ciies Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. nicht nur dem Feinde Pläne bekannt würden, nein, auch die, daß in der Heimat und in den Oberquartieren anderer eigener Armeen falsche Bilder entständen. 'Tas, was die Heeresleitung der Oefsent- lichleit mittcilen will und muß, wird sie nicht versäumen, selbst aus den Draht zu geben. Nun will aber die Presse Nachrichten haben, das Publikum will schwarz auf weiß etwas vom Kriege gedruckt sehen, und eine Zeitung, die nichts bringt, ivird ihren Absatz verlieren. Tie Berichterstatter müssen sich also ein neues' Feld der Tätigkeit suchen. Und dieses liegt jetzt hinter der Front. Anstatt kurze, inhaltsschwere Telegramme werden sie nun Berichte senden müssen von den Eindrücken, die der Krieg, die Niederlage oder Tieg hinter der Front Hervorrufen: sie dürfen nach den Tagen des Kampfes über die Schlachtfelder reiten, und sie können sich dort aus persönlichen Eindrücken ein ganz anderes Bild der verflossenen Kämpfe machen wie der Leser der ersten Depeschen „weit ab vom Kriegsschauplatz, sie sollen nach voll entschiedener Aktion ihren Lesern einen klaren Bericht dessen geben, was sich ereignet hat. Sie müssen sich aber gerade hinter de^ kämpfenden Linie inmitten einer aufgeregten Bevölkerung einen klaren.Kopf bewahren und nicht jedes Gerücht sinnlos weiterdrahten. Mehr wie einst brauchen sie so taktischen Blick, damit sie das erkennen, was möglich und wahrscheinlich ist. Vor einem müssen sie sich besonders hüten, vor dem leichtfertigen Kombinieren. Ter Kriegsberichterstatter muß eines nie vergessen, daß seine Meldungen auf die Börse, deren Macht jedem Kinde heute bekannt ist, einen großen Einfluß ausüben: über den falschen Bericht einer Niederlage können in 24 Stunden Vermögen verloren gehen. So ist jetzt der Mann der Feder am Feinde tot, er wird sich ersetzen durch den friedlick>en Berichter, der mit klarem Kopf und ruhigem Blut außerhalb, des Kugelregens folgern und geschlossene Bilder geben muß. Nickt mehr Mut und Verwegenheit werden ihm zum Ruhme gereichen, sondern Geist und Blick. O. K. ♦ — Rücktritt des JntendantenHülsen? Graf Hülsen, der Intendant der Berliner Kgl. Theater, soll, wie Berliner Blätter wieder einmal wissen wollen, im Herbste zurücktreten. Diese Meldung wurde schon so oft ausgegeben, daß man gut tut, sie nicht mit allzu froher Hoffnung zu behandeln. Immerhin deuten aber einzelne Anzeichen auf einen möglichen Rücktritt hin. Wenn Hülsen jetzt geht, so dürfte sein Fall wohl mit seinem Konflikt mit Weingartner in Verbindung zu bringen sein, der in seiner Broschüre böse Dinge aus dem Berliner Hoftheaterbetrieb erzählte. Weingartner hat bekanntlich sehr gute Beziehungen zum Hofe und gilt als besonderer Liebling des Kronprinzen. ff. Eine Indianer-Aus st ellung. Die Stadt Denver im amerikanischen Staate Colorado kündigt für das Jahr 1915 eine große Jndianerausstellung an, die anscheinend alles, was von den Rothäuten der amerikanischen Kultur hat widerstehen können, Die Verteilung des Balkans. Ein Abkommen zwischen Oesterreich und Rußland. Nun scheint, tnenn es mit der „Figaro"-Meldung aus Petersburg wirklich seine Richtigkeit hat, aus dem ganzen wilden Hexcnsabbath des Balkans doch eine gute Frucht reifen zu wollen. Oesterreich-Ungarn und Rußland haben eilte gemeinsame Linie der Verständigung gefunden — und diese ist die Ausbalanzierung der Äaltankräste. Das ist umsomehr bemerkenswert, weil früher sowohl der Kaiser wie der Zar das oberste Ziel ihrer Politik durch viele Jahre "hindurch darin gesunden haben, von ihnett kontrollierte Ucbergewichte aus der Halbinsel zu schaffen, eine ungeschriebene Hegemonie über die Balkanvöller auszuüben und die deus ex machina-Besugnis für die ganze Weltgeschichte südlich der Donau zu pachten. Die blutigen Ereignisse der letzten Wochen haben die Rivalen zusammengeführt. Das von fünf Gegnern in einer mit Ausnahme der Kämpfe Friedrichs des Großen vielleicht beispiellosen Koalition von allen Seiten angegriffene Bulgarien liegt büttleer und wehrlos darnieder. Fetzen aus seinem Staatskörper und aus seinen Eroberungen werden da und dort gerissen und die Gefahr besteht, daß es zu einer quantitc negligeable, zu einer Wesenlosigkeit von Kleinstaat herabsinkt, während alle seine Nachbarn gestärkt und mit mehr oder minder gewaltigem Zuwachs an Gebiet und Menschen zu großen, überragenden Zählern der Balkanrechnung aus der Fehde hervorgehen. Daß das nicht im Interesse Oesterreichs liegt, ist natürlich. Aber auch Rußland, das ein übermächtig gewordenes Bulgarien mitleidslos auf die Knie zu zwingen suchte, muß an einem Aderlaß des von ihm einst vom Türkcnjoch befreiten Landes Anstoß nehmen. Und so erstehen dem König Ferdinand in all seiner Verzweiflung zwei seltsame Brüder der Hilfe. . . Sie haben sich bisher arg genug befehdet. Um die Angelpunkte Petersburg und Wien ging im Kreise die Politik des Erdteils, dort nmrde im gegenseitig erbitterten Streit der Vorkämpfer zweier Mächtegruppen Zug um Zug, Streich um Streich geführt. Oft genug in diesen letzten Jahren hing der Friede Europas an einem Wort von Petersburg und Wien. Nicht immer war der Gegensatz zwischen beiden Städten so groß. Nachdem 1897 Kaiser Franz Josef und Graf Goluchowskn in Petersburg erschienen waren, suchten die drei russischen Minister Sobanow, Lamsdorff und Murawiew nacheinander eine Politik der Verständigung mit Oesterreich durchzuführen! Freilich sprachen für bie damalige Mäßigung in Balkandingen die Ereignisse in Ostasien, die endlich zum unglücklichen Kriege mit Japan führten, ein entscheidendes Wort. Und es ist nicht unwahrscheinlich, daß auch heute in analoger Weise ostasiatifche Vorgänge, diesmal die vor der Tür stehende große chinesische Umwälzung und ihre Folgen, zu dem Wunsche nach Verständigung und Emtspannung im Westen geraten haben. Als 19(76 Iswolski in Petersburg in das Palais an der Sängerbrücke einzog, wurde die balkanische Politik Rußlands mit einem Schlage anders. Das in Ostasien verlorene Prestige sollte am Balkan wiedergewonncn werden. 1907 hatte Iswolski in Wien die Freigabe der Dardanellen-Durchfahrt angeregt und sich mit dem Grasen Aehrenthal über die von diesem beabsichtigte Annexion Bosniens und der Herzegowina unterhalten. Als aber Iswolski hinter Oesterreichs Rücken mit England über makedonische Reformen unterhandelte und damit das berühmte Mürzsteger Programm durchbrach, handelte Aehrenthal auf eigene Faust und trat mit seiner Forderung der Sandschakbahn hervor. Iswolskis Gegenvorschlag war die Forderung der Adriabahn. Es folgte die Begegnung zu Buchlau int September 1908, der die offizielle Anregung Jswolslis zur gemeinsamen Abände- rung des Berliner Vertrags zwecks Erlangung der freien Tardanellendurchfahrt für Rnßland und der Annexion der okkupierten Provinzen durch Oesterreich im Juni vorangegangen war. Kaum war die letztere erfolgt, als Iswolski zu seinem Leidwesen in London die Unmöglichkeit der Liquidation seines Anteils an dem gemeinsamen Geschäft erfahren mußte. Er fühlte sich -— vielleicht nicht mit Unrecht — von dem österreichischen Kollegen übers Ohr gehauen und begann einen Rachefcldzug gegen diesen, der erst mit der Drohung des Grafen, das Buchtauer Protokoll zu veröffentlichen, sein vorläufiges Ende fand. Eine neue kritische Zeit für die Beziehungen zwischen den Staaten hob mit dem Herbst des vergangenen Jahres an, als der unter Rußlands Patenschaft stehende Balkanbund der Türkei den Krieg -erklärte. In schrittweisem Zurückgehen beschränkte Oesterreich seine Forderungen gegenüber der neuen Lage auf die Schaffung eines autonoiycn Albanien und die Fern- halütng Serbiens von der Adria. Hinter Serbien stand Rußland als der eigene Gegenspieler, und so war der ganze Streit Oesterreichs mit Serbien und Montenegro nur eine Neuauslage des alten Kampfes gegen Rußland, gegen dessen Wunsch nach einem Balkanproteltorat und gegen Die Schaffung eines die Monarchie auch int Süden umklammernden Gürtels panslawistischer Festungswerke. Wer diesmal „gesiegt" hat, ist schwer zu deuten. Beide, Wien und Petersburg, haben sich im Diplomatenkampf um das Ballänvor- recht schwere Körbe geholt, nicht den geringsten zuletzt der Zar, der im Namen der Slawen unerhört grobe Worte nach Sofia drahtete und nun doch des gefallenen Verleugneten! sich annehmen muß. Der alte schlaue Chamberlain hat einmal ein gutes Wort gesagt: Wer mit dem Teufel suppt, muß einen langen Löffel haben. Das gilt auch heute noch. Wer mit dem „Teufel an der Newa" zu tun hat, sehe sich vor und bedenke das Morgen. Von diesem Standpunkt aus wird man nicht nur in Wien, sondern auch in der Berliner Wilhelmstraße zu dem russischen Anerbieten, selbst wenn es Tatsache sein sollte, Stellung nehmen müssen! Die Lage auf dem Balkan. Die Friedensverhandlungen. Sofia, 23. Juli. In der Antwort auf die Depesche des Ministers Ghenadiew hat Ministerpräsident Majo- rescu erklärt, er sei glücklich, den gemeinsamen Wunsch der beiden Regierungen feststellen zu können, daß der Friede u s a b s ch lu ß beschleunigt werde. Infolge der ausgetauschten Mitteilungen sehe Rumänien es als außer Frage stehend an, daß Bulgarien das Territorium Turtukhai-To- bretsch-Baltschik an Rumänien abtritt. Rumänien schlägt ferner einige andere Bedingungen vor, die Bulgarien annehmen dürfte. Die Regierung Rumäniens ist bereit, Vertreter zu den militärischen Besprechungen zu ernennen, die in einer gemeinsam von Bulgarien und Griechenland zu wählenden Oertlichkeit stattfinden sollen. Sofia, 23. Juli. Die gestern cingetroffene Antwort der rumänischen Regierung auf das Fr i e d e n s g c s u ch Das Ende der Nriegsberichlerstattung. Bon unserem militärischen Mitarbeiter. Aus Sosia wurde gemeldet, daß die Bulgaren auf der ganzen Linie siegreich seien, aus Belgrad, Athen und Cetinje am gleichen Tage, daß sie an allen Stellen des Kriegsschauplatzes zurückge- schlagcn worden wären. Aber meine Herren Kriegsberichterstatter, Die ihr von euren Verlegern für teures Geld engagiert seid, wie ist das möglich, wie könnt ihr solchen Unsinn melden? Pardon — eS gibt keine Kriegsbericlsterstatter mehr. Nach kaum 40jähr. Lebensdauer ist die Kunst des Kriegskorrespondenten selig ent- schlasen. Nicht die Kunst selbst trägt die Schuld daran, wir haben noch heute Männer in der Presse, die sich mit Nash, dem berühmten Mann der Feder des nordamerikanischeu Bürgerkrieges, ober mit Archibald Forbes messen könnten. Was Leute, wie Krause, Tann- Hauer, Gottberg im russisch-japanisä-en Kriege geleistet haben, welche Entbehrungen sie ertragen und mit welchen Schwierigkeiten sie gekämpft, wird jedem klar, der ihre Depeschen, ihre Briefe mit Aufmerksamkeit gelesen hat. Es hat seit jeher einen Feind der Berichterstattung gegeben: die Zensur: aber sie wurde 1870'1871, im spanisch-amerikanischen Kriege, im Burenfeldzuge sehr milde, im Krimkrieg fast gar uicht gehandhabt. Tann aber änderte sich das Bild: die schnelle Nachrichtenübermittelung durch Telegraph und Telephon, das ständige Wachsen des Drahtnetzes um den ganzen Erdball machte die harmlose Berichterstattung nach der Heimat zu einer Gesahr für die Armee. Wenn heute ein Berichterstatter die Absichten der russischen Heeresleitung in groben Zügen nach Petersburg telegraphierte, so lies diese Meldung binnen 24 Stunden um den Erdball herum und erreichte das japanische Hauptquartier noch im richtigen Augenblick, um entsprechende Gegenmaßregeln zu treffen. Jede Wahrung eines Geheimnisses war so ausgeschlossen, wenn sich die Berichterstatter in der vordersten Linie befanden. Selbst wenn sie nickst den großen Plänen folgen konnten, so war der feindliche Gencralstabsofsizier dank seiner Vorbildung doch in der Lage, aus ihren verschiedenen Meldungen zu kombinieren, sich ein Bild der Lage zu machen. So $og der eine Vorteil aus der Berichterstattung auf der anderen Seite, aber es tvar ein Vorteil, der den Nachteil des Verrats der eigenen Pläne auch nicht im geringsten auf hob. Deshalb haben im russisch-japanischen Kriege die Generalstäbe beider Parteien den Spaten zum Grabe der Kriegsbericht- crstattung angesetzt, in Tripolis ist dies Grab ausgehoben, auf dem Balkan endgültig zugedeckt worben. Damit ist die Kriegsberichterstattung tot und begraben. Sie wird auch nie mehr zum Leben auferwachen. Keine Heeresverwaltung wird heute in ihren Dort ersten Linien, bei ihren Stäben Berichterstatter mehr dulden, sie würde sich damit in ihr eigenes' Fleisch schneiden, denn trotz aller Schärfe ein?r noch so strengen Zensur würden immer Meldungen leichtfertiger Berichterstatter den Draht durchlaufen, die kein Fachmann geprüft hat. EZ liegt bann die Gefahr nahe, daß Bulgariens besagt, daß die rumänischen V ort r uppen an jenen Punkten aufgchalten wurden, wo sie vorgestern effv- getroffen waren. Tie Antwort machte einen günstigen Eindruck und die Regierung hofft, daß eine Verständigung mit Rumänien in kürzester Frist zustande kommt. 23 u f a r e ft, 23. Juli. Griechenland und Serbien stimmen dem Vorschläge R n m ä n i e n s zu, daß die Präliminarien und der Friede in B u k a r c st unterzeichnet werden. Griechenland verlangt, daß der Waffenstillstand gleichfalls in Bukarest unten- zeichnet wird. Bulgarien antwortete auf die letzte Note Rumäniens mit her Erklärung, daß cs die formulierten Hauptpunkte annehme und hoffe, die nebensächlichen Punkte würden keine (Schwierigkeiten, bereiten. König Ferdinand richtete an den König Karol ein drittes Telegramm, in welchem er die Bitte um Frieden unterstützt. König Karol beauftragte den Ministerpräsidenten Majoreseu, dem König Ferdinand in demselben Sinne wie im zweiten Telegramm zu antworten. Tie Verhandlungen betreffend die Friedenspräliminarien und den Wassenstillstand werden gleichzeitig begonnen werden müssen, da die Verhandlungen einen Waffenstillstand erheischen. Tie rumänische Regierung beauftragte den Unterchef des Generalstabes, den Obersten Christeseu, welcher sich gegenwärtig in Belgrad befindet, sich nach Nisch begeben. Wien, 23. Juli. Die „Neue Freie Presse" meldet ans Sofia: Die bulgarischen Delegierten in Nisch verlangen einen zehntägig e n W a f f e n st i l l st a n d sowie die Festsetzung einer neutralen Zone, auf der teilweise mobilisiert werden soll. Nach Sinaia werden Radew und Finanzminister Fontschew delegiert Athen, 23. Juli. Das Blatt „Nea Jmera" erklärt es als ungewiß, die Friedensbesprechungen in Nisch könnten nicht mehr als drei ober vier Tage dauern, da weder die Verbündeten noch der rumänische Gesandte geneigt seien, Winkelzüge zuzulassen. Auf den rumänischen Vorschlag, dem die Verbündeten zuzustimmen scheinen, werden die Besprechungen dann nach Bukarest verlegt, .rcr Vorschlag Bulgariens, einen Waffenstilsstand abzuschließen, -wird abgelehnt. Es werden drei Tage zur Unterzeichnung des Vorftiedens gewährt werden. Die in Nisch eingetroffenen bulgarischen Mge- sandtcn werden folgende Friedensbedingungen unterbreiten: 1. Saloniki nebst dem Hinterlande bis Tsagsci wird griechisch, 2. Kawalla verbleibt Bulgarien, 3. Bulgarien verweigert die Zahlung einer Kriegsentschädigung, 4. Bulgarien erkennt nicht die Verpflichtung an, für die materiellen Schäden im östlichen Mazedonien aufzukommen, da es sich nicht fiir die Plünderungen und Feuersbrünste verantwortlich hält. Das Blatt „Nea Jmera" erklärt, datz »l Anbetracht der bulgarischen Vorschläge eine Verständigung zwischen den Kriegführenden wenig wahrscheinlich ist. Allein der Vormarsch der verbündeten Truppen würde Bulgarien zwingen,, solche Vorschläge fallen zu lassen. Das gleiche Blatt meldet, day 60 bulgarische K o m i t a t s ch i s v e r h a f t e t sind, die am 16. ?suli versuchten, den Zug, in welcheiN V e n i s e l o s nach Monastir fuhr, in die Suft zu sprengen. Bomben und Dynamit wurden von der Behörde in Sorowitz aufgefunden. Petersburg, 23. Juli. Die Petersburger Telegr.-Aaent, ist zu der Mitteilung ermächtigt, daß die Meldung des Serbischen Preßbureaus vom 20. Juli über das Eintreffen Bevollmächtigter Bulgariens an ber ' serbisch-bulgarischen Grenze ungenau ist. Außer ben Bevollmächtigten Bulgariens ist auch der russische Militärattachec in Sofia, Oberst Romanowski, genannt; dieser hatte tatsächlich nicht den Auftrag, an den Verhandlungen teilzunehmen, sondern ihm war auf Nachsuchen der bulgarischen Negierung gestattet, den General Paprikow bei dessen Passieren der Linien'der serbischen Truppen zu begleiten. Konstantinopel, 23. Juli. Zu der Frage des neuen Protokolls, über das zwischen der Türkei, Serbien und Griechenland verhandelt wird, wird von zuständiger türkischer Seite erklärt: Das Dokument, über dessen Benennung noch nicht entschieden ist, setzt hanptsächlich die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen fest. Es schließt in sich die Wiederherstellung des Friedens, ohne vereinigen wird. Es sollen, wie „Out West", eine Zeitschrift, die in Los Angeles erscheint, schreibt, alle Hauptindianerstämme Nordamerikas, von Alaska bis zur mexikanischen Grenze vertreten sein. Jeder Stamm wird ein besonders Jndianerdorf errichten, und in jedem Dorfe wird man sehen können, wie die Indianer ihre Ton- waren unb ihre Gewebe unfertigen. Besonders interessant versprechen einige ethnographische Vorführungen zu werden: die Hopi- Jndianer werden ihren berühmten Schlangentanz vorführen, die Navajos den Feuertanz usw. — Ter verloste Doktorhut. Daß in manchen süd- ameritonischen Staaten Tokwr-Diplvme gekauft werden können, und daß ab und zu auch der Professortitel dort für nicht allzu hohen Preis zu haben ist, diese hübsche Tatsache ist schon oft genug festgelegt und daher nicht einmal mehr ein öffentliches Geheimnis. Immerhin stellt eine Ausschreibung, die die Coope- rakiva universiiaria zu Sao Paolo im Anzeigenteil einer großen Zeitung der gleichnamigen Stadt erlassen hat, eine bis jetzt unübertroffene Leistung war. Sie verlauft nicht nur Diplome, nein, sie verlost sie sogar: es braucht sich also keiner der wahrscheinlich sehr Zahlreichen, die gelehrte Doktoren, Professoren, Notare oder kundige . . . Hebammen nxrbcn wollen, persönlich zu bemühen. Die Anzeige hat folgenden Wortlaut: „Coopcrattva universiiaria de Sao Paolo. Tiplome für Mediziner, Ingenieure, Advokaten, Apotheker, Zahnärzte, Hebammen, Agronomen, Buchhalter, Notare und Prosefforen gegen 308000. Zur Erleichterung der Zahlung kann die Taxe in zweiwöchentlichen Raten gemacht werden mit Remissionsauslosung nach der paulistaner Lotterie. An des Lesens unkundige Individuen werben keine Diplome abgegeben; jeder Kandidat ist verpflichtet, das Einschreibungsbuch mit eigener Hand zu unterzeichnen." Tie Doktordiplome werden also in dem glücklichen Sao Paolo ebenso ausgelost wie Tasck^nuhren, Spazier- stöckc und Grammophone. Man macht eine Anzahlung und bekommt eine numerierte Quittung. Entspricht nun diese Nummer den letzten Zahlen des ersten Gewinnes der Staatslotterie an einem bestimmten Tage, so ist tnan wohlbestallter Mrinziner, Ingenieur oder — Hebamme. Nickst genug an diesem System der „uni- versitaria" kann die erfreuliche Tatsache gerühmt werden, daß die betreffenden Diplome keine Unberufenen zieren werden: an Analphabeten werden sie nicht vergeben, jeder Notar ober Professor muß mindestens seinen Namen schreiben können. Bald wird Sao Paolo überfüllt sein von Prosefforen und Dottoren. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. In L e i p z i g verstarb der Geologe und Paläontologe Geh. Rat Professor Tr. Hermann Er ebner nach langem Leiden im Alter von 72 Jahren. — Der Journalist und Romanschriftsteller Edmonde Lepelletier de Bouhelier starb gestern in dem Bogesen- bad Vittel im Alter von 67 Jahren. — Mar Bayerhammers und .Kurt Neanders Schwank „Das F a m i l i e nb ad", hatte bei seiner Uraufführung im Fürstlichen Schauspielhaus zu Putbus auf Rügen bei guter Darstellung und geschickter Inszenierung Direktor .Steffi ers einen starken Lacherfolg. Kr. Ul Erstes Blatt (65. Jahrgang Donnerstag, 24. M l. erscheint täglich, außer W ▼ monatlich75Vü viertel- äs 1I1TßC4>Tg Af IIITlMflPi »fes te» V1 IvIMlIIIlI ZI II iLIulL M RS m| AÄf wirtschaftliche Zeil fragen ■ M ■ Hl Wr Chefredakteur: 'ferusprech - Anschlüsse: B jv Ab Verantwortlich für den uir die Redaktion 112, Irr”8' politischen Teil: August BLV Seneral-Avzeiger fiir Gbechessen LSsL ht^^z^änrnmne" Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vach- UN» Steinörudcrei R. fange. Rciaftion, (Zrpcöition UN» Druckerei: Schulstratze 7. Lnd-: dm bis vormittags 9 Uhr. Geschäftsstelle Büdingen, Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. .Beck. irserle*^ „-äder iS*1*- Clliq. eielh Muckern.inKorrestond' In ^sriny"9ellote unt. 05874 • man hptl föinhnHAM »>t.. ■ . rung lltes. Empfehle ewcht. oerbs- tlerin, _^873 gut -rgerl. «ernte Abn. Herr, 'nver- X |«8?S n arbeit ochen. önig, fx,_____ 'M > ((&579 4786 erb. I »fort > ckell- i 1 ob. 1 iliche 1 ben leten. das oanb. stütze lUslv., Arn Ä, Podien, nimuui N PZZM . Lleinstrahe 66. s-n Zeugnisse I vervielfältigt in j Tlbrcibmafchincnichrist 0 schnell unb billig I Schreibmaschinen ' bureau Tel. 1V54 V Goctdestrane 3L. » i Vanb, et. nach 11.14800 Ein ober zwei Schüler der höheren Lehranstalten finden KWiMW V Tr. Rocic, Goelhestr.34."-'> ® Forderungen I an ben Nachlaß des Metzgers L.s cbildwachtcr sind binnen lugieit, 14 Tagen bei dem Unter- . (4775 Lej(fin. geltenb zu machen. (mi Herei. / ft. ddeefmann, Kai/erAlleeN ili werd. « Um llist wtta i bet Abzugeben geg.Delobn.berm U™ Portier b.AugcuUrnst.^ ,te alt, s tanscheinend ^cblnerbundl st l refa= \ utit zugelaufen, betielbcfotin ,e des und das Juliergeld bc nm M inEmvianggenom-weM^ Jnbalt WHUs < WA M W6 kauf-Landwirte IW» u Händler am ' besten bei 4757 nicbcr, ibr alt itt. 15. er gen meirad rkauien. str. 14/16 3IL^ ütneuer ow. fiifl; verkant lenzauo >rt btüifl udT (leider et ii* alle .höchsten , genügt- Salltox ,05756 15000 M- 2. andere Einzelheiten zu enthalten, die später geregelt werden sollen. Der Londoner Präliminarfriedens vertrug wird, ohne daß seine Prinzipien aufgegeben werden, infolge der durch die Besetzung Ädrianopels geschaffenen Lage und unter den in der letzten türkischen Zirkularnote entwickelten Gesidftspunkten als nicht bestehend au-- aesehen. — Die Unterhandlungen mit dem serbischen Delegierten Pawlowitsch stehen nahe vor khrem Abschlüsse. Kricgsnachrichten Sofia, 23. Juli Tic Griechen haben die Mädchenschule in Serres eingeschlossen und 93 Bulgaren, unter denen sich außer Bewohnern der Stadt 10 Soldaten und vier Gendarmen befanden, getötet. Die Leichen »vurden sämtlich am 11. Juni öoh den bulgarischen Behörden aufgefunden. Die griechische Kavallerie plünderre das bulgarische Dorf Ha r s o v a im Distrikt Kuekuetsch und machte alj e Greise, Frauen und Kinder nieder. Ueber 800 Familien aus den Bezirken Keschan, Malagara und Usun-Köprü sind, vor den Türken fliehend, in Bulgarien angekommen; andere langen unaufhörlich an. Der Kommandant der Bulgaren in .Küstendil berichtet, daß die in den Bezirk Boszilegrad eingedrmlgenen Serben das Dorf Doukat bollständig geplündert und eingeäschert hätten. In dem Distritt Malagara hätten die Türten 7 Dörfer zerstört und Frauen vergewaltigt. Der bulgarische Ort Har- lagundi ist geplündert worden. Belgrad, 23. Juli. Bei Pi rot griffen zwei bulgarische Bataillone mit einem Maschinengewehr die serbischen Borposten in Garvan an. Der Feind wurde mit beträchtlichen Verlusten in der MctLuüg des Dorfes Zwontze auf bulgarisches Gebiet zurück- -ewiesen. Bei D et schau i und Kla d enatz griff der Feind unerwartet die serbischen Vorposten aus der Grenzlinie an. Es gelang ihm, auf kurze Zeit einige Kilometer weit in serbisches» Gebiet einzudringen. Die serbischerr Truppen erhielten jedoch Hkrfhtnfungcn; der Feind wurde wieder über die Grenze zurück gewon'm. Gestern und nachts versuchte der Feind einen Angriff von Trn in der Richtung auf Wlassina, wurde jedoch zurück- aeworsen und erlitt beträchtliche Verluste. In der Gegend von Egri Palanka spielten sich auf dem äußersten linken Flügel LLämpse an der Grenzlinie ohne große Bedeiltung ab. In der letzten Nacht versuchten die Bulgaren in der Richtung von Z a re wo Selo einen Angriff auf die serbischen Truppen. Tie serbischen Truppen waren jedoch auf ihrer Hut und kannten aus Ersahruna die versteckte bulgarische Taktik. Sic warfen die 23ub garen rasch in ihre alten Stellungen zurück. Morgens 3 Uhr versuchte der Feind den Angriff zu wiederholen. Ter Kampf bauerte mit Unterbrechungen den ganzen Tag an. Die serbischen Truppen haben vollständige Fühlung mit den griechischen Truppen. Saloniki, 23. Juli. Die Griechen warfen den linken bulgarischen Flügel auf Razlok zurück. Der türkische Bormarsch. Konstantinopel, 22. Juli. Eine unabhängige Kavalleriekolonne unter dem Obersten Ibrahim so- toy eine fliegende Infanteriekolonne unter Enver Bey find morgens in Adrian opel eingezogen. Sie hatten einen kurzen Kampf mit den Bulgaren zu bestehen. Die Bulgaren sprengten vorher die Muintionsdepots in die Luft und ebenso einige Regierungsgcbände. Gleichzeitig haben sich 300 Gendarmen unter dem Obersten Fonlon Bev nach Adria- nopel begeben. 600 bulgarische Gefangene sind hierher gebracht worden. Die Tabatregie zahlte an den Staatsschatz 300 000 Pfd.; 600 000 Pfd. werden nach der Veröffentlichung des Jrades über die Verlängerung der Konzession der Tabakregie und 600 000 Pfd. nach zwei Monaten cingezahlt werden Sofia, 23. Juli. Unter dem Drucke zahlreicher regulärer türkischer Truppen, die am Montag abend vor Adrianopel erschienen, hat sich die kleine bulgarische Garnison genötigt gesellen, sich kviderstandslos z u r ü ck z u z i e h e n. Am Dienstag srüh haben die Türken die Stadt besetzt und furchtbare Grausamkeiten begangen. Der Bevölkerung hat sich eine Panik bemächtigt. — Demselben Sckncksal wie Adrianopel ist Kirkkilissc verfallen, dessen schwackje bulgarische Garnison sich zurückziehen mußte. Die Einwohner sind niedergemetzelt worden. Konstantinopel, 23. Juli. In einem an den 'Großwesir gerichteten Telegramm erklärt der bulgarische Minister des Aeuf.ern Ghenadiew, daß die Türkei durch ihr Vorgehen die territoriale Integrität Bulgariens verletzt habe und Bulgarien verlange, daß die türkischen Truppen an die durch den Londoner Friedensvertrag bestimmte Grenze zurückkch- ren. Tie Pforte wird darauf antworten, daß sie den Londoner Vertrag als hinfällig betrachte. (Weitere Kriegsnachrichten siehe 2. Blatt.) Line Besprechung des Reblausgesetzes. ch. Bingen, 22. Juli. Hier sand heute die von den verbündeten Regiernitgcn einberufenc Besprechung von Beschwerden und Vorschlägen zur Ausführung des Reblaus g e s c tz e s unter der Leitung des Vertreters des Reichskanzlers, GelleimrateS Dr Jung vom Reichsamt des Innern, statt. Außer den Ncichsiagsabgeordnetcn Sl>aumann, Blanken- b-.'rit, Hartrath, Hock, Paulo und Wallenhorn waren etwa 35 Ber- trilcr aus Preußin, und zn-ar der Rhein Provinz und HcsseU- ptassau, 20 Vertreter aus Bayern, 20 Vertreter aus Hessen, vier Vertreter aus Elsas Lothringen, ferner von Regierungsvertretarn und beamteten Sachverftäitdigen, darunter Geh Regierungsrat und vvrtr. Rat Frhr. v. Hammerstein vom Ministerium für Xanbtvirtid^it, Landrat Geh Reg. 'Hat Wagner Büdesheim, Land- rat v Naße Kreuznack., Professor Rübsamen Koblenz, Ministerial rat Edler,v Braun München vom Staatsmiuisteriiim des Innern, Landesmivektor für Weinbau Hosrat Dent Neustadt a. H, Dr Bassermanu Jordan Deidesheim, Forstrat Orth-Würzburg, Mini stenalrat Holztnger Larmstadt, Geh Landesökonomierat ..« lltler Lariustadt, beide vom Ministerium des Innern, Do- SanbK Vc-ht,r Lintz Silzen, Ministerial rat t i-.viw. Straßburg, vom Mmtsteruim des Innern Landes- ausstchtskomunsstlr Wanner Straßburg, anwesend. Der deutsche Wembauverband war durch seinen 2. Präsidenten ^launn bnni jnb ^nen ^Sekretär Klingner R'eustadt a H vertr?ttm Vertreter des Krenes Btugen war Geh.nnrat Dr. Steeg anwesend K'näcvst wurde über M a ß nahmen beim Aufsuch Inder R e b l a u S v e r , e n ch u n g e n verhandelt. Dabei beteil atm fi* an der Aussprache die Winzerverlret r so zahlreich n>ic auch die Vertreter der Reblaus UntersuchungS >lvlonnen und die der Re gtenmg Lie Vertreter der Regierung nahmen dann cnt.K\rai daß die Winzer die tunlichste Berückstck>tiguug ihr e Wü'nsckie die Enwer nähme zwischen Üvlonnen und Gemeinden, die gründlichste Destmeklum der Schuhe und beider der bei ber llntersnchuna belästigten Arbeiter, das 2lufbörcn der Arbeit bei sehr trockenem Nwrmem und nassem Wetter, die Entstellung der Untersuchungen mit der Reite der Trauben, nicil letztere für (Heriidx* nie Be- rübningen sehr empfindlich seien, verlangen. Alle diese Wünsche nmrben eingeh ud besprochen. Es folgte bann die Behindlung des Punktes: Maßnahmen b e i A u s f i u d u n g v o n R e b l a u .> v e r s e u ch u n g e n. Hierzu Nwrde von Bier mann Bingerbrück die Verkleinerung der Sicherheit Gürtel verlangt, auf den ans der V.riammlung, be- sondiws von Pro'. Rübsamen laut werdenden Widerspruch, -oq er den Antrag zurück Man wurde sich einig darüber, daß der Sickterhensgürtel groß sein mässe. Ebenste zog Biermaim den Antrag, für jeden verseuchten Bezirk einen Reblaus und Dein bailsackiverstäildigen. der sein Gebiet immer begehen muß, am.i stellen, zurück. Dieser Eintrag wurde oadurch widerlegt, daß dieser Beamte Baum das sehen und festsrellen könne, was eine Koinsussisn zu sinden vermöge, zumal, da die Reblaus sich bereits an den Wurzeln noch kerngesunder Stöcke nach ^außenhur befinden könne. Es wurde dann vvrgebmcht, daß die Tesinfektionsmaß- regcln und Verkehrsbcschränkungen auf das notwendig ne beschränkt werven sollen. Koch-Elwille sprach über ungleichmäßige Behandlung der üerfdxcbencn Vorschriften. Geheimrat Jung teilte mit, daß, die Regierung bcabüdjtige, in größeren Gemarkungen eine Teilung vorzunehmen, so daß der verseuchte Teil abgetrennt würde und die Verkehrshindernisse nur für die verseuchten Teile sortbestehen sollten. Die sechsjährige Frist des Brachliegens von verseuchten Stellen dezw. Weinbergen, wurde angenommen, jedoch war man dagegen, datz Weinberge 12 Jahve brach und dann noch weitere 8 Jahre liegen müßten. Die verschiedenen Abschätzungen wurden ebenfalls behandelt. In Hessen sei es anders wie in Preußen. Im übrigen wurde betont, oaß die verschiedenen Behinderungen die Winzer zur Auslwanderung veranlassen würden. Vtan bezeichnete dieses als sehr schwerwiegend. Bereits sollen Winzer, die im Winter keine Arbeit mehr haben, au5geroanbert sein. Großes Gewicht wurde darauf gelegt daß die Versuche mit veredelten Reben vorgenommen und ausgedehnt werden fallen. Sie gäben einen ganz • uiriebemteHenbrr. Wein, und wenn sie auch feine fo lange Lebensdauer hatten, dann seien doch die Erträge aus solchen Reben besser. Die Amerikaner-Reben fanben aber nicht nur LicbhÄier, es wurde auch eine Stimme dagegen' laut. Bon clsässisck-cn Vertretern wurden die Amerikanerreben empfohlen. Es war bereits in später Stimbc, als Herr Sittmann dem Redner der Vereinigung Binger Weinbergsbesitzer, Biermann, für alle Vorschläge und Bemerkungen zum Reblausgesetz bei den Aussührnngsbestimmungen dankte, ebenso der Vereinigung, worauf der Vorsitzende die Tagung schloß. DieCätr'gkeit der an den Mitteldeutsch. Arbeitrnachweis- verband berichtenden Arbeitsnachweise im Juni <915. Von den 26 Arbeitsnachweisen des Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverbandes, die irn Juni an das Kaiserl. ©tat. Amt berichteten (gegen 18 im Juni 1912) wurden 7192 (7151) männliche und 3804 13929) weibliche Personen, zusammen 10 996 (11 080) vermittelt. Hiervon entfallen auf Alzey 11 (—), Aschaffenburg 34 1'76), Bebra 53 (—), Dingen 100 '88', Butzbach 9 (—), Kassel 963 8761, Tarmstadt 281 (349), Dieburg 26 (—), Frankfurt 5075 (5339), Friedberg 50 (60), Gernsheim 1 (—), Gießen 254 (181), Großt-Karbcn 29 (—), Hanau 70 (84), Herborn 27 (65), Kreuznach 117 (42), Mainz 1039 (1078», Marburg 18 (8), Offenbach 341 '382), Weilburg 18 (16), Wetzlar 35 (44), Wiesbaden 1983 (1967), Witzenhausen 6 (3) und Worms 450 (442). Nach Berufsgruppcn getrennt wurden vermittelt: In den männlichen Abteilungen: Landwirtschaft 822 (gegen 702 im Juni 1912 , Metallgewerbe 679 (774), Holzgewerbe 385 (445), Industrie der Nahrungs- und Genußmittel 97 (113), Bekleidungs- und Reinigungsgewerbe 385 (374), Baugewerbe 736 (590), Maschinisten, Heizer und Fabrikarbeiter 100 (166), Gast? und Schaukwirtschasts- gewerbe 1497 (1286), sonstige Lohnarbeit und häusliche Dienste 2222 (2300). In den weiblichen Abteilungen: Gelernte und angelernte Arbeiterinnen in Fabrikbetrieben 104 (52), Bekleidungs- und Reinigungsgewerbe 50 (31), Gast? und Schankwirtschafts- gewerbe 403 (362), sonstige Lohnarbeit und häusliche Dienste 3199 (3378). Von den an den Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband berichtenden nichtöffentlichen Arbeitsnachweisen wurden im Juni 1913 im ganzen 1057 Stellen vermittelt gegen 901 iin Juni 1912. Von diesen 1057 Stellen entfallen auf Jnnungsarbeitsnachweise 281, auf Arbeitnehmernachweife 314, auf paritätische Arbeitsnachweise 57 und auf Vereinsarbeitsnachweife 405. Von den 13 an den Mitteldeutschen Arbertsnachweisverband berichtenden größeren Ortskrankenkassen war der Bestand am 1. Juli 1913: 301840 (gegen 293 125 am 1. Juli 1912); darunter waren 192 379 (190 783) versichcrungspslichtige männliche Mitglieder, 76 299 (72083) versichcrungspslichtige weibliche Mitglieder, 10 488 (9656) freiwillige männtidre Mitglieder und 22 674 (20 603) freiwillige weibliche Mitglieder. planmäßig Aus Stadt und Cant» ©legen, 24. Juli 1913. Pünktliche Einhaltung des Fahrplanes — ein Schutzgesetz für die Reisenden. Die Firma Bering & Waechter, Eifenbahnbau- und Bctriebsgesell schäft in Berlin, betreibt eine schmal- spurige Eisenbahn von der Staatssttaße bei Krass, bis zum Bahnhofe Er stein der Reichseisenbahnen. Der Betrieb erfolgt teils mit Dampf, teils mit Pferden, und zwar sind für den Personenverkehr zwischen den Bahnhöfen Erstein-Stadt und Erstein-Reichsbahnhos Pserdebahnwagen in Betrieb, während die Beförderung von Gütern, ausnahmsweise auch von Personen, mittels Tampfstraßcnbahnzügcn erfolgt. Die Pferdebahn wag en und die Tampsbahnzüge benutzen zwischen Erstetn- Stadt und Erstein-Bahnhof dieselben Bahngleise. Am 16. Oktober 1910, am sogenannten Meßti-Tage in Erstein, an dem ein Volksfest daselbst stattfand, hatte der Koch D. aus Beu seid die Pferdebahn zur Fahrt von Erstein-Stadt nach Erstein-Bahnhof benutzt und zwar mit einem Wagen, der fahrplanmäßig abends um 8 Uhr 59 Min. von Erstein-Stadt ab- fahren sollte. Unterwegs wurde dieser Wagen durch einen hinterdrein fahrenden Tampfbahnwagcn eingeholt und angcfahren, und D. von der Plattform, auf der er stand, heruntergefchleudert, wobei er erhebliche Verletzungen erlitt. Der Dampsbahnwagen sollte fahrplanmäßig um 8 Uhr 46 Minuten von der Station Erstein- Rheinstraße abfahren, um 8 Uhr 58 Min. in Station Erste in Stabt an komm en und erst um 9 Uhr 10 Min. von bort wiebcr abfahren, während» der von D. benutzte Pferdebahnwagen um 9 Uhr 8 Min. an der Endstation Erstein-Bahnl-os ünkommen sollte. Dadurch, daß 'einer der beiden Züge diesen Fahr>- plan aber nicht eingehalten haben mußte — entweder war der Pserdebahnwagen zu spät oder der Dampfzug zu früh von ber Station Erstein-Stadt abgefahren —, war der Zu farnmenstoß erfolgt, der vermieden worden wäre, wenn vor der Abfahrt des Dampfbahnwagens der Vorschrift entsprechend eine telephonische Meldung eingcholt werden wäre, ob die Strecke ErchnnStadt bis Erstein-Bahnhof frei sei. Das war aber in ber Tat nicht geschehen, wahrscheinlid? infolge des starken Meß Verkehrs. Der Kläger behauptete, er habe als Koch sehr guten Derdiemt unb gute Aussichten für die Zukunft gehabt und verlangte deshalb, gestützt auf § 1 des Hastpslichtgesetzes und § 823, 1 unb 2 BGB. erhebliche Schadensbeträge, die ihm auch von den Vorinstanzen teilweise zugesprochm worden roamt Landgericht Straßburg und Oberlandcsgericht K o l m a r batten dem Aflägcr 5000 Mark Schmerzensgeld, bis 1. Januar 1914 eine Rente von 4600 Mark und von da ab eine Rente non 3000 Mark .yugebiHigt. Die Beklagte habe zivar, so hatte das LbcrliinbeSgericbt ausgeführt, den Eittlastungsbeweis aus § 831 erbracht, hafte aber nach § 823, 1 und ä wegen eigenen Verichuldens, unb zwar wegen schuld basten Verstoßes gegen die Bestimmung der Eisenbahnbau und Betriebsord- nung, die grade zum Sckuitzc des reisenden Publikums, in § 65 bclhnrme, ber, mn Zug ohne Erlaubnis des zuständigen Beamten von einer Station nbiabren dürfe, und 'weiter, daß kein fpftnpftTfG 3ugsolgestclle ab oder durchfahren dürfe, bevor v £ ‘ ------ ' uv vutujionrni ourrc, vevor b?rÜvor«nisqegan«ne Zug fick, unterDeckung b e r n a a^)t e n 3 u g t o l g c ft c 11 e befinde. Fahrplanmäßig habe ^-.^7 D^nvnug um 8 Ubr 46 Min. von tn-r Station ^Rein" 1 obiabren unb um 8 Uhr 58 Min an ber Stati-m faIS. ^rt "-"ten die Reiseiiden auf den 1 hebabniun umyiiaen sollen, ber die ^taHnn fabrvlanmaßia um 8 Ubr 59 Min habe jtanon Erstem iicid>.: abnbof urm • Ulrr * Mm emUchVn frftn a cd Ankunft des Straßenbahn«SrsÄgfi namftch ent 9 Uhr 10 Min., habt dann iabr- , der um 8 Ubr 58 Min. «nge'trx^enr £tahtm ^U'^n-^tadt verlassen unb nad, Erstein-ReidiÜ oaunüot lucUHrmbrrn dunen Der ’o fr ft gefegte Fatnwtnn imbr al»o Rücklicht genommen aus die Befniumung in »«der Be^ triebsordnung — Freilnn der Strede! — |et oder unveittitt« am 2tbatb des 16. Oktober nicht eingehalten wvrden, obwohl es sehr leicht möglich gewesen wäre, sich vor iedem Zuge telephonisch zu vergewissern, ob bie Strecke tret fei. Hätte die Beklagte ihre Beamten ein für allemal angewiesen, nur so zu handeln, dann wäre der Zmammenftoß. niemals erfolgt. Wegen dieses Verstoßes gegen § 65 der Betriebsordnung hafte die Bellagte wegen Verletzung eines Sckutzgcsetzes; sic hafte an Berbern aber auch aus § 823, 1 BGB. wegen eigenem Ben'chulden, denn auch für sie gelte wie für jede Gifcn- bahnunternehmerin der allgemeine Satz, ihren Betrieb stets so zu regeln, wie es die Sicherheit des Verkehrs verlange. Das Reichsgericht bat dieses Urteil im wesentlichen bestätig t, nur soweit als die Rente Don 3000 Mark über das 45. Lebensjahr hinaus zugebilligt worden ist, hat das Reichsgericht das Urteil aufgehoben und die Sache in diesem Umfange an das Oberlandesgericht zurückverwicseii. (VI. 183/13. — 12. Juli 13 ) *♦ Geheimrat Professor Dr. Gasfkp in Berlin, der Ehrenbürger unserer Stadt, ist anttsmüde und Hal bie Absicht, Ende dieses Jahres irm seine Pensionierung nach- Lusuchen. Es soll in der Absicht Geheim rat Gaffkys liegen, seinen Wohnsch bann in Gießen zu nehmen. " Ordensverleihung. Der König von Preußen hat dem Hessischen Oberstallmeister und Kammerherrn Niedesel Frciherrn zu Eisenbach zu Darmstadt den Roten Adlcrorden erster Klasie, dem Oberhofmeifter der Großherzogin von Hessen, Kammerherrn Dr. Freiherrn von Leonhardi, den Roten Adlcrorden zweiter Klosse verliehen. • • Lehrerpersonalien. Dem Lehrer Val. Löwenhaupt zu Petterweil wurde eine Lehrerstelle zu Jugenheim (Kr. Bensheim) und dem Schulamtsospiranten Wilh. Gaul aus Büdingen die erledigte 2. Lehrerstelle zu Usenborn übertragen. — Erledigt sind je eine mit einem evangel. Lehrer zu besehende Lehrerstelle in Zwingenberg und zu B: n d s a ch s e n. • • Schützen fest. Das nächsten Sonntag und Montag stattfindende 35jährige Jubiläumsfest und große Preisfchießen des Gießener Schützenvereins erfreut sich des größten Interesses weitester Kreise. Reiche hochherzige Stiftungen ermöglichen es dem Verein, die Scheiben mit Ehrenpreisen im Wette von ca. 1000 Mk. auSzustatten, ohne daß dadurch die üblichen Barpreise der Meisterscheiben irgendwie beeinträchtigt werden. Die Ehrenpreise werden am Freitag und SamStag im Schaufenster des Herrn Ad. Geisie, SelterSweg, ausgestellt. Viele Anmeldungen von auSivärtS lasten einen regen Besuch des Festes ermatten. • • Silberne Hochzeit feiern heute Eduard Engeler und Frau, geb. Earl4, Bruchstr. 9; am Sonntag, 27. d. Mts., Zugführer M. AlthauS und Frau, Elifabethe, geb. Nau. **JmHeimsürLupuskranke, über dessen untrer Erwarten starke Benutzung mir schon berichtet hüben, soll jetzt Raum für weitere 10 Belten geschaffen werden, indem sofort mit dem Bau einer Wäscherei, Bügel- und Trockm- raum begonnen wird. Hierdurch werden im Dachgeschoß die dafür benutzten Räume frei, die dann noch als Krartteiy- zimmer eirrgerichtet werden. ** Gesetz widriges Wetter unb schle chle Ge» schäfte. Ueber das Wetter klagen heuer die Landwirte, denen es allerdings die Wettermacher nie recht machen können. Es ist ihnen des Segens zu viel, der vorn Himmel herunter kommt, und sie befürchten, die Ernte tonnte darunter Not leiden. Aber and) die ortsangefefsenen Benwh- ner der Badeorte, der Sommerfrischen unb die Wirte ber Ausflugsorte haben alle Ursache, Heuer mit dem Sommer, der gar kein Sommer ist, unzufrieden zu sein, weil bie Nässe unb die Kälte ihnen die <Ääste fern hält. Ader wegen des gesetzwidrigen Wetters Hagen auch Industrielle und Geschäftsinhaber in der Stcrdl, besonders auch in Gießen. Ganze Erwerbszweige liegen wegen des Wetters darmeder, und es ist eine gewaltige Summe, die den Unternehmern burd) ben nun schon feit Wochen mangelnden Sonnenschein verloren gegangen unb in diesem Sommer nicht wieder hereinzuholen ist. Die große Gruppe der Ladeninhaber, welche mit den verschiedensten Artikeln für Herren- unb Damenbeffetinmg Handel treibt, ist sehr zu bedauern, denn deren Läger sind gefüllt mit einer großen Auswahl mit Dam enbeffeidungsstücken, als iveißen Blusen, leichten Damenröcken, leichten, gewebten seidenen und bauinwollenen Strümpfen und all ben eleganten Artikeln, welche unsere Frauenwelt bei sonnigem, heißem Wetter für die Straßentoilette zu kaufen gewiß nidft säumen würde. Ader auch die Herreugarderobengefcbüfte haben sich über schlechten Absatz zu beschweren, denn oie großen Vorräte für die Sommer- sarsou liegen fest wie Blei, weil fein Bedürfnis vorliegt für leichte Sommerstoffe. Wer sich sommerlich bekleiden würde, würde ebenfalls gesetzwidrig handeln unb sich einen gehörigen Schnupfen holen. Lider auch die Schuhbranche hat über mangelnden Msatz in eleganteren Hcrrorv- unb Damen stiefeln zu Hagen, denn bei den stets nassen Straßen kommt es in der Hauptsache baranj an, daß die Fußdellei- düng wasserdicht ist. Die .Hutgcsiyäste schimpfen auf das Wetter, weil fein vernünftiger Mensch von einem Strohhut etwas wissen will. Ebenso unzufrieden sind die Sxmbler, welche Hemden, Trikotagen usw. führen, denn deren große Auswahl von Sommerartikeln ist unverkäuflich. Die Waren werben nicht umgesetzt unb weil bei ben meisten Artikeln bie Mode ein gewichtig Wort mitzureden hat, werden sie, wenn sie nicht abgesetzt werden, erheblich entwertet, ja teilweise sogar vollständig unverkäuflich. Noch in keinem Jahre sah man in unserer Stadt mit einer solchen Geschäftigkeit unb Eile den Betrieb von Ausverkäufen zu so billigen Preisen. Die Geschäftsleute müssen die eingekauften Waren räumen, sie schlageii die Sonrmersad-en los, mn trotz des unsommerlichen Wetters burd) erheblich herabgesetzte Preise b'ie Kauflust M reizen. Man sagt sich als .Vüiufmann, ber erste Schaben ist der beste, es entspricht dies auch dem modernen Geschästsprinzip, denn irrer Modeartikel aufheben wollte bis zum Sommer übers Jahr, würde dabei uvch fd)Ied)tere Geschäfte machen. 9hir ein Artikel ist heute von Damen und Herren stark begehrt und die darin sehr leistungsfäßige deutsche Industrie ist restlos an der Arbeit, den stärksten Bedarf, ben selbst bas Auslanb bann bat, zu decken. Es ist der Regenschirm, der von allen Ge- sellschaftsklafsen, in allen Preislagen zurzeit ber am meisten gekaufte Artikel ist unb die Schirmbranche, die zwar über mangelnden Absatz an Sonnenschirmen zu klagen hat, findet aber für ben entgangenen Verdienst in diesem Artikel reichlich Ersatz in dem dafür eingetretenen starken Bedarf in Regenschirmen. Kreis Alsfeld. D M ü ck e, 22. Juli. Heute nacht wurde in der Villa Schrader hier eingebrochen unb mehrere Möbelstücke >r> eggebra cht. Die sofott angestellten Ermittelungen durch Wachtmeister Daum fördctten die drei Stück gestohlenen Möbel bet einem Einwohner von Merlau zu Tage. Ex __ t djt «: ^t Qhpr -esen tS9--M 5 feij.^W^Nt ä^^si Vj5^&£j£ I fwfeWt6,151- 30« ft^tit bk. ÄMA-rx ; "*** i »teäÄ’ts ’OrneiRtt *6 SL*8*» nsenbach ,u g! ^«fem dem Oberbo iLt mJ nbt ben -Herrn »Ä*** rorden zweiter ssü?"^ üon Z-M e in a ■m,t C“lem «««ngd. '" 3>»tngenberg unb iu S" Sxmnin? "nb ®*9 t *■'$ 6,8 SrD-» In. .hochherzigeStiftungen ermög, 3en mit Ehrenpreisen im Werte y ohne daß dadurch die üb- eibfn irgendwie beeinträchtigt am Freitag und Samstag Geisse, CelterSweg, ausgestellt. irtS lassen einen regen Besuch seiern heute Eduard Engeler 9; am Sonntag, 27. d. M., Frau, Elisabethe, geb. Nau. u s l r anie, über dessen wider vir schon berichtet haben, soll etten geschossen werden, indem Ascherei, Bügel- und Trockm- itrd) werden im TMeschoß die die dann noch als Kranken? Detter und schlechte Ge« -r klagen Heuer die Landwirte, ^ettermacher nie recht machen gen§ zu viel, der vom Himmel Hielten, bie Ernte könnte dar« bie orföangefeijentTi Bewob ^erfrischen unb bie Störte bet che, Heuer mit dem Ämmn, m?,usriÄ>en zu sem, well ine e«e iern M. Aber wegen llagen M Industrielle unb tfet, besonders auch m Greben. t wegen des Wetters darmÄer, Summe, die den Unternchnm. diesem Sommer mcht wieder w Gruppe der Lademnhaber, haben sich E sgi die Sommer* * ^°Eürftfts vorliegt i, weil kern Bed M ^foen Der icf,eätS ^nndngMdem^i Oer auch die und aR in «WÄaÄ? get .‘"JlSiftS SsKs von?^7eingekau^^des -MS- ite, es denn "" übers ^Ktikel rst^7 u. »-7^> * gtttÄ tf b-E hat. ndustne --ZZs'^- M-d-!" Iß-ck- ßtut( f”[tut SKSÄ" X*» 7«l-kla>l i« 46-47 96-98 36-00 80-00 81.00-83.00 61.00—65.00 79.00—82.00 62.00—64.00 62.00-6.500 80.00—82.00 00.00—00.00 00.00—00.00 FC. Wiesbaden. Diebhoi-Marktbericht vom 23. Juli. 85-91 48-51 51-56 92-100 44—47 78—84 96—00 80-82 ti«S d)u Trusffrei! 49—53 45-48 82—91 69—76 60—68 45—50 38—42 31—36 84—91 78-84 Mt. 53-58 52-57 Mr. 65-68 60-64 54—58 64—66 59-63 53-58 48—52 107—110 99-105 88—97 81—87 Lebend- Schlachtgewicht Mk. 93-100 92-99 Mk. 108-113 102—108 92—98 und geringere Mastlämmer . . . Schweine. Vollfleischige Schweine vo» 80 -100 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht Dollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht Arbeiterbewegung. Iv. Stettin, 23. Juli. (Heftern abend haben in einer Versammlung etwa 1 10 0 städtische Arbeiter den Bericht der Vertrauensmänner über die am Vormittag mit dem Magistrat gepflogenen Verhandlungen entgegengeirommen. Tie .Hilfs- und Transportarbeiter erklärten sich mit den Hafenarbeitern solidarisch. Tie Gewerkschaftsbeamten wiesen darauf hin, daß zurzeit ein Streik in Anbetracht der nicht gerade günstigen Konjunktur nicht empfehlenswert sei, wohl aber einige Wochen später, wenn das Getreide verladen werde. Tie Beamten ermahnten zur Ruhe und Besonnenheit. Tic Versammlung nahm eine Entschließung in der Form eines Tarifvertrags an. Weidemastschase; Mastlämmer und Masthammel .... 47,00-00 00 Schweine. Uuivcrfitäts4Iacbricbkft. — Der Lektor der alten Sprachen an der Universität Fref- burg i. Br. Dr. Otto Binder ist vom Herbst 1913 an zum Oberpräzepten am Gymnasium in Tübinge n berufen worden. — Zum Nachfolger des verstorbenen elatsmäßigen a. o. Professors Dr. K. Kopp aus dem Lehrstuhl der Haut- und Geschlechts- kraukheiten und in der Leitung der derinatologischeu Poliklinik an der Universität München ist der a. o. Professor an der Wiener Universität Tr. med. Leo Ritter v. Z u m b u s ch in Allssicht genommen. GcriehtssaaL. w. Varis, 22. Juli. Vor dem Schwurgericht von Draguignam ltand gestern die 18 Jahre alte Charlotte Genasi, weil sie im März d. Js. in Toulon ihren ehemaligen Geliebten, den Journalisten Fernando (ti r o §, getötet hatte, der als Kriegskorrespon- dent nach Marokko gegangen war und sie im Elend ztlrückgelassen hatte. Tie Geschworenen fällten einen Freispruch. reit Schafe 40, Schweine 436. Geschäft mittel. Ochsen. Dollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht» wertes im Alter von 4—7 Jahren .... Die noch nicht gezogen haben lungejochte) . . Jlinge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete............ Bullen. Vollfleischige, ausgew., höchsten Schlachtw. . . Vollfleischige, jüngere Färsen, K ü h e. Vollfleischige ansgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes . . . . . . . . « - Vollsleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bi8 zu 7 Jahren..... ^eitere ausgemästete Kühe unb wenig gut entwickelte jüngere Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen Gering genährte Kühe unb Färsen Kälber. Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . . Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . Geringere Saugkälber......... Schafe. Vollfleischige Schweine von 80-100 kg Lebend- geivicht ’ • . ■ . 6U/,-64 80-82 Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 61 X-62'/j 79—89 Vollflei chige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht . ............04-35'/, 80-82 Vollfleischige Schweine vonl20—150 kg Lebendgewicht .............. 62-63 78—79 Limburg a. d. Lahn, 23. Juli. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen luassauischer) 17,80 Mk^ weißer Weizen sangebaute Fremdsorten) 17,30 Alk., Korn 13,00 Mk., ©eilte: huttergerfte < 0/0 Mk., Braugerste 0,00 —0.00 ML, Hafer 7,00—9,00 Alk.', Erbsen 0,00 Mk^ Kartoffeln 4,00-0,00 Mk. Auftrieb: Rinder 66 (Ochsen 17, Bullen 4, Kühe 45), Kälber 199, Preise für 100 Psd. Kälber. Feinste Mastkälber Mittlere Mast- und beste Saugkälber. . . . Geringere Mast» und gute Saugkälber . . . Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . Aeitere Masthammcl, am genährte junge Schafe X Grünbtrtz, 23. Juli. Einer der schlimmsten Regentage herrschte am heutigen »I a k o b i m a r k t". Deffen ungeachtet zeigte der Viehmarkt doch eine starke Auffahrt von Jung- schweinen. Durch daS Regenwetter war ober bie Anzahl der Käufer gering, so daß nicht mit der Auffahrt geräumt wurde. Trost dieser Umstände ging der Handel flott bei etwas matteren Preisen. Man bezahlte für das Paar 7 Wochen alter Ferkel Alk. 50—58, 8—9 Wochen alter Mk. 60—65, 10—12 Wochen alter Mk. 65—72. Hätte besseres Wetter geherrscht, dann wäre alles auf- gekauft worden. fc. Frankfurt a.M. Viehho f -M a r k t b e r i ch t vom 24. Juli. Auftrieb: Rinder 127, darunter Ochsen 59, Bullen 3, Kühe unb Färsen 65, Kälber 535, Schaie 9-, Schweine 1870. Tendenz: Kälber und Schafe lebhaft, Schweine gedrückt. Preis für 100 Psd. Lebend- Schlachl- gewicht Märkte. th Gießen, 23. Juli. Ter dieswöchentliche Viehmarkt hatte einen Vorrat von 1200 Stück Großvieh, 500 Stück Jungvieh, sowie Kälber und 150 Schweine. Ter Vorhandel war diesmal im Gegensatz beim Markt vor 14 Tagen sehr unbedeutend und kaum bemerkbar. Ter Markt selbst zeigte in MilckMch eine mehr wie flaue Tendenz, was die Handelsleute auf das naßkalte Wetter zurücksühren. -Für mittlere und geringe Ware waren die seitherigen Preise nicht zu halten und es ist seit langer Zeit das ^stemal wieder, daß Milchkühe überständig blieben. Auch die allerdings beim letzten Markt sehr hohen Preise für Jungvieh schlugen ab und das GesckM darin war recht langsam, weil der rechte Schneid zum Ankauf nicht vorhanden war. Fette Rinder in guten Stücken wurden zwar für Frankfurt a. M. zu den immer noch hohen Tagespreisen angekauft. Fette Kühe waren nur in leichter, kaum ausgemästeter Ware am Markt, weshalb die Tiere selbst mit Preisnachlaß nur sehr schwer unterzubringen waren. Fettvieh für das Gießener Schlachtlwus wurde nur angekauft, wenn die Verkäufer bereit waren, die halben Schlachtaebühren zu übernehmen. Auf dem Kälbermarkt war diesmal auch kein rechter Zug. Gute Stücke gingen nach Frankfurt a. M. und nach den Badeorten ab, konnten aber nur gedrückte Preise erzielen: Mittelware kauften Handelsleute für die Heinen Städte in der Provinz an. Bezahlt wurden für das Stück: Kühe, frischmelkend und tragend, 1. Qualität 600—700 Mk., 2. Qualität 450—550 Mk., 3. Qualität 350—420 Mk.: Zuchttiere zur Zucht und Mast je nach Form, 1/2—% Jahre alt, 160—200 Mk., 3/4—V/i Jahre alt 180—225 Mk. Gehandelt wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qualität 93—95 Mk., 2. Qualität 90—92 Mk.: fette Kühe 1. Qualität waren nicht am Markt, 2. Qualität 82 bis 85 Mk., 3. Qualität (Wurstkühei 78—81 Mk.; Kälber 1. Qualität 86—89 Mk., iextra schwere Stücke bis 92 Mk.), 2. Qualität 78—83 Mk., 3. Qualität fehlte am Markt. — Ter heutige Schweinemarkt war nicht von Bedeutung- und zeigte bie schon seit Jahren eingetretene Verödung, weil es an dem nötigen Angebot fehlt, welches für unsere Gegend nur der Sandel bringen kann, dem man den Gießener Schweinemarkt zeitweilig durch Maßnahmen so erschwert hat, daß die Händler schließlich ganz wegblieben. Tamit fehlt den zahlreichen kleinen Mästem in der weiten Runde um Gießen, besonders im Hinterland und im südlichen Teile des Kreises Marburg, die Veranlassung, die Gießener Schweinemärkte zum Zwecke des Ankaufs von Ferkeln, Springern und Einlegsck)weinen noch aufzusuchen, und Kenner der kleinbäuerlichen Gewohnheiten behaupten, mit der Verödung des Gießener Schwei ne markt es, der vor 5—6 Jahren noch alle vierzehn Tage stattfand unb das Land stets mit 1000—1500 Stück Schweinen versorgte, sei auch bas Mästen dieser Tiere in dem Umfang, wie es damals in der Gegend betrieben wurde, zurückgegangen, weil es den kleinen Mastem an einer bequemen und billigen Emkaufsgelegenh.üt für junge unb magere Schweine in der Gegend fehlt. Tic paar Schweinezüchter in Gießens Umgebung, die heute noch Tiere zum Verkauf auf den Gießener Markt bringen, beherrschen, weil feine Konkurrenz mehr kommt, den Schweinemarkt und sind mit ihrer Ware viel zu hoch im Preise, für die größte Mehrheit der kleinen Mäster, denen auch bie Handelsleute gern einen Kredit einräumten, was der Züchter, der selbst nicht kapitalkräfttg ist, nicht tut. Tie Verödung des Gießener Schweinemarktes, von dem man mit einem gewissen Stiftern ben Handel auszuschalten berftannen hat, zeigt, daß die Volkswirtschaft ohne den vermittelnden Hande! zurückgeht. Tie nächsten Gießener Markttage sind am 5. unb 6. August. Am 6. August findet auch Krämermarkt statt. Vermischter. * Ueberf all auf einen Posten. Aus Halle wirb gemelbet: Am Rande der Töllau h wurde in der Nacht auf dem Schießplatz des 36. Infanterie-Regiments ein P 0 sten von drei Personen n i e d e r g e s ch 0 s s c n, die ihm das Gewehr zu entreißen suchten. Ter schwe r v e r l e tz t e Soldat konnte das Gewahr festhalten. Seine Hilferufe riefen eine Patrouille von der Schießplatzwache herbei, worauf die Angreifer unerkannt in den Wald entflohen. Man vermutet einen Ueberfall zu Spionagezwecken. * Ein schweres Bra ndnnglück hat sich gestern in Lichtenow (Mark) ereignet. Ter 6jährige Sohn der Witwe Schulz spielte in einem Holzschuppen mit Streickchölzern. Tie Holzvorräte fingen Feuer. Ter ganze Schuppen brannte nieder und das Kind tarn in den Flammen um, da Hilfe $u spät eintraf. * Schwerer Unfall bei einer militärischen Hebung. Aus London wird gemeldet: Auf dem Truppenübungsplatz Aldershot hatten zwei Schwadronen Kavallerie ihre Pferde an Pfähle gebunden. Plötzlich erfolgte ein Angriff durch Infanterie. Infolge des Gewehrfeuers brach eine Panik unter den Pferden aus. Tie Pferde schlugen wild mit den fpufen um sich unb verletzten sich gegenseitig. Schließlich stürmte die Mehrzahl nad) verschiedenen Richtungen auseinander. Vier Kavalleristen wurdon schwer verwundet und 15 Pferde mußten infolge schwerer Verletzungen erschossen werden. * Explosionen. In der staatlichen Pulverfabrik zu Angouleme mürben burch eine Explosion von Schießbaumwolle fünf Arbeiter verwundet, darunter zwei sehr fdjmer. — In Albacete erfolgte in einer .Feuerwerkskörperftrbrik eine E x - p10 si 0 n, durch die eine Person getötet und drei verletzt wurden. — Bei dem Brande in Ciudadneal kamen zwei Kinder um. Tret Personen erlitten schwere Brandwunden. hatte die Liebenrouirdigkeit, dem Wachtmeister die Sachen zur Bürgermeisterei bringen zu helfen, weil nach seiner Aussage ihm ein Unbekannter den Schabernack gespielt unb die Sachen in seinen Hof gestellt, von dem er sie auf den Speicher gebracht habe. Kreis Lauterbachs ~ U^etzch-aUs e n , 23. Juli. Ein Verkehrshindernis wird dcnnnächst auf der Straße Salzschlirf — Schlitz beseitigt werden, das schon Jahrzehnte der Kreisbehörde ein Dorn im Ange ist. Es handelt sich um eine veraltete steinerne Brücke über den Schlitzfluß am NordcmSgrmge unseres Ortes. Diese Brücke ist für die Abführung eines normalen Wasserstandes wohl groß genug, aber bei federn starken Gewitterregen oder rascher Schneeschmelze bringen die aus dem östlichen Vogelsberg kommenden Zuflüsse ungeheure Wassermengen, so daß die F l u t- durchlässe für diese Wassermassen zu klein sind, das Wasser sich an der Brücke staut und diese samt den anliegenden Feldern auf weite Strecken überschwemmt, auch der Verkehr auf der Krcisstraße und nach dem Bahnhof unterbrochen wird. Der Kreisausschuß hat nun diesen Zustand für die Tauer als unhaltbar eingesehen und Mittel zur Erbauung einer neuen Brücke mit gleichzeitiger Gradlegung des Flußbettes in den Voranschlag eingestellt. Die Arbeiten an der Brücke haben begonnen und nach ihrer Fertigstellung wird das neue Flußbett ausgegraben und durch die Brücke hindurchgeführt. Mit den Arbeiten hofft man bis zum Eintritt des Winters fertig zu werden. Die Kosten für den Brückenbau belaufen sich auf 19 000 Mark, während für Regulierung des Schlitzflusses 25 000 Mark vorgesehen sind. Der Brückenbau wird von der Firma Drenkhahn u. Sutrop in Braunschweig aus Eisenbeton ausgeführt. Kreis Friedberg. L. Fr iedberq, 23. Juli. Am 1. August wird der neue Bahnhof dem Verkehr übergeben werden. — Bad-Nauheim, 23. Juli. Tem Drängen feiner zahlreichen hiesigen Freunde und Verehrer uachgebend, wird Tr. Karl Peters, der Gründer Deutsch-Ostafrikas, der auch dieses Jahr hier zur Kur weilt, am 5. August im Saale des Kurhauses einen Vortrag halten. Seit vielen Jahren hat Herr Tr. Peters nicht in Deutschland öffentlich gesprochen. Mit großer Freude werden deshalb alle Freunde der deutschen Kolonisation, alle Verehrer des Herrn Tr. Peters seinen Entschluß, begrüßen. Aus Frankfurt, Homburg, Wiesbaden, Gießen und Marburg, wie aus unserer näheren Umgebung, steht zahlreicher Besuch in Aussicht. Starkenburg und Rheinhessen. w. Mainz, 23. Juli. Seit drei Tagen regnet eS in der Rhein- und Maingegend in Strömen. Der Rhein und Main steigen täglich bis zu 3 0 cm. Die Halste der Heu- und Weinernte wird als verloren betrachtet. — Auch ans der Mittel schweig wird unaufhörlicher Regen gemeldet. Hessen-Nassau. w ^Harburg, 23. Juli. Der 15 Jahre alte Sohn de? Ordinarius für Physik an der hiesigen Universität, Richarz, ist in Braunwald (Schweiz) vom Blitze erschlagen worden. gcrin Galanskhoss zu einem Fluge nach Paris. Die Flieger beab- sichtrgen, in Hannover eine Zwischenlandung vorzunehmen unb von dort direkt nach Paris zu fliegen, wo sie hosten, abends anzw- lomntcn. 1 Innsbruck, 22. Juli. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" welches vorgestern unter Führung des Leutnants Macher mit Professor Wittel und zwei Fabrikanten hier aufgestiegen war, ist nach Ueber- querung der gesamten Zentralalpen in Moggio bei Udine auf italienischem Boden gelandet. Die Ballonfahrer, von denen sich Leutnant Macher in Uniform befand, wurden von den Behörden in Hast genommen und nach Udine gebracht. Salem SalemGoId Goldmundsfuck Cfgaref'fen. frfentüfä&baftu. 7nh.*Kuflo7£eäu Qmreätäfobrtk 7Weferan£<3 STCd lieber die Kritik bei Lustfahrzeug-Unfallen wird her „Sviga-Korrefpondenz" aus Lusttalnerkreisen geschrieben: ßieleqent(irf) der Zerstörung des Schiitte-Lanz-LuftschiffeS ist wieder von vielen Seiten, noch ehe eine Untersuchung angestellt sein konnte, behauptet worden, eins stünde fest: nämlich, daß verschiedene Fehler begangen worden seien. Alsdann werden diese Fehler aufgezählt. Das Luftschiff sei an einer falschen Stelle verankert, die Verankerung sei nicht hinreichend gewesen, man habe es zu lange liegen lassen usw. Für unsere Lustschifführer, die Nerven und Gesundheit aufs Spiel setzen, ist diese Art und Weise der Kritik srhr wenig ermutigend. Betrachtet man den fetzigen Fall auch nur oberflächlich, so erkennt man so'ort, daß alle Vorwürfe haltlos sind. Der Führer, der doch selbst froh sein wird, der Verantwortung enthoben zu sein und das Fahrzeug in der geschützten Halle zu wissen, mußte bei Schneidemühl landen, da das Schiff nicht mehr genügenden Austrieb hatte. Obwohl er es, so viel wie es irgend nur ging, entlastete, war es nicht hoch zu bekommen. Er konnte also mtbt anders handeln. Einen geschützten Ort vermochte er nicht zu finden, und so blieb ihm weiter nichts übrig, als das Fahrzeug den gegebenen Vorschriften entsprechend zu verankern. Es ist unrichtig, wenn behauptet wird, es bestünden noch keine Anleitungen zur Verankerung von Luftschiffen. Tie Schütte-Lanz-Luitschiffe lassen sich allerdings nicht so gut verankern, wie beispielsweise die Zevpeline. Ties bat seinen Grund in bem Umstande, daß die Schütte-Lanz- Gondetn unb Schiffskörper nicht starr miteinanber verbunden sind. Tie Zeppelin-Schiffe haben in dem starken vorderen Ende des Laus- ganges unter bem Luftschistkörper starke stählerne Ankerbügel, in bem das Ankerta» und die Halteleinen befestigt werden. Das Schütte-Lanz-Lustschiff dagegen bat nur einen unter der Spitze beweglich bangenden Ankerbügel. Da ein Lustschiff aber hauptsächlich an ber Spitze gehalten werben muß, bannt es ben Veränderungen der Windrichtung folgen kann, so nützen die an dem Schiffskörper iveiter verteilten Leinen, an denen die Mannschasten halten, nicht viel. Tie Bewegungen de? Schutte-Lanz-SchiffskörperS sind größer, als die,enigen des Zeppelinschiffes, weil bei Stoßen der SchiffS- lörper ben Stoß nicht mit aufnimmt, sondern infolge der beweglichen fllushängung noch tiefer herabgeht. Es tritt dadurch ein Zerren an den Gondeln ein, ja ber Schiffskörper wirb zur Seite geschleudert. Gegen alle diese Nachteile vermag ber Führer natürlich nichts zu machen. Spaßeshalber ist ber Führer auch nicht so lange bei Schneibcmühl liegen geblieben, sondern er mußte dort bleiben, bis er Gas bekam. Die Gondel konnte er auch nicht mit Mannschaftrn besetzen, denn was sollen bie Monteure in einem Schiff, bas augenblicklich manövrierunfähig ist? Die Maschine in (Sang zu setzen, hat bei ben Schütte-Lanz-Sckiffen nicht viel Zweck, iveil bie Schrauben sich an ben Gonbeln befinden, während man beim Zeppelin-Luftschiff beispielsweise gelegentlich des in Wien ein- getretenen 6)ewitters einfach die Schrauben arbeiten ließ und so dem Sttirme stand hielt. Also der Kundige kann schon, ohne daß überhaupt eine Unterstlchung ftattgenmben hat, mit Sicherheit behaupten, ein Fehler ist nirgends gemacht worden. Bei Flugzeugunfällen setzt ebenfalls die Kritik häufig etwas unvorsichtig ein. Aber hier ist genau das entgegengesetzte der Fall wie bei Lnftschifsimfällen. Bei diesen trifft sofort den Führer die Schuld während bei Flugzeugabstürzen vielfach sofort bie Fabrik beschuldigt wird, unzulängliche, unsichere Konstruktionen heraus- aebracöt au Haden. Der Absturz mit dem Baumannschen Flugzeug reiat dies am deutlichsten. Der.Konstrukteur sollte einen unstabilen Apparat geliefert haben. Es war Profeffor Baumann leicht, das Geaenteil zu beweisen, nämlich daß der Führer gegen seinen Willen Veränbermigen an der Maschine vorgenommen hatte, auf deren Schädlichkeit er durch den Konstrukteur aufmerksam gemacht worben mar Wenn man die ausländ'sche und die deutsche Luftfahrt- literatur mit eumnber oerqleicbt. !° findet man tntfäcSh*. ba6 bei nn§ immer und immer wieder kritisiert, geschimpft und beschuldigt wird während man im Ausland sehr selten gegen die Führer verunglückter Luftfahrzeuge Anschuldigungen findet. Dafür wird aber im Auslande mehr geflogen! * Johannisthal, 23. Juli. Der ftanzösische Wiegrr Letort, der Lirzlich ohne Znüschenlanbuiig von Pans nach Berlin flog, startete heute morgen 4 Uhr 20 Mnuten mit der russischen Flu> Airchliche Nachrichteir. Irraelitifche Bdigionsgemcinöe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag, ben 26- Juli 1913: Vorab end: 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. Schrifterkläruug. Sabbatausgang: 9.15 Uhr. Israelitische Neligionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 26. Juli 191 3: Freitag abenb 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbal-AilSgang 9.15 Uhr. Wochengottesdienst: Dlorgens 6.00, abends 7.30 Uhr. Verantwortlich für den politischen Teil I. 23.: R. Lange. XMichpl« ,6W^X fit Die' SM nr lN 5EtbitJat,li °°n tonteren^ 3 Huan ft* <8 $-r«t N?5 ?L°-- in» , KL-ch » gm «e°! SMiWNS.7 mdmc a" "? u bctramtw, r Eisei 5*801 Balkan! 3JJe der ll ynm9 von 85”? biete! LL? :'™ »ir hi LrL° Mark 15000000.- mündelsichere 41 Anleihe • der StadtEssen(Ruhr)v.1913 Eingeteilt in Stucke von M. 5000, M. 2000, M. 1000 und M. 500 mit Zinsgenuss vom 1. Juni 1913 ab Tilgung vom Jahre 1914 ab mit jährlich 2% des Kapitals Verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung vom Jahre 1914 ab zulässig werden am Dienstag, den 29. Juli d. Js. u. a. auch bei unserer Bank zum Kurse von 93.50 °/o zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Wir verweisen auf den an unserem Effektenschalter erhältlichen Prospekt und bitten uns Anmeldungen rechtzeitig zu übermitteln. Giessen, 24. Juli 1913. Bank für Handel und Industrie Niederlassung Giessen D?4A (Darmstädter Bank). Sonntag morgen 6 Uhr: Weckruf Sonntag nachmittag von 6 Uhr Nachm. 4 Uhr: Grosses Militärkonzert ab: Tanz auf den beiden Tanzböden Bayrische Bierhalle mit fidelem Konzert Eintritt 30 Pfg. &9®Pt©F8f ©st Kinder frei! , Montag von nachmittag 5 Uhr ab: Konzert, Tanz smd Volksfest (Tanz frei) Abends 9 Uhr. Preisverteslung. Grosses Brillantfeuerwerk, ausgeführt von Herrn Hof-Pyrotechniker W. Weifenbach aus Höchst. Eintritt 30 Pfg. Kinder frei. v«/ Schützenfest und 35jähr. Stiftungsfest Vereins Gießen Montag, den 28 Juli 1913 des Schützen- am Sonntag, den 27. und 3ungdeutschland 3ugend=SdiRdmmfesf nm Sonntag, 27. Juli, ab 9 l’hr vorni. in der M ü 11 c r'selien Badeanstalt Alle Schüler und Jünglinge Giessens sind zur Teilnahme etngeladen. Anmeldungen noch bis Freitag, den 25. d. M., abends, möglich. D”/7 Dr. Schliephake ist verreist. Vertreter: Dr. Geyer, Dr. Klein, Dr. Richter (bis zu seiner am 2. August 4822 erfolgenden Abreise). S.-R. Dr. Zinsser, Bahnarzt Wohnen jetzt Seltersweg 56 im Inst-Geschäft von Herrn Appel H. Kraushaar und Frau ___ Heilgehilfe und Masseur. 4805 Stadttheiter Giessen Direktion: Hermann Nteingoetter. Dien stn,x, den 29. Juli 1913, abends 8 Uhr: Siebentes Operetten-Gastspiei des Grossherzogi. Kurtheaters Bad-Nauheim 'Unter Mitwirkung der Kapelle des hiesigen Inf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116. Operettcn-Prelse! Operetten Dreisel Neuheit! Zum zweiten Male : Neuheit! Grosse Posse mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Jean Kren und Curt Krantz. Gesangstexte von Alfred Schönfeld. Musik von Jean Gilbert. aM/7 Kassenöffnung 7'/, Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 10*/3 Uhr. Die Herren Studierenden geniessen Preisermässigung, MiMonsfcst zn Jiobfjetm an der Bieber. Sonntag, 27. Juli, Dornt. 11 und nachm. 2 Uhr. Festprediger: Pfarrer Brütiger in Exter (früher Erda) nnd Pfarrer Weber in Lang. Göns. Nachmittags bei günstiger Witterung im Wald. Alle MissionSfreunde sind herzlichst eingeladen. Ter Mirchcnvorftand. Michei-Brikets anerkannt beste Marke- Jahresproduktion 100000 Waggons War: Eogen Braaa, Cassel. h vV» Telephon Nr. M Gesel 1 Schaftsverein Alle aus der Bibliothek entliehenen Bücher sind spätestens am 31. Juli 1913 zurückzugeben. — Vom 1. bis 30. August bleibt die Bibliothek geschlossen. v1*/ lüänner-Tnni-Verein Turngang Sonntag, den 27. Zuli, über Wiesccf, Älten-Buseck, Daubringen. Mainzlar und) dem Stansenbera. Abmarsch: mittags 2 llbr von der Ltrakenaabelung Zlaiier-Allcc — Licker Strane. — Nachzügler erreichen uns auf dem Staufenbera. V24/?Der Vorstand. Die unterzeichneten Banken und Bankfirmen sind dahin übereingekommen, von Samstag, 2. August d. Js., ab den KassenschluO so den Sslapchniip auf 1 Uhr festzusetzen. Mitteldsutsclie (Kreditbank Bank für Handel und Industrie Bewerbebank zu Giessen Filiale Giessen Niederlassung Giessen E. G. ni. b. H. Joseph Herz Baruch Strauss Nachfolger JCeinr. ffreiert Plockstr. 11 = vorni. Jul. Fischer = Tel. 323 feineffllass* ^fefineiderei für -Kerren und tarnen Reichhaltiges Lager in deutschen und englischen Stoffen - Seide, Rohseide u. Leinen Stets Eingang von Neuheiten M44 Reise-Artikel in vorzüglicher selbstgefertigter Qualität zu billigen Preisen unter Garantie f. Haltbarkeit Wo ist1 Coletti? ftyffhäyserTßchnihüm Frankenhausen. Morgen Freitag trifft eine flvonc Sendung 105893 KinM- u.-M-Kurken au biU.Preis, em. Berk. morn. 8—12 Uhr in der Lindcngassc. Schellfische u. Kavliau i. Eisvackung. tadellos lebend- frische feinste Nordseeware, soeben cingetronen u. billigst bei 4828 August Wallenfels, Gienen, Marktplatz 17. Televbon 262. Seltersweg 79 Seltersweg 79 Lebendes Geflügel diesjäbr.Frübbrnt.scdcrvoll. schnell mäst., 10 (kinnfe 33 M., 12 Enten 22 M.. sllcisch. Brat- bnbiidien 20 St. 20 Pt, Probe vostk.6St.Brackähnd.6.50M. 3Ent. 6.75 M., unter Garantie lebender Ankunft. I. Nadel, Breslau II Vergebung von Kanalisationsarbciten. Samstag, b c u 2. A u g u st d. Js., vormittags 10'/, Uhr, sollen auf unserem Bureau die Angebote für die Arbeiten und Lieferungen zur Kanalisation des Roßmarktes in Alsfeld eröffnet werben. Pläne unb Bebmgungen liegen bei uns offen, Angebotsvorbrucke sinb gegen Bareinsenbung von 2.— Mk. von uns zu beziehen. Freie Auswahl unter ben Bietern bleibt Vorbehalten, Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, ben 16. Juli 1913. B,e;7 Grohh. Kulturinspektiou Gichen. H. Steinbach. Der Gesamtauflage liegt beute ein Prospekt der Firma Emil Scclig A. G. Heilbronn n. 9i., ^celiaS kand. Kornkaffee betreffend, bei. Die Vcicrinncn werden daraus besonders aufmerffnm gemacht. Die kluge Haus trau weis; den Wert dieses ansgcAeichneicn (9etreibe= raheed Au schätzen und verwendet daher mit Borliebc als tägliches cramiliengctTänt Seeligs kand. Korn-Kafsee. [D*/f Zweig-Verein Giessen Morgen, Freitag, abend Msnats - $triemmlnii(| im Kaiierbof. (v*/T