^nGWd gefcr&e6nem i 1913. Unterbliebenen. Jin ehemaliger 116er iser- Wilhelm- Regt.) Gastwirt in Saaieu eiiemenb in Kenntnis zu setzen. nbet ßrciiag, ben 25. Quli 1913, llbr in Saufen flau. Ter BorÜand. drn Hinte, lesl‘l<ül, ,,b»ebenen. 8tatt 14818 wmWnn.W.t.L iere Mitglieder von dem Ableben c> liegen Schepp in Saaseu gaggs I Bit erfüllen hiermit die traurige W sslicht, dieMiglieder von dem Ab- H zben unseres lieben Kameraden ■ Hem Wkiß Ms, I ’ge. «v a;. faUen hatT^Hcho \n. ScheppV. iksagung. so zahlreichen Beweis« eilnahine bei dem - ,ffenen Verlust sagen wir ,ren innig«® Dank Im Namen inernden SW«!***: 3. Bergmann' r »“'ÄSS ■•'lb‘“Crhr»"li'A^,«6«IKne lrh.nte -”,dc „ a” fS' ^'1° Giessen IÖhls£?^V»Ssr55 (inder- ; kurz6m, schwerem !chwa=et und Onkel | ihn l . OrdDn°f 00 ÄZÜ-iS.7-- ri*f tinle n)8° da . Apl •unDg d öd)entl.Ktels: btattfürben Kreis ®ief}tn (Dienstag undFieilaqft zweimal monatl. Landwirtschaftliche Zeitfragen Femsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: töö ^ST" C3 Bc;»g»vrer»: 'v k^v XKk sffl inonatlich75Ps^ viertel- letzenerAnzeiger Aw Verantwortlich für den 27^ < politischen Teil: August .............. General-Anzeiger für Oberhessen LL-ZL r°°"ümm°r Notationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such, und Steindruckerei N. Lange. Nedattion, Erpedition und Druckerei: Schulftratze 7. Lnä-: E.^°b'"ür dm bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Ruhlaud und China. Während der chinesische Gesandte in Berlin, Dr. Jen, seinem Ansfrager gegenüber sich sehr hoffnungsfreudig — wann wären ausgefragte Diplomaten nicht recht hoffnnngs- frenldig gewesen? — über die Zukunft des himmlischen Reiches ausspricht und den Wirren in Südchinu keine soüder-- liche Bedeutung beimessen will, sieht man in Petersburg der Entwicklung der Dinge in der benachbarten asiatischen Republik mit Besorgnis entgegen, ahnt bereits einen Vormarsch der aufständischen Truppen gegen Peking. Diplomatische Kreise an der Newa befürchten, — die ahnungsvollen Gemüter — daß „Rußland in allernächster Zeit auf die Vorgänge in China werde reagieren müssen/' "Diese „Reaktion" wäre den Leitern der auswärtigen Politik.des Zarenreiches an und für sich gar nicht so unwillkommen. Man hat nicht umsonst, noch ohne Absicht die Konsnlatswachcn, die seinerzeit in Persien eine so große Rolle gespielt haben, in der äußersten Mongolei erheblich verstärkt, angeblich auf hunderttausend Mann. Man ist sich der Gefolgschaft des Hutnchtu, dieses trunkfesten mongolischen Abtes, sicher, wenn auch Juanschikai in noch so viel Trohnoten diesen auffordert, für einen alsbaldigen Anschluß der Mongolei an die chinesische Republik zu s-orgen. Wie will Juanschikai seine angcdrohten Zwangsmaßnahmen ausführen? Er hat in seinem engsten Wirlüngs kreise mit Widerständen genug zu kämpfen. Im Parlament in Peking verfügt er über keine bedeutende Mehrheit. Ter Süden Chinas, der mit Tibeto-Barmanern und Munda-Völkern durchsetzt ist, kümmert sich wenig darum, daß man über ihn das Standrecl)t verhängt hat. Es fragt sich nur, wer es ausüben soll. »Vielleicht überträgt man die Exekution gar den japa- nisch en Offizieren, die die Abteilungen der südchine- sischcn Aufständischen führen. Vor etlichen Jahren schwebte noch den Ratgebern des Mikado ein Zusammengehen, ja viel- leicl)t ein enger Zusammenschluß mit dem Reiche des Himmelssohnes vor: das ganze Ostasicn gegen die übrige Welt, insbesondere gegen Europa und Amerika. Aber es kam mit den störrigen Chinesen, die der japanischen Ehrlichkeit nicht so recht trauten, zu allerlei Mißhelligkeitcn, Boykotten und empfindlichen politischen Zwischenfällen. Da sagte man sich in Tokio: „Wir können auch anders" und wählte sich als neues Ziel die Vorherrschaft auf dem asiatischen Festlande durch Schwächung des Himmlischen Reiches. Darum unterstützte man die revolutionären Regungen, gab trotz der eigenen Geldnöte den chinesischen Rebellen und Räubern Waffen und Munition, umschmeichelte Sunyatsen, der wohl davon geträumt hatte, selber an die Spitze des neuen chinesischen Staates zu treten, lind nicht das unwichtigste Glied in der Kette der chinafeindlichen Politik des ostasiatischen Jnselreiches ist das Bündnis, das man vor drei Jahren mit Rußland abgeschlossen hat. Wenn man auch wenig Verläßliches über seinen eigentlichen Inhalt erfahren hat, der Zweck trat immer deutlicher hervor. Gemeinsam über China herzufallen. Anscheinend will Japan, das kein 'starkes China brauchen kann, dieses nicht nur schwächen, sondern auch einen großen Teil des Jangtsetales, in das fast alle wirtschaftlichen Verbindungsdrähte zwischen Japan und China gehen, an sich reißen. Noch klarer ist das Ziel Rußlands: die Einsackung der Mongolei. Das würde vielleicht auch alles programmäßig verlaufen, obwohl Juanschikais Widerstand, der ein ebenso gewiegter Politiker wie tüchtiiger Militär ist, gar nicht gering anznschlagcn ist, nxmn nicht die Vorgänge im nahen Osten der russischen Diplomatie arg zu schaffen machten. War schon die Uneinigkeit der christlichen Balkän- völker untereinander geeignet, den Hellen Zorn des Zaren hervorzurufen, so hat das Vorgehen der Türken vollends alles in Petersburg außer Rand und Band gebracht. Was nützt es, daß Sir Edward Grey in orakelhaften Worten sich über das Balkanproblem ausließ, daß Asquith die Beachtung des Londoner Vertrages, der noch gar nicht ratifiziert ist, gerade von den Türken verlangte! Der „kranke" Marrn sitzt wieder in Adrianopel, Griechenland wünscht offenbar, daß er es behalte und ist eifrig dabei, mit den Muselmanen in engere freundschaftliche Beziehungen zu treten, die sich vielleicht später in ein Schutz- und Trutzbündnis verwandeln können. Schon fordert man in Petersburg — freilich vorläufig erst in der Presse, auf die im freien Rußland die Regierung selbstverständlich nicht den geringsten Einfluß auszuüben vermag — den Schlüssel zu den Dardanellen. Was wird England dazu sagen? Ein solches Vorgehen im nahen Osten wird und kann cs nicht dulden und wer weiß, ob nicht der geldbedürftige Juanschikai bald stark metallene Hilfe von der Theinse her erhält. Die Lage auf dem Balkan. Die Fricdensverhandlungen. Bukarest, 24. Juli. König Karl sandte gestern an die Könige von Griechenland, Serbien und Montenegro Telegramme, in denen mit Rücksicht auf die drängende Lage in Sofia sowie auf den Wunsch Europas, eine weitere Schädigung Bulgariens nicht y dulden, die Annahme des Vorschlages der rumänischen Regierung empfohlen wird, der darin besteht, daß die Einstellung des Vormarsches der Armeen und die Einstellung der Feindseligkeiten vor Beginn der Verha.ntp- l u n g e n in Bukarest über den Waffenstillstand und die Friedenspräliminarien möglielzst bald erfolge. Sofia, 24. Juni. König Karl hat an König Ferdinand eine sehr herzliche, Depesche gesandt, in der er mitteilte, daß Rumänien bereits b«ei den Serben und Griechen einen sofortigen Waffen st ill st and beantragt habe, und daß zur Beschleunigung des Abschlusses desselben der rumänische Militärbevollmäch- ligte im serbischen Hauptquartier als Delegierter nach Nisch entsandt werden würde. 23 ii f a r e st, 24. Juli. In der diplomatischen Lage trat seit gestern eine Aenderung ein. Die serbische Regierung ging von ihrem bisherigen Standpunkte, nach welchem die Einstellung der Feindseligkeiten den Verhandlungen in Bukarest Dorangeben sollte, ab und wünscht jetzt, daß der gesamte Komplex von Fragen in Bukarest verhandelt werde, während die Feindseligkeiten sortdaue.ru. Serbien begriinbet seinen Standpunkt mit dem Hinweise daraus, daß die 2llarmnachrichten aus Sofia übertrieben sind. Somit schloß sich die serbische Regierung der Auffassung Griechenlands an. 1 Belgrad, 24. Juli. Gestern fand im Palais unter dem Vorsitz des Königs ein Ministerrat statt, der sich mit der endgültigen Formulierung der Friedensbedingungen beschäftigte. Es verlautet, daß auch die von den militärischen Delegierten zu führenden Verhandlungen über die Feststellung der Demarkationslinie in Bukarest und nicht in Nisch statt- finden werden. — Als Bevollmächtigte für die Friedensverhandlungen hat Serbien den Ministerpräsidenten P a s ch i t s ch , den früheren Gesandten in Sofia, Spalaikowitsch, zwei Obersten und einen Sekretär in Aussicht genommen. Griechenland wird wahrscheinlich den Ministerpräsidenten Venizelos und den früheren Gesandten in Sofia, Pana s, entsenden, Montenegro den Ministerpräsidenten Plamenatz. 91 t h e n , 24. Juli. (Meldung der Agence d' Athenes.) Nach zuverlässigen Informationen werden die Bedingungen der Verbündeten erst auf der Konferenz in 23ukarest init- gcteilf werden. Man kann jetzt schon behaupten, daß sich die Bedingungen auf die Idee des Gleichgewichts auf dem Balkan stützen werden. Der Grundsatz des Gleichgewichts beweist die Rechtlichkeit der Ansprüche der Verbündeten, die nichts Unmögliches fordern, und ihren Wunsch, einen dauernden Frieden auf dem Balkan her-ustellen. Von Rumänien besteht keine Gefahr, daß die Frage verwickelt werde, denn Rumänien trat ohne vorhergehendes Einverständnis mit den Verbündeten in den gemeinsamen Kampf ein, von der Absicht geleitet, für das Gleichgewicht auf dem Balkan zu wirken: denn ein Großbulgarien würde eine ständige tyejahr für Rumänien sein. Der ehrenvolle griechisch serbische Defensivvertrag habe für alles Vorsorge getrosten und leine Lücke gelassen, die einen Vorwand zu Streitigkeiten unter den Verbündeten schaffen könnte. So flöht die im voraus gelüste Frage der Teilung keine Besorgnis ein; infolgedessen drohen für Griechenland, Serbien, Montenegro und Rumänien keinerlei zukünftige ^Verwickelungen. Tie Idee des Gleick-gewickts wird bis zum Schluß - vorherrschen. Wenn eine Gefahr für Verwickelungen besteht, so ist sie in der Intervention der Türkei zu suchen, einer unglückseligen und unerwarteten Intervention. Die Verbündeten wünschten, daß die Türkei die internationalen Abmachungen des Londoner Vertrages nicht verletzt hätte. Trotz des Vormarsches der Türkei sind die Verbündeten keineswegs geneigt, auf der Konferenz in Bukarest Thrazie n als türkisches oder bulgarisches Gebiet a n z u er ken n en. Thrazien ist für die Verbündeten ein Gebiet, das den Verbündeten gemeinsam gehört, wie es der Kongreß in London besstmmt hat. lieber das Geschick Thraziens wird gemeinsam entschieden werden. Mehr als je fordere Griechenland infolge des unmenschlichen Betragens Bulgariens unterstützt von den Verbündeten, die ernstesten Bürg- scl-asten für Leben, Ehre und Besitz der griechischen Bevölkerung, die der Herrschaft Bulgariens unterworfen sein wird. Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Sofia, 24. Juli. (Agencc Bulgare.) Gestern herrschte in der Umgebung von P i r o t Ruhe. Bei V l a s s i n a wurden die Angriffe der Serben zurückgeschlayen und diese aus dem bulgarischen Gebiete verjagt. Bei E.gri- Palanka verlief der Tag ebenfalls ruhig. In der Umgebung von Ko t sch an a griffen die vereinigten serbischen, griechischen nnd montenegrinischen Truppen den linken bulgarischen Flügel mit starken Streitkräften an, wurden aber überall zurückgeschlagen. Die zwischen den Tälern der Strumitza und der Breganitza vorrückenden griechischen Truppenabteilüngen wurden von drei Seiten zerniert und unter dem mörderischen Feuer der bulgarischen Truppen zum Rückzug gezwungen, wobei diese beträchtliche Verluste erlitten. Tie Haltung der bulgarischen Truppen ist auf der ganzen Kampflinie ausgezeichnet. Belgrad, 24. Juli. In den Kämpfen bei Bjelo- gratsch'ik erlitt der Feind sehr schwere Verluste und zog sich in Unordnung auf Lom Salanka und Vidin zurück. Unsere auf Vidin vorrückenden Truppen wurden gestern morgen angegriffen. Der Kampf dauerte bis 4 Uhr nachmittags. Tie Bulgaren waren gezwungen, sich unter ungeheuren Verlusten in ihre Stellungen zurückzuziehen. Unsere Truppen näherten sich bis auf 10 Kilometer Vidin. Athen, 24. Juli. (Agence d Athenes.) Tas Kriegsministerium veröffentlicht eine Depesche aus dem Hauptquartier. Darnach besetzten die griechischen Truppen Do- b r i n i st a und B a n i st a, und schlugen den Feind nördlich von Mahomia zurück. Alle Dörfer wurden verlassen gefunden. Tie Bulgaren zündeten einige Dörfer an, um den Vormarsch der griechischen Truppen zu erschweren. Einige von den Brandstiftern wurden auf frischer Tat ergriffen und bestraft. Auch auf dem linken Flügel erlitt der Feind fortwährend Niederlagen. Grausamkeiten im Balkankricg. S a l o n ift, 24. Juli. Des griechischen Ministeriums des Auswärtigen Untersuchungen über die Grausam keilen der Bulgaren in Doksat ergaben, daß die Bulgaren die Stabt verließen, ehe sie sie vollstänbig zerstörten. Die Einwohner bildeten eine Bürgermiliz, um die Angriffe der Komitatschis zurückzuschlagen. Nach einem vergeblichen Angriff fuhren die Bulgaren in der Nacht vom Samstag vier Feldgeschütze auf, während von den Einwohnern viele nach Kawalla und in die Berge flohen, schloß sich ein Teil in die Häuser ein. Plötzlich erschien bulgarische Kavallerie, auf der anderen Scite^drangen 400 Soldaten in die Stadt. Es begann ein Gemetzel. Frauen, Kinder und Greise wurden erbarmungslos hingeschlachtet: alle in Doksat zurückgebliebenen Frauen wurden von Soldaten und Offizieren vergewaltigt, die Mütter mußten ansehen, wie ihre Kinder aus den Fenstern auf die Bajonette geworfen Gesellschaft Liebigmuseum. Gießen, 25. Juli. D i e Gesellschaft Liebigmuseum hielt gestern im Liebig-Laboratorium ihre Jahresversammlung ab. Geh. Medizinalrat Professor Sommer sprach über „Liebig vom Stand- p u n k.t der F a m i l i e n f o r s ch u n g und der Verev- bungsthcori c". Seinen inhaltlich sehr interessanten Ausführungen entnehmen wir folgendes: Die Beanlagung eines Menschen kann normal, pathologisch > krankhaft, kriminell (verbrecherisch: und genial sein. Die sich mit der genialen Beanlagung beschäftigende Genielehre ist noch sehr jung und in ihren ersten Ansätzen verfehlt. Die Annahme Lombrofos, daß man zwischen normalen und pathologischen Genies zu unterscheiden habe, kann als überwunden und mit den wirklichen Beobachtungen als nicht übereinstimmend angesehen werden. Das Genie ist das Produkt der erblichen Veranlagung und der zur Entfaltung dieser Anlagen günstigen Lebens- verhältnisse (Milieu/ Mit nicht geringer Mühe hat man die Stammbäume großer Männer aufgestellt, ohne bis jetzt zu allgemein gültigen Gesetzen gekommen zu sein. Denn wenn auch verschiedentlich, j'o bei Goethe und Schiller, die Ahnenreilie auf väterlicher Seite durch Energie, Fleiß und Arbeitskraft sich hervortat, während die Vorfahren mütterlicherseits mehr in künstlerischer Beziehung Bedeutendes leisteten, so ist doch hieraus fein allgemein gültiger Schluß zu ziehen, da noch viel zu wenig Persönlichkeiten daraufhin untersucht wurden. Tie Frage: Ist Liebig als Genie zu betrachten? muß entschieden bejaht werden. Er hat in seinem Fach infolge seiner Naturanlage "Außergewöhnliches geleistet, und es war ihm dies möglich, da er vom Glück ungemein begünstigt war. Schon frühzeitig, im Paterhause, konnten die in ihm schlummernden Naturanlagen'zur Entwickelung gelangen. Viele seiner Verkaufsartikel stellte der Vater selbst bet, und sein Sohn durfte habet helfen. Tie dem Knaben zugänglichen SBerfftätten besuchte er fleißig. Der am dem Darmstädter Jahrmarkt auftretende Wunberdoktor veranlaßte ihn zur Darstellung des Knallsilbers. Infolge der Gewährung eines Staatsstipendiums kam er frühz-eitig nach Pans und lernte dort hebenienbe Männer der Wissenschaft kennen. Neben der stark entwickelten analytischen Neigung, die die Dinge auf ihre Zusammensetzung und Entstehung prüft, der Hauptsache nach also rem theoretischer Natur ist, fand sich bei Liebig ein ebenso stark ausgebildeter praktischer Zug, der ihn die gefundenen Ergebnisse auf andere Gebiete (Landwirtschaft, praktische Hygiene) übertragen und an- wendcn ließ.. Daß in Liebigs Charakter ein männlich-streitbarer Zug fest- gestellt werden muß, kam der von ihm vertretenen Wissenschaft sehr zu gut, denn nur auf diese Weisse war es möglich, das sich gesteckte Ziel zu erreichen. Nur einer Kampfesnatur wie Liebig war es möglich, die sich ihm entgegenstellenden Hindernisse zu beseitigen und eine in ben Anfängen liegenbe Wissenschaft zu einer vorher nicht geahnten Höhe zu bringen. Seine Genialität geht auch aus ber Tatsache hervor, daß er sich durch nichts von dem seiner Beanlagung entsprechenden Wege abbringen ließ. Dieser Einwirkung von sogenannten Komplexen, die ihn vor der Vielgeschäftigkeit bewahrte, und den aus einer genialen Grundlage heraus dominierenden Gesichtspunkten verdankte er ohne Zweifel einen großen Teil seiner Erfolge. Was seine äußere Erscheinung betrifft, so fällt dem Beobachter das ungemein regelmäßige Oval der Kopfbildung, die feingeschnittene Nase und der stark hervortretende Stirnknochen über dem rechten Auge auf. Von letzterem Umstande^ aber einen Schluß auf besondere mathematische Fähigkeiten zu machen, wie dies einige Forscher tun, hält der Vortragende für gewagt und in vorliegendem Fall für nicht zutreffend. Eine Ahnentafel hat man bis jetzt stoch nicht. Eine Vervollständigung des geringen Materials muß daher als sehr wünschenswert erscheinen, und der dementsprechende Llppell an die zahlreich anwesenden Mitglieder dürfte bald von Erfolg begleitet sein. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag erstattete der Schriftführer der Gesellschaft Liebig-Museum, Apotheker Werner, den Fahresbericht. Mit Freuden konnte er feststellen, daß auch in diesem Jahre eine Reihe wertvoller Geschenke dem Liebig-Museum zugegangen sei. Verlagsbuchhändler Töpel- mann stiftete eine fast lückenlose Serie des Liebig-Köppschen Jahresberichtes, Frau Baronin Dr. v. Liebig wertvolle Urkunden, u. a. den Ehevertrag der Eltern Liebigs. Medizinalrat Dr. Merck (Darmstadt^ ließ in überaus dankenswerter Weise auf seine Kosten den Hörsaal und das analytische Laboratorium Herstellen. Geh. Rat Prof. Dr. Naumann förderte die gute Sache durch Stiftung mehrerer Photographien alter Liebig-Apparate. Kommerzienrat Heichelheim spendete die Summe von 500 Mark. Der Vermögensstand ber Gesellschaft Liebig-Museum ist als günstig zu bezeichnen. Nach zr"ijährigem Bestehen und bei einer Mitgliederzahl von 50 ist ein Barvermögen von 1746,85 Mark vorhanden. Zum Schlüsse seiner Ausführungen erroäfcute Apotheker Merncr noch die Abschrift eines Liebig-ManuskiMss, die ihm ein russischer Chemiker Dr Shukoss (Petersburg) gesandt hat. Aus den eigenhändigen Lluszeichnungen des 16 jährigen Liebig geht hervor, daß er schon in frühester Jugend theoretisch und praktisch ausgezeichnete Kenntnisse besaß. Von ganz besonderem Interesse war es, daß ber 16 jährige Liebig schon theoretische Betrachtungen über die chemische Zusammensetzung des Quecksilberchlorids angestellt hat. Sehr viele Keime späterer Arbeiten sind in dieser Arbeit, die eine Fundgrube für den Biographen darstellt, enthalten. In der Hoffnung, daß der geistvolle Gedanke, die Geschichte der Chemie in ihrer Entwicklung in den Räumen des Liebig-Laboratoriums darzustellen, möglichst bald verwirllicht werde, schloß Werner seinen Bericht. Nach der Versammlung fand eine harmonisch verlaufene Feier im Garten des Liebig-Museums statt, bei der Fraq Geh. Rat Prof. Dr. Sommer bie Liebenswürdigkeit hatte, die Gesellschaft mit einigen schönen Liedern zu erfreuen. ♦ — Archäologische Funde auf Kreta. Die italienische archäologische Mission, deren Leiter Professor H a ch e r r ist, machte kürzlich auf Kreta bedeutende Entdeckungen. Er fand in G o r - tina einen den ägyptischen Gottheiten geweihten Tempel. Ter Llrchitrav trägt eine Widmung an Flavia Philyra, die das Gebäude gebaut hatte. Er entdeckte eine Statue des ägyptischen Gottes S a r a p h i s und eine ausgezeichnete Statue der Isis und des Merkur, ferner Bruchstücke einer Kolossalstatue einer Frau und eine weibliche Büste, vielleicht der Gründerin des Tempels. Die Statuen waren von Marmor. Außerdem sand man irdene Bildsäulen. Im Mittelschiff des Gebäudes befindet sich eine kleine Treppe, die zu einem unterirdischen Bassin führt, wo rell giöse Zeremonien und die Reinigung abgehalten wurden. An den Treppenseiten befinden sich zwei Nischen für kleinere Statuen. Tie Nachforschungen werden noch fortgesetzt. Im Innern der Insel fand die Mission eine große Anzahl noch unveröffentlichter Jn- schriftentexte. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Der 4. Deutsche Kongreß für Säuglingsschutz und die Mitgliederversammlung.der Deutschen Vereinigung für Säuglings schütz finden am Donnerstag, 18., und Freitag, 19. September 1913, in Breslau statt. teil ui Äurben. Die Metzeleien bauerten den ganzen Sag an. Mehrere Offiziere nahmen teil, ebenso Zivilbeamte, darunter der Friedensrichter Basoff und der Polizeichet Pristo. Abends verliefen die . Bulgaren mit ihrer Beute die Äadl. Soldaten, auf ihren Bajonetten sechs Monate alte Minocr tragend, schritten den Truppen voran. Anter den Opfern bennden sich zwei Priester, die in der Kirche niedergemacht wurden. Sofia. 23. Juli Bon den Serben und Griechen wur- 'den zahlreiche Schreckenstaten begangen. Besonders grausam soll jjon den griechischen Truppen, die von Antakten und mohameda- nffchen Baschibozuls begleitet sind, in den Dörfern Djckowo und Rvp o s e l o gegen die Bevölkerung verfahren worden sein. Bei den Kämpfen mit den Griechen wurden viele bulgarische Soldaten durch Dumdum-Geschosse verwundet. Die Türken gehen weiter vor. der „Darmst. Tägl. Anz." eine Mitteilung aus Worms zum Abdruck gebracht, in der es heißt. „Die heldische Regierung beabsichtigt am Rhein bei Gernsheim die Errichtung eines Ausland. I s ch l, 24. Juli. Der Kaiser empfing heute vormittag den Ministerpräsidenten Grafen Stuergkh und den Minister des Innern Freiherrn vonHeinoldin einer zweistündigen Audienz, bei der die Minister über aktuelle Fragen der inneren Politik berichteten. Hierbei wurde besonders die Finanzkrisc in Böhmen einer eingehenden Darlegung unterzogen, um den Kaiser über den Stand der Angelegenheiten sowie über die Auffassungen, welche in den Kreisen der Regierung darüber bestehen, genau zu unterrichten. Heute nachmittag traf der Oberstlandmarschall von Böhmen Geheimrat Lobkowitzei ein und wird morgen vor dem Kaiser in Audienz erscheinen. i i London, 24. Juli. Offiziell wird bekannt gegeben, daß die Vermählung des Prinzen Arthur von Connaught mit der Herzogin von F i f e auf den 15. Oktober festgesetzt ist und in der Kapelle des James Palast ftattfinbrt. Tripolis, 24. Juli. Der Hauptmann Hercolani meldet durch Fnnkenspruch^ daß er mit seiner Kolonne Socna erreichte und dort die italienische Fahne hißte. Durch die Besetzung Soc- nas ist die Durchdringun^szone bis 300 Kilometer von der Küste vorgerückt. Texas, 24. Juli. Die Insurgenten haben Torreon eingenommen. Sie sollen 1500 Gefangene gemacht und 200 Kanonen, sowie große Munitionsvorräte erbeutet haben. S a n I o s 6 (Gösta Rica), 24. Juli. Eine Kabelmeldung ans Washington, daß Staatssekretär Brhan ein Protektorat der Bereinigten Staaten über die m i t tela m e r i ka n i sche n Staaten plane, hat hier große Aufregung verursacht. 'Sie Proteste häufen sich in der Presse sowohl, wie in allen Kreisen des Publikums. Heute abend wurde eine allgemeine Protest- Versammlung angekündigt. Sdjang&öi, 24. Juli. Petersburger Telegraphenagentur. Wahrend der Kämpfe der letzten Nacht errangen die Nord- truppen einen größeren Erfolg, bemächtigten sich der Hang tschon-Eisenbahn und schlugen die Südtruppen auf der ganzen Sune zurück, indem sie ihnen große Verluste znfügten. Die Soldaten der Südtruppen sind demoralffiett, viele warfen Uniform und Gewehre von sich und ergaben sich. Heute nacht wird ein entscheidender Kampf erwartet. Es geht das Gerückü, daß sich Nanking in den Händen der Nordtruppen befindet. Nanking, 23. Juli. Unter den Rebellen herrscht wachsende Unzufriedenheit. Die Bevölkerung fürchtet sich vor Plünderungen, da die Rebellentruppen ihren rückständigen Sold fordern. nachdrücklich hingewiesen, die dem Unternehmen sowohl aus Rücksichten der Lan d es ku11n r, als wegen des Schiffsverkehrs in rechtlicher und technischer Hinsicht entgegen- stehen. •• DaS Konzert der Schwäbischen Singvögel in SteinS Gatten mußte wegen Erkrankung eines Mitgliedes ausfallen. ** Der Gabels berg er Stenographen-Ver- ein E.V. (1861) eröffnete gestern abend im „Postteller" einen neuen Anfangerkursus für Damen und Herren. Seitcr ist Sektretär Wilh. Loh, der in bereits mehr als 13 jähriger Tätigkeit als Stenographielehrer gegen taufen!) Neulinge in die „teure Kunst" eingeführt hat. Die Teilnehmcrzahl stellt sich diesmal auf 16 Damen und 23 Herren. ♦* Sie neue Fahne des Verbandes Deutscher Eiseu- bahn-Handwerker und -Arbeiter, Ortsgruppe Gießen, ist im Schaufenster von E. Bioeimer Nach folg., Selterstoeg, einige Tage ausgestellt. ** Einlieferung. Der Schmied Herm. Horst aus Wittgenborn, der mit mehreren Helfern im Januar d. I. beim Wildem im Büdinger Wald durch einen Sckjuß ins Bein erheblich verletzt wurde, ist vom Hanauer Sanb fron Fen- haus in das Gießener Untersuchungsgefängnis überführt worden. ” Einen über zwei Meter hohen Haferhalm brachte uns gestern Herr Berlin auS Großen-Buseck. Bei anderen Getreidearten ist eine solche Hohe nicht außergewöhnlich, bei Hafer soll sie aber nur außerordentlich selten Vorkommen. Herr Berlin hat den Halm von einem Landmanne erhalten. •• Baumblüte. Im Garten deS ProfefforS Ko ob in der BiSmarckstraßc steht ein Apfelbaum in Blute. Landkreis Gießen. — W i e s eck, 24. Juli. Die immer gern besuchte Kirchweihe findet am 17. und 18. Augu st statt ** Lang-Göns, 23. Juli. Bei den in den Bezirken Friedberg, Lang-Göns und Ober-Hörgern vorgenommenen Prämiierungen von Obstbaumpflanzungen, erhielten Preise für ältere Baumpflanzungen: den 1. Preis Karl Ang. Faber und Georg Rudo lph, Baumwart: den 3. Preis Wilhelm Weil, Landwirtschaftskammermitglied. Lobende Anerkennung Karl Römer. Neuanlagen Heinrich Zeiß den 2. Preis; Anton Nern VII. den 3. Preis. — Holzheim, 24. Juli. DaS für nächsten Sonntag, den 27. Juli vorgesehene Turnfest wird erst am 17. Aug. abgehalten. Die englischen Flottenmanöver. on 0 "b’°i7®u*'’ ®'c9rDßcn$IottcnmanDBcr, an denen 347 Fahrzeug- der roten Anqriffs und der blauen Berte>d,gu,uMotte te.ln-hm-n, haben heuie früh beqonnen «US Grimsby wird gemeldet, daß die rote Flotte auf bem Humber vier stark eskortierte Transp° «! 1 k J eV unb ""ch einem Kampf mit dem dort befindltchen Geschwader Truppen landete. Die Ad.w r°l"« bestätigt dt-s- Nachricht und erklärte, eine Entscheidung uicht^or ^ ' ' °6 bcr «"griff erfolgreich war? lieg? GrimbSby, 24. Juli. Die Eiunahmc von Grimbs. by und Jmmtngham durch die rote Flotte war voll ständig Die Matrosen gingen in Jmmingham an Land und wurden tm Ernstfälle die Eisenbahn in die Lust gesprengt haben. Die Torpedobootszcrftörer Sylvia Leopard, Bigilant und Avon und verschiedene Unterseeboote wurden genommen. Als sich die rote Flotte näherte, fuhr ein blaues BerteidigungStorpedo in der Richtung nach Hüll, kehtte jedoch später zurück. Im Ernstfälle wäre eS ihm gelungen, während der Truppenlandung zwei Transportschiffe in die Lust zu sprengen Grimsby, 24. Juli. Die rote Partei landete 1500 Mann. Die Städte Grimsby, Cleethorpes, Imming' Ham, sowie die Kohlenvorräte der Admiralität sind in die Hände des Angreifers gefallen, der im Gefechte bei den Fischdocks vollständig siegte. Kreis Friedberg. L Friedberg, 24. Juli. Gestern und heute vormittag besichtigten mehrere höhere Offiziere mit dem Bürgermeister Stahl das als Schießstände und Exerzierplatz vorgesehene Gelände. L Bad-Nauheim, 24. Juli. Die Rosen in den hiesigen Rosenfeldern haben durch die naßkalte Witterung gelitten, dennoch stehen einzelne Sorten in prächtiger Blüte. Starkenburg und Rheinhessen. (m) Offenbach a. M., 24. Juli. In der Nahe der Loosschen Kesselfabril verlor infolge des aufgeweichten Bodens ein Automobil seinen Kürs und rannte an einen Baum. Das Auto wurde am Vorderteil völlig zertrümmert: die Insassen erlitten erhebliche, aber zum Glück nickst lebcms- gefährliche Verletzungen, die in der Loosschen Fabrik vor- bunden wurden. Kreis Wetzlar. (?) Dorlar, 25. Juli. Hier hat man sich für die Einführung elektrischen Lichtes entschlossen. — Das neue Pfarrhaus kommt in die Nähe der .Haltestelle au die Atzbacher Straße. Die jetzige Pfarrwohnung ist uralt. (:) Ulm, 25. Juli. Tie Eheleute Heinrich Adam, die beide lungenkrank waren, sind an einem Abend gestorben und $toar der Ehemann um 6 Uhr und die Ehefrau um 11 Uhr. Sie hinterlassen drei kleine Kinder. Hessen-Nassau Hundertjahrfeier der 81er in Frankfurt a M. 1. Frankfurt, 24. Juli. Wohl an 20000 ehemalige Augehöngt- deS Jnf.-Reqts Nr. 81 trafen im Lanie des Nachmittags in zahlreichen Sonderzngen hier ein. Im Kasino des Regiments er-olgte nm 4 Uhr die Ueberrcichung der dem Offizierkorps zugedachteu Geschenke und Stiftungen. Tie ehemaliaen Regimentsai.gebörigcn übergaben em Stistungslapital zur Unterstützung von Unteroffizieren und Mannschaften. — Tic Hauptfeier begann nm 8 Uhr abend« m der überfüllten Festhalle im Bestem des Inhabers bev Regiments, des Prmzen Friedrich Karl von Heffen. Es wurden lebende Bilder aus der Geschichte des Regiments gestellt. Ten Text dazu sprach Herr Wendt vom Schauspielhaus. T,e Bilder stellten dar: Geleckt bei ©iebenbrmm 1814, Am Auetor m Kassel 1840, Vor Metz 1870 Rückkehr aus Frankreich 1871 und Kaiserhuldigung. Ein Chor von 600-700 Soldaten trug Kriegs- und Soldatenlieder mit Cvdycflcr- beqlcitung vor. Die Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt als Vrrnz Friedttch Karl das Kaiserhock ausbrachte. Ein lebhafte^' Treiben herrschte in allen Wirtschaftsräumen des Festplatzes, überall erhielten die ehemaligen Regimentsangehöttgeil für ihre Gutscheine kostenlos Würstchen und Bier. Auch die Festabzeichen und Pro. Gramme wurden kostenlos abgegeben. Um 7,12 Uhr begann als Abschluß des ersten Festtages der große Zapfenstreich. ‘ Morgen Huben Festgottesdicnst, Parade und Fcstcffen auf Kosten der Stadt Frankfurt statt. d. Frankfurt a. M., 26. Juli. Ter Kaiser bat bem In- fanterte-Regunent Nr. 81 ben Namen Laub gras Friedrich der Erste von Dessen-Kassel verliehen. 163 kurhessischc Veteranen und 600 Veteranen von 1870/71 erhielten eine besondere Denkmünze. ♦ (w) Hanau, 24. Juli. Dr. Reinhard Houy, der als Regierungsarzt an der dcutsch-franz ö s. Grenzexpedition in Neu-Kamcrun teilnahm, ist nach einer an seine hiesigen Angehöttgen gelangten Mitteilung des Reichskolonialamtes von seinem schwarzenTiener ermordet worden. Ter Täter wurde erschossen Deutsches Reich. Balestrand, 24. Juli. Der Kaiser arbeitete heute vormittag, verteilte dann die Preise nach dem Damenrudern und hörte den kriegsgeschichtlichen Vortrag des Generals v. Freytaa. Das Frühstück wurde dann auf der gestern angekommenen Jacht von Mr. Mar Wächter eingenommen. Am Nachmittag suchte bcr Kaiser einen Tee bei Professor Dahl. Berlin, 24. Juli. Der Reichskanzler erhielt gestern in Hohenfinow den Besuch des Kttegsministers v. Falken- h a n n und des preußischen Gesandten in Rom, von Mühlberg. München, 24. Juli. Die „Bayer. Staatszeitung" schreibt offiziös: Tie Presse beschäftigt sich weiterhin mit einem Telegramm, das rin Beamter der Phönix-Transport- gesc Usch ast am 12. Juli von Genua an ben Reichskanzler richtete. Ter Generalbirektor ber Hamburg-Amerika- Linie nahm bereits Anlaß, feinerfritd gegen verschiedene in bem Telegramm enthaltene Behauptungen Stellung zu nehmen. Wir sinb zu ber Erklärung ermächtigt, baß seine Dattegungen vollkommen der W a hrheit entsprechen. Bei der im Ministerium des Aeußern in München zwisckxm Ball in und bem Ministerpräsidenten Freihcrrn v. H e r t l i n g geführten Unterredung ist weder von geschäftlichen Interessen bcr Hamburg-Amerika-Linic noch von Markt-Redwitz die Rebe gewesen. Aus ber Lust gegriffen ist ferner bie Behauptung des erwähnten Telegramms, es seien dem bayerischen Mi- nisterpräsibentcn von Ballin Zusagen irgendwelcher Att für ben Fall gemacht worben, baß Bayern den Unternehmungen ber Phönix-Transportgesellschaft Schwierig ketten bereite. Hieraus cr- fjibt sich weiter bic völlige Unhaltbarkeit bcr Erzählung, bie der genannte Beamte ber Phönix-Transportgesellschaft bem Vertreter eines hiesigen Blattes über rin vom Ministerpräsi- dentcn in Berlin geführtes Gespräch zum besten gegeben hat. ♦♦ Kein Stauwerk am Rhein «nut , tun(t einer Baffer traf t a n läge im® 4^ei?b «ern^eim bat sich ber Pl«an^rle,ngemeinben bSrcb nnc Protcstversammlung tu Dorm- '— ~ ,r91 Konstantinopel, 23. Juli. Amtlichen Mitteilungen ziö- folge kam es bei der Besetzung von Kirk-Kilisse zu einem Gefecht mit der bulgarischcnJnfanterie. Die Bulgaren sprengten unmittelbar vor ihrem Abzug bie Kasernen, bas Muni- ttonsdepot und die öffentlichen Gebäude in die Luft. Der .Hom* Mandant bcr Kavallerie des rechten Flügels mdbet, daß an verschiedenen Punkten der Stadt noch immer Explosionen erfolgen. Sofia, 24. Juli. ^Agence Bulgare. 31/2 Uhr.) Die türkischen Truppen, die auf bem alten bulgarischen Territorium borrüden und auf ihrem Züge alles niederbrennen und n i e d e r m e tz e l n, haben das Torf .H a r a p t s ch a auf der Straße v«n Küzülstgatsch nach Famboli erreicht. Längs der ganzen Grenze flieht die Bevölkerung in wilder Flucht in das Innere des Landes. Sofia, 24. Juli. Amtlich.) Einige Banden Baschibazuks übcr- schrttten die alte bulgarische Grenze und rücken gegen I a in b 0 l i vor. Einsprüche gegen den türkischen Bormarsch. Sofia, 24. Juli. Infolge der Nachricht über das Dort bringen derTürken in bulgarisches Gebiet wurden alle Gesandten der Großmächte in das Palais geladen. Ser König hielt folgende Ansprache: Ich fühle mich gedrungen, vor Europa gegen bas un«= qualifizier bare Vorgehen ber türkischen Armee zu protestieren, welche nicht zufrieden damit, den Londoner Vertrag verletzt zu haben, dazu übergeht, in bas alte Cöcbiet des Königreiches in ber Richtung nach Tirn 0 wo, Slimen und Iamb 0 le einzufallen und dabei furchtbare Ausschreitungen begeht, indem sic Dotter niederbrennen, bie E i nwv hner massakrieren unb in ganz Thrazien Schrecken verbreitet. Ich kann nicht glauben, daß die Großmächte, die ihre Namen mit dem diplomatischen Akt verknüpft haben und der jetzt mit Füßen getreten wird, gleichgültig betrachten, was heute begangen wird und untätig bleiben vor ber Beleidigung, die ihnen zugefügt wurde vor ben Untaten, deren Opfer wir sind. In der Not, in -der sich die bulgarische Nativn befindet, appelliere ich in ihrem Namen .an die Vertrete der Zivilisation, und bitte Europa durch Ihre Vermittlung, meine Herren, den Leiden der Bevölkerung ein Ende zu setzen, die vor den alten Unterdrückern flieht. Ghenadieff bat die Gesandeten der Mächte, bei ihren Regierungen vorstellig zu werden, damit diese ohne Verzug und in der entschiedensten Form Schritte unternehmen, uni pcn Rück- £ug der türkischm Truppen zu bewirken. Tie diplomatischen Vertreter Bulgariens im Auslande wurden angewiesen, in demselben Sinne vorstellig zu werden. x- .?ona, 24. Juli. Unter Bezugnahme auf ben Einfall bcr türkischen Truppen aus alt-bulgarisches Gebiet sandte der bulgarische Minister des Aeußern Ghenadieff gestern eine neue V n edc Art dc-2 Füchlaügs zü verbide^"a "di- während fischen vurutgSiyctle al« vouptlaicfmlän/ ? uon den iKranroarfnenöcn flsichbrut al5P“uratthnS? ¥ ubr x’ unb b« btromgebietc al6 Schourevicre zu erklären dienenden ruhigen Stauwehres zur Gewinnung elektrischer .>krast". Diese Mit- teüung ist geeignet, die öffentliche Meinung irre zu führen. Die Regierung steht dem Projekt vollständig fern. Sie hat im Gegenteil, nacksioem sie von dem Vorhaben Kenntnis erhalten hatte, auf die ernsten Bedenken vereinrnachrichten. " Ter Sangerkranz veranstaltet an, SamStag abend tm Pytlosophenwald eine italienische Nacht. ,A. Dollar, 25. Juli. Auf dem Gesangswettstreit in Biedenkopf !’ der hiesige Mannergesangvereiu Germania unter Leitung lemcS -ttngenirn Lehrer Becker aus Gießen wiederum Lorbeeren S mS'1 s$Cr»nmCrranfl bei scbr Rarfcr Konkurrenz in der Zweiten Klaffe den 2. Preis, bestehend aus Mk. 50 — bar, Wciu- ^ntnr Unbk S-Wlont. Im Ehrensingen ben 2. Preis, Bowle uni Uvtliuinnuung in LZvrms gegen bas Pwiekt j"" äoauptehrcnsimgeu den Ehrenpreis der Stadl Stellung genommen Mit Bezug auf diese Vorgänge lull | nebft sTipfonl bcftcbcnb au§ cincnt silbervcrgoldetcn Lorbeettrauz bischer 1Vt’4tS?"S ' Qui bip Pe ti-Dn dein $tbeiu ’sswss f ^wien und^->'?o^eller" bereits mehr L 5 Men tausend rt Hal. Ae Ä Mr„qe Ä » ^CRSSij- BZW ‘»"ÄwäÄ 'i°r h°h„H,,„h„^ ’ »u_S ®to6ffl.&i|rf. <8,j J' S°h- NW °utz,rg,w°hn. 0 m "»km Konbrnannc :rten beS $roftjforS Soob pselbaum in Blüte, liehen. mner gern besuchte Kirch- August statt. • Bei den in den Bezirken r-yörgern vorgenommenen tanzungen, erhielten Preise en 1. Preis Karl Äug. Fa- Piumwart-, den 3. Preis stskrmmernckglied. Lobende illeuanlagen Heinrich ^ein >7II. den 3. Preis. Tas sür nächsten Sonntag, nfest wird erst am 17. Aug. ciedberg. i. Gestern und heute vor- ere Osfiziere mit dem Bürger« stände und Exerzierplatz . Juli. Die Rosen in den h die naßfatte Witterung ge- den in prächtiger Wüte. Rtiemhefien. 1 Juli. In der W der folge des ausgeweichtenBv- und rannte an einen Baum. >ii völlig zertrümmert; dre der zum Glück nicht lebens- n der Loosschen Fwrck ver- «Äsich y«-®” ssflSÄ^S-* k hm p nem ltv en o u mnM«UH">iddieHeM drei lleine Kinder. et d-m DSS'.Äar.gehörige» lt UnlerNutzung - ut)r ^ciids piteier dM'M w 8 ^cqimentS, •dem be§3r^n[cbenbe Silber KWZ- L inrf184 ; bin Chor ^aiiCÄ$r mit OvÄ md öt'111 , . dem In- 135Li”*l,lÄ‘S* g h her als * akeinh^HÄHrenr- Ti- ranz?b jft nach eutschtellnah^eilung gelangten ^.2i en er (meßen ^ „furreni Kim nnniliiininTwr begründet. Kosten an die Stadtkasse bezahlt werden. B»/7 Untugenden, besonders bei fzaara-usfaU'. Wirkung wiitenseMhi Wolle, Halbwolle u. Mako die nur in einzelnen Stücken in den verschiedenen Grössen am Lager sind, sollen auf alle Fälle geräumt werden ===== sophischeu Fakultät als ordentlicher P?osefiÄ all die Universität Breslau berufen wurde, aber ablehnte, hat ntmmtiir einen zweiten Ruf an dieselbe Unwerfität erhalten, diesmal aui-Borschlaq der juristischen Fakultät, die demnächst zu einer rechts- und staatö» wisienschaltlichen Fakultät ergänzt werden soll. Pros. Weber Hal diesen zweiten Rus zum 1. April 1914 angenommen. X 'Karbürg, 24. Juli. Am nächsten Montag hält Dr. meb. Georg Magnus im Hörsaal der medizinischen Klinik seine trtttsvorlesung ,,Ucbcr Wundbehandlung". Wetteraussichten in Dessen llir Samstag, den 26. Juli 1913: Meist heiter und trocken, ziemlich warm, Gewitterneigung. Kochen Sie Fruchtflarnmeris von frischem Obst! Stets werden Sie dann den frischen, reinen Fruchlgeschmack erhalten. Einen unber'äschlen Fruchtflammeri kocht man aus frischen Fruchten, je nach der Jahreszeit, und genügend Das am 15. Juli 1913 fällig gewesene Pachtgeld von Grundstücken kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Trinkt Sanitätskraftbier! Giessener Brauhaus, A. & W. Denninghoft 14365] Der Saft frischer Früchte übertrifft künstliche Fruchtsäste, und der volle frische Fruchtgeschmack erfreut. Verlangen Sie vom Mondamin ttontor, B-rl'tn C 2, das „I3"-Büchlein, enthaltend Rezente von erprobten Mondamin -Fruchtslammeris. Letzte Nachrichten. Athen, 25. Juli.'Ein neuer, freundschaftlicher Schritt Rußlands ersucht die griechische Regierung, mit Rücksicht auf die kritische Lage in Bulgarien einen Waffenstillstand abzuschließen. Oesterreich tat gestern einen ähnlichen Schritt Univerfitäts-Nach richten. Hk. Berulu n g. Ter Natioimlökonom Professor Dr. Adolf Weber in Eöln, der im April d. I. aut Vorschlag der philo- Hande L * Gewerkschaft 5 er nie. Nach dem Bericht über das 2. Quartal 1913 betrug der Erlös für Erze, Braunstein und Schlämme 454 152,55 Mk. (im 1. Quartal 1913 417 633,29 Mk.), dagegen beliefen sich die ^Luägabcn für Löhne und Gehälter auf 228 026,96 Mk. (193898,70 Mk.); Materialien, Reparaturen usw. auf 60 192,17 Mk. (50515,43 Mk.); Steuern, Abgaben und Lasten ans 27 303,75 Mk. (28 544,28 Mk.). An diesen Kosten sind für Zunahme der Erzvorräte 7 821,86 Mk. abgesetzt worden, so daß brutto 146 451,53 Mk. (145 200,80 Mk.s verbleiben. Ta für Zinsen unb Amortisation der Anleihen I und II 72 841,25 Mk. (64 756,25 Mk.) zurückgestellt werden müssen, so beträgt der Nettv-Uebcrschuß 73 610,28 Mk. Ter Grubenvorstand beschloß in seiner heutigen Sitzung eine Ausbeute von 62,50 Mk. pro Kux auszuschütten. welches dem Handel unerträgliche Fesseln auferlegen würde, aus und beschließt, an die Großh. ^Regierung die dringlickre Bitte zu ; richten, sich einer eventuellen bezüglichen Gesetzesvorlage gegen- . über im Bundesrate durchaus ablehnend zu verhalten. , 2. AufsuchenvonBeftellungenaufWäsche. Durch ■ die Novelle zur Gewerbeordnung vvm Jahre 1896 ist das Tetail- ; reisen außerhalb des Gemeindebezirks der gewerblichen Nieder- : lassung grundsätzlich dem C-lerocrbebeiriebe im Umherziel>en gleichgestellt und damit von der Lösung eines Wandergewerbescheines 1 abhängig gemacht worden. Danach ist auch dem Bundesrate die Befugnis zugesprochen worden, Ausnahmen von dieser allgemeinen Regelung zuzulassen, und demgemäß ist die Be'änntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 27 November 1896 ergangen, welche — neben einer kleinen Anzahl von anderen Gewerben — auch das 'Detailreisen mit Leinen und Wäsch? von der allgemeinen Wandergewerbescheinpslichi ausnimmt. Es ist nun beantragt worden, diese Ausnahmebestimmungen, soweit sie das Detailreisen mit Leinen und Wäsche begünstigen, wieder aufzuheben. Tic Handelskammer kann bei Berücksichtigung der veränderten Zeitverhältnisse ein Bedürfnis für eine derartige Ausnahmestellung der Leinen- und Wäschefabrikanten nicht htclyr anerkennen und spricht sich im Interesse des ansässigen Handels mit Leinen und Wäscke- artikeln für eine Aufhebung der Ausführungsbestimmung des Bundesrats aus. 3. Gesetzliche Regelung des Zugabewesens. Im Preußischen Abgeordnetenhaus ist von dem Abgeordneten Hammer solgender Antrag eingebracht worden: Wer int Einzelverkehr für sich selbst ober als Vermittler den Käufern von Waren Zugaben oder in Waren bestehende Geschenke gewährt, ober in öffentlichen Bekanntmachungen ober in Mitteilungen, die für einen größeren Kreis von Personen bestimmt sind, in Aussicht stellt, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark ober mit Haft bestraft. Wertlose Kleinigkeiten, deren Geivährnng allgemein üblich ist, sowie der übliche Rabatt, werden nicht als Zugaben und Geschenke im Sinne dieser Vorschriften angesehen." Von der Ueberzeugung geleitet, daß die bestehenden Mißstände infolge ihrer Schwere und ihres Ilmfanges im Wege der Selbsthilfe der beteiligten Erwerbestände nicht wirksam betämpft werden können, spricht sich die Handelskammer, ohne dabei die außerordentliche Schwierigkeit 'einer gesetzlichen Regelung zu verkennen, grundsätzlich für ein gesetzliches Verbot des Zugabewesens aus. 4. Entwurf zu Festsetzungen über Lebensrnittel: hier: Essig und Essigessenz. Das Reichsgesund- heitsamt hat, den wiederholten Anträgen verschiedener Verbände der Nahrungsmittelbranche entsprechend, unter der Mitwirkung hervorragender Vertreter des Handels, der Industrie unb Wissenschaft, einen Entwurf zur Regelung der bisher fehlenden ^Bestimmungen über die Bezeichnung von Essig und Kunstessig ans- gearbeitet. In diesem Entwurf ist festgesetzt, daß die Bezeichnung Essig für die Folge nur noch dem auf dem natürlichen Wege der Gärung gewonnenen Produkt beizulegen ist, während das durch Verdünnung von Essigsäure (Essigessenz) mit Wasser her- gestellte Fabrikat als solches, was es ist, als Kunstessig bezeichnet werden soll. Diese vom Reichsgesundheitsamt vorgeschlagene Fassung der Begriffsbestirnntungen für Essig wird nun von der Essigessenzindustrie und den beteiligten Erwerbskreisen als unannehmbar bncichnet, da sie unabsehbare Schädigungen für diese zur (Folge haben wurde. Tie Handelskammer spricht sich sowohl im 'Interesse der in ihrem Bezirke vertretenen Essigfabrikation wie auch im Interesse des Konsumenten, tvelcher ein Recht darauf bat, Klarheit über die Beschaffenheit der Nahrungsmittel mit Rücksicht auf, seine Gesundheit zu verlangen, für die vom Gesundheitsamt aufgestellten Begriffsbestimmungen aus. 5. Schlafwagen dritter Klasse. Tie Handelskammer beschließt im Interesse des reisenden kaufmännischen Publikums für die Einführung von Schlafwagen 3. Klasse auf den deutschen Bohnen einzutreten. 6. Veröffentlichung von Konkurse n. Tie Handelskammer beschließt, bei dem Großh. Anrtsgericht in Alsfeld zu beantragen, daß die Veröffentlichung von Konkursen nicht nur im Reichsanzeiger und der Darmstädter Zeitung, sondern künftig auch im Kreisblatt des Kreises Alsfeld erfolgt. 7. Aufhebung des S checkst? m pels. Nach § 3 des Gesetzes über Aenderungen im Finanzwesen soll die Besteuerung von Schecks und ihnen gleichgestellten Quittungen erst mit dem Ablauf des 31. Dezember 1916 aufhören In einer Eingabe an das Großh. Ministerium des Innern hat die Handelskammer den Wunsch ansgesvrochen, die Großh Regierung möge im Bundesrate auf eine sofortige Aufhebung des Scheck- stempels hinwirken. uuuiMilummncituunuuiumimnmiWm ’Sdiuhfarbcreme welche es heute ermöglicht, selbst) alte getragene fartüge Schuhe, einerlei, ob gelb oder braun, beige oder grau, täglich fleckenlos in Farbe undGlanz wiederherzustellen Färbol in Tuben aSOAzu haben in den meisten einschl.Gudijften Färbolwerk.HerberfÄ Vortkamp.6jn.b.t1. Düsseldorf. vermischtes. * Gesunkenes Unterseeboot. Aus Cannes, 23. Juli, wird gemeldet: Das Untcrfecboot „Fresnet" geriet bei Kap Eroisette während einer Manöverübung in einer Tiefe von 31/, Metern aus Grund. Torpedoboote und Unterseeboote des'Geschwaders versuästen vergeblich, Hilfe zu leisten. Dreimal rissen die Taue und Trossen. Das Unterseeboot ist abends 10'Uhr wieder flott geworden. Es stiest aus eigener Kraft wieder zum Geschwader. Schaden ist nicht e n t st a n d e n. Ucberfall auf einen Posten. Aus Weißenburg in Elsaß wird gemeldet: Heute morgen wurde der Militär- Posten beim Pnlverhaus überfallen und in die Laute: geworfen. Er wurde jedoch infolge feiner Hilferufe gerett et. • 11000 91 u bei verloren. Aus Wien wird gemeldet: Ein von der Wiener Bank- unb Wechselstuben-Akiiengcscllschast Merkur vor einigen Tagen an die Berliner Handels- und Gewerbebauk s2Utber"lin abgeianbter Wertbrief, der 11000 Rubel enthielt, ist während der Beförderung durch die Post verschwunden. Die Sendung war versichert. * Schneefall, Hagel und Hitze. Vom Feldberg im Schwarzwald wird der Eintritt reichlichen Schneefalls gemeldet. — In der Lombardei richteten heftige Hagel- scbläge großen Schaden an. — In Spante n herrscht feit einigen Tagen eine außerordentliche Hitze. Var Urteil im prozes; Borngässer. Gießen, 25. Juli. In per Strafsache Borngässer verkündete die Strafkammer folgendes Urteil: Der Kaufmann Leopold Borngässer von Gießen, wegen Betrugs in zwei Fällen vor länger als 10 Jahren mit Geldstrafen vorbestraft, wird wegen Urkundenfälschung (Blankettfälschungen) in Verbindung mit Betrug in zehn Fällen und wegen sechs weiterer einfacher Betrugsfälle, sowie wiegen Kontursvergehens zu einer Gesamtzuchthausstrafe von 4 Jahren 6Mo- i itcn verurteilt, ihm auch die Ehrenrechte auf die Dauer von 6 Jähren abgosprochen, wegen drei weiterer Betrugsfälle freigesprochen, darunter der Betrug zum Nachteil des Bankhauses Joseph Herz, welches er durch Vorlegung einer ang-blich gefälschten Bermögensaufstellung im Jahre 1910 zur Gewährung eines ersuchten Kredits veranlaßt haben soll. — Nathan Borngässer wird wegen der Anklage, in einzelnen Fällen bei den betrügerischen Handlungen seinem Bruder mit Rat und Tat Beihilfe geleistet zu haben, freigesprochen, er wurde jedoch wegen einfachen Konkurses zu 14 Tage Gefängnis verurteilt. Auf die erfmmte Strafe kommen 6 Monate als durch die Untersuchungshaft verbüßt, in Anrechnung. Zur Strafzumessung wurde ausgeführt, daß die Vorstrafen des Leopold Borngässer bei Abwägung von dessen Schuld außer Berücksichtigung geblieben sind, weil diese erstens zu wett zurück- licgen und weil ieststcht, daß Borngässer ein Jahrzehnt lang sich eines soliden Lebenswandels befleißigt hat: er war sparsam, tätig und strebsam und suchte voranzukommeu, bis er vor etwa zwei Jahren sein Geschäft nach Gießen verlegte und wesentlich vergrößerte. Durch die Art, wie er sich durch Erlangung von Gefälligkeitswechseln zu Helsen suchte, hat Borngässer eine Anzahl kleiner, in oürfiigcn Verhältnissen lebender Personen im Hinterlande ruiniert unb andere zum Konkurs getrieben, wodurch eine Reihe von Personen wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde. Er hat un- v.'rantwortlich leichtfertig und ehrlos gehandelt und mußte daher so wie gescl-ehen erkannt werden. Nathan Borngässer ist wegen mangelnder Beweise wegen der Beihilfe, die er oem Bruder geleistet haben soll, freizusprechen gewesen. Wegen der erkannten Strafe im Fall des einfachen Banle- rvtts find beiden Angeklagten mildernde Umstände zugebilligt worden. Gegen Leopold Borngässer wurden drei Fälle des ein- facheil Betruges bei der Verurteilung ausgeschieden, darunter der Fall Herz, den er durch Vorlage einer Bilanz aus dem Jahre 1909, wonach die Firma über 85 000 Mark Vermögen besaß, zur Hergabe weiterer Kredite veranlaßt haben soll. In diesem Fall hat der Gerichtshof als nicht nachgewiesen angenommen, daß eine Fälschung der Bilanz vorgelegen hat. Es sei sehr wohl möglich, daß auch ein kleiner Geschäftsmann durch gute und glückliche Spekulationen Vermögen erlangen kann und es sei über den Stand des Borngässerschen Vermögens im Jahre 1909 mit .Sicherheit das Gegenteil von dem, was die Aufstellung enthält, nicht nachzuweisen. Ter Verkündigung des Urteils, bei welcher sämtliche Begangen- schäften, die unter Anklage standen, einzeln eingehend erörtert wurden, wohnten zahlreiche Zuhörer bei, die geduldig bis zum Schluß der Verhandlung, die um 10 Uhr erfolgte, ausharrten. Sämereien herrschen, sonne im Hinblick darauf, daß der Betrog?- paoagraph des Reichsstrafgesetzbuchs nach Ansicht berufener Juristen zur Bekämpfung dieser MiOtände nicht ausreichend ist, ein besonderes Gesetz über den Handel mit TüngcmitMn, Futtermitteln, Sämereien entsprechend den Grundgedanken, die im Htahrungs- niittelgesetze zum Ausdruck gekommen sind, zum Schutze der Landwirtschaft und des reellen Handels baldigst in die Wege leiten zu wollen." In völliger Ikbcreinftimmung mit einer vom Verbände deutscher Kleinh»indle. an den Herrn Reichskaiuler gerichteten Eingabe sprich sich die Handelskammer mit aller Entschiedenheit gegen den Erlaß eines derartigen Ausnahmegesetzes, tarttaop in Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Mahnullg des 1. Zieles kenreindesteuer und Kanal- ge'buhreil für das ReMuaBjahr 191t Das im Monat Mai d. Js. fällig gewesene L Ziel Gemeindesteuer und Kanalgebühreii kann, mit Rücksicht aus die verfoätete Ausgabe der Zettel, noch bis zum 30. Juli d. Js. ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstände sind, werden hiermit gemahnt, die Abgabe bis zum 30. Juli d. Js. an die Stadtkasie zu entrichten. Am 31. Juli ist die Kaffe geschloffen. Vom 1. August d. Js. an gelangt das 1. Ziel zur Beitreibung, wodurch Psändungs- kosten entstehen. Ueberweisungen im Bankverkehr muffen am 31. Juli d. Js. ebenfalls bei der Stadtkasse gut geschrieben sein, andernfalls die vorgeschriebenen Den treibungskosten erhoben werden._____________________B18/? Die Maurer und Schlofserarbeiteu zur Zurücksetzung der Einfriedigung an den Kasemengrundirucken entlang der Kaiser-Allee sollen Mittwoch, den 30. d. M, vormittags ll1/? Ubr, auf unserem Tiefbauamt ver geben werden. Die Berdingungsunierlagen liegen daielbit offen und find Angebote auf Vordruck bis zum vor genannten Zeitpunkt an ba£ Tiefbauamt einzurelchen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Bs/7 GcxicptsßaaL. Dortmund, 24. Jnli. Der Gerichtshof lehnte den Antrag des Angeklagten Ohm, ihn aus der Untenuckpingshast zu -entlassen, mit Rücksicht auf die hohe Strafe, die Ohm zu erwarten habe, ab. w Paris, 24. Juli. Aus Arros wird gemeldet, daß der Geniesoldat B r o ni a t, der am 14. Juli die Regimentsfahne be° Ichimpste, vor ein Kriegsgericht gestellt werden wird. Vier Sol- baten, welche die beleidigenden Aeußernngen mit angehört hatten, ohne den Vorfall zu verhindern, wurden mit vier bis vierzehn Tagen Gefängnis bestraft. . w. Paris, 24. Juli. Das Schwurgericht von Tragitignan verurteilte den ehemaligen Zeugmeister Verdier vom Tvrpedoboots- zerstörer A'anquenet", der an Bord dieses Fahrzeuges einen Ein- vriichsdiebstahl verübt und dabei einen Wachtvosteii erschossen hatte, unter Zubilligung mildernder Umstände zu lebenslänglichem Zucht- Roskau, 23. Juli. Das Gericht hat die Vernichtung der gesamten Ausgabe der Broschüre L e o T o l st o i s über die Bauern- 11muhen angeordnet. 6 Sitzung Großherzoglicher .Handelskammer Gießen für die greife Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Gießen, den 14. Juli 1913. Anwesend sind die Herren: Geheimer Kommerzienrat Heichel- heim als Vorsitzender, Kommerzienrat Schirmer als 1. stellvertr. Vorsitzender, Roll, Nowack,^ Röhr, Rühl, Stammler, Wallach, Wenner, Zurbuch und der.Shnoikus. . 1 Erlaß eines Gesetzes über den Handel mit T üngcmitteln, Futtermitteln und Sämereien, j^n seiner Sitzung vom 26. April d. I. hatte der Reistag folgenden Antrag angenommen: „den Reichskanzler zu ersucheir, im Hinblick auf die großen, immer mehr um sich greisenden Mißstände, die in dem Handel mit Düngemitteln, Futtermitteln und Die nachstehenden Arbeiten für den Neubau der Ober« realschule sollen Mai], Öen 1. MM d. Js., vamittags 10 Uljt öffentlich vergeben werden. 1. Schreinerarbeiten iPodienbelagi 2. Vielem und Verlegen von Linoleum und Linkrusta 3. Liefern u.Beteiligen von Berdunkelungsvorrichtungen. Zeichnungen. Arbeitsbefchreibungen und Bedingungen liegen auf dein städtischen -Hochbauamt zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin dorthin einzureichen. — Zu- schlagssrist 3 Wochen. ß®/7 Stadt. Wohnungsnachsveis Gießen, Asterweg 9. 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Es fachen Arbeit: 2 Maschinenschlosser, 4 Schreiner, 1 Wagner, 2 Etten- dreher, 1 Buchbinder, 1 Schneider, 3 Maurer, 1 Bäcker, 2 Installateure, 2 Former, 1 Gärtner, 2 Lackierer, Anstreicher und Werßbinder, 1 Elektromonteur, land- nnrtsch. Arbeiter, (Erdarbeiter, Tagelöhner, Haus- und Fahrburfcheti, 1 Dchreibgehilse, Putz-, Wasch- und Laufsrauen, Laufmädchen. Gast und Schankwrrtfchattsperi««al: Kellner, Anshilsskellner, Zäpser. lß * Dass ich ganz hervorragende Leistungen der Billigkeit bringe, dürfen Sie von mir bestimmt erwarten. Beachten Sie meine Auslagen- a*"7 beginnt X OLFF Schuhhaus größten Stils GI ESSEN 19 8 4*358 Mein Schuhwären Saison - Ausverkauf Schade& Am Bahnhof Allgemeine Rabattmarken Friedrichstr. 3 Besuchen Sie meinen Saison-Ausveikauf D22/t 25. d. M., abends, möglich. M D“/7 (*3c»cinb#faaC ttirchstrane 9, ünttfiiibcn. 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