Nr. 247 Zweites Blatt 163. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Stark entwickelt ist der Nachahmungstrieb. Das Lesen des Spuckverbots int Straßenbahnwagen läßt dem Kinde das Waner im Munde zusammenfließen. Ein Knabe sah, wie ein Schwein geschlachtet wurde. Mußte doch mal persuchen, ob sein Schwesterchen ebenso schrie, und stach es in den Hals. Ein anderer lerirte tn der Schule die Kreuzigung Christi und versuchte sie an semem Brüderchen nachzumachen. Die verschriene Kriminallektüre wirkt dagegen als Entspannung oft vorbeugend tote auch eine Lausbuben^cschichte nach Art von Max und Moritz. Die Kindcrlüge ist eine Wiederholung der Verstellungsnot- wendigkciten des primitiven Menschen, sie wird nur zu ost gesteigert durch das Beispiel der Eltern. Gerade hier tut die größte Vorsicht not. Ein Kind, das nicht lügt, wird auch nie stehlen Viele Eigenarten entspringen dem Selbsterhaltungstrieb, der Herrichiucht, dem Egoismus. Eigensinn ist oft nur Launenhaftigkeit: nie soll man Trotz provozieren. Das Kind hat auch einen angeborenen Hang zur Grausamkeit, der oft genug durch das Beispiel der Eltern gestärkt wird, wenn sie z. B. in seiner Gegenwart junge Hunde ertränken. In Frankreich gehört der Tierschutz zum Schulunterricht in England werden die besten Schulaufsätze über Tierschutz prämiiert. Furcht ist nichts anderes als Abwehrtrieb, dessen Vorstufe die Schüchternheit, die oft genug zum Verbrechen führt und durch Vertrauen bekämpft werden muß. Das Verhältnis der Eltern zu den Kindern ist der Prüfstein für die sittliche Höhe einer Familie. Bedeutsam ist die Ueber- wachung der Sexualität des Kindes, am wichtigsten seine sittliche Erziehung, das Bemühen, die sittlichen Gedanken in Handlungen umzusetzen. Daher nicht so wichttg viel Wissen als gute Anschauung, und hierauf ist der Unterricht zu lenken, statt Lernschule die Arbeitsschule. Es ist bedeutsam, daß der Religionsunterricht beim Kind so wenig beliebt ist, mit Nutzen ist er durch praktischen Moralunterricht zu ersetzen. Schulaufsatz: Du findest einen Beutel mit Geld, was tust du? Von 69 Kindern wollten ihn 40 zurückgeben, 29 behalten. Von diesen wollten viele für das Geld den Eltern Geschenke kaufen und dankten sogar in dem Aussatz Gott für das ihnen widerfahrene Glück. Alles ist an eine gute Charakterbildung zu setzen, wie man es 'in Amerika tut, wo man zuerst die Gedanken Pestalozzis verwirklicht. Nicht unsere Kinder sind schlechter geworden, sie haben sich nur noch nicht den neuen Verhältnissen anzupassen vermocht, rn denen ihnen das Böse leichter wird als das soziale Empftnden. Indem Dienstag, 2. Moder 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Sreindruckerei. R. Lange, Gießen. politische Tagesschau. Das Erbrecht des Staates- Von einem Mitgliede des Budgetausschusses des Reichstags wird uns geschrieben: Es ist zwar bekannt, daß die Regierung! schon im ^nni d I. auf eine Erledigung des Entwurfes über dchs Erbrecht des Staates verzichtete, da. der Entwurf, nachdem der Schwerpunkt auf das rechtliche Gebiet verschoben war, für die Regierung als Teckungsvorlage jedes Interesse verloren hatte. Es ist aber kaum anzunehmen, daß jetzt im Die „tziehener Famllienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: ^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießew — Die Stoetzschnersche Szctschwan-Expedition 1913/1916 (Leiter: Walter Stoetzner, der sich durch wiederholte Reisen nach Asien und seinen Ritt guer durch Zentralasien und zahlreiche Veröffentlichungen einen Namen gemacht t>ati tritt am 13. November 1913 mit dein Dampfer „Bülow" des Norddeutschen Lloyd ihre Ausreise nach Schanghai an. Der Expedition gehören an: Dr. Weigold, der durch die Einrichtung der Vogelwarte in Helgoland bekannt ist, als Oruithologe- E. Funke, der hiermit seine achte iuncrafiatische Reise an tritt, als Enthomologe: Dr. Israel, Assistent am geodätischen Institut der Technischen Hochschule in Dresden, als Geograph: in Schanghai tritt dann der Redatteur des Ostasiatischen Lloyd, Fritz Secker, durch seine glänzenden Informationen und die eingehende Kenntnis von Chinas Sprache, Land und Leute bekannt, als Tolnietscher hinzu. Die Expedition geht in die chinesische Provinz Szetschwan und in bisher unerforschte Teile des Grenzgebietes von China Und Tibet, (um has Land geographisch, zoologisch und ethnographisch zu erforschen. — Deutsche Bücherei in Leipzig. Anläßlich der feierlichen Grundsteinlegung der Deutschen Bücherei des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler in Leipzig wurde die Begründung einer „Gesellschaft der Freu u d e_ ber Deutschen Bücherei" bekannt gegeben. Diese Gesellschaft, der bereits über 4000 Mitglieder angehören, ist ein lebendiger Ausdruck der opferwilligen und begeisterten Hingabe an die idealen Bestrebungen der Deutschen Bücherei. Sie bat den Zweck, die Interessen der Deutschen Bücherei nach jeder Richtung und in weitestem Umfange zu fördern und alle die Krebe, die an dem Kulturwerk der Deutschen Bücherei lebendigen Anteil nehmen, in engster Fühlung mit ihr zu halten. König Friedrich Jluguft von Sachsen hat den Ehrenschutz über die Geiellichaft übernommen. Eine neue Denkschrift über die Ansiedlungspolitik in der deutschen Ostmark wird dem preußischen Landtage im kommenden Winter zum ersten Male zugehen. Bei Beratung des Besitzfestigungsgesetzes im Frühjahr 1912 hatte der Landtag ausdrücklich den Wunsch geäußert, alljährlich in Form einer Denkschrift Rechenschaft über die Ausführung des Gesetzes zu erhalten. Auf Grund dieses Beschlusses wird ähnlich wie über die Arbeiten des Ansiedlungsausschusses Bericht erstattet werden über die getroffenen Maßnahmen zur Stärkung des Deutschtums in der Nord- und Ostmark, für die der Landtag 100 Millionen Mark bewilligt hatte. Der Zweck dieses Gesetzes ist bekanntlich, den deutschen Gruiid- besitz in Schlesien, Pommern, Ostpreußen und Schleswig- Holstein so zu festigen, daß die deutschen Besitzer ihre Güter nicht verkaufen müssen. Die Besitzfestigung haben bestehende (für Schlesien eine neugegründete) Siedlungsgesellschaften übernommen. IHrcbc und Schule. Kirchlich-positive Vortragstagung in Kietzen Gießen, 21. Oft. Mit einer gut besuchten Abcndversamm- lung wurde die 4. kirchlich-positive Vortragstagung für das Gronb. Hessen und die benachbarten Gebiete gestern eröffnet. ')?ad) herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch Herrn Professor Weimar- Gießen nahm Herr Geheimrat Generalsuperintenbent I). :? 0 pp e Hildesheim das Wort zu seinem Vorträge: „Warum lehnen wir ein modernisiertes Christentum ab?" Er zeigte, ivic in der kultur- stolzen heutigen Zeit ernste Probleme hier zur Diskusfion stehen, die bei der zunehmenden Schärfe des Geisteskampfes täglich mehr den Kern des Christenttims berühren. Ohne die gesunde Wandlungsfähigkeit innerhalb des berechtigten Spielraums un geringsten jn leugnen oder anzufechten, betonte der Vortragende, wie )chr auf diesem wichtigen Feld Form und Inhalt der ^ache auseinandei - zuhalten sind. In seinem geschichtlichen, auf der einzigartigen Got- tesofsenbarung ruhenden Kern steht das Christciituin '.mamechtbar da und ist nicht modernisierbar. Gegenüber der recht komplizierten und vielfach problematischen Art des sog. modernen Memchen gut es, das Zeugnis der christlichen Erfahrung für die uralten Ewigkeitswerte des Evangeliums aufzurufen. Tic geschichtliche Pcriou und das Lebenswerk Jesu sind Realitäten, die durch die bloße Idee nicht ersetzt werden können, jedenfalls niemals in einer Weise, die gemeinschaftsbildende und kirchengründende Macht besitzt. n,er schrankenlose Individualismus, der von einer christlichen ~ ehr c nichts mehr wissen will und die biblischen Wunder versländnislo- angreift, wird in seiner Haltlosigkeit aufgewiesen. Die aufgeworfene Frage wird des weiteren in ausführlicher kritischer Auseinander- etzuug mit Tröltsch, Traub, Jatho u. a. ihrer Klärung en tg eg entführt. Nicht ein ästhetisierendes Spiel mit Realitäten, nicht der Begriff einer Selbsterlösung bringt uns weiter, sondern die innerliche Auseinandersetzung mit dem vollen Ernst des christlichen Sundenbegriffs und die Beugung unter seinen Inhalt. In den erichut- terndcn Stunden des Menschenlebens bewährt sich die sieghatte Kraft des unverkürzten alten Evangeliums stets von neuem. Aus Kosten seines Wesens dürfen niemals M'striche am Christentum erfolgen. So soll der Jesus der Schrift der Eckstein bleiben, lo unmodern und von Majoritäten reichlich angefochten die Predigt vom Kreuz auch heute bleiben mag. — Die klaren, unzweideutigen Gedanken des Vortrags wurden in der Diskussion durch Herrn Professor D. B 0 r n h äu s e r - Marburg und Herrn Lic. Dr. Dieckmann zustimmend ergänzt. Bei aller empfohlenen Schonung und warmherzigen Liebe wurde auch hier die Notwendigkeit betont, den selbstherrlichen modernen Menschen durch die Kraft des alten Evangeliums zu Läutern und ihn zur vollen Glaubensyohe hinaufzuheben. ' Die Geretteten von votturno. Berlin, 18. Oft. Die Namen der durch den Dampfer Seydlitz des Norddeutschen Lloyd geretteten Passagiere von dem Volturno sind: Adolf Baumgarten, Cherniovski Pavel, Yul- kowski Iwan, Maria Florian, Bruno Palbonetka, Rosalia Wcyke, Victoria Posants, Maria Nickitowitsch, Maria Kusottc, Petar Karotke, Andrew Krilenki, Kirilo Palovicz, Nicola Smulski, Nicola Nicola, Gjuno Semic, Adam Milantowitsch, Lteo Mesf, Wasil Gerogieff, Petar Dandel, Andreas Tepe Beileolle, curic Steinberg, Chama Aeppel, Abraham Weisbrod, Blum Stepanic, Aauko Celifovic, Gjuro Grew Schonstein, Araba, vierter Maichi- nist Nell 9an, Heizer, Hermann Berkemeier, Steward, Abraham Dobbelahr, Teckjunge, Teykster, Steward, Helbig, Hause Fnch, Steward, Bastian Huixer, Steward, John Karlsen, Schuueder, James Kalbsch, Kohlenzieher, Gerard Kraan, Aufwafcher, William Labill, Heizer, Mitchell, Heizer, Henrich Pjl, Trimmer, Heine Schmidt, Quartiermeifter, Ähre Ahrens John, Znnmer- Berlin, 18. Oft. Die Namen der durch den Tampfer Großer Kurfürst des Norddeutschen Lloyd geretteten Passagiere imb Mannschaften des Dampfers Volturno zweiter Klasse sind: Rubin Reimer, Zwischendeck: Nikola Mlitzchewitz, Valil ^resnel, Spira Preosevic, Juric Rade, Moistorovic Gorasadam, Milyenc Syun, Silazk Simon, Selemic Josef, Frzic Ivan, Kavour Mio, Traikovic Simon, Nederelkovecs Todor,. Basil Taschll Polkovic, Dragan Bagdanovic, Ivan Korabe, Spira Bossavic Josip Zebok, Mirko Mroat, Alaxo Stinninoro, Peter Stanasov, Ferkus Steranko, Josyp Horaysk, Mino Malkevic, Josef Raschitzli, Michal Osane, Josef Jetsowsk«, Ignatz Schisene, Constantin Rc- hutzky, Lakky Matweg, Josip Karlovic, Nrkol Bogovic, Oliwa Puskaric, Stevo Karartevio, Mile Mocan, Gwuro r)cheatovic, Nikola Kovatic, Panc Valetic, Lazo Vovcapic, Mille Bocapic, Goia ' Nzwuriac, Mattia Pec, Jeremin Ginbaliski, Joies Zaggrauxcki, 1 Zimon Krawiluk, Kasimir Carwarkenic, Mile Cigsa, Bine Ach ec, Milowan Cigsa, Adam Stock, Jnam Slic, Jandre Dragifeoic, Iwan Mikulic, Joso Stalcic, Stefan Berczenski, Dragrc Anw- novic, Milos Exar, Stanas Nordzjar, Adam Geneseao, Bozo Zai- lac, Gurka Edmund, Zolen Jan, Wladislaw Kcvic, Vladimir Staatsanwalt Wulfsen über Uindererziehnng. Der bekannte Dresdener Staatsanwalt Wulfsen hat kürz- /icb in Berlin seine Gedanken über das Kind, seine Krimrnalitat Lind seine Erziehung auseinandergesetzt. Seine bemerkenswerten .Ausführungen gipfeln im folgenden: ' Die sinnlichen Vorstellungen find beim Kinde noch Nicht so -scharf wie beim Erwachsenen, der Vorstellungsfchatz nt beschrankter, die Fähigkeit zur Aufmerksamkeit geringer. Wo es zu sehr an Konzentration fehlt, ist es zunächst notwendig, die Ursachen zu Dorschen ebenso, wie j)ic nützlichen Neigungen, bie: man bann auf andere Gebiete übertragen soll Eine unmoralische oder gar verbrecherische Anlage zieht die Aufmerksamkeit Pes auf diesen Gebieten Liegenden nach sich und führt ans ihnen zur Ausbildung einer Intel gmz, die auf andren fehlen kann. Das ist na. wichttg zur Beurteilung der strafrechtlichen Zurechnungsfähigkeit. Die Vorstellungsverbindungen des Kindes sind spttngend, im» vulsiv es denkt weniger abstrakt, seine Gedankenverbindungen sind In ber Pubertätszeit und bis etwa zum 20. Jahre sendet man^eine erheblichere Entwicklung des nervösen Apparates, findet man eme er^or b{c bcftc Erziehung nottut. Daher die &bigfeitfb« Volks- und Fortbildungsschulen Die Phantasie kJ Zunächst reproduktiv, sie ist notig zu feder Att fSüütn ^sie wird geweckt durch das Spiel Das Gedächtnis v°n. ^chanen 1 « ungefähr vom 13. Jahre wird e» oft xft im ^uwng st ^url5j)a^ Gedächtnis in Betracht kommt, sind glanzend, und s Zeugen. Mangelndes Gedächtnis ist dab^r die Kinde Undankbarkeit. Höchst wichtig ist Vielfach dw Ursache laie no^^^ Instinkte und Triebe be- sAnlutsleben, fccr Spieltrieb obenan steht. Viele ^entspringen lediglich diesem. So die meisten Kinderverbreche K:,^rschlachten und dergl. Ein Kind hat als Bandendiebstähle^ .tt 1 mit Schienen, es spielt zu Hause Eisen- Spielzeug emev 11 i)ann heimlich draußen einen stein auf bahnentgleisung uu ^2 Brennglas und setzt eine Scheune btc Schienen Es gt mir em, ^trieb bis zum Kriminellen in Brand. So bann auf ein soziales Ziel zu frjfrn. Dw ^5^)^ yar eine ,Kinderbande, ^üeriSte dazu verurteilte, und zwar mit giän^St @rfnt8, bie Reisenden auf den Bahnhöfen Dieb- stählen zu schützen, Der deutschfreundliche Churchill. Nachdem England den Ban der fünf Großlinienschisfe Les diesjährigen' Bauprogramms vergeben und Vorbereitungen getroffen hat, die vom kanadischen Parlament einstweilen nicht bewilligten drei Großlinienschifse vorläufig auf englische Kosten zu bauen, hält der britische Marineminister es für zweckmäßig, seinen früheren Vorschlag eines Feierjahres nochmals an Deutschland zu richten. Er hat in Manchester eine große Rede gehalten und erklärt: „Wir würden im nächsten Jahre, abgesehen von den kanadischen Schiffen oder ihrem Aeguivalent, ferner abgesehen von allem, was durch neue Entwickelungen erforderlich werden könnte, vier große Schiffe gegen zwei von Deutschland auf Kiel legen. Nun sagen wir in aller Freundschaft und Aufrichtigkeit: Wenn Ihr den Beginn Eurer zwei Schiffe um zwölf Monate aufschiebt, würden wir den Beginn des Baues unserer vier Schiffe in absolut gutem Glauben für die gleiche Frist aufschieben." . Nach den zahlreichen sachmännifchen Erwiderungen, die Churchills Plan früher hervorgerufen hat, wäre es eigentlich überflüssig, von neuem auf ihn einzugehen. Der Erfolg seines Vorschlags liefe also daraus hinaus, daß Deutschland 12 Monate lang keine Schlachtschiffe auf Stapel legte, während England mindestens drei (die kanadischen), wahrscheinlich aber eine ganze Reihe anderer z. B. für fdas! Mittelmeer zum Ausgleich für die Flottenbauten unserer Verbündeten bauen würde, alles das unter der unhaltbaren Voraussetzung, daß diese nicht gegen die deutsche Flotte gerichtet seien. Es liegt auf der Hand, daß ein solches Vorgehen den englischen Werften sehr gelegen käme, die andauernd mehr Bauaufträge besitzen, als sie^ausführen können, während in Deutschlmid infolge des Feierjahres viele Hunderte von Arbeitern brotlos würden; und ebenso würde es die Lösung der Mannschaftsfrage, die in England auf immer wachsende Schwierigkeiten stößt, erleichtern. Dazu kommt, daß Frankreich in den Jahren 1913 bis 1916 dreizehn Großlinienschiffe auf Stapel legt, sowie daß Rußland gegenwärtig nächst England die größte Summe für den Aufbau seiner Schlachtflotte verwendet. Welcher deutsche Staatsmanii könnte unter diesen Umständen die Verantwortung auf sich nehmen, Churchills Vorschlag auch nur in Erwägung zu ziehen? Für Deutschland ist es vielmehr eine Lebensfrage, daß an der Durchführung des Flottengesetzes nicht nur festgehalten, sondern daß sie mit aller Tatkraft gefördert wird. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Cberhefjen Der Außenhandel Kanaöas. Aus die steigende Aufnahmefähigkeit des kanadischen Marktes für europäische Industrie er zeuginsse ist des öftern in der Presse aufmerksam gemacht worden. Der Gesamthandel Kanadas übersteigt heute 1 Milliarde Dollar <1068 660 225 Toll.) und weift für das Jahr 1912 eine Steigerung von 200 Mitt. Doll, auf, die die Steigerung des Wahres 1911 um 100 Millionen überwiegt. Der Gesamthandel Kanadas hat sich im Laufe von 6 Jahren beinahe verdoppelt. Kanada hat zurzeit eine passive Handelsbilanz, d. h. seine Ausfuhr ist geringer — und zwar bedeutend geringer als seine Einfuhr. Im letzten mit dem 31. März abschließenden Geschäftsjahr betrug die Einfuhr 675 428168 Doll., die Ausfuhr 393 232057 Doll. Den Hauptanteil an den kanadischen Handelsbeziehungen haben die Bereinigten Staaten und Großbritannien, dann aber folgen als heftige Konkurrenten Frankreich, Deutschland, Belgien und die Schweiz. Im Gesamthandel steht Deutschland an vierter 'Stelle. Es betrug 1913 der Gesamthandel mit den Vereinigten Staaten 608 266 237 Doll., mit England 316 641431 Dollar, mit Frankreich .17 950 261 Doll., mit Deutschland 17 616 931 Doll., mit Belgien 8 829 175 Doll., mit der Schweiz 4 313 303 Toll. Allerdings hatte im Vorjahre Deutschland vor Frankreich, also an dritter Stelle, gestanden. Bei der Einfuhr stehen die genannten Staaten, abgesehen von Belgien und der Schweiz, in derselben Reihenfolge. Tie amerikanische Einfuhr belief sich auf 441155 855 Doll., die englische auf 138 659 429, die französische auf 15 379 764, die deutsche auf 14 214 547, die schweizerische auf 4 297 951, die belgische auf 4 020178 Dollar. Bei der Musfuhr steht England mit 177 982 000 Doll, an der Spitze. Tie Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten betrug 167110 382, nach Belgien 4 808997, nach Deutschland 3 402394, nach Frankreich 2 570 497 Toll. Frankreich leidet unter der amerikanischen Konkurrenz weniger wie die andern Länder, weil es in der Hauptsache Luxusartikel und Nahrungs- und Geitußmittel liefert. Interessant ist eine Mitteilung der französischen Handelskammer von Montreal, wonach Frankreich trotz der Tarifreduktion, die ihm durch den Vertrag von 1907 zugestanden wurde, dennoch vcrhälttrismäßig höhere Abgaben zahlt als Deutschland, das nach dem Generaltarif verzollt, und zwar deshalb, weil Deutschland mehr zollfreie Waren als Frankreich nach Kanada liefere. Bemerkenswert ist ferner, daß Kanada in bezug auf den Wert seines Handels mit den Bereinigten Staaten von Amerika in dem am 30. Juni 1913 äbgelaufenen Fiskaljahr Deutschland von dem zweiten Platz, den es bisher eingenommen hatte, verdrängt hat und gegenwärtig nur noch von seinem Mutterlande Großbritannien übertroffen wird. Die Einfuhr nach den Bereinigten Staaten aus Kanada betrug 1910/11 in 1000 Doll. 100 863, 1911/12 108813, 1912/13 120 571; die Einfuhr aus Deutschland in den gleichen Jahren 163 243, 171360, 188963. Tie Ausfuhr aus den Bereinigten Staaten dagegen betrug in denselben Jahren nach Kanada 269 806, 329 257, 415 260; nach Teutschland 1910/11 287 496, 1911/12 dagegen 306 959, also weniger als nach Kanada, 1912/13 331681. Aus diesen Zahlen ergibt sich, daß die Ausfuhr amerikanischer Waren nach Kanada im letzten Vierteljahr auf 86 Mill. Doll., d. h. um 23 v. H. gestiegen ist, {gegen. 35 Millionen nach Deutschland,'während die Ausfuhr in den letzten drei Jahren sich annähernd verdoppelt hat. "November der Entwurf offiziell zurückgezogen wird. Ter Budgetausschuß wird den Entwurf dem Plenum zurück- aeben, weil es wünschenswert erscheint, einmal in einem besonderen Ausschüsse die Einschränkung des Erbrechts von der juristischen Seite aus zu beleuchten. Auch die Regierung hat ein Interesse daran, bei dieser Frage den Standpunkt des Reichstags genauer kennen zu lernen, schon deshalb wird mit einer Zurückziehung nicht gerechnet, wenn der Entwurf auch nie Gesetz werden wird. wir aber so an dem! Kinde die Ursachen der Kriminalität studieren und aus ihnen neue erzieherische StrafmctHoden, ablciteii, werden wir Don da aus auch zu einem sozialen Strafrecht für die Erwachsenen kommen. * Hotel-Restaurant ......................... Anerkannt guter 1 Mittagstisch • n außer Abonnement inwa±................... 111** Dir-'- * Kater W von W . nhr. Aeivöbnl'ü Neuheit- S. t, Plank, Leib, Krumm, Habenicht, Eichenauer, Ebel, Beigeordneter G r ü newald, Beigeordneter Keller und Oberbürgermeister Mecum; gegen den Antrag: die Stadtverordneten Petri, Löber, Jann, Friedberger und Faber; der Stimme enthielten sich: die Stadtverordneten Sommer, Schafistädt, Huhn Helm, Helfrich, Heichelheim und Beigeordneter E m meli u s. ♦* Wissenschaftliche Höhenfahrt. Nachträglich wird zu der Hochfahrt der Herren Peppler und Stuchtep bekannt, daß das Erreichen einer wesentlich größeren Höhe im Interesse der Messungen beabsichtigt war, infolge Undichtigkeiten des Ballons aber nicht gelang. Schon der Aufstieg erfolgte sehr unregelmäßig und erforderte unverhältnismäßig große Ballastopfer. Bei 300 Meter wurde die Wolkenoberfläche erreicht. In 7000 Meter Höhe hörte man ein sausendes Geräusch in lder Ballonhülle, das möglicherweise durch ausströmendes Gas verursacht wurde. Der Abstieg erfolgte unvermittelt und sehr rasch. In knapp 20 Minuten wurde die Strecke von 8100 Metern bis nahe Erde durchfallen. In 400 Meter Höhe wurde der Ballon durch Abgabe allen Ballastes nach Möglichkeit abgcbremst. Bei der Schnelligkeit des Abstiegs blieb keine Zeit zum Verpacken der Instrumente. Trotzdem blieben die Apparate unversehrt. Beim Versuch, die Sauerstoffstahlflaschen rasch zu entleeren, fror durch die plötzliche Entspannung des Gases eine Flasche zu, so daß mit nicht entleerter Sauerstoffflasche gelandet werden mußte. ** Oberhessisches Museum und Gailsche Sammlungen. Tie vor- und frühgeschichtlichen Sammlungen haben sich seit der letzten Mitteilung erfreulich vermehrt. Auf der Höhe südwestlich von Eberstadt, am Gambachcr Weg, wurde eine große Sie de lu n g aus dem 1. vorchristlichen Jahrhundert festgestellt und mehrere runde Wohngruben noch mit Pfostenlochern durchforscht. Außer Hüttenlehm, Knochen von großen Tieren, Reib- und Mahlsteinen wurden zahlreiche in der Form eigenartige Tongefäße gefunden. Die Verzierungen der Gefäße sind von Franenhänden durch Eindrücken der Fingerspitzen unb -Nägel in schönen Atustern hervorgebracht wor- den. Gleichfalls bei Eberstadt wurde eine römi)dye Villa aus dem 3. Jahrhundert mit Brunnen und Bad aufgedeckt. Man sand hier eine schön verzierte Terra-sigillata-Schale, Amphora, Schlüssel, Eisenteile und Gcfäßschcrben. Tie Villa war auf einer älteren Siedelmrg aufgebaut. Das Landesmuseum überwies als dauernde Leihgabe aus einem röini- chen Sammelfunde in der Gemeinde Ottenau zwei tadel los erhaltene Pfliigscharen und ein Pflugmesser. Aus einem stcinzeitlichen Grabe bei Holzheim wurden eine große Urne und ein schön geschliffener, durchbohrter Steinhammer freigelegt. Landkreis Gießen. Wieseck, 21. Okt. liniere Gemeinde steht im Zeichen der Gemeinderatswahl. Nachdem schon verschiedene Vorversammlungen stattgefunden haben, versammelten sich gestern abend, einer Einladung des Bürgervereins folgend, eine große Anzahl von Bürgern in dem Ziegler schon Saale, um zu der für nächsten Samstag anberaumten Wahl Stellung zu nehmen. Eröfsnet wurde die Versammlung von dem Vorsitzenden des Bürgervereins, der die Anwesenten aussorderte, sich eine Versammlungsleitung zu wählen, was der Cinsachheic wegen durch Zurus geschah. Schlosser- meister Scherer leite.e dementsprechend die Verhandlungen, die sich bis Mitternacht ausdehnten. Verschiedene Redner übten scharfe Stritif an der Tätigkeit des bisherigen Gemeindevorstands, die darin gipfelte, daß in letzter Zeit manches Unzweckmäßige geschaffen worden sei, und viel Geld hätte gespart werden tonnen. Im Zeitraum weniger Jahre sei die Gemeindesteuer von 108 au' 153 Prozent gestiegen. Tie anwesenden Gemeinderatsmitglieder Weller, Teibel und Luh suchten diese Angriffe zu entkräften, indem sie darauf hinwiesen, daß die .Gemeinde sehr rückständig gewesen sei und das durch die Antisemiten und das Zentrum geschaffene Gemeindeumlagengesetz große Härten aufweise wodurch gerade die .durch Hypotheken belasteten kleinen Hausbesitzer schwer geschädigt würden. In sehr trefsender Weise'entwickelte ein Redner seine Ansichten dahin, daß bei Kommunal wählen die politische Partei ausgeschaltet werden müsse. Es handele sich darum, Männer in den Gemeinderat zu wählen, die den Willen und die Kraft hätten, das Wohl der Gemeinde zu fördern. Dagegen aber verwahrten sich ganz entschieden die zahlreich anwesenden Sozialdemokraten, die durch verschiedene Redner geltend machten, daß die Politik bei der Gemeinderatswahl wie überhaupt bei der Vertretung der Gemeindeinteressen notwendig sei. Andrerseits wurde aber auch behauptet, nicht der Gemeinderat, sondern die Behörde trage die Politik in die Beratungen hinein. Als Beweis führte man die Tatsache an, daß das Kreisamt der Gemeinde zugemutet habe, eine Gedächtniseiche zu pflanzen und die Kosten für die Hundertiahrfeier auf die Gemeinde zu übernehmen, was man natürlich abgelehnt habe, eine Tatsache, die indessen sehr zu Ungunüen der ablehenden Herren sprechen dürfte, die damit doch nur beweisen, daß sie den eigentlichen Grund und Charakter dieser Feier vollständig verkennen, denn wenn irgend eine Feier aus demokratischen Grundlagen ruht, so war es die Jahrhundertfeier. Nach vielem Hin- und Herstreiten kam man zu der Ansicht, daß ein Ausgleich der grundsätzlich verschiedenen Anschauungen unmöglich ist. So wird der bürgerliche Wallzettel dem sozialdemokratischen gegenüberstehen. Vielleicht kommt doch einmal die Zeit, daß man bei der Ausstellung der Kandidaten für die Gemeindevertretung mehr die wirtschaftlichen Interessengruppen ins Auge faßt und nicht die einseitig politischen. Es nnirbe dieses Vena hi en die Ruhe und den Frieden der Gemeinde sicher heben. Vorl"nfig abc*- scheint man sich nicht auf einen solchen Standpunkt erheben zu können. Londorf. 20. Okt. Am Nachmittag sand dke Gemeinderatswahl statt Es wurden gewählt: Peter Pfeiff mit 59 Stimmen, Heinrich Reitz II. mit 56 Stimmen, Wilh. Tietz II. mit 54 Stimmen. Kreis Friedberg. L Friedberg, 20. Okt. Seit acht Tagen hot die Kampagne ans der hiesigen Zuckerfabrik Wette rau begonnen. Etwa 200 Arbeiter sind beschäftigt. Durch die Neuanschaffung von Maschinen geht die Bereitung des Rohzuckers nun rascher von statten. In diesem Sommer mürben Geleise nach dem neuen GüterbaHichof mit verdeckten Hallen erbaut. Tie Arbeiten der Zuckerbereitung werden bis zum Anfang detz Jahres 1914 dauern. — Der hiesige Herbst- Vferdemarkt hat schon heute begonnen. Einzelne Verkäufe mürben schon abgeschlossen. Hessen-Nassau. h. Frankfurt a. M., 19. Oft. Der Verein für Handluiigskom mi8 von 1 858 sprach sich auf seiner Generalversammlung in einer einstimmig gefaßten Entschließung gegen die Zulassung verabschiedeter Offiziere in den Handels- und Gewerbestaud mit großer Entschiedenheit aus, da er eine weitere Verminderung der Angestelltcn- gehälter befürchtet und die Möglichkeit, in leitende Stellungen zu gelangen, durch das Streben der Offiziere, diese Posten emzunehmen, sehr behindert wird. X. Bad Orb, 18. Okt. Die Stadtverordneten haben in ihrer gestrigen nichtöff ntlichen Sitzung dem Ver- tragsabseblusse über den Verkgnf städtischen Waldgebiets für Zwecke der Errichtung eines Truppenübungsplatzes für das 18. Armeekorps zugestimmt. Die Stadt Bad Orb erhält als Kaufpreis 2 570 OOo Mk. — lieber die Arbeiten zur Anlegung des Truppenübungsplatzes ist zu berichten, daß seit einigen Tagen Techniker dabei sind, Vermessungsarbeiten zur Anlage einer Förderbahn durch das Haseltal nach dem llebungsplatze auszunchrcn. Mniver58täts*2Iacbricbten. — Gin i' i t e i a t u r iu i i i e n {eh a f 111 cb e 5 Seminar trlt als staatliche Einrichtung mit Beginn dieses Wintersemesters on Oer Universität Kiel ins Leben. 'Mit der Tirettion ist Pro- lessor Dr. Eugen Wolki betraut Damit ist zum erstenmal an einer preumscben Universität der Literaturgeschichte ein selbständiges Jnstitnt ciitgeiäumt, zum erstenmal auch die Theoterwissenschast ausdrücklich in den amtlichen Lehrbetrieb der Universität aui- genonunen Ernannt wurde der außerordentliche Vrosessor Dr. 9Ubert Brackma n n in Mai bürg zum ordentlichen Pro'essor stir mittlere und neuere Geschichte an der Universität Königsberg i. Pr. als Aacisiolger von Professor Wermmcchosf. — Der Privatdozent an der Leipziger Universi'ät Dr. jar Walter Iellinek hat einen Rui zum miBcrorbcntliclicn Pro'eisor nu$ den Lehrstuhl für öffentliches Recht in Kiel als Nachfolger von Professor H. G:nelin erhalten. - Prozessor Dr. Hans lleberSberger in Wien, der eine Berufung als außerordentlicher Professor für osteuropäische Geschichte und Landeskunde an die Berliner Universität erhalten hat, wird dem Rule keine Folge leisten. Ln-t-chi -fahrt. Scbneidemühl, 20. Okt. T e r c r ft c Flugstützpunkt des Oft en 5 wie überhaupt Preußens ist heute in Anwesenheit des Präsidenten des Deutschen Flugverbandes, Herzogs Ernst Günther zu Schleswig-Holstein, in Gegenwart der Spitzen der Be Hörden und zahlreicher Ehrengäste feierlich eröffnet. Auf die Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters Dr. Ztrausc-Schneidc- mübl erwiderte Herzog Ernst Günther. Nach dem Rundgang, der sich der Feier angeschlossen hatte, folgte das Festmahl, das die Stadt zu Ehren des Herzogs und der anwesenden Ehrengäste gab. Gerichts-aal. Frankfurt a. M, 20. Okt. Der Taglöbner Max^Schrenf- mel, der am 31. August an einem Sonntag abend in der Trunkenheit seine zank- und trunksüchtige Frau nach norangegangenem Streite mit einem dolchartiyen Briesösiner erstocken hatte, mürbe von den Geschworenen freigcsprochen. vermischtes. * P e st c pide m ie. Aus Nvwotscherkask 20. Okt, wird gemeldet: In dem Vorort Nowopetrowsk ist eine Pestevidemie ausgcbrochen, die bisher 11 Todesopfer gefordert hat. Tie Lage ist ernst. * Eisenbahnunfall. Aus Hagen i. W., 20. Oktober, wird gemeldet: Gestern nachmittag entgleiste auf ber Strecke Hagen—Dortmunb auf bem Bahnhof Vorsclbe ber um 2.52 Uhr vpn Hagen abgefahrene Eilzug 153 aus unbekannter Urfache. Tie Maschine unb der Gepäckwagen sielen um. Ein Personenwagen grub sich in bic Erbe. Ter Lokomotivführer würbe schwer verletzt. Ter Heizer würbe getötet. Mehrere Reiscnbc unb ber Zugführer wurden leicht verletzt. Eingesandt. .Für Form unb Inhalt aller unter Dieier Rubrik ftehenben Artikel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Turch den Beschluß ber Stadtverordnetenversammlung, Donnerstag ben 16. bs. Mts., ist bie Frage ber Verlegung ber Bürgermeisterei nach ber alten Klinik wieder atut geworben. Ich möchte nun Weber ben Verbleib ber stäbtischen 21 ernt er in dem jetzigen Gebäude, noch bereu Verlegung nach ber alten Klinik befürworten, sonbern ein drittes Projekt in Vorschlag bringen, das meines Erachtens einiger Erwägung wert ist und vor allem auch den Gegnern der Verlegung ber Bürgermeisterei in bic alte Klinik gerecht werden würbe. Mein Vorschlag geht dahin, das jetzige Kliniksgeläude als Bauplätze zu verwerten. Der vierte Teil dieses Erlöses würde genügen, um vom Staate bie jetzige Universitätsreitbahn auf dem Brandplatz zu erwerben. Mit dem .übrigen Gelbe könnten bic angrenzenden Grunbstücke, bie evtl, noch nötig wären, zum Teil sehr billig erworben werden unb hier müßte im Zentrum ber Stabt, in freier, schöner und ruhiger Lage unsere neue Bürgermeisterei errichtet werden. Hand in Hand hiermit ginge bic Verwirklichung eines weiteren Planes, ber schon lange der Wunsch vieler Einwohner und eines großen Jnteressenkreises, besonders auch unserer Universität, ist. Dies wäre bie Errichtung einer neuzeitlichen gebockten unb offenen Reitbahn an der Peripherie .unserer Stabt, vielleicht auf dem Gelände zwischen Mollkestraße und Philosoplienwald. Hiermit wäre dann auch Der An saug gemacht zu ber Anlage eines großen Sportplatzes, ber unserer Jugend Gelegenheit geben soll, sich in den mannigsachen Arten des Sportes ben Körper für spätere Zeiten zu stählen. / Ta bie Kosten für den Erwerb von Grunb unb Boben bes Geländes am Branbvlatz, wie schon oben erwähnt, burd) ben Berkaus bes §lten Klinikgelänbes mehr als gebeckt würben, so könnte hier für bie selben Summen, bie nötig sinb bie heutige, Bürgermeisterei zu vergrößern ober bic alte Klinik um zubau en, ein vollstänbig neues Gebäube errichtet werden. Seiner schönen freien Sage unb feiner historischen Umgebung ongevaßt, würbe dieses neue Rathaus, trotz geringer erforderlicher Kosten eine Sehenswürdigkeit .unseres Städtchens werben. N. E. Das Rnmvsvarlament, b. h. bie auf 24 Anwesende zusammen- geschmolzene Stadtverordnetenversammlung, hat seine Wähler mit einem an Tragweite unb Bedeutung in umgekehrtem Verhältnis zu seiner Zahl stehenden, folgenschweren Beschluß überrascht. Ueber- rascht insofern, als man angesichts ber geringen Anzahl ber Ducch- Peitscher unb ber bevorstehenben Neuwahlen ohne weiteres an- nehmen bürste, bic nur aus ganzen 12 Zustiinmeitbeu bestehenbe scheinbare Mehrheit bes bczimicrtcn Kollegiums hätte es für taktvoll befunben, bie Entschcibung ben neu zu erwählenben Aedilen zu überlassen. Daß bies nicht geschehen ist, beweist bas wohlbegrünbete Mißtrauen, ober bcutsch gesagt: bas augenfällige böse Gewissen, mit bem man ben Neuwahlen entgegen geht. Die Presscanbeutung, baß man bic Rathausfragc nicht zum Streitgegenstand im kommenben Wahlkampf machen wolle, ist ein bezcichncnbes Gestänbnis unb läßt lies blicken, um mit Labor zu reben. Allein bieser Wille, so burchsichtig er auch ist, überschreitet bic Kompetenz seiner Träger unb ruft ben berechtigten Unwillen ber burch bie bauernbe Verschiebung bes Schwerpunktes ber Stabt auf bas schwerste ge- schäbigten Bürger, Geschästsleute unb Hausbesitzer hervor. Ein burd) 1400 Gegenunterschriften verurteiltes, nur wenigen, bicsen allerbings sehr nützliches, für bie Mehrheit ber Steuer- unb Hypothekenzinsenzahler aber gerabezu verhängnisvolles, von ber öffentlichen Meinung gebranbmarktes Projekt, kann nicht am Vorabenb ber Neuwahlen einer Oktroyierung burch 12 Stabtverorb- nctc unterliegen. Gin Bolksgericht möge entscheiden! Sind bie Nerven krank unb matt, bann ist es auch ber ganze Körper. Es ist baher burchaus verkehrt, wenn ganz einseitig nur auf bie Pflege ber Muskeln allein Wert gelegt wirb, währenb man ber Pflege ber Nerven nur geringe Aufmerksamkeit schenkt. Die rationelle Pflege bes Körpers unb ber Nerven besteht in erster Linie in zweckmäßiger Ernährung, bas heißt, einmal in bem Ersatz ber verbrauchten Nervensubstanz, bes Lecithins, unb ferner in ber allgemeinen Kräftigung des Organismus burd) bie entsprechenben Nährstoffe. Ein Nährpräparat, bas bicsen Ansorberungen in ibealer Weise entspricht, ist bas Biocitin, weil es außer seinem hohen Gehalt art physiologisch reinem Lecithin, hergestellt nach bem patentierten Berühren bes Herrn Professor Tr. Habermann, auch noch anbcrc wertvolle Nähr stosse in konzentrierter Form enthält. Erhältlich in Apotheken unb Drogerien. Die Biocitin-Fabrik Berlin 8. 61 senbet Interessenten gern gratis ein Geschmacksmuster broie eine Broschüre über rationelle Nervenpflege. ss17/io Georg A.Jasmatzi AG. Dresden Grösste deuhsche Cigaretfenfabrik ww®1® Cigarette Beste „ Unsere Marine" Heinrich Fischer Karl Weide 6972 Mittwoch nachmittag Die Beerdigung findet statt nachm. Von dem erfolgten Hin ID«/1O Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 6983 Giessen, 21. Oktober 1913 Gießen, den 21. Oktober 1913. 6981 in nuter, uswahl zu wirk- (6413 geb. Hebstreit 084S6 Giessen, den 20. Oktober 1913 Vermeidung von Ansteckung. Voit. Bei Abnahme von 20 Metern an tritt eine Extra-Vergütung von 3% Rabatt ein Marke 35 Marke 45 Giessen (West-Anlage 17), den 21. Oktober 1913. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. d. Mts. scheiden unseres und Kameraden Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Albert Bötz und Fran IG Meter M. 6.50 10 Meter M. 7.— 642,50 523,— Prima Elsässer Flock-Köper taz norziiili* Miläta iiir Danlnta, Jacke», Beiokleider a Nacblhemden ** __1.... .1.... i nennhmp-Pri-isen 7 Marke 55 . . . Marke 60 . . . 10 Meter M. 8 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schwerenVerluste sagt innigsten Dank Schmidt & WMin Frankfurt a. M. fabrizieren u. liefern prima Kernleder-Treibrieiuen Arbeitsvergebung. Donnerstag, den 23. Oktober vormittags Wobnungs-Einrichtunaen »ediegener Arbeit 11 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Staufenberg nachbenannte Arbeiten und Lieferungen öffentlich vergeben werden: veranschl. zu Erdarbeiten....... Chauffier- und Pflasterarbeiten Stein- und Kieslieferung . 3 Uhr von der Kapelle des neuen Kartoffeln (5691] Alle Sorten In. Tvcise- und Salatkartoffeln für den Winterbedarf empfiehlt bill. J. Weisel. Sonnenstr.6. Televb.88. Frau Margarethe Corvinus Wwe. geb. Stein im 59. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Giessen (Seltersweg 67), den 20. Oktober 1913. Dr. med. Hans L. Hensner Elise Helene Hensner geb. Oettinger V ermählte 3l/2 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. VorziiM.TmbeilMl eingetroffen. (6762 Weinstube Seibel. Gleichzeitig bringe ich das vorzügl. Fürttenberg-Bräu in empfehlende Erinnerung. u. groner _______ . lich billigen Preisen. Todes-Anzeige. Sonntag nacht verschied sanft nach langem, schwe- mit grosser Geduld ertragenem Leiden unsere liebe, > Einfender von 12 verfchiedenen ABC-Anzeigen erhält einen ganzen Sag von 25 ABC-KOn(tlermarken von der Erdal-Fabrik in. Malm, Neue (a’7o Handarbeiten finden Sie ausgestellt im Laden Selter sweg 36, früher Papierhandlung Kühn Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste sagen innigsten Dank Frau Marie Kramer nebst Kinder» Familie H. Drechsler. Wolle. Halbwolle, Baumwolle u^.w. erhalten prachtvolle,echte Färbungen. Es kosten zu färben : 1 Kinderkleid 10Pfg. 1 Bluse 10 Pfg. IFrauenkleid 50-75 Pfg. Alle Farben in Päckchena 10u25Pfg. Ausdrückhch.Heilmann's"Farben mit * Schulzmarkejuchskopf im Slem'fordern. Fabrikanten: Gebr.Heifmann, Köln u Riga. Todes-Anzeige. Gestern vormittag 103/< Uhr entschlief sanft an den Folgen eines Unfalles mein guter Pflegevater FRITZ NQWACK AUSSTATTUNGSGESCHÄFT UND WÄSCH E - FAB RI K Husche Zische Mittwoch früh 9 Uhr und Donnerstag cintrefsend: Heinrich Fischer sehen wir die Kameraden geziemend in Kenntnis. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 22. d.M., nachm. 3*Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. — Zusammenkunft */< Stunde vorher am Friedhossportale. Der Vorstand. Mädchen und Frauen mit bünncm, brüchigem oder schwachem Haar, deren Sehnsucht prächtiges, volles und üppiges Haar ist, sei folgendes bewährte und billige Rezept zur Pflege des HaareS empfohlen: Wöchentlich 1 maliges Waschen des HaareS mit Zucker’« kom- binicrtcmKrÄntcr-Shani- poon iPaket20Pf.l, daneben regelmäßiges kräftiges Ein- reiben des HaarbodenS mit ZnckerM Original 40Ät.)u.Zucker«Spezial- Krliuter-IIaarnikhrfctt lDose60Pf.1. Gronartige Wir- kung,vonTauscnden bestätigt. Echt bei A.Noll, E.NoN, ($. Seibel, C. Schaaf, Wild. 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