblingsspicle brackste qeßern Waqners „Sieafried". Wie alle anderen Festsprelauf- fülrrungen, so war auch „Sieafricd" in ein neues Gewand gekleidet. Der: erste Akt, die Höhle Mimes, darf als eme geradezu rmrstergültige Inszenierung angesehen werden., Helles Sonnenlicht strahlte durch den Höhleneingang, das sich (wie das mein üblich ist. Die Red.) auch über einen Teil der Schlucht sclbn erstreckte, so daß die handelnden Personen nicht — wie das früher geschah — in einem fast undurchdringlichen Dunkel spielen mutzten. Am Eingang hatte man lebendiges Gebüsch aufgestellt. Auch die Vorgänge irr Mimes 5aeim waren mit möglichster Naturtreue wiedergegeben. Verblüffend, kann man sagen, war die Schmw- duna des Schwertes. Da üeht Siegfried einen wirklich weitz- Mhonden Stahl aus deut Feuer, auf dem er nach Herzenslust herumhauen Fann. , r m Vies weniger dagegen gefiel der zwerte Akt: tiefer Wald. Die Ansicht, nur den Vordergrund zu beleuchten und den Hintergrund in einem tiefen Dunkel zu lassen, wird nicht viele ^rennbe finden. Auch der in Riesendimensionen erscheinende Drachenkopf, der fast den ganzen Höbleneingaug ausfüllt, tut seine Wirkung nicht. Die beiden großen glühenden Augen sind gestern nicht unti:treffend mit einer Automobilbeleuchtung verglichen worden. Das ist mit die Schuld des schwarzen Hintergrundes. Uneingeschränktes Lob aber wieder verdient der dritte Akt. der in seiner Einfachheit doch außerordentlich wuchtig ist. Will man dem tüchtigen Regisseur, Herrn Richard Lert danken, so dar f man leinen Gehilfen, den Beleuchtungstechniker hinter der Szene nicht vei'gessen, der die Verwandlung des dritten.Aktes zu leiten hatte. , ~ . Die Ausführung leitete Hofkapellmerfter Bruno Walter aus Münchm Er ließ - im Gegensatz zu Leo Blech, dem Din- penten her ersten beiden Ringabende — dem Orchester den Vorrang. Dadurch blieben die Säuger o'tmals vollkommen ungehört. Die tncfcMen Wirkungen, die Walter so herborhrtngen konnte, waren zwar packend, aber ein gewisses Recht gehört zu werden, l>at doch der Sänger auch. Leider hatte die Aufführung unter einem Siegfried-Zanger zu Teih-n, her stimmlich für mein Emvfinden unzureichend war. Sein Oroan entbehrt jeder lyrischen Astsdruckssähigkeit, cs war mehr ein Sprechen als ein Singen. Ter Siegfried - D a r st e l l e r aber muß anerkannt werden. Ein echter frischer Naturbursche, wie man sich ihn kaum besser vorstellen kann. Herr Walter S-oomer als Wanderer war wieder als Darsteller und Sänger unvergleichlich. Herr Pauli aus Dresden war ein diesem Meister gleichwertiger Mime, der nicht nur krächzte, sondern auch wirklich singen konnte. Hervorgehoben muß noch die untadelige Anssprache Paulis werden. Der Alberich wurde von hem Darmstädter Künstler Schützendorf gegeben. Wie im Rheingold, so zeigte Schützendorf auch im „Siegfried" seltene Fähigkeiten in gesanglicher und darstellerischer Beziehung. Fran Mottl- Faßbender sang die Brünhilde. Stimmlich war sie mir nicht kraftvoll genug, wenn auch die Stimmkultur anerkannt werden muß. Frl. Jacobs als Erda zeigte sich wieder als eine treffliche Sängerin. * — Eine neue Oper. „D e r Heilig e", eine zwei- aktige Oper von M a x Wolff, erlebte ün Hamburger: Stadttheate. r,so schreibt uns irnser Korrespondent, eine äußerlich erfolgreiche Uraufführung. Das vom Komponisten, an geblich nach asiatischen Legenden geschaffene, dichterisch und stilistisch sehr kümmerliche Textbuch handelt von einer schönen Kurtisane, die als büßende Magdalene zu dem heiligen und keusckwn Ober- Priester Assyntar kommt. Der gütige Oberpriester nimmt sie mit himmlischer Liebe in seine Arme, fällt aber einem eifer- süchtigeir Priesterkollegen, der der schönen Sünderin nachstellt, schmählich znm Opfer. Der Gott Baluw, den der Dichterkomponist als Surrogat für den großen Buddha einff'ihrt, übernimmt es höchstpersönlich, den Frevler zu bestrafen, indem er seinen Blitz in seine eigene Statue sausen läßt, die zusammenstürzend den Sünder erschlägt. Bor denr Tode erkennt er die Grundlosigkeit seiner Eifersucht: die schöne Büßerin hat ihr Gesicht verstrtm- melt, eben »veil sie ihren Heiligen davor bewahren wollte, um ihretwillen den Weg der Tugend zu verlassen. Arm an Ungeschicklichkeiten, schiebt sich die Handlung ohne dramatische Konzentration schwerfällig vorwärts. Auch die Musik, die in einer offenbar orientalisch gemeinten wilden Ueppigkeit schwelgt, aber doch nur wie das ungebändigte Wühlen der Phantasie eines gewiß begabten, aber noch ganz und gar kulturlosen Musikers wirkt, schafft keinen künstlerischen Ausgleich. Ein paar schöne, hymnische Chöre em Schluß der Akte gefielen dem Publikum und schufen die Basis für den freundlichen Erfolg der darstellerisch und szenisch ausgezeichneten Aufführung. — D i e Wiederbelebung einer alten italienischen Oper. Aus Berlin wird uns geschrieben: Im Neuen O p e r n t h e a t e r (Kroll) hat der Kapellmeister Richard Falk die komische Oper „Der Barbier von Sevilla" von Giovanni Paisiello ausgeführt, ein Werk, das vor un- gesähr 130 Jahren entstanden ist und zu seiner Zeit ungemein großen Erfolg gehabt hat. An dem Stil und der Art ihrer Zeit gemessen, ist diese alte Oper ein bedeutsames Werk; vieles in ihr vermag uns auch heute noch zu interessieren. 9teues Leben kann freilich aus ihr nicht wieder aujkeimen, denn die Art der musikalisckwn Diktion, die breit angelegte .Verwendung des Seecorezitativs, der typische Parlandogesang der altert Opera buffa sind dahingeschnmnden vor den Ausdrucksmöglichkeiten einer neuen und naturgemäß näher liegenden Beschaffenheit der musikalischen Sprache. Dem Kapellmeister Richard Falt gebührt volle Anerkennung für die Bearbeitung des Werkes und dafür, daß er uns mit ihm bekannt gemacht hat. Die Aufführung, in der Francesco d ' Andrade die Titelrolle glänzend darstellte, tvar ganz ausgezeickmet. — Diedeutsche Hilfsexpedition für Schröder- Straus hat am Montag nachmittag mit dem starken Motor schiff„Loewcnskjold" die Reise nach N o rd w e st s p i tzb e rg e n und weite, östlich angetreten. Außer dem Führer fahren mit vier Deutsche und acht Norweger. Die Deutschen und Nonveger sind in den letzten acht Tagen vortrefflich zusammengearbeitet worden, wie überhaupt die deutsche Hilfsexpedition allgemeine Sympathien besitzt. Die Expedition ist gut und reichlich aus ■ gerüstet. Ein Reserv epr o viant für sechs Monate ist an Bord des Schiffes, der bis Ende September reicht, so daß alle Möglichkeiten auch die Unterstützung Staxruds auf der Rorö- scite Spitzbergens vorgesehen sind. Leider schweigt Kapitän Nit-- scher auf die Frage, wo Schröder int Herbst das Schiss verlassen habe. Allgemein wird hier sein Telegramm als den Tatsachen widerstreitend angesehen, weil die Ortsangabe Skoresbv Fusel, also südöstlich vom Nordkap, mit der Feststellung eines deutschen Touristeuschifscü am 12. August und des norwegischen Fang- kutterS „Sirius" am 16. August kontrastiert. Ritscher wurde I mitgeteitt, daß die deutsche Hilfsexpedition gemäß seinem ersten I Telegramm operieren, also auch das Nordostland genau absuchen mals in den letzten 50 Jahren den Besitz Korfus durch Griechenland als eine Drohung betrachtet habe. Die griechische Regierung hoffe, daß die Mächte und die Verbündeten die Fragen der Grenzen Süd-Albaniens und der ägäischen Inseln wiederum prüfen werden. Silistiia. Bon einem unserer Leser, der sich lange Jahre in Rumänien aufgehalten hat, erhalten wir folgende Zuschrift: Als im Berliner Frieden 1878 Rumänien, dessen Hohen- zollernfürst als Höchstkommandierender der rumänisch-russischen Truppen vor Plewna den bereits verlorenen Feldzug doch noch zu Rußlands Gunsten entschieden hatte, als Kriegsentschädigung (außer der Unabhängigkeit) vom Berliner Kongreß die Dobrudscha erhielt, schrieb Fürst Karl von Rumänien (der jetzige König) seinem Vater Fürst Karl Anton von Hohenzollern am 4. August 1878: „Die vom Kongreß uns zugesprochenen Distrikte haben eine große Zukunft; ich hoffe dieselben in einigen Jahren in blühenden Zustand zu bringen. Die dortige Bevölkerung schätzt sich glücklich, mit Rumänien verbunden zu werden und hat mir schon zahlreiche Adressen übersandt. . . Die Donaustädte kenne ich; ich wurde vor einigen Jahren in Tulcea und Sulina (damals noch türkisch. D. Vers.) mit großen Demonstrationen empfangen. Küstendsche (das heutige Konstantza. D. Vers.) ist ein schöner .Hafen, der, wie auch die Bahn nach Tschernawoda, von einer englischen Gesellschaft angelegt worden ist. Es sind dort Installationen für Seebäder und einige Hotels. Die Lage ist gesund. Man- galia ist ein kleines Dorf und hat nur deshalo Bedeutung, weil sich hier ein vortrefflicher, gegen die Nord- und Ostwinde geschützter Hafen anlegen ließe. Bei der Feststellung der Grenzen werden wir so nahe als möglich an Silistria heranzukommen suchen, da die Donau dort nicht zu breit ist, um eine Brücke zu bauen." In diesen Worten sind bereits die Richtlinien der rumänischen Handelspolitik der nächsten 50 Jahre klar dargelegt: Heberbrückung der Donau und damit Anschluß Konstantzas an das europäische Eisenbahnnetz und Ausgestaltung dieses Hafens zu einer Emporie des Orients. Die Brücke ist gebaut worden, allerdings aus politischen unb Zweckmäßigkeits- Gründen nicht bei Silistria, sondern unterhalb bei Tscherna- lvoda. Die Donaubrücke war auch für das wirtschaftliche Leben Bulgariens von großer Bedeutung, in dessen Interesse es lag, jede Gefährdung sorgsam zu verhindern. Das ist heute mit einem Schlage anders geworden. Bulgarien hat sich bis zum Mittelländischen Meer ausgedehnt, und sein Ziel muß sein, den Handel nach Mitteleuropa ganz in seine Hand zu bekommen, einerlei ob sein .Hafen nun Saloniki oder Dede- agatsch sein wird. (Hebrigens ein Bestreben, das Serbien unter Umständen seine Existenz kostet.) Dadurch ist die rumänische Handelslinie zur gefährlichsten Konkurrentin der bulgarischen geworden. Die bulgarische Festung Silistria beherrscht die untere Donau, die völlig ungeschützte Dobrudscha und somit die Brücke von Tschernawoda. Außerdem führt König Ferdinand nicht ohne Absicht den vielsagenden Titel: Har der Bulgaren, von denen viele in der Dobrudscha leben. Es ist daher für Rumänien unbedingt notwendig, die Donau- festung Silistria zu erwerben. Emanuel Kremnitz. Der Kaifer in Homburg. Homburg v. d. H., 21. April. Die Majestäten fehrten um 5 Uhr aus Darmstadt hierher zurück. Zur Mendtafel waren geladen: Regierungs- und Forstrat Freiherr v. Hammerstein, Forstmeister Freiherr v. Löwenstern und Forstmeister Birckenauer. Das Nachspiel von Nancy. Paris, 21. April. Im Ministerium des Innern ist ein Ausschuß gebildet worden, der die Frage der R e o r g a n i s a t i o n der Polizei des Weichbildes der Stadt Paris nach dem Muster der Pariser Munizipalpolizei prüfen soll. Ten Vorsitz führt Staatsrat Ogier. Ferner gehören ihr namentlich an Polizeipräsett Hennion, der Chef der Sicherheitspolizei Pujalet. Ter Ausschuß ist nunmehr auch von dem Minister des Innern beauftragt, die Frage einer Ersetzung der rein städtischen Polizeiorgane durch staatliche Polizei zu prüfen, da die Wirksamkeit der städtischen Polizei bisweilen in einzelnen großen Städten oder industriellen Zentren, namentlich nud) in den Grenzstädten und den Hafenstädten ungenügend ist. Deiche- Reich. Die Betriebseinnahmen der preußisch- hessischen Staatsbahnen haben im Monat März 1913 gegen den gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 9.7 Millionen Mark — 19.54 Proz., im Güterverkehr 1.9 Mill. Mk. ---- 1.41 Proz., würde. — Die Teilnehmer der Expedition danken und grüßen alle, die die deutsche Expedition ermöglicht haben. K.-K. 9000 Kilometer Ueberlaudtelegraphie Im großen Saale des Haupttelegraphenamts zu Berlin ist in einem Eckchen em Allerheiligstes abgegrenzt, die Uebertragung der ungeheuren Leitung, auf Der das britische Weltreick) mit seiüem Vasallenstaat Indien spricht. Von der englischen Hauptstadt durch das Meer nach Berlin geht der geschwätzige Draht; er durch- auert Südrußland und die Krim und übersteigt den Kaukasus Odessa und Tistis werden dabei berührt, doch er hält sich nicht auf, er strebt immer weiter zu seinem Ziel. Teheran in Persien wird erreicht, der Persische Golf birgt den fremden Gast in seinen Wassern, und endlich betritt er Indiens Märck^enreich an der Grenze von Belutschistan in Karachi. Wohl 9000 Kilometer ist diese Leitung lang; wie kann der elektrische Strom voii London aus diese Strecke überwinden? In einem Zuge geht es tatsächlich mcht, dazu ist der Widerstand der Leitung zu groß, und deshalb muß der ström unterwegs Verstärkung erhalten, cs müssen Relais, Stromverstärker, über die die neueste Nummer der Teckmischen Monatshefte in einem packenden Aufsatz von Hauns Günther berichtet, eingebaut sein. So wie dre reitenden Boten früher auf den Relaisstationen die Pferde wechselten, die sie mit flüchtigen Hufen durch die Lande trugen, so erhält auch die Nachrickü die von London kommt, auf ihrem Wege hier und da frischen Strom, der sie mit neuer Kraft weiterträgt. Und wenn für den reitenden Boten der Postmeister die Pferde in Bereitschaft hält damit er ohne Aufenthalt weiter kann, so ist cs in der Telegraphie das Relais, das stets auf der Wache steht, um bereit zu sein, wenn die viachricht durch die langen Drähte pockst. . , Ti ?°K^chten aus.Kunst und Wissen- schaft. In Rostock ist am 19. April der ordentliche Professor für neuteftamennidje Theologie an der dortigen Universität Geh. Konsiftorialrat Tr theol. Kack Friedrich No es gen im Alter von 79 Jahren gestorben. Er stammte aus Halberstadt — Der Bund Deutscher V er k c h r s v e r e i n e hält seine'ordentliche Hauptversammlung vom 13.—15. Mai in Breslau ab — Der .1. Italienische Kongreß für medizinische Radiologie, veranstaltet von der im Januar d.I gegründeten Italienischen Gesellschaft für medizinische Radiologie, wird im Oktober be3. in Mailand abgehalten werden. iiu ganzen unter Einbeziehung der Einnahmen aus anderen Quellen 16.4 Mill. Mk. = 8.13 Proz. mehr ergeben. Zu berücksichtigen ist, daß das Osterfest in den Monat März fiel. Zum Heereshaushalt. Unter den zum Heereshaushalt eingebrachten und angenommenen Entschließungen befindet sich auch eine solche des Reichstagsabg. Dr. Werner (Gießen). Sie lautet folgendermaßen: Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, an- zuordnen, daß a) die Reserve- und Landwehrübungen nicht in die Saat- und Erntezeit gelegt werden; b) den beurlaubten Soldaten Freifahrt auf den deutschen Eisenbahnen gewährt wird; c) die Manöver- und Quartierlasten gleichmäßiger verteilt werden. . Wieder ein Zwischenfall an der franz ösischen Grenze. Die Pariser Abendblätter berichten aus Metz: Eine Gruppe deutscher P f a d f i n d e r j u n g e n hat sich auf französisches Gebiet begeben und dort eine deutsche Fahne entfaltet. Die französischen Zollbeamten >en die jungen Leute ausgefordert, die Fahne zu entfernen und sic.. ..ber die Grenze zurückzuziehen. — Die deutschen Regiernngsaxgane sollten ben Borfall untersuchen und zunächst eine amtliche Darstellung veröffentlichen. Ter „Berliner Lokalanzeiger" meldet ans Pa - ris: Der Bericht des Metzer deutschfeindlichen Blattes „Le Lorrain" über den Son n tag sspa ziergang einer Pfad- f i n b e r g r u i) b e nach Noveant ist ersichtlich parteiisch. Ter Zollpächter benahm sich, wie daraus hervorgeht, sehr schroff und untersagte den jungen Leuten, einen Imbiß im Torfe einzunehmen. Der „Lorrain" veröffentlicht den Bericht an hervorragender Stelle. Heer unb Flotte. Eine amerikanische F l o 11 e n r e i s e. Washington, 20. April. (Reuter.) Der Marincsekretär gibt bekannt, daß die ganze atlantische Flotte von 21 Schlachtschiffen mit ihren Zerstörern am 21. Januar nächsten Jahres eine dreimonatliche Fahrt im Mittelmeer ausführen wird. Die Flotte wird die wichtigsten Häsen besuchen. Es ist noch nicht bestimmt, ob auch Häfen int nördlichen Europa besucht werden sollen. Man nimmt an, daß die frühzeitige Ankündigung des Planes den Zweck verfolgt, die Anwerbung zu fördern, die die Bemannung ber neuen Kriegsschiffe erforderlich macht. Ans Stadt tiitfc Land. Gießen, 22. April 1913. Zum Kaiserbesuch. Seine Majestät der Kaiser wird am 23. d. Mts. im Automobil von Klein-Linden durch die Frankfurter Straße, Süd-Anlage, Ost-Anlage, Seuckcnbcrgstraße nach der Zcughaus- kaserne fahren und dort die Parade-Aufstellung des Regiments entgegenuchmeu. Im Anschluß an die Parade-Aufstellung Parademarsch des Negimeuts in Zügen auf dem Kasernenhof. Im Anschluß daran Frühstück mit den Offizieren „ des Regiments im Offizierskasino. An dem Frühstück nehmen auch teil Seine Durchlaucht Fürst zu Solms-Hohensolms-Lich, der Rektor der Landesuniversität v. Eck, Provinzialdirektor Gehcimerat Dr. Usinger, der Oberbürgermeister der Provinzialhauptstadt Gießen Mecum, und diejenigen Herren, die als aktive oder als Reserve- offiziere am Feldzuge 1870/71 tcilgenommcn haben und in Gießen wohnen. Voraussichtlich wird Sc., Majestät der Kaiser bald nach 3 Nhr die Kaserne im Auto verlasicn und auf demselben Wege nach Homburg zurückkehren. Hierzu wird das Regiment Spalier bilden, das sich von der Zeughauskascrne durch Senckenbergstraße und Ost-Anlage bis zur Bürgermeisterei erstreckt. * "Tageskalender. Völkerkundliche Ausstellung der Baseler Mission. Alte Klinik, 9—1 und 3—7 Uhr. Die Entwicklung des detttschen Seeschiffsbaues bis zum I m p e r a t o r. Vortrag des Ingenieurs B u r m e st e r abends 873 Uhr im „Einhorn". ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Universität Bonn, Geh. Reg.-Rat Dr. C l e m e n das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ** Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Johannes D e i st e r in Bieber eine Lehrerstelle an ber Gemeindeschule zu Jügesheim, und dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Schön Herr aus Ober-Ingelheim eine Lehr er stelle zu Bischofsheim. Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Erbach-Schönberg auf die erste Lehrerstelle an ber Gemeinbeschule zu Schönberg präsentierte Lelwer Philipp Schmibt zu Schannenbach. ** Erlebigt ist eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an ber Volksschule zu Jugenheim a. b. B. Mit ber Stelle ist die Hälfte des Organistendienstes verbunden. **OrdnungsmaßregelnzumKaiserbesuch. Das Polizeiamt hat für ben Besuch bes Kaisers und des Großherzogs eine Verordnung über die Straßenabsperrungen erlassen, die im heutigen Kreisblatt veröffentlicht ist. Namentlich sei darauf hingewiesen, daß von 11 Uhr ab der Landgraf-Philipp-Platz, der Brandplatz und die Senckenbergstraße vollständig gesperrt sind. Das Publikum wirb gebeten, bie Bestimmungen genau zu beobachten, namentlich bie über die Absperrung vom Landgraf- Philipp-Platz usw. Da sich die militärischen Veranstaltungen ganz auf dem Kasernenhof abspielen, hat ein Drängen nach dem Platz vor ber Kaserne so wie so keinen Zweck. Die besten Plätze für bas Publikum finb in der Süd- und Ost-Anlage, bie von den beiden Fürstlichkeiten bemitzt werden. ** Völkerkundliche Ausstellung. Trotz vielfach geäußerter Wünsche ist es nicht möglich, die völkerkundliche^ Ausstellung in ber alten Klinik zu verlängern. Die Ausstellung geht von hier nach Mannheim und wird dort schon Samstag, 4. Mai, eröffnet. Sie hatte in den letzten beiden Tagen, Sonntag und Montag, einen großen Besuch von über 3000 Personen aufzuweisen. Mittwoch abend 7 Uhr werden die Pforten in der alten Klinik für Besucher geschlossen. Möchte noch jedermann, der bisher nicht Zeit gefunden, die letzte Gelegenheit benützen. Die Gesamtbesucherzahl hat bis Montag abend die schöne Höhe von 13800 Personen erreicht. ** Militärische Funkenstation. Gestern nachmittag kamen auf dem alten Viehmarktplatz hinter dem Schlachthof vier Offiziere und 20 Mann mit einer Funkenstation an und stellten sie gebrauchsfertig auf. '* Warum lernen wir? In einer hiesigen Schule stellt der Lehrer einem siebenjährigen Mädchen die Frage, was man in der Schule lernen müsse. TaS Kind zählte Lesen, Schreiben, Rechnen usw. auf. „Warum muß man eigentlich dies alles fernen?* ,Damit man, wenn man groß ist, ben Kindern bei den Schularbeiten helfen rann," war die prompte Antwort des Kindes. *• Märkte zu Gießen. Am 30. April findet in Gießen Krämermarkt (sog. Himmelfahlt-Markt), sowie Schweinemarkt statt. **. Tie Gießener Freiw. Feuerwehr hielt gestern abend im „Frankfurter Hof" ihre Hauptversammlung ab. Brandinspektor Wigandt begrüßte die Kameraden und sprach Branddirektor Braubach und dem Ehrenmitglied Dr. Heuser Dank für ihr Erscheinen aus. Aus dem Jahresbeckcht ist zu entnehmen, daß die Wehr 10 Borstandssitzungcn und verschiedene Besprechungen der Einzelausschüsse abhielt. Außer den Einzelübungen wurden 12 Hauptübungen, darunter zwei gemeinschaftlich mit der Gailschen Wehr abgehalten. Im Winterhalbjahr fanden drei Hebungs-, vier Jnstruktions- und Vortragsabende statt. Tie seit langen Jahren erstrebte Neunniformierung der Wehr wurde dieses Jahr durchgeführt. Fast die gesamte Wehr beteiligte sich au dem i_m Juli in Friedberg abgehaltenen hessischen Feuerwehrtag. Zum erstenmal wurden die neuaufgenommenen Mitglieder der Wehr auf der Bürgermeisterei auf die neue Satzung durch Handschlag verpflichtet. Ter Branddirektor und der engere Vorstand wohnten der Handlung bei. Auch eine Ersatzwahl mußte int Laufe des Jahres vorgenommen werden; der 2. Obmann Schmitz wurde zum 1. Obmann der Aachen-Münchener Spcktze des zweiten Löschzuges und Herr Betz zum 2. Obmann der mechanischen Leiter des zweiten Löschzuges gewählt. Außer einigen kleinen Branden von Zimmern wurde die Wehr durch die Sturmglocke alarmiert am 15. April (Cholerabaracke), am 5. Juni (Marktplatz 17), am 8. Dezember (Seltershöhe), am 23. März (Zozelsgasse 9) und am 12 April (Riegelpfad 20). Auch dieses Jahr hatte die Wehr den Verlust eines Kameraden, Emil Kreiling, durch ben Tod äv beklagen. Nach Erstattung des Jahresberichts erfolgte der Bericht des Rechners: ihm wurde Entlastung erteilt. Auch ber Voranschlag für 1913/14 wurde genehmigt. Auch dieses Jahr wtirde _ der Wehr durch Geh. Kommerzienrat Heichelheim ein namhafter Betrag überwiesen. Einstimmig wurde der Beschluß die Mitglieder unbedingt eine Hebung mehr wie. oic Hälfte der angesetzten Hebungen einschließlich ber Einzel- ubungen nn Jahre besucht haben müssen, andernfalls wird ihnen das Jahr nicht als Tienstjahr gerechnet. Kreis Schotten. b. Herchenhain, 21. April. Hnser Dorf sieht einer gewinnbringenden Beschäftigung entgegen. Schon oft wurde bei den nicht Wohlhabenheit Bewohnern des Orts ber Wunsch ausgesprochen, daß sich nur ein Erwerb finden ließe, der ! im Verhältnis zu der Arbeit auch lohnend fei. Eine Beschäftigung war ja schon mehrere Winter den Frauen geboten, die aber trotz des größten Fleißes wenig einbrachte, Strumpfstricken für einen Fabrikanten in Schotten. Er zahlte für ein Paar Strümpfe 22 Pfennig Strickerlohn; und dies war der höchste Betrag, den eine Frau täglich erreichen konnte. Um der Arbeit den entsprechenden Lohn zu bieten, hat sich Pfarrer Römer mit dem Fabrikanten Will). Kromm. jun. ins Einvernehmen gesetzt, eine Filiale in Maschinenstricken hier zu gründen. Herr Kromm hat ein Zimmer gemietet und noch in diesem Sommer soll der Betrieb eröffnet werden. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 21. 9lpril. Vorbehaltlich der Genehmigung durch die Stadtverordnetenversammlung hat die Bürgermeisterei das v. Helmoldsche Hans nebst 10 Morgen Land gekauft. Tas Gelände wird jedenfalls als Baugelände verwertet. -r. Reichelsheim, 20. Avril. Am nächsten Sonntag findet die Gesellenprüfung des Ortsgewerbeverems ihren Abschluß. Im Gasthose .zur Post" werden die Geielleubriese überreicht; ferner findet eine Ausstellung der Gesellenstücke und Zeichnungen der gewerblichen Fortbildungsschüler statt. Gewerbelehrer Endres aus Nidda wird einen Vortrag halten über „Elektrisches Licht imb Lraft, feine Anwendung in Gewerbe und Landwirtschaft * Hessen-Nassau. Hohensolms, 21. April. Gestern mittag gegen M2 Vhr brach in der Scheune des fürstlichen Hofgutes aus bisher unbekannter Hrsache Feuer aus. Bei dem starken Wind hätte der Brand leickst einen größeren Umfang annehmen können, wenn nicht unsere Ortswehr, der die Feuerwehren von Gr.-Altenstäbten, Königsberg, Erda, Mudersbach und Frankcnbach zu Hilfe geeilt waren, mit allen Mitteln dem Brande Einhalt getan hätte. Nach mehrstündigem Bemühen konnte das Feuer gelöscht werden. Verbrannt sind die Scheune, die Schweineställe und ein Teil des Hauses, und auch die Frucht- und Futtervorräte/wurden ein Raub ber Flammen; dagegen gelang es, die Tiere in Sicherheit zu bringen. Luftsehiffahrt. Verschollener Ballon. Kassel, 21. April. Der Ballon „Ilse", der gestern früh um 3410 Uhr auf dem Forst bei Kassel unter Führung des Kaufmanns Weiland vom kurhessischeu Verein für Luftschiffahrt aufgestiegen ist, gilt seitdem als verschollen. Die Nachbarort- schasten sind um Hilfe bei den Nachforschungen ersucht worden. Frankfurt a. M., 20. Slpril. (Kriegsmäßige Ballon- versolgung.) Der Frankfurter Verein für Luftfahrt und der Frankfiirter Automobilklub veranstalteten heute mit llnterftüfeung des Generalkommandos des 18. Armeekorps eine kriegsmäßige Ballonverfolgung. Leider war die Veranstaltung durch das schlechte Wetter sehr beeinträchtigt, so daß die Flieger, die von Dannstadt aus auf Euler-Apparaten sich an der Ballonverfolgung beteiligen wollten, abgesagt hatten, ebenso wie das Luftschiff „Viktoria Luise", das als Beobachtungsschiff dienen sollte. Die Füllung der Ballons, die von Mannschaften des 81. Infanterieregiments gehalten wurden, begann um 9 Hhr vormittags. Hm 10.55 Hhr stieg als erster der Ballon „Hansa" unter Führung des Assessors Dr. Landmann auf, ihm folgte einige Minuten später Ballon „Mönus", Führer Oberleutnant Meurer. Hnteressen hatten Regen und ein heftiger Wind eingesetzt, der eine Zeit- lang den Ballon „Tillie II", Führer Herr Julius Hahn, gefährdete und ihn hin- und herwarf, so daß die Mannschaft Mühe batte, ihn zu halten. Es folgten bann die Ballons „Justitia", Führer Herr Bertold Jefsel, „Taunus", Führer Herr Max Korn, „Hessen", Führer Hauptmann Stuhlmann, und „Frankfurt', Führer Robert Marburg. Dieser letzte, der um 12 Hhr aufstieg, war ber größte von allen unb hatte vier Personen an Borb. In ben oberen Luftschichten herrschte eine ruhige Luftströmung unb fast alle Ballons, die eine südwestliche Richtung eingeschlagen hatten, blieben lange sichtbar. Eine große Menschenmenge ivohnte dem interessanten Schauspiele bet. Ungefähr 27 Automobile beteiligten sich an ber Verfolgung. Von ben Ballons würbe nur ber Ballon „Frankfurt", Führer Herr Robert Marburg, von bem ihn verfolgenben Automobil des Herrn Wilhelm Kieper als ersten erreicht. Der Ballon war bet Großenhausen in einem Baume hängen geblieben. Der Führer erklärte sich für ergeben, ber Ballon wurde durch Beilhiebe befreit. Tie übrigen Ballons landeten nach ungefähr zweistündiger Fahrt in ber Nähe Frankfurts. Frankfurt a. M., 21. April. Ter Ballon „Frankfurt" (Robert Marburg als Führer) setzte, naebbem1 er aus dem Baume befreit worden war, seine Fahrt fort und landete um Vs4 Hhr in ber Nähe von Burgsinn in UnterfranFen, glatt. Paris, 21. April. Aus Neuschatel in ber Schweiz wird gemeldet: Ein französisches Militärflugzeug, welches von einem französischen Offizier namens Gaubert in Uniform gelenkt wurde, landete gestern abend auf der 5)ochebene bei Sabre b ei Neuschatel. Der Militärflieger war gestern früh in Js (Dev. Ober-Marne) aufgeftiegen unb nach einer Zwischenlandung in Dijon weiter geflogen, um in Belfort zu landen, verfehlte jedoch den Weg und überflog, von Wolken cingehüllt, den Murten-, Bieler- unb ben Neufchoteler .See unb ^Ptompi, 1,1 lOlBit 1 - I6tö(6 sd. feÄ LK'A ^es*i W'ä Är^Z n '^uen Sfrönbfn SM 01q5 >M°'se 9) Md ? Ä die 8tbt ■’• M dm Tos , ^'Hle bet 5.aL der a’«xW9s Saht ttt Vcichelheim ein ““Jk tei BMuz , u.^ng mehr mit 2™, der Einzel, «ntauä wird ihnen r N licht einer oft tourte --rtö bei Suns» nnden ließe, ter nd iei. Eine Bc- ■ ben grauen ge- toenig einbrachte, in Schotten. Er nig 3trirferb^n; - irr au täglich er* wrechenden Lahn bem jahrilanten Licfi, eine Filiale Herr ftromm hat 3onrmti fall der *aq yktzm VftW. $ au« bisher W-: Kn Lind hätte ta hntn können, Wß wn Hr.-Allenstadta. Mach ju Sitte geeilt le aem M N riöfrh Taben. _ 8^ mü ein 5eil des oje Tinten ein Soä yt jn Sicherheit S ick ter Genehmigung die Bürgermijterci orgen Land gelanft. :? verwertet. ichsten oonntog fiM neinS ihren Abfchlch. ieie überreicht ferner mb Zeichnungen der erbelebrer EndreS LW/rifd)eS Licht us troTTtj^aft* 4k j ^Wdigec pn "^4^ Vfirfl^t^ :■ ■'!! Ä5 ; *Lfd^ ■ ' -' i11' in ,1, ---«-> t«, der qeftem Wj -t tuftitfiifiahrt aul- Tie Mchdarort- in ttfucht worden. ^mäßige Allx ^tiabil und « L. BÜ llnterlWE 2. ,ine kriegsi» : Ht oon TannNt fcltonrmoW 5 ? iS Üuftl'eDÜf /'*”! ’ vorwittass- JJ S- utort f Snutrn UntadicP L eine ,lutiRö6e ’!>“g !< ,.cu' rm-f ttofll- flgfl, lind »v -I senke, de « ,rtA hatte wer 1 ^irlicht ®ne.s rhi unop ••vlN- Wder MS IfT ssM ging bei Wavre nieder. (Säubert zerlegte sein Flugzeug und kehrte heute morgen mit der Eisenbahn nach Frankreich zurück. Villa Eoublay, 21. April. Ter Ossizierslieger de Blamont ist aus einer Höhe von 100 Metern abgestürzt. Er mar sofort tot. <5ea»id?tofaaL w. Zweibrücken, 19. April. Tas Pfälzische Schwurgericht verhandelte während des gestrigen Tages unter Ausschluß der Oöffentlich kett gegen die Ehefrau Katharina Wittenmeier ans Edenkoben wegen Verbrechens wider das keimiende Leben und gegen die Ehefrau Henriette Lottes aus Edenkoben und Mara W e i t mann aus Neustadt, den Kaufmann Leopold Schäfer und die Büglerin Barbara Angel aus Neustadt wegen Beihilfe zu bem' genannten Verbrechen. Verurteilt wurden die Wittonrnviar zu zwei Fahren und sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, die Angel ftu zehn Monaten, die Weißmann und Lottes zu je drei Monaten Gefängnis. Der Kaufmann Schäfer wurde freigesprochen. Vermischtes. * Ein gefahrdrohender Woh nnngsbrand kam am Montag abend in der Warschauer Straße in Berlin zum Ausbruch >nnd beschäftigte die Feuerwehr IV2 Stunden. Tas Feuer Txrtte seinen Herd in einer Wohnung des dritten Stocks und führte eine starke Berqualmkung der Wohnungen im vierten Stock fcnijr Ms die Feuerwehr eintraf, war ein Vordringen bis zum 4. Stock über-die vergualiwte Treppe nicht mehr möglich. Die Mieter des 4. Stocks hatten alle Fenster nach der Straße aufgerissen und lehnten sich hinaus, umi frische Luft zu schöpfen. Inzwischen ließ der Brandmeister einen mit Rauchhelm ausgerüsteten Sappeur vor gehen, der für Abzug dos Rauches sorgte. Hätten die Bewohner des 4. Stocks die Ruhe nicht gehabt, so konnte es leicht z-n einer Katastrophe kommen. * Schutzimpfungen. Aus Dresden wird gemeldet: Prinzessin Johann Georg von Sachsen sowie ein großer Teil der Dienerschaft sind von Professor Koch-Berlin einer Schutzimpfung unterzogen worden, weil der kleine Schoßhund der Prinzessin an Tollwut erkrankt war. Das Tier wurde getötet: niemand soll von dem Hunde gebissen mürben sein. * Verbrecherische Automobilisten. Im Walde zwischen Laub an und Görlitz fanden Soldaten die Leiche eines Mädchens. Das Mädck>en war von einem unbekannten Automobil überfahren und die Leiche dann in den Wald geschleift worden. *Aus der Schaukel gestürzt. Aus Bremen wird gemeldet: Ter Baimnternehmer Greeten stürzte aus einer schaukel, die er für seine Kinder baute, und brach vör den Augen seiner Familie das Genick. * Automobilunfall. Aus Brandenburg ivird gemeldet: Auf der Chausse überfuhr der Chauffeur R ha ch hu t mit seinem Troschkenauto einen Wagen. Der Kutscher wurde schwer verletzt. Ter Chauffeur erlitt keinen Schaden. Das Auto ist schwer beschädigt. * Doppelselbstmord. Jn K 011bu § erschoß sich in seiner Wohnung der Kaufmann Wohlfahrt; seine 23 jäljrigc Eoustne, namens Schmidt, die hier zu Besuch weilt, nahm sich ebenfalls das Leben. * Aba estürzt. Aus Innsbruck wird gemeldet: An der „Kugeligen Wand" bei Taner stürzte ein Herr Rigger aus Innsbruck beim Blumensuchen vor den Augen seiner 'drei Kinder ab und war sofort tot. * Die Hinrichtung der Pariser Aütobandite n. Aus Paris, 21. April, wird gemeldet: Die Aut»mnditen Monier, Soudy uwd Callemttn wurden heute früh 4,30Uhr auf dem Boulevard Aragv vor dem Gefängnis de la Saute hingerrchtet. Von der Polizei waren umfangreiche Sicherheits- vorkehrung-en getroffen worden; irgend welche Ruliestornngen sind mebt vorgekommen. Zuerst wurde Soudy, dann Callemiw und zuletzt-Monier hingerichtet. Callemin sagte lächelnd, als er das Blut Soudys spritzen sah: „Der Todeslampf eines Menschen ist ein sckwner Augenblick" Monier rief unter dcni Fallbeil: „Adieu ihr .Herren und auch die Gesellschaft!". * Eisenbahnunglück. Aus I etat erin os- law, 21. April, wird gemeldet: Zivischen den Stationen R a s d r 0 y und P i ßm e n a j a fand heute ein Zusammenstoß zwischen einem .Kurierzug und einem Güterzug statt. Die Lokomotiven, zwei Personen- und ein Mterwagen tvur- den 'beschädigt, 15 Passagiere verletzt. — Der M incma t 0 graph und das Urheberrecht. Eine bemerkenswerte Entscheidung fällte die neunte Zivilkammer des Kölner Landgerichts in einer Klage, die der Dichter Tr. Max Halbe in München, vertreten durch die Rechtsanwälte Justizrat Tr. Bock und BeusquenS in Köln, gegen eine Kinematographen-Gesell- fd?aft in Köln angestrengt hatte. Tie beklagte Gesellschaft hatte, wie die „Köln. Ztg." schreibt, von einer ausländischen Gesellschaft Filme bezogen, diese an eine Firma in München verkauft und ihr das Recht übertragen, diese Filme auf die Dauer von vier Wochen in Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß-Lothringen zil verleihen und ausziibeuten. Es handelte sich um eine aus acht Filmen bestehende Lissy-Nebuschl'a-Serie, die von der ausländischen Gesellschaft hergestellt ist. Unter diesen Filmen befindet sich einer, betitelt „Das Komödiantenlind". Er stellt den Lebenslauf eines Sck an spiel er lindes dar, dessen Eltern Mitglieder einer umher- ziehenden Truppe sind. An einer Stelle zeigt der Film den Zuschauerraum eines Torftheaters zugleich mit dem Blick auf die Bühne. Man sieht gleichzeitig die Vorgänge auf der Bühne und die im Zu schauer raum. Nach ben Angaben im Text des Film- prospetts ist das auf der Bühne gespielte Stück das von Max- Halbe verfas.te Tranta „Jugend". Tie letzte Seite des Prospektes bringt außerdem ein Bild aus diesem Teil des Films mit der Unterschrift „Schlußszene aus Halbes Jugeird und Komödianten- tinb". Tieses Bild zeigt Zu schau er raum und Bühne des Torftheaters. Personen und Situation auf der Bühne entsprechen genau der Schlußszene in dem genannten Drama. Tas Landgericht verurteilte die beklagte Firma, die getverbsmäßige Verbreitung von Filmen, die Szenen aus dem vom Kläger verfaßten Schauspiel Jugend enthalten, bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe zu unterlassen, und ferner an den Kläger als Schadenersatz 1000 Ml', zu zahlen; die kosten des Rechtsstreits werden ben Beklagten auferlegt. Aus den Entscheidungsgründen ist hervorzuheben, daß nach dem Gesetz über das Urheberrecht an Werken der Literatur und der Tonkunst der Urheber allein berechtigt ist, sein Werk für den Film zu benutzen und diesen Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und vorzuführen. Jede daraus gerichtete Tätigkeit eines andern ist unzulässig. Ter Zuwiderhandelnde macht sich sehadenersatzpslichlig, wenn ihm Vorsatz oder Fahrlässigkeit zur Last fällt. Hierbei ist es gleichgültig, ob das Werk ganz ober nur zum Teil vervielfältigt, verbreitet ooer vorgeführt wird. * M ild crnder Umstand. Richter: „Angeklagter Grobhuber, Sie haben Ihren Nachbar wiederholt einen Öchsen genannt; können Sie irgend einen mildernden Umstand anführen?" — „I hab' halt an Preisochsen im Sinn g'habt!" * T i e neue K r a n k h e i t. „Tu, Papa, da lese ich gerade von einer Klavierseuche: was ist denn das? - Klavierseuche? Das ist so eine Art Klauenseuckxe unter ben Menschen!" * Unbegreiflich. Vater ^nachdem er seinem Söhnchen den Stock zu kosten gegeben.: „Nun sage mir, warum ich dich bestraft habe!" — Junge cheulend,: „Na, so was! Erst schlägt er mich halb tot und nun weiß er nicht warum?!" SanveL. K. K. O e st e r r e i ch i s ch e 4 1/2 ° o steuerfreie a m 0 r t. Staatsanleihe für Eisenbahnzwecke von 1913. Dec Erlös dient für bauliche Herstellung und Beschaffung von Fayr- betriebsmitteln der Staatseisenbahnen, im allgemeinen also für produktive Zwecke. Tie Anleihe bietet eine Verzinsung von etwa 47/flo/0. Die Anleihe ist an der Berliner Börse bereits zugelasjen. Zeichnungen auf diese Anleihe ntm!mi, wie aus dem Jnseradenteil erslchtlich, das Bankhaus Joseph Herz entgegen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehende« Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen. Ter Arbeiterzng Gießen —Frankfurt, der 6,34 Uhr nachmittags hier abgeht, ist fast jeden abend so überfüllt, daß die Mitfahrenden sich kaum rühren können. Ani 15 April zahlte ich in einem1 Abteil 4. Klasse, das für 20 Leute bestimmt war, nicht weniger als 44 Personen. .Könnte man diesem Uebelstand nicht durch. Einstelllrng weiterer Wagen abhelfen? Ein Atttfahrenber. Wetteraussichten in Dessen für Mittwoch, den 23. April 1913: Meist beiter, trocken, tags mild, nachts kühl, Gewitterneigung. Letzte nad)ricbten. Zum Reg ierungsjubiläum des Kaisers. Berlin, 22. April. Aus besonderen Wunsch an hoher Stelle soll von einer ursprünglich geplanten Sonderausstellung von Werken An ton vonZWerners im Rahmen der zum Regierungsjubiläum des Kaisers zu veranstaltenden Jubiläums- Kunstausstellung abgesehen worden sein, wie die Tägl. Rdsch. meldet, aus Rücksicht auf die Empfindungen Frankreichs. * Ein französischer Spion verhaftet. Aschaffenburg, 22. ?lpril. Die hiesige Polizei verhaftete einen französischen Generalstabsoffizier Sarrauy. In seinem Gepäck fand man genaue Pläne deutscher Festungen, Mo- bilisierungspläne, Zeichnungen von Geschützmodellen und vor altem eine umfassende Korrespondenz. Aus dieser geht hervor, daß der Hauptmann mit Vertrauensleuten in Straßburg, Kiel und Berlin in Verbindung stand. Er traf häufig mit diesen Vertrauensleuten zu asm men und wollte dies auch in Aschaffenburg tun. * Judenausweisungen aus Rußland. Warschau, 22. April. Der Generalgouverneur von Kiew hat eine Verfügung erlassen, daß 17 00 jüdische Hörer der bortigen Handelsakade m ße ausgewiesen werden sollen, da der Besuch der Vorlesimgetr ihnen fein' Recht gewährt, außerhalb des den Juden zugewiesenen Airsiedelungsrayons zu wohnen. Petersburg, 22. April. 2 00 jüdische Familien sind aus Riga ausgewiesen worden. 100 Familien haben die Stadt innerhalb sechs, die übrigen binnen 10 Monaten zu verlassen. Viele von ihnen haben Jahrzehntelang in Riga gewohnt.___________________________________________ T i e A u s st e11 un g „D as Kind" wurde in Berlin eröffnet und findet in Elternkreisen lebhafteste Beachtung. Besonderen Reiz dürste auf die jungen Mütter ein Familien-Jdyll ausüben, welches die Firma Nestle zur Schau bringt. Eine von Mutter glück stralckende, junge Frau steht an der prachtvollen Wiege ihres jüngsten Kindes, nm ihm ein Fläschchen darzureichen, wonach es freudig zapp»!nd greift. Der etwa 1 Jahr ältere Junge sitzt im Kinderstuhl uno verzehrt mit sichtlichem Behagen seinen Nestlebrei. Tie gante Gruppe soll symbolisieren, welelxer Beliebtheit sich Neslle's Kindermehl in Familienkreisen erfreut, wie gern es die Kinder nehmen und wie gut sie dabei gedeihen. Probedosen werden kostenlos versandt durch: Nestle-Gesellsckwft, Berlin W. 57.___________________________________________ss2t/4. Aerzte emplefiiBen I Auf Anraten meines Arztes verwandte ich Bioson zur Stärkung bei Neurasthenie und Nervenschwäche und kann Ihnen über die Wirkung nur Gutes nütteilen, denn ich fühle mich wieder ivohl und gekräftigt. V. WindSheimer, Erlangen, Schleifmühlstraße 6. Unterschrift beglaubigt: 20. Januar 1913, Man, Königlicher Notar. Bioson nur echt in großen Paketen ii Mk. 3.— in Apotheken, Drogerien. [b17/s Lollar, den 22. April 1913. 2741 $ Besonderen Dank Worte und den der Beerdigung. dem Herrn Pfarrer für die trostreichen löbl. Vereinen für die Teilnahme an Für die uns in so reichem Masse bei unserem schweren Verluste erwiesene Teilnahme, sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir herzlichsten Dank. Fran lakobine Weiss Wwe. und Kinder. Seefische! AckWIMm bluttrisch, jeden DUttwoch n. Donnerstag früh cintreffcnb. Jacob Maternus, Ecke Klinik- 11. Frankfurter __________Straße. (1171 Gartendünger und beste keimfähige Säonereien Baumwachs und Bast empfiehlt (2231 Central Drogerie Emil Karn, Schulstr. Gießen, den 22. April 1913. 27C8 2765 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Ableben unseres lieben Verstorbenen sagen wir herzlichsten Dank. Im Flamen der trauernd Hinterbliebenen: Frau Margarethe Sommerlad Wwe. Beuern, 22. April 1913. Danksagung. Für die uns bei unserem schweren Verluste allseitig erwiesene Teilnahme sagen wir hiermit allen herzlichen Dank. Fran Corvinus Wwe. und Anni Hühl. Ein prächtiges Mädchen angekommen. Malermeister E. Gross und Frau Lina geb.Müller Giessen, den 31. April 1913. \,____ . - ””_______ _ HumMargNMIfi lagen innigsten Dank. 2772 Familie Albert Kreiling. Heuchelheim, den 21. April 1913. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unserer unvergeßlichen Mutter und Schwiegermutter u. Damenverein Gabolsberger Mittwoch, 23. April Verenrsaberrd Siebes - Feier u.Bertcil. der Ehrenpreise v. Vereins-Wettschreilrcn. Tie Vorstände. NB. Die Uebungsstunden für d. BerbandStag beginnen in der nächsten Woche und werden Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag abgehalten._____________ Liebigshähe.; Kaffee-Konzert Kauta. Verein Wir empfehlen unseren Mitgliedern den Besuch der Vorträge heute, Dienslag, den 22. April, im Hotel Einhorn über „Die Entwicklung des deutschen SeeschifsbaueS bis zum Imperator", und am 25. April im Hotel Großher- zog v. Hessen üb. „10U Jahre deutsche Enttvickiung (1813 bis 1913)". v--/^ __Der Vorstand. $ Gartenkies liefert prompt und billigst Tel. 25V. C. Rübtiaincn. >es SadeteüJ ■ Dresden Weber's Prima Feigen=Kaffee der das herbe Aroma der billigen Kaffeebohne veredelt. Verschwendung ; ists, wenn Sie guten Kaffee mit geringem Kaffeezusatze nehmen; denn der aufdring= liehe Geschmack des Zusatzes unterdrückt das feine Kaffee-Aroma Sparsamkeit verlangt billigen Kaffee und guten Zusatz, also 8RENNABÜR Kinderwagen : Sport- n. Klappwagen ständiges Ijager von zirka 200 Stück Korbwagon mit Verdeck von Mk. 15.— an Feiner Kastenwagen m. Gummi u Porzellan von Mk. 30.— an Klappwagen mit Gummirädern von Mk. 12.75 an Sportwagen von Mk. 6.50 an Alleinverkauf der bekannt. Brennaborwagen Enorme Auswahl Billigste Preise Kinderwagentelle, Gardin. eto. Reparaturen sofort AugustKilbinger Gießen, Seitenweg 78 Kultursichel mit Beil D.RG.W 280848 ganze Länge 45 cm a.Errr.-Qnal. Stahl. Unübertroffen zur Freistellung v. 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Für dieses nbeudausmllende Werk wurden Aufführungsrechte für einzelne Städte bis 10000 Mark gezahlt. „Der Andere" ist der teuerste Film, der je erschienen ist. Zur Ausführung gelangt „Der Andere" 3 mal Uttd zwar im Anschluß an das übrige Programm pünktlich um 4 Uhr nachmittags, 6-2® Uhr abends, 9™ Uhr abends. Die Erwerbung dieses Autorcnfilms ist uns nur mit den grünten Cb fern gcluugen und sind wir infolge der ganz bedeutenden Anschaffungskostcn genötigt, die ßintrittspreiit an diesen 3 huicn mit folgt jh erhöhen: I.WdMT,z.WzKN.,3.PlchÄU Abonnements haben an diesen.3 Tagen keine Gültigkeit. Wegen des starken Andranges abends."bitten wir höflichst nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen zu besuchen. Billettver» kauf täglich von nachmittags 3 Ubr an der St affe. Beschreibungen sind bei dem Portier zu erhalten. IM 400 bis 1700 Mk fja fa EhAl Inh: Karl Ohm. dM ÄJÖS, Burggi-aben. Tel.586. Best bekanntes Speisehaus — Diners, Soupers, ä la Carte. W großes Boppel-tozerl 2 Musikkapellen. — 14 Personen^ »iö0 1. Schrammel-Musik. 2. Tamburitza-Kapelle. Anfanff 7*/$ Uhr. Profframm 20 Pfg. Sonntags 3’/s Uhr. Ferner ab Mittwoch LISSI NEBUSCHKA Nr re Mu Sie W*» Sa-,rf«ng. I . Uflifcn, ffuCi ne ß"n0Mttcn l'c* Uilitärbevol Nlll jragstreue eingehaltm, 6ic"5tinnncn Der Konsc läeittruiiänNtebtS «r Im weiteren Verla. MimenM MMN Mitglied ter Volkspart jung belreiicnd eine M Handlverkcrverbandes, o Militärverlvaltiing wiro qünstigung Mach!, v halten, die an politische Ziriegsvcrioallung erlvlt jier l'iilitärünroaltiing sniliuilg finden, ohne R: Diese Äussüliruiigcii iai lind den Mtionallibero Gründen Beanstand nur aus Fonds unters niet sind. Ter Kricgsn lichen Bedenken zu prii graue Uniform di baß keineswegs, wie sl yung der Berwaltung tzijahningen seien inbi M nicht befriedigend Zentrumsmitglied bara tnihtitet iei, der obe KavalleriedieB^ bcnvracht; des hall Händen, das; vie volle den soll. .Ter Kri für gänzlich unbegrii llcberzeugung von de für den FriedenMen »eichen bei der Kaval damit auch gewisse müsse stolz sein könne, Mitglied gibt dem B Erörterung wieder M der bifoionid/ai 2 noch dem Reiche und s « Tuch Mängel h * kmm iZwe s Wbt w fajlieVung emgrvracht E gesamten AäM cmen Ausschntz zu fr ende Mitglieder des .smd. Ter Rcichska nnslwn den geietzgeb! icitigung etwaiger A Preus BcrÄimg ; Ringbahnen jm bech^n S^tanö, be veriod. S^un^Tieh iKÄA kH|‘M .’J! l^dy ' '^C heute Dienstag neues Programm! Die gelbe Rose Spannendes Drama in 3 Akten. Aus dem Inhalt: Wieder frei; John widersteht der Versuchung; In der gelben Rose; Getrennte Wege; Dao Gespenst der Vergangenheit; Barley auf der Spur; Gesühnt. Herr n. Frau Pataphon Humor. (Ein gastronomifcherZweikamps fcorgesielle M** (Medizinische Klinik, Klinikstraße). Sprechstunde: Jeden Mittwoch abend von 5—1/27 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lttngenkranken AusnachLadiSmTiroi! EnUück.Alvenluftkurort, altrenounn. Schwefelbad. Pens. M. 4.70. Prosp. fr. d. Dr.Hüller, Ladbs bei Vanbetf. iCJ/4 Wiih. Rudolph Grossh. Hess. Hoflieferant C*/t Giessen Seltersweg 91 Femspr. 389 ■