A'E«. ^Erstes Blatt 163. Jahrgang Mittwoch, 25. Zum M erscheint tätlich, anher yßuiJänEr Ky O t3 e i ri g o o i : Sonntags. - Beilagen: M ral monatlich?? BUvicrtcl- roocbentlid) A Ak /\A A AA W A ▲ >k A >*x A jährlich durch SietzenerLamilimdlatter: ffl H^nla llll gw U2"vs Mak V zivennal wöchenll.Krei§- DA DD BR B M jjF M '®P H B M W B" DU 88 B ■ jir 8 W Jra M ra HW H ▼ monathh ■!?•.: durch dlattsürdenUreirKietzen WM UW MW B B^ ^M^B B B B^^ WM B B B^r B B kfl Q (Dienstag und Freilags; NA " B B WM B mfi B B BT B H B B WM Bk H W,X B Hk B zweimal inonatl. Land- xBk Ar ES L3 N WK HÄ -1 IQ M CT Wk - R! e .-, F-^ä «M F* Zeileiwiti lofnllö '.'., wirtschaftliche Zeitfragen ▼ K UM M B W B lir nuviunrt-:- v'enmg. Fernfprech - Auschlujie: ■ M w v Ä B3 3 Yhefredakteur: i?l Goetz, für die Redaktion 112, fiSEjr Verantwortlich für den Verlag u. Expedition 51 ZS" . L e * ee ir ** polltischeu Teil^ August aM»: General-Anzelaer für Oberbessen mä Annahme von Anzeigen u«k n t v -» v <3 V 4*TI W ^c»erichtchnvt^: ü. Neu- für die Tagesnununer a ottsorua und Verlag der vrühl'schen Univ.-Buch- und 51eindruckerei R. Lange. Reöaftion, Expedition und Druckerei: Zckulftratze 7. E^'-^E Le^ ^r den " ll"t- ee^äfßftenc Bfiömgeti. vahnhosjirotz« 16a. Ä'Ä Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Gerhart Hauptmann und die Unberufenen. Der Orkan, der Gerhart Hauptmanns Schiff jetzt auf den politischen Ozean hinausgetrieben hat, ist gewaltig angewachscn. Der Goethebund in Breslau, der Mvnistenbrmd in Heidelberg unb, am Montag abend, eine Protestversamm- lung des Schuh verband es deutscher Schriftsteller in der Reichshauptstadt haben ins Horn gestoßen, um dem Dichter ZU helfen. Wir meinen, solche großen Versammlungen können weder die heikle literarische Frage lösen, pioch an dem Breslauer Mißklang etwas ändern. Prof. Tr. Kauff- m a n n in Breslau hat in der dortigen Goethebundversomm- lung keine sehr klare Haltung eingenommen. Er verteidigte den Beschluß der Magistratsveriammlung. die das Haupt- mann'sche Stück von der Aufführung abgesetzt hat nnÄ meinte, hier sei kein Vorwurf berechtigt. Er vrotestierte aber gegen den Zwang, der von höfischer Seite geltend gemacht worden sei. Als ob dieser Protest nicht am wirksamsten zur Geltung gekommen wäre, wenn man dem Protektor gegenüber fest auf seinem Standpunkte geblieben, wäre! Wenn man einen Protektor überhaupt wollte und brauchte, so darf man doch wohl nicht von ihm fordern, daß er sich ganz seiner Meinung und Wünsche enthaften solle. Ob die Berliner Protestversammlung, deren Motto ..Gerhart Hauptmann und die Unberufenen" war und in der Herr Ulrich Rauscher den Vorsitz führte. Dr. Arthur El o e s s e r, Iustizrat Dr. Abla ß und Dr. Wolfgang Heine (der bekannte'Sozialdemokrat) Ansprachen hielten, der Sache Hauptmanns viel genützt haben, muß dahingestellt bleiben. Die Versammlung befand sich, wie schon aus dem Namen der Redner ersichtlich ist, im Fahrwasser der Politik, und die Tausende, die zuhörten und Entschließungen faßten, werden wohl nicht alte „berufen" gewesen sein. König Niolos hatte dem Odysseus in einem Schlauche seine Winde nuitgegebdn, die vor Ithakas Küste zur Unzeit entfesselt mürben und das Schiss des Vielgewanderten ins Meer zurückivarfen. Aehnliches passiert jetzt dem schlesischen Dichter. Kann man nicht ab warten, bis sein Werk int Truck jedermann zugänglich ist? Muß man vorzeitig die Winde entfesseln, die gegeneinander kämpfen unö nur unnütz die öffentliche Meinung aufpeitschen? Auch Gerhart Hauptmann selbst tut nicht klug daran, mit geharnischten Telegrammen um sich zu werfen, in denen er seine Widersacher „feige Denunzianten" nennt. Das fordert zu ähnlichen Gegenäußerungen heraus und entfesselt im Reiche der Literatur falsche Mächte und Gewalten. • Die Ortsgruppe Heidelberg des Deutschen Monistenbundes veranstaltete am Samstag eine Protestkundgebung, in der Tr. Max Maurenbrecher das ganze Festspiel rezitierte. Von Gerhart Hauptmann ging folgendes Telegramm ein: Leider kann ich Ihrer gütigen Einladung nicht folgen, aber ich bin stolz, die deutschen Geister in einer Sache einig zu sehen, die nicht mehr Angelegenheit eines Einzelnen ist, sondern eines jeden, der noch fernerhin mit dem Gefühl der Selbstachtung denken und seine Feder führen will. Es ist widerlich, wenn Deutsche sich so weit 'entbeuti'cfrn, daß sie sich untereinander Vaterlandsliebe absprechen und Vaterlandslosigkeit vorwerfen. Sie werden Gelegenheit haben, durch Ihre Vorlesung diesen unnatürlichen Vorwurf gegen mien Festspiel, diese häßliche zynische Lüge entkräftet zu scheu. Und bann suchen Sie auch die geheime Absicht zu erkennen, die solchen entehrenden Lügen zu Grunde liegt. Es ist die Verkerkerung des deutschen Geistes: schreälich zu sehen, wenn es unter dem freien Beruf der Männer der Feder für diese Absicht auch nur einen Handlanger gibt. Gruß und Dank Gerhart Hauptmann. Auf das Telegramm des Vorstandes des Breslauev G o e t h e b u n d e s an Gerhart Hauptmann, in dem dieser eingeladen wurde, in der Versammlung des Bundes zu erscheinen und zu syrexhen, erwiderte Hauvtmann mit folgendem Schreiben: „Aqnetendvrf, 21. Iüni. Verehrte Herren'' Ich danke aufs tiejitc für Ihren Beschluß, durch den auch Sie an die Seite des gemaßregelten deutschen Geistes treten. Ich bin glücklich, daß der Versuch, eine i'efbftoerftänNiche erdgewacly'ene Vaterlandsliebe auf eine zynische Weise zu verdächtigen, nun doch elementare Zu- riMveisung findet. Jetzt aber nach Breslau zu kommen, wo mich int Herzen meiner engsten Heimat der mörberifd)e Stich feiger, s chl eichender und scheinheiliger Denunziation moralisch vernichten wollte, kann ich mich nicht entschließen, trotzdem ich weiß und täglich dankbar erfahre, daß in Drfslau die aufrechten, qradsinnigen und achtunggebietenden Geitter noch immer die erdrückende Mehrheit bilden. Ergebenst Gerhart Hauptmann." ver Kaffer bei einer internationalen Segeiroettfabrt. Brunsbüttelkovg, 24. Juni. Der Kaiser begab sich heute vormittag an Bord seiner Segeljacht „Meteor", mit ihm die Herren des GefoLa-"s Und Admiral v. Heeringen. Der „Meteor" wurde alsbald auf Strom geschleppt. Der „Sleipner" und ein Torpedoboot folgten. Um 10 Uhr begann die internationale Segelwettfahrt des Norddeutschen Regattavereins auf der Unter-Elbe bei regnerischem Wetter unb westlicher Brise. Eine Anzahl Begleit- bampfer unb Boote des kaiserlichen Motorjachtklubs sowie anberc Fahrzeuge folgten. Zur Regatta starteten 17 Boote in vier Gruppen, in Klasse A 1 „Meteor", „Hamburg 2" und „Germania". Die Bahnlänge betrug 30 bezw. 20 Seemeilen elbabwärts und ebenso zurück. Die Regatta nahm einen sehr wechselvollen Verlauf, da der Wind wegen Gewitterböen nicht konstant war und fortwährend umsprang. Gerade bei der Wendemarke Elbfeuerschiff 5 setzte eine sclypere Gewitterböe ein, die „Hamburg 2“ zugute kam, welche die Marke eben genommen batte. Die Kreuzerjochten „Meteor" und „Germania" passierten die lange Bahn unter den schwierigsten Verhältnissen glatt und nahmen das Ziel fast gleichzeitig. „Hamburg 2" gewann den Ehrenpreis Hamburgs: zweiter Sieger wurde „Meteor", dritter „Germania". Der Kaiser kehrte um 5 Uhr an Bord der „Hohenzollern" zurück. Die „Hohenzollern" verläßt morgen früh 5 Uhr Brunsbüttel und trifft um 1 Uhr in Kiel ein. Ein Triukspruch des Kaisers. Im Salon der „Viktoria Luise" nahm der Kaiser die Pr eisverteiNln g vor. Bei der Ta f el erwiderte der Kaiser auf die Ansprache des Bürgermeisters Tr. Schröder mit folgendem Trinkspruch: Ew. Magnifizenz trollen gestatten, daß Ich aus baventem Herzen Meinen Dank aussprecke für die sreimdlichen Worte, in denen Sie der verflossenen 25 Jahre meiner Regierung am heutigen Tage und on dieser Stelle gedacht haben. In diesen 25 Jahren ist eine lichtvolle Seite, und über dieser lichtvollen Seite steht das Wort: Hamburg geschrieben. Es sei auch Mir vergönnt, dem tiefen Schmerz Ausdruck zu geben, den.Ich mit Ihnen allen geteilt habe, als Sie der Verlust dieses unvergleichlichen Mannes Bürgermeister Dr. Burchard. traf, den Ich mit Ihnen heute teile, wo wir ihn zunr zweitenmal nicht unter uns sehen. Es war im klassischen Altertum Sitte, daß die Griechen nach gewonnener Schlacht vor der Siegesfeier der Gefallenen gedachten. Wir wollen auch heute eines Mannes gedenken, der in der Schlacht des Lebens stets das Schwert zu führen verstand und den Namen seiner Vaterstadt überall durchgeseyt hat. Sein Schwert ruht nun in der Scheide, er hat den guten Kampf ausgekämpft, der ihm verordnet war. Als Ich die Nachricht von seinem Hinscheiden erhielt, war es Mir zuerst schwer, daran zu glauben, denn er war Mir ein intimer Herzensfreund unb nahestehender Berater. Ich konnte Mir seinen Heimgang in alltäglicher, einfacher, moderner Weise nicht vorstellen, denn seine Natur mar so unglaublich mit Idealen versehen, d/rß man sie getrost mit Symbolik umgeben konnte. Ich habe, wie er in feiner Vaterstadt begraben wurde, bei feinem Leichenbegängnis int Geiste an den germanischen Heerköntg gedacht, wie er auf seinem Schild ausgestreckt liegt, die Hände über das Schwert gekreuzt und auf den Schultern seiner Krieger auf sein Schiff getragen wird, auf dem er bann, nachbem es in Brand gesteckt ist. auf bas weite Meer hinausgelassen wirb. Diese edle, vornehme Natur, erfüllt von Beaeistening für das Deutsch«? Reich, erfüllt von der Aufgabe des Wirkens für feine Vaterstadt, bat über uns allen gestanden. Er war überzeugter Hanseat, eine durch und durch aristokratische Natur. Ew. Magnisizeitz erwähnten vorher den Ausspruch, den Admiral Seymour tat, als im Jahre 1900 die vereinigten Weißen sich mit der gelben Rasse zu messen batten: Ich möckste ihn dahin ausbauen, daß er so lange Geltung haben wird, wie solckte Männer wie der dahingeschiedene Tr. Burckzard es war. in der Front bei uns zu finden sind. — Und nun zu den Lebenden! Thanatos, wende Tein Antlitz! Wir sind hier versammelt, um wieder auf der blauen Flut in Sturm und Gewitter unb in ber Flaute uns zu messen. Von den Hichdiaungen. die Mir zu M?inem Jubiläum gebrarfrt worden find, steht Mir noch der Tag in Orünait hell vor den Augen, wo die Vertreter von über 5 0 00 0 deutschen Ruderern mit 630 Booten und 3000 Ruderern rur Stelle waren. Vom Rbeinstrom bis an den Pregel waren sie gefommen, unb, was der Vertreter der deutschen Ruderschast! uns mitteilen konnte, daß Deutschland mehr Ruderklubs hat als ganz Eurova zusammen, das ist ein Erfolg, auf den Ich stolz bin. Wie Ich zur Regierung kam, waren es acht Schulen, die sich am Rudersport beteiligten. Jetzt find es 360. Das gibt uns eine Jugend, wie Wir sie brnuckvn, keine U e b e r m e n s ch e n. aber gesunde Menschen mit gefunden Gliedern unb gefunden sittlichen Anschauungen. Unb nun auch hier auf ber Elbe, wie ist in den Jahren hier alles vorübergegangen ! Wie haben sich die Klassen gebessert, wie ist der Bootsbau vorwärts gegangen, wie sind unsere Segelmacher tüchtige Leute g-nrorden. Das vervslichtet Mich zu Unliebem Dank an die Sportsleute für die Bereitwilligkeit, mit ihrem Gelbe eist- vi»'bringen, nm die Lieferungsmöglichke!t in den verschiedenen: Klassen der Boote mit ihrem Segel, Maß unb Ta keime rk zu stärken, und die Möglichkeit zu geben, uns dieses schöne Material zu liefern. Mein Wunsch ist, daß die nächsten 25 Jahre dieselbe aufffeigenbe Kurve innegefxiften werden möge. Das kann nur geschehen, wenn der Himmel es zuläßt, daß wir uns des Friedens erfreuen wi e bisher. Ich trinke auf das Wohl der Stadt Hamburg und auf den Sport auf der Elbe, Hurro, Hurra. Hurra! Der Kaiser verweilte nach dem Mahle noch längere Zeit an Bord im Kreise der Segler und keWe dann auf die „Hohenzollern" zurück. Der Besuch Oes Präsidenten pomcare in England. Spithea, 24. Juni. Eine Salve von 21 Kanonenschüssen zeigte um 12.10 Uhr die Ankunft Poinearös an Bord des Kriegsschiffes Ecmrbet an. Der Präsident wurde vom Prinzen von Wales, der Marineuniform trug, empfangen. London, 24. Juni. Poineare traf heute nachmittag 3.30 Uhr hier ein. Zur Begrüßung hatten sich auf dem Bahnhof eingefunden: der König, der Herzog von Eonnanght. Prinz Arthur von Eonnaught. Premierminister Asauith, Sir Ed.vard Grey unb andere Minister. Der König schüttelte bem Präsidenten unb Pichon die Hand. Tie Musikkapelle spielte die Marseillaise. Nach dem Abschreiten der Ehrenwache fuhren der König und der Präsident unter den Hochrufen des Publikums zum St. Iamespalaste. Um 4.30 Uhr begab sich Poineare im Zweispänner, von Gardekavallerie eskortiert und von feinem Gefolge begleitet, zum Buckinghampalast, um bem König feinen Besuch zu machen. Die Straßen waren dicht besetzt. Es würbe bemerkt, bah bie Polizei infolge ber kürzlichen, durch Anhängerinnen des F r a u e n ft i m m r e d‘ t 3 üerurfndüen Zwischenfälle gegen die vordrängenben Frauen scharf vorging. Eine Beqrußunasrede des Königs. London, 24. Juni. Auf dem heute abend im Buckingham-Palast gegebenen Bankett zu Ehren des Präsidenten Poincare sagte der König in seiner Begrüßungsrede: Der so viele Jahrhunderte zwischen unseren beiden so eng benachbarten Ländern bestehende Verkehr hat es ermöglicht, das; ist das Lararium, das nicht erst für das Haus des Asinius Pollio char wertvoll und zum Teil auch eigen-1 gebaut zu fein, sondern den Teil eines noch älteren Hauses über bie Grenzen des eigenen Landes gebildet zu haben scheint. An den Wänden finden sich nämlich zwei ' Mi» /rn nnbrnt Orten.' aber aar drei Schichten mit Fresken übereinander, und wenn so haben auch in Stuttgart sich bie Schweden einer sehr sympathischen Aufnahme zu erfreuen. >inauä Getonnt ait‘anbmt £)rten", • ober” gar drei Schichten mit Fresken übereinander, und 'wenn Das haus des Afinius pollio. In den E a r a e a l l a-T h e r m e n unb in ihrer Umgebung ist bei neueren Arbeiten eine Reihe interessanter ardstiologischer Entdeckungen gemacht worden. Man hat unterirdische Gänge, die sich in einer Ausdehnung von 5 Kilometern unter der ganzen Anlage hinzogeu, aufgefunden, und man hat neue Reste eines ehemals reich ausgestatteten Hauses des Eaius Asinius Pollio bloßgelegt. Das Haus, das auch um seines ehemaligen Besitzers willen großes Interesse erregt, wurde vor dem Bau der Thermen zugeschütlet, die dann an feiner Stelle errichtet wurden. Asinius Pollio, der Parteigänger Eäsars und ausgezeichnete römische Feldherr, der die Parthiner in Dalmatien schlug, als Prokonsul in Spanien wirkte und später als Konsul in Rom in den Streitigkeiten zwischen Antonius und Octavian eine Rolle spielte, der Freund der Wissenschaft und Künste, der selbst als Schriftsteller eine um fassende Tätigkeit entfaltete, ber Stifter ber ersten öffentlichen Bibliothek in Rom, hatte sich hier in seinen Gärten einen prächtigen Ruhesitz geschaffen, ben er mit kostbaren Kunstwerken ausstattete. Als Äntonius bann * fein Haus mit Schutt unb Erbe zufchütten ließ, nahm er die wertvollsten Kunstgegen- ftänbe aus den Gemächern heraus, ließ jedoch vieles noch an seinem Platze, so baß eine völlige Ausgrabung des Hauses sicher manches wertvolle Ergebnis haben , würde. In ber Mitte des vorige^ Jahrhunderts hat der Inspektor ber antiken Monumente Guiöi eine flüästige Untersuchung des Hauses porgenommen, bei ber er das Atrium unb bas Lararium, bie römische Hauskapelle, unb barin viele Gegenstände fand: sogar die Laren selbst, bie Hausgötter, stauben noch an ihrer Stelle. Neuerdings bat nun ber Ingenieur Ferri, der bie Aufgabe hatte, hier eine Aufschüttung vorzunebmen, zunächst eine Untersuchung ber Hausreste vorgenommen, bie einige neue Teile aufbeckte. Das 9Ürfum hat ein reiches Pflaster aus weißem und schwarzem Akarmor mit der Darstellung eines Tritonen, auf dem eine Nereide reitet. "An ben Wänden fanden sich bie Spuren einer Quelle, bie heute verschnmnben ist, unb von Mosaiken an Stelle von Fresken: ferner würben einige vermauerte Nischen festgestellt, die noch weiter auf ihren Inhalt burcbforicht werden sollen Ter wichtigste Teil des Hauses aber I bie Malereien auch arg zerstört sind, so kann man doch deut- I lieh verschiedene Stilepochen unterscheiden. Die oberste Schicht trägt die Fresken, mit denen Pollio fein Heiligtum schmücken ließ: sowohl die Wände wie die Wölbung waren reich verziert. Man erkennt an den Wänden noch di? Spuren von Bildern der Hausgötter, bie mit allen ihren Attributen dargestellt sind. Auch sonst ist das Haus überall reich ausgeinalt, und wenn die Wände Jargfäftig frei gelegt werben, so wirb man in bem Hans bes Asinius Pollio ein neues schönes Beispiel eines kunstvoll ausgestatteten römischen Patrizierhauses haben. K.-K. D i e Verheerung Spitzbergens. Es ist vor allem bie bort unter ungünstigen Bedingungen kümmerlich ihr Leben fristende Pflanzenwelt, die nach unb nach den sammeswütigen Touristen zum Opfer fällt. Aber nod) ein anderer Raub an ber Natur ist es, ber ben Naturfreund bitter schmerzt, namentlich wenn ein Tropfen echtes Iägerblut in seinen Mbern fließt Es ist dies der Raub an der Tierwelt Vom Schiffe aus ist es je so brau em, solch unterhaltender Zeitvertreib, die verttauensvoll uns umkreisenden Möwen unb anberc Wafservögcl herunterzuknallen, seine Sicherheit im Treffen zu befunben. Ob aber angeschoifene, flügellahme Tiere sich noch lange quälen, eh? der Tob sie erlöst, das kümmert Den trefflichen Schützen nicht! Das Schiff fährt weiter, und Möwen gibt es genug. Wenn die Beute wenigstens mitgenommen werden könnte zum Ansstopfcn daheim! So aber fallen die Tiere ins Meer, niemand zur Lust unb nicmcnö zur Freude. Aehnlich verhält es sich mit ber Renntierjagd auf Svilz- bergen. Da können es die Jäger nicht erwarten, auszuziehen, um bie scheuen Tiere zu erbeuten. Im Jagd eifer wirb auch bas brüte Tier erlegt, obgleich man bei bem befchwerlichen Transport nur zwei zu Schiffe bringen kann, ein anderes wirb weil wund geschosfen unb verendet jämmerlich in einer Gletscherspalte. . Sollte man es glauben, daß bie „Jäger" sich nicht scheuen,' selbst zarte Schmaltiere zur Strecke zu bringen! Nun herrscht auf ben Dampfern, die Nordlandsfahrten unternehmen, in B - zug auf Verpflegung solch ein lleberfluß, daß das Fleisch b<*r geschossenen Tiere durchaus keinen Wert für sie har, im Gagenteil, manche der Passagiere haben einen Widerwillen dagegen. Auch das Geweih unb bas Fell der Renntiere ist nicht so kostbar, baü es das blindwütige Schießen rechtfertige. Aber daß man sich nt Hause, am Stammtisch, brüsten kann mit bem Wort: „Mein felbst- geschosfenes Renntier" — das webt so eine Art Ruhmesschimmcr um das Haupt des glücklichen Schützen. Musikfeste. Das Deutsche M n s i k f e st 1913. Mis Berlin wirb uns geschrieben: Am Samstag ist im großen Saal ber Philharmonie bas Deutsche Musiffest 1913 eröffnet worben, bas britte Musikfest im Verlaus von zwei Monaten. Bis zuletzt wußten trotz vieler anfünbigenber Nottzen nur 'ehr wenige Eingeweihte, zu welchem Zweck dieses Munksest veranstaltet wurde. Nun erfährt man, daß der Allgemeine -teutitfie Musikerverbanb ber Gründer dieses Festes ist, bie gropc -rgau, fation die mit Erfolg feit 40 Jahren daran arbeitet, oen Ltand ber Orchestermusi ter sozial unb künstlerisch zu heben. x>n diesem Mufiftest werden fünf Simonie und zwei Volkslanzerte oeranitaltct. Ungefähr 1500 Musiker aus allen Teilen Deutschlands und der Schweiz nehmen daran teil, unb 14 Dirigenten haben die Leitung. Tie große Schar von 1500 Musikern ist in >ecks Orchester so geteilt, daß alle Gelegenheit haben, sich im Verbände mit andern zu Zeigen. Am ersten Abend wirkten mit die Orckrester von Basel, Bern Kassel, Koblenz-Ems, Darmstadt, Frankfurt,^,z-rerburg. Bad-Homburg, Magdeburg, Ma i n z, Mannheim, ^ratzburg, Weimar, Wiesbaden und das i n der st er n-Orchester. Am Sonntag sand ein Volkskonzert statt, lieber das schlemche Musik- feft haben wir schon berichtet. _ Heidelberger B a ch-R eg er-M u s i krcst. Tas D a ch - R e g e r - M u s i k f e st, das Heidelberg in diesen Tagen feiert, ist feit ber Gründung des hiesigen Bach v e r e in s und A k a d e m i f ch e n G e, a n g v e r e i n s ,l I88.it, lowie des städtischen Orchesters i 1888', das fünfte grotze Mnsikfeit Ünfncr Stabt. ~ In bem segenrotoisen fünften Mi« mrb das Programm von ^vhann Sebasttan Bach und Max Reger bestritten. _ Schwedisches Musikfest m Stuttgart. Seit Ende voriger Woche beherbergt die iduuäbudx: SDauirtitaot eine Schar schwedisch Mnscker, bie hier unter .^ Protetto^t des Königs von Württemberg zu einem sÄvedndien Musiftelt versammelt sind. Tie Veranstaltung steht im D.emte sener vor ein paar Jahren angefachten Bewegung, deren Ziel c^ ilt, der schwedisck-en Tontimst neben der der übrigen nordischen Volker eine feste Stelle im Musikleben ber .Gegenwart zu crruigen xiefe Bewegung hat ihre Berechtigung: benn ba^ mun^ncte Schonen ber Schweden ist so fruchtbar, wertvoll und zum -Leü auch eigen- Deritscbes Aeich. S)cm Reichstag ist ein von sämtlichen Parteien unterzeichneter Antrag zugegangen, wonach die privat oder einzeln Unterricht erteilenden Lehrer und Erzieher, die an nicht öffentlichen Schulen oder Anstalten wirken, von der Ange st eilte n- Versicherung befreit werden sollen. Das Gesetz soll rückwirkend am 1. Januar d. Js. in Kraft treten. — Ter sozialdemokratische Abgeordnete Brey hat an den Reichskanzler betreffs der Erkrankungen beim Infanterie- Regiment Nr. 7 8 in Osnabrück eine Anfrage gerichtet, ob dem Reichskanzler die Ursache dieser Epidemie bekannt sei und welche Anordnungen er getroffen habe, um einer Wiederholung derartiger Erkrankungen vorzubeugen. Ausland. Das Programm des neuen dänischen Mini ster-ium In der Sitzung des dänischen Follethings am Dienstag waren sämtliche neuen Minister und fast alle ^Abgeordneten anwesend. Ter Ministerpräsident hielt daraus eine Rede, ui der er ausführte: Tas Ministerium beabsichtigt, den Reichsbag früher als gewöhnlich, sck>on im September, ein* zuberufen. Das Ministerium wünscht die V e r f a s s u n g s - jedes in grenyer Weise aus der geistigen Kultur und dem wirt- schastlichen Wohlstand des anderen Nutzen ziehen konnte. Das Ergebnis war ein ständiges Wachsen der hohen gegenseitigen Achtung und des guten Willens. Seit der Unterzeichnung der diplomatischen Schriftstücke des Jahres 1904, die in so »freundschaftlicher Werse die zwischen uns bestehenden Fragen regelten, ist es beiden Völkern möglich geworden, in harmonischer und herzlicher Weise in den Angelegenheiten internationaler Bedeutung zusammenzuarbeiten. Sie sind einander näher gekommen durch den wachsenden Sinn für Einigkeit und Gemeinsamkeit ihrer Zwecke. Das Ziel, das unsere beiden Regierungen beständig" int Auge behielten, ist die Sache des Friedens. Das wesentlichste unserer gemeinsamen Interessen liegt in einem geschlossenen Zusammenarbeiten für diesen gesegneten Zweck. Während der verflossenen Monate, als sich schwere internationale Fragen, eme nach der anderen, erhoben, hat sich der Geist des gegenseitigen Vertrauens und der Freimütigkeit, mit dem die Regierungen Frankreichs und Gvostbritanniens in der Lage waren, am die verschiedenen Probleme, die sich ihnen boten, heranzugehen, als cm unschätzbarer Vorzug erwiesen Bei der Behandlung der ernsten Fragen, denen sich Europa gegenüber sah, ist es eine Quelle der höchsten Genugtuung für uns, daran zu denken, daß alle in Betracht kommenden Großmächte miteinander berieten und für den Frieden arbeiteten. Fch erhebe mein Glas und wünsche Ihnen, Herr Präsident, das höchste Glück und Wohlergehen und gebe meiner aufrichtigen Hoffnung Ausdruck, daß der großen franzöNfchen Nation eine glorreiche Zukunft beschieden fern möge und daß die Bc- ziehungen zwischen den beiden Ländern m unvermrnderter Herzlichkeit und Lebendigkeit bestehen bleiben mögen. Die Antwort Poincarüs. Präsident Poincare antwortete auf die Rede des Könias mit folgenden Worten: , „ Sire! Der herzliche Empfang durch Ew. Maiestat die Zeichen der Sympathie, die mir in verschwenderischer Weise seit meiner Ankunst seitens der königlichen Regierung zuteil gewor- ben sind und das Bemühen der Bevölkerung Londons den Vertreter Frankreichs zu feiern, werden bei meinen Landsleuten eine allgemeine Bewegung der Freude und Dankbarkeit hervmrusen Indem ich mit Dank die Gelegenheit ergreife, dw Ew. Maiestat mir in so liebenswürdiger Weise geboten haben, Ihnen in die,cm Jahre meinen Besuch abzustatten, habe ich mir gleichzeitig vorgenommen, Ew. Majestät ein Unterpfand meiner persönlichen Gefühle zu geben und der großen englischen Nation das treue Gedenken meines Landes zu überbringen. Die Fr eunbs ch a ft, die die beiden Nationen eint, wurzelt heute bei der einen tote bei her andern tief in der Seele ihrer Bevölkerung. Wahrend der sckaveren Ereignisse, die seit einigen Monaten einander gefügt, sind, die Europa in Atem gehalten haben, und die |td) nicht vollziehen, ohne Europa noch immer ernste Bedenken zu verursachen, haben unsere beiden Regierungen alle Tage die Wohltaten der Entente schätzen .können, die es ihnen erlaubt, untereinander ein beständiges Zusammenarbeiten herzu stellen, und in voller llcbereinftimntung die gestellten Probleme zu studieren und sich leicht über die wünschenswerte Lösung zu verständigen. In diesem täglichen Zusammenarbeiten haben sie nicht aufgehört, sich damit zu befassen, die Ausdehnung oder die Wiederaufnahme Ider 'Feindseligkeiten zu erschweren und Konflikten zwychen beit Großmächten vorzubeugen, deren Folgen unberechenbar sein würden. Wie England, so hat sich Frankreich glücklich gepriesen, daß es an diesem Friedenswerk unter ständiger Mitwirkung sämtlicher Kanzleien Mitarbeiten konnte, und es wird sich auch ferner hm mit demselben Eifer bemühen, daß die Harmonie, von der Europa ein h e ilsames Beispiel gegeben hat, in Zukunft nicht gestört werde. Preffestimmen. London, 24. Juni. Die Zeitungen veröffentlichen herzlich gehaltene BagtrüßungÄrrtikel zUm Besuch des Präsidenten der ftanzösisclien Republik. In der münffcerielten Presse wird dabei der Gedanke betont, daß die Entente cordiale Deutschland gegenüber keinen explosiven Charakter habe. Das „Daily Ehronie le" betont, daß die Triple-Entente Frankreich in Marokko und Rußland in Persien genützt habe, daß es ober schwerer zu erkennen sei, was sie Englaiid genützt und wo sie dem Frieden genützt habe. Das Matt fährt fort: Die erfolgreiche Wiederherstellung des euvopvischen Konzerts angesichts der Gefahren des Balkankrieges ist ein Beweis, daß die Gruppierung der Triple-Entente und des Dreibundes die Erhaltimg einer Harmonie nicht hindern, sondern sie fördern könne. Tie llarere Erkenntnis, daß unsere Freundschaft mit Frankreich die Freundschaft in i t Deutschland nicht ausschließen dürse, sondern der hefte Dienst sei, den wir Frankreich er weifen können, der darin bestcht, die Kluft zwischen ihm und Deutschland zu überbrücken, das sind Entwicklungen, die es für eine ruhige und friedliche Auffassung in England leicht gemacht haben, die Politik der Entente zu unterstützen. Die „Daily News" betonen, ^daß das herzliche Einvernehmen mit Frankreich von keiner Seite so ausgesaßt werden dürfe, als ob es eine Tür für Feindseligkeiten gegen Deutschland öffne Ein Rechenfehler des französischen Seneralftabz. Paris, 24. Juni. Zum Schluß der heutigen Vor- rnittagssitzung der Kammer brachte Iaurös einen Beschluß- antrag ein, daß der Heeresausschust Donnerstag einen Bericht über die richtige Ziffer der Mannschaftsvermehrnng erstatten möge, welche durch das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit erzielt werde. Icrures bemerkte in der Begründung seines Beschlustantrags, dast nach den Ziffern -des Generalstabes diese Vermehrung 143 000 Mann betrage, während sie nach seiner Berechnung nur 70 000 Mann betrage. Der Regierungstommissar General Legrand versuchte die Behauptung Jaures zu entkräften, gab jedoch dabei zu, dast der Generalstab einen Rechenfehler begangen habe. (Bewegung.) Der Obmann des Heeresausschusses 'Leherrisse stinimte' sodann dem Faures'sckwn Beschlustantrag zu. Die Aussprache über die Militärvorlage wird erst morgen ober übermorgen wieder aufgenommen werden. In den Wandelgängen der Kammer wurde der von Jaures erzielte Erfolg lebhaft besprochen. änderuug besonders zu fördern. Die Erwägungen darüber müssen jedoch erst in der bevorstehenden Reichstags^ fession geschlossen werden. Es müssen, solange die Be- ixttungeir über die Verfassung sfr age geführt werden, alle Fragen, die früher zwischen den drei Parteien Unstimmigkeit hervorriefen, soweit als möglich zurückgestellt werden. Es imrb daher keine neue Frage, die Anlaß zum Streit geben könnte, aufgeworfen werden. In seiner gesetzgebenden Tätigkeit wirb das Ministerium das Hauptgewicht auf die Verfassungsfrage logen und in der Administration an den Grundlagen der 'bestehenden Gesetzgebung festhalten. Das Ministerium hat die Führung nicht gesucht, aber die politischen Umstände haben sie ihm auferlegt. Der Ministerpräsident gab im Landsthing darauf dieselbe Erklärung ab. Die außerordentliche Reichstagssesfipn wurde darauf ge- schLvssen. Deutsche Atoloirreu. Der ständige wirtschaftliche Ausschuß der K o l o n i a l v e r lv a l t n n g trat am Dienstag in seiner erweiterten, Dom Staatssekretär Dr. Sols geschaffenen Gestalt im großen Sitzungssaale des Reichswlonialamtes zusammen. Nachdem der Staatssekretär die aus allen Teilen Deutschlands erschienenen Mitglieder begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung eingetreten, welck>e lautete: „Maßnahmen gegen unsolide koloniale Gründungen." Hierzu lag ein schriftlicher Bericht des wirtschaftlichen Referenten des Reichskolonialamts,' Geh. Regierungsrats Zoepfl, vor. Nach mehrstündiger Beratung konnte man feststellen, daß die vorgeschlagene halbamtliche Zentralstelle für die Prüfung des Gründungsherganges von Kvlonialgesellschaften und die Auskunsterteilung seitens der Versammlung einstimmig als zweckmäßig und notwendig anerkannt worden sei. Zur Förderung der genannten Zentralstelle wie auch zur Herbeiführung einer erleichterten Zulassung kolonialer Wertpapiere an der Börse wurden zwei Ausschüsse gebildet. Die UnschlWgM in Serbien. Herr Pasitsch befindet sich noch immer in seinem inneren Konflikt. .Heute heißt es nun schon wieder, er habe es sich mit dem Rücktritt anders überlegt. Nur der Kriegsminister und der Justizminister seien aus dem Kabinett ausgetreten. Mit Ikücksicht auf die Nachrichten, daß von Rußland an Serbien ein Ultimatum gestellt worden sei, in dem von Serbien die unbedingte Einhaltung des serbisch--bul-> garischen Vertrages und die Räumung der strittigen Gebiete gefordert werde, hat der Minister des Innern die .Krieas- präfekten telegraphisch angewiesen, die Verbreiter solcher Gerüchte sollten ohne Rücksicht darauf, ob sie Zivil- oder Militärpersonen seien, angezeigt werden. Ferner wird erklärt, daß zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Minister des Innern keinerlei Gegensätze in der Beurteilung der serbisch-bulgarischen Streitfragen bestehen. Sofia, 24. Juni. (Agence Bulgare.) Am 18. Juni abends gingen mehrere bulgarische Soldaten des Postens von Zlatowo zwischen Kvtschana und .Kratovo zum Flusse Zlatowska, um Wasser zu schöpfen, als serbische Soldaten sie zernieren wollten und zu schießen begannen. Zu Hilfe kam ein kleines Detachement. Es entspann sich ein Kampf. Die in dieser Gegend dislozierten serbischen Truppen bezogen mit Mitrailleusen eine Stellung und eröffneten ein heftiges Feuer. Die Bulgaren, die eine Kompagnie Verstärkung erhielten, unternahmen einen Bajonettangriff und zersprengten die Serben, die auf ihrer ungeordneten Flucht eine Anzahl Gewehre und Tornister im Stiche ließen. Neunzehn gefallencSerben blieben am Platze. Auf bulgarischer Seite wurde ein Soldat leicht verwundet. 12 ösien.liche Hinrichtungen in Konstantinopel. DieHinrichtungderMörderSchefketPaschas. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Am Tienstag vormittag wurden zwölf wegen der Ermordung M a h m u d Schesket Paschas zum Tode Verurteilte durch den Strang hingerichtet. Die Hinrichtungen sanden früh um vier Uhr auf dem Bajazid- platze vor bent Kriegsministerium statt, unweit des Ortes beS Attentats. Starke Truppenspaliere umgaben den Galgen, alle Verurteilten benähmen sich kaltblütig. Tie Leichen blieben einige Stunbcn hängen. Die Massenhinrichtung macht großes Aufsehen. Ein zahlreiches Publikum bewegt sich auf bent Platze. Polizei, Genbarmen unb Truppen halten bie Orbnnng aufrecht. Der .Hauptmann Kia z im rief bei feiner Hinrichtung aus: Es lebe bie Gerechtigkeit! Nieder mit der Tyrannei! Niebcr mit den Freimaurern. Ick muß sterben, aber im Lande werden hunberttausend Kiazims erflehen! Tewfik und Damab Salih Pascha sowie ber GeneralstabSchef Oberst Fuad zeigten äußerste Fassung und ruhigen Ernst. Außer den bereits l)ingerichtcten Angeklagten sind noch elf weitere in contumaciam zum Tobe verurteilt worden, bimintcr Sabal) (Sbbin, Scheris Pascha, Raschid Bey, Kemal Midhat, Oberstleutnant Zeki, Pcrtcw Tetosik und der Erdeputierte Ismael. Die Leichen der 12 Hingerichteten Mörder SchesketS wurden gegen 10 Uhr von den Galgen genommen. Seit 7 Uhr früh urn- brängte eine riesige Menge, darunter Damen der besten Kreise, die Richtstätte. Nach Abnahme der Leichen stürmte die Menge hinzu, um ein Stückchen von dem Galgenstrick zu «erbitten. Gegen Mittag waren die Galgen entfernt. Aus Stadt und fand» Gießen, 25. Juni 1913. Historische Kommission für Hessen unb Waldeck. Der 16. Jahresbericht der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck ist soeben erschienen. Er enthält einen Bericht über die am 23. Mai im Senatsaale der Universität Marburg abgehaltene Sitzung, au der etwa 30 Herren von 9Jtarburg unb außerhalb teilnahmen. Aus den Verhandlungen sei erwähnt, daß Oberbürgermeister Dr. Scholz aus Kassel die auf ihn entfallene Wahl in den Vorstand angeno/m men hat. Außerdem ist an Stelle des auAgeschiedc-neu Geh. Archivrars Dr. Könnecke-Marburg dessen Amtsnachfolger Geh. Arckffvrat Dr. Reimer und Professor Dr. Brackmann, beide in Marburg, in den Vorstand eingetreten. Als Stifter ist der Korn Mission bei getreten die Dr. Joh. Friedr. Böhnrer'sche Nachlaß-Expedition in Frankfurt a. M., außerdem hat die Stadt Marburg einen Zuschuß von 1000 Mark für den Band Marburg der „Quellen zur Nechts- und Verfaiffungsgeschichte .der hessischen Städte" bewilligt. Die Jahresrechnung schließ: ab mit 7308.31 Mk. Einnahme und 5913.25 Mk. Ausgabe. Das Gesamtvermögen beträgt 10546.14 Mk., wozu noch der Bestand der zinstragenden Anlagen der Stifterbeiträge in Höhe von 2500 Mk. kommt. Der Bericht enllwlt ferner Mitteilungen über den Stand der wisfenschafttichen Unternehmungen, sowie ein namentliches Verzeichnis der vier Stifter, der 47 Patrone und der runb 100 Mitglieder. ** Gießener St a b t t h c a t c r: Die schöne Helena. Das gestrige, zweite Opcrcttengastfpiel verstärkte den guten Eindruck, den bas Bab-Nauheimcr Kurtheatcr bei seiner ersten Vorstellung hinterlassen hatte, nicht unerheblich. Das Wirken der Regie, die sich mit hingebenbem Eifer ihren Aufgaben unterzogen hatte, die Einzelleistungen und die Darbietungen des Chores waren insgesamt von einem redlichen unb erfolgreichen Streben nach einer schonen Einheit bestell. Die handgreifliche Komik mar ebenso gut ausgearbcitet toie die gesanglichen Teile, und alles machte den Eindruck eines temperamentvollen unb boch sorgfältig erwogenen Stils, dem denn auch die laute unb lebhafte Anerkennung nicht versagt blieb. Ms Paris lernten wir in Herrn Karel Gv t tfricd einen tüchtigen Sänger unb Darsteller kennen, der über achtunggebietende Mittel verfügt, aber doch mehr zur Oper als zur Operette hinznneigen scheint. Eine schärfere Artikulierung dürfte sich als lohnend erweisen. Herr Ähnelt, der auch die Regie führte, toar als Menelaus ganz ausgezeichnet. Sein Spiel toar voll seiner Abtönung unb durchgreifender Wirkung. Eine vortreffliche Helena, die Hoheit, An- imit und Schalkhaftigkeit zu einem hübschen Ganzen verband, Iteilte Fräulein Marie Koppenhöfer dar, die auch als Sängerin allen Anforderungen gerecht wurde. Als gut ausgeblldele Künstlerin erwies sich auch Frl. Winni Fischer, die die Rolle des Orest erst nachträglich übernommen hatte, unb mit ihrer schönen Stimme sehr viel Gefallen erweckte. Ms Kalchas glänzte Herr Georg Schmidt durch seinen trockenen, jeder Lage gewachsenen Humor. Ein feudaler Agamemnon war Herr R o t - teck, der sogar bas Einglas, von Spöttern auch.genannt: Ochsenauge, nicht vergessen hatte. Ihrer Maske wegen sind noch die in Nebenrollen beschäftigten Herren Grosser, Ajax I., Bren- necke, Achilles, unb Paul Gerhardt, Ajax II., zu erwähnen. Tie tlapelle, die von Herrn Karl Nähren zielsicher geleitet wurde, entsprach ebenfalls allen billigen Anforderungen. ** Gottesdienst für Taubstumme. Der auf den 29. Juni angesetzte Gottesdienst für Taubstumme mußte besonderer Umstände halber auf den 6. Juli verlegt werden. Nach dem Gottesdienst am 6. Juki, der vormittag^^ um 11 Uhr stattfindet, ist ein gemeinsames Mittagessen und Spaziergang. Anmeldungen zum Essen und zur Erlangung von Ausweisen zur Fahrpreisermäßigung sind alsbald an Oberpfarrer Müller in Lauterbach zu richten. •* Besitz wechsel. Das Etablissement Windhvf bei Heuchelheim ist für 56 000 Mk. an den Restaurateur Ehr. Menz aus Chemnitz verkauft ivorden, der das Besitztum bereits übernommen hat. ** Das 1. Reserve-Jnf.-Reg. des 18. Armeekorps trat auf dein neuen Truppenübungsplatz im Spessart bei Bad Orb zu einer 14tägigen Hebung zusammen. Aus dem aktiven Dienststanbc sind zu dein Regiment konunanbiert: Oberstleutnant Trausstlbt uoin Stabe bc5 Regiments 80, als Bataillonsiührer bie Majore Klein vom Regiment 87, Schmierz vom Regiment 115 unb v. Struensee vom Regiment 116, als Konipagnieführer sinb je sechs Hauptleute von ber 21. und 25. Division zu dem Regiment konunanbiert. Aus beiu Beurlaubten-Siaube sind von jeder Division (21. und 25.) je 18 Oberleutnants ober Leutnants, sowie bie entsprechenbe Anzahl Unteroffiziere und'Mannschaften der Reserve unb Lanbivehr einberufen. Tas Res.-Jnf.-Reg. ist ber 41. Jnfanteric- Brigabc in Mainz unb ber 21. Division in Frankfurt a. M. unterstellt. Regiment 80 kleidete die 1.—3. Kompagnie, Regiment 81 bie 4.-6., Regiment 87 die 7.-9., Negiment 88 die 10.—12. Kompagnie ein. ** Der Akademische Dür erbuu d plant für Samstag nachmittag den 5. Juli eine Freilichtaufführung von Goethes „Iphigenie" im Philofophenwald und hat für diefe Veranstaltung hervorragende Kräfte gewonnen. In der Titelrolle wird Frll Frida Eichelsheim vom Kgl. Hof theater zu Wiesbaden gastieren. Es ist müssig, heute noch ein Wort zur Rechtfertigung von Frellichlaussührunigen zu sagen. Wer hätte nicht schon von den Naturtheatern zu Her teuft ein bei Luzern, am 91er oberg zu Wiesbaden u. a. gehört, deren Ruf iveir über die Grenzen des engeren VatellanDcs hinausgedrungen ist? Viel von sich reden machten aucki eine Braunschweiger Ausführung von Wallensteins Lager (1905 s und die Aufführungen zar Köthen i. A. (1909), Veransbal ' hingen, die vom „Dürerbund" ins Leben gerufen w-orden sind. So gedenkt der Mademische Dürerbund auch Gießen ein solches Schauspiel zu bieten, das um so mehr der Beachtung wert ist, als sämtliche ausübende Kräfte tüchtige Künstler sind. Einzelheiten werden noch veröffentlicht. Landkreis Gieszen. ü. Klein-Linden, 24. Juni. Ein Landwirt stürzte vom Scheunengerüst und zog sich erhebliche Verletzungen zu. — Wi e s e ck, 23. Juni. Mittwoch, den 25. Juni, abends 9 Uhr, findet Gemeinderatssitzung mit folgender Tagesordnung stall: 1. Die Neuorganisation ber Krankenkassen, hier die Auflösung der Gemeindekrankenversicherungen. 2. Straßenbahn Wieseck—Gießen, hier Schreiben des Herrn Oberbürgermeisters der Stadt Gießen. 3. Verkehrswesen. 4. Nachträgliche Genehmigung von Rechnungen über verschiedene Arbeiten. Der übrige Teil ist nicht öffentlidi. — Mainzlar, 23. Juni. Hier ereignete sich dieser Tage eine empörende Roheit. Als ein Herr aus Gießen, abends um 10 Uhr von ber Jagd iu den Ort zurückkehrtc, horte man einen Schuß unb gleich darauf ein yerzzerreißeubes Huubegejammcr. Als mau zur Stelle eilte, gewahrte inan, baß der tapfere Waid- mmin auf zwei kleine spielenge Hündchen geknallt hatte, unb zwar in bet Nähe zweier Frauen bie glücklicherweise mit den Schrecken bavon kamen Las eine Hünbchen würbe schwer verletzt. Wie ber Herr behauptet hat et sich bent kleinen Hünbchen gegenüber in Notwehr besimben, ba es nach seiner Hose gesprungen sei. k. Muschenhciui, 24. Juni. Goldene Hochzeit feierte in bester Nüstigceit das Ehepaar Johannes Reif. Kreis Büdingen. e. Büdingen, 24. Juni. Wegen andauernder Miß^ erfolge beabsichtigen bie Weinbergbesitzer ihre Neben auS- zuroden und die Bergabhänge mit Ob st bäum en zu be- pstanzen. Damit würden die letzten oberhessischen Wingerten vcrsckwinben. H. Bübingen, 23. Juni. Die auf heute nachmittag 4 Uhr einbcrufcnc Gemeinberatssitzung war beschlußnnfälng. Aa- wefeitb waren nur Bürgermeister Fendt, BeigeorLmeter Dotter, (hc: meinberat Schulz, Schäfer, Keil, Rullmann, Klein, Mcchfessel unb 'Hinkel. Die übrigen Mitglieder fehlen teils entschuldigt, teile; nnentschuldigt. Um den Geschäftsgang der Bürgermeisterei nicht allzufehr aufzuhalten, wirb beschlossen, wenigstens die brin- genbcn Puntte ber Tagesorbnung zu beraten unb barüber zu bc schließen. Genehmigung soll von den übrigen Mitgliedern nachträglich eingcltolt tocrbcit. Die Pläne zur E r r i ch t u n g_ e i » c r Leichenhalle liegen vor. Ter Bau ist bereits beschloffen. Einigermaßen erstaunt ist man, baß, in ben Plänen auch zugleich bie Errichtung einer Wohnung für ben Friebhossgärtner und Totengräber vorgesehen ist. Der besonbercn Verk^iltnisse halber kann der Gemeinberat hier die O^nchmigimg nicht sofort geben. Tie Lcichenlwllc wirb auf stäbtische Kosten erbaut, der jetzige Friedhof ist aber Eigentum der Prünienz und wirb von dieier Stifhmg verwaltet unb auch ber betreffende Totengräber van biefer angestellt. Tie Stabt kann ihn nicht zwingen, bie Woh nung über ber Leichenhalle zu beziehm ober ständig darin wohnen zn bleiben. Es sollen deshalb mit bet betreffenden Verwaltung Verhanblungen eingeleitet werben, ob die Miete der Wohnung von ber Stiftung übernommen toirb. Gleichzeitig verlangt der Gemeinberat Kostenporanschlägc über ben Bau bet Leicheiihall^ mit unb ohne Wohnung. — Bon ber Ebaussierun g b c 4 JunkernhoswegeS wird abgesehen und mir die Errichtung fein, so waren i#, wiedergewählt. bei 13712 Die Helenenquelle ist die Haaptquelle Wildungens und steht altbewährt bei Nieren- und Blasenleiden, Harnsäure and günstigen Natron- und KaikgehalU 1912: 14327 Badegäste u. 2245831 Flaschen versand. — Za haben in allen Apotheken a. Drogerien. Knochenbildang von hoher Bedeutung. Solche Kinder gedeihen wirklich, bereit Ernährung und 23er» attunn durch Restle s Miiibcrmcbl geregelt ist. Erhältlich in Avotbeken A k a d e m i s ch e kann als eine setzang einzig in der Welt da. Daher ist Vorsicht gegen- Mitteln geboten. Schriften frei durch Fürstliche Wildunger Mineralquellen A.-G., Bad Wildungen. Ein spanisch-marokkanischcr Kampf. Madrid, 25. Juni. Wie der Kriegsminister bekannt gibt, hat gestern zwischen einer Abteilung des Generals Sylvestre und Marokkanern des Charostammes ein Kampf stattgefundcn. Die Marokkaner wurden unter großen Verlusten zurückgcschlagen. Die Spanier hatten zwei Verwundete. Ans der Rückkehr der Kolonne nach Arzila wurde ein Artillerieleutnant durch eine verirrte Kugel verwundet. Madrid, 25. Juni. Wie aus Tetuan amtlich gemeldet wird, zogen die Feinde zahlreiche Kontingente zusammen und griffen die Spanier an. Auf spanischer Seite wurden 3 Offiziere und 3 Soldaten getötet, 5 Offiziere und 48 Soldaten verwundet. — Auch bei Larasch wurden Gefechte geliefert. Es fielen 2 Leutnants und 4 Soldaten. Der Feind ließ 27 Tote zurück. * Paris, 25. Juni. In Lorient fuhr ein Auto in eine Prozession. 5 Kinder wurden schwer verletzt. Almeria (Spanien), 25. Juni. Vier Stiere, die zur Arena geführt werden sollten, entkamen, und verletzten mehrere Personen sehr schwer. Ein Greis ist bereits gestorben. Drei Stiere wurden wieder eingefangcn, einer stürzte ins Meer. Heffen-Rafsau. — Marburg, 24. Juni. Auch das 5. Festfpiel, Frank Wedekinds .Erdgeist", der Löscharbeiten als Leiche im Brunnen gesunden. Man nimmt an, daß der Knabe von dem Brandstifter in dem Brunnen ertränkt worden ist. 'Mord aus der Straße. Aus Metz, den 23.Juni wird gemeldet: Wie die ,Lothringische.Zeitung" ans Hagendnlgen meldet, gab gelten» abend der Arbeiter Oltmann ans der Siraße ohne jede Veranlassung mehrere Schüsse ans die Gebrüder Körner ob; einer der beiden, ein 24 Jahre alter Mann wurde so schwer getroffen, daß er nach wenigen Minnte» starb, der andere erhielt einen Schuß in ein Bein. Der Täter wurde später verhaftet. * Bluttaten eine- Wahnsinnigen. Aus OhligS, 24. Juni wird gemeldet: Der Fabrikarbeiter Hampel ermordete in der vergangenen Nacht seine Frau und seinen zweijährigen Sohn, indem er beiden mit einem Rasiermesser die Kehle durchs chnttt. Sich selbst öffnete er dann die Pulsadern, schnitt sich die Kehle durch und stürzte sich aus dem Fenster der im zweiten Stock gelegenen Wohnung. Er soll die Tat im Wahnsinn begangen haben. ' Opfer der Niagarafälle. Aus Niagara wird gemeldet: Zwei Kinder im Alter von 9 imb 10 Jahren bestieget» ein Boot, das etwa 100 Nieter von den Fallen verankert lag. Plöglich rissen die Kette»» und das Fahrzeug schoß mit rasender Schnelligkeit die Niagarasälle hinab, ohne daß c5 gelang, Hilfe zu bringe»». 'Unfall aus einen» T ru^» p e n ü b u n S v l a tz. 9lm Montag explodierte in einer Schießvlatzbaracke a»>s den» Truppenübungsplatz rnehrere von einen» frühere»» Truppenteil zu- rüdgcblicbrite in den O. I»» der Münch. Med. Wochenschrift berichtet Dr. S»»l t a n - K i e I über einen Kranke»», der wegen einer Sch»vell»mg am Halse operiert wurde. Bei der Operation sand nian eilten 70 <5 schweren Cchranbenbolzen. Es stellte sich nm» heraus, daß der Patient vor ß Jahren beim Schießen mit einem Mausergewehr einen Unsall erlitten halte. Tas Gewehr »var bei einem Schuß geplatzt »mb Halle den» Halse des Palieuteii eine angeblich ga»»z kleine Wunde beigebracht, die damals »1» 8 Tagen vollständig geheilt »var. Die sehr kleine Worbe ist kann» noch zu sehen. Da in den ganze»» 6 Jahrei» keine Beschwerden ausgetreten »uaren, hatte der Kranke diesem Boriall so ivenig Beachtung geschenkt, daß er den» Arzt überhaupt nichts davon angegeben batte, so daß die jetzige Schivellung am Halse lür eine Triisenerkranlung geha(ten werden konnte. Kreis Friedberg. I,. Friedberg, 24. Juni. Heute mittag zogen die Lchülcr de§ hiesigen Technikums unter den Klängen der Militärmusikschule nach dem Offenheimer Wäldchen, um dort Amtlicher Wetterbericht. Wetteraussichten in Hessen für Donnerstag, bei» 26. Juni 1913: Abnehmende Bewölkung, meist troden, etwas wärmer. Letzte Nncl,richten« Serbien und Bulgarien. Sofia, 25. Juni. Wie von maßgebender Seite mitgeteilt wird, muß Serbien seine Antwort betr. den Vertrag und das Schiedsgericht direkt an Rußland geben, da Serbien und Bulgarien nicht mehr direkte diplomatische Verhandlungen zu führen haben. Bulgarien hat seine Ant- ivort, sowie sein Memorandum über die strittige Zone in Petersburg bereits übergeben. Serbien muß seinerseits bis morgen antworten, andernfalls der K'rieg unvermeidlich ist. vermischter. 'Brandstiftung und Mord. Aus Kalmar (Posen) »virb gemeldet: In Jankendors brannten in Abwesenheit des Eigentümers der Stall und die Scheune des BauerngutsbesiherS Richter nieder. Ter 13jahrige Sohn Richters wurde während Hankel, Neuen Bäae 7 MigkSE'LL Prof. H»> .GrunwaldsEnt baarnuaopulv. Tos. M. 1.50. Pelik. 2lpo:h., Kreuzvl. V-r-a Achtung! tag aui d Markt schöne rhein. friuuerkirächen, zu»»» Ein machen Vill.z-Berk. Ter rhein. CbitbbL Ant. Lchucider."" es doch wieder künstlerisch vollendete Leistungen, die geboten wurden. 91 in meisten interessierte Gertrud Eysolbt vom Deutschen Theater in Berlin, die als ,Luln" zweifellos dem Stuck zu seinem Erfolge verhalf. Von den übrigen Darstellern verdient Herr Stie fe»»h oscr genannt zu werden, der als Maler Schwarz »nieder hohe künstlerische Begabung verriet. Trefflich war ferner die lebenswahre Verkörperung des Dr. Schön durch Herrn Direktor Sieger, der auch für die Besetzung der Nebenrollen geeignete Vertreter gefunden hatte. — Für Montag, den 30. Juni, ist Henrik Ibsens Lustspiel „Die Komödie der Liebe" mit Fräulein Maja Reubke vom Frankfurter Stadttheater als Gast vorgesehen. [J Marburg, 24. Juni. Gestern wurden hier zwei Angehörige des Jnfanterie-Negiments Nr. 88 aus Mainz eingeliefert, die in ihrer Heimat Mornshausen bei Gladen» bach sich, ohne Urlaub zu haben, aufhielten. Ein Jägerkommando brachte die beiden nach Mainz zurück. d. Frankfurt a. M., 24. Juni. In der heutigen Stadtverordnetensitzung mürbe der neugewählte Bürgermeister Dr. Luppe durch Oberbürgermeister Vogt in fein Amt eingeführt. h. Höch ft a. M., 24. Juni. Der 32 jährige Schlosser Paul Fritsch stürzte sich gestern abend in selbstmörderischer Absicht in den Main. 9llle Rettungsversuche schlugen fehlt. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. h. Frankfurt a. M, 23. Juni. Die Zahlungsschwierigkeiten der Immobilien-Administration Bauer und Wiesbader, Kaisersttaße 65, sind derart gras:, daß ein Konkurs unvermeidlich sein dürfte. Tie Verbindlichkeiten der Firma sollen sich auf 19 Millionen a r t belaufen, denen Aktivwerte in Höhe von etwa 15 Millionen gegenüberstehen. Es ist auf einen Ausfall von 4, vielleicht auch .7 Millionen Mark zu rechnen. Hauptgläubigerin ist die Thurgauische Hypothekenbank, die der Firma nicht weniger denn seck)s Millionen Mark für Hypotheken zur Verfügung stellte. h. H 0 fhcim , 24. Juni. Seit lieute vormittag haben alle hiesigen Bauarbeiter über sämtliche Betriebe den Boykott verhängt. Tilg!. von morgen510 Uhr ab srWMtnen Mgcl sowie irii^cpjliitftt Brittan tScricfcufaal, d. Bad Homburg v. b. H., S4. Juni. Vom Frank- f u r l e r Schwurgericht rombe beute nach »leimstünbiger Ver- hanblung der hier geborene Kutscher Peter Schmidt ivegeu Totschlags z 11 3 Jahre»» »1 n b 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Schmidt halte, obivohl er verheiratet war und Baier dreier Kinder ist, mit der hier »vohnbaften Kellnerin Elisabeth Joerns aus Brannschiveig ein Berhältnis angeknüpft. Als alle seine Versuche, sich aus dem Bann dieses Mädchens zu befreien, fehlschlugen, erschoß er cs während der Nacht vom 18. zun» 19. März im Schlaf. Tas Gericht billigte dem Angeklagieu mildernde Umstände im »veiteslen Maße zu, da et die Tat unter den» Einfluß des Alkohols und in» Affekt beging. Auch der Staatsanwalt appellierte in seinen» Plaidoyer an die Milde ber Geschworenen. Schmidt »»ahm die Strafe sofort an. Färse bringen ist sie auch dorn Zuckerkranken wegen ihres in erster Linie zu empfehlen. Für werdende Mütter und Kinder in der Entwicklung ist sic für die E weiss. Aach den neuesten vorzüglich gelungene Aufführung bezeichnet »verden. Mag man über das Stück selbst geteilter Meinung dort aus ging es über die Straßenbrücke nach Mainz auf das bereusrehende Sonderboot Soer-Stolz. Um 9 Uhr begann die Abfahrt nach Rubenheim. Hier wurde mit der 3abnrabbaln» nach dem Niederwalddenkmal gefahren. Kreis- rat Schliephake hielt eine Ansprache an die Versammel ten und bradire ein Hurra aus. Alsdann fand eine photographische Aufnahme der Teilnelnner statt. Von Rüdcsheim wurde die Weiterfahrt mittelst des Sonderbootes nach St. Goar fortgesetzt. Eine Musikkapelle spielte auf der ganzen Fahrt. Das Mittagessen fand auf dem Boot statt. In Li ohxir marschierten die Teilnehmer unter Voran tritt ber Kapelle in geschlossenem Zuge nach der Ruine sels, von wo aus man einen reizenden Anblick hatte. Von hier aus wurde die Rückfahrt vorgenommen, wobei auch tüchtig getanzt irurbc. Gegen 9 Uhr kam das Boot ,in Mainz an, von wo alsbald hochbefriedigt die Heimreise angetreten wurde. Bad-Nauheim, 23. Juni Ten» Andenken Richard Wagners roerben die drei ersten Julitage gewidmet fein. Am Dienstag, dem 1. Juli, abends 81 , Uhr findet im Neuen Konzert- haus ein R i ch a r d W a g n er Konzert der Kurlapelle statt unter Mitwirkung der Kammersängerin Ellen Bel Kvpcn. Hagen und unter Leitung des Professors Hans Wiuderstetn zu vvllstümliclcn Preisen. Für Dienstag, den 2 Juli, ist ein Rofenfeu festgesetzt zu (1:breit Richard Wagners und zum Besten btlfsbedürftiger deutscher Musiker. Auf der Kurhaus terrasse ist Doppellvnzert der Kapelle des Gardedragoner Regck »nentS Nr. 23 Darmstadt und der Militärmusiksthule Friedberg: eine Anzahl Tarnen ber Gesellschaft haben danlenswerterweise den Verlauf der Rosen übenummen. ?lber»ds ist bei günstiger Witterung I l l u mination des K u r h a n s e s. Donnerstag, den 3. Juli, ist der S^ttf der Feier des Richard-Wagner^-Festes, großes 9i »dar d Wagner K ankert im N.uen >' utzenbuis, ausgeführt i on ber Kup!ape»le unter Leitung des Professors H a n s Minder st ein und unter Mitwirlung der Kammersängerin Ellen B e .4 Kopenhagen und des Kammersängers Walter K1 r d h 0 i i von der Hofoper Berlin. 1. Butzba ch, 24. Juni. Heute stürzte bei einer Dachausbesserung am Johanniterkrankenhaufe Niederweisel Herr Schorusteinfegermeister Brüchner von hier ab und erlitt schwere Verletzungen, so daft er längere Zeit im Kranken- hause verbleiben muß«. Ii. Vilbel, 23. Juni. Bei einer Teilnahme fast aller Wahlberechtigten »vurde heute die Wahl eines Bürger- 111 e i |‘l c r6 vollzogen. An Stelle des bisherigen Bürgermeisters Eduard Mühlschwein wurde der St a d t se kr etär Adam Berg mit einer Mehrheit von 107 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Für ihn traten im letzte»» Augenblick die Sozialdemokraten geschlossen ein. Der bisherige Bürgermeister Mühlschwein stand 18 Jahre an der Spitze Vilbels. mit Brut, vernichtet radikal RadercachersGoldgelst.^*1}1' geschützt Nr. 75198. Gcruch- u. farbloe. Reinigtd. Kopfhaut v. Schuppen, beförd. d. Haarwuchs, verhüt. Zuzug v. Parasiten. Wichtig für Schulkinder. Tausende v. Anerkennungen. Fl. ä Ml— u. 0.50 in den Drogerien und Apotheken. Depot: W. 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'lissement Windhof bei den Restaurateur Ehr. n, der das Besitztum bc- ^^breiten er Wen Fußsteigs beschlossen. - 7°’, 3 uHy 4 trerben iwncn Fehlen des Bausad; erftänbigeir ver 0n g d e r B e r g 5 l> 0 t, l e, eines schmalen b ?CT9' sit. längst beschlossen. Der Weg b Uod,-4 einiger Gemeinderate in dem denkbar " Alande. Der Bürgermeister befürwortet die gesamt'. ?^rwv?\Tr> r "7 C9£l Würden sich auf etwa 5000 brs bOOO Mark belaufen. Da aber nur 1000 Mark zur Verfügung stehen, emDfieblt er, bie Mehrkosten auf mehrere Jahre zu ver Gemernderat Methfesicl und Klein uuterftüP-m diese An- fidlt. Tic übrigen Gemcrnderatsmitglieder schrecken aber o?r etner abermraligcn Kapitalaufnahme in dieser Höhe xnrück. Bei geordneter 4/ottcr ist der Ansicht, daß man dem dringenden B durfnls ganz gut abhelfen könne, wenn man vorerst die sästechtesten Stellen des Wegs heritellt, dies sei mit dem vorgesehenen Bctcag erreichen. Vor Beschlußfassung findet noch eine Bestchttgung statt. — Die H e r st e l l n n g des Seewegs wir!? vertagt, weil sich die fürstliche Nentkammer über einen Beitrag zu den Ztostcn nock) nicht geäußert bat. — Dar Verein für Krankenpflege in Büdingen hat die Erbauung eines s chw e st er nHauses beschlossen und suclst um Einfüllung der .Kanal-, Waner und Gasleitimg auf Kosten der Stadt nad Ter Gemcinderat ist in seiner Mehrheit nurdtveg der Ansicht, das; der Bau des Hauses nicht nötig qrmefen sei, da in der Stadt genügend Wohnungen für die Schwestern vorhanben sind. In Anbetrackrt, daß die jetzt eingerichtete Krankenpflege eine Wohltat für jeden Bewohner der Stadt, ob arm oder reich, sei und sie gennß niemand mehr missen möge, beantragt Gemesirderat Hinkel, dem Gesuch stattzatgebcn. Die Abstimmung ergibt eine Mehrheit für den Antrag Hinkel. — Der Prözeß der Stadl Bü d t n g e n gegen den A u f s i ch t s r a t der Z u ck e r s a b r i i Büdingen in Stockheim ist vom Sberlandesgericht zu Un gunjten der Stadt cnrschieoen worden. Es sind durch diesen Prozeß nahezu 900 Mark Kosten entstanden. Um den Rechts loeg bis an das Reichsgericht zu verfolgen, müßte, da sich die gesetzlickten Voraussei,ungen hierfür inzivischen geändert haben, der Prozeß wieder bei der unteren Instanz anhängig gemacht werden. Der ReckstÄreistand der Stadt rät in einem längeren Oäutacksten hiervon ab und enwsiehlt, die Akten burd» einen Rechts anwalt beim Reichsgericht prüfen und ein Gutadsten ausarbeiten %u lassen. Nad, Ansicht dem. Gcmeinderats Keil würde dies auch nneder 100 Mark .SLoftcn vcrursad.en. Bei der geringen Besetzung in der hetttiaen Sitzung wird von enrer Beschlußfassung abgesehen. — Der Voranschlag der höheren Mädchenschule in Büdingen für 1913 wird nadi Kenntnisnahme genehmigt. Tie Anstalt wurde am 15. Mai d. I. von 34 Schäle rinnen besucht. An Schulgeld gehen von diesen ein im Jahr 4024 Mark. Die Gyamteinnähme der Anstalt ist vorgesehen mit 5434 Mark. Denselben Bettrrg sieht audi die Ausgabe vor. — Zum Schluß wird für das Gesuch des Gastwirts Karl Jseßner, der imt Kon-ession für seine neu erbauten und erweiterten Wirts räume nachsuckst, die Bcdürfnisfragc ausgesprochen. h. Nidda, 23. Juni. Vom Kreisamt Büdingen wurde verfügt, daft der diesjährige Krcisfeucrwehrtag am 3. Augüst in nnserm Ort abgchalt'cn werden soll, und zwar für den gesamten Kreis. Kreis Alsfeld. — Si orndorf, 23. Juni. (Gestern hielt die hiesige Spar- und Darlehnskasse ihre ordentliche Generalversammlung ab'. Rendant Jäger erstattete die Jahresrechnung und teilte mit, daß die Kasse bei der Landwirtschaft!ichLn Ose nosscnsä)astsbauk in Darmstadt 4000 M7. an Aktien ver loren habe. Ter Verlust werde jedoch durch Al'schreibun-g' des Reservefonds und der Betriebsrücklage vollständig ge deckt. Der Reingewinn wurde dem Reservefonds ^ugeschrie-^ ben, so daß für dieses Jahr keine Dividende verteilt werden konnte. In den Vorstand wurden genuilstt I. Weift III. und H. Schmidt III. In den Aufsichtsrat wurden auf genommen Gg. .Hamel und Joh. Sck)rimpf. An Stelle des zurück getretenen Vorsitzenden K. Beck trat Wagnermeister Joh. Schrimpf. = Groß-Felda, 23. Juni. S t eu er i u ri o sum. Dic erstmalige Veranlagung zur Gemeindesteuer nach dem neuen Ge meindesteuergesetz hat neben Erfreuliäxm and) manche unlieb- saute Uccherrascljiung gebracht. So soll z. B. eine hiesige Sparkasse, die im Vorjahre 233 Mark Ojcmcinbefteucr zu zahlen hatte, nun- mehr 2731 Marl zahlen; das bedeutet eine Steigerung um fast 1100 Prozent, während zu gleirlzer Zeit der steuerbare Reingewinn von 6690 Mark auf 6287 Mark gesunken ist Daß nun von diesem Reingewinn fast die -Hälfte, statt dem Reservefonds, der Gemeinde zufallen soll, die mit der bet regenden^ Ka sse sonst in gar keiner Beziehung steht, muß direkt als ein Steuerkuriosum bezeichnet werden. Ob derartige „Steuersprünge", deren tret' Heerende Wirkungen sicher and) noch andere lassen treffen, von der Gesetzgebung beabsicktigt waren, oder ob ihre Mögliclckeit bei Beratung des Gemeindesteuergesetzes trotz der vorgelegten Probe veranlagimgen übersel-en wurde, mag dahingestellt sein. J-edev' falls tut hier Abhilfe dringend not, wenn nicht zu der Dor handelten Krisis des hessiscl^n Kassenwesens eine neue hin-utreten soll. Kreis Schotten. st. Schotten, 23. Juni. Die heute zur Beratung wegen Erweiterung ber So n n tag srnh-e versammelten Ladenbesitzer von Schotten kamen, nachdem aus ihrer Mitte mitgeteilt worden war, daft eine Beschränkung der Sonn- tagsvert'aufsKeit durch Reichsgesetz in aller Kürze erfolgen werde ,zu dem Beschlüsse, sich für Beibehaltung der seither besttmmten Stunden auszusprechen. st. Schotten, 23. Juni. .Heute wurde im Felde bei Eschenrod ein Mann, der wiederholt bei Weidemädchen nxtr und ihnen Schokolade usw. schenkte, durch den Polizeidiener Scharmann von Eschenrod festgenommen und hierher gebracht, da er im Verbackt steht, in Oberschmitten ein Fahrrad gestohlen zu haben. Rach Iden Ermittelungen handelt es sich um einen Mann ans Burkhards, wohnhaft zu Friedberg, der wegen 'verschiedener Diebstähle und Sittlichkeitsverbreckfen verfolgt iwird. Im Haftlokal im Rathaus zu schotten brach er aus, indem cr zwei Schlösser erbrach und durchs Fenster ins Freie gelangte. Dem Polizeidiener Faatz gelang es, ihn wieder festzunehmen. 1. Vom Vogelsberg, 24. Juni. In Stre bcnb orf wurde das bisherige OrtSoberhaupt K. Schmidt einstimmig es 18. Armeekorps hat Spessart bei Bad Orb s dem aftiüeii Dieiiststand: Cberftleulnant Traiisielb! Kaillontzführer die Major? vom Regiment 115 und - Koinpagnieüihrer sind je Division zu dem Regimen! stände sind von jeder Tivi- oder Leutnants, sowie du OMamischasten der Resem i.-Reg. ist der 41. Infanterie- i in Frankfurt a. M. unter- . Kompagnie, Regimenl 81 limeiit 88 die 10.-12. Ron? trerbund plant fit eine Freilichtauffihnm isophentvald und Hot für e Kräfte gewonnen, .r chelsheim vom Kgl. ix» es ist müssig, heute m Micht