S*«2ii _ Elstes Blatt 163. Jahrgang Freitag, 2l. November M3 Sr3äa flLX *< ßk a aa a *a aaaaIaäm;SeSss ässssb|mi>Oli5r IInxAiHOTBR fessVJIvlivIlvl ZlllivlUvls:WW BS iss UU General-Anzeiger für Gberhefsen WZ bis Bomüttnq'j 9 Uhr. Rotationröruck und Verlag der vruhl'schen Univ.-Vuch- und Steinöriderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Anzeigenteil:' H? Beck. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Tageskalcnder aus dem Jahre 1813. 21. November. Stettin, das noch von den Franzosen besetzt n>ar, kapituliert. Das Ergebnis von Kokowzows Besuch. ,Am Tage vor meiner Abreise ist eS mir erfreulich, zu erklären, daß ich eine vollständige U e b e r e i n st i in in n n g t n allenF ragen festgestellt habe, welche die beiden verbündeten Stationen interesinren, und daß die B e z i e b n n g c n » w i s ch e n >t n s e r e n beiden Ländern u i e in a ls e n g er und inniger waren als beute." „Tie Beziehungen Rußlands z n Deutschland waren s e i t I a l, r e n nickt so herzlich wie jetzt. Beide Regierungen sind in allen v o l i t i s ch e n Fragen vollkommen einig. Maßgebende russische Kreise erhoffen für die nächste Zukunst aus der deutsch- russischen Freundschaft ein er- sprießlicheS Zusammenarbeiten." Diese beiden Acußcrungen weisen unverkennbar eine ltarkc Familienähnlichkeit auf. Die links wiedergegebene stellt die Erklärung dar, welche der russische Ministerpräsident Kokowzow über das Ergebnis seines Pariser Besuches im „Ma- tm" abgegeben hat; die auf der rechten Seite befindliche ist. emc offiziös-russische Auslassung über den Berliner Besuch Kokowzows. Da nun die Beziehungen zwischen Frankreich und Rußland „niemals enger und inniger waren als heute", und da die Beziehungen Rußlands zu Deutschland, „seit fahren nicht so herzlich waren wie jetzt", müßten eigentlich, da nach dem bekannten französischen Sprichwort „die Freunde meiner Freunde meine Freunde sind", auch die deutsch-fran- zos ischen Beziehungen im Lichte rosenroter Freundschaft erstrahlen, was sie aber trotz der äußerlich korrekten Beziehungen bekanntlich nur in sehr begrenztem Maße tun. ^X^ärungen der Diplomaten im allgemeinen und die der russischen im besonderen sind eben immer mit einem gc- wlfsen Vorbehalt aufzunchmen, der sich ergibt, wenn man nach den tieferen Beweggründen forscht. Schon die Gewohnheit der russischen Staatsmänner, auf der Rückreise vom Seinebabel in Spreeathen einzukehren, ist ein Ausfluß der diplomatischen Taktik. Nach Paris kommt man von der Newa bekanntlich alljährlich mit dem Gruße „pump mir Moos und sei mein Freund!" Diesmal ist dieser Gruß besonders freundlich erwidert worden, denn der Pump, den Kokowzow in Paris ausgenommen hat, übersteigt den jahresüblichen, und d,e Franzosen haben die neue Anleihe sogar gern bewilligt, da sie in erster Reihe für den Ausbau des strategischen Eisen-- bahnfpstems zur westlichen Grenze hin bestimmt ist. So konnte man sich am Quai d'Orsay damit schmeicheln, daß auch diese Eisenbahnen dereinst zum Revancheziel führen könnten. Die russischen Politiker sind klug genug, die Franzosen sich mit diesen Hoffnungen schmeicheln zu lassen und ihnen den schönen Traum nicht zu nehmen, denn Frankreichs Revanchchoffnungen sind Rußlands Geldquelle. Wenn aber die Staatsmänner von Newskij Prospekt ihre lieben Alliierten mit dem Scheidegruß verlassen haben, „seid umschlungen Millionen", dann kommen sie auf der Rückreise, die sic dank der geographischen Fügung über Berlin führt, in die deutsche Reichshauptstadt und tauschen mit den deutschen Staatsmännern Gruß und Handschlag und die Versicherung wahrer. Freundschaft aus. ; Und diese Versicherungen entsprechen sogar den facher:! Tas Zarenreich bat das stärkste Interesse daran. sich mit dem deutschen Nachbar, mit dem es eine lang gc streckte Grenze und starke wirtschaftliche Interessen gemein hat, auf guten Fuß zu stellen. Rußland hat mährend des Krieges mit Japan die deutsche Neutralität schätzen gelernt, und in der damals gewonneneil Erkenntnis, daß es au Deutschland einen ehrlichen Nachbar hat, ist die Einigung über Persien und die Bagdad bahn zustande gekommen, die freilich den Russen mindestens so viel brachte als uns. Ueber diese Fragen, die mit den kloinasiatischen und syrischen Eisenbahnfragen Zusammenhängen und über die schon Saso now in der Wilhelmstraße beraten hatte, ist auch jetzt bei den mehrfachen Unterredungen zwischen Herrn v. Bethmann Hollweg und Kokowzow verhandelt worden, nric versichert wird mit dem Ergebnis vol.ständiger Uebereinstimmung Eine solche ist auch inbezug auf das armenische Reformprojckt erzielt worden. Der erste deutsch-russische Vorschlag, der die Zustimmung der anderen Mächte gefunden hatte, und der die Einsetzung zweier von den Großmächten zu ernennenden Gcneralinspckteure für die europäischem Vilajets vorsah, wurde von der Pforte bekanntlich abgelehnt, und man will jetzt die nicht genehmen Generalinsekteure durch zwei euro^ Päischc Berater ersetzen, welche den türkischen Gen er algonver- neuren als Kontrolle zur Seite gesetzt werden sollen. Die gleiche Uebereinstimmung in den Anschauungen soll endlich auch inbezug auf die albanische Abgrenzungs- frage erzielt worden sein, deren Lösung man von einem neuen englischen Vermittlungsvorschlag erhofft. Herr Kokowzow ckrtlärtc ausdrücklich, daß Serbien bei seinen Ansprüchen auf albanisches Gebiet zu keiner Zeit auf russische Unterstützung rechnen konnte, und ma'n ist hier überzeugt, daß die eingehende und aufrichtige Aussprache zwischen dem deutschen Reichskanzler und dem russischen Ministerpräsidenten, wie sie erfreulick^erweise das Fehlen jeglicher Diffe- renaen zwischen den beiden Staaten ergeben hat, zugleich auch die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und dem Zarenreich günstig beeinflussen wird. Wenn von dep: Berliner Besuche Kokowzows, der sich hierüber und insbesondere über die Audienz beim Kaiser sehr befriedigt ausgesprochen hat, auch keine positiven Abmachungen zu erwarten sind, so hat er doch nicht nur zur Förderung des Komplexes der k'leinasiatischeir Eisenbahnfragen, sondern auch zur Klärung der immer noch im Zeichen des Bal- kanproblems stehenden internationalen Lage in beachtenswerter Weise beigetragen. Veutsehes Reich. Der Kaiser ist, so schreibt das Wolfs-Bureau, infolge einer leichten Erkältung genötigt, sich einige Tage zu schonen. Zur Affäre in Zabern. Der in Straßburg erscheinende „Elsässer" bringt in seiner Donnerstag-Nummer an der Spitze seines Blattes mit der Adresse Sr. Exzellenz des Kommandierenden Generals v. T e i m l i n g in fettem Druck einen vierspaltigen Artikel „Die Tragödie von Za- bern", in dem er sseft.ftellt, daß der beurlaubt gewesen^ Oberst v. Re ut ter das Kommando des 99. Infanterie- Regiments wieder übernommen und Leutnant v. F o r st ner im Dienst geblieben sei. Ferner wird mitgeteilt, daß die elsässischenSoldatendesRegiments, darunter Pl Rekruten den Garnisonen Neubreisach, Colmar und Straßburg zugeteilt worden seien. Der „Elsässer" veröffentlicht sodann unter Aufrechterhaltung der bisherigen Behauptungen den Wortlaut eines Schriftstückes vpit Rekruten, in welchem dem „Elsässer" unterschriftlich bestätigt wird, daß Leutnant v. Forstner am 14. November tatsächlich die Aeußcrung: „Auf die französische Fahne könnt Ihr meinetwegen....." getan l)at. Der Artikel schließt, indem er die Hoffnung ausspricht, der Kaiser werde die Stimmung des Volkes doch noch einmal genau kennen lernen. — Die Fortsetzung der Auseinandersetzung wird wohl im Reichstage erfolgen. lieber den Verkauf der fortschrittlichen „Vios fisch en Zeitung" wird au? Frankfurt folgende Notiz verbreitet: Wie authentisch mitgeteilt wird, find — entgegen den Mitteilungen verschiedener Blätter — die Verhandlungen über den Verkauf des Verlages der „Vossi- schen Zeitung" an die Firma Ullstein noch nicht abgeschlossen. Der von den Zeitungen genannte Kaufpreis entspricht nicht den Tatsachen, der in Aussicht genommene Preis entspricht vielmehr demjenigen, der vor 2i/2' Jahren von den damaligen Erwerbern der Majorität der Anteile bezahlt wurde. , Ausland. Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin haben ihren Aufenthalt in England auf Einladung verlängert. Sie dürften erst Anfang Dezember nach Wien zu-> rückkehren. Die internationale Konferenz für Weltnaturschutz, die in Bern tagte, wurde am Donnerstag geschlossen, nachdem die Gründungsakte eines konsultativen Ausschusses unterzeichnet worden ist, in dem jeder Staat zwei Stimmen erhält. Sitz ist Basel mit dem provisorischen Präsidium Dr. Sarasin-Basel. Der Ausschuß soll mindestens alle drei Jahre einmal zusammvntreten. Seine Aufgabe ist Me Sammlung und Veröffentlichung allen Materials sowie die Propaganda für Weltnaturschutz. Der deutsch-französische Zollkongreß, der in Paris tagte, beschloß: 1. die deutsche Zollverwaltung möge alle Weine derselben Gegend als gleichartig betrachten und die gleichartigen Weine nur einer Untersuchung unterwerfen. Die Weine, die in Frankreich mit 2 Franks per Fslaschck verkauft werden, sollen in Deutschland als hoch-, wertige angesehen werden und als solche keiner Untersuchung unterliegen. Die französischen Behörden sollen unverzüglich auf die Gefahr aufmerksam gemacht werden, welche die französische Wcinausfuhr nach Deutschland bedroht infolge des von beit vier weinbauenden Staaten Süddeutschlands am 2. Juli 1913 beim Bundesrat gestellten Antrages, ausländische Weine zu verzollen, eine Maßnahme, die besonders die französischen Weine benachteiligt. 2. wünscht der Zollkongreß, daß die Art der Verzollung und die Streitigkeiten, zu denen die Auslegung der Tarife Anlaß geben könnte, Gegenstand besonderen Studiums durch eine deutsch-französische Zollkonferenz bilden sollen. Ein neus französisches Armeekorps. Tie französische Kammer nahm ohne Aussprache die Schaffung eines neuen Armeekorps 21 an, das zwischen den Armeekorps 7 und 20 eingefügt werden soll. Die Kammer stimmte ferner der Aufnahme eines Kredits von 30 000Frs. zwecks Schaffung einer Abteilung für das Luftschiffwefcn im Kriegsministerium zu. Französische Kämpfe in Marokko. Wie aus U d s ch d a gemeldet wird, wurde eine aus 28 Wagen bestehende militärische Proviant kolonne acht Kilometer von dem Lager von Nechila von 200 berittene rr Marokkanern angegriffen. Nach hartem Kainpfe wurden die Marokkaner in die Flucht geschlagen. Auf fron- Die erste Publikation üer ttaiser wsthelm-Sesellschast. Das in diesem Jahr eröffnete Institut für Chemie der Kaiser Wilhelms-Akademie zur Förderung der Wissenschaften in Dahlem bei Berlin beginnt soeben den Reigen seiner wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Es handelt sich um die „Untersuchungen über Chlorophyll", die der jetzige Abteilungsvorsteher Prof. Richard W i l l st ä t t e r vor acht Jahren in Zürich begonnen und jetzt zu einem gewissen Abschluß gebracht hat. Sie gelten in der wissenschaftlichen Welt als bahnbrechend und gleichen Ranges wie die weltberühmten Arbeiten Emil Fischers über die Synthese der Zucker und der Purine, weil in ihnen zum ersten Male ein Gebiet, das ebenso wichtig wie dunkel war, systematisch durchforscht wurde. Man muß sich erinnern, welche Bedeutung das Chlorophyll, der grüne Farbstoff der Pflanzen, im Naturreiche spielt. Nur durch das Chlorophyll sind die Pflanzen in den Stand gesetzt, aus der Lust die Kohlensäure aufzunchmen und aus dieser dann Kohlehydrate aufzubauen und damit Körpcrsubstanz zu bilden. Chlorophyllfreie Angehörige der Pflanzenwelt wie z. B. die Pilze entbehren dieser Fähigkeit zur Assimilation und sind auf ein mehr oder minder schmarotzerhaftes Dasein angewiesen. Was seine Funktion anlangt, läßt sich das Blattgrün am besten mit dem roten Farbstoff des Blutes, dem Hämoglobin vergleichen, das in der Lunge bett eingeatmeten Sauerstoff aufnimmt, und zu den Geweben trägt. In der Tat ähnelt aber das Chlorophyll nicht nur in diesem Punkte dem Hämoglobin, sondern auch in seiner Zusammensetzung. Zwar enthält es entgegen früheren Annahmen, wie die Studien Wiltstätters gezeigt haben, weder Phosphor, noch, wie das Hämoglobin, Eisen, vielmehr findet sich im Chlorophyllmolckül als organisches Element das Magnesium in einer komplizierten Verbindung. Es würde zu weit führen, die aus dem Chlorophyll gewonnenen Abbauprodukte auch nur dem Namen nach zu erwähnen. Nur noch einmal sei auf die nahe Verwandtschaft mit dem roten Blutfarbstoff hingewiesen: wenn nämlich von dem Chlorophyllmolekül' die Kohlensäure abgespalten wird, entstehen rote Produkte, die sog. Phylline, unter diesen das Actiophyllin. Dieses Aetiophyllin kann man auch aus Hämatin, einer Umwandlungsstufe des Hämoglobins erhalten. Wenn auch unsere Kenntnisse über die chemische Struktur des Chlorophylls durch die Forschungen .Willstätters und seines Mitarbeiters, namentlich Arthur Stolls, mächtig bereichert worden sind, so machen sie doch keineswegs den Anspruch aus Vollständigkeit. Denn noch in Dunkel gehüllt ist die genaue Zusammensetzung, die chemische „Formel" des Chlorophylls, das damit das Schicksal seines Verwandten, der übrigen Eiweißkörper, teilt. Vielleicht dürfen wir hoffen, daß dem bewährten Forscher bei seinen weiteren Forschungen auch dieser letzte Schritt gelingen möge. Mit der genauen Kenntnis der Struktur eines Eiweißkörpers ist der Weg zu den anderen Eiweißkörpern offen, und, was noch mehr bedeutet, zur Synthese. Dr. R. * —-Uraufführungen. „Die große Katharina" nennt Shaw fein neuestes Bühnen werk, das jetzt im L o n do n er Vaudeville-Theater seine Uraufführung erlebte, und das sich als ein übermütiger, stark dem Grotesken zugewandter Scherz erweist, der bei dem von dem irischen Spötter allgemach seiner Selbstgewißheit beraubten Londoner Publikum herzhaft, wenn auch etwas mit bösem Gewissen, belacht wurde. Der 1. Akt ist ausgezeichnet, die übrigen leiden an einer gewissen Breitspurigkeik des Witzes. — Ein neues Stück von Henri Nathansen erlebte im Heidelberger Stadttheater eine Uraufführung. „Mutter hat Recht" betitelt sich dieses Stück, das sich von den meisten Dramen dadurch unterscheidet, daß am Scksluß alles beim alten bleibt. Das ist eben der Witz des Ganzen. Tas geschickt, fast routiniert ausgebaute Stück, das manche sehr hübsch gesagte Bemerkungen enthält, fand mit seiner behaglich warmen Atmosphäre großes Verständnis bei dem Publikum. Die gute Darstellung wurde durch herzlichen Beifall belohnt. — Der Entdecker der „weißen Eskimos" verschollen? Aus Ncwyork wird berichtet: Nach den Berichten von Walfischjägern bestehen schwerwiegende Gründe zur Sorge um den Verbleib Stcfanssons, des bekannten Polarforschers und Entdeckers der „weißen Eskimos", der im vergangenen Sommer mit einer von der kanadischen Regierung ausgerüsteten Expedition zur Erforschung der nördlichen Küsten des amerikanischen Erdteiles die Ausreise von Viktoria angetreten hat. Tas Expeditionsschiff Ste- sanssons, der Tampfer „Kartuk", wurde zuletzt am 14 August in der Hohe der Flaxman-Jnsel gesichtet: seitdem fehlen alle Nachrichten, obgleich man sich eifrig bemühte, den Verbleib des Schiffes ausfindig zu machen. Es besteht die Befürchtung, daß das Schiff mit allen an Bord befindlichen Personen verloren gegangen ist Die aus dem Norden zurückkehrcnden Walfischfänger sprechen sich fel)r pessmiistiich aus, jedenfalls hat die „Kartuk" in den ersten Loochen des L i tob er, ganz ungewöhnlich schwere und gefährliche Witlerungsverhältnisst zu erdulden gehabt, und man weiß nicht, tote sie diesen Kampf bestand. Das Schiff wurde vom Kapitän Robert Bartlett geführt, der bei Pearys Nordpol-Expedition auch die „Roosevelt" führte. In der Gegend, in der sich die „Kartuk" Mitte Oktober befinden mußte, traten um jene Zeit ungewöhnlich schwierige Eisverhältnisse ein: andere Fahrzeuge, die sich in jenen Gegenden befanden, mußten beschleunigt den Rückzug antreten, so daß es nicht ausgeschlossen erscheint, daß Stefanssons Schiff in das Eis geriet und von der Besatzung verlassen werden mußte. — Von der Gruppe Buchhandel-Literatur auf der großen Internationalen Buchgewerbe-Aus" stellungLeipzig — Mai bis Oktober 1914 — (1. Vorsitzende Frau Kommerzienrat Dürr-Gontard, Leipzig, stellvertretende Vorsitzende Frl. Louise Marelle, Berlin) wird eine „Sammlung guter Frauenliteratur" zusammengestellt, für die Meldungen von Schrift- stellern und Verlegern sobald als möglich erwünscht sind. In einer Musterverkaufsstelle gelangen diese Werke durch Buchhandlungs- Gehilfinnen zum Verkauf. Anmeldungen und Auskunft bei den Vorsitzenden der Städte-Kommission für Berlin (Zentrale für Nord- nnb Ost-Deutschland), Frl. Louise Marelle und Freifrau von Funk, Exzellenz. _ — Englisch-französisches Austauschtheater -vw Entente Cordiale hat in Paris und London auch die Sehnsucht nach einer künstlerischen Verbrüderung von Galliern und' Briten erstehen lassen und der erste Schritt dazu wurde bereits vor kurzem mit der Gründung einer „Little Frensh Theorie Society" getan, bie in England bereits über 600 Mitglieder zählt und seit einiger Zcrt die Einrichtung getroffen hat, daß einmal im Monat eine tranzonsche Schauspielergesellschaft nach London fährt und dort an einem Sonntag abend eine Vorstellung in französischer Sprache gibt. Am kommenden Sonntag spielt z. B. im Londoner Court Theatre emc Truppe des Pariser Grand Guignol. Ta das Unternehmen bisher ausgezeichnete Erfolge erzielte, will man sich mit der Cinseittgkeit bteier Gastspielfahrten nicht mehr begnügen • wie bie Londoner ichon jetzt regelmäßig in ihrer Heimatstadt französische Theaterkunst gemeßen können, sollen auch künftig die Pariser Gelegenheit haben, englische Schauspielkunst und englische Dichter zu bewundern. Tie Vorarbeiten zur Ausführung dieses Gedankens Und |o weit gediehen, daß der Organisator der Idee Mr. Philip Carr jetzt im Pariser Lyzeumsklub den ausgearbeiteten Plan bekannt gab, dem die Gründung einer Pariser Schwestergesellschaft unter dem Titel „Le Petit Theatre Anglais" folgen wird. Eine Anzahl führender Londoner Schauspieler haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt. Auch in Paris werden diese Gastspiclvorstellungen einmal im Monat stattfinden, bei wachsendem Interesse nötigenfalls öfter. Man wird int englischer Sprache Werke von Shakespeare, Shaw, Synge, Oskar Wilde und Sheridan spielen und da das Programm des Unternehmens in der französischen Hauptstadt nicht weniger Anklang findet als die französischen Gastspiele in London, wird mit diesen franco-britischen Austauschvorstellungen voraussichtlich noch in dieser Saison begonnen werden. ,B. Deutsche Kolonie«. * Gro war Hessens erste Ba stehen. 1467 1380 verordn» na Grund und würde aber 1326 1308 1303 1329 1327 1326 gebiet (SjnnMManimcrn, Pflanzervereinigima, Gouvernemcursratl auch die heimischen Firmeninbaber und Vorstände vorder gutachtlich höre Die in dieser Beziehung zwilchen dem Reichskoloni.il- amt und dem Verein der Togokaufleute für Togo getroffenen Vereinbarungen hätten sich bewährt und er sei bereit, sie auf .Kamerun auszudehnen. Am Schlüsse wurde die Frage der Arbeiterbe s ch a s s u n g gestreift. (In dieser Frage sollten demnächst Besprechungen mit dem aus einem Heimaisurlaub befindlichen Gouverneur von Kamerun stattfinden. Auf 9 Jahre: Haberkorn, Dr., Julius, Stadtverordneter Klinaspor, Adolf, Kommerzienrat Petr: II., Louis, Stadtverordneter Müller, E. H., Schreinermeister Heichelheim, Sigmund, Stadtverordneter S ch m e ck e n b c ch e r, A., Landgerichtsdirektor Noll, August, Kaufmann Diehl, Johannes, Schneidermeister Plank, Wilhelm, Stadtverordneter Wenzel, Fritz, Eiscnbahnhandwerker MeNer, Hans, Architekt Wachtel, Fritz, AmtSgcrichtsrctt Aus 6 Jahre: Noll, Adolf, Kommerzienrat, Fabrikant Jnderthal, Christian, Fabrikant Auf3Jahre: Brück, Franz, Hoflieferant, Möbelhändler Fourier, Heinrich, Geschäftsführer Müller, Valentin, Lehrer Außerdem erhielten Stimmen: Öaagenmüller, August, Reallehrcr B cdmann, Georg, Kontrolleur Linden st ruth, Heinrich, Schmiedemeister Ein Wähler leistete sich folgendes Gedicht: Von den Kandidaten allen Wollen mir nur zwölf gefallen. Die wähl' id) jetzt und hoff' sic siegen. Auf das; wir bald ein Rathaus kriegen. Das mitten in ber Stadt gelegen. Des Bürgers Stolz, der Stadt zum Segen. Geschäftsräume --------------— . , . , , , _ - der Feier de» GebunStage» des Grotzberzogs geschlossen. An» Stadt nnd Land. Giessen, 21. November 1913. Zur Stadtverordnetenwahl. Das endgültige amtliche Ergebnis der Stadtverord-- netcnwahl steht noch immer nicht fest und dürfte erst gegen abend vorliegcn. ES ist der vierte Bezirk, der noch immer aussteht. Nach dem letzten Ergebnis der sechs bisher gezählten Bezirke ist die Lage für die auf drei Jahre zu tvählcnden Stadtverordneten ungemein kritisch geworden. Die Kandidaten Valentin Müller und August Hag- genmüller haben danach nämlich beide die Stimmenzahl 1326 aufzuwcisen. Da einer von ihnen ausscheiden must, müßte also in der haute abend stattfindendeii Versammlung des Ausschusses eine Auslosung erfolgen, wenn nicht der noch fehlende Bezirk eine Entscheidung bringt. DaS bisherige Ergebnis stellt sich folgendermaßen: Besprechungen im Reichs-Kolonialamt. _ Aus Einladung des Staatssekretärs des Kolonialamts sanden sich am Donnerstag die Vorstände des Vereins rotiumua» nischer Kaufleute und des Verbandes der Kamerun- und logt** Pflanzungen zu einer Besprechung im Reichskolonialamt ein. 3um Einaang der Sitzung führte der Staatssekretär aus. bau mehrere Aeusterungen, bte er bei Besprechungen mit den J^^nnwcr- bänden in Kamerun gesegeMlick seiner letzten Reue getan habe, eine sinnentslcllcndc Wiedergabe gefunden hälten. Er stellte diese Aeusterungen richtig und wies die Angriffe zurück, me anläßlich dieser mißverstandenen Aeusterungen gegen ibn gerichtet wurden Die Vorstände der beiden Bereiniaungen gaben über- dnftwrmmb die Erklärung ab, baß ihre Mitalircher den Angriffen vollständig sernstünden, dast sie sie nur lcbhatt bedauern könirtcn und aus» schärfste mistbilligten. In der »Trage der Beseitigung des Kautschukausfuhrzolls erklärte sich der Staatssekretär mit der Einführung des Zolles, dessen Hohe sich nach dem Marktpreis des Kautt'cksuks abstuse und ganz wegtallen solle, wenn der Marktpreis unter einer gewissen Höhe bleibt, einverstanden Eine Meinungsverschiedenheit, die jebod) lediglich theoretisch Dedeiitung hat, trat in der Frage zutage, ob die Regierung rechtlichen Anspruch auf die aus herrenlosem Lande gewonnenen Landeserzeugnisse wie Waldkautschuk »uv. habe. Die Borstände der beiden Vereinigungen vertraten die Ansicht, dast ein solcher Anspruch erst mit der Ausscheidums des herrenlosen Landes entstehe Dagegen stellte sich der Ltaats- fekretär auf den Standpunkt, daß dieses Aneignungsrecht an Erzeugnissen des Bodens in dem durch die Kronland- dem Staate verliehenen Ancignungsrccht an Boden als Minus enthalten sei. Selbstverständlich die Regierung aus dieser ihr durch die Krvn- chigen Rechtslage keine wirt- , die den Handel unterbinden ßfrerzogl. Hauptsteueramt Gießen. Die tc des Hauptsteueramt» sind am 25. November wegen 2259 2212 2085 1929 1919 1911 1894 1879 1859 1727 1661 1646 Aus her Geschichte des hessischen Eisenbahnwesens. Tas hessische Eisenbahnverkehrswesen kann jetzt auf eine 7 5jährige Geschichte zurückblicken. In dem Jahre 1836 bildeten sich in Mainz und Darmstadt Gesellschaften, die mit Frankfurter Genossenschaften teils Bahnen nach Frankfurt, teils nach Offenbach und teils für ganz Hessen bauen wollten. Die Proiekte zerschlugen sich, als 1838 die Frankfurter Gesellschaft vom Herzoatum Nassau die Erlaubnis zum Bau einer Hahn über Kastell nach Wiesbaden erhielt. Infolgedessen wandte sich die Darmstädter Gesellschaft dem Plan einer Bahn von Darmstadt nach Mannheim und Frankfurt zu und erhielt hierfür die Bauerlaubnis im Jahre 1838. Aus Mangel an Mitteln löste sich die Gesellschaft jedoch nach 3 Jahren auf. — Dors-Gill, 18. Nov Die vorsichtig Kinderau-sagen auszunehmen sind, mag nachstehende Begebenheit bartun. Meldet ich da eines Morgen» in der Schule ein 11 jähriger Junge bei seinem Lehrer mit der Beschwerde, sein Gesangsbuch fei ibm abhanden gekommen, am Anfänge der Schule habe er noch daraus gesungen. Ties wird von seinem Nachbar bestätigt. Alles wird durchsucht, aber kein Buch ist zu finden. Da schickt ihn der Lehrer mit der Weisung nach Hause, dort einmal nachzusehen, ob er das Buch nicht vielleicht vergessen habe. Nach einiger Zeit kommt mein Bürschchen zögernd wieder, das Gesangbuch in der Hand — er Aus her Sitzung der Stadtverordneten. Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten verlief recht friedlich: durch den Glückwunsch, den Herr Petri dem Herrn Eichenauer zur Verlobung seiner Tochter abstattete, erhielt Ito sogar etwas von gemütlichem Behagen Tie einzelnen Punkte der Tagesordnung wurden rasch erledigt und nur bei einigen besonderen Angelegenheiten verweilte man etwas län ger. Sehr beifällig wurde eine Erklärung des Cberbürgcr meiste rS ausgenommen, in der er festste Ute, daß nach seinen Erkundiguntten die Bahnhossfraae aufs Beste erledigt werde und daß zu Besorgnissen keine Veranlassung mehr gegeben sei. Der Bebauungsplan für die Schwarzlach wurde etwas au^'ühilict er b.sprachen: großcV rwundcrung riefen dabei die Mitteilung über die einzelnen Forderungen hervor, unter denen Herr I. L- Pfass mit 2o Mark für den Quadrat lanbwrorbnunn gegebenen giml schädlichen Folgerungen ziehen. ..... , ober andere öffentliche Interessen verletzen. In -der Frage der Selbstvermaltung führten die Interessenten aus, daß nach ihrer Ansicht die rein tropischen Schutzgebiete, Kamerun unb Togo, für bie Einräumung weitcrgehender Befugnisse an den Gouvernementsrat noch nicht reif seien, es sei aber unumgänglich nötig, daß in allen wichtigen Fragen die heimischen Firmenit^ inhaber und Vorstände als die eigentlichen Vertreter gutachtlich frört würfen Der Staatssekretär betonte demgegenüber, daß er Wert darauf legen müsse, den Schtvervunkt der Verwaltung im Schutzgebiet zu belassen, und daß daher die Verhandlungen nut den Interessenten in erster Linie in der Hand der Gouverneure! liegen mußten. Auch könne er nicht zugebcn, daß die Interessenten im Schutzgebiet auSgeschaltet und durch die heimiichen Interessenten ersetzt würden Er wolle jedoch gern zusagen, daß der Gvumerneur grundsätzlich bei wichtigen Berivaltnngsmasumlnnen und Verordnungen außer den Jnteressenvertretnngen im schütz- — Schulangelegenheiten. Erledigt sind vier Schulstellen an der Volksschule zu WormS. Hiervon sind zwei Stellen mit evangelischen Lehrern unb eine Stelle mit einem katholischen Lehrer, sowie eine Stelle mit einer katholischen Lehrerin zu besetzen. •• Steuerwesen. Die Stelle des BezirkßkassierS ber Bezirkstaffe Osthofen, Meldeschluß: 26. November 1913, ist erledigt. *♦ Verbindungsbahn Main-Weser-Lahn- bah u. Für die Erd- und Mauerarbeiten der Verbindunas- strecke unseres äußeren Güterbahnhofs mit der Lahnbayn-- ftredc sind im ganzen 32 Angebote beim Eisenbahnbetriebsamt cingegangen, die sich nric folgt stellen: Guricb • 5ran(futt a. M. Mk. 256 715.—, Borgu-Ofienbach Mk. 25-1179.—, lNrieS-Herborn Mk. 240 889.—, Lurken-Aachen Mk. 23t 163.-, Gruft Becker-Homburg v. b. H. Mk. 283109.—, Hammelrich-ObladenMk 22968 , Alberdmg-Fulda Mk. 224 >84 —, Theißen - Wega (Walbeck) Mk. 223 286.- , I. Kopp - Eltville Mk. 222 690.-, 0. W. RinwGießen Mk. 216 793.-, Vetzold-Kodes- butg Mk. 215 637.—, Beter nir-TuiSbnrg Mk. 214 942.—, Bücking- Setters Mk. 213969 -, Ctto Ltiigsleben-Kassel Mk. 211 643.-, Nbeinisch-Elsaß-Lothringische Bauaeselttchast - Metz Mk. 20s 681.—, Georg Müller - Wetzlar Mk. 201 066.- , Bauly - Niederselters Alk. 198 256.—, I. Busch-Erbach Mk. 197 090.—, sfav-Hanau Mk. 197 067.—, Hoch- und Tie'ban Gesellschaft vorm. Winn & Go.- G. dem ber Z-uqnisinfraber angc« hort. ;u bel^ndrtn i>r cr Provinz sind Wiederholt Störungen im Betrieb eingetreten. Es wird deshalb eine Belohnung von 25 Mark tbm Krcisamt jedem zugesichert, der Personen, die in irgendeiner Weise die Fernleitungen gefährdrn oder beschä- »igen, namhaft macht, daß strasrcchtlichc Aburteilung cr- olgen kann. " „Einer der Ruhe braucht" schreibt unS: „In etzter Zeit verursacht der .Hund eines Besidcrs im Wetzlarer Weg nachts ein fürchterliches Gejammer. Kann diesem Uebel nicht abgeholfen werdend t* LaudkreiS Sieben. = Ha usen, 20. Noo. Gestern abend erstrahlte Hausen zum ersten Male in elektrischer Beleuchtung. ES ist zu erwarten, daß noch manche Haushaltungen den DoNeil dieses neuzeitlichen Fortschrittes erkennen und sich in der nächsten Zeit znm Anschluß an bie elektrische Leitung ver- Durch Staatsgesetz würbe nun bem Fiskus das alleinige Recht des Baus von Hauptlinien zuerkannt: die Herstellung von Nebenlinien üherließ man Privatgesellschaften. Wenn vorher die Verhandlungen mit bureaukrati- scher Umständlichkeit geführt wurden, so schlug man beim Bahnbau selbst ein erfreulich flottes Tempo an. 1846 ' " ' ~ hn fertig: die Main-Neckar- Bahn, 1848 folgte die Lokalbahn von Frankfurt nach Offenbach, vier Jahre später, 1852, konnte bereits die Main-Weser-Bahn von Frankfurt bis Gießen befahren werden. Mit der Eröffnung dieser Linie hob sich auch der bis dahin recht mangelhafte Verkehr. Mainz sah 1851 die erste nach Ludwigshafen führende Bahn, 1858 erhielt es den Anschluß an bie Linie Aschaffenburg—Darmstadt—Mainz und 1861 folgte die Strecke Mainz^—Bingen. In rascher Aufeinanderfolge baute der Staat dann durch die Ludwigsbahn die Eisenbahnen Mainz—Frankfurt, Mainz—Alzey, Worms—Alzey—Bingen. Von Gießen spann sich mit preußischer Unterstützung das Netz Wetter aus nach Köln einerseits und Lauterbach und Gelnhausen andererseits. Die politischen Umwälzungen von 1866 brachten auch dem Eisenbahnwesen neue Formen, Verträge und neue Herren. 1868 übernahm Preußen die Main-Wcser-Bahn und aestattete dafür den Bau der Bahnen bis Fulda unb Gelnhausen: während es andererseits von Hessen die Erlaubnis zum Bahnbau von Friedberg nach Hanau erhielt. Sodann baute die Ludwigsbahn die Ricdbahn und die Odenwaldbahn. Um das Jahr 1880 setzte der Eisen bahn- Frieg zwischen Preußen und Hessen ein; er dauerte eigentlich bis 1902. Einen gewaltigen Aufschwung erhielt das hessische Eisenbahnwesen durch die Bewilligung von 3 0 Millionen Mark zum Bau von Nebenbahnen. Schließlich tarnen die Verträge zwischen Preußen und Hessen über die gemeinsame Verwaltting zuwege, die 1896 zum Erwerb der Ludwigsbahn führien. Und 1902 nahm Preußen auch noch die Main-Neckar-Bahn in seine Verwaltung und damit den hessischen Gcsamt-Staats- bahnoetrieb, ein Schritt, ber beiden Staaten zum Vorteil gereichte. * ** TageSkale über für Freitag, ben 21. Noo.: Stabt- t fr e n t e r ; Volksvorstellung: »Wilhelm Teil.* Anfang 8 Uhr. hatte cs vergessen. cht. Utphe, 20. Nov. Heute nachmittag überflog ein Flugzeug in einer Höhe von etwa 600 Metern das Dorf. Kreis Alsfeld. r. Aus dem Kreise Alsfeld, 20. Nov. Unter den Neubauten in den Crtfdxiftnt ragen die neu e n Sckulfräuser besonders hervor. Alles Prunkbaste ist vermieden worben, ba von ihrem Baumeister, dem Kreisbauinspektor Fischer, bie Svar- amfeit im Interesse ber Genrrinben als erster Punkt in Betracht gezogen werden mußte Unter den neuen Schulgebäuden nimmt das zu Starnöorf bie erste Stelle ein. Aber auch die Schull»«iuser zu Elpenrob, Hainbach, Ilsdorf sinb picht weniger Wahrzeichen ihrer Gemeinden. KrciS Friedberg. h. Friedberg, 20. Der Zuckerfabrik Wetter all wurden infolge des regnerischen Wetter» ber letzten Wochen bie Zuckerrüben in derart bcschinutztem Zustande zugeführt, daß die Fabrik die Verarbeitung auf ein bedeutendes Minimum herab- drücken mußte. Um wieder einen geordneten Betrieb zu erhalten, will die Fabrik alle Rübensendimgen, die zu schmutzig sind, zurückweisen. L. Bad-Nauheim, 20. Nov. Die letzte Neucrung des Empfanasgcbäudes ist jetzt fertig gestellt, Flügeltüren sind an de« Trcppeneingängen angebracht, um allen Zug zu vermeiden. Auch der Fürfteupavillon ist fertig. 8 Weckesheim, 20. Now Ein Flieger überflog gegen 3 Uhr nachmittags unser Dorf. § Niederrnörlen, 20. Nov. Bei der gestern hier stattgefundeueu Treibjagd des Bad-Nauheimer Jagd- llubs „Hubertus" in der Niedcrmörler Gemarkung wurden 406 Hasen erlegt. Starkenburg und Rheinhessen. (rm) Darmstadt, 20. Nov Degen ber Zusammensetzung des Vorstandes der neuen Ortskrankenkasse für den Landkreis Darmstadt, welche am 1. Januar ins Leben treten soll, fand beute unter dem Vorsitz des Stadtv. SameS Darmstadt im Gebäude der Landwirlschastskammer eine Besprechung statt, um eine Verständigung zwischen den Vertretern der Landivirtschast, bet Gewerbe, de» Handels und ber Industrie herbeizuiuhren. Diese Verständigung wurde durch die Wahl eines Ausschüsse», in welchem die verschiedenen Berussstänbe vertreten sinb, hetdei- üciübrt. 'b) Mainz, 21. Nov Vor ber zweiten Strafkammer beS Lanbgerichts Main; hatte sich der 37 jährige Rechtsanwalt Wilfr. Fritsch aus Weilerhof bei Aolfskeblen, wohnhaft in Onhofen, wegen Untreue und Betrug» zu verantworten. lern Angeklagten wurde zur Last gelegt, im Jahre 1910 alS Konkursverwalter 494,97 Mk. veruntreut zu haben. Ebenso soll er int Jahre 1912 bei einem Vergleich dem Leberhänblcr Friedrich in Atten 113,35 Mark veruntreut und den Werkmeistei Krcb» in Rbein Dürkheim 1 Mark betrogen haben. Der Angeklagte l schuldiaungen, er behauptete, daß das Gan.^ nur eine reine Ditti- plinarirage sei, bie vor bie Anwaltskaminer gehöre. Durch persönliche Angelegenheiten habe er bamalS sein Bureau vernachlässigt, and) habe er öftere Krankheiten durchgemacht, durch t altnngen sei in seinem Bureau ein großes Durcheinander entstanden. Zu der Sache wurde eine große Anzahl von Seugrn vernommen Schließlich beantragte ber Staatsanwalt sechs Monate l mürbe gelegt In ber Zwischenzeit legitimierte sich Tr B 11 l h a r b t alS wurde die Sa die gestern nachmittag weiter verbandelt. Da? Gericht verurteilte den RechtSamvalt Fritsch wegen des einen Be- irugsfalles z u 1 Monat Gefängnis, in ben Fällen der Untreue würbe er frei gesprochen. fr. langen ,20. Nov. Ter Sladtvorstanb beschloß bie Herabsetzung ber Preise für Leuchtaa? 'wahrend k>eS Sommer» auf 10 unb während bca Winters aus 18 Pfennig für ben Kubikmeter. Koch- unb Heizgas kostet nur 12 Pfennig. Hessen Nassau. b. Fr anksu rt a. M , 20. Nov. Unter ber Mannschaft der neuerrichteten M a s ch i n e n g e w e h r a b t e i l u n g, bk ihre iba- ierne in ber Gemarkung Bona ine» hat, sollen einige Fälle von Genickstarre borg frommen sein. Die Kranken (ollen bem Garnisonlazarett zugesührt worben sein. fc. Wiesbaden, 20. Noo. B.'i ber freute vor* genommenen Stabtoerorbnetenwahl ber 2. Klaffe mürben die bisherigen Stabtoerorbneten v. Eck, Glücklich, Hartmann, Hanjohn, Schwctßgulh, Schwank merk hierüber ist in da» Reifezeugnis am'zunebmen. Die schulen u Anrwerpen, Bukarest und Konstantinopel sind Ober realschulen, bte Schule in Brüssel ist Realgymnasium. •• 23om Stabttheater wirb un8 gefefrricben: ES fei darauf hingewiesen, baß bie Aufführung von Halbes »Jugend^, bte am Sonntag bei fietnen Preisen wiederholt wirb, vom Publikum rote Presse als ganz varzüglich anerkannt worben ist. — Grillparzer» Drama ,DeS Meeres unb der Liebe ©eilen-, baS als Festvorstellung zu GroßherzogS Geburtstag gegeb-n wirb, erfährt bamit feine erste Aufführung im neuen Hause. Die Hauptrollen sind be- etzt mit den Damen Dagny, Lindeck unb Frenzei, owie den Herren Bruchwitz, Steinhofer, Schubert unb Volck. ♦* Das „Berghaus-Singspiel-Enfomble", welches feit turzcr Zett hier gastiert, gibt freute seine Ab- chicbs-Vorstellung im „Pfälzer Hof". “ Poübienü an Großderzoa» GeburtStag Am 25 November wirb hier eine einmalige 'Brief , Geld- unb Pakct- bestcllung statt'inben Die Postschalter und von 8—9 vorm. unb von 11 vorm. bi» ll * * * S * * B ? nachm. geöffnet. ig überflog ein ?tern das Dorf. Unter den Neu- Schulhäusrr ' worden, da von -er, bie Spa» imft in Nettacht cbäuben nimmt bic SMHwifcr t Mrjeu-m Kinderaussagen bartun. Meldet Mr Junge bei ach fei ihm ab- er noch daraus ist. Alles wird t ihn der Lehrer leben, ob er das Zeit kommt mein der Land - er -Zahlte Hausen tnng. Es ift !n den Vorteil 5 sich in der ' Leitung oer.' der gestern hier ‘flubcimcr >zago- marfung wurden fit. >n treten soll, IjjJ Darmstadt 11* ung statt, um ein ^ndwirtschalt, d r rtei^efi reten M, Strafh««« » **« SlngettM» i er/w N n3,3o 'hl ftÄWj invaltAs Spruch bandelt. Ke- 119/ w ib bellH^me'rs aul JUCK» en"t»l6,ä ".M-, ’T'a“"9 iu damit f»;!. >tkn b <>*nö bk. ' Hubert •'£‘K; ^UNdtzK a vorm. und Hetzen. Di» 'Äte” “Siu ' Abtrieb ein- = b°n 25 Mark «Ute fair: 1 oder bescha. 'urteiluug ei. ;ibt uns: „In Wetzlarer 11 diesem Uebel lUth/ tft Bettetau tzten Wochen die igeführt, daß die Minimum herab« iricb zu erhalten, ruhig sind, zurück- letzte Neuerung llt, Flügeltüren M allen Zug zu ertig. leger überflog (ung? Ö’W tx”! «*> •* roieber«, und Zorn, Krücha und Degenhardt neu gewählt. Gegen diese bürgerlichen Kandidaten waren keine ^Gegner ausgestellt. Vereinsnachrichten. (?) Selters, 20. Nov. Hier hat sich ein Musik» '^^rcin gebildet, dem bis jetzt 12 aktive Mitglieder angehören. Die Leitung hat Lehrer F Häuser übernommen. trüberen Jahren bestand ein ähnlicher Verein, der sich ledoch später wieder auflöste. Universitäts-Nachrichten. — Im Alter von 61 Jahren ist in Bonn der o. Professor und Direktor des zoologischen und vergleichend-anat» imischcn Instituts an der dortigen Universitär Geh. Reg.-Äiat Dr. Hubert Ludwig gestorben. Er stammt aus Trier. 1875 wurde er Privatdozent in Göttingen, übernahm 1878 die Leitung des Museums für Naturkunde und Ethnographie in Bremen, kam 1881 als ord. Professor nach Gießen und U887 als Nachfolger Franz v. Leydigs nach Bonn, wo er 1901/02 das Rektorat bekleidete. — Der ordentliche Prozessor der Mathematik an der Universität Heidelberg Geh. Rat Dr. Leo Königsberger ist ans fein Ersuchen vom 1. Avril 1914 ab in den Ruhestand verletzt unter Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat und unter Verleihung des Charakters als ordentlicher Honorarprofessor der Uni- versitat Heidelberg. (Ein verunglückter Dampfer. London, 20. Nov Auf dem Glasgower Dampfer „S c o t t s d y t" der Firma Roß Allan n. Johnston brach in der Nacht von vorgestern auf gestern Feuer aus, als sich das Schiff bei Katharines Point bei der Insel Wight befand.^ Tie „Scottsdvk", ein Schiff von 2600 T., war auf der Heimreise von den Mittclmeerhäfen begriffen, wo es Espartograt angelaufen hatte. Das Feuer brach int Lager- raunr im Vorderteil des Schiffes aus und griff mit großer Geschwindigkeit um sich. Die Löschversuche mußten bald aufgegeben werden, da der Spritzen schlauch vom Feuer zerstört wurde. Die Brücke mußte verlassen werden, doch ge- lairg es, das Schiff mit dem .Handsteuer vor dem Windl zu halten. Die Boote waren bis auf zwei verbrannt und von diesen war nur eines bei dem hohen Seegang brauch» bar. Da kam der neue Ueberdreadnought „Fron Duke", von dem aus man das Feuer gesichtet hätte, an und nahm die Mannschaft und zwei Passagiere des „Scottsdyk", im ganzen 26 Mann, an Bord. Am Nachmittag wurde das Schiff, das noch immer brannte, nach Southampton getaut. vermischtes. In ganz Süddeutschland hielten die Regenfäll e an. Der Rhein und der Neckar sowie die Nebenflüsse steigen unausgesetzt und überfluten teilweise die Ufer. Bei Botenheim überschwemmte die Zaber die Wege. Auch das Jgertal und das Forbachtal sind überflutet. Auch in Elsaß besteht schwere .Hochwassergefahr. Die Kanner hat teilweise Dedingen überflutet und die dortige Kirche unter Wasser gesetzt. Bei Bindenheim erfolgte ein Dammbruch, bei einer 'anderen Ortschaft ertrank ein junger Mann. * Die Bilanz des Turnfestes in Leipzig. Das finanzielle Ergebnis des Turnfestes läßt einen Fehlbetrag von 11 381 Mark verbleiben. Dieser Fehlbetrag wird jedoch durch die Granticfondszeichnung der Stadt gedeckt, alle anderen .Garantiefondszeichner werden nicht in Anspruch genommen ivcrbcu. * Plötzlich erblindet. Aus Eisenberg (Sachsen- Altenburg) wird gemeldet: Der hierher gekommene Monteur W a r m ist plötzlich auf dem Wege vom Bahnhof in der Friedrichs- straße erblindet. Er wurde in das Krankenhaus gebracht. * Tödliche Schlägermensur. Aus München wird gemeldet: Der Stud. med. vet. Max SynderhaufausKemp- t e n st a r b an Blutvergiftung infolge einer S ch l ä a e r m e n s u r. * Eisenbahnunfall. Aus Karlsruhe, 20. Nov., wird amtlich gemeldet: An der Zugslokomotive des von Singen nach Offenburg fahrenden Personenzuges 1411 ist heute zwischen Tribcrg und Hornberg der Reifen am rechten Triebrad gebrochen. " Infolgedessen mußte der Zug aus freier Strecke liegen bleiben. Tic Reisenden wurden zunächst mit dem aus dem anderen Gleis verkehrenden Eilzug 152 nach Triberg zurückbcsörderl. Ter Zog 1411 erlitt eine dreistündige Verspätung. Weitere Störungen sind nicht emgcl reten. * Ueberfnll. Nach einer Meldung aus Krakau wurde gestern abend der Geldwechsler Israel Sieg mann in dem 3pc ditionsburcau Mendelssohn am Oswiecincr Bahnhof an das Tele vhongclockt, überfallen und beraubt. Tie Räuber erbeuteten etwa 20000 Mark. Sie zündeten vor dem Ueberfall gegenüber dem Tatort eine Besitzung an. Der bei der Firma angcstellte B u z a k mit Swei seiner Schwäger sind als mutmaßliche Täter verhaftet worden. * Ungebärdiger Arbeiter. Aus Ludwigshafen o Rh., 20. Nov., wird gemeldet: Heute nachmittag versetzte in der hiesi gen Chamottefabrik der 52 Jahre alte Arbeiter Wilhelm Eh- m a n n wegen einer Zurechtweisung dem 25 Jahre alten Meister Willy A l l m a n n mit einem Chamottcstein einen wuchtigen schlag auf den Kopf und mit einer Eisenstange dem Arbeiter Johann Probst drei Hiebe ebenfalls über den Kops. Darauf brachte fich E h m a n n mit einem Taschenmesser einige Stiche bei. Altmann und Probst sind erheblich verletzt worden, während die Verletzung, die sich Ehmann selbst bcibrachte, nicht schwer zu sein lcheinen. Alle drei fanden Ausnahme im Krankcnhause. — Die Ernährung des Säuglings mitGemüsc. Wie Tr. Arnold Bensen, Berlin, in der Medizinischen Klinik mitteilt, haben die Doktoren Laugstein und Kassowitz Gemüse, das zerkleinert und zwar nach der sogen. Friedenthalschcn Methode zu feinem Pulver »crficincrt wurde, zu Ernährungsversuchcn im Säuglingsalter benutzt und sind sowohl durch klinische Prüfung als auch durch den Stoffwechselversuch zu einem zufricdenstellen den Ergebnis gekommen. Die Gemüsepulver werden am besten mit der gleichen Menge Mehl und der halben Menge Zucker vermischt in Milch oder Haferschleim gegeben. Auch süßem Mon> daniinbrei zugcsügtcs Spinatpulvcr wird gern genommen. Man beginnt mit messcrspitzenweiser Verabreichung und steigt allmählich an. Tie Verfasser kommen zu dem Schlüsse, daß das Gcmüsc- pulvcr ein Tiätetikum ist, das relativ frühzeitig gut vertragen wird und dem Organismus Bausteine in großer Menge darbietct * Schnell gefaßt. Dame im Laden: „Hier haben Sie Ihre Ware wieder. Es ist eine wahre Schande, daß Sic so schlechtes Zeug verkaufen!" — Verkäufer: „Mer meine Gnädigste, seien Sic versickert, wir haben diesen Stoff nur deshalb anfcrtigen lassen, um die Ehre ünd das Vergnügen zu haben, Sie wieder zu sehen." * Jugend von heute. Junge, der zu pädagogischen Zwecken mit dem Stock in eine sehr enge Berührung treten soll: „Halt, Vater! Ist der Stock auch sterilisiert?" Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Samstag, den 22. Nov. 1913 • Wechselnde Bewölkung, vereinzelte Niederschläge, späteres Aus- klaren. Letzte Nachrichten. Gegen die französische Fremdenlegion. Berlin 21. Nov. Gestern wurde hier in einer Versammlung eine Ortsgruppe des in München domizilierenden deut sch en Schutzvcrbandcs .gegen die Fremdenlegion gegründet. Es sollen in allen größeren Städten Ortsgruppen gegründet werden, welche Reichstag und Regierung mit Material zur Herbeiführung durchgreifender Schutzmaßnahmen gegen die französische Fremdenlegion versehen sollen. Terarlige Maßnahmen werden sein: Die Forderung dec Auslieferung aller vor dein 21. Jahre angcworbenen Deutschen von Amtswegen, Bereitstellung von Mitteln zur Unterstützung hilfsbedürftiger Reichsangchöriger, die sich an die deutschen Konsuln in Frankreich wenden, Einführung des Paßzwanges für Minderjährige, der Antrag auf internationales Verbot der Einstellung fremder Staatsangehöriger in den Heeresdienst, Verschärfung der strafgesctzlichen Bestimmungen gegen die Werber, Verbot der Frcmdenlegionärvereine in Deutschland. Nachdrücklich wurde in der Versammlung darauf hingewiesen, daß die Schundliterattir wesentlich zum Eintritt in die Fremdenlegion reize. Die sächsische Regierung ünddieBeschlagnahmevon Kunstwerken. Dresden, 21. Nov. In der Zweiten sächsischen Kammer teilte der Kultusminister Tr. Beck mit, das sächsische Justizministerium werde bei der S t r a f g e s c tz - N e f o r m darauf hinwirkcn, daß die Bestimmungen über die Beschlagnahme von Kunstwerken und ihren Nachbildungen revidiert werden, damit künftig Nachbildungen berühmter Gemälde aus staatlichen Sammlungen nicht mehr Von Gerichten als unzüchtig beschlagnahmt werden können. Ausstand brr Bergleute. PariT, 21./ Nov. Der Ausschuß brr Bergarbeiter im Departement Loire beschloß, sich dem Ausstand anzuschließen. Aus Marokko. Paris, 21. Nov. Wie aus Macakcsch gemeldet wird, hat der aufständische Kaid der Anslns durch seinen Bruder Pardon erbitten lassen, der ihm auch auf Anordnung des Generals Liautep bediuMNgsl-os gewährt wurde, doch dürfte dem Kaid eine ziemlich entfernte Stadt, wahrscheinlich Makincs zum Wohnsitz angewiesen werden. Auch der Prätendent El H i b a soll durch Unterhändler seine vollständige Unterwerfung angeboten haben. Die Genfer Spionage-Affäre. Paris, 21. Nov. Aus Genf wird zu der gemeldeten Spionage-Affäre gemeldet, daß sich die Behörde darauf beschränken dürste, den Hauptmann Larguier und vier oder fünf in diese Angelegenheit verwickelte Geheimagenten auszuweiscn. Ein päpstliches Verbot des Tango-Tanzes? Paris, 21. Nov. Nach einer Blättcrmeldung aus Nom haben mehrere französische Bischöfe beim Vatikan a n -- gefragt, ob sie nicht ein Verbot gegen den Tangotanz erlassen sollten. Ter Vatikan habe geantwortet, daß eine Gut* schcidung in dieser Angelegenheit demnächst erfolgen würde, daß jedoch die Bischöfe vorläufig nach ihrem eigenen Ermessen verfügen sollten. Die Reorganisation der Zwangsarbeit in Rußland. Petersburg, 21. Nov. Ter Ministerrat begutachtete heute die Gesetzesvorlage über eine Reorganisation des Instituts der Zwangsarbeit in dem Sinne, daß Bestrafungen mit Zwangsarbeit nicht mit Verschickung verbunden werden sollen, daß jedoch die Zwangsarbeit und die ihr bisher eigentümlichen Prinzipien beibchalten sollen, nämlich erstens das Prinzip der Bestrafung, welches erzielt werde durch Verhängung einer Gefängnishaft von hinlänglicher Dauer unter Auferlegung mög» lichst schwerer Arbeit, und zweitens das Prinzip der Besserung in dem Sinne progressiver Erleichterungen der Lage der Sträflinge entsprechend. A u s Mexiko. Mexiko, 21. Nov. Die beiden Häuser des Kongresses sind gestern zusammengetreten. Ein Kampf zwischen Studenten und Polizisten. Barcelona, 20. Nov. Zwischen Studenten und der Polizei kam es hier zu Zwischenfällen, die ihre Ursache darin batten, s>aß die Studenten Straßenbahnwagen mit Steinen bewarfen, weil ein Wagen gestern ein Kind umgeworfen und schwer verletzt hatte. Als die Polizei gegen die Manifestanten vorging, flüchteten die Studenten in die Universität und feuerten auf die Gendarmen, die das Feuer erwiderten. Der Polizeipräfekt, der sich in die Universität begeben wollte, mürbe am Tore des Gebäudes durch einen Steinwurf im' Gesicht verletzt. Ein Gendarmerieleutnant wurde durch einen Ziegelstein getroffen. Von den Stuben-, tcn wurde einer durch eine Kugel verwundet, ein anderer erlitt Quetschwunden. Als die Gendarmerie in die Universität einbringen wollte, wurde sie von dem Rektor veranlaßt, das Gebäude wieder zu verlassen. Diele Mütter glauben ihre Kinder gut zu ernähren, wenn ste ihnen schon in den ersten Monaten unverdünnte Kuhmilch geben. Sie wissen nicht, daß diese ihres zu große»! EiiveißgehalteS wegenI von den meisten Kindern nicht verdaut werden kann und daß sie verdünnt werden inuß. Dies geschieht nm vorteilhaftesten durch einen Zusatz von „ Kufeke ", welches vorher in Wasser ausgekocht worden ist. Die Mütter erzielen durch diese Art der Ernährung bei ihren Slinbern eine geregelte Verdauung und vorzügliche Entwicklung. Eine ideale Komposition [s6l8/i ©stellen rtanS ächte Sodener Mineral-Pastillen darum dar, weil sie der Hauptsache nach die wirksamen Bestandteile auö den ausgezeichneten Gemeindeheilgiiellen Nr. 3 u. 18 enthalten. Brun- @nen Nr. 3 ist wirksam gegen Erkrankungen und Reizungen der Luftwege; Brunnen 9h\ 18 wirkt ausgezeichnet auf Magen und Darm. Daraus ergibt sich, daß Fans ächte Sodener Mineral- @ Pastillen gleich günstig bei Katarrhen rc. der Luftwege wie auf, Magenverstimmungeil, Dlisvepue, Säureansammlung rc. wirten müssen, u. dies, geineinsainen Wirkung dank, sie ibrenWeltrns. Man achte aber stets auf d. Namen „Fan". Die S chacht. kost.WPfg. 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Juni 1914, vormittags 9 tthr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 3, anberaumten Ausgebotstermine zu melden, widrigenfalls die Todeserklärung erfolgen wird. An alle, welche Auskunft über Leben oder Tod des Berschollenen zu erteilen vermögen, ergeht die Aufforderung, spätestens im Aufgebotstermine dem Gericht Anzeige zu machen. Gießen, den 31. Oktober 1913. Großherzogliches Amtsgericht. Schwciumstcinfabrik, ält., lief. bill. la.Steinen.Zement- dielen. Pb. Gies, Neuwied. |hvaVsl an! Tage, wothen, Monate © leihweise ® treffen mäßige Gebühr. Bei Kauf :: Anrechnunff :: der Leih-Gebühr Franz Vogt & Co. GIESSEN, Gosthestraße 32 Telephon 1054. [Wl15 AugustFörster Giessen und Lieh Bahnhofstr. 65. Tel. 367. Bei Miete 13425 Eiffentumserwerb laut besonderer Bedingung. Stets gebrauchte Instrumente zu jedem Preis. Vermietungen 2 bis 12 Mark monatlich. Vertretung v.Schiedmayer t Söhne, Steinweg, Ibach, Kaps, Römhild, Dörner, Hörügel, Spaethe, Ackermann usw. Schweinefleisch 85 v. 95 „ fiel. 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