Swett« Blatt Mittwoch, 27. August 1915 Nr. 200 163. Jahrgang Erscheint li-lich mit Ausnahme deS Sonntags. noch Der gemachte Vorschlag ist also ein privater Vorschlag, wie sie in juristischen Zeitschriften vor Monaten gemacht mit und kaum der wird tun. derselben Hal ftatr^annben. trilimgcn befördert werden. Tinge und solche, welche demselben Abteil verladen Materials beim Ein- und Tie „Oietzeaer SteiMenblättcr0 werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, baS „Kreisblatt (Br den Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die „candmirttchoftlichen Ml- tragen“ ^scheinen monatlich zweimal. achtet werden. Die Verbilligung.des Fra chtv c r k eh rs für weite Strecken ist nötig. Zur Feststellung der Züge, welche für die Versackung zugelaßen werden, sollen Mrlchhändler und Rotationsdruck und Verlag der Arübl'fcheu Universität- - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Dieben. Tie Milch mut in besonderen Ab- Es dürfen keineswegs übelriechende die Kannen bescchnutzen können, in werden. Auf die Behandlung des Umladen muß mehr als bisher ge- um ein durchaus klares Bild über die Vermögenslage einzelnen Zensiten zu gewinnen. Das auf diese Weise roonnene Material wird wieder eine wichtige Unterlage das Per mögens zu Wachssteuergesetz, das Redaktion, Expedition und Trurferet: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaklwn:^SH2. Tel.-Adr.:AnzelgerDtetzen worden sind. Die Frqge selbst ist noch ganz ungeklärt. Die Plenarberatungen haben gezeigt, daß keine Fraktion in I _____________ __ der .Ausführung von .Einzelheiten mit der anderen überein-1 Problemen Die Fragebogen für die Erhebung der einmaligen Wehrabgabe werden gegenwärtig im Reichsschatzamt gemeinsam mit den übrigen Aussührungsbestimmungen zu dem Gesetz über den einmaligen Webrbeitrag ausgearbeitet. Die Bestimmungen werden, so erfährt die „D. R.", vom Bundesrat voraussichtlich im Oktober erlassen werden, da das Gesetz bekanntlich am 1. Januar 1914 in Kraft tritt. Tie vom Reichsschatzamt ausgcarbeiteten Fragebogen werden eine wertvolle Unterlage für die Beurteilung des deutschen Rational-Ber- mögens bilden. Tie Fragestellung wird, beit Bestimmungen des Gesetzes entsprechend, äußerst sorgfältig vorgenommen. der Ausschuß Der Gebär-Streik. „Der Gebärstreik" war das Thema einer von der Berliner sozialdemokratischen Parteileitung nach der Reuen Welt in der Berliner Hasenhcibe einberufenen großen Volksversammlung, die so stark besucht war, daß kurz nach Beginn der Saal wegen UcbcrfüIIung von der Polizei gesperrt werden mußte. Es war von sozialdemokratischer Seite mund gerecht gemacht worden, daß die Genossen „als revolutionäre Karnpscswasse den Gebärstreik inszeiiieren müssen", und daß die Einschränkung der Geburten auf eine Linie zu setzen sei mit dem politischen Kampf auf Erringung sozialer Reformen und mit b' i Tätigkeit der Gewerkschaften in Bezug auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, sowie zur Bekämpfung des Militarismus dienen werde. Zuerst kam die bekannte Sozialdemokratin Klara Zetkin zu Störte. Sie bezeichnete die Empfehlung des Gebärstreikos als eine „Quacksalberei" und wandte sich aufs schärfste gegen die sozialdemokratische Verteidigung der Geburtenbeschränkung. Es sei unsinnig, wenn behauptet werde, je weniger Proletarier geboren würden,' desto weniger Arbeiter wären vorhanden und desto höher müßten die Löhne steigen: denn dann werde der Unternehmer eben zu einer noch mehr Arbeiter sparenden Vervollkommnung der Technik schreiten, oder die hier im Inland fehlenden Arbeiter aus rückständigen Ländern, etwa aus China oder Indien, holen. Weiter werde der Gebärstreik den Sozialdemokraten empfohlen unter der Tevise: ..Wir geben dem Militarismus keine Soldaten mehr." Auch diese Begründung sei Unsinn.' Für den gegenwärtigen Kampf gegen den Militarismus nütze der Gebärstreik ohnehin nichts, denn er trete erst in zwanzig Jahren in die Erscheinung: aber man sehe den Unsinn auch in Frankreich, daß die Regierung, wenn die Zahl gesunder Nachkömmlinge infolge der Geburtenbeschränkung immer geringer werde, die Tauglichleitsgrenze einfach herabsetze und zur Verlängerung der Dienstzeit schreite: der Gebärstreik würde also auch auf diesem Gebiete eine Waffe sein, mit der sich das Proletariat selber treffe. Als zweiter Redner trat Dr. Moses auf, einer der Begründer des Schlagwortes vom Gebärstreik, der unter Berufung auf Bebel und Kautskn und von feinem Standpunkt als Arzt aus den Gebärstreik der Arbeiterfrau empfahl, denn der Kinderreichtum im Arbeiterhaus sei die Quelle von Not und Elend und Tod und Sterben. Dann trat die bekannte Sozialdemokratin Luise Zietz auf. Sie meinte, wenn die Sozialdemokraten erst aus dem Stand- punlt ständen, daß dem Gegenwartsstaat kein Soldat und kein Arbeiter zu gewähren sei, so könne ein anderer aufstehen und den Gedanken zu Ende denken und eines Tages behaupten, der Kapitalismus und der Militarismus seien am besten dadurch zu zerstören, daß sich die sämtlichen Arbeiter aufhängen, denn dann gebe es weder Menschenmaterial für die Fabriken noch für die Ma fernen. Wenn man Malthusianer sein wolle, dann solle man damit nicht die Sozialdemokratie verguickm. Der Zehngebote-Hoffmann trat an die Seite der Klara Zetkin und der Luise Zietz. Auch die Rosa Luxemburg bekämpfte die Losung des Gebärstreikes und nannte sie einen Appell an die Oberflächlichkeit, Dummheit und Denkfaulheit. Nachdem die Erörterungen stundenlang gedauert hatten und sich hierbei tue Männer zumeist für die Losung des Gebärstreiks und sich die Frauen in der Mehrzahl dagegen ausgesprochen hatten, wurde Vertagung auf nächsten Freitag, wo im selben Saal eine neue Versammlung abgehalten werden soll, beschlossen. der ge- für im Die Entschließung wurde angenommen. Hieraus wurde die gestern unterbrochene Aussprache über daS Reichsmilchgcsetz die Milchkontrvlle und .Konzesnonicrung dcS MilchverkausS fort- gesetzt. Es gelangte folgende Entschließung zur Annahme: „Ter Verbandstag des Verbandes beim(bn Milchhändler Vereine stellt nach wie vor die Forderung auf Einführung cineS ReickismilckigesetzeS, dessen wesentlicher Veitond eine wirk amc Kontrolle der Milch an der Preduliionsstäuc sowie .uiheitliche und gerechte Regelung der Frackubestimnsttngen für sämtliche an der Milchver'orgung beteiligte Gruppen sein muß, da er nur Inertn die Möglichkeit erblickt, die Milckwen'oraimg Tcutschlands in bugic- niidxr Beziehung dauernd und nackbaltig eimvandsrei zu gestalten. Ter Lierbandstag schließt sich den Bc 'trebungen des übrigen Nahrungsmittelgewerlies auf Schaffung eine > Nahrungsmittel- beirats beim Gesundheitsamt an, der zur Hälfte aus Vertretern des Nahrungsmittelgewerbes bestehen soll. Tic vom Kaiserlichen (Gesundheitsamt »orberriieieu Entwürfe sollen zu Festsekungen über einzelne Nahrungsmittel, zu welchen auch die Milch gehört, dienen, unb als oberste lvntachten von den Gc-rick'ten herangezogen wecken. Ter Berbandstag ist der Ansick t, daß diese Festsetzungen ftlr die Beurteilung der Nabrungs- mittel grundlegende Beteurung haben 2ic sollen ohne di Beweiserhebung zu beschranken, in einer Weife zur Turck'führung kommen, tic es ermöglicht, den Fortschritten pes Nahrnngsmittel- getverbes, besonders auf technischem und dvmisdrem Gebiet, v>ll und ganz Reckmung zu tragen. Ter VerbandStag betont scküieß- lick, daß auch das Nabmntzsmittelgesetz von 1879 in verschiedenen Punkten reformbedürftig ist. Bei jeder amtlichen ^Probei-ntttaluiic ist er Gegenprobe obligatorisch einzuführen nickt mehr den amt lickten Anstalten zuzuführen. Ter Verbands''g beauftragt den Vorstand, alle SdTritte zu tun, um die 'Durch- fülwung der vorstehenden Forderungen zu erreichen. polififdtc Lagerschau. „Freiheit, die ich meine!" Man schreibt uns: Durch die Blätter ging dieser Tage die nicht uninteressante Mitteilung von einem Konflikt zwischen dem sozialdemokratischen badischen Abgeordneten Geck u. deren Redakteur des sozialdemokratischen „Karlsruher Volksfreunb". Der Abgeordnete hatte sich in auswärtigen Blättern seiner Partei sehr darüber entrüstet, daß die Karlsruher Redakteure Mit glicdcr des dortigen Vereins „Karlsruher Presse" sind, also auch mit dem „bürgerlichen Kollegen" an einem Tisch zusammen säßen. Als Antwort auf diese Anzapfung machten die Redakteure des sozialdemokratischen Blattes in sein iro nischcr Weise darauf aufmerksam, daß sich der Abg. Geck mit Vorltebe „Alter .Herr" der durchaus im nationalen Hurrasahrwasser segelnden Burschenschaft „Teutonia" nennt und stolz auf diese Zugehörigkeit ist, dies auch in Wort und Schrift betätigt hat. Ganz ähnlich, wie in Baden, liegen auch bei uns in Hessen die diesbezüglichen Verhältnisse. Auch hier ist den sozialdemokratischen Redakteuren nicht gestattet, einer bürgerlichen Berufsvereinigung anzugehören, während verschiedene sozialdemokratische Abgeordnete stolz darauf sind, die Farben akademischer Verbindungen tragen zu dürfen. So ist z. B. der Mainzer Reichstagsabg. Tr. David Alter Herr der Reformburschenschaft „Arminia" in Gießen, und daß er mit besonderem Eifer und Jnteressß dieser bürgerlichen Kreise den Kommilitonen angehört, beweist der Umstand, daß er erst vor einigen Jahren gelegentlich des Stiftungsfestes die Ziele dieser Burschenschaftler als Redner feierte. Noch interessanter aber ist die Stellung des sozialdemokratischen Landtagsabg. Dr. Fulda als „Alter Herr". Er gehörte nicht nur als ein sehr eifriger „aktiver Bursch" dem Korps „Teutonia" in Gießen an, sondern war auch stylz darauf, nach dem von ihm selbst bezeugten Wechsel seiner politischen Gesinnung Alter Herr der „Teutonia" zu fein--bis er anfangs dieses Jahres aus deren Listen gestrichen wurde. Diese Streichung hat nun aber Herrn Fulda sehr verschnupft. Er hat dagegen Protest erhoben und, da dieser nichts fruchtete, jetzt einen feiner Berufskollegen im Landtag beauftragt, gegen das Korps „Teutonia" beim Landgericht Gießen Klage auf A u f b e b u n g b i c f e r Ausschließung zu erheben. Aus den Ausgang dieses Prozesses, darf man einigermaßen gespannt sein. Einstweilen aber kann sich Dr. Fulda noch mit der Hoffnung tragen, durch die Hilfe des bürgerlichen Gerichts in den Kreis der akademischen Bürger wieder zwangsweise ausgenommen zu werden und, mit Korpsband und Culeurmütze geschmückt, den akademischen Angehörigen der so oft von ihm und seinen Parteigenossen geschmähten bürgerlichen Gesellschaft die Hand drücken zu können. Jahre 1916 zur Ausführung gelangt. Die Fragebogen werden im Januar ausgegeben und im Februar zugestellt werden. Drei Monate nach der Zustellung muß das erste Drittel des Wehrbeitrages bezahlt fein. Bis längstens Mai 1914 wird daher das erste Drittel des Wehrbeitrages eingegangen fein. Ta der Kassenschluß für daS verflossene Etatsjahr erst am 20. Juni erfolgt, werden daher sämtliche Eingänge aus dem Wehrbeitrag noch auf das Jahr 1913 ausgerechnet werden. Der Heeresverwaltung steht aus den einmaligen Ausgaben der Heeresvorlage für 1913 eine Summe von 425 Millionen Mark zur Verfügung. Die Heeresverwaltung hat unmittelbar nach der Verabschiedung des Gesetzes große Bestellungen gemacht, die zu Ende dieses und zu Anfang nächsten Jahres bezahlt sein müssen. Um die notwendigen Mittel flüssig -u machen, ist mit der Begebung eines großen Postens Schatzscheine zu rechnen. Ter Schatzanweisungskredit beträgt 600 Millionen Mark, und von dieser Summe sind bisher nur für 68 Millionen Schatzscheine ausgegeben. Heber die Zusammensetzung und Zuständigkeit des geplanten Reichstagsgerichtshofs für Wahlprüfungen war dieser Tage eine Meldung durch die Presse gegangen. Hierzu wird uns von einem Mitgliede des Geschäftsordnungsausschusses des Reichstags geschrieben: Die Meldung ist geeignet, ganz falsche Vorstellungen ;u erwecken. Vorschläge über die Zusammensetzung dieses Ge richtshofes sind im Reickrstagsplenum im einzelnen bei der Beratung des «Antrages Bassermann nicht gemacht worden. Materie dies bis Hauptversammlung der Sentrolocrbmtöcs für handel und Gewerbe. — Leipzig, 25. Ang. Unter Teilnahme von über 400 Delegierten aus ganz Deutim- land begann heute die 26. ockentlickw Hauptversammlung des Deutschen Zentralverbandes für Handel und Gewerbe, die zugleich als eine Jubiläumstagung anzusehen ist, da der Verband vor 25 Jahren gegründet wordey ist Ter Vorsitzende Stadtrat Seifert (Leipzig) erössncte die Sitzung mit einer Begrüßungsansmache, in der er ausführtc, der Verband wende sich besonders gegen die Warenhäuser, die auf den Handelshochschulen als ein Fortschritt gepriesen werden: das sei sehr traurig, man könne es aber nicht ändern. Ein Befähigungsnachweis für die Kaufmannsckxnt sei ivunschens- wert. Es folgten Begrüßungsreden. Hierauf fmach SvndikuS Tr. Fritz Ehrhardt (Leipzig) über das Thema: ,,25 Jahre der Arbeit — ein Rückblick auf die 25 jährige Tätigkeit und die Entwicklung des Zentralverbandes für Handel und Gewerbe". Handelskammerfvndikus Dr. Recke (Hannover) sprach über: „Kommunale W i rt s ch a s t s u n t e r n e h m u n g e n". Er führte u. a. aus, daß es heute wohl keinen Handels oder Ge- werbezweig mehr gebe, der nicht schon von KomMuncn betrieben würde. Nach der großen Dürre des Sommers 1911 habe man direkt nach kommunaler Lebensmittelversorgung geschrien. Ein Antrag gegen die Beschaffung von Lebensmitteln durch die Kommunen, sofern nicht eine außerordentliche Notlage vorhanden ist, wurde angenommen. Hierauf sprach Behn (Lübeck) über: „Ausbildung des )v eidlichen kaufmännischen Personal s". Es wurde dazu folgende Entschließung angenommen: „Der Deutsche Zentralverband für Handel und Gewerbe erblickt in dem öffentlichen faiifmännii'dxn Unterrichtsweien ein tüchtiges Mittel für die nötige Hebung der Leistungsfähigkeit des weiblickwn kaufmännischen Personals. Die Ausdehnung des Fortbildungsschulzwanges auf die weiblichen kaufmännischen Angestellten kann solange nicht ^utgeheißen ioerben, als für weibliche Angestellte nicht ebcni'o wie für männlicke eine ordnungsmäßige mehrjährige Lehrzeit eingesuhrt und nicht auch das gewerbliche weibliche Personal dem Fort- bildungSschulzwang unterworfen ist. Dagegen erfiärt der Deutsche Zentralverband für Handel und Gewerbe, schon jetzt tun jichst in allen Städten Tür weibliche Handelsangestellte geeignete öffentliche Fach- unb Fortbildungsgelegenyeit mit freiwilligem Schulbesuch einzurichten und hält in dieser Beziehung namentlich die Errichtung von einjährigen Harckelsvorschulen sowie von Verkäuferinnenschulen und -Kursen für wichtig." Es wurde noch ein Zusatzantrag König (Dessau) angenommen, in welchem die gesetzliche Lehrzeit für die weiblichen Angestellten gefordert wird. Hieraus sprach Stadtverockneter Junckersdorf (Dessau) über das Thema: „Das Konsumvereinswesen in Teutick» land, eine wirtschaftliche und politische Gefahr für das Rcich". Hierzu war von dem Verein gegen das Unwesen int Handel unb Gewerbe in Dresben folgende Entschließung eingebracht wordeit, die auch zur Annahme gelangte: „Der Zentralverbandstag erblickt in bem weiteren Wachsen der Konsumvereine, in dem Uebergang derselben zur Eigen- produkttoii und in der engen Verbindung der ft onfunw ereilte mir her sozialdemokratischen Partei eine schwere Geiahr nicht allein für den int Handel selbständigen Mittelstand in Stadt und Land, sondern auch für Staat und Reich selbst. Durch den Ausbau der Organisation der Konsumvereine erwächst nach und nad> ein in sich abgeschlossener Staat im Staate, dessen ftnan- licllc Kräfte den Sozialdemokraten gegebenenfalls zur Verfügung stehen. Ein Eingreifen gegen diefe durchaus ungesunde Entwicklung von Staats wegen erscheint dringend geboten, wenn nicht mit dem Schwinden des selbständigen Mittelstandes dem Staat seine bisherige wirtsckrastliche Grundlage entzogen werden soll." Tie Weiterberatungen wurden sodann aus Dienstag vertagt. ~ Leipzig, 26. August. Der heutige zweite Tag der 26. Ordentlichen Hauptversammlung des Deutschen Zenttalveckandes für Handel .unö Gewerbe mucke cingcleitct mit einem Vortrag des Schriftleiters der „Deutschen Rundschau", Ernst Thorn (Hamburg), über „Volks- f ü r) o r g e", Konsumvereine und der gewerbliche M i t t c 1 st a n b’z. Der Redner legte folgenden Antrag vor, der angenommen wurde: „Der Deutsche Zentralrerband für Handel und werbe erblickt in den Bestrebungen der „Volkssüriorge" eine ureigenste Schöpfung der Sozialdemokratie, br Dir- Rcuniiricktung in Ver- biubung mit den Konsumvereinen tbren paneivoliluchen Zwecken im ausgiebigsten Maße nutzbar machen ntrb. Es muß bahn' Am- qabc sämtlicher Verbänbe und Vereine des gewerblichen Mittel- ftanbes oder T-etailhanbels sein, ihren -Mitgliebern bic B^mlich- hmg autiuerlegeiL mit allen ihnen zu (Gebote stehenden Mitteln gegen eine Beteiligung an der auf fozialdemokrati,chetn Boden stehenden Volksfüriorge-Versicherung zu roirfen Ter Voritand des Deutschen Zenttalocrbandes tüt Handel und Gervcrbe Wick b-'auTlroqt, in allernächster Zeit sich mit unseren anderen grotzen deutschen Detaillisten- und Mittelstandsverbänden in Verbindung ,u setzen, um geeignete Abmehrmaßregcln gegen die lozialoemI- krattsche 'Volk-sürwrge-Versicherung zu treuen" Hierauf sprach John Lemmc! Hamburg- über oen Zusammenfchluß des deutschen Detail Hand els. Weihnachten wohl auch selbst hat sich bisher gar nicht beschäftigt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen I stimmte Die Errichtung eines besonderen Gerichtshofes s wurde zwar für wünschenswert erachtet, doch kein Weg gr zeigt, der brauchbar erschien. Es muß für ausgeschlossen gellen, daß der Reichstag den dieser Tage gemachten Vorschlag annchmen wird. Der Reichstag wird das Recht der Wahl Prüfung einem außenstehenden Gerichtshof, bei dem er selbst ganz ausgeschallet wird, kaum übertragen, vor allem diesem Gerichtshöfe ober nicht die Befugnis erteilen, die Ausübung von Mandaten vorläufig inhibieren zu können. Der (Serie bof erhielte mit diesem Rechte weitere Befugnisse, als sie je ein Parlament gehabt hätte. Aus Hessen. Die Weiterberatung der Besoldungsreform. rb. Darmstadt, 26. Aug. Der Präsckent des Finanzausschusses der Zweiten Kammer, Abg. Dr. Osann, hat soeben an die Misschußmitglieder ein Rundschreiben gericytet, worin er milteilt, daß er den Finanzausschuß zur Fortsetzung der Beratung über die Besoldungsreform gegen Ende September wieder zufammenzuberufen beabsichtige. Tie Ausschußmitglieder werden weuer eingeladcn, ihre etwaigen Anträge zur Be- soldunqsreform )d)on jetzt vorzuberciten und baldigst schriftlich vorzulegen, damit sie alsbald bei Beginn der Beratungen besprochen und erledigt werden können. VerbandStag Deutscher MUchhandlcr-veretne. " Leipzig, 26. lug In der heutigen zweiten Sitzung des Deutschen Milchhändter- tages sprack, Leiter (Sterlin) über „Tic Verrreiung des Milchhandelgewerbes in den Handels- und Gewerbetammern". Hierauf sprach Münz ^rankfun a. M.) über das Thema: „Ter Milchtransport auf der Eisenbahn". Er legte rolgende Em'd2icßung vor: „Um die mit Rückftcku auf die Hvgiene und VvlkswiM'chaft gestellten und erfühlen Anforderungen bepiglich der städtischen Mild-versorgung erfüllen zu können, ist es crroroerlid), daß von leiten der Eisenbahn mehr Wie bisher für eine in jeber Beziehung einmanbfrcic Beförderung der Milch gesorgt wirb. Es ist nötig, daß die Milch so fdmdl wi' möglich von der ProdukttvnsstäNe in die Stadt gelangt und daher sind alle nur möglichen Züge hierfür zur Verfügung zu stellen. Am großen Entfernungen sind für einzelne bestimmte Gattungen unter allen Umständen Eilzüge z izulassen und im übrigen besondere Milchzüge zu bilden anstelle der häufig ungünstigen Eilgüterzügc. Tas Trans- porrmaterial muß bezüglich bet Reinlichkeit unb Zweckmäßigkeit allgemein den Ämorberungen genügen. So sind weißgestrichene Wagen unb für größere Entsernungen Wärmeschutzwagen cinzusühren. Eine tägliche gründliche Reinigung Muschen- Mber, vor- use vergeben veranschl, zu 2400 1235 „ ial 508 160 1520 „ i aus GrM. nybott Wider Aufschrift 8". ■ne ßsseri < Zur Ak Er legte folgende Entschließung vor, die angenommen wurde: „Der Deutsche Zentralverband für Handel und Gewerbe möge Mit aller Energie danach streben, daß ein Zusammenschluß aller deutsclien Detaillistenvcrbände herbeigeführt werde, weil nur dadurch die Möglichkeit gegeben ist, daß der Detailhandel btc ihm nach seinem Umfange und seiner Bedeutung für btc Warenverteilung und Warcnversorgung gebührende Stellung erlangt. Der Deutsche Zentralverband für Handel und Gewerbe möge zunächst den Zusammenschluß mit der Zentralveremigung deutscher Vereine für Handel und Gewerbe (Berlin), erstreben." Zur Neuregelung der Sonntagsruhe int Handelsgewerbe, worüber Röhr (Hamburg) berichtete, wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Zentralvcrband wolle beschließen, an maßgebender Stelle dahin vorstellig zu werden, daß bei Neuregelung dar Sonntagsruhe im Handelsgewerbe das Z u e nde bedi e n e n der vor dem gesetzlichen Schluß anwesenden Käufer gestattet wird und daß Gemeinde oder ein weiterer Kommunalverband die dreistündige schäftigung für alle oder einzelne Gewerbszweige nur Mit Genehmi- gimg der höheren Verwaltungsbehörde einschränken kann, nachdem die Etlichen und handelsgewerblichen Vertretungen gehört wor- den sind." _ , Weiter sprachen Stadtrat Seifert (LerMg) über Kavps gegen das Zugabeunwesen, und Rechtsanwalt Kohl man n (Dresden), der Vorsitzende des Vereins gegen Unwesen m handel Und Gewerbe zu Dresden, über verschleierter Etagenhandel von Beamten und Privatpersonen. Die Versammlung erörterte dann das Thema: „Unlauterer Wettbewerb int Handel und Gewerbe". Krause (Berlin) Mach über „Selbstkostenpreis plus 10 Prozent '^r Redner erwähnte, daß man gegen diese unlautere Monte W längerer Zeit vorgehe, sedoch bisher ohne reden Erf^g. Schließlich/ sprach noch das Mitglied der Handelskammer Kassel Georg -^Sa^ßon^ Inventur- und andere Ausverkaufes. Er befürwortete folgenden Antrag: „Der Deutsche Zentralverband hält eine Erweiterung der 88,7 und 9 des UWG. am rm Verlaufe des regelmäßigen Geschäftsbetriebes erwlgende Ankündigungen besonderer Veranstaltungen, wie z. B. „Wethe Wock)e , ^.Kinderwocheit", „Populäre Wochen", „Reklamewochen , „Ultimotage", „Serientage", „^lusnahntetage" usw., die an sich.Versprechungen von Vorteil nicht enthalten, beim Publilum aber die Auffassung besonders günstiger Angebote erwecken, für er- Der Antrag wurde angenommen, und hierauf die Weiterberatungen auf morgen (Mittwoch) vertagt. Aus Stadt Mnd lkamd. Gießen, 27. August 1913. **SpinaleKinderlähmung. Mit Rücksicht auf das häufigere Auftreten der spinalen Kinderlähmung in den Provinzen Rheinhessen und Starkenburg, sowie in ^>en benachbarten Teilen des Großherzogtums Baden während der letzten Monate hat das Ministerium die Großh. Kreisämter, in deren Dienstbezirk diese Krankheit nicht anzeigepflichtig ist, angewiesen, darauf bedacht zu sein, daß die spinale Kinderlähmung alsbald unter die Krankheiten in der Polizeiverordnung, betreffend die Bekämpfung ansteckender Krankheiten, ausgenommen wird, über deren Auftreten in jedem Einzelfall die vorgeschriebene Anzeige zu erstatten ist. ** „S ch l a f st e l l e n d i e b." In den letzten Tagen hat sich hier ein angeblicher Schuhmachergehülfe an zwei verschiedenen Stellen eingemietet unter der Angabe, er habe bei einem hiesigen Meister Arbeit genommen. Er verschwand aber bald und stahl seinem Logisgeber Geld, Uhr und Kleidungsstücke, je nachdem er ergattern konnte. Da er seine „Arbeit" noch weiter fortsetzen dürfte, sei vor ihm gewarnt. Er ist etwa 34 Jahre alt, mittelgroß und hat schwarzen Schnurbart. Landkreis Gießen. — Grünberg, 25. Aug. Der Ortsg ewerbeverein Grünberg hat beschlossen, den Unterricht in der gewerblichen Fortbildungsschule, der seither an den Sonntagen vormittags von 8 bis 11 Uhr stattfand, für die Zukunft an Wochentagen abzuhalten. Der Unterricht soll, wenn möglich, das ganze Jahr hindurch, und zwar an den Mittwoch-Nachmittagen, siattfinden. Andere Städte haben diese zeitgemäße Aenderung schon eingeführt und damit gute Erfolge erzielt. Kreis Büdingen. § Nidda, 26. Aug. Bahnhofsvorsteher Dörr ist von hier nach Förderstedt im Direktionsbezirk Magdeburg versetzt und zum Vorsteher I. Klasse befördert worden. Er wird am 1. September seine neue Stelle antreten. Kreis Alsfeld. s. O b e r o h m e n, 27. Aug. Bei der 'Gemeinderatswahl fielen von 104 abgegebenen Stimmen auf Hrch. Krebs HI. 70 Stimmen, auf Heinrich Keil 67 Stimmen und Kaspar Kratz 63 Stimmen. Letzterer war schon Mitglied des .Gemeinderats. Kreis Lauterbach. ^ Grebenyain,26. Aug. Während d-er diesjährigen Herbstübungen wird in der Nähe des hiesigen Bahnhofs ein Manöverp-roviantcrmt mit einer Mdbäckerei errichtet. Das erforderliche Heu und Stroh wird von Landwirten aus der hiesigen Gegend angekaust, während der Hcrfer aus den Proviantämtern der Garnisonen geliefert wird, da infolge der schlechten Haferernte im vorigen Jahr im Vogelsberg kein alter Hafer zu bekommen ist. Kreis Schotten. -- S ch o t t e n, 26. ^lug. Gestern fand im nahen Lehrerheim die 16. Ludwigstagskonferenz der hessischen Lehrer statt, wozu sich besonders zahlreich Lehrer aus dem südlichen Oberhessen mit ihren Familienangehörigen eingefunden hatten. Lehrer Lrn k-Rudingshain leitete die Versammlung. Nach einer herzlichen Begrüßung der Erschienenen brachte er ein Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Alsdann schilderte Lehrer Koch aus Friedberg die Verdienste der hessischen Landesfürsten um die Volksbildung und den Opfermut und das Wirken der bedeutendsten Pädagogen des vorigen Jahrhunderts von Pestalozzi bis Diestcrweg. Seine sehr beifällig aufgenommene Rede schloß mit einem Hoch auf das Vaterland. Gesangs-, Musikvorträge und Tanz boten den Gästen des Lehrerheims noch einige vergnügte Stunden. , Kreis Friedberg. q Friedberg, 26. Aug. Heute morgen wurden polnische'Arbeiter, die gestern im Stadtteil Fauerbach einen Arbeiter stachen, geschlossen van Schudleuttii an das Ge- richt geführt.'— Heute nacht wurde IN den Laden des Schuh- Warenhauses Spier einqcbrachen. Die Drehe nahmen ihren Weg über die Hosmaner. Sie drangen tn den -aden, nahm n jedoch nur wenig “’l^, 26 $nl Sainstaa wurde fcerrn Professor Winderstein ein 12iahrrger Knabe, welcher bis jetzt den Unterri^ von Prof ,^mo Hubay in Budapest genossen hat, als Pi olru f pi e lc r vorgestellt. Der Knabe, D u c i K e r e k j a r t >o ist sein Name, spielte so hinreisend schön, daß sich Pvof. Winderstein veranlaßt sah, chn sofort für ein Auftreten im hiesigen Kurhaus zu empfehlen. Da der kleine Geiger nur wenige Tage hier in der Nähe bleibt, so war es notwendig, ihn bereits für das allernächste Konzert anzusetzen. Er hat übrigens in der vorigen Woche in den Konzerten zu Ostende, Scheve- ningen und Blankenberghe gespielt, und hat fabelhaftes Aufsehen erregt. Prof. Winoerstein erklärt ihn für das größte Violintalent, welches ihm bis jetzt vorgekommen sei. Der gleiche Abend bringt uns auch noch die Bekanntschaft des Konzertsänaers Ernest Plan ton aus Frankfurt a. M. h. Vilbel, 26. Aug. Auf dem hart an der Nidda be- legenen Gronauer Hof gingen gestern nachmittag mehrere große Weizenhaufen in Flammen auf. Die Dreschmaschine konnte gerettet werden. Ter angerichtete Schaden beläuft sich auf mehr als 20 000 Mark. Hessen-Nassau. Die Rhein-Nahe-Ecke und der Bau der Eisenbahn Büdesheim-Sarnsheim. ch Die Arbeiten an dem Bau der strategischen Brücke zwischen Rüdesheim und Kempten sind in vollem Gange und wenn sie so wie seither gefördert werden, dann wird die Brücke zu dem vorgesehenen Termin, zum Spätjahre 1914, sicher fertig. Es ist schade, daß diese Brücke nicht auch die notwendige Verbreiterung des Fußgängerfteiges erhielt, um einmal die Anlage einer elektrischen Bahn, zu anderen den Fuhrwerksverkehr zwischen den beiden Rheinufern zu ermöglichen. Die Bewohner der beiden Ufer hätten an einer solchen Erweiterung ein großes Interesse. Nun soll aber Büdesheim am Scharlachberg einen Bahnhof erhalten, der in direkter Verbindung mit der neuen Bahnlinie steht, das heißt dieser große Platz soll endlich einen unmittelbaren und direkten Bahnanschluß erhalten. Damit würden wenigstens die Interessen des kleineren Teilhabers der preußisch-hessischen Eisenbahn einigermaßen berücksichtigt, und würde die Bahnlinie nicht lediglich darauf beschränkt, den hessischen Eckzipfel unter Umgehung der nächsten Stadt — Bingen — zu durchqueren, damit würde hessisches Gebiet einen Bahnhof, Büdesheim unmittelbaren Bahnanschluß und Bingen eine indirekte Verbindung mit der neuen Bahn erhalten. Also ist dieser Entschluß durchaus zu billigen und seine Durchführung unter allen Umständen zu wünschen, auch dann, wenn Büdesheim am Scharlachberg wegen seiner keineswegs glänzenden finanziellen Lage die nötigen Mittel nicht allein aufbringen kann. Da Büdesheim dies nicht vermag, muß der Kreis; die Provinz, ja das ganze Land einspringen, denn das ganze Großherzogtum Hessen ist in ganz außerordentlichem Maße daran interessiert, daß die neue Eisenbahnlinie Büdesheim-Sarnsheim eine Station auf hessischem Boden in der Nähe der Kreisstadt Bingen an dem großen Orte Büdesheim am Scharlachberg erhält, daß der lobenswerte Entschluß, diese Station zu schaffen, nicht an der nicht zureichenden Finanzkraft Büdesheim scheitert. Mußte doch Büdesheim z. B. zu der Uferregulierung der Nahe einen erheblichen Beitrag leisten, ohne daß es an dieser Kulturarbeit im gleichen Maße auch interessiert war. * I. Bringhausen im Edersperrgebiet, 26. Aug. Das neue Dorf Bringhausen wird am Daudenberg an der Straße nach Hemfurt erbaut. Der Umzug vom alten nach dem neuen Dorf findet zwischen 1. Oktober und 1. November statt. Die Wasserleitung ist vollendet, 25 Hofreiten sind fertig, bezw. nahezu vollendet. Das neue Dorf wird anfangs 120 Einwohner zählen. h. Idstein, 26. Aug. Den Bewohnern des Genesungsheims für Unteroffiziersfrauen ließ die Kaiserin eine Fülle von Obst und sonstigen Nahrungs- und Genußmitteln übersenden, der Bibliothek spendete sie eine Auswahl Roseggerscher Dichtungen, die Verwalterin erhielt eine Brosche. Auch stellte der Kaiser dem Heim 500 Mark zur Verfügung. ueßen. Das Schöffengericht Lich hatte die Privatklage des R. aber ztrrückgewiesen und auf Freisprechung erkannt, da eine bestimmte Bezeichnung des Privatklägers nicht erfolgt sei. Tie Strafkammer hob dieses Urteil aus und erkannte gegen M. aus eine Geldstrafe von Mk. 40. —, da den Umständen nach nur der Privatkläger hätte gemeint sein können. Berusungsoerwersung. Der Viehhändler St. hatte in Gießen am Tage vor einem Vieh- markttage ein Stück Vieh verhandelt, ohne Wandergewerbestener entrichtet zu haben. Aus seinen Einspruch gegen den Strafbescheid, der eine Ordnungsstrafe von Mk. 10.— gegen ihn sestsetzte, bestätigte das Schöffengericht die Bestrafung. Seine Berufung hiergegen wurde verworfeit. verelnrnachrlchten. O L a u b a ch , 26. Aug. Ter Schützenverein hielt am Sonntag und Montag sein diesjähriges Hauptschießen ab, zu welchem am Montag eine große Anzahl auswärtiger Schützenbrüder eingetroffen waren. Am Sonntag errang die Ehrenscheibe und den 1. Preis Malermeister Christoph Rühl, den 2. Preis auf dieselbe Schützenmeister Arnold Enders. Der zweUe Tag brachte folgendes Ergebnis: Tie Ehrenscheibe und 1. Preis Neumann, Schotten, 2. Preis Aug. Ernrnelius, Laubach, 3 Preis Christoph Rühl, Laubach. Aus dem Au'legesland blieb erster mit 35 Ringen Neumann, Schotten, zweiter mit 35 Ringen Pascoe, Gießen, dritter mit 35 Ringen Guth, Wetzlar, vierter mit 35 Ringen Arnold Enders, Laubach, fünfter mit 35 Ringen Georg Hill, Alsfeld. Auf dem Wildstand blieb erster mit 33 Ringen Pascoe, Gießen, zweiter mit 30 Ringen H. Schmidt, Laubach, dritter mit 29 Ringen Nikolaus, Gießen, vierter mit 27 Ringen Gonther, Röthges, fünfter mit 27 Ringen Arnold Enders, Laubach. s2htf dem Freihandstand blieb erster mit 53 Ringen Lehning, Büdingen, zweiter mit 50 Ringen Pascoe, Gießen, dritter mit 50 Ringen Fr. Rud. Stotz, Laubach, vierter mit 50 Ringen Rud. Malkmus, Älsseld, sünster mit 49 Ringen Tuchard, WlSfelb. wandern und Reifen, Räder und Sommerfrischen. — D i e Verwaltung des Bades Wildungen teilt uns mit, daß für die Besucher des Bades, die nach dem 81. Anglist dort die Kur beginnen, in diesem Jahre zum ersten Male große Ermäßiglingen eintreten, und zwar: 1. Ermäßigung der Kurtaxe auf die Hälfte, 2. Ermäßigung sämtlicher Bäderpreise auf die Hälfte, 3. Ermäßigung der Zimmeroreise in den der Verwaltung gehörigen Hotels — Fürstliches Badehotel und Europäischer Hof — aus die Hälfte. Eine ähnliche Ermäßigung der Zimmerpreise findet auch in vielen anderen Hotels und Villen statt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 26. August. In der Samstags-Nummer dieses Blattes beklagt fich ein Anwohner über das störende Gerällsch einzelner Züge auf den Ober- hesnschen Bahnen. Er erhofft Abhilfe, andernfalls er alle Interessenten allffordert, gemeinsam und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln vorzugehen. Nach meinen Erfahrungen dürfte aber leider auch von gemeinsamem Vorgehen wenig Besserung zu erwarten sein. Hat man doch ju vielen Malen sich darüber beklagt, daß große frei laufende Viehherden durch die Bahnhofstraße getrieben werden, dadurch der Verkehr gehemmt, die Sicherheit aus der Straße gefährdet und Zustände geschaffen werden, die nicht nur auf unsere Jugend verrohend zu wirken geeignet, sondern überhaupt Gießens unwürdig sind. Eine von fast sämtlichen Häuserbesitzern und Anwohnern der Bahnhof st raße und des vorderen Teiles der West-Anlage unterschriebene Bittschrist ist unserer Polizeibehörde schon vor langer Zeit zugegangen. Man erhoffte Abänderung dieser traurigen Zustände dadurch begründet, daß die Möglichkeit zur Abhilfe vorhanden, eine Ausladestelle für Vieh in der Öammstraße bereits geschaffen war. Die Polizeibehörde zeigte Interesse für diese sehr begreiflichen Wünsche. Lediglich die Bahn scheint nicht dazu gebrachtwerden zukönnen, die Viehtranspo^tzüge umzurangieren. Man hat bis jetzt auf berechtigte Klagen einer großen Anzahl Gießener Bürger wenig Rücksicht genommen. Jeden Tag kann man durch die Viehtransporte veranlaßte skandalöse Atlstritte wieder mitansehen. Sollten nicht energisches Vorgehen unserer städtischen Behörden und erneutes (Eintreten für so oft und allseitig geäußerte Wünsche Abhilfe schaffen und erreichen können, daß die Bahn den Wünschen des Publikums sich nicht einfach verschließt? Wahrhaft herzlichen Dankes könnten unsere Behörden in jedem Falle versichert fein. Gießener Strastammer. )( Gießen, 26. August. Aussetzung b er Verhandlung erfolgte in der Strafsache gegen den Arbeiter Daniel S. von Obergleen, der vom Großh. Schöffengericht Greßen wegen Bettelns mit Haft und Ueberroeifung an die Landespolizeibehörde bestraft worden war, aber nur wegen der Ueberroeifung Berufung eingelegt hatte. Da der Angeklagte heute behauptete, er fei wegen einer Augen- krankheit arbeitsunfähig, beschloß die Kammer, über die Wahrheit dieser Behatiptung Erkundigungen einzichen zu lassen. 52 mal vorbestraft ist der Konditor Friedr. W. von Neustadt a. d. Saale, den das Schöffengericht Gießen wegen Bettelns außer mit Haft mit Ueberroeifung an die Landespolizeibehörde bestraft hatte. Seine Berufung erstrebt Abnahme der Ueberroeifung; sie wurde indessen als unbegründet zurückgewiesen. Freigesprochen wurde der Kaufmann Albin S. von Fulda, den das Schöffengericht Vilbel roegen Bettelns mit Hast und Ueberroeifung an die Landespolizeibehörde bestraft hatte. Tie Strafkammer war bei Ansicht, die Behauptung des Angeklagten, er habe bei dem Bürgermeister nicht betteln wollen, sondern um Armenunterstützung an- gehalten, sei nicht zu widerlegen. Zur Verhandlung ausgeblieben war der Metzger Wilh. N. von Frankfurt a. M., der von dem Schöffengericht Vilbel wegen Fischens ohne Erlaubniskarte mit Mk. 15 bestraft worden war. Seine Berufung gegen dieses Urteil wurde daher verworfen. Zurücknahme der B e r u f u n g erfolgte in der Privatklagesache des Wilh. Dörr III. in Großen- Buseck gegen die Ehesrau Ludw. Müller daselbst. B e r it i u n g s v e r w e r f u n g. Ter Straßenwarl Konr. I. in Alsfeld hatte auf dem Bankett der Kreisslraße nach Romrod ein Feuer angezündet, das out den angrenzenden Wald übersprang. Auf seinen Einspruch gegen den Strafbefehl war er freigesprochen worden, weil ein fahrlässiges Handeln nicht feststellbar sei. Tie Straskammer schloß sich dieser ‘iluffafiung au und verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft. B e r u f u n g s v e r iv e r s u n g. Der Schmied Aug. I. von Rohrbach ist von dem Schöffengericht Gießen roegen Bettelns mit Haft und Ueberroeifung bestraft worden und will mit feiner Berufung lediglich Abnahme der Ueber- iveifung erzielen. Sie wurde indessen als unbegründet kostenfällig znrückgewiesen. In der Privatklagefache des Georg I. in Gießen gegen den Karl W. daselbst wird dem Angeklagten zur Last gelegt, die Ehefrau des Privatklägers miß- imubelt zu haben. Das Schöffengericht hielt den Angeklagten füti i berfübvt und hatte ihn in Strafe genommen. Auch die Strafkammer war der Meinung, daß dem Angeklagten die Tat nach- gewiesen fei, und wies deshalb seine Berufung und weiteren Beweisanträge zurück. Erfolgreiche Berufung. Der Landwirt Herrn. M. in Birklar hatte über den Täter eines C.hillsalpeter-Tiebstahls Andeutungen gemacht, die die Zuhörer in dem Maurer Otto R. in Birklar deü Dieb vermuten Am vorderen Schiffenberger Weg ist jetzt wiederholt in Keller eingebrochen morden. Es fällt dort den Spitzbuben auch leicht, denn nach 12 Uhr herrscht die größte Finsternis, trotz der beiden noch brennenden Nichtungslaternen. Die Bäume auf der einen Seite nehmen das Licht auf, werfen es aber nicht wieder zurück, wie wenn Häuser daständen, so daß der Weg kurz nach einer Laterne wieder vollständig, dunkel ist. Die Stadtverwaltung darf vielleicht gebeten werden, in dieser einsamen, nachts wenig begangenen Straßc alle Laternen brennen zu lassen, zum Schutz der Anwohner. Mehrere Bewohner des vorderen Schiffenberger Wegs. Märkte. ka, Frankfurt a. M., 26. Aua. Heu- und Strohmarkt. Angefahren waren 7 Wagen Heu. Stroh fehlte. Man notierte: Den 2,60—2,90 Mk, Stroh (Kornlanqstroh) 0.00—0.00 Alk., Wirr- stroh 0,00—0,00 Mk. Alles je 50 Kilo. Geschäft gedrückt. Die Zufuhren waren aus Oberhessen mtb aus den Kreisen Hanatt und Dieburg. le. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 27. Aug. Aufgetrieben waren 1592 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kff Lebendgewicht 63.00—65.60 Mk., Schlachtgewicht 80.00—82,00 Mk., vollsleifchige Schweine unter 80 KZ: Lebendgewicht 62.00—67.00 Mk., Schlachtgewicht 79.00—82.00 Mk.: vollfleifchige Schweine von 100—120 kg Lebendgeivicht 62.00—65.00 Mk., Schlachtgewicht 80.00—H2 Mk.: vollfleifchige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 62.00-65.00 Mk^ Schlachtgeivicht 80—82.00 Mk. Geschäft mittelmäßig, bleibt Ueberstand. Je. Frankfurt a. M., 27. Aug. (Orig.-Telegr. de? „Gieß. Anz.*) sämtliche Notierungen der heutigen Fruchtinarktprei >e. Weizen (hiesiger) 20.25—20,40, Kurhessiscber Mk. 20.25.-20.30, Wetterauer Mk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger) Alk. 16.50 bis 16.61», Gerste (Wetterauer) Mk. 17.00—17.50, Gerste, Frauken, Pfälzer, Ried Mk. 17.1)0—17.50, Hafer Mk. 17.00—19.00, Mais Mk. 14.40 bis 14.60, Weizenmehl 0 Mk. 82.50—32.75, Weizenmehl I 9)lt. 80.60—30.75, Weizenmehl III Alk. 27.2o—27^0, 9ioggen- ,nehl 0 Mk. 27.75—28.00, Roggemnehl 0/1 Mk. 26.50—26.75, Roggenmehl I Mt. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 9.15-9.25, Weizenschalen Mk. 9.35-9.50, Roggenkleur WU. 1L10-11.25, Malzkeime Ml. 12.00—12.25, Biertreber 12.25-12.o0, Raps M. 29.00—30.00, Futtergerste Mk. 00,00—00,00. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 27. Aug. (Orig.-Telegr. de? ,Gieß. Anzeigers*.) Karto sfel markt. Man notierte: Kartoffeln meue) tu Waggons Mk. 3.75-4.50, im Kleinhandel Mk. 5.50—6.00 fuc je 100 Kg.________________________ -- Verantwortlich für den gesamten rcdättivnellen Teil: Aug. Goetz. Kuöerts mit Firma billigst vrühl'sche Univerfitätr-Vruckerei. H. Lange, Stetzen «Die heut Tageski 28. Augu). . das M Spefuli Die Untk vrokuristen S hg »enschen B bcii starkes A beträchtliche £ der erste Fall senschen Ban hatten die to'v stitut eine Vf gehabt, der e< Juli ds. Js. ke nswerter S deckt wurden. Kontrollmaß meisten groß daß nämlich, Revision seir lincr Deposit Depositenkass lung der Pr sicht genomm Steeg gezeigt Der in kanntlich, ur schiedenen B Unterschlagt! seldorser Fil traut waren überhaupt d hat, da ja, -bekannt gerat des deutschen einbarimg ge, Geschäfte bei ausdrückliche beibringen. 3 Firma, in de tung des Un behält und t Spekulation- sonderer Ger liegenden Er den. Wie wa Bankleitung nis liegt ftc: wähnte Vere die Angestelli rechnet werde ein Titulard ten — er bet rm, um so : gr. 201 "nt< vi ernt al ... «ittzentt^arain zweunalwoch^ biattsürdcntttt Dienstag unvi zweimal mono sfig» rru.zciger Limatzme A für die Tagesn. bis vormittags S1 Am 28. 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