Nr. 2Z3 Zweites Blatt 163. Jahrgang Donnerstag, 20. November M3 Erscheint tSgllch mit Ausnahme deS Sonntag-. Tie „Eichener Zamtlienblatter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da- „Kreisblatt für den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für ©berufen Rotationsdruck und Verlag der Brübl'jcheo Universitäts - Buch- und Cteindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: Redaktron:c^I12. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen, ©efterreiit)s auswärtige politif. ' Der Ausschuß für die auswärtigen Angelegenheiten der 'ungarischen Delegation ist am Mittwoch nachmittag jzu einer Sitzung zusammengetreten. Der Minister des Aeußern Graf Ber cht old erstattete einen Bericht, in welchem die bekannten Ereignisse auf dem Balkan nochmals ausführlich dargelegt wurden. Bemerkenswert an dieser Rede sind folgende Stellen: . ■ Immerhin ist mit der Rcueinteilung des Balkans die von den Einwohnern erhoffte nationale Befreiung nicht überall erfolgt. Es gilt dies übrigens eben so sehr für das Er- -qebnis des Bukarester Friedens, nrie für jenes der Londoner Bot fchaster-Rennion. Größere national geschlossene Gebiete sind unter die Herrsclzaft fremdsprachiger Nationalstaaten gestellt und die vielfach geübten summarischen As s i m il ie r u n g s m c t h o- den f deinen geeignet, eine Erregung zu erzeugen, die einer ruhigen Entwicklung nicht förderlich sein kann. Ein Beispiel hierfür gaben die s e r Ü i s ch a lba ni s ch e n Känr p f c, die eine ersdneckcnde Anzahl von Menschenopfern forderten und schließlich auf beiben Seiten tine tiefgehende Bitternis hinterließen. Die scrbisck-en lieber griffe auf albanisches Gebiet, welche die Absicht verrieten, durch Schaffung eines saits accomplis die ohnehin für Albanien ungünstige Grenze mach mehr dem eigenen C>seschinad anzupassen, veranlassten uns, in Belgrad erst sreimdschaftlich, dann kategorisch die Räumung der widerrechtlich okkupierten Gebiete zu verlangen, weil das Vorgehen Serbiens einerseits das neugeschaffene Albanien in seiner Existenz bedrohte und es andererseits mit dem Ansehen der Monarck/ie nicht 'vereinbar war, die Mißachtung eines unter ihrer Mitwirkung zu- ftandcgekommmen internationalen Beschlusses hart an ihrer Grenze auf die Tauer zuzulassen. In kluger Einsicht der Unhaltbarkeit ihres Standpunktes willfahrte die serbiscl-e Regierung unserem Verlangen, wodurch iveitere, unsererseits gewiß nicht erwünschte Kom- plikationen verniieden wurden. Die Konstituierung des albanischen Staatswesens hat in der ! lebten Zeit, wenn auch langsam und unter Schwierigkeiten, dock) erfreuliche Fortschritte geinacht. Dem endgültigen Beschluß der Botschafter-Reunion über die d^ardostgrenze folgte in der Schluß- t sibung vom 11. August die Festsetzung der Südgrenze, wonach i Kap Phthelia gegenüber Korfu den einen und das Albanien zu- igcsprochene Gebiet von Koritza den anderen Endpunkt der südlichen Grenzlinie zu bilden haben, indes die Trassierung der letzteren selbst einer aus Delegierten der Großmächte zusammenge- isetzten Kommission anvertraut wurde. Unter diesen Umständen ist 3U erwarten, daß das junge Staatswesen, welches in den abgc- ilaufenen Monaten unter den allerimgünstigsten Verhältnissen sich ,am Leben erhalten konnte und den Willen zum Lebmr zeigte, nun- !mchr einer besseren Zukunft entgegengeht, zumal begründete Aussicht vorhanden ist, daß auch die lwchbedcutsame Fürstensrage lan allernächster Zeit eine befriedigende Lösung finden wird. Der Dreibund welcher lange vor Eintritt des auf das 'kommende Jahr fallenden Endtcrmines am 7. Dezember 1912 erneuert werden konnte, hat seither Proben seines unerschütter- tcn Fortbestandes und ungelockerten Gefüges ge- -gebcn. Mit dem an gewissen Balkanfragen gleich uns direkter interessierten Königreiche Italien befanden wir uns in voll- Üer Uebereinstimmung, so daß die beiden alliierten Mächte eine Aktion entfalten konnten, deren solidarische Durchführung die Intimität der beiderseitigen Beziehungen nur noch steigerten. Das Deutsche Reich war zwar an diesen Fragen I nicht unmittelbar interessiert, erbrachte aber neuerdings den Beweis dafür, daß wir in ernsten Stunden bedingungslos auf seine : Bundestreuc zählen können. Die erfreut ick)« Besserung der d c u t sch- englischen Verhältnisse mußte auch für die Mvnardfie von erheblichem Vorteile sein, und die streng objektive Führung der englischen auswärtigen Politik trug wesentlich dazu bei, daß die zahlreichen Sck)wieriglciten der Lage ohne ernstliche Verstimmung zwischen den beteiligten Mächten beseitigt werden konnten. Ich nahm zuvor Gclegenhmt, . darauf hinzuweisen, daß unsere Beziehungen zum Russischen Reiche während der ganzen Dauer der .Krise korrekte und fteundschaftliche blieben. Wie Ihnen bekannt, gibt es keine greifbaren Interessengegensätze, die uns von Frankreich trennen. Wenn zeitweilig einige uns wenig freund- Trdtc Stimmen in der Republik laut werden, so findet sich hierfiir kaum eine Erklärung: erfreulicherweise haben wir keinen Grund zu der Annahme, daß diese Aeußerungen die Dispositionen der vraßgcbenden Faktoren widerspiegeln. Es würbe bereits erwähnt, daß sich Rumänien, dessen berechtigte Wünsck>e österreich-unga- rischerseits von Anbeginn der Balkankrise an mit Nachdruck ver- treten wurden, in dem serbisch-bulgarischen Kriege Gelegenheit bot sein Programm voll zur Durchführung zu bringen. Wir begleiten das mit uns durch enge Freundschaft verbundene Königreich wie in der Berganqeiilieit, auch weiterhin mit unseren wärmsten Shmpathüm. — Was unser Verhältnis zu den Balkan- staateu anbelangt, so werden wir ihnen gegenüber bie Pflege fteundschastlicher Beziehungen uns angelegen sein lassen und nicht ! minder beärebt sein, ihren ökonomischen Bedürfnissen nach Mög- lichkett Rechnung zu tragen. Die Thronrede bc8 Kaisers Franz Josef. Wien, 19. Nov. freute mittag hat in der frofburg der feierliche Empfang der Delegationen stattgefunden. Auf die l Huldigungsansprachen der Präsidenten der beiden Delegationen erwiderte der Kaiser mit folgender Thronrede: Ich nehme die Versicherung treuer Ergebenheit, welche Sie soeben an mich gerichtet haben, mit warmem Tank und aufrichtiger Freirde entgegen. Die kriegerischen Verwickelungen am Balkan, • deren Ausbruch Ihre Aufmerksamkeit aus Anlaß der letzten Tele- «qattonssession besckMigte, haben mit der Beendigung des zweiten Balkankrieges ihren Abschluß gefirnden. Im Verlause der Knie war das 'Bestreben meiner Regierung darauf gerichtet, die . volitischen und ökonomischen Interessen der Monarchie vor einer 1 Schädigung zu bewahren und auf tunlichste Konsolidierung der ' Lage des nahen Ostens hinzuarbclten. Angesichts der großen Be- ' beutung, welche das adriattiche Meer, als einziges Ausfalltor unseres maritimen Handels rur die Monarchie besitzt, hat Meine Regierung ihr besonderes Augenmerk aus die Losung der albane- sischen Frage gerichtet. Im vollen Einvernehmen nut der verbündeten italienisck>cn Regierung haben wir die Gründung eines unabhängigen Fürstentums Albanien aus der Londoner Botschafterkonferenz in Anregung gebracht und hierbei die Zustimmung und Unterstützung der Machte sur unsne Bestrebungen , gewinnen können. Unsere Beziehungen zu allen Machten nnb an- I haltend freundschaftliche. In ernster Zett erwies sich das B u n d - n is, welches uns -zum Heile unserer Volker seit Jahrzehnten mit dem Deutschen Reiche und I t a l i en verbindet, wieder al- fester Hort des europäischen Frieden,-. Der mich sehr erfreuende jüngste Besuch des deutschen Kaisers in Wien bietet'neuerlich ein Zeugnis fiir den fischen um, und dem Deutschen Reiche bestehenden engeren Freundschaftsbund Das ordentliche halbjährige .Budget meiner ÄTteg^rtoalhing 6ero€gt sich in einem normalen Rahm^r. Durch die e r h o h t e Kr r e gs bereitschaft des' letzten Winters ,md erhebliche Auslagen verursacht worden: dieselben werden, Zhnen al^ Mehr sorderungen unterbreitet werden. , Ich empfehle deren Berück- Kchtigung Ihrer bewährten patnottschen Opferwilligkett. -jn creuester Pflichterfüllung hat meine bewaffnete Mackst die als Folge der ernsten Ereignisse am Balkan an sie gestellte mühevolle Auf-, gäbe unter schivierigen Verhältnissen zu meiner v o l l st e n Zufriedenheit durchgeführt. Gestützt auf die erprobte Schlag fertigfeit des Heeres, der Kriegsmarine und der beiden Land wehren war es meiner Regierung möglich, den von ihr erstrebten Zielen mit friedlichen Mitteln Geltung zu versdiaffen. Trotz der kriegerischen Vorgänge in den Nachbarstaaten erfuhr die kulturelle und wirtschaftlich Entwicklung Bosniens und der Herzegowina keine Störung. Tie Annahme des Ei se n ba hnb a u ge s e tzcs im bosnisch-herzegowinischen Landtage, welches beiden Ländern die aus politischen und wirtschaftlichen Gründen dringend notwendigen Verkehrsverbindungen zu bringen berufen ist, bildet einen Beweis des reifen Verständnisses dieser Volksvertretung für die großen Interessen der Monarchie. Indem ich auf die Einsicht und den patriottsck>en Eifer rechne, welche Sie der Erfüllung Ihrer Aufgabe zuwendcn werden, heiße ich Sic herzlich willkommen. politische Tagesschau. Neue Reichstagsabgeordnete. Beim Wiederzusammentritt des Reichstags werden acht neue Männer in den Reichstag einziehen, die im Laufe des Sommers gewählt worden sind, nämlich die Zentrumsabgeordneten Emminger (gewählt in Weilheim), Frhr. v. Aretin (Landshut), Neuhaus (Bühl-Rastatt), Lederer (Neumarkt), die Sozialdemokraten Ewald (Zauch- Belzig), Bnck (Dresden-Neustadt),, Stolten (Hamburg-Ost) und der Konservative Gottschalk (Ragnit-Pillkallen). Ter neunte Neugewählte Dr. Böhme (Bauernbund), der in Salzwedel-Gardelegen Herrn v. Kröcher besiegte, war bereits früher Reichstagsmitglied. Neben Herrn v. Kröcher scheiden noch aus von bekannten Größen der Reichsparteiler v. Oertzen, der dem Sozialdemokraten unterlag, infolge Ablebens die Sozialdemokraten Bebel, Kaden, der bisherige Alterspräsident Dr. Lender (Zentr.) und der Konservative Graf Kanitz. Ein Rcichsgesetz zur Sicherstellung für Hilfeleistungen für Verunglückte ist im Reichstage wiederholt gefordert worden. Ein solches Gesetz, durch das Privatpersonen, die bei Hilfeleistungen zu Schaden kommen, entschädigt werden können, ift an zuständiger Stelle auch vorbereitet worden. Seit längerer Zeit ist über das Schicksal des Entwurfes nichts bekannt geworden. Da der Reichstag Wert auf die Vorlegung eines solchen Gesetzes legt, wird zu hoffen sein, daß der Entwu-rf in absehbarer Zeit vom Bundesrate verabschiedet werden kann. Das Angestelltenversicherungsgesetz und die falschen statistischen Annahmen. Manschreibtuns: Die Angestelltenversicherung blickt demnächst auf das erste Jahr ihres Bestehens zurück. Mit großer Erwartung sieht man dem ersten Jahresbericht entgegen, der so viele Rätsel lösen soll. Zu diesen Rätseln gehört auch folgende Betrachtung: Nach den Ergebnissen der Berufszählung von 1907 gab es vor 6 Jahren 2 069 637 Angestellte. Die Zahl der Angestellten hatte sich seit 1895 um 85 Prozent oder 952 785 Personen vermehrt. Bei gleichmäßig steigender Zunahme kann man heute insgesamt wohl mit 2 600 000 Angestellten rechnen. Nach den Berechnungen der Regierung kamen am 1. Januar 1912 für die Angestelltenversicherung 1836 236 Personen in Betracht, da alle über 5000 Mark Gehalt und unter 16 und über 60 Jahre ausscheiden. Man darf also wohl annehmen, daß die runde Zahl 2 Millionen für die Angestelltenversicherung heute unbedingt zutreffen mußte. Auf Grund der Regierungsberechnungen sollten also heute 2 Millionen Angestellte Beiträge zahlen. DieseZahli st durch die Wirklichkeit aber bei weitem nicht erreicht worden. Die Aufnahmekarten sind in dieser Zahl weder eingegangen, noch sind erhebliche Zugänge zu erwarten, die Zahl der Karten ist viel kleiner. Auch die errechnete Zahl der Arbeitgeber, die oersicherungspflichtiges Personal beschäftigen, ist nicht annähernd erreicht. Da man nicht annehmen kann, daß sich zahlreiche Angestellte und Chefs der Versicherungspflicht entziehen, müssen eben tue auf Grund der Statistik berechneten Annahmen ganz falsch gewesen fein oder Statistik und Gesetz haben verschiedene Begriffe bezüglich der Angestellten walten lassen. Die Verwaltungsbehörden geben sich zurzeit Mühe, hinter diesen sehr merkwürdigen Fehler zu kommen. Bremen - Ddmolö - Srantfurt a. M. Der ausgedehnte und stetig zunehmende Handelsverkehr zwischen dem Nordwesten und dem Südwestcn Deutschlands macht eine kürzere und schnellere Verbindung untereinander notwendig. Die große Bremer Handelswelt wünscht schneller und billiger nach Frankfurt am Main, dem Zentralpunkt für Süddeutschland, zu gelangen Immer lauter werden die Magen nach Abhilfe des jetzigen Zustandes, und immer dringender und kräftiger wird das Verlangen nach kürzeren Verbindungen ausgesprochen. Es ist ein unabweisbares Bedürfnis geworden, Aufschub ist nicht mehr möglich und deshalb besclstistigt sich auch die Eisenbahnverwaltung anaelegentlichst mit dieser Frage. Mc berartigen großen wirtschaftlichen Fragen werden auch von Kreisen mit Aufmerkiamtett ber-- Mqt bic nicht gerade direkt beteiligt sind, aber doch Nutzen daraus ziehen können, sie halten denn auch nicht mit ihren Wünschen und Vorschlägen zurück, sobald sich die Sache zu etwas Greifbarem verdichtet 'Mit bewundernswerter Ausdauer treten die größeren Zeitungen in fortlaufenden Artikelserien für die Sache ein. So fimmt jetzt aus dem Kohlenrevier, unseren westlichen Nachbarn, die Nachricht, daß von hochinteressierten Kreisen eine Bahn von Bremen über Münster, frarmrt, Mendorf und Frankfurt a. M. gewünscht wird. Mit dem Vorschläge wird bezweckt, die jetzt be- steheiide Schnellzugslinie Bremen, Münster, Hamm, Betzdorf, Frankfurt durch Um- und Neubauten abzukürzen. Diese Strecke, die 530 .Kilometer lang ist, wird sich durch die Veränderungen aber kaum auf 500 Kilometer herabdrücken lassen. Die Westfalen befürchten offenbar, die jetzige Durchgangsstrecke zu verlieren, wenn sich eine kürzere findet, deshalb erstreben jic eine Verkürzung dieser bestehenden Hauptbahnen an. Eine wesentliche Verkürzung wird aber nicht zu erreichen sein, weil andererseits der große Umweg über Osnabrück, Münster bestehen bleibt. Es ist auch erklärlich, daß bic Hanbclskammern der von der genannten Linie berührten Bezirke sich eifrig der Sache annehmen, und daß auch die Eisenbahnverwaltungen, dem Drucke dieser komuterziellen Körperschaften folgend, mit entsprechenden Planen hervortreten. Die westfälischen Industriegebiete wissen die großen Vorteile, die eine Sdinellzugs- verbindung von Bremen nach Frankfurt dürft) den Jnbustriebezirk bringt, wohl zu würdigen jmb zu schätzen und sic wissen auch, daß ihnen als vorsichtigen Kaufleuten keine Arbeit zu schwer erdichten darf, um die großen Vorteile herauszuholen. Sie vergessen aber, daß sie nur für sich arbeiten, weniger aber für diejenigen Kreise, bic von Bremen aus auf bem geradesten, jdinclliten und billigsten Wege nach Frankfurt a. M. wollen. Dieser Weg kann nur über Tetmold führen und deshalb kamt auch nur eine Schnellzugsbahn „ Bremen — Detmold— Frankfurt a. M. als bic kürzeste, schnellste unb billigste bezeichnet mcrbai. Eilt Blick auf bic Karte genützt, Um sich Vvn der Richtigkett bieferi Ausführungen zu überzeugen. Und diese kürzeste Linie braucht nicht erst etwa gebaut.zu werden, sondern sie ist vorhandeii, nur nicht in ihrer ganzen Ausdehiiung als Schnellzugsbahn, sie führt von Bremen über Bassum, Bünde, Herford, Detmold, Altenbeken, Warburg, Arolsen, Marburg nach Frankfurt am Main. Von diesem großen vorhandenen Eisenbahnwege sind 2 Strecken Bassum- Bünde unb Warburg—Cölbe poch nicht für Schnellzugsverkehr, eingerichtet. Alle Versuche, die angeführte Linie als Hauptbahii duszubaucn, sind bisher an dem Widerstande der Eisenbahtv' verwaltung gescheitert. Das mag der Berechtigung nickst entbehrt haben, solange das Bedürfnis, das schon längere Zeit bestand, nicht dringend geworben war. Nackstrem aber bei dem zunehmenden Handelsverkehr zwischen den Bremenschen Nordseehäsm unb dem von Frankfurt a. M. beherrschten süddeutschen Gebiet das Bedürfnis in eine zwingende Notwendigkeit ausgewachsen ist, darf ein so großes Kulturwerk an ben Kosten eines Umbaues vorhandener Bahnen nicht scheitern. Sollte aber dennoch die Eft en- bahnverwaltung sich nickst entschließen können, dem Vorschläge zu olgen, bann ist noch ein anberer Weg gangbar, das ist ber folgenbc: Durch den Bau ber Bahn Nienburg—Minden ist ber Umw4g über Wunstorf fortgesallen unb ber Weg von Bremen nach Minben um 22 Kilometer verkürzt. Diese Bahn ist als Hauptbahn gebaut, sie wirb in kurzer Zftit eröffnet werden und ist somit als von-- Händen anzusehcn. Um deii Umweg über Herford nach Altenbeken abzuschneiden, fehlt das Verbindungsglied Minden—Vlotho —Lemgo—Detmold. Dieses jetzt in Vorbereitung befindliche Projekt hat die besten Aussichten, verwirflickst zu werden Es fehlt fnur die Einwirkung maßgebender und interessierter Kreise, um diese nur etwa 46 Kilometer betragende Verbindung, bic burdj bie vorhanbene Bahn Minden—Vennebeck auf etwa 36 Kilomifter zu reduzieren sein würde, sofort als Hauptbahn auszubauen. Ist dies kleine Bindeglied eingefügt, so ist ebenfalls ein Schienenweg, der der anderen Linie über Bünde an Kürze gleichkommen wird, fertig, und zwar in einer günstigeren Position, als es dann nur noch des Ausbaues einer einzigen Strecke, der Bahn Warburg— Arolsen—Cölbe (Marburg) in eine Hauptbahn bedarf. Diese vor etwa 20 Jahren unter gänzlich anderen Verhältnissen und Vor- mlssetzungen erbaute Bahn hat sich mit ber Zett ans einer reinen Ausschließbahn in eine Durchgangsbahn im Meinen entwickelt. Sie schneibet den Weg von Altenbeken über Kassel nach Frankfurt a. M. um 46 Kilometer ab. Dennoch tontmt sie für ben großen Durchgangsverkehr nickst in Frage, well die Fahrzeiten zu große Unterschiebe zeigen. So kann matt z. B. voir Altenbeken über Kassel stach Frankfurt a. M. in 5 Stunden gelangen, während man über Arolsen 81/? Stunden gebraucht, obwohl diese kürzere Strecke beim Schnellzugsverkehr in gut 4 Stunden zu durchfahren sein würde. Das sind Gegensätze, die doch eigentümlich anmuten und in die heutige Zett schlecht hineinpassen, sie'müßten schon in Rücksicht nus bic großen wirtschaftlichen Interessen bes Volkes befeitigt werden. Doch ber zunehmenbe Verkehr, die Entwicklung der Industrie an dieser kürzeren .Bahn, nicht minder der demnächst zu erwartende Frembenverkebr nach der großen Edertalsperre unb die zwingende Notwendigkeit, eine kürzere Verbindung für den Schnellzugsverkehr von Bremen nach Frankft'rt a. M. zu schaffen, könnte dem Eisenbahnfiskus vielleicht,schon jetzt die Ueberzeugung verschaffen, daß ein Umbau dieser bestehenden Nebenbahn in eine Hauptbahn erforderlich unb zweckmäßig wäre. An einer Rentabilität ist überhaupt nicht zu zweifeln, ba biefe Bahn ben großen Verkehr von Bremen ab aus ben Bezirken Minben, Herforb, Bielefeld, Lippe, Altenbeken (hier auch ben Verkehr von Hannover über Hameln, Pyrmont), Paderborn, Warbirrg, Waldeck, Marburg Gießen, Nauheim, Homburg, Wiesbaden und über Frankfurt a. M. hinaus nach Tarmstabt, Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, ben Schwarzwald bis zur Schweiz unb Italien aufnehmen würde. Wenn alle beteiligten Steife von Norden bis Süden mit Interesse und Geschick die Sache in bie Hanb nehmen unb betreiben, so dürfte das Werk gelingen und die Gefahr, baß anbere Interessengruppen uns zuvorkommen, beseitigt werben. Zum Vergleiche soll noch angeführt werden, baß bic jetzt be- stehende westliche Schnellzugsverbindung von Bremen nach Frankfurt a. M. über Münster etwa 530 Morn et er, bic ebenfalls bestehende östliche Linie über Hannover—Göttingen—Kassel gegen 490 Kilometer beträgt, während jede ber in Vorschlag gebrachten neuen Bahnen über Bassum—Bünde—Detmold—Altenbeken ober Minden—Vlotho—Detmold—Altenbeken ungefähr 430 Kilometer lang fein wird. Provinzial-Ausschuß der Provinz OberheFen. Anwesend: Geheimerat Dr. U s i n g e r als Vorsitzender und 6 Mitglieder. Beginn 9, Ende V/2 Uhr. 1. Gesuch des Konrad Koch zu Großen-Bu- seckum Erlau bniszumBctriebeinerGa st wirtschaft. Das Gesuch war von dem Gemeinderat deshalb befürwortet worden, weil er durch die Verbindung der zukünftigen Wirtschaft mit einer Fuhrwerkswage eine Verbesserung der Verkehrsverhällnisse erhofft. Der Kreisschußschuß des Kreises Gießen hielt jedoch ein Bedürfnis für nicht gegeben und lehnte deshalb das Gesuch ab. Nach eingehender Zeugenvernehmung entschied der Provinzialausschuß heute auf die gegen das Kreisausschußurteil eingelegte Berufung, daß dem Gesuch stattzugeben sei, wenn Stallung für mindestens 4 Pferde eingerichtet werde. 2. Gesuch des B. A. Löschhorn zu Okarben umErlaubniszuinBetriebeinerSchankwirt- schäft. Löschhorn besitzt schon die Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb. Er sucht um die Ausdehnung der Erlaubnis auf eine Kegelbahn und Trinkhalle nach. Ter Gemeinderat hatte das Gesuch nicht befürwortet, weil schon 4 Wirtschaften mit Kegelbahnen im Orte vorhanden sind. Der hiergegen durch den Gesuchsteller verfolgten Berufung wurde unter der Bedingung st a t t g e g e b e n, daß die baupolizeilichen Anforderungen erfüllt werden. 3. Klage des M. Abeles zu Frankfurt a. M. gegen frte Stadt B ad-Nauheim wegen Heranziehung zu den Ko st en des Höhenwegs zu Bad- Nauheim. Abeles hatte gegen die Heranziehung venchte- dene Einwände vorgebracht. Er behauptete, er habe das L>tra- ßengclände s. Zt. der Stadt zu einem billigen Preis abgetreten, wobei schon berücksichtigt worden sei, daß er spater einen Straßenkostenbeitrag nicht zu leisten habe; der tech- "usche Vertreter der Stadt habe ihm ausdrücklich eine Befrei-Weltreisen in alle Erdteile schilderte der Bortragende den Shrmin I -iehungen in Frankfurt o a r k t b e r i chk vom 20. Ao» Altftrieb: Rinder 125, Schien 22, Bullen ?, Kühe unb Färsen 61, Kälber s 5, Schale 456, Schweine 133 -, Ziegen U. Tenbeuz: Kälber und Schafe lebhaft, Schweine rulna, wird oe- vck» für 100 M Kälber. Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . . Geringere Mast- und gute Saugkälber . . Geringere Saugkälber........ Schafe. Slallmastsckafe: Mastlämmer unb jüngere Masthammel . . Aeltere Masthammel, gut genährte junge Schafe FärbereiOehr Rover Gießen,Marktpiatzis , * Frankfurt a. M. chemische Waschanstalten Chemlecbe* R<-I»tren i. FIrben ren Damee-, Herrn- e. KiederynHerebe. Vorhlnren n~k,. t____ K o Zirka 10OO tnc< *tclltc. D* >. Einrichtung nnd n— * TePP|c*eB« Portiere«, Fellen, Spltiea, Federe. Reihern. kladermützeD, Haiidwhnheii etc. uns-rer Werke sind in der Kramten Fachwelt als n.uttenrultür Anerkannt TLirchliche Nachrichten. Israelitische Hdigionsgemcinte. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), Samstag, den 22. November 1913: Vorabend: 4.30 Uhr. Morgen-: 9.00 Uhr. Fticr des «cburtotagco 3r. Mgt. Hoheit de» Großherzogs. Nachmittag»: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 5.25 Uhr. JrraeMifche Neligionrgesellfchaft. -otterdienst. Sabbalfeler am 22. Noventber 1918: Freitag abenb 4.10 Uhr. Santstaq vormittag 8.30 Uhr. SamStag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-AnSganq 5.25 Uhr. WochengotteSdienst: Morgen? 6.45, abends 7.30. Aus Stafct und Land. Gießen, 19. November 1913. Verjährung von Forderungen. Don der Handwerkskammer wird unS geschrieben: Gegen Ende des Jahres liegt es im eigensten Interesse fron Handwerk und (bewerbe ,sich über die gesetzlichen Bestimmungen betr. die Verjährung von Forderungen zu orientieren, um sich selbst vor Schaden zu beivahrcn. Maßgebend hierfür sind die einschlägigen Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches, woraus hauptsächlich die für das Handwerk wichtigsten Bestimmungen im nachstehenden hervorgehoben seien: / InzweiIahren verjähren die Ansprüche: der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker und derjenigen, die ein Klmstgewerbe betreiben, für Lieferung von Waren, Ausführung von Arbeiten und Besorgungen fremder Geschäfte mit Einschluß der Auslagen, ausgenommen der Leistungen, die für den Gewerbebetrieb des Schuldners erfolgt sind. In vier Jahren verjähren die Ansprüche auf Rückstände von Zinsen, von Renten, Auszugsleistungen und dergleichen sowie auch die Ansprüche aus Lieferungen für den Geschäftsbetrieb eines Schuldners. Die Verjährungsfrist beginnt st etsmit An - jsanF des auf die Lieferung folgenden Kalender i a h r c s. Hat z. B. ein Handwerker eine Arbeit ober fertige Ware am 1. Juli 1911 geliefert, so beginnt die Verjährungsfrist am 1. Januar 1912 und endet am 31. Dezember 1913. Ebenso ist es bei Lieferungen, für die die vierjährige Verjährungsfrist in Betracht Eommt. Wenn beispielsweise ein Handwerker Waren oder Rohmaterialien für feinen Geschäftsbetrieb im Jahre 1913 bezogen hat, so ist er vom 1. Januar 1914 bis 31. Dezember 1917 hierfür zah- lungspslichtig. ** „D,e religiöse Weltkrise" war das Thema eines öucnllichcn Vortrages, den Pros. Tr. R. Broda- Paris aus Veranlassung der Freidenker-Vereinigung gestern abenb int Hotel Utrtborn hielt. Der Vortragende suchte zunächst eine Erklärung ber Latsackc zu geben, baß durch das Seelenleben jo vieler moderner Menschen ein R i ß gehl, bcroorgcnnni durch da» intellektuelle BebürsniS, mit den Fortschritten ber Diisenschast Fühlung Jit halten, und den Wunsch des Herzens nach höherer, einheitlicher lunaihma des gesamten Weltbildes. Al-> Gründe hierfür fanb er den befiel)enden Gegensatz zwischen ber Geschichts und Notur- wiNenschajt einerseits und ber biblischen Lehre anben'cits, welcher Gegensatz mir verschwinden könnte, wenn es der .Mirdie möglich gärr, ihre „Zentrallehre" auhugeben Zweites Moment sei die Veränderung der pftjdnfdien Bedingungeii der mbultriagifiertcn dell, drillt bae Verhältnis der Kirche zum Staate, also Um« fornuthfl der religiösen Frage in eine mehr ober weniger politische. Vierter unb letzter Ofrunb, warum viele in den genannten fee* Indien KvnNikt getrieben werden, sei die Frage nach dem Warum di-r vorhandenen wzialen (Gegensätze Ta nut kam Prof. Tr Broda zu. dem zwei teil Teile feines Vortrages, indem er bicEnt* tvirfl ungcii^ iii denen die relimöse Krise grübrt hat. in den tcridnebcnen KulturlSnbcrn beleuchtete Aus Gründ reicher per« iönlidiev Crfabrunacn tufglg,- feine: mebr'achen. langbaucrnben mäßig organisierte Ztirchenweien Amerikas, auf die sog. „Weltlichen Kirchen" Australiens, auf die auch in Indien besonders lebhaft empfundene Krise unb suchte die falsche Legende von ber Jurückgcbliebenheit des fernen Süens zu zerstören. Im letzten Kapitel warf der Vortragende die irragt auf, ob sich die Krise nicht in irgend einer Seife beseitigen lasse Er brückte bic Hoffnung aus, daß von freireligiöser Seite eine bemebigenta Am- wcrt kommen werde. Ter Bund ber freireligiösen Gemeinben, bic montnische Bewegung, der Positivismus Frankreichs, bic Bewegung für ethische Kultur und endlich ber Bunb für Organisierung menschlichen Fortschritts seien fleißig an der Arbeit. Er empfahl insbesondere den Beitritt zur letztgenannten Dereiniaung. Sie bezwecke planmäßige Fürsorge für Gesundheit unb Veredelung ber Rasse, Fürsorge für geistige Heranbildung ber Massen, Heran- ziehung aller Talente zur Schaffung geistiger Werte und Fortbildung 'ber Kultur, Verbesserung ber sozialen Konstitution der Völker, Schaffung internationaler Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit, Förderung der Frauenbewegung, Reformation des Strafrechts ufro. Mit einem Appell an die Pflicht aller, am Fortschritt miUuarbeiten, schloß Prof. Tr. Broda unter starkem Beifall seinen Vortrag. Es erfolgte bicBildungeinerOrts* enSchuldnerunöin- folge gerichtlicher Geltendmachung seitens des Gläubigers. Nicht aber genügt es, wie noch vielfach angenommen wird, wenn ber (MiuLtger dem Schuldner innerhalb der Verjährungsfrist öfters Rechnungen zugestellt hat. Ebenso ist es erforderlich, daß bei gerichtlichem Vorgehen bc*m Schuldner vor Ablauf der Verjährungsfrist ein Zahlbefehl oder Klage zugestellt ist. Es empfiehlt sich daher frühzeitige Geltendmachung bei Gericht, da erfahrungsgemäß gerade am Jahresschlusfe die Gerichte mit derartigen Angelegenheiten sehr stark in Anspruch genommen sind. Durchsicht der Bucher oder sonstiger Aufzeichnungen wird -.daher für die Kommenden Wochen besonders emp Sohlen. Auch mag der Handwerker daraus sehen, sich eine -schriftliche Anerkennung oder Abschlagszahlung von dem fäinnigen Schuldner zu erwirken. Wohl genügt nach dem Gesetz auch mündliches Zahlungsversprechen, es kommt jedoch leider nur allzu häufig vor, daß ein böswilliger Schuldner sich nachträglich derartiger Versprechen nick>t mehr erinnert, der Handwerker aber keinen Zeugen für feine Behauptungen erbringen kann. Der Jahresschluß ist sonach von großer Bedeutung für das gesamte Erwerbsleben und Vorsicht bei länger zurückliegenden Außenständen geboten. Es sei bei dieser Gelegenheit nochmals auf die Ein- ziehungsstelle der Handwerkskammer verwiesen, die für Handwerker und Gewerbe gegen geringe Vergütung die Einziehung von J-orderungen übernimmt. Tic der Stelle überwiesenen Aufträge werden auch bezüglich der Verjährungsfrist streng überwacht und die nötigen Anordnungen getroffen, so daß bei rechtzeitiger Anmeldung dem Auftrag- lieber diese Sorge angenommen ist und er vor Schaden bewahrt bleibt. sie fei mit dem Regieningsbaumeincr zur Prinzessin Bsenburg Gefahren, bic jedoch gerade nicht zugegen aewesen sei. Sie i- rue ibn der Prinzessin porgcftellt, wenn er länger Zeit gehabt hätte und nicht fofort hätte obrencn müssen Alles übrige habe Äa» getan, unb was ber täte, ginge sie nicht- an - Ter nächste Fzg betrifft den Betrug gegen ein Putzgechäft. wo bic Angeklagte eines Panier Modellhut für 180 Mart gekauft unb Zuiendung tun Quittierter Rechnung" verlangt hatte Ta die Angeklagte mit -nee langen bis auf die Füße reichenden Seal-Mantel :iu) m t Brst. lauten an den Händen erithicn, wurde fic für zahlungsfähig gehalten unb ihr ber Hut ohne weiteres zngefchickk Sie zahlte aber nicht bar, sondern erst auf Drängen :i cont> 50 Mark. In der gegen sic angestrengten Klage verglich fic «ich da bin, numallich 30 Mark in Raten zu zahlen, doch »ablte sie wiederum mir bie erste Rate. Pfänbungen waren fruchtlos, da stets erfolgmd) interveniert wurde: ihre Sacken folllen nnnn Leutnant Becker ti Afrika gehören. Rackdem Betrugsanzeige erstattet war, zoblte RÄ. Sertbaucr, ber Prozeßvertreter ber Angeklagten, die Rcstiuinme — Die Angeklagte bestreitet die betrügen)die Abfickt, sie i>abe gleick in Raten zahlen wollen, das sei auch in jenem Geschäft üblich — Svdann wurde die Verhandlung auf Donnerstag vertagt. Der Roman einer gräflichen (Kriselte. 1 Berlin, 18 Noo RA. Bahn weist darauf hin, baß der Student doch nicht« ernftlid) glauben konnte, daß er durch feine Bekanntschaft in bic ersten Streife angeführt würbe, da man eine Gräfin doch nickt auf der Straße kennen lerne, vor allem lasse sick eine Gräfin dock nicht schon am zweiten Tage der Bekanntschaft Strümpfe unb bergt fchenken ©» wirb dann ein Fall erörtert, in bent bic Angeklagte in ane Heiratsveanitllung verwickelt ist Ein Regierungsbanmeister wandte sich an einen Heiratsvermittler Katz, der letzt in Hamburg wohnt, unb bicfer versprach ihm, gegen 5 Proz. Provision | eine Frau mit mindestens 300 000 Mark Mitgift zu verschaffen, ratz jagte bau Heiratskanbibaten, bic Angeklagte hätte gute Be* gruppe des genannten Bundes. Landkreis Gießen. ? Hungen, 19. Nov. Ein nachahmenswertes Beispiel haben die beiden Nachbacgemeinben Inheiden und Utphe gegeben, inbent sie bei Einführung dcS elektrischen Lichtes ihren Lehrern zur Anschaffung von BcleucktungS- körpern Beträge von 60—80 Mk. gaben. Benn Stcllcn- ivechsel ist eS für Lehrer, die an einen Crt ohne elektrisches "icht kommen, sehr unliebsam, Beleuchtungskörper als Eigcn- him zu besitzen. Für den betreffenden Lehrer sind sie alsdann totes Kapital, so lange er wieder zur Pelroleuinlainpe ziirückgreifen muß. Kreis Büdingen. h. Frankfurt a. M, 19. Rov. Tem Vernehmen nach stcht auch für Frankfurt bic Aufhebung .der Bekanntgabe der Standesamts nachricht en durch die Ta.gespressc bevor. Tic Regierung beharrt trotz der Ein wen düngen, daß bie Vec öfsentlichungen aus prwaten unb gefchäfllichcn Rücksichten erfolgen müssen, auf ihrem Stanbpunkt. Tas Rcgicrungsverbot tritt jedenfalls am 1. April 1914 in Kraft. Kreis Lauterbach. — H o ck) w a l d h a n f e n i. Vogelsberg, 18. Nov. Vor einiger Zeit ging bie Meldung durch mehrere Zeitungen, daß ba» Gafi- bau5 ,Z u m Fel f en m e er' biirch Kani an bie Türer- f di u l e iibergegangen fei. Tabci war erwähnt, daß bann der WirlfchastSbetricb vor Winter wohl eingestellt würde. ES ist dies, wie man m s schreibt, nicht ber fxaQ, ba ans beut Kaufe nicht» geworben ist. Der 2i.trtschastSbelrieb des Hotels bleibt nach wie vor weiter bestehen. R Schlitz, 19. Nov. Tie starken Regengüsse in den letzten Taaen haben der überdies sehr leicht f) o cb w a f f e r führcnbfu Hulda durch die anS bein Vogelsberg kommenden Zuflüsse Schlitz und Luder solche Wassermasscn zngesiibrt, daß das ganze Schlitze r- l a n b von Salzschlirf bis znr preußischen Grenze bei Unter-Weg- furth auf große Strecken überschwemmt ist und teilweise einem großeii See gleicht. Die Arbeiteii bei Reguliernng des Schlitzflusses, die infolge des BabnbaneS notwenbig würben, haben durch das eingetretene Hochwasser eine große Stockung er abren. ?lnch der Landivirtschast wird durch Verschlammimg ihrer Wiesen großer Schaden zugesügt. Kreis Wetzlar. ? AuS dem Kreise Wetzlar, 19. Nov. Fünf Gemeinden iinsercS KreiscS sind so glücklich, weder Zuschläge zur Staatseinkominensteuer, noch Realsteuern erheben zu müssen. ES sind dies Greisental, Griedelbach, Holzhausen, Neiikirchen und Oberwetz. Heffen-Nüssau. X. Schlüchtern, 19. Noo. Der Kreistag des Kreises Schlüchtern hat am Tage der Einweihung beS Kreis- Krankenhauses, für ba§ bie Freifrau von Stumm auf Schloß Nam holz 200 000 Mk. gestiftet hat, unter bem Namen Kaiser - Wilhelm -Jubiläums- Stiftung einen Freibettenfonds für mindcrbeniitteltc Kreisangehörige mit einem Kapital von 15 000 Mk. gegründet. Aus KrciS- mitteln sollen diesem Fonds in den folgenden beiden Jahren weitere 5000 Mk. zugeführt werden. Botschaftsrat von Kühlmann in London, der Schwiegersohn der verwitweten Freifrau von Stumm, hat mit seiner Gattin diesem Freibettenfonds ebenfalls 10 000 Mk. gestiftet und sich bereit erklärt, in den folgenden 5 Jahren je 1000 Mk. zuzuzahlen. Graf Eberhard von Tattenbach und seine Gattin, geb. von Stumm, haben 2000 Mk. gestiftet. Kaffee und Korpulenz - Ursache itn) Wirkung. Das (soffein beeinträchtigt de« Stoffwechsel, die Korpnlenz ist eine -olge unvollständigen Stoffwechsels. Deshalb cuip stehlt der -lrzt Korpulenten den coffeiw freien Kaffee Hag. Tie fröhliche, herrliche Weihnachtszeit steht wiever bevor Ws wirb es interessieren, baß der umfangreiche, elegant nusgeßutS Weihnachts-P r^ackt-Katalog der bekannten Firma (Wt' drüber Rauh, Stahlwarcnfabrik unb Versandhaus 1 Hang in Gräfrat h bei Solingen soeben neu zur Ausciab 4* langte. Eine Fülle aller nur denkbaren Gegcnttände sind bd>enknnM Spiclsadicn, Ehriftbaumsckmuck. Ebristbaumständcr, vielerlei 4» beiten ufw.,^ zusammen in einer Auswahl von ca 10 000 xf idüedenen Sorten, so baß icber Paffendes unb feinen Bedarf oder für Weihnacktsgaben finden dürfte 5lAW II „Ein gutes preiswertes Fabrikat empfiehlt sich von selbst“ | Amerikaner u. irische Oefen Cora u.juno 4 sind die Spezialmodelle der grössten Dauerbrandofenfabrik Deutschlands. 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Wer das in dem Büchlein gebotene Material beherrscht unb sich bemüht, sorglich ttnch den gegebenen Ratschlägen au bandeln, der dar» getrost in die Aiibrunn eines Haushaltes eintreten. Und so läut sich honen, das; recht viele Mädchen und ,>raueu das '.bJcrfdjcn als zuverlässigen •vtibrer und Ratgeber schätzen und liebgewinueu tverden -um Segen derer, für bereu leibliches Wohl unb Behagen zu sorgen sie berufen sinb. Ettlingen — Karlsruhe i. B. _________________________2l. ttlcinschmibt, Schulrat. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. 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