bis vormittags 9 Uhr. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Der Kaiser und die kreier Woche. Kiel, 25. Juni. Hohcnzollcrn" mit dem Kaiser Deutsches Reich. Zur dritten Lesung der Wehrvorlage beantragt die konservative Fraktion des Reichstags Wiederherstellung der drei gestrichenen Kavallerie-Regimenter. Ta in den letzten Tagen zwischen einigen Fraktionen über diese Frage Besprechungen statt- gesunden haben, die nicht ohne Erfolg verlausen sind, nimmt nian an, daß, sich für den Antrag eine schwache Mehrheit finden wird. Allerdings hängt die Annahme von der Besetzung des Hauses ab. Kleine Anfragen im Reichstag. Der Abg. Dr. Ger lach (Ztr.) fragt im Reichstage an, ob dem Reichskanzler bekannt sei, daß in Coesfeld in Westfalen Jesuiten patres Schwierigkeiten bei der Abhaltung von Exerzitien seitens des Regierungspräsidenten gemacht worden seien. Es habe sich nicht um religiöse Borträge gehandelt, der Eingriff des Regierungspräsidenten sei daher gesetzwidrig. Die geplanten Exerzitien sind nickst abgehalten worden. Rach der Meinung des Fragestellers liegt ein Widerstand gegen ein Bundesratsbeschluß, vor. Die Anfrage wird am Freitag beantwortet werden. Im Reichstage sind noch folgende kleine Anfragen an den Reichskanzler eingegangen: Cb die französische Meldung von einem verlustreichen Gefecht in Kamerun zutreffe, wie es mit der Berufung eines Ausschu s s e s zu r Prüfung der Rüstungslieferungen stehe und welche Schritte zur internationalen und nationalen Durchführung eines besonderen Schutzes für Arbeiter und Arbeiterinnen vom 16. bis 18. Jahre geschehen seien. Die Aenderung des Schutzgebietsgesetzes. Der Ausschuß des Reichstages zur Vorberatung des Gesetzentwurfes, betreffend Aenderung des Schutz- gebietsgesetzes erledigte in seiner Sitzung am Mittwoch die Vorlage. Es entspann sich zunächst eine Ausspracft über die Frage, ob die Ertverbsgesellschaften in das Gesetz einbezogeu luerbcn sollten. Mit Rücksicht auf die Erklärung des Negierungsvertreters, daß in dem Kolouialamt darüber Beschluß gefasst worden sei und daß darüber ein neues Rorinaistarut ausgearbeitet werde, beschränkte sich der Ausschuß auf die Vorlage und nahm sie ohne weiteres unverändert an. Der Herzog von Cumberland und die Welfen. Die „Deutsche Tageszeitung" berichtet aus Gmunden: In den letzten Tagen empfing der Herzog von Cumberland in seinem hiesigen Schlöffe sämtliche führenden Mitglieder der Welfenpartei. Tie Delikates s en händ le r und die Nahrungsmitte lges etzgebung. Auf der Jahresversammlung der deutschen Delikatesseu- händler, die am gestrigen Mittwoch in Breslau stattfand, wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Verein deutscher Kaufleute der Tclikatessenbrauchc tritt dafür ein, daß bei der bevorstehenden Reform des Nahrungsmittel gesetzes folgende Bestimmungen in das Gesetz auszunehmen sind: Beim Kaiserlichen Gesundheitsamt ist eine Zen traft stelle für das Deutsche Reich cinzurichtcn, »velche folgende Ausgaben hat: a) einheitliche Methoden der Untersuchung von Naft rungS- und Genußmitteln für alle diejenigen Fälle festzusctzen, in welchen die Untersuchung nach verschiedenen Methoden möglich ist, die verschiedenen Metl-oden aber verschiedene Resultate ergeben können: b) Festsetzungen für die Beurteilung der cinzelireu Nahrungs- und Genußmittel zu treffen: c) auf Ersuchen der Gerichte über 'Fragen, ivclche die Herslellung und Beschaffenheit von Nahrungs und Genußmitteln betreffen, ausgenommen Fragen der Gesundheitsgefährlichkeit, Gutachten zu erstatten, sofern in dein gerichtlichen Verfahren voneinander abweichende Gutachten mehrerer Sachverständiger vorliegen. Die Festsetzungen der Zentralstelle sind zu veröffentlichen, mindestens in Auszügen. Die Geschäftsordnung für die . Zentralstelle stellt der Bundesrat auf. Sie muß die Bestimmung enthalten, daß bei allen Beratungen mindestens die Hälfte der Beratenden aus solchen Mitgliedern der Zentralstelle bestehen muß, tvelcft Geiverbetreibende der Nahrungsmittelindustrie sind. Tas Recht der freien Beweiswürdigung der Gerichte wird durch die Festsetzungen und Gutachten der Zentralstelle nicht berührt. Der Verein bestreitet mit Entschiedenheit, daß auf Seiten der an der Erzeugung und dem Handel mit Lebensmitteln beteiligten Berufskreise die einmütige Auffassung herrsche, daß nur durch rechtsverbindliche Festsetzungen über die Beschaffenheit und Beurteilung der einzelnen Lebsensmittel die unleugbar vorhandenen Mißstände beseitigt werden können." lag, ob er von Napoleon, ohne sich zu schlagen, dasselbe erreichen könnte, tvie wenn er sich entschieden in die Reih? seiner Feinds stellen lvürde. Tie Erhaltung der Neutralität Oesterreichs mußte deshalb Napoleons Hauptsorge sein. „Erllären Sie Ihre Neutralität und halten Sie dieselbe, dann geh? ich auf Unterhandlung in Prag ein." „Ter Kaiser" erwiderte Metternich, „I>ati den Möchten nur seine Vermittlung, nicht seine Neutralität an geboten. Rußland und Preußen haben sie angenommen, an Ihnen ist es, sich heute noch zu erllären." Tarauf konnte Napoleon vorläufig nicht eingehcn. Es mußte also ein stärkerer Trumps ausgcspiclr werden. „Ihre jetzige Armee, ist sie nicht eine antizipierte Generation? Ich habe Ihre Soldaten gesehen, es sind Kinder. Wenn diese jugendliche Armee, die Sie heute unter die Waffen gerufen haben, dahingerafft fein wird, was dann?" Jetzt übermannte Napoleon der Zorn, sein Gesicht wurde fabl, seine Züge verzerrten sich. „Sie sind nicht Soldat, Sie wissen nicht, was in der Seele eines Soldaten vorgcht. Ich bin im Felde ausgewachsen, und ein Mann wie ich spuckt auf das Leben einer Mmion Menschen." Mit diesen Worten warf er den Hut in die Ecke des Zimmers. Wenn er aber geglaubt hatte, daß Metternich ihn vielleicht aufheben werde, so täuschte er sich, jetzt bückte sich der Diplomat nicht mehr vor ihm, sondern meinte nur in bedeutungsvoller Anspielung auf dieses aus den Abgründen der Herrsck-crseele gestiegene Bekenntnis: „Oeffnen wir die Türen, und mögen Ihre Worte von einem Ende Frankreichs bis zum anderen ertönen. Nicht die Sache, die ich vor Ihnen vertrete, wird dabei verlieren." Ties wirkte. Napoleon faßte sich, um rasch, wenn ourf' in ruhigem Tone, ein nicht minder schauriges charakteristisches G-ffländnis äbzulcgen: „Tie Franzosen lönnen sich nicht über mich beklagen: um sie zu schonen, habe ich die Deutschen nnb die Polen geopfert." Jetzt war es Metternich, der triumphierte: „Sie vergessen, Sire, daß Sie zu einem Teutschen sprechen. Ich will Ihnen offen und frei sagen, Napoleon der Eroberer hat einen Fehler begangen." Das fühlte dieser selbst. „Es kann mir den Thron kosten, aber ich werde die Welt unter seinen Trümmern begraben." lieber acht Stunden hatte die Unterredung gedauert. Im Zimmer wuchsen bereits die Schatten empor, an der Tacke spielten die letzten roten Lichter der untergehenden Sonne, durch die Fenster sttömte der Abend feucht ftrrin. Eine unheimliche Ruhe lag über dem Palast. Um 1 ?9 Uhr öffnete der Kaiser dem Diplomaten die Türe und klopfte ihm freundlich auf die Schulter: ,,3ic' werden mir nicht den >vrieg machen." „Sie sind verloren, Sire; ich hatte ein Vorgefühl dcwon beim Kommen, jetzt beim Gehet! habe ich die Gewißheit." 2>ic Aufgabe, die der Kaiser Franz lief, gefolgt von dem Tepeschcnboot „Sleipner", um ein Uhr aus der Schleuse in Holtenau unter dem Salut der Kriegsschiffe in den Kieler Hafen ein. Beim Passieren der Kaiseriacht brachte die in Parade stehende Mannschaft drei Hurras aus. Die Besatzung des italienischen Panzerkreuzers „Amalfi", in deffen Gestopp die deutsche Flagge wehte, begrüßte den Kaiser mit drei Hurras. Die „Hohenzollern" machte an der gewohnten Liegestelle fest in der Nähe der Seebadeanstalt. Ter Staatssekretär, Großadmiral v. Tirpitz ist zur Kieler Woche eingetroffen. Der Besuch des italienischen K ö n i g s Pa a r e s. Rom, 25. Juni. Die „Tribuna" meldet: Der König und die Königin reisen am 1. Juli von San Rossore nach Schweden und treffen am 3. Juli morgens in .Bel ein. Die Begegnung mit den deutschen Majestäten findet am Nachmittag desselben Tages statt. Das Königspaar wohnt dem Negattcnschluß der Kieler Woche bei und fährt am 3. Juli abends oder am 4. Juli ab, trifft am 5. Juli in Stockholm ein und reist am 7. Juli höchstwahrscheinlich von Kiel nach Italien zurück. Metternich gestellt hatte, lautete kurz und bündig: „Z'oast will i vom Napoleon d' Allianz z'ruckhaben, — derweil kann i mi in alli Sattel rieften! Z'oast bringen's mi d' Allianz z'ruck!" Tiesen Auftrag hatte er erfüllt. • Seh. Hat Krüger über die deuische Sprache. In seinem Handbuch der Kirchengeschichte für Studierende in Verbindung mit usw. herausgegeben von Gustav Krüger in Gießen verteidigt der Herausgeber in vortrefflichen Worten sein Streben nach einem reinen Deutsch. Er sagt: ,Lwei Aeuftrlichkeiten möchte ich nicht unerwähnt lassen, zumal sich Meinungsoerschteoen- beiten zwischen meinem Freunde P. und mir dahinter verbergen. Tie eine betrifft die Ausmerzung entbehrlicher Fremdwörter, lieber den Grad der Entbehrlichkeit gehen unsere Ansichten auseinander, und ich glaube nicht zu irren, wenn ich meine, daß sich die Mehrzahl der Herren Kollegen an den Universitäten zurzeit noch als meine Gegner bekennen werden. Darüber, daß wir unseren Stil nicht mehr mit Wortbildungen wie signifikant und perniziös verunzieren dürfen, sind wir wohl alle einig. Andererseits sagt schon Goethes Philine richtig, daß es für perfide kein deutsches Wort gibt. Unsere Gelehrten aber fühlen sich anscheinend nur glücklich, wenn sie ihren Stil mit recht vielen Fremdwörtern ausstaffieren und ihm so ein in ihren Augen gefälliges, in denen anderer^Menscheu gespreiztes Ansehen verleihen können. Freilich ist ein Fremdwort oft bequem, wie jeder erfahren kann, der sich beim Sprechen beobachtet. Aber Beguemlichkeit ist kein Rechtstttel. Ich 'glaube, daß wir das Kauderwelsch in unseren gelehrten Büchern zum guten Teil der Hasttgkeit verdanken, mit der oie Fevern arbeiten. Wer jedes Jahr ein halbes Dutzend Auffäft und dazu womöglich noch ein Buch auf den Markt wirft, muß ein Genie fein, unt^tadellos schreiben zu können; er hat die Zeit gar nicht, _ seine Sätze zu bedenken und sorgsam auszufeilen. Uebrigens sorgt dafür, daß das nicht geschehen kann, unser Te- peschenzeitalter ohnehin zur Genüge. Technische Ausdrücke wird eine wissenschaftliche Darstellung freilich nie entbehren können, und Kürze und,Knappheit des Ausdrucks mögen hierbei die Heranziehung fremdsprachlicher Bildungen oft unvermeidlich madten. (Soweit sie nämlich schon vorhanden und allgemein üblich sind; neue zu, schaffen, ist niemals nötig. Bei gutem Willen genügt die deutsche Sprache. Hg. i Aber warum soll ich Sukzession und Disziplin reden, wo doch Nachfolge auch der Apo st .! und Kirchen zuckt viel deutlichere und scftnere Bezeichnungen sind?" Zu diesen schönen, beherzigenswerten Worten des.verausgebers sagt der betroffene Freund P.: „Daß ick) dem Streben nach .Gleichförmigkeit im Aeußerlichen meine Sonderwünsche geopfert Vie Unterredung von Dresden, (26. Juni.) Am 26. Juni 1813, mittags 12 Uhr, standen sich in einem kleinen, sonndurchfluteten Rokokozrmmer des Palastes Markottni in Dresden, hinter verschlossenen Türen zwei Männer in ernstem, lebhaftem Gespräch gegenüber. Hochaufgeschossen, eine stolze, statt- lieft Erscheinung in der reicftn Galauniform des öltcrrcmwcftn Ministers der eine, klein und untersetzt, in dem einfachen, goldbestickten Grün des ftanzösisckstm Marschalls der andere: Metternich und Napoleon. Beide waren sich der weltgescknchtlichcn Bedeutung ihrer llnlcrrtinmg wohl bewußt. Heiter, als. ob nichts zwischen ihnen vorgefallen wäre, mit verbind!tcftm Lächeln, mit ehrerbietiger und doch selbstbewußter Grgcbcnftit, mtt vollendeter hofmänniscftr Gewandtheit, aber mit dem testen nmeren Entschluß, einen neuen, wenn möglich den letzten ?lft emes Weltdramas einzuleiten, Ivar der österreichische Diplomat aus der alten habsburg-spanischen Schule dem kleinen, energneftn, temperamentvollen Korsen, dem Sch-wiegersohn sernes Kaisers,,gegcn- übergetreten. Napoleon empfing ihn mitten im Zimmer tteftni, den 'Degen an der Seite, den Hut unterm Arm, die Reckte auf einen kleinen, runden Tisch gestützt. Seine Haltung war gesucht, seine Fassung erkünstelt, fern Bleck düster, _dre Stimmung gewitterschwül. Metterni.ch 'fühlte, daß seine gro^ -^tumegekommen war; er fühlte, daß er in diestnn Augenblick als Vertreter der europäischen Gesellschaft, als Organisator des zulunstigen europäischen Staatenbildes auftrete. Tie Unterredung hatte Schicksalsbedeutung. Krieg oder Frieden^ hieß ihr Motto. „Sic !vollen also den Krieg, gut, ric sollen ihn haben." Mit bieien Worten, die Metternich lojort ein Gefühl der Ueberlegenheit gaben, begrüßte Napoleon den schlauen Diplomaten „Tas Schicksal Europas und Ihre eigene Zulunff ruht in Ihren eigenen Händen," erwiderte er. „Heute können Sie noch Frieden schließen, morgen dürste es zu |jmt icin. Cs brauchte eine große diplvmatiiche Dreistigkeit, Napoleon, der doch von allen Vorgängen zwischen Oesterreich und den Verbündeten genau unterrichtet war, mit dielen Worten unter die Augen zu treten. Ter Rückschlag blieb denn auch nickst au-. Osten heraus schleuderte er ihm ins Gesicht: „Gestehen Sie mir zu: seitdem Oesterreich den Titel eines Vermittlers angenommen hat, ist.es nicht mehr- aus meiner Seite; .es ist nickst mehr uuparteistch es ist feindlich!" Napoleon mutzte zu gut, daß Metternich aus seiner Verlegenheit einen möglichst großen Vorteil zu ziehm suchte. Er erkannte, daß die große Frage jur Metternich darin jum Schluß auf die Vcrmögonszuwachsstcuer, die jedenfalls einen ganz unleugbaren steuertechnisck-en Vorteil aufweist, nämlich, daß sie rund 100 Millionen Mark bringen wird. Erfreulich ist es, daß man bei dieser Gelegenheit mit der Wertzuwachs steuer auf Grund st ücke aufgeräumt hat, denn dies seit frtvei Jahren geltende Gesetz hat die darauf gesellten finanziellen Hoffnungen in keiner Weise erfüllt, aber den soliden Gru n d stücks hau del und damit die Bautätigkeit sehr geschädigt. Ihr Fortbestehen neben der Vermögenszuwachssteuer Ijättc eine jeder steuerpolitischen Gerechtigkeit widersprechende Doppelbesteuerung bedeutet, und es ftit dal)er außerordentliches Erstaunen erregt, daß der Reichsschatzsekretär sich mit solcher Entschiedenheit gegen die mit 14 gegen 12 Stimmen beschlossene Aufhebung der Steuer gewehrt ftit. Im übrigen Ivar der Ausschuß nicht geneigt, den Protest des Schatzsekretärs allzu tragisch zu nehmen, und man zweifelt nicht daran, daß die verbündeten Regierungen dem Steuerkvnipromiß zustimmen werden, aus dem einfachen Grunde, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Ob wirklich, tvie der Schatzsekretär behauptet, nach den jetzigen Beschlüssen 75 Millionen Mark an den einmaligen und 20 Millionen Mark an den dauernden Einnahmen fehlen, ist durchaus nicht gewiß, denn die Berechnungen der Regierung beruhen auf keineswegs sicheren Sckstitzungen, und im übrigen rann das vom Ausschuß grundsätzlich gutgcheißene Erbrecht d e s S t a a t e s , dessen Erledigung man auf die Herbstsession verschoben har, die Grundlage zur Auffüllung etwaiger Süden geben. Jedenfalls ist nicht daran zu zweifeln, daß der Reichstag die Deckungsfrage auf Grund des Kompromisses schon in den nächsten Tagen erledigen und daß die Regierung „mit einem heitern, einem nassen Ang " dazu Ja und Amen sagen wird. Der Sieg -es Steuerkompromisses. Der anfänglich so hitzige Kampf tim die Wehr- und Deckungsvvrlagen gelff im Automobiltempo seinem Ende entgegen. Der Reichstag hat am Dienstag die zweite Lesung der Wehrvorlage beendigt, und gleichzeitig schloß der Budgetausschuß die Beratung der Det- ku n g s v v r 1 a g e n ab. Was die vorn Plenum des Reichstags in zweiter Lesung angenommene Wehrvorlage betrifft, so sind die Forderungen der Regierungsvorlage bis auf die drei heißumstrittenen, aber mit knapper Mehrheit gestrichenen, Kavallerieregimenter sämtlich bewilligt worden, so daß also die auf die Jahre 1913 bis 1915 verteilte Heeresverstärkung 3883 Offiziere, 15 017 Unteroffiziere, 116965 Manu und 27 418 Pferde beträgt. Die bisherige Friedenspräsenzstärke von 544 211 wird auf 659 563 Köpfe erhöht, und sie wird einschließlich der Marine (78846 Mann), der Offiziere, Unteroffiziere und Einjährig-Freiwilligen im Jnhrc 1915 920033 betragen. Die in der offiziösen Presse zum Ausdruck gebrachte Hoffnung, daß bei der dritten Lesung die Streichung der drei Kavallerieregimenter noch rückgängig gemacht werden könnte, ruht auf schwachen Füßen. In Wahrheit dürfte sich die Militärverwaltung bereits in das anscheinend Unabänderliche gefügt haben. Roch weit schneller als Has Plenum bei der Wehrvorlage hat der Budgetausschuß bei der Erledigung der De k- kungssrage gearbeitet, die durchweg auf Grund des zwischen den liberalen Parteien und dem Zentrum ver-, cinbarien Kompromisses gelöst wurde, zum Teil freilich nach dem bekannten Rezept des gordischen Knotens. Es liegt in der Natur des Kompromisses, daß keine Partei davon befriedigt ist, da jede Zugeständnisse machen mußte. Immerhin ist festzustellen, daß sowohl beim einmaligen Wehrbeitrag wie bei der Deckung der laufenden Ausgaben in der zweiten Lesung noch wesentliche Verbesserungen durchgesetzt worden sind. Dor allem ist es mit Befriedigung zu begrüßen, daß man den verunglückten OebanTen der Kapitalisierung des Einkommens fallen ließ und an dessen Stelle eine Staffelung der Beiträge aus dem Einkommen gesetzt hat. Wenn der Ausschuß bei dem Wehrbeitrag wenigstens den Grundgedanken des Regierungsentwurfs ange- nonnneu hatte, so ist bei dem Besitzsteuerentwurf das unterste zu oberst gekehrt worden. Im wörtlichsten Sinne des Wortes, denn während der schöne Gedanke der veredelten Ma- trikuiarbeiträge mit seltener und erfrischender Einmütigkeit ab gelehnt wurde, hat der Ausschuß die Vermögens- zu wachs st euer, die nur als Eveutualsteuer in Frage kommen sollte und mehr ein Schaustück darstellte, zum Rückgrat der Finanzreform gemacht. Mau hat nicht ganz mit Unrecht gesagt, daß diese Steuer sich deshalb als Kompromißobjett eigne, weil sie keiner Partei gefalle, denn es konnte somit keine Partei bel)aupten, daß die andere ifyren Willen durchgesetzt habe. Es hat heute wenig Zweck, sich über die volkswirtschaftlichen Bedenken dieser Steuer auf den „Spar- und Erwerbssinn" zu unterhalten, da sich eben keine andere Steuer gefunden hat, für welckse eine Einigung der Parteien zu erzielen war und die zugleich die Zustimmung der verbündeten Regierungen fand. Diese hatten die Reichsvermögenssteuer runbtoeg abgelehnt, für die so ziemlich alle Parteien zu haben waren. Und wenn auch im Reichstag eine Mehrheit für die Reichserbschaftssteuer zu haben war, so wäre doch dabei das Schicksal der Wehrvorlage auf eine außerordentlich unsichere Grundlage gestellt worden. So einigte man sich 8IotL 163. Jahrgang Donnerstag, 26. Zuni 1913 erscheint täglich, außer V ü» GW *5 c ut a»»r e. EountagS. - Beilagen: jß Bk ▲ ▲ . B 5 monatlich 75 Pft viertel- viermal wöchentlich 183 tfYAs. AA M A A A Xk JK. ▲ AA iaiidri)lf.2J;hir.t SiehmerFamiliendlätter; EU BQ Avlwle- m Zivor:.' en zioeimal wöchentl.Xreis- Kl GH ÄS M BP Kl H «U M v W W M E jö MH ei ▼ monatlich 65 ' , >nrch blflttfür6r?CScnmu5-*l 15-ä'!r*net>J)L 2.50 Ufal Seltersw. 12. ,,MTel.285. 11-3 Uhr Eitra- Versand' Album **/>’*’ Sch Lte» 1 Kopi^1 p /il S^‘ei 63 * $tiit HM-M gfflÜtvSB ApWt . Uti>iskB>W Eilwäschc ■ einzelne Stücke, sowie ganze Brant- end Wohnnngs- ansstattun^cn unkr kulanten Bedingungen. Auf Teilzahlung! Die Anzahlung ist ring und wird so bemessen. daß sich jeder leicht ein gemütliches Heim schaffen kann. DieRatenzahlnngb; stimmt der Käuferseit-' seinenVerhältnisseoe:.' sprechend. litte i Giessen, W-- \ Größtes ob^«*8 \ UöbelverswJhftUS' ? Bei Baro>hlnn6 | äusser ordern billige ■ 11 bi Bec auf in den wä I nm ■ ben au< W< ) die bei Tut 0 mit ■-« h; Z ane?t ganf Züt | E Tr-kl s tf < AZLsörrnv- Der Heeresausschuß der französischen Kammer stimmte dem neuen B.richte Pates über den 3jährigen Dienst M, wonach es durch Herabsetzung der lieber, chuMffer von acht aus seckss Prozent möglich wird, von der JahresMse 1913 und der folgenden jährlich 49000 nach zweijährigem Dienst zu entlassen. Die falschen Ziffern des französischen Gene r al stab s. Der Heer esaus schuß der f-ranzö fischen Kammer erörterte in fast sechsstündiger Sitzung die von Iaurös bestrittenen Ziffern. In einer amtlichen Mitteilung wird erklärt, der Ausschuß habe festgestellt, daß die durch das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit e-rzielten Bestände 672 838 Mann betragen. Da die vom Generalstab angegebene Gesamrziffer sich auf 674 292 Mann belaufe, sei der Unterschied durchaus nicht so bedeutend, tote Jaures behauptet habe. Unter den Anhängern der Militärvorlage haben die Feststellungen des Heeresausschusses lebhafte Befriedigung hervorgerufen. ' Ein Deutscher als Spion verurteilt. Der deutsche Zahntechniker William Klare stand am Mittwoch vor dem Geschworenengericht in Winchester unter der Anklage, sich ein geheimes Flottenbuch der Werft von Portsmouth verschafft zu haben. Ter Angeklagte erklärte, daß'er unschuldig sei, wurde jedoch für schuldig befunden und zu tuns Jahren Z u ch t h a u s verurteilt. Aus Hessen» Aus dem Finanzausschuß. rb. Darmstadt, 25. Juni. Der F i n a n z a u s s ch u ß der Zweiten Kammer hielt gestern und heute wieder gemeinsam mit der Regierung Beratungen ab. in denen die Durchsprechung des B e s o 1 d u n g s t a r i f s zu Ende geführt wurde. Zwecks Vortrags des Berichts eines Referenten findet in der nächsten Woche noch eine Sitzung statt. Alsdann wird der Ausschuß in die Sommerferien eintreten. Ans StaHt mrsD LsttÄ« Gießen, 26. Juni 1913. Das akademische Turn- und Sportfest. Es wird uns geschrieben: _ . ... . Auf der schön gelegenen Rennbahn an der Hardt wird eitrig gearbeitet. Ter Platz, der schon zu so manchem Feste gedient hat ist ein wundervoller Turn- und Sportplatz, sobald er geeignet hergerichtet ist. Und wenn erst die Trambahn an ihm vorbeifähtt, sollte er dauernd diesem Zweck dienen. Jetzt soll er wenigstens nächsten Samstag und Sonntag fröhlichen Wettkämpfen gewidmet sein, die die jungen Akademiker von Darmstadt, Gießen, Heidelberg und Marburg untereinander ausfechten. Wenn uns der Wettergott einigermaßen wohl will, wird reges Leben in unserer Stadt herrschen. Wir haben es ja noch zu keiner „Gießener Woche" gebracht, aber wir sind doch auch recht festesfreudig, und wir verteilen die Feste hübsch übers ganze Jahr: so gibt es aua) diesmal ein Fest neben anderen und besonders zu sehen, wenn die Aka- denriker einmal ihre Künste zeigen. Es ist ja bedauerlich, dast der ernste Sport und das Turnen, die so sehr den Willen stahlen, bei unseren Studierenden noch viel zu wenig gepflegt werden, das-, man eigentlich nur immer eifrig sich unterhaltende Pärchen am den Tennisplätzen fielst, — aber das wird auch hier anders werden! Der frische Zug, der durch die deutsche Jugend geht, wird auch hier nock) kräftiger wehen! Und statt einiger Dutzend, die heute hier Sport und Turnen pflegen, werden es ebensoviele Hundert fein! Selbst wenn dann unsere studierende Jugend noch fleißiger als jetzt sein wird, wird sie die Zeit zu dieser herrlichen Erfrischung finden müssen und können. Von all dieser schonen Zukunftsmusik sind.jetzt unsere kleinen Wettspiele die ersten Austakte. Einen stärkeren Ton wird schon das große akademische Olympia in Leipzig haben, das im Oktober die Gedanken an die großen Schlachttaae vor hundert Jahren wecken wird. — Bei dem Feste hier werden unsere Gäste em gut Stuck von Gießen sehen, man führt sie an die Lahn zum Militar- bad, dessen schöne Lage gar mancher Gießener noch nicht keimt; sie sehen den Trieb, wo die Tennisplätze . des Offiziers- tennisvereins wegen ihrer bes-onderen Güte benützt werden: und |te werden den lstlbschen Blick von der anderen Lahnseite aus genießen können. Hoffentlich werden sie sich auch über die guten Leistungen der Gießener Studenten freuen, und hoffentlich zeigen sic uns auch selbst Tückstiges in Turnen und Sport. Taß unser. Großherzig sein Interesse an der körperlichen Ertüchtigung der Jugend durch sein Komnren beweist, wird ein besonderer An sporn zu größter Energie sein, und rüttelt hoffentlich manchen aus seiner Letargie ans! — Das Programm ist ein reickchaltiges, und doch kann fes nur einen kleinen Ausschnitt ans dem großen Gebiet von Turnen und Sport darstellen! Aber jeder kann! auf seine Kosten kommen, beim Wassersport, bei Rasenspielen und Turnen. An spannenden Momenten wird es nickst fehlen. Ein wenig von der Begeisterung bei den berühmten Bootsrennen zwischen Orford und Cambridge mag auch uns erfüllen, wenn die besten Läufer von vier Hochschulen um den Kranz des Groß- herzogs streiten. Und Bewunderung darf es schon erregen, wenn in wenig Minuten ein Zweig von der alten Linde auf dem und namentlich in der Fremdwörterfrage nach Möglichkeit Entgegenkommen gezeigt habe, war selbstverständlich. Wenn bei dem Vertilgungskrieg, der gegen die Fremdwörter noch auf deii Druckbogen geführt wurde, manche Gedanken einen etwas unbelstlflichen Ausdruck gewonnen haben, so hat das, wie ich hoffe, doch nirgends die Deutlichkeit beinträckstigt." — Gerhart Hauptmann und sein F e st s p i e l. Auf ein Telegramm des Vorstandes des Berliner Goethe-Bundes hat Gerhart H a u p t m a n n geantwortet: „Nach unendlichen lieber* legungen mußte ich von dem Gedanken abstehen, jetzt in Berlin persönlich hervorzutreten: es ist mir aus inneren und äußeren Gründen unmöglich geworden. Ich danke dem Vorstand des Goethe-Bundes aus aufrichtigem Herzen für die dargereichte hilfreiche Hand und für die Absicht kraftvollen Eintretens für deutsches, geistiges Reckst. Ganz ergebenft Gerhart Hauptmann." Hk. Rasmussens Durchquerung vonNordgrön- land. Der dänische Eskimoforscher Knud Rasmussen hat in der Zeit vom 6. April bis 15. September 1912 mit P. Fre u - che n die Durchquerung des Binneneises von Nordgrönland bis zum Tanmarksjord und rückwärts von der Jnbependence Bay bis Kap Port ausgeführt, eine Leistung, die den bisherigen Wanderungen über das Binneneis an Bedeutung gleichsteht, an Ausdehnung noch weit übertrifft. Nach „Peterm. Mitt." ha! die Reise den Zweck, Nachforschungen nach den Schriftstücken von Mhlius-Erichsen anzustellen und das Schicksal seines Auffucher--- E. Mikkelsen aufzuklären. Bemerkenswert ist die Schlittenfahrt auch aus dem Gründe, weil sie ohne Mimahme von Konserven, nur mit Fleischvorräten, die die Jagd lieferte, durchgeführt weiden konnte und weil zum erstenmal Eskimo sich auf das Binnen eis gewagt haben, vor dem sie bisher eine abergläubische Furch: besaßen. In 16 Tagereisen wurde die Strecke bis zum Danmark fjord zurückgelegt, doch mußten neun Tage wegen Schneesturm im Zelte verbracht werden: längs der Westküste des Fjorde ging es dann zum Pearylänal, der aber keine Verbindung nac dem Lineolnmeer bildet, sondern ein geschlossener Fjord ist, lvodurc Erichsens Nachweis Bestätigung finbet; Peary hatte sich als auf seiner Schlittenexpedition 1894 getäuscht. Nach fast 'zwei monatigem Aufenthalt an der Pearybucht, wo Naturwissenschaft lichc und ethnographische Sammlungen angelegt wurden, könnt die Rückreise nach Kap Dork über das Binneneis ohne Unfall zurückgelegt werden. Gleiberg verabgebracht wird. — Zur Zeit um eres geiles wird auch der Akademische Sportbund, dem sicher viel aus sporilichem Gebiet zu danken ist, hier seine Generalverscrmmlung^abhalte t. und wird sein Vorsitzender, der bekannte Sportarzt Tr^ Mallwitz aus Berlin, einen Vortrag über das inrernatümale Olympia halten, das 1916 im neuen Stadion zu Berlin gefeiert werden, soll. 'So ist für Anregung gesorgt. — Das Fest soll aber nicht nur augenblicklicher Freude dienen, sondern es soll, wlyentlich nachhaltige Wirkung üben und alle anspornen, daß sie ihre Jugendfrische, ihre Arbeits- und Lebensfreude sich erhalten durch Turnen und Sport! * * * Tageskalender für Donnerstag, 26. Juni: Drittes Abonnements-Konzert. Solist: Herr E. Dietz el-prank- fnrt, Trompete. Abends 8% Uhr in Steins Garten. * • • Der Großherzog stellte fein Kommen zu dem Akademischen Sport- und Spielfest für Sonntag nachmittag in Aussicht. ""Die Provinzialdirektion Oberhessen beantragte bei dem Provinzialausschuß von Rheinhessen Ent- eignung von Gelände in der Gemarkung Heegheim. Bei der Anlage der Ueberlandzentrale wurden auf der Wiese des Landwirts Hch. Engel zwei Maste angebracht und die Wiese mit Leitungsdrähten überspannt. Die Ortskommission bot dem Engel als Schadensersatz eine einmalige Abfindung von 10 Mk., Engel forderte 100 Mark. Ein als Sachverständiger vernommener Oekonomierat war der Ansicht, daß der Schaden für den Engel noch weit geringer sei, als die Ortskommission angenommen. Da die Sache nicht vollständig geklärt war, wurde sie vom Provinzialausschuß von Rheinhessen an die Gießener Ortskommission zurückverwiesen. • • Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Hermann Rau aus Lich eine Lehrerstelle zu Beuern. Die Fertigstellung des Grundbuches für die Stadt Gießen ist um ein weiteres Stück vorangekommen. Die Fluren 7—19 von der Kläranlage bis zur Wieseck, und die Fluren 40—60 Waldfluren, als Fernewald, Gießener Stadt- wald zwischen Schiffenberger Weg bis zur Grenze der Gemarkungen Wieseck, Trohe und Rödgen sind jetzt fertig vermessen und ist darüber ein neues Kataster ausgestellt, das bis zum 26. Juli für die betreffenden Eigentümer im Bürger- meistereigebäude zur Prüfung offenliegt. Nach dem Kataster wird das Grundbuch auch für diese Fluren angelegt. • • Von der Viebertalbahn. Zwischen der Direktion der Deutschen Kleinbahn-Gesellschaft in Berlin und der Stadt Gießen sollen wieder Verkaufsverhandlungen wegen der Bieber- talbahn im Gange fein. Das Unternehmen soll in der letzten Zeit durch den Fortfall von Frachten Bieber—Abendstern erheblich geringere Einnahmen gehabt haben, infolgedessen die Kleinbahn-Gesellschaft sich bei den Verhandlungen entgegenkommender zeigt, als dies früher der Fall war. * * Musterschutz. Unter Nr. 553 581/34g und 553 581/341 ist dem Schlossermeister Georg Euler, Gießen, Hammstraße, für Tische und Bänke mit umlegbaren Füßen (zusammenlegbare Tische und Bänke für das Wirtsgewerbe) Patent-Musterschutz erteilt. Meister Euler beabsichtigt die Herstellung in Gießen zu betreiben. ""Zu dem Antonio bilunf all in der Frankfurter Straße, der sich am Sonntag abend ereignete, teilt unS der Chauffeur Ernst Walldorf mit, daß er der Führer des angeblich auf der falschen Straßenseite gefahrenen Automobils gewesen sei. Wie er auch zu Protokoll gegeben habe, könne ihm aber keine Schuld an dem Unfall beigemessen werben, da er auf der richtigen Seite gefahren sei. Seine Fahrgäste bestätigen diese Aussage. * * Fern s pr e ch an s ch l ü f s e. Im Interesse möglichst frühzeitiger Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernfvrechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsvrecl Anschlüsse f p ä t e ft c n 5 bis z n m 2 5. Juli den Kaiserlichen Telegrapbenanstalten vorliegen. Verspätet an- gemeldete Anschlüsse, die insolqedessen außerhalb des Bauplans nur mit Mehraufwendungen tz. B. durch besondere Entsendung einer Baukolonne usw.) herzustellen sind, werden in dem laufenden Bauabschnitt nur bann ausgeiührl, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Zuschuß von 15 Mk. leisten ober wenn diese Mehrkosten den Betrag von 30 Mk. übersteigen, den wirklich aufgeroenbeieu Kostenbetrag erstatten. ** Hessen in Amerika. In Brooklyn starb Frau Kath. M üH er, geborene Petry, aus Wöllstein in Rhrinh. Bon seinem Gdnvager durch RevolVorschüsse niedergestreckt wurde in Hamilton (Ohio > der Besitzer des Phönixhauses Ittlnzelmann, äns Lampertheim gebürtig. Er war 1878 nach Amerika gekommen und hatte es zu Wohlstand gebracht, er war auch ein eifriges Mitglied des .Hessen-Darmstädter Vereins. 78 Jahre alt starb in Cleveland 1 (Ohio) ein weitbekannter deutscher Pionier John Koch aus Ost- bofett in Rheinh. gebürtig. Aus Giesen stammte der in Neu Ulm verstorbene Jakob Rinn. — Ter Hessen-Darmstädter Volksfest- Verein New Dort' feiert am 17. August in Links-Astoria-Schützeu- park sein V o l k s f e ft Landkreis Gietzen. 4- Heuchelheim, 26. Juni. Seit Freitag wird hier r (nicht, wie berichtet w-orden war, in Großen^Linden) ein t älterer Mann vermißt, der bis heute nicht wieder gesehen - worden ist. Es handelt sich um einen älteren verheirateten i Mann, der von Beruf Schmied ist. ^Mnschenheirn, 24. Juni. Arn Sonntag wurde das ’ 25jährige Regierungsjubiläum unseres Kaisers in Form ' eines Jugendfestes gefeiert. Tie Schulkinder trugen alle Brust- : stücke, Helm und Fahne der verschiedenen Waffengattungen. In festlichem Zuge, an dem sich auch der Vorstand des Volksbildungs- = Vereins, der Gesangverein, Kriegerverein und Turnverein betei- t (igten, ging es in den Vorderwald. Hier begrüßte Lehrer Gün - t her die Erschienenen und dann sang man „Deutschland, Teutsch- > land über alles". Bürgermeister Eiser hielt die Festtede, die in ) einem Kaiser hoch endete. Später brachte der Präsident des Krieger - t Vereins, K. Roth, ein Hoch auf den Großherzog aus. .Dann folg- i ten die üblichen Unterhaltungen. l. Hungen, 25. Juni. Sein 30jähriges Be- ’ stehen feiert am 20. und 21. Juli der Bienenzüchterverein ; Hungen 'n. Umgegend. Damit sind die Hauptversammlung! des o b e r h e s s i s ch e n B i e n c n z ü ch t e r v e r - ins, eine Jnrlerei-'Ausstellung und eine Verlosung verbunden. Kreis Büdingen. u O. Büdingen, 25. Juni. Mehrere h v chb e tag t e Veteranen, die noch den badischen Feldzug mitgemacht ; haben, leben in unserem Kreise. Dieser Tage feierte einer von ihnen, und zwar in K'albach, seinen 91. Geburtstag. ■ Gleichfalls 90 Jahre alt wird ein Veteran in Eckartshausen, ■ ’ Michelau lebt ein Veteran von 87 Jahren. Den ältesten Veteran hat Kefenrod; er ist 93 Jahre alt. [i /^Merken sritz, 25. Juni. Ihr 8. B u n d e s f e st begeht nächsten Sonntag hier die Vogelsberger San gern er=i cinigütig. Damit verbindet der hiesige Gesangverein „Liederkranz" seine Fahnenweihe. 22 Gesangvereine aus dem Vogelsberg nehmen daran teil. Kreis Alsfeld. OK. Alsfeld, 25. Juni. Jrn K o n k u r s Q u i r i n sollen bis jetzt über 100 000 Mk. zu den Passiven angemeldet worden sein, denen nur ganz geringe Aktiven gegenüberstehen. Tie. Banken und die Hauptgläubiger sind zum Teil hypothekarisch gesichert. Quirin ist seiner Zeit von hier geflüchtet. Er beffndet sich, wie man hört, in einer früheren Stellung in Zurich als Bauführer. Er hat einer Anzahl von hiesigen Geschäftsleuten hauptsächlich durch Gefälligkeitswechsel sehr geschadet. ok. Alsfeld, 25. 3uni. Im „Deutschen Hause" tagte cm. Ausschuß, der eine würdige Völkerschlachtseier in die Wege leiten soll. Den Ehrenvorsitz haben Kreisrat Dr. Heinrichs und Bürgermeister Dr. Völsing übernommen. Die Festfolge sieht folgende Feiern vor: Samstag, 18. Oktober, Wecken vom Turm, 12—121/2 Uhr Feftgeläute, abends Illumination der Stadt, Fackelzug, Festatt' auf dem Marktplatz (Festrede und Massenchor der iAlsselder Gesangvereine); unter Ansprachen und Dem Absingen patriotischer Lieder soll daraus auf der Leuseler Höhe ein Freudenfeuer abgebrannt werden. Im „Deutschen Kaiser" findet ^anschließend daran ein Kommers statt. Sonntags: Morgens Fest- gottesdienst, mittags Pflanzen einer Erinnemngseiche und Jugendfest auf dem Lindenplatz. § Alsfeld, 24. Juni. (Stadtvorstandssitzung.) Anwesend: Bürgermeister Dr., Völsing, die Beigeordneten Weitz und Reh, sowie 10 Stadtvorstandsmitglieder. Als erster Punkt der Tagesordnung war sich über die Festsetzung des Termins für die im Laufe dieses Jahres stattfindende regelmäßige Ergänzungswahl zum Gemeinderat schlüssig zu machen. Ms Wahltag wurde bestimmt: Montag, 10. November 1913. — Viehmarktplatz: Namens der Marktkommission bringt der Vorsitzende die Anregung vor, den städtischen Biehmarktplatz zu erweitern, da re sich im,' LtrM der Zeit, namentlich für den Prämienmcrrkt und für Festlichkeiten, nicht mehr als hinreichend erwiesen habe, dies habe sich schon bei der letzten Zuchtviehauktionj gezeigt. Tie Marktkomnnssion hat vorgeschlagen, die angrenzende ca. 3300 Quadratmeter große Langsche Wiese hinzuzukauten. Der Stadtvorstand erachtet jedoch den von Lang geforderten Preis von 12 500 Mark zu hoch und überweist die Angelegenheit an die Marktkommission zur Prüfung, insbesondere darüber, ob nicht eine Verlegung des Viehmarktplatz einer Erweiterung vorzuziehen sei. — Zu dem in der letzten Sitzung an die Elektrizitätswerks- kommission verwiesenen Gesuch der landwirtschaftlichen Wrnter- schule um Abgabe von elektrischem Strom zu einer Dreschanlage hat diese vorgeschlagen, dem Gesuche stattzugeben gegen Verzinsung der Anlagekosten mit 6 Prozent auf die Dauer von mindestens zehn Jahren, unter der weiteren Bedingung, daß die Stromentnahme nur zur Tageszeit erfolgen darf. Dieser Vorschlag wird zum Beschluß erhoben. — Zu dem1 Gesuch des Emil Martin II. um Abgabe von elektrischem Strom für den Kinematograph ivar der Vorschlag der Elektrischen Werkskommission folgender: Marttn soll den gewünschten Strom erhalten, wenn er für die der Stadt Msfeld zu erfüllenden Verpflichtungen! eine Kaution von 100 Mark in bar stellt und ferner die Verpflichtung eingeht, denjenigen Betrag für rückständige elektrische Energie, insoweit damit die Stadt im Konkursverfahren ausfällt, von der rechtSkrästtgen Aufhebung des Konkursverfahrens an in monatlichen Raten von 10 Mark zu bezahlen. Ter Stadtvorstand beschließt denrgemäß. — Ms ein dringendes^Bedürfvis hat sich erwiesen die allgemeine Kanalisation _ der . Stadt Msfeld. Ihre alsbaldige Ausführung ist bereits beschlossen. Der Vorsitzende teilt nun in der heutigen Sitzung mit, daß das vorhandene ^Projekt zunächst nachgeprüft werde, um es auf den neuesten Stand zu bringen. Diese Prüfung erfolge durch das 9)tiniftcrium. und die Kulturinspektion. Es sei erforderlich, sich darüber schlüssig zu machen, welche Straßen in das Projekt ausgenommen und welche vorerst nicht berücksichtigt werden sollten, von den im Ortsbauplan künsttg als neu anzulegenden Straßenzügen. Die Angelegenheit wird zurückgestellt bis z-um Eingang des sich bei der Kultur-Jnspektton befindlichen Planes. A Aus b c in Ohmtal, 25. Juni. Die Heuernte ist auf unseren Wiesen erst zur Hälfte eingebracht. DaS bereits eingebrachte Heu ist nach Güte und Menge sehr zu loben. Die Talwiesen bleiben indessen hinter den Tristen und Bergwiesen im Ertrag zurück. Auch sehr trefflich i|t der Stand dcs Klees; kaum kann er alle grün gefuttert werden. L. Aus Ober Hessen, 25. Juni. Die Spar- und Tarlehnskasse zu Nieder-Ohmen erleidet durch den Zusammenbruch der landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank außer einem kaum nennenswerten Betrag keinen Verlust, da sie noch vor dec Krisis ihren Betrag von 18 000 Mark zurückgezogen hat. Kreis Lauterbach. r. L au t er b a ch, 25. Juni. Tas Dragoner-Regiment Nr. 23 hat in diesem Jahre wieder das Heugras von mehreren Morgen Wiesen der Gräflich Gvrtzschen und Freiherrlich Riedeselschen Besitzungen fteihändig erworben. Eine Anzahl Mannschaften dieses Regiments ist zurzeit in Schlitz unb hier einquartiert und besorgt das Einernten. Tie Heuernte füllt in diesem Jahre so reichlich aus, daß es den Landwirten an Platz mangelt, das Heu intteryi^ bringen, zumal auch noch ein großer Vorrat der vorigen Ernte vorhanden ist. — Heute nachmittag wurden durch einen Ingenieur der Dresdener Dynamitfabrik die bereits angekündigten Sprengversuche mit dem Sichers-eitssprengstoffe „Romperit C" Borge» führt, wozu sich zahlreiche Zuschauer eingefunben hatten. Tie Sprengungen, bie auf verschiedene Art an Felsen, Hecken, Baumstümpfen vor genommen wurden und hauptsächlich der Bodenbe-. wirtsckwftung dienen sollen, sanden bei den Interessenten Anklang. Kreis Schotten. l. Wett er seid, 25. Juni. Mit einem Verlust vvn 2000 Mk. schließt die hiesige Genvsscnschcrftsmvlkerei ihre Fahresrechnnng ab. Die Einnahmen betragen 47 000 Mk., die "Ausgaben 49 000 Mk. Die Molkerei verarbeitete nahe^ eine Million Liter Milch unb zählt 245 Mitglieder. x Vom Vogelsberg, 25.Juni. Trotz de§ wenigen Sommerwetters gibt e§ bei den Imkern doch reiche Honigerträge. Das vorzügliche Wachswetter zeitigte auch einen trefflichen Blütenstand, insonderheit des Weiß- und Steinklees. Schwärme gibt es in diesem Jahre viel weniger als nn Vorjahre. Kreis Friedberg. L Ober-Rosbach, 25.Juni. In unserem Mangan- Eisenstein-Bergwerk, in dem kürzlich vier Bergleute verunglückten, wird wieder weitergearbeitet. Nahezu hundert Bergleute sind darin beschäftigt. Starkenburg und Rheinhessen. Mainz, 21. Jmfi. Jrn hiesigen Haupt bahn Hof übergab gestern nachmittag ein fremder Bursche einem Lohnmonne ein zweijähriges Mädchen mit dem Auftrage, das Kind zu einer in Wiesbaden wohnenden «Familie zu bringen. Als der Lohn- mann mit dem Stinte dort cintraf, verweigerte die Familie die Einnahme des Kindes, da es ihr völlig iinbefaimt sei. Die polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß das kleine Mädchen au? Kreuznach stammt, und von seinem eigenen Bruder, der gering nicht normal sein sott, ohne Wissen der Eltern hierher gebraoK und von hier nach Wiesbaden verschickt worden war. d. Mai NF, 25. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde der Voranschlag des cm- gemeindeten Stadtteils Kostheim in Einnahme und üus- gäbe auf 315675.62 Mk. festgesetzt. Der Zuschuß der Stabt beträgt 45 000 Mk. Die Kostheimer Stadtverordneten brao)- 'en verschiedene Wünsche vor, jo wollen sie eine baldige^ Badegelegenheit geschaffen haben. Der OberbürgernMller stellte dies in baldige Aussicht. — Mcht weniger al5 40 v" ^°"S"°rnn- °..’1 f u r g . 5*2 '"ÄL'Ä-- ,?Wl bon k, !lnns in tasiotiS [,?,|,9tit 6i, ÄVLK "*k ,ä)lQ^tfr' ,ta^c M ,Elt ftrejfot % c.ln die !nmen. % .toumtfe JJWn bcr J 2un". uni) AwALukel- rachen )mb Ä ber &f*t W fern LEE ÄÄ«: b-7K«°^ b.', «Mission brinat der 9Ä9?’ blC ,Qn9renM <8tefe hmziizukausen. Dn E d>e drn- N die Angelegenheit tm ?S?tÜbeT'06 ni4: uI ^«lisung trotyijiehcn I an die Elektrizitätswerk andwirlniiaftlichen Brnln- trom zu einer Dreschanlage ' Itattzugeben gegen Vrr- ozent auf die Dauer von mertercn Sebingiing, bas Zeit erfolgen darf. Dieser n. - Zu dem Gesuch bö lektrsicirem Strom für da ’n. Elektrischen ArrksKni. ^wünschten Strom erhalten, erfüllenden Vervflichtmg« stellt und ferner die für Eändige clektriÄ im Konkursverfahren aus- nng des KonkurSversahren- rk zu bezahlen. Ter Stck- mt dringendes Bedirmiis bo; imtion der Stadt Atssclt. eits beschlossen. Der &n mg Mit, das. das tarfanba: um es auf den nmefttx folge durch das Minister roerlick. sich darüber fdrfü’1’-" Projekt ausgenommen aö erden sollten,^ von den z egenden Straßenzügen. M Eingang des sich bei 7 'Juni. Die ^eur' halste cingebracht * jfitc und Menge fr F ssen hinter den M^nd uch sehr treM alle grün geM '* i. Juni. n erleidet dtikch dvt i GcnossenschDbank M ,a feinen StM ™ )On IS 000 1W iurud’ fe!SÄs «ML I I „Dmvcnt 7 ^-7ir I bingefilnden II an AlAv Ä NodaA> II VK8L-—I Kit K I rÄj-sl SÄ’*** I :gearbeitei' I »Ss I 's StzL I ^vr>CW ® ■' städtische Beamte wohnen in auswärtigen Orten und ein groher Teil davon 2 bis 3 Stunden von Mainz entfernt Turch eine Verfügung des Oberbürgermeisters, welche die Genehmigung der Stadtverordneten fand, sollen die Beamten veranlaßt lverden, im Dienstbezirke der Stadt ihre Wohnung zu nehmen. Es lvurde hervorgeboben, daß die freu erzählen dm Geschäftsleute und Hausbesitzer ein Recht darauf hätten, daß die städtischen Beamten in Mainz wohnten. — Zur Erbauung einer Lagerhalle im Macht- und Diehhof wurden 21 OOO Mk. und für die vierte Bauperiode der Wiederherstellung des Kurfürstlichen Schlosses 20 000 Mark bewilligt. — Zur Zusammenlegung von Bau-Grundstücken in Mainz-M o mb ach konnte mit einem Teil der Bescher keine Einigung erMt werden. Es wurde beschlossen das Enteignungsverfahren einzuleiten. Hesseu-Naffau. D Marburg, 25. Juni. Der Verein deutscher Studenten, der Studenten-Desangverein Fridericiana, der Akademische Turnverein, sowie dec Akademische Turnverein tturhcsscn, die nach der Auflösung des Studenten-Ausschusieö ein eigene? Kartell bildeten, das zunächst „Schwarzer Verband" bezeichnet wurde, jetzt jedoch den Namen .Verband nichtfarbentragender Korporationen" führt, veranstaltete heute eine nachträgliche BiSmarckfeier. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Zug mit mehreren Musikkorps durch die Stadt nach der WeintrautSeiche in der Nähe der Bismarcksäule, wo bis zur cinlretendeu Dämmerung verweilt wurde. Dann schloß sich bei der BiSmarcksäule, von dessen Zinnen die Klammen weithin ins Lahntal leuchteten, ein Festakt an. Ein Fackclzug beschloß diese zweite BiSmarckfeier. -h. Königstein i. T-, 25. Juni. Nach dreitägigem Aufenthalt im hiesigen Schlosse begab sich heute siüh 9 Uhr die Großherzogin von Luxemburg mit ihrer Mutter im Automobil nach Weilburg, wo sie um 11 Uhr cintrasen und sich nach dec Jürstengrust begaben. Nach längerem Aufenthalt fuhren sie über Limburg bis Bad Ems, und kehrten dann mit der Bahn nach Luxemburg zurück. Univerfftäts-Nackrichten. * Die Straßburger Profess ur der Philosophie. Das Straßburger Zentrumsorgan, der „Elsässer^, mel bet die Berufung des Professors Dr. Arthur Schneider, der gegenwärtig an der Universität Freiburg i. Br. wirkt, an die Universität Straßburg. Luftschiffahrt. w. Mannheim', 25. Juni. Heute früh 4,40 Uhr stieg der Doppeldecker von der Fliegerstation Darmstadt „B. 40" stiit einem Unteroffizier vom 126. Inf. Regt, und einem Gefreiten vom 6. Trag.-Regt. Mm Fluge nach Straßburg und Monstan.', lauf. Bei Rheinau erlitten sie einen Motorschaden, und beschloffen ziu landen. Auf der Landungsstelle in Ketsch überschlug sich der Apparat. Die Jnsaffen konnten sich im letzten Augenblick durch Abspringen retten. Ter Apparat wurde stark beschädigt. w. Reval, 25. Juni. Brindejone trat den Flug nach Stoäbolm um 3,30 Uhr morgens an und landete um 7,50 Uhr glücklich in Stockholm. wandern und Reisen, Bäder und Sommerfrischen. — Wanderungen und Rundreisen im Schwarzwald. Einen Wandervorschlag für eine 16 tägige Tour sowie Angaben über empfehlenswerte Rundreisen durch den badischen Schwarzwald enthält die unter obigem Titel erschienene Drucksache, die durch Vas Internationale öffentliche Bercehrsbureau, Ab«. Baden, Berlin W. 8, Unter den Lücken 14, kostenlos erhältlich ist. Die Wanderungen und Rundschreiben berühren all die bevorzugten Punkte dieses herrlichen Waldgebirges, dessen .Hauptgebirgskamm, nördlich bei Karlsruhe und Pforzheim beginnend, sich durch das Großherzogtum Baden bis zu dem Oberrhein hinzieht. Als Anhang enthält die praktische Drucksache ein Verzeichnis der festen Nuudreisekatten Baden—Schwarzwald— Schweiz. Vermischtes. * Gerö stete Sägespäne als Wundpulver empfiehlt Di'. F. Hammer-Stuttgart in der „Münch. Mck Wochenschrift". Die Bakterien abhaltenden Eigenschaften verkohlten HolzeS sind von altersher bekannt Kohlepulver ist schon direkt als Wundmmcl verwendet worden. Auch frisch gerösttter und gemahlener Kaffee wurde zu solchen Zwecken schon empfohlen. Die Japaner sollen verkohltes Sttoh als Derbandmittel verwandt haben. Das unter stetem Umrühren gerösteter Sägespäne fein’ gesiebte Wundpulver Dr. Hammers besitzt iwck die gewallige Auffaugunqssahigkeit der rohen Sägespäne, die das Kvhlepulver nickt mehr besitzt und ist deshalb zur Auffaugung der Wund absonderungen besonders geeignet. Die leichte und billige Her stellbarkeit dürfte dem neuen Wundpulver auch ht der Kriegschirurgie einen Platz sichern. Ff. Blaubnrt — ein Bivisektor! Überraschende Urkunden sind nach dem „New Bork American" in dem Arckno des Schlosses von Nantes geftlnden morden. Sic betreffen die Person deo Barons Gilles de Retz, der in der .Geschichte als das wahrscheinliche Vorbild der Blaicbartsage angesehen wird. Die Ueberlieferung schildett ihn als ein Ungeister, das nicht Niger als acht Frauen und eine große Anzahl minder auf scheust lichc Weise ermordet habe, und daß er infolge dieser Berbrechen im Jahre 1440 in Nantes hingerichtet worden sei. Rach den neuen .Funden soll Baron Retz, der seine Schlndtaten cacs wissenschaftlichem Drange vorgenommen und nebenbei auch mit Satanas int. Bunde gestanden haben soll, bedeutende anatomische, phpsi logische und alchimistische ftcmttniffc besessen haben. Die eigenartige Persönlich-keit, die auch in die Geschichte der Jungfrau von Orleans hineinspielt, habe sich iramentlich der Lösung des anatomischen Problems der Transplantation gewidmet. Er soll seine Experimente in dem Sclchosse von Macheeoul, dessen 2>/s Meter dicken Manern ihn vor jeder unliebsamen Störung schützten, ausgefül;rt haben. Tie amerikanische Zeitung, ter wir die Verantwortung für diese Angaben überlassen müssen, weis; sogar einige interessante Einzelheiten aus dem ebenfalls nenaufgesun- denen, in Spätlatein geschrittenen Tag.ckuck des Barons mitzn- tcilen. Er schildert darin die Transplantatton ttnes Armes von einer Negerin ans eine feiner Verwandten Isabella de Craon. Das Experiment soll angeblich gelungen sein, nur sind, wie es auch heute noch vorlommt, die unfteiwilligen Patienten daran geftirben. Baron Retz hat sich auch mit der Transplantatton von Nieren und Drüsen beschäftigt. Betreffs der letzteren teilte er mit, daß durch die Vertauschung von Halsdrüsen das menschliche Wackstum vollständig unterbunden werde. Angeblich hat Baron Retz über 500 Menschen, unter denen sich besonders viele Kinder befunben l)aben sollen, seinen schauerlichen Zwecken geopfert. Zwei Diener, Henri et und Poitou, uitd eine ,La Meffraie" genannte Magd waren seine Helfershelfer, die ihm mit List und Gewalt die bedauernswerten Opfer ziffühtten. Schließlich erreichte ihn sein Geschick. Ein tapferer Bischof wagte es zuerst, denr mächtigen Ansehen des Barons gegenüberyutreten und ihn den Gerichten zu überliefern. Schloß Macheeoul, in dem sich die unheimlichen Vorgänge abgespielt haben sollen, rourbc bald nach seinem Tode zerstött. Heute sind nur noch spärliche Reste davon vorhanden. * Staatliche M i t'q i s t e n. Eine eigenartige (Sitte herrscht im englischen Postiveien.. Das Postministcrium zahlt nämlich jeder teiner Beamtinnen, je nach der Zahl der Dienstjabre, für den Fall, daß sie sich verheiratet, eine fDhtgiit. Im letzten Jahre betrug die Summe, die für diesen Zweck ansgegeben wurde, nicht weniger als 25 000 Pfund Sterling. Im englischen Postbetrieb sind gegenwärtig mehr als 14 000 Frauen beschäftigt. Roch vor einem Jahre waren es mindestens 33 000. Von diesen haben 413 in einem durchschnittlichen Alter von 28 Jahren geheiratet. Tie Zahl ist gegen früher gestiegen. 1907 betrug sie z. A, wie eine englische Postzeitschrift angibt, nur 329, dagegen stand das durchschnittliche Alter 2 Jahre tiefer. Tie durchschnittliche Dienstzeit umfaßte neun Jahre. Für das Jahr 1914 sind im Haushalt des Postministeriums 28 500 Pfund Sterling zu Mitgiftzwecken vorgesehen. Die Behörde rechnet also mit einer weiteren Heiratssteigernug der weiblichen Angestellten. Soll durch diese sonderbare Einrichtung verhindert werden, daß ztt alle Frauen im Staatsdienste bleiben ? * Im Eifer. Bekannter: „Nun, wie gcfällt's Ihnen denn im Ehestände, Herr Blümlein . . . tut's Ihnen noch nicht leid?" — Junger Ehemann lenthusiastisch): ,Leid? Im Gegenteil! Ich tat’ gleich die -weite nehmen . . . wenn ich die and're los werden könnt'!" Kleine Tagerchrontt. Aus Anlast der außerordentlichen Hauptversammlung des Vereins ;icr Wahrung der Rheinschsifstrhttsintercssen fand am Dienstag vormittag in Karlsruhe die Feier der Eröffnung des Nvrdbcckens des städtischen Rheinhafens statt, das allerdings säion int vorigen Jahre in Betrieb genommen war. An einer Festfahtt auf bem Rhein nahmen außer hem Großherzogspaar und dem Pttnzenpaar ALax von Becken mit seinen stindem, das geformte Ministerium und eine große Anzahl Träger bekannter Namen der Industrie, des Handels und der Schifffahrt teil. Nachmittags 2 Uhr versammelte die Handelskammer die Mitglieder der Vereine und die sonstigen Festgäste zu einem Atahle in der Kleinen Festhalle. Vie von anrtlidjer Seite aus Osn abrück mit geteilt wird, ist die Zabl der Erkrankten vom Regiment Nr. 78 weiter geftiegen Beim 1. Bataillon sind jetzt 289, beim 2. Bataillon 42 Soldaten erkrankt. Das Befinden der Er- tomtten gibt zu ernsten Besorgnissen Seinen Arrlast. Die Fieber endjeutungen sind im allgemeinm jMrMgcmmgtn. lieber die Ursache der Erkrankungen verlautet nock, nichts. Wie die „Äschasienlnrrger Zeitmrg" auS Alzenau vom 24. Juni meldet, erschlug der Blitz roährcnb eines ®e* witters die 16 Jabirc alte Zigarrensorttererin Anna Amberg, wttche in der Stube beim Waffectrinfcn saß. Die neben ibd sitzende Hauskatze wurde gleichialls getötet. In St. Jean-Brevelav bei Lorient fuhr ein Automobil in eine Prozession hinein Fünf Kinder wurden schwer verletzt. Tao Auwnwbil fuhr davon. Aus Ottawa wird gemeldet: Bier Waggons eines Zuges der Canadian-Paci sic- Dahn sind in den Ottawasluß gestürzt. Acht Personen tmirden getötet, fünfzig verletzt Der Zug war stark mit Ein wanderen,, besonders schottischer Nattonalität, besetzt. Bei der Besteigung des 2491 Meter lwhen Türmlihvrnes ist der Pfarrer Baumgartner aus St. Stephan im Derner Oberland eine 200 Meter hohe Wand hinunteryestürzt. Beim Srtcttcm traf ihn ein Stein so hart an den Kopf, daß er den Halt verlor Sein Begleiter suchte den Abgestürzten mit dem Seil zu halten, dieses ritz äber. Ter .Abgestürzte war fofort tot. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wtttermtssichten in Hessen für Freitag, den 27. Juni 1913: Zeitweise heiter, meist trocken, etivaS wärmer. Letzte Nachrichten. Ein starkes Erdbeben. Darmstadt, 26. Juni. Die Erdbebenwarte in Jugenheim teilt mit: Seit heute früh 617 Uhr sind die Apparatr ununterbrochen in Bewegung infolge starken Weltbebens. Die Erschütterung dauert noch fort, doch scheint das Maximum vorüber zu sein. Der Herd liegt in einer Entfernung von ungefähr 10000 Kilometern.' Eine Botschaft Poincar^s. London, 26. Juni. Die ?kbendblätter veröffentlichen in Fettdruck eine Botschaft Poincarös an .die britische Nation, worin die fruchtbare englisch-französische Freundschaft gefeiert wird. Die Kriegsgefahr. Berlin, 26. Juni. Die ,,Bossische Zeitung" erfährt aus Petersburg: Im Auswärckigcn Amt traf die Nachricht ein, daß Bulgarien die diplomatischen 23c« Ziehungen zu Serbien abbrechen wird. Die Ermordung des Deutschen Oswald Heinrich. Berlin, 26. Juni. Aus die tleine Anfrage betr. die Ermordung des aus Dortmund gebürtigen, in Colorado e r m o r d e t e n D e u t s ch e n O s w a l d H e i n r i ch hat das Auswärüge Amt schristlicti geanttvorlet, der Ermordete habe kein Vermögen hinterlassen. Das Konsulat, das sich nm Sühne des Verbrechens nichr gekümmert habe, weil Heinrich sich um die Mnerikanische Staatsangehörigkeit beworben hatte, sei angewiesen worden, in derarttgen Fällen eine strafrechtliche Untersuchung KU bewirken und die Interessen etwaiger deutschen Erben zu wahren. Schwedische Instrukteure für Persien. Teheran, 26. Juni. Die persische Regierung beschäftigt sich mit dem Vorschlag des Oberst Hjamerscn, wettere 16 schwedische Instrukteure anzustellen, hauptsächlich, um den Gendarmeriedienst nach Hamadan, Jspahan und Kerman auszudehnen. Ein bestohlener amerikanischer Botschafter. Paris, 26. Juni. Dem auf der Durchreise befindlichen amerikanischen Botschafter in Petersburg!^ Curtins Guild, wurden in einem hiesigen Hotel mehrer e Briefschaften mit bedeutenden Geldsum-^ men und Kreditbriefen im Betrage von nahezu 60000 Franken.gestohlen. Achtung! Hausfrauen von Wen SamStaa früh kommt auf dem Wocken- marttc — Brandplatz — eine große Sendung Sachen — wie Hüte, Blumen, Federn, Schleier, Schürzen, schwarze Seidenstoffe, Crfcpe, schwarze Hals-Ketten, Krawatten, Handschuhe usw. usw. A. Saäomon & C!± Tel. 249 Todes-Anzeige. Heute früh 51/- Uhr verschied sanft nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Louise Kreiling geb. Römer im 35. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Familie Heinrich Kreiling VI. Heuchelheim, den 25. Juni 1913. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. Juni, mittags 1 Uhr, vom Sterbehause, Kirchstrasse 8, aus statt. (<1Q Seltersweg 81 Tel. 1093 Bielefeld. Herrenwäsche Allein-Verkauf Krawatten Harke Gold-Globns Garantiert prima Qualitäten Spezial-Preislagen 1.50,2.— 2.50, 3.-, 3.50, 4.—. Enorme ^estpahl. Gurken zm Keiseuan 20 u.2a M. zum Verkauf. Ferner alle friichen Gemüic und Obst billigst. P. LDkuhliustr, Miliuz, WallliuAr.?». Telcpbon 2116. [4168] Telephon 2116 jCREME DEHNE beste50V in ] Schnupfen Die Beliebtheit meiner Kaffee’s ist der beste Beweis für die Güte. Eigene Röstung täglich frisch (4173 Pfund Mk. 1.40, 1.50, 1.60, 1.70, l.»O, 2.00. Ferner offeriere: la. Eirrmacheffig Salizhl-Perqament sowie alle Gewürze. Kristall-Zucker 10 Pstmd Mk. 2.20 do. grob, 10 Psd. Mk. 2.40 Jakob Maternus Ecke Klinik- und M-rankfnrtcr Strawse. ßoci-ipiirie aller erstkl. 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Chor mit nach Muschenheim. Bettenhausen, am 24. Juni 1913. Großh. Bürgermeisterei Bettenhausen. Roth. ö 29./6.13.12 W w. VI.Extra-Konzert der Haus-Kapelle GratiSprogramme liegen im Lokal aus. Mittwoch, Samstag und Sonntag Konzert von 4 Uhr ab. Nachkuren. * * Tucht,6® Aerzt®- Prospekt frei durch die städtische Kurverwaltung. Kirschenversteigernng. Montag, den 30. Juni d. IS., vormittags von 10 Uhr an, sollen die Kirschen der Gemeinde Bettenhausen an der Straße nach Muschenheim aus dem Oberholz und am langen Berg versteigert werden. Anfang und Zusammenkunft an der Straße Weisse Mako - Flor - Jacken Reizende Neuheiten in bunten Herren-Socken Wolle, Wolle, B’Wolle. Vereine Zweig-Verein Giessen Freitag, den 27. Juni Mmis - Sfrfflinmlunit im „Kaiserhos" <1. St.) fv*/« Steins Gartens Schweiss-Jacken solid. Netzgewebe Stele. M. 0.85 Hosenträger Weltmarke „Cunard" B’wolle, % Seide, Seide Krawatten in vornehmen Ausmuster, reiche Auswahl 9. 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Juni 1913, abends 8 Ubr, in der Stadtkirchc zu Gicsteu. Leitung: Herr Professor Gustav Trautmaun. Mitwirkendc: Frau Emma Schudt (Alt) . Herr Professor Gustav Kruger (Violine) .Herr Organist Otto Görlach (Orgel! sowie die unter seiner Leitung stehende Knaben- Einsatz-Hemden mit farbigen oder weissen Pikee-Einsätzen in reicher gediegener Muster-Aus wähl Orgelbcgleituug......... 3. „Meine Seele ist stille zu Gott", geistlicher Gesang für Alt..... 4. Sonate Nr. 12 in F-Dnr für Bio- Steller II. in Steinbach; am 23. Juni 1913 bezüglich der Firma L. Borngässer zu Gießen: Die Firma ist erloschen; am 24. Juni 1913 bezüglich der Firma Carl Petri in Gießen: Das Geschäft ist mit Wirkung vom 12. Juli 1912 ab mit Aktiven und Passiven auf die Carl Petri Witwe Johanna geb. Scheffer zu Gießen übergcgangen, die es unter der bisherigen ,Firma ' weitersührt. Die Prokura der Carl Petri Witwe ist erloschen, dem Gustav Petri, Kaufmann zu Gießen, ist Prokura erteilt. Gießen, den 25. Juni 1913. B’•/« Grofcherzogliches Amtsgericht. Mw. ötnliig Wetzsteinstrabe 45 empfehlen in größter Auswahl äuherst preiswert: lü.Wafchwannen rund und oval Waschtöpfe Waschseile Waschkörbe Waschklammern Netz-Jacken“hr Unter-Jacken Obligationsverlosung der Gemeinde Rockenberg. In der heutigen Gemeinderatssitzung wurden zur Rückzahlung ausgelost: Lit. B Nr. 12, 61 mit je 500 Mk., Lit. C Nr. 8, 39, 80 mit je 200 Mk. Rückzahlung erfolgt ant 1. Oktober d. I. gegen Rückgabe der Schuldverschreibungen und Zinskupons bei der Gemeindekasse in Rockenberg und dem Bankhause Jakob Grünewald in Gießen und hört an diesem Tage die Verzinsung auf. Bemerkt wird, daß Lit. B Nr. 41 in 1912 ausgelost, jedoch bis heute nicht eingelöst wurde. Rockenberg, 24. Juni 1913. Großh. Bürgermeisterei Rockenberg. Wettner. 4167 Mako-Hemden Feine Zwirn-Qualität 080 mittelgross, Brustschluss StOck Mittelschw. Mako-Qualität Q75 mittelgross mit Brustschluss Stück Weiss Mako, Netzgewebe angenehm solid Stück • , __ . 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Der Vogelhändler Operette in 3 Aufzügen von Carl Zeller. Kassenöffnung 7*/2 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10'/° Uhr. Studenten geniessen Preisermässigung. a2*lt Stadli'toeateB' Gäesseai Direktion: Hermann Steingoctter. Mittwoch, den 2. Juli 1913, abends 8 Uhr: drittes Operetten-Gastspiel des Grossherzoglich. Kurtheaters Bad-Nauheim Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Wohnnngs-Veränderung! Bin umge^ogcn nach Scltersweg 641. (Haus der Weinhandlung Gcbr. Schwan) 05093 Immobilien-, Hvvotbeken- ^rtCDriaj und Agenturgeschäft. la. Mako - Jacken ungebleicht, -170 u. 1/l Aermel, Stck. M. I a«/8 Carl A. 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