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Das Programm des Reichstags schrittlern 4, bei den Bezirksvereinen 3 und beim Mieter- Verein 1 ihrer Kandidaten unterbrachten, so daß, da. die Wiederwahl der bisherigen Sozialdemokraten mit Helfe der bürgerlichen Parteien von vornherein gesichert war, bic Sozialdemokratie auf die Gewinnung von 9 Mandaten rechnen tonnte und auch rechnete. Diese Rechnung ist nun aber durch den gesunden Sinn der bürgerlichen Wählerschaft gründlich vereitelt worden. Wie nach dem in spater Stunde festgestellten vorläufigen Wahlergebnis feststeht, sind ungefähr 3210 nationalliberale, 060 freisinnige und 3540 sozialdemokratische Stimmen abgegeben worden, wahrend Der Mictcrvcrein etwa 580, der Hausbesikervercin 530, das- Zentrum 460 und die Bereinigten Bezirksvereine 430 Stimmen aufbrachten. Aus den wohl rund ein Dutzend verschiedenen Stimmzetteln, die hcrausgegeben wurden, ergibt sich nun, daß 12 auf dem nationalliberalen Zettel verzeichnete Kandidaten gewählt sind, darunter die drei bisherigen freisinnigen Stadtverordneten Henrich, Saeiig und Linck mit 9396—10 116 Stimmen, und der einzige ausgeschiedene Stadtverordnete Dr. Nöllner mit 6558 Stimmen, während der ausgcschiedene Sozialdemokrat Dr. Fulda nur 4951 Stimmen erreichte. Der letztere hat also außer den Stimmen der Genossen und der Freisinnigen nur noch die Stimmen des Mietervereins auf sich vereinigt, während der ausgeschiedene /Nationalliberale wohl die Stimmen aller bürgerlichen Gruppen erhielt und die 3 früheren freisinnigen Stadtverordneten neben sämtlichen nationalliberalen und den meisten anderen bürgerlichen auch sämtliche Stimmen der Sozialdemokraten erhielten-, bemerkenswert ist auch die Wahl des von den Nationalliberalen und der Beamtenvereinigung mit übernommenen Obertelegraphensekretärs Herbert, der es aus G34O Stimmen brachte. Die Natro- nalliberalcn haben im ganzen voraussichtlich 6, die Freisinnigen ebenfalls 6 und die Sozialdemokraten 3 Kandidaten durchgebracht, wozu noch ein von den National- liberalen mit auf die Liste genommener Vertreter der Hausbesitzer kommt. Das erfreulichste Ergebnis der Wahl ist jedenfalls, daß die Sozialdemokraten, die mit so großen Hoffnungen in den Wahlkampf eintraten, sich mit der Durchdringung nur zweier neuer Kandidaten begnügen müssen. Die Wahlbeteiligung war diesmal etwas stärker! es wählten von 15 330 Wahlberechtigten etwa 10 300, statt 59 Proz. vor drei Jahren diesmal etwa 66 Proz. Deutsche Kolonien* Ein Vortrag über Kamerun. Aus Bad-Nauheim wird uns berichtet: Auf Veranlassung dec hiesigen Abteilung der Deutschen Kolvnialgesellschaft hielt onf gestrigen Mittwoch abend in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal des Sprudelhotels Hauptmann L e s z n e r-Butzbach, der Verfasser der trefflichen Kolonialbroschüre „Was müssen wir von unseren Kolonien wissen?", einen hochinteressanten, mit lebhaftem Beifall aufgcnommcncn Lichtbildcrvortrag über seine Erlebnisse in Kamerun. Nach kurzen Angaben über Klima, Vegetation und sonstige allgemeine Verhältnisse der Kolonie gab er eine Schilderung der Hauptstadt D u a l a vor 10 Jahren und jetzt und zeigte daran, daß in einem Jahrzehnt in jeder Beziehung ein überaus großer Fortschritt zu bemerken sei. Duala sei heute eine schön ausgebaute, gesunde Stadt. Nach kurzen Angaben über den undurchdringlichen tropischen Urwaldgürtel kam der Redner dann auf die Leiden und Freuden auf der provisorischen Station N s o k p e am Kroßsluß und auf eine Kriegserpedition ins Innere zu sprechen, die er als Schutztruppcnofsizier leitete. Es handelte sich um die achtmonatlichen Kämpfe gegen die Mensch e n f r e s s e r st ä mm e der Rumpiberge, die schwere Verluste und Strapazen verlangten, bis endlich der Oberhäuptling Nakkeli aus- Dienstag nachmittag um 2 Uhr tritt her Reichstag nac^j rinhalbjähriger Pause zur Fortsetzung seiner, durch die langen Sommerferien unterbrochenen Tagung zusammen, denn die gegenwärtige Session, welche die erste in der Legislaturperiode des am 12. Januar 1912 gewählten Reichstaas ist, wurde vertagt, nicht geschlossen. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen nur Berichte über Bittschriften, doch schon am zweiten Tage, dem Schwerinstag, dürfte es einigermaßen lebhaft zugehen, da auf die Tagesordnung dieser Sitzung die sozialdemokratische Anfrage über die Frage einer R ei ch sa r b ei tslo s en v er s i ch e r u n g gesetzt ivurbc unb vielleicht auch noch die weitere Anfrage über bie „W ackes"-Affäre zur Verhandlung kommt. In den letzten Tagen der Woche gedenkt man noch die ersten Lesungen der bereits vorliegenden kleineren Gesetzentwürfe vorzunehmen, und am Montag, dem 1. Dezember, will man in die Beratung des Voranschlags eintreten, der vor den Weihnachtsferien noch in erster Lesung erledigt werden soll. Während die Forderungen für Heer und Flotte sich im wesentlichen in dem durch die früher beschlossenen Gesetze gegebenen Rahmen halten dürften, wird der Kolonialvoranschlag größere Forderungen für neue Bahnbauten bringen, so daß man sich also auf lebhafte Kolonialerörterungen gefaßt machen kann. Aus dem ersten Teil der Session liegt dem Hause noch eine Portion gesetzgeberischer Rückstände vor, deren Schicksal zum Teil allerdings sehr ungewiß ist. Ter Entwurf über das Erbrecht des Staates wird angesichts des Widerstandes von Seiten der Konservativen und des Zentrums schwerlich das Licht der Welt erblicken. Das Leucht öl - gesetz, dessen Aussichten während der langwierigen Ausschußberatungen immer ungünstiger wurden, wird möglicherweise von der Regierung zurückgezogen werden, und das K i n d e r s a u g f l a s ch e n g e s e tz ist vom Ausschuß bereits abgelehnt. Sehr ungewiß ist auch das Schicksal des Entwurfs betreffend die Abänderung der Konkurrenzklausel, über die bisher noch keine Einigung sowohl innerhalb der Parteien wie zwischen Parteien und Regierung erzielt werden konnte. Weniger Schwierigkeiten durfte dagegen die Erledigung der Vorlage über das Gerichtsverfahren gegen Jugendliche und die des Postscheckgesetzes verursachen, während bei dem Spio- nagegesetz angesichts des lebhaften Einspruchs der Presseorganisationen noch eine Abänderung derjenigen Bestimmungen zu erwarten steht, die leicht jede Berichterstattung über militärische Angelegenheiten wenn nicht unmöglich, so doch gefährlich machen können. Zu diesem Sessionsrückstand kommt eine ganz erkleckliche Portion neuer gesetzgeberischer Ausgaben. Einige Vorlagen sind dem Reichstag bereits zugegangen, und zwar der Gesetzentwurf über die Erhöhung der Gebühren für Zeugen und Sachverständige, über die Beschäftigung von Hilfsrichtern beim Reichsgericht (die dis zum 1. Juli 1914 zugelassen werden sollen), ferner der abgeänderte Entwurf über die Errichtung eines Kolonial g e r i ch t s h o f e s und die einschneidende'Neurege l u 'n g her Sonntagsruhe, die zu eingehenden und lebhaften Erörterungen Anlaß geben dürfte._______________ Zu diesen, dem Reichstage bereits zugegangenen Gesetzentwürfen gesellt sich aber noch eine ganze Reihe neuer bereit Vorlegung seit längerer Zeit angekunbigt ist. Da ist zunächst das Lü f t v e r ke h r s g e setz zu nennen, welches die gesamte, ganz neue Materie des Luftrechts einheitlich regeln soll. Ebenso sind auf sozialpolitischem Ge- ’ “biete außer der Verschärfung der Sonntagsruhe eine ganze Reihe Vorlagen angekündigt. Vor allem soll die seit langen Jahren heißumstrittene Frage der A b g r e n z u n z w i s ch e n Fabrik u n d H a n b - werk geregelt werben, unb weitere Novellen zur Gewerbe- orbnung behanbeln die Einschränkung desHausier- h a n b e l s u n b d e r W a r e n l a g e r, bie Reform der K o n- z e s s i o n s f r a g e im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe und die Neuregelung des Kleinhan - b e l s m i't F l a s ch e n b i e r. Anbere Vorlagen betreffen bie Reform der Wanderfürsorge, bie Abänberung der Haftpflicht ber Eisenbahnen und bie Neuverteilung ber Zollentschäbigungen für bie B undcs- st a a t e n. Durch eine Novelle zum Reichsbeamtenge)etz soll bie Wiederaufnahme eines Disziplinarverfahrens, die bisher entgegen der allgemein gültigen Rechtsauffassung ausgeschlossen ist, ermöglicht werben, die Bezügeber Altpensionäre sollen burch eine Vorlage erhöht werben, und endlich soll durch eine Novelle zum To- talisatorgesetz bie Konzessionierung von Buchmachern gestattet werden, wobei man hoffentlich Nicht den Teufel durch den Beelzebub vertreiben wirb. Außer diesen ist noch eine Anzahl weiterer Gesetzentwürfe in Vorbereitung, von denen jedoch noch nicht feststeht, ob sie dem Reichstage noch in dieser Session zugehen werden. So die Novelle zum Kaligesetz, welche bic Vorschriften für ben Abbau von Kalisalzen nach den neuesten Erfahrungen umgestalten will, ferner der wiederholt angefunbigte Entwurf über ba§ Verbot des Waffentragens, bie in Vorbereitung befindliche Abänderung des Zwangsversteige- rungsgesetzes, die Neuregelung der Arbeitsverhältnisse der Rechtsanwaltsangestellten, endlich bie Vorlage über die Schundliteratur "und das Reichstheatergesetz. Jedenfalls sieht man, daß den Reichstag eine sehr reichliche Arbeit erwartet, umsomehr, da auch auf dem Wege der Anfragen, Initiativanträge und ausgedehnter Voranschlagsberatungen (Kruppaffäre! mecklenburgische Verfassungsfrage! braunschweigische Frage! Jesuitengesetz! auswärtige Politik!) für ausreichende Beschäftigung Sorge getragen werden wird. Aus Hessen. Die Darmstädter Stadtverordneten Wahl hat heute stattgefunden. Sie ging diesmal unter viel ungünstigeren Umständen vor sich als in früheren Jahren, hat aber trotzdem ein Ergebnis gezeitigt, mit dem bie nationalgesinnte Bürgerschaft im allgemeinen wohl zufrieden sein kann. Während sich bisher bie Bezirksvereine der Stadt mit den verschiedenen politischen Parteien über bie Aufstellung einer gemeinsamen Kandidatenliste verständigte, zogen sie es diesmal vor, mit einer selbständigen Liste hervorzutreten, bie mannigfache Unzufriebenheit und Mißstimmung hervorrief, was zur Folge hatte, daß mehrere Bezirksvereine selbständig mit Wahllisten vorgingen. Die Fortschrittspartei hatte ein Zusammengehen mit den Natio- nalliberalen abgelehnt und dafür eine Anzahl' Kandidaten mit ber Sozialdemokratie ausgetauscht. Am geschicktesten hatte anscheinend die letztere operiert, die bei den Fort- Er. 275 Erstes Blatt 165. Jahrgang Donnerstag, 20. Novembet M Der Giehever Anzeiger JÄH® W 'WT' d 7iionattick)75M.,mcrtel. erscheint täglich, außer . «J . » ▲ ▲ «A. ▲ ▲▲ jährlich Mk. 2.20; durch Sonntags. - Beilagen: ÄjA jkA A jA AA BI AJbfr Abhole- u. Zweigstellen sLöÄamttLl'ÄÄ; IM! VH WW T IT | diePostMk^.-1>ie5Ä innr llr I Zx II HIIll st»» (Dienstag und Freüag); WF ö K VgL, gl K» Whu-, @9 JfljL ß feL fj auswärt? 20 Piennig. zweimal monall. Land- W LZ W XEz föfi «T ■ W W ▼ W Ehesredakteur: A Goetz, wirtschaftliche Zeitfragen Verantwortlich für den Ensprech-Anschlüsse: Wir polit. Teil: Ang. Goetz; HZW General-Anzeiger für Oberhesien -MZ bis viruüttaqr"-""uhr! Hotationsörud und Verlag der vrühllchen Univ.-Vuch^ und Steindruckerei R. Lange. Redaltion. Lrpedition und Druckerei: Schulftrahe r. Anj°>Ma°>u H. Beck. Litt KIa[(ifcr der deutschen Heilkunde. (Zum 100. Todestage Johann Christian Reils, 22. November.) Als vor hundert Jahren Johann Christian Reil zu Grabe betragen wurde, betrauerte man den unersetzlichen Verlust eines ausgezeichneten Arztes, eines Forschers, der seinen Fachgenossen eine ganze neue Welt erschloßen hatte. Heute ist Reils Name den meisten Aerzten taum, der großen Welt gar nicht mehr begannt Der Wisseiisschatz, um den er bie Heilkunde bereichert hat, «ist heute freilich zur Grundlage .eines großen Spezialgebietes geworden. Der Nicht-Arzt stößt zuweilen in den Schriften bedeutender Zeitgenossen Reils, Goethes, Humboldts, Arndts, Steffens, auf den Namen des großen Arztes, und die Achtung, die diese dem Gelehrten zollen, gibt ihm eine Anschauung, von seiner Bedeutung. Im Jahre 1814 veranstaltete die Badedirektion in Halle eine nachträgliche Totenfeier für Reil und bat Goethe, für die Eröffnung des Theaters, die gleichzeitig stattfinden sollte, ein Vorspiel zu verschaffen. Goetl>e antwortete, den geäußerten Wunsch erfüllte er mit sehr vielem Vergnügen, „da er mir Gelegenheit gibt, eine verjährte Schuld, die ich unserem trefflichen Reil, dem Arzt und Seiner, rückständig bin, einigermaßen abzutragen." Goethe entwarf bann auch ein Vorspiel, das an Anspielungen auf Neils Seben, Denken und Wirken reich war, allein zur Aufführung hatte er keine Zeit, und so übertrug er die Ausarbeitung Niemer. Neil gehörte im November 1813 zu den ungezählten Opfern der Tpphils- und Ruhrepidemie, die in allen Lazaretten mutete. Er war nicht alt geworden — nur 54 Jahre. Dennoch konnte er auf ein ungemein arbeits- unb erfolgreiches Leben zurückblicken. Seinem Lebenswerke hat jüngst Max Neuburger, Professor für Geschichte der Medizin an der Wiener Universität, eine Gedenkrede gewidmet, und diese Rede wird jetzt, durch zahlreiche Anmerkungen auf das Vierfache ihres ursprünglichen Umfanges verstärkt durch den Verlag von .Ferdinand Enke in Stuttgart in Buchform herausgegeben. Die folgenden biographischen Angaben beruhen im wesentlickren hierauf. Reil, ein Friese, dessen Wiege im Pfarrhause zu Rhaude in Opfriesland pand, war am 20. Februar 1759 geboren. Schon früh zeigte er Neigung zur Heilkunde und obwohl er nach dem Wunsche seines Vaters Theologe hatte'werden sollen, wandte er sich doch dem Sttidinm der Medizin zu das er in Göttingen begann und in Halle zum Abschluß brachte 'Eine Zeitlang wirkte er dann in Opfriesland als Arzt, wurde "nun nach Halle berufent, ün> als Vt hier feine, klinische Tätigkeit aufnahm, konnte er gleichzeitig als Arzt und als Forscher' wirken Aus der Zeit der Tätigkeit in Halle stammen seine wichtigen Arbeiten. Als fein anatomisches Hauptwerk und Haupt- forschungsgebiet (neben seinen Studien über das Auge) sind seine Untersuchungen über das Gehirn anzusehen. Neben Gall ist Neil der Begründer der Gehirnan«1omie. Freilich hatte er eine ziemlich primitive Forschungsmethode, doch war es ein unendlicher Fortschritt, daß er seine Unterfurfumgen nicht am frischen Gehern au3führte, ftinbern Härtungsverfahren ersann, und auch schon Färbemethoden verwandte. Den Bau des Klein- wie des Großhirns hat er erforscht, soweit es nach seiner Methode nur möglich war, und dabei fdrif er jur piele Ne-ue, das er fand, Namen, bie noch beute zur anatomischen Nomenklatur des Gehirns gehören. Ebenso wichtig ist sein Werk „lieber die Erkenntnis und Kur der Fieber". Hinter diesem Titel steckt ein fünsbändiges Kompendium der Pathologie und Therapie, das fcion 1797 bis 1815 erschien. Besonders dieses letzte Werk ist noch heute eine Fundgrube feinsinniger Beobachtungen, und bis in die vierziger Jalire ist -es kaum übertroffen wbrden. Unter den übrigen Schriften Reils sind seine „Wemorabilia elinica" hervorzu^ben, die ein Bild der vielverzweigten Wirksamkeit Reils in den neunziger Jahren geben Durch Gründung des „Archivs für Phhsiologie", dessen Fortsetzung noch heute erscheint, schuf Reil eine wertvolle Zeitschrift, und eine zweite „Das Magazin für psychische Heilkunde", galt einem neuen, von ihm angebahnten Gebiete. Durch seine Schriften über psychische Behandlung von geisteskranken Rril auf seine Zeitgenossen einen großen Einfluß ausgeübt. Im Jahre 1810 nahm Reil einen Ruf an bie Berliner Universität an, in der Folge nahm er regen Anteil an den Frei heitskriegen und im Herbste 1813 wurde ihm die Hauptleitung der Lazarette in Leipzig und Halle übertragen. Im rastlosen Dienste der Krankenpflege fand Rell in diesem Amte feinen Tod. Was er als Arzt und Forsckier seinen Zeftgenossen bedeutete, drückt ein Wort Börnes über ihn vielleicht am besten aus: „Reil war als Mensch, Lehrer der Arzneikunde und ausübender Arzt gleichbedeutend . . . Sah man ihn lehrend unter seinen Schülern, die ihn ebenso sehr liebten als bewunderten, so konnte man sich leicht in die Akademie von Athen versetzen. Er wußte seinen Kranken und deren Angehörigen ein unerschütterliches Zutrauen cinzuflößen, und die Ungeheilten verloren das Leben, aber die Hoffnung nie." ' — Das Plakat für das Darmstädter Kunstjahr 1914. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Aus der unter den Mitgliedern der großherzoglichen Künstlerkolonie veranstalteten Konkurrenz um einen Plakatentwurf zur Propagierung der großen künstlerischen Ereignisse, (die Ausstellung der 'Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe und die Ausstellung deutscher Kunst 1650—1800 im Residenzschloß), die Darmstadt im nächsten Sommer darzubieten.hat, ist der bekannte Bildhauer Professor Bernhard Hoetger 'als Sieger hervorgegangen, flem überdies durch die bildhauerische Ausgestaltung oes Platanenhaines eine der größten Ausgaben im Rahmen der Künftler- kolonie-Ausstellung zuteil geworden ist. Das Hoetgersche Plakat, das in diesen Tagen überall zum Aushang gelangt, zeigt in stark rhythmisierender Bewegung und absolut moderner Auffassung das Symbol eines die Keule schwingenden Dracheutöters, hinter dem in feiner künstlerischer Beziehung zur Ausgabe bie Silhouette ber Mathildenhöhe mit dem Hochzeitsturme austaucht. Von Hoetger erwarb eben jetzt die Bremer Kunst halle ben großen, weiblichen Torso. Kb. — Neue Operetten. Tas Höllische Stadttheater brachte die breiaktige Operette des bekannten Kapellmeisters unb Ko Nihilisten Franz von Blon „Die tolle Prinzeß"zur Uraufführung. Franz von Blon hat eine sentimentale, prickelnde und fein pointierte Musik geschaffen, die in einzelnen Motiven an die Spieloper erinnert; so sehr, daß man versucht ist, Blon eine Zukunft als Opernkomponist zu prophezeien. Tie Jnstrumentie»:lng ist in den einzelnen Teilen durchaus originell und immer feinsinnig durchgeführt. Sttidentenlieder, Märsche und einzelne Couplets können sich noch zu „Schlagern" entwickeln. Leider hält bas Libretto, bas A. O. (Srier in bie Biedermeierzeit versetzt, mit der Musik nicht gleichen Schritt. — Im Neuen Luisen- theater in Königsberg erlebte eine neue Posse Jean Gil- berts (Max Winterfeld), „Fräulein Tralala" ihre Ur» ausführung. Tas Zuweilen ganz amüsante Libretto, in dessen Mittelpunkt eine sehr gute und sehr reichlich tanzende Berliner Konfektioneuse steht, stammt von Georg Okonkowski. Tie Ge- sangstexte hat Dr. Leo Leipziger geschrieben. Jean Olilberts Musik, die zum Teil aus der seinerzeit im Theater Groß-Berlin gegebenen Posse „So bummeln wir" entnommen ist, bewegt sich in den alten ausgefahrenen Gleisen. — Gertrud Falke, die Tochter des Dichters Gustav Falke, trat in Hamburg, so schreibt unser Korrespondent, mit ungewöhnlich starkem Erfolg als Tänzerin auf. Gertrud Falles Begabung hat sich an der Art ber Elizabeth Duncan, mehr vielleicht noch an der Methode Jacques Daleroze geschult, aber ihr künstlerischer Ausdruck hat ganz und gar eigenes, individuelles und schöpferisches Leben. Alle Bewegungen wurden aus musikalischen dNotiven heraus entwickelt, ohne daß man aber die Musik als Notwendigkeit empfand, so stark war die unmittelbare schöpferische Ausdruckskraft des Körpers. Gertrud Falke tanzte u. a. .einen Walzer von Grieg, eine Barcarole von Tschaikowsky und köüliche Pierrette-Tänze von Schütt, Tanzsviele, in denen sich künstlerische Einfachheit mit höchster, beseelter Grazie vereinigte. kf. Ein neues Theater in London. Tie „Akademie der dramatischen Kunst" in London, die im Jahre 1904 von Herbert Tree gegründet worden ist und bereits zwei Jahre später einen derartigen Aufschwung genommen hatte, daß sie sich ein eigenes Heim schaffen konnte, hat in ihrer letzten Sitzung den Kau eines eigenen Theaters beschlossen. Es handelt sich u« 1330 ± 0 1 1 Äuf 9 Iahre : 1858 1416-U 44 1372 - 5 2 2 1324 — 1322 + men: 1321 4- 1304 -r 1201 -r Auf 6 Iahre: Noll, Adolf, Kommerzienrat, M>rilant Inderthal, Christian, Fabrikant Feststellungen beide die gleiche Stimmenzahl von 1322 erhalten, und Heinrich Courier mit 1324 Stimmen ist ihnen nur um 2 Stimmen überlegen, so daß eine ganz geringe Veränderung genügt, um eine Verschiebung eintreten zu lassen. Aus Stadt und Land. Gießen, 20. November 1913. Haber ko m, Dr., Julius, Stadtverordneter Klingsvor, Adolf, >tümmerzienrat P e t r i II., Louis, Stadtverordneter Müller, G. H., Schreinejmeister Schmeckenbecher, SL, Landgerichtsdirektor Heichelheim, Sigmund, Stadtverordneter Noll, August, Kaufmann Diehl, Johannes, Schneidermeister Plank, Wilhelm, Stadtverordneter Wenzel, Fritz, Eisenbahnl-audlverker M euer, Hans, Architekt Wachtel, Fritz, Amtsgerichtsrat geliefert und in seiner Hauptstadt aufgehängt nrnrbe. Tie Unter- Wertung der Bewohner der Rumpiber^c war damit geilchert. E'.n- r: bcnd tierbceürte sich der Redner über den großen Wert a ‘nJLr u n 4, der für jeden ersichtlich sei, der sich auch nur roe- m;K Monate t»rt ausgehalten habe. Ter Wert beruht in den cE-v 0 b V n r c.$ Landes: Oelfrüchte, Gummi, Elfenbein, Yot;er, Kakao. Leider sei es nicht möglich, diese bochwer:- en Prv- dntte m qenügenbrr Menge an die Küste $u schaffen, da oanf ocr turzuchtrgkert und Engherzigkeit der Kol vntalgegner es nur »ehr tomtflt Eisenbahnen und fahrbare Wege in der Kolonie gibt Ucberhaupt werde unseren kolonialen Bestrebungen von k. ..i», . l"4 oeut'chen Volkes nicht ein solches Interesse entgegengebracht, | wte es unsere zukunftsreichen, wertvollen Kolonien verdiente». — Ter Vortrag war auch von auswärts, von Gießen, Vuybach und Friedberg, gut besucht AreiS Wetzlar. Atzbach, 18. Nov. Dieser Tage war ein Herr auS Lobten« hu-r zur Untersuckntng deS Trin kwassers Dem Schulbrunnen wurden Proben genommen. Der fdxm vor längerer Zeit von der Gemeindevertretung einstimmig abgelchnte und saft von der ganzen Einwohner»rfxm für unnötig erkannte Bau einer Wasserleitung wird nun doch wohl von höherer Stelle aus m die Wege geleitet werden. Hessen-Nassau. i Kirchhain, 19. Nov. Tic £hm, Klein und Wohra, verstärkt durch zahlreiche Nebenbäctre, sind durch die starken Reoen- fälle der lebten Tage über die Ufer getreten und haben das werte Tal von der hessischen Grenze bis in die Saarburger Gegend in einen großen Lee verwandelt Hunderte von Wildenten sind über Nacht erschienen und ihnen bietet die große Wasserfläche einen willkommenen Tummelplatz. Ter Verkehr ;ivi- schen einzelnen Ortschaften ist erschwert miD zeitraubend Tic in Aussicht stehende Grcnzregulierung wird solche Mißstände hoifent- lich für die Zukunft beseitigen. h B ad-dom bürg v. d. H, 19. Nov Im Saalbur^ Restaurant erlitt ein junqer Hausdiener beim Orenanbeiim durch eine -urückscklagenDe Flamme schwere Brandwunde» lm Gesicht. Nach Angaben deS Berlepicn »oll d.r Unfall durch eine bis letzt unaufgeklärte atmosphäniche Euuvirkung des gerade lobenden Gewitters verursacht sein. b B a d - H o m b u r g v. d. d . 19. Nov Bei der Arbeit- nebmer-Bertreterwahl für die O rtskrank nkasie H o m- burg-FriedrichSdorf-Kövvern siegte bi. Liste der freien Gewerkschaften mit 1587 Stimmen über die ver- Die uns gerade vor Redaktionsfckluß noch mügcteilt wird, ist die Durchprüfung nunmehr für sechs Bezirke durch geführt. Danach würde Reallehrer Haggen rnuller neben 2ItlSlnilÖ. |oen Herren Brück und Fourier auf drei Jahre gewählt Die unzufrie denen englischen Postbeamten, während mit zwei Stimmen Unterschied Herr Balenui. ^.er englische Generalvostmrister cinoHm eine Al'or.muni von Müller ausscheiden müßte. Mit größter Spannung warte. IM! beamten, denen er mitteil!-, oaß Die g.-'nr err Lohn-! man nun auf die Erledigung des letzten, fiebenten B.'zirtes erhö hu ng von 15 Prozent nicht bewilligt werben könne, doch tr. iv>J)ulbebörbe, ber Sckulkommisfion und Geistlichkeit, sowie zahlreiche Ehrengäste cinncfunbcn. Nack ber Begrüßungsansprache bes Lderbürgermeistcrs Dr. D u l l o, in ber er namenllich bar* aut yinwies, baß infolge bes ftanbigen Anwad»'' >is ber Bevölkerung in ben letzten 4 Jahren vier große Schulbauten, aeickasscn werben mussten, bic einen Kostenaufwand von runb 3 Millionen Mark verursacht haben, erfolgte unter Führung bes Bauinspektors San ber ein Rundgang durch bas neue - j’u^^äube, beffen Aeußcres zwar in schlichter und ein* facher Architektur gehalten ist, aber dock einen monumentalen Eindruck hinterläßt. Dem Hauptgebäude find zwei kleinere Häuser in der gleichen Stilart angegliedert, die mit dem Ganzen durch einen verdeckten Gang verbunden sind. Das eine davon dient der Kl einkinderschule, die gleich dem gesamten Schulbau mit allen technischen und hygienischen Einrichtungen auf dem Gebiete des Bolksfchulwesens ausgestattet ist, während ber nnbere Seitenbau Wohnungen des Lchuldieners unb ber Kleinkiiiberschullehrernin Im Erbgeschoß bes Hauptgcdäubes siiib die modern eingerich teten Badeanlagen für Knaben und Mädchen nun rgedrachi. Es ist ein viergeschössiger Bau, ber in 3 Geschossen je 16 Schulklassen für Knaben unb Mäbchen mit ben criorberlidjrn Nebenräitmen wie Lehrerzimmern, Schulutensilienräumen, Abortanlagen usw. enthält. Im Dachgeschoß sind nach der Norbseite ber Zeichensaal, nach ber Sübseite der Dhysiksaal angeordnet, der ganze Mittelbau wird von der Turnhalle eingenommen, die für doppelte Besetzung eingerichlel ist unb bernentsprechcnb 2 Geräteräume hat. Nach dem )Uundgang vereinigten sich die Teilnehmer in der als Aula dienenden Turnhalle zu der Fest feier, die von den Darbietungen der Schüler und Schülerinnen der neuen Schule um rahmt war. Oberbürgermeister Dr. Dullo übergab alsbann unter Dankesworten an alle, die an der Erstehung des schonen Schulgebäudes mitgewirkt haben, dieses dem Dezernenten des Schulwesens, Beigeordneten P o r t b, ber es alvOann unter ben besten Hoffnungen unb Wünschen bem neuen Leiter ber Schule Hauptlehrcr Becktolsheimer übrrrcidue. m. Offenbach, 20. Der Itstährlge Smtosser Heinrich Kirchhoff aus Bad Redburg stahl in Frankfurt ein Fahr- rab, mit bem er sich nach Ossenbach begab. Als er es bei einem ^abrrabbänMcr veräußern wollte, rourbc er festgcuommcu und brm Gericht zuaesührt. rm. Lampertheim, 17. Nov. Tie nahezu vier Tage währenden Untersuchungen in D i e b st a h 1 s - und Hehlereige- schichte haben weite Kreise gezogen. Tie Vorunlersuchung ist im ganzen gegen 15 Personen einqeleitet worben, welche teils bic gatoHen, teils weiter gebracht ober selbst verwendet haben, vier Diebe unb ein Wirt sind als Hauptschuldige in Hast genommen worden. Bis jetzt ist der Verlust von etwa 100 Sack Frucht sestgcstkllt, doch sind es wahrscheinlich mehrere hundert. Hauptsächlich benachteiligt ist die Fruchlhandlung en gros von Süß in Lampertheim, bei »velcher einige der Hauvträdelssührer in Stellung waren und volles Vertrauen genossen, doch sind auch eine Reihe von Landwirten, bei welchen die Dreschmaschine tätig war, nicht unbeträchtlich bestohlen worden. Auf3Iahre: Brück, Franz, Hoflieferant, Möbelhänbler Müller, Valentin, Lehrer Fourier, Heinrich, Geschäftsführer Außerdem erhielten Stim lonie gibt Haggenmüller, August, Reallehrer her^Mch'e ^Beckmann, Georg, ÄvntroHeur - Linden st ruth, Heinrich, Schmiedemeister scküdigung gerichrlich verfolgt werden: der Vorstand be-5 Dünsber»» Vereins hat daher eine Belohnung zur Errnitrelung solcher Täler lmsgc'etzt, di* von Hall »u 7^1! vergeben wird An dem Turm ist in'olge der Zeftörung Der Holztür eine eiserne Türe angebracht worden und sie ruianrt der Schutzbütte mir einem Schloß versehen worden, die Schlüssel werden an Mitglieder gegen Bor- r.igen der Mügliedskarte, an Nichtmitglieder nur gegen genügenden Austvei- und Himerlequng - on 3 Mark abgegeben, Jedem Naturfreund und Besucher deS TünSberges sollte es Ebrcn- rche sein, zum S-rckutze der Anlagen deS Dürisbergs Vereins beizutragcn. 2auMrci*3 Gießen. ? Lang-GünS, 20. 9loo. Man schreibt unS: In -tzter Zeit sieht man Kinder auf den Straßen, die sich mit em Werfen von FeueriverkSkörvern ergötzen. Wie evbachret wurde, sind dadurch schon Pferde scheu geworden. ES wäre zu wünschen, daß man dem Hebel bald abhilft ^nb baß die Händler veranlaßt würden, an die Kinder keine FeurrwerkSkörper abzugeben, damit dadurch kein schwere« Unglück geschieht. KreiS Büdingen. ^ Ober-Widbersheim, 19. Nov Infolge des vor einigen Soeben erfolgten Ablebens unseres langjährigen verdienstvollen Bürgermeisters Weis fand gestern Bürge r m e i st e r w a hl statt. Ter Lohn des Verstorbenen hatte auf eine Wahl verzichtet Von ben aufgestellten Kandidaten erhielt Beigeordneter Eifer 61 Stimmen, fein Gegenkandidat Landwirt Heinrich S ch ä f e r 58 Stimmen. Ersterer ift somit zum Bürgermeister gewählt, nachdem er erst in diesem Sommer zum Beigeordneten erwählt worden war. KreiS Fricdverg. L. Friedberg. 19. Nov Der Anfang der Arbeiten zu e^n neuen Schleßsiänden für baS bicf.ge Bataillon ist erfolgt. bic Arbeiten vollendet find, wird das Mstirir die »Öu(d)adxT Lchlkßuände benutzen. Gestrr vioar Feü>dienstslbung mit Dem vornburger Bataillon. Im Wälbäicn rivilchen Okarben unb Rod- ht'im kam cs zum Gefecht. Um 12 Uhr rütöc hoS Batailloil wieder em. Morgen wird der kommanbierendc General des 18. Armee- torW das hiesige Bataillon besülnigcu. y\ G ri edel, 19. Nov Bei der heutigen Treibjagd wurden etwa loO Hasen durch Frankfurter Jäger zur Strecke gebracht. Starkenburg und Rheinhessen. 44 46 Ti 49 61 62 63 64 Jahre Aus Mexiko. -2 ? 2 2 114 1 Wasblngton, 19. Nov. Infolge der Niederlage der 57 59 6u 61 63 b* 2°hre merikanischen Bundestruppen bei Victoria und der Ein- —:---L - i uahme der Stadt durch die Insurgenten wartet jetzt der T „ ^9 70 71 . deutsche »reuzer „Bremen" in Tampico, dem nach.„, «^urtsart na* mi>lS Mttgliedec der Leriammlung freit Haien um heu H A p X l ü th t T i T nti Dem ^öltem einer kornbmicrlen Schiebebübuc gebaut unD ®clb freimachen, oder mit sonstigen Ausgaben sehr vor- am >1,1 irischem Wege betrieben Auch Die Heizung wirD elektrisch sichtig sein. y «fix r, VLierr%ü,tj-9.(u-. 2-Egangencu Robcrtsou, Bcerbohm, Tiee, James Barrie und Squire Ban p$oc$c durch die ä.age8blalter eine Notiz dahingehend, crost gehören. Letzter, r hat als erster eine Summe von 25 000 ba& 1914 Kaiseruianöver zwischen dem 7. und 8. Armeekorps Mark für den Bau zur Verfüitung^gestellt. slattsindet, die Kaiserparaden in Münster und Köln abaehalten Säb,. uniern‘»un8™ terti,« iül T d'cscr Nochnch, wurde gcjchloflco. b«6 nur die iiir Nini'che Medizin berichtet. Die Uniersulkningen erfolgten h- genannten Armeekorps für die Kaisirmanöver m Betracht L.i-.gefunden und Herzkranken. Tcm Patienten luirb auf dein körnen. Dies ift unrichtig. Die Kaifermanöoer 1914 gehen 5irrUrttlb?" An "In ^"Eapfel befestigt, von der ein Schlauch im Bereiche des 7., 8., 11. unb 18. und deS Kgl. bayrischen ,?.^v.7r ÄÄS T^eV0C F* "n-b T^v flb“bit «'S-». 'N du V - Ic-, o., Beobachters, der die Herztöne beliebig En konn 18. rlr.neekorpL NN Herbst 1913 geübt hat, und " '^'unden in tue durchschnittlnlx Pul)ireguen; im Sclstase S^'ar in dein Gebiete, daS begrenzt wird von der Lime geringer '.iTun «kutaiT teftW1? fu,b.ini Lchlase Fulda—Schlüchtern, Schlüchtern-Friedberg, Fulda—Gießen- kitgli.-ii-, wenig oder gar nicht i^rmuidert ut duls Lahn. Der oberste Kriegsherr nimmt die Parade dagegen . kf^ Berbe, lernng des Sein<6 durch Kälte -v;Jnur f,bcr boS 7- und 8. Armeekorps ab, da die übrigen lül)'* -U »n,.?ln duLbci1 Dein wili.nschast. preußischen KorpS, wie das 11. und 18., im Lause der Zeit Vc lebhaften Verkehr von außerhalb. Tic b'r krmnlulre .Turchkältung de« Wnn • - n ubern... guu- preußi'che Landbevölkerung war besonders zahlreich vertreten stig«n Einfluß auf bte ^.uahtat und die "flltborfnt > '4 ,,, I Ter Verkehr Ifiti» k^,... ... cm . au-Mibt Aber btr Tuntikitnmg darf nicht u ra-1 erfolgen "' reichte am AT tl ?fl8^nbfn ,ln unb cr* must langsam, von Grab zu Grad und in tagelangen Iniervällkn Lru icn nnh-lrl *2^ 2C ?fn- Höhepunkt. Den Hauptgewinn gesteigert werden. Am vorteildaftesten ist n ute von Null 9 bic Daitivirte davon. Auch die Eisenbahn- »iS mmul 3 Grab. Brm mimi- 5 Grad nn wirft b»< SUlte 5PelUunfl hattc *bce liebe Not, den Verkehr ru bemnltm^n mebt mehr aünsti^ Der Haiwrvorzug der künstlichen Turchköl ^lc Ctraßenbohnwagen morrn bi-weilen übcrfr.nt 1 Ö tiinq ift. baß brr Wem ratcher klar wird, und das-, n u.folgebessru " Bclodnuno 9rn ^erfüllt. Ära’?ry/u"fbfn Krackt werden kann Ferner ist Der 13 Jahren crridHrtm ÄÄ,“ DünSberg vor etwa Geickmack stabiler. Ten Veriuchen, dir m Bor>aur ausgeuDer schon i^rsch.^mUch “n-b ber -^-.bütu sink » ' rden wirb ui bnt Sembauqrbidnt .woutrnfr» allgemeine stand bai es s«her ver n D-rben Ter Vor- Aiiimcrssamteit genbenft und man erwartet mit Spanilung ihre sondern brittaänfv ful) ^raur 1 , r \u erstatten, watere SMwtcklung. I standenen Schadens anzuhauen vln Be 1 akademisch gebildeter Lehrer, 2 Tozenten Der Hochschule, ein Bibliothekar, 2 richterliche Beamte, 1 Arzt, 11 Kaufleute unb Industrielle, 2 Schnei Der, 1 Bäcker, 2 Schreiner, 1 Svcngler, ein Gerber, 1 Weißbinder, 3 Architekten, 2 Maurermeister, 1 Treber, 1 Redakteur, 2 Landwirte, 1 Rechnungsbeamter. ES befinden sich unter Den Stadtverordneten 7 Akademiker unb 29 Nicht Akademiker Die Versammlung veneilt sich auf 12 gegen Gehalt angestellte Beamte und 24 Privatleute. Als Reut n e r leben 4 Stadtverordnete Bei dieser Zusammenstellung sind bic 3 Beigeordneten, von denen 2 Juristen unb einer Industrieller iü, unb der Oberbürgermeister, welcher als Baufachmann zu bc zeichnen ist, nicht dabei. Dem Alter nach ist Beigeorbneter Karl nvitdll tMAtntmrÄtwffrn luller, der am 5. Mai 1879 in Mainz geboren ist, ber Jüngste Vie neuen Sluoiocroroneren. tm Rat, wahrcnb ber aus 9 Jahre wiebergewählte Stabwerorbncte Tas amtirche Ergebnis ber Stabtvervrbneten- Petri II. mit 78 Jahren Senior der Versammlung ist unb Wahl steht noch nicht fest. Gestern unb heute ist nock blcibcn wird. wacker an der Feststellung gearbeitet worden, und es sinh _r * l jetzt vier Bezirke erledigt, die drei letzten stehen noch * Audienz. Der Großherzog empfing am 19. Nov. aus und werden voraussichtlich erst heute abend endgültig a- den Professor Dr., Holtzmann, Prof. Tr. Ska lweit, Ititehcn. Dieses offenbar langsame Aufarbeiten des vor- Prof. Tr. Kalbfleisch, Prof. Gmelin, Prof. Dr. Feist liegenden Materials ist jedoch ben betreffenden Beamten unb Oberlehrer Freitag, sämtlich von Gießen, Oberlehrer «"n,^Uhn^tf.K,m. eOr7^f Au mad,?n.' "Udct feinen kr. RUI. Oberlehrer Wild, beide non Offenbach, und den c rund darin, daff einmal ein Mnz gehörig nmsangreicher Pastdirellor Wallniuth van Buhbach ^toff zu verarbeiten war unb daß die zeitraubende Nach- .. m . Prüfung und Zusammenzählung nunmehr nach einheit- V7 C, Herzog hat am lO.jnoüember bem ! ichcn Gesichtspunkten in allen Bezirken Vorgenom- *lnit5c,4tcc bei bem Amtsgericht Dieburg Dr. Montz H a n s u l t inen werben mußte. Besprechungen unb Anleitungen von bcr ^em Amtsrichter bei bem Amtsgericht Gießen Fran; Oberleitung ans waren nötig unb brachten notgebrungen ®ro§ bcn Eharakter als Amtsgerichtsrat erteilt. einen Zeitverlust mit sich. I Schulangelegenheiten. Erlebigt ist eine mit Nach ben Ergebnissen, bie jetzt vorliegen, hat sich bic einem kathol. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Weisenau Wahl bcr auf bic Dauer von breiJahren zu wählenben sKr. Mainz) Abgeorbneten kritischimb zwrifelhaft gestaltet, so daß mit »* Das Gelände der Aktienbraucrci. Mit Spannung das endgültige Ergebnis abgeiwirtet »verden der Aktien-Brauerei beschäftigten sich in letzter Zeit ver- ”1^11« icbcne Zuschriften Eine sehr sonderbare Rechnung war - fHiJnimA?.? hL C^wb r-t d d ?? den neuesten von einem Einsender in Nr. 265 des Gießener Anzeigers ^eftfirHunacn beide hie n1Mrh» 1100 --'ausgemacht worden. Um das „vorteilhafte" Gesch§t der Stadt Gießen in die Augen springen zu lassen, zog der Einsender von dem Kaufpreis ben Brandkassenwert der Gelüiulichkeitcii ab — 600 000 Mk. weniger 260 000 Mk. — unb schlug bie Restsumme auf 83,234 Cuabratmeter aus. ISt tat sich sogar etwas zu gute barauf, baß er nicht noch ben ortsgerichtlichcn Taxwert in Abzug brachte! Wir bringen uachstehend das amtliche Ergebnis unb ober Weniger (-) hinzu, wie es... ^uA,uCll .» Straßengelänbe nur einen beschränkten Wert haben. Audi schlutz brat ni inS A durch Linie .dann Hinsü lege 5 3trcd Öbcrti bas i & 52 »Irined baitt ' back. Franks den S neuen licke 5 fein p über < 112$ n fall für die Beteiligten F-ofaen verursacht hatte. Wenn auch durch die heutige UauptverHandlung ein direktes Verschulden des .£>. nicht nachgcwiesen werden konnte, so hatte der Fuhrmann doch — wie in der Urteilsbegründung ausgeführt wurde — beim Ausfahren und Ueberfahren der Geleise die erforderliche Sorgfalt nicht beobachtet, d. h. er hätte sich vorher von der etwaigen Annäherung eines Straßenbahnwagens vergewissern sollen. Er mußte deshalb wegen EisenLahrttranSportgesährdung in Strafe genommen (0crid)t»jaaL * Die Freiin Dalwigk vor Gericht. In unserer Nummer vom 1. 9!ov. haben wir ein Urteil des Berliner Schöffengerichts wiedergegeben, nach dem die Freiin von D a l w i g k, eine Tochter des früheren hessischen Ministers, wegen Beleidigung der Gräfin N jbinber zu einem Monat Gefängnis verurteilt wurde .Hierzu teilt uns der Vertreter der Verurteilten, Rechtsanwalt 2r. Neu schäfter in Darmstadt, mit, daß er gegen das Urteil Berufung eingelegt habe, weil die Freiin in Wahrung vereinsnachrlchten. **VereinRudersportGießen. Dieser Tage spurte im „.Hessischen Hof" eine Versammlung von Freunden des Rudersports abgehalten, die sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen hatte und die Gründung eines Vereins Rudersport bezweckte. Nach längerer Aussprache, in der vor allem die Notwendigkeit betont wurde, einen sportlich strebsamen und gewissenhaften Verein zu gründen, ,mürbe die Vorstandswahl vorgenommen und andere,geschäftliche Maßnahmen erledigt. Dem neuen Verein traten sofort 30 im Rudern bereits ausgebildete Herren bei, so daß ein guter Stamm tüchtiger Ruderer vorhanden ist. Amtlicher Wetterbericht. Oefscntlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Dessen ’iic Freitag, den 21. Jcov. 1913: Vorwiegend wolkig, keine erheblichen Niederschlage, etwas mariner, iveftHcbe Winde. fängnis. „Folgen einer Sa alp ost." Gelegentlich eines Aus fluges nach dem nahen Dutenhofen veranstaltete ein hiesiger Verein eine sogenannte „Saalpost". Der Ingenieur Hans W. von hier sandte nun auch an das ihm vom gemeinsamen Mittagsti'ch her bekannte Fräulein Minna H. v-on hier eine sogenannte „Uz- farte", zu der er und andere Teilnehmer noch „Beiträge" anknüpf- tcn. Fräulein B fühlte sich Lurch diese Karte und die darauf befindlichen Bemerkungen beleidigt und strengte deshalb gegen W. Privatklage an. Heute gab der Angeschuldigte nur zu, einen Teil des Textes der Karte geschrieben zu haben, was auch durch tin von dem Vertreter der Klägerin herbeigeführtes Gutachten des Sachverständigen Dr. Popp in Frankfurt o. M. bestätigt wurde. Er wurde 'der Beleidigung für schuldig erkannt und zu 25 Mark Geldstrafe oder 5 Tagen Gefängnis und zur Tragung der notwendigen Auslagen der Privatklägerin verurteilt. Letzte Nachrichten. Rokowzow§ Abreise. Berlin, 20. Nov. Ter russische Ministerpräsident ist mit seiner Frau heute früh vom Bahnhof Friedrichstraße nach Rußland ab gereift. Gin Suwarow-Denkmal in Rumänien. Bukarest, 20. Nov. Gestern vormittag würde in Plainesti das S urtv arow-Dcn kmal feierlich enthüllt und nn Requiem für die 1789 gefallenen Russen und eine Truppenrevue abgehalten. — Die russische Militärmission ist nach Rußland zurückgereist. Ministerwechsel'in Brasilien. Rio de Janeiro, 19. Nov. Der Ackerbauminister Pedro de Toledo ist zurückgetreten und zum! brasilianischen Gesandten in Italien ernannt worden. Sein Nachfolger als Minister für Ackerbau, Handel und Industrie wird der Chef der Polizei Esqueiros. Großes Grubenunglück. Alabama, 20. Nov. In einer Kohlengrube kam es gestern zu einer Explosion, wobei 24 Bergleute getötet wurden. Dampfer in Brand. London, 20. Nov. Der Dampfer „ScottsdY k" der Firma Allan und Johannsen, der auf der Heimreise begriffen war, geriet in Brn n d. Die Löschversuche mußten bald aufgegeben werden, da der Schlauch vom Feuer zerstört wurde. Es gelang indessen, das Schiff mit dem Handsteuer vor dem Wind zu halten. Die Rettungsboote waren bis auf zwei ebenfalls ein Opfer der Flammen. Das Feuer wurde von Southampton aus gesichtet und dem Schiff sofort Hilfe gebracht. Es gelang, die ganze Besatzung zu, retten. Flüchtlinge aus Campeche. New Bork, 20. Nov. Eine große Anzahl Flüchtlinge aus Campeche sind in Vera Cruz eingetrofsen. wurde verhaftet, wahrend die doppelte Exbraut um eine Erfahrung reicher und um zwei Bräutigams ärmer in ihre üngaruck-e Dcunat zurückkehrte. Ter Angeklagte wurde lediglich der Entführung für schuldig gesprochen und zu fette- Monaien Gnängnts rerurr^lt. Vermischte-. * Kannibalismus— die natu r gemä ße Dia t & kann nickt länger verheimlicht inerten, die WiNenickaft bat cs nun unzweifelhaft bewiesen : der Kannibalismus ist Vom hvgrenischen Standpunkt die ideale Diät, und alle jene Bestrebungen, die mit wachsendem Erfolge darauf hinarbetten, die letzten «spuren der grausigen Sitte Per Menschenfresserei auf der Erte auszurotteii, iinb sozusagen ein Vergehen gegen die monichlxcte Gciundtett. In der Pariser Akademie der Wifsenschoften ist der Bericht verlesen worden, den eine der angesehensten mebijinutnen Airtoritaten Frankreichs über ihre Forfchungen erstattet, und es muß gleich l.i i u e ü-.t ne ben, daß ter Berickterstatt r den Folgerungen de- Forschers in allen wesentlicken Punkten beipflichten mußte >cr (belehrte der enblich den Kannibalismus wieder zu Ehren bringt, ist der bekannte Mediziner und Doyen der medizinischen Fakultät an der Universität Lyon, Prof. Tr. Hugoneiicq, und das Ergebnis seiner Untersuchungen gipfelt in der klaren 'Folgerung -die beste Nahrung für den Menschen ist — Memckicnflctick Dem: Menschen^ fleisch enthält jene Elemente, die von dem menschlichen Körper am leichtesten und am besten ausgenommen werden und damit ihre höchste Nährtraft entt'alteii. Es würden heute weniger Memchcn an Magenkrankheiten und chronischen Verdauungsstörungen leiden, wenn wir alle Kannibalen wäretr „9htr das,Meilsck)enflelfch , so schreibt de "..Gelehrte in einer kürzlich veröffentlichten Arbeit, vermindert die Arbeit der Verdamingsorgane auf ein Mimmum. Kannibalismus oder - weitn dies Wort bester befallt — Anthropophagie ist das letzte Wort der Wissenschaft und ter Hygiene. Ter unerschrockene (belehrte beweist bas durch das Ergebnis von Analysen, die im Laboratorium vorgenommen mürben, uti> bunl) die damit durckwus übereinstimmenden Erfahrungen ^^.^obach- 'iitngen der Forschungsreisenten, die im Herzen Afrikas dem Kannibalismus ergebene Stämme studiert haben Der Berichterstatter der französischen Akademie ter Wissenschaften fugte stoar vorsichtig hinzu, daß er darum nickt etwa bic, Wiedereinführung des Kannibalismus befürmorten wolle, aber immcrhm: so und nicht anders lägen nun einmal die Dinge, uiü» die Wissmischast ivürbc sich selbst verleugnen, wenn sie dieser Wahrheit nicht unerschrocken ins Gesicht sehen wolle. Schöffengericht. Gießen, 18. Nov. Wegen „Sachbeschädigung" waren der Hoteldiener L. H., der Gärtner L. G. und der Schneider L. W. angeklagt. Alle drei fallen gemeinsam Latten von einem! .ßaun eines Gartens >n der Gutenbergstraße abgerissen, H. und G. außerdem von dem Zier- Ibrunnen in dem Schiffenberger Weg einen großen Stein heraus- tzerissen und fortgewälzt haben. Die heutige Verhandlung ergab »nur ein unklares Bild des in dunkler.Nacht verübten Frevels und führte lediglich zu einer Verurteilung des H. wegen Sachbeschädv- yung, der deshalb 20 Mark Geldstrafe eventuell 4 Tage Gefängnis erhielt. Im übrigen wurde er wie auch die anderen Angeklagten wegen Mangel an Beweisen freigesprochen. „Ein Zusammenstoß mit der Elektr. Straßen- b a h n." Gelegentlich ter Abfuhr von Holz aus dem Lagerplatz am Eisenbahnylane im Vogelsberg. Es wird uns geschrieben: Während der Divisions- und Korpsmanöver des 18. Armeekorps im vergangenen .Herbst machte sich die mangelhafte Verbindung vom Vogelsberg besonders von Lauterbach, Grebenhain, Crainfeld, Radmühl, Freiensteinau nach Frankfurt a. M. sehr bemerkbar und cs wurde in maßgebenden Kreisen angeregt, dieser mangelhaften Verbindung zu steuern, die nicht zuletzt für die Erschließung und wirtschaftliche Bedeutung des hohen Vogelsbergs von großem Werte sein dürfte. Die jetzige direkte Verbindung von Lauterbach über Crainfeld-Gedern-Vilbel nach Frankfurt a. M., die 112 Kilometer beträgt, nimmt eine Fahrzeit von 5 Stunden weniger fünf Minuten in Anspruch, während die Fahrt von Frankfurt a. M. nach Lauterbach 6 Stunden weniger 3 Minuten beansprucht. Dadurch, daß die Bahnlinie von Gedern bis Stockheim einen Teil der Krcisstraße benutzt und benutzen muß, ist diese langsame Fahrt mitbedingt und kann nicht geändert werden. Um eine schnellere, kürzere Verbindung herbeizuführen ist dargelegt worden, von der Station Bermuthshain der Strecke Lauterbach-Frankfurt a. M. eine 13 Kilometer lange Linie nach Birsten zu bauen, anschließendem die Kleinbahnstrecke Birstein-Hellstein-Schlierbach-Weilers-Wächtersbach. Diese Strecke Lauterbach-Bermuthshain-Birstein-Wächters- bach würde 53 Kilom-cter ausmach en und in Wächtersbach Anschluß an die Bebra-Frankfurter Linie erfolgen, die Don Wächtersbach bis Frankfurt a. M. eine Länge von 55 Kilometer aufweist, sodaß die Strecke Lauterbach-Birstein- Wächtersbach-Frankfurt a. M. in nur drei Stunden zurückgelegt werden kann. Dieses Näherbringen des Vogels- -beras an die Großstadt Frankfurt a. M. würde ihm von großem Vorteil fein, seine Jagden und Fischereien leichter -erreichbar und dadurch einträglicher machen, auch der Touristenverkehr würde sich in ungeahnter Weise heben. Namentlich der Rodel- und Skisport gerade hier im O st e n des 'Vogelsberges vor allem bei Birstein. Von Station Wächtersbach aus ist sodann noch der Anschluß an die Kleinbahn nach Bad Orb und dem eine Oua- dratmeile großen Truppenübungsplatz des 18. Armeekorps ins Auge zu fassen. Eine Weiterführung von Bad Orb aus durch den Spessart nach Partenstein mit Anschluß an die Linie Frankfurt a. M.-Hanau-Aschaffenburg-Würzburg ist .dann ebenso möglich und gegeben, die auch in militärischer Hinsicht von Bedeutung ist. Hatte doch schon der große Stra- itege Moltke vor 40 Jahren die Verbindung der Bebraer 'Strecke mit der Würzburger bezw. eine Verbindung mit .Oberhessen, der Lahn und Bayern über Gelnhausen durch das Biebertal im Auge. deshalb wegen CiseirbahtttranSportgesährdung in Strafe genomt werben und erzielt 20 Mark Geldstrafe ober 4 Tage Gefängi Eine „Unfitte", die vielfach bei den ten Gießener Vieh- marft besucktendcn Viehhändlern herrscht, Schuljungen zum Transport des Viehes zu benutzen, brachte ten Viehhändler Emanuel L. von Hatemar auf die Anklagebank wegen Vergehen gegen bas Kinbersck.itzgesetz. Ter Angeklagte gestand zu, einen Jungen unter 12 Jahren mit dem Transport eines Stückes Vieh nach dem Vieh markt beauftragt und ihm hierfür 50 Psg. Trinkgeld versprochen zu haben ,bie er, wie er selbst ausfagt, dem Jungen nicht einmal ausbezahlt hat. Er erhielt 15 Mk. Geldstrafe ober drei Tage Gc° , einigten bürgerlichen Gruppen, die 605 erhielten. Tie Gewerk- ischastler bekommen 29, die bürgerlichen 11 Vertreter im Vorstand. h. Frankfurt a. M., 19. dkov. Durch einen unglücklichen 1 Zlufall stürzte die kaum einjährige Tochter des Werkmeisters 'Glioth von dem Balkon bet elterlichen Wohnung vier Stockwerk tief ab. Die Kleine starb auf der Stelle. Uziiversttätr-Nachrrchten. Hk. Der neue Leiter des Robert-Koch-In st i- 1 u t s. Wie verlautet, ist Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Friedrich Leos fier, Direktor tes hygienischen Universitätsinstituts in Greifswald, zum Direktor des Instituts für Jnsektionskrank- leiten „Robert Koch" in Berlin als Nachfolger von Geh. Rat Prof. Dr. G a f f k h ernannt worden. Prof. Loeffler, ein Schüler von Robert Koch, ist 1852 zu Frankfurt a. O. geboren. Hk. Mit ter Abhaltung tes hygienischen Unterrichts und der Leitung des hygienischen Instituts an der Universität Greifs- w a l d ist an Stelle von Geh. Rat Prof. Loeffler für das laufende Wintersemester der Privatdozent und erste Assistent Dr. meb. Ernst Walter beauftragt worden: ter Unterricht über Ohren-, Nasen- unb Hcckskrankheiten (an Stelle von Prof. W. Lange) wurde dem Privatdozenten Pros. Dr. Egon H oiintann übertragen. berechtigter Interessen gehandelt habe. ... .4 Dresden, 18. Nov. (Die Tragödie xm Hausflur.) Unter außerordentlich großem Zubrang von Zuhörern fand vor dem hiesigen Schwurgericht die Verhaitdlung gegen bte lebige Friseuse Martha Maschek aus Prag statt, die tes Tot- schlags an ihrem Geliebten beschuldigt war. Die 19 Jahre alte Angeklagte unterhielt mit dem Kaufmann Hentschel ein Liebesverhältnis, das seitens des jungen Mannes, ter gleichzeitig Beziehungen zu verschiedenen anderen Damen,unterhielt, zu lösen versucht wurde. Am Abend des 29. August ds. Js. hatte die Angeklagte mit Hentschel eine Unterredung, über deren Verlauf Näheres nicht bekannt wurde, da während der Besprechung dieser Vorgänge die Oeffentlichkeit der Verhandlung ausgeschlossen war. An dem erwähnten Abend wurde telephonisch eine Droschke vor das Haus bestellt, in welchem sich die Wohnung Hentschels befand: doch wartete ter Kutscher um 1 >12 Uhr noch auf ten Fahrgast. Als er eben weg fuhr, vernahm er ein Geräusch an einem Rolladen eines Parterrefensters und gleich darauf im Hausflur einen ^chuß. Ein zufällig dazu Eommcitbcr Mitbewohner tes betreffenden Hauses öffnete rasch die Haustüre, hinter welcher Hentschel mit einer Schußwunde im Hinterkopf in einer großen Blutlache lag. Als ein zu Hilfe gerufener Polizeibeamter mit Unterstützung einiger Hausbewohner den Verwundeten in feine Wohnung verbringen wollte, fand man bereit Türe weit geöffnet, während aus ter von innen versperrten Küche ein starker Gasgeruch herausdrang. Nachdem die Küchentür gewaltsam geöffnet war, fand man die Maschek besinnungslos auf dem Boden liegend, neben ihr ein großes mit Blut beflecktes Küchcumesser, im untersten Küchenschrank einen noch zwei Schüsse enthaltenden Revolver: die Gashähne des Süd)en ofens waren geöffnet. Das Mädchen konnte durch Wieteroelebungs- versuche mit dem Sauerstoffapparat gerettet werten, während Hentschel am anderen Tage im Krankenhaus verstarb. Was 'zwischen den beiden jungen Leuten in ter Wohnung üqrgegangcn war, davon erfuhr die Oeffentlichkeit nichts: die Gefchworenen .Nahmen aber als erwiesen an, daß die Angeklagte an dem Tode Hentschels tätigen Anteil gehabt habe, und verurteilten sie wegen Totschlags zu drei Jahren Gefängnis. 2;. Bremen, 18. Nov. Glück im Unglück hatte eine aus Bekes in Ungarn gebürtige und dort wohnhafte ledige Näherin, die mit ihrem Geliebten nach Amerika auswanderu wollte, um dort zu heiraten. In Wien knöpfte ter „^Bräutigam" dem Mädchen dessen gesamte Ersparnisse im Betrage von etwas über L00 Kronen ab und verschwand damit. Der Portier des Hotels, in dem das Mädchen wohnte, machte sie nun mit dem 37 Jahre alten Tischler Klotz aus Temesvar bekannt, ter sich erbot, den ungetreuen Liebhaber wieder zur Stelle zu schaffen. Das gelang ihm nuni zwar nicht, aber die Dankbarkeit des verlassenen Mädchens wandelte sich bald in Siebe und Klotz, der sich der unerfahrenen und wohl auch etwas stark verliebten Näherin unter einem anderen Namen vor gestellt hatte, brauchte sich feine sonderliche Mühe zu geben, um das Mädchen zu überreden, mit ihm statt mit dem verschwundenen ersten Geliebten die Reise über den großen Teich 'anzutreten. Das Mädchen fragte ihn zwar wiederholt, ob er nicht etwa verheiratet sei, und bat ihn mit Tränen in den Augen, sie nicht unglücklich zu machen. Klotz aber versicherte ihr mit den heiligsten Schwüren, daß er noch unverheiratet sei, obwohl er Frau und Sinter im Stiche gefallen hatte, um auf Abenteuer auszuziehen. Er fuhr mit dem Mädchen nach Bremen, um von hier aus die große Reise anzutreten. Das Paar erregte aber bald durch verschiedene Aeußemngen ten Verdacht der Polizei und JLjmrxiliir f TlTrlblatt 4 —Spteßvarenftaud „ 33C. , SxmtLen,)>tr. 25. Mt-Fensiouär-Versammluag. Die Großh. Hessischen Altpenstonäre, deren Witwen, die oensionierien Lehrer und Lehrerinnen werden hiermit dringend eingeladen D19/11 Mittwoch, den 26. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, in der „Stadt Pfungstadt“ in Darmstadt teefct zahlreich erlcheincn zu wollen. Tages-Ordnung: Wichtige Beschlußfassung übcrdieWabrungum'crer berechtigten Interessen, über bereu «chickml bekanntlich am 2. Derember d. I. cndgultrg in der Kammer entschieden werden soll. Darmstadt. 17. November 1913. Der Vorstand. Hotel „Einhorn“ Freitag, den 21. November er.: Metzelsuppe Morgens: Wellfleisch mit Kraut. Mittwoch, 26. November, abends 8J/4 Uhr, im Saale des Hotels „Großhcrzog von Hessen": Geffentlicher Vortrag von zr. Schreiber-ltrieger, Berlin: Stimmrecht und Sittlichkeit Eintritt 30 Psg. D»/n Verein für Frauenstimmrecht. TTT 11 Umschlagtücher Wollene a Lu d d c ii c 11 a»/Jl Strümpfe Handschuhe in bekannter Axis wahl A.Salamon&Cie.X. :: Käse :g Schweizer-, Edamer-, Camembert-, Gervais-, Roquefort-, Brie-, Romadour-, Tilsiter-, Kräuter- und Frühstücks-Käse und andere Sorten empf. in nur feinsten zzz Qualitäten zzz Hrch. Driesch Seltersweg 70. |7B7 Mroctae Fenster ersetzt schnell und billig Wilhelm Schmitt Glasermeister Kanzleiberg 7 Telephon 575. [7eM it j *1 TV liefert billigst die Brühl’sohe Ä nUQPiQ rnil r ipni/l Umversitäts-.Buch-undStein- MilüilU Ulli 111111(1 druckerei,Gießen,Schulstr.7. 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