Nr. M Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonntags. Die „Gießener ZamilienblStter" werden dem ^Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblott für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. 163. Jahrgang Samstag, 19. April 1918 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: e^ll2. Tel.-AdrckAnzeigerGreßnG, Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Mb. Deutscher Reichstag. 14 3. Sitzung. Freitag, den 18. April. Am BundcSratstische: von Heeringen. Präsident Dr. K a e m p f eröffnet die Sitzung um 1 Uhr. Zer Mlilöretak. (Zweiter Lag.) Dbg. Dr. Goctting (Natl.): Angesichts der bevorstehenden starken Vermehrung unseres Offizierkorps um 4000 Köpfe soll man doch den zahlreichen Beschwerden, die in der Tagespresse von verabschiedeten Offizieren erhoben werden, auf den Grund gehen. Man braucht sich nicht von ihrem Pesiimismus anstecken zu lassen. Aber der Offizier, der an der Majorsccke abgeht, hat cs schwerer im Leben, als der höhere Beamte in derselben Lage. Unter den verabschiedeten Hauplleuten sinden sich oft noch Leute, die mit in der vordersten Reihe stehen können. Der Kriegsminister möge ihre Verhältnisse in wohlwollende Erwägung nehmen. Füp solche, die noch akademische Bildung haben, wäre etwa die Laufbahn der militärischen Verwaltung zu eröffnen. Jedenfalls sollten unsere Offiziere gegen die Gefahren des militärischen Berufes besser gesichert werden. Der schlechte Zugang zu, der Offizierlaufbahn erklärt sich auch daraus, daß veichältnismätzig zuwenigobereStellen vorhanden sind. Selbstverständlich sollen die Sanitätsoffiziere den anderen gleichstehen. Der Grundsatz muß aber auch praktisch durchgeführt Werderi, auch in Aeußerlichkeiten. Weshalb sollen sie z. B. die Kriegsdenkmünze nur am weißen Bande erhalten? Die Verhältnisse der Ingenieure und Zeug- offiziere könnten ebenfalls geändert werden. Auch für das Alter der Militärbeamten wäre zu sorgen. Ihnen wären die Angestellten der Militärbildnngsanstalten glcil^ustellen. Für die Veteranen, wenn sie bedürftig sind, müssen wir sorgen. Wir wollen aber auch die Krankenschwestern, die in unseren Militär- cmstalten tätig sind, nicht vergessen. Wir haben im vorigen Jahre die Organisation vorgeschlagen, die jetzt geschaffen werden soll: die allgemeine Wehrpflicht durch Einstellung aller körperlich Tauglichen. Wir bekommen dadurch das eigentliche Volkshecr, an dem daS ganze Volk ein Interesse hat und auch wirkliche Freude. Dazu gehört aber auch die Befriedigung der berechtigten Wünsche aller Funktionäre des deutschen Heeres. (Beifall.), Abg. Sperlich (Zentr.): Alle Vorschläge des Vorredners durchzuführen, würde doch erhebliche Summen kosten. Es mutz doch Sache der Regierung bleiden, derartige Vorschläge zu machen, wie haben sie lediglich zu prüfen. Auf den Fall Knittel gehe ich nur nach dem Vorgang des Abg. Ablaß ein. Die Aeußerungen des Kriegsministers in der Kommission haben in Richterkreisen erhebliches Aufsehen erregt, zumal er selbst zugab, er habe die Akten nicht gelesen. (Hört! hört!) Ich kenne die beiden Beteiligten, Hauptmann Sammler und Amtsrichter Knittel, seit langer Zeit persönlich. Der erstere, ein höchst liebenswürdiger Mensch, hatte später einen Unfall. Amtsrichter Knittel galt als ein durchaus königstreuer Mann. Der Redner geht ausführlich auf die einzelnen Phasen des Verfahrens gegen Knittel ein. Vor 26 Jahren dachte man über die Zugehörigkeit zur Zcntrumspartei anders. Der Kriegsminister möge zu der alten Praxis zurück- kehren. Abg. Stücklen (Sctz.)tl Wir stemmen der Resolution Ablatz zu, daß bei Besetzung Militärischer Stellen allein die persönliche Tüchtigkeit entscheiden soll. Wunderbar, daß derartiges heute noch nötig ist. Dasselbe gilt von der Reform des Militärstrafrechts. Bei der antisemitischen Haltung des Kriegsministers bin ich gespannt darauf, wann der erste jüdische Einjährig-Freiwillige in Preußen Reserveoffizier wird. Es mutz eine größere Ucbersicht- lichkeit für die Bezüge der Offiziere geschaffen werden; heute erhalten sie alle möglichen Zulagen. Die Denkschrift hierüber gibt auch nicht eine genügende Aufklärung. Der Militäretat ist so aufgestellt, daß eine Uebersicht soweit als möglich erschwert ist. Den Schlußantrag hatte gestern die Rechte, das Zentrum und die Nationaliberalen gestellt. Ist das ein Zeichen dafür, daß diese Parteien wieder einen Bund geschlossen haben, um die Deckungsfragen unter Ausschluß der stärksten Partei des Reichstages zu erledigen. Herr Dr. Semler hat den Schlußantrag unterschrieben; was würde dieser Herr sagen, wenn man ihm beim Etat für Kamerun das Wort absschnittc? (Heiterkeit.) Der Lokalanzeiger, da? halbamtliche Organ des Herrn von Bethmann Hollweg hat eine Notiz gebracht, die sich gegen die Verschleppungspolitik bei Erledigung der Heeresvor- lagen wendet. Darf man da nicht annehmen, daß irgend eine maßgebende Stelle, die man leider nicht zur Verantwortung ziehen kann, dahinter steht? Man nennt die Interessen der ausbeutenden Klassen immer die „nationalen Interessen". Die ausgebeuteten Klassen, die Arbeiter, gehören aber auch zum Volk. Versuchen Sic doch einmal eine nationale Armee ohne Sozialdemokratie durchzuführen! Die große Anzahl der persönlichen Adjutanten der Bundessürsten und Prinzen gebe eine gute Gelegenheit, daß sie einmal ihre Opferwilligkeit bezeigen. Man hat uns gesagt, die Prinzen brauchten zwei Adjutanten, einen älteren, der einen väterlichen Einfluß auf ihn ausübt, und einen jüngeren, zu dem sie mehr Vertrauen haben. (Heiterkeit.) Leute aus dem Volke dürfen nicht Offiziere werden, aber Leute, denen man d i e Beteiligung an schwindelhaften Gründungen vorwirft, können heute noch General- l e u t u a n t z. D. s e i n. EL ist unerhört, daß die Militärbehörde durch ihren Boykott Steuerzahler auf das überschwerste schädigt. Die Durchführung des Militärverbots führt zu geradezu lächerlichen Konsequenzen. Am Schanktisch dürfen sie kein Bier trinken, dort herrscht das Militärverbot, aber einen halben Meter davon ist es erlaubt. (Heiterkeit.) Die Armee bildet heute schon einen Staat im Staate. Taft Volk hat alle Ursache, auf diese Gefahr sein Augenmerk zu richten. Tie Offiziere sollen ihre Finger von der Politik lassen. Im Zirkus Busch haben Offiziere in voller Uniform au der Generalversammlung des Bundes der Landwirte teilgenommen. Ist das keine politische Versemalung? Es wäre wünschenswert, daß oltive Offiziere, wie z. B. dei5 General v. Eichhorn es getan hat, nicht direlt zum Krieg hetzen, indem sie die Friedenöbestrebuiigen bedauern. Die Pensionierungen der Offiziere nehmen erschreckend zu. Soviel ognak unb Zig»arren kann man gar nicht verlaufen, als diese pensionierten Offiziere als Reisende uiifcr bringen müßten, um in ihrem neuen Beruf leben zu können. Jetzt benutz, t-ci- Wehrverein viele pensionierte Offiziere für seine j Zwecke c'~) Reisende, die den Leuten dann den blühendsten. Unsinn auftischen. In der „Tägl. Rundschau" hat General v. Wrochem geschildert, wie heute Tausende einige Jahre als Offiziere dienen und sich dann pensionieren lassen, um das väterliche Gut zu bewirtschaften. In diesen Kreisen sei man der Ansicht, man dürfe dem Fiskus nichts schenken. Der Mangel an Achtsamkeit geht manchmal ins Grenzenlose, Das hat der Fall Wolter in Straßburg gezeigt, wo niemand auf die Idee kam, daß das Telegramm, das die Alarmierung anordnete, falsch sein könnte. Soll doch selbst der Sohn des Kaisers, Prinz Ioa - ch i m, gesagt haben: Das i st meinem Vater schon zuzutrauen? (Große Heiterkeit.) Statt die Bestimmungen abzuändern, pensioniert man den Gouverneur, und das Volk mutz die 19 000 Mk. Pension zahlen. In Braunschweig hat man die Soldaten in der Kaserne fest- gehalten, als mein Freund Scheidemann dort sprach und hat ihnen gesagt:: „Das habt Ihr dem Lümmel zu verdanken, der heute spricht." Jeder Leutnant, den wir streichen wollen, wird uns als die festeste Säule der ganzen Armee hingestellt. Mit vollen Händen wirft man das Geld zum Feister hinaus. Der Chef des Militärkabinetts erhält eine Villa für zwei Millionen Mark, die uns jährlich 120000 Mk. Zinsen kostet. Mit dem System der Abkommandierungen mutz gebrochen werden. Die Soldaten sind nicht Dienstmädchen für die Offiziere. Auch als Streikbrecher ;bürfen Sie nicht verwendet werden. Wir lehnen den Etat ab, weil man die Armee zur Unterdrückung des Volkes verwenden will. Kriegsminister v. Heeringen: Die letzte Behauptung des Vorredners wird wohl kaum von vielen Leuten geteilt werden. (Widerspruch b. d. Soz.) Wir leisten Hilfe bei Streiks, weil wir gesetzlich dazu verpflichtet sind. Derartige Hilfeleistungen sind uns niemals angenehm, weil wir genau wissen, daß dabei kein Ruhm zu erlangen ist. Das Sanitätsoffizierskorps wird dem Abg. Stücklen kaum Dank wissen für die Art, wie er seine Wünsche vertreten hat. Es weiß, wie cs mit den Offizieren von der Armee steht, und diese sehen unsere vortrefflichen Sanitätsoffiziere nicht über die Achsel an. Wir wissen, was wir an ihnen haben und der vortreffliche Gesundheitszustand der Armee bezeugt, was wir ihnen zu danken haben. Es ist also nicht richtig, daß der Ersatz zu wünschen übrig läßt. Klagen an? den Lazaretten über schlechte Behandlung werden untersucht und solche, die Eltern über die Behandlung ihrer Söhne führen, erst recht scharf kontrolliert. Diese Klagen sind aber subjektiv, eine objektive Betrachtung komme öfter zu einem anderen Ergebnis. Eine allgemeine Bedeutung ist ihnen also nicht beizumessen. Auch ich habe in den Zeitungen gelesen, daß General von Wrochen gesagt haben soll, eine Anzahl Offiziere bekäme die Pension eigentlich zu Unrecht. Ich habe ihm um fein Material geschrieben. Es ist mir aber ebenso gegangen, wie vor einigen Jahren mit einem Abgeordneten, der mir auf dieselbe Bitte antwortete, er bedauere, mir die Angaben nicht machen zu können. (Hört! hört! rechts.) Ich bedaure daher, solchen Aeußerungen feine Bedeutung beimessen zu können. (Sehr richtig! rechts.) Offiziere wie Beamte können nur pensioniert werden, wenn sie ein gesetzliches Klagerecht darauf haben. Wir gewähren Pensionen nur, wo sie am Platze sind, dann aber mutz sie gewährt werden. Das gilt für den Offizier wie für den gemeinen Mann, für beide verlangen wir dasselbe Recht. Alle Gesuche, die sich innerhalb des Rahmens des Gesetzes bewegen, werden von uns wohlwollend geprüft. Ich kann nicht leugnen, daß der Alarm in Straßburg seine stark komischen Seiten hat. Aber der Gouverneur trägt daran keine Schuld. Auf der Wache bekam ein junger Offizier die Depesche. Er sandte sie nach dem Gouvernements- bureau, wo nur ein Stabsoffizier anwesend war. Ter Gouverneur und der Kommandierende General waren nicht da. Und da, nach der Depesche, die Ankunft deS Kaisers in kurzer Zeit erfolgen sollte, alarmierte der Offizier. Als der Gouverneur und der General zurückkamen, fanden sie die Garnison bereits in vollem Ausrücken. (Heiterkeit.) Jetzt handelte es sich nur darum, die Sache laufen zu lassen, und baö war auch der einzig richtige Entschluß. AuS diesem Vorbeigreifen eines Offiziers der unteren Charge ist die ganze Sache entstanden. Es wurde dann so aufgebauscht, als ob höhere Offiziere dabei beteiligt gewesen wären. Tatsächlich war in Straßburg die Anwesenheit des Kaisers in Königsberg in dem kritischen Augenblick auch noch nicht bekannt. (Lachen.) Jedenfalls habe ich auf daS Betimmtcste zu erklären, daß die Verabschiedung des Generals von Eglofs sie in mit dem Alarm in Straßburg in keiner Verbindung steht. (Lachen links.) Meine Erklärung zum Fall Knittel m der Vudgejkommission hatte lediglich den Zweck, die Militärverwaltung vor dem £i b e r sichtlichste, was es überhaupt gäbe, bezeichnet. Ihm stelle ich die Ausführungen des Abg. Richter gegenüber, bei doch ganz unzweifelhaft ein vortrefflicher Kenner unseres Etats war. Der sagte 1875 (Lachen bei den Soz.) — damals sah bei Etat ganz genau so aus wie jetzt, er ist nur etwas größer geworben. Der Abg. Richter bezeichnete bic formale Anorbnung bes Etats als ganz vortrefflich unb empfahl sie als Muster für die anberen Etats. Er kannte unseren Etat ganz genau unb arbeitete ihn burch. Ich kann bem Abg. Stücklen nur empfehlen, ihm auf biefem Wege zu folgen. (Lebhafte Zustimmung und Heiterkeit rechts.) Die Denkschrift über da? Zulagenwesen ist deshalb etwas kurz ausgefallen, weil wir nicht alte Sachen wieder hervorheben wollten. Sie ist nicht die alleinige Begründung für bic Zulagen. Di« Hebungen in ber Reitschule in Hannover dienen zur kavalleristischen Ausbildung. Diese kann nicht auf bem Reitplatz erfolgen, fonbern muß im Geläube geschehen. Die ganze Sache ist Dienst unb wirb dienstlich betrieben; sie ist unbedingt notwendig zur Ausbildung. (Lachen b. d. Soz.) D i e Kriegervereine bezwecken die Förderung ber Treue für Kaiser unb Reich unb ber Anhänglichkeit ihrer Mitglieder an ihr altes Soldatentum. Daher unterstützen wir diese Bestrebungen aus vollem Herzen. Bestrebungen von einer Seite, die sich offen zur Republik bekannt bat, müssen wir unbedingt bekämpfen. Wir sollen Vie Soldaten nicht nur im Schießen und Reiten ausbilben, sondern auch zu patriotischen Deutschen erziehen. (Unruhe b. d. Soz.) Jeder Offizier ist sich bewußt, daß wir mit mißhandelten und nicht richtig erzogenen Leuten heute nicht mehr durch feine Schlacht burchkommen. Wir müssen die Leute zur Anhänglichkeit erziehen zu Kaiser unb Reich unb zu ihrem Vorgesetzten. (Lcbh. Beifall.) Abg. Dr. Hoppc (Natl.) tritt für besondere Berücksichtigung berechtigter Wünsche bei Er« teilurig von Urlauben ein unb befürwortet einzelne Forderungen der Waffenmeister. Abg. Erzbergcr (Zentr.)k Die Verhältnisse entsprechen wohl nicht immer bem Ideal, das ber Kriegsminister gezeichnet hat. Die Kaserne hilft zweifellos gegen Verweichlichung, und ber Kasernenhof soll kein Salon sein. Bei bem Ulmer Fall, wo ein Mann infolge schlechter Behanblung im Lazarett starb, ist aber bic Behörbe unrichtig verfahren. Tas ist äußerst betrübend auch für weitere Volkskreise. Unbestreitbar werben bic Sanitätsoffiziere nicht als vollfommen gleichberechtigt angesehen. Der alte Stabsarzt soll nicht hinter bem jungen Leutnant rangieren. Den Aerzten müssen auch minoestens fünf Jahre der Stubien- unb Vorbereitungszeit auf die Pension angerechnet werden. In den Großstädten gibt es fast in jedem Hause einen Arzt, in der Armee haben wir Fehlstellen! Woher kommt bas? Ich möchte dem äußerst lebhaften Wunsch bes Reichstags Ausbruck geben, daß bie Art. wie manche Bezirksoffiziere bei den Kontrollversammlungen Familienväter unb im Beruf stehende Männer behandeln, sofort eil rodikels Ende bereitet wird. Solche Offiziere müssen sofort abberufen werden. Kleine Vorkommnisse dieser Art verstimmen in weitesten Kreisen. I n der Duellfrage haben gerade wir eine ganz un- mißverstänbliche Haltung eingenommen. Der Gesetzentwurf barüber wirb bis zur dritten Lesung fertig sein. Gerade wir vom Zentrum verfolgen den Kampf um die.Sparsamkeit mit äußerster Energie. Der Verzicht ber Monarchen aus ihre persönlichen Slbjutanten, bie ihnen burch Staatsverträge garantiert finb, würde das monarchische Gefühl im ganzen Volke stärken unb vor bem Auslanbe ben Einbruck deutscher Ge- schlossenheit nur vermehren. Württenlb. Militärbevollmächtigt. Generalmaj. v. Grävcnitz: In bem Falle von Ulm handelt es sich um einen Mann, ber an einer schleichenberi Krankheit litt, vermutlich an Krebs. Sie würbe erst später erkannt. Abg. Hachnle (Vp.): Es würbe einen vortrefflichen Eindruck machen, wenn die deutschen Fürsten auf die ihnen garantierten Adjutanten verzichteten, Bezirkskommaudeure müssen die nötige Rücksicht auf das bürgerliche Leben nehmen. Kontrollversammlungen brauchen nur einmal im Jahre abgcbaltcu zu werben. Die Begriffe ber Militärverwaltung von Sparsamkeit entsprechen einem mober« neu Einp^siben nicht. An bem Kriege von 1870 haben einige 5000 Iuben tcilgcnommen, und in Sübwcstafrika widmete General Leutwein einem dort gefallenen jüdische« Kei ner einen warmen Nachruf. Kriegsminister v. Heeringen: Die Bewilligung von Pensionen und Ruhegehältern erfolgt keineswegs nach Willkür des Militärkabinetts. Alle in Betracht komm en ben Behörben werben babei befragt. 1911 wurden m Preußen 564 Offiziere verabschiedet, davon 178 ober 32 Prozent ohne Pension. DaS beweist, baß bie Berechtigung ber Pension nachgewiesen werben muß. ......Abg. Hcgenschcidt (Rp.) tritt für bic Militäranwärter ein. Abg. Dr. Liebknecht: Das Kapital ist vaterlandslos, unb sivnr um so Vaterlands- löscr, je patriotischer es sich gebärbet. Sic Öi ü ji u n g S liefe- > je w s ha? der AN ge irr vo sei M nu* B. beert de da tat -sob der ger bis fcol tot lna sei tot Be rir tto' ' da fffl an qel Di bil Ti un toi rei sie Vik Lei Sck geb Ga Ab ' bis sich ton Be Da i -we ge D di st< m so w de si- kr I m L T W S cv T T TI L fr il b n a 2 d n r ran! en liefern systematisch nach dem Auslände ihre Prooüktej gleichviel nb sie später zur Tötung des deutschen Volkes dienen sollen. Da, Drllinger Werk, etn Besitz der Stummschen Erben oder oes Generals v. Schchubert, gehört zum großen Teil dem französischen Ltupital, und in ihren Generalversammlungen wird die Sprache des französischen Erbfeindes angewendet. Die Firma F. »cdrich Krupp in Essen unterhielt in Berlin bis vor wenigen Wollen einen Agenten namens Frank, einen früheren Feuerwerker, der den Auftrag hatte, die Kanzleibeamten der -es- und Akarineverwaltung zu bestechen, um geheime Schriftstücke zu erhalten, deren Inhalt die Firma interessierte. Sie wollte so in den Besitz m i l i t ä r i s ch'e r G,c h e i Ri n i s s e gelangen und der Konkurrenz zuvorkommen. eser Zustand bestand seit Jahren. Bei einem Herrn v. Dewitz, ci■z'y ijobei'. Beamten der ^kruppschen Werke, liegen oder lagen dirch Gjcchinbci.;uiic deutscher Behörden. Ich habe nicht eher gesproßen, befürchten Ivar, daß die Firma dank ihren großen Mitteln unbequeme Aktenstücke hätte v er sch w in- d p*n lasse i,v Der Kriegsminister bat in der Angelegenheit seine Schuldig- l,it getan und eingrgriffcsn, nicht nur gegen Mikitärpersonen, sondern auch gegen Zivilpersonen. Gegen sechs oder fieben Per- fönen. Deren Warnen ich jetzt nicht preisgeben will, schwebt die Voruntersuchung, wenn sie nicht schon abgeschloffen ist Es sind darunter hochgestellte Leute. So ist kein Vorwurf gegen die Mstitärverivaltung zu erheben. Aber derselbe Vorwurf trifft die Firma Krupp toi e d i e Deutschen Munitions - und Waffenfabriken. Schubert iji gleich Stumm, und Stum ist gleich „Post". (Heiter- Icit.) Die „Post", die -in der Marokkozeit den Kaiser so angriff, allerdiim^. ohne verfolgt zu werden, — Sie kennen Sie dochl Und die Postesel (Heiterkeit), Parteigenossen — (schallende Heiter teil), die minutenlag anhält, da der Redner den Grund des Lachens nicht versteht, bis ihn ein Parteigenoffe auf die Anrede aufmerksam macht. — Erneute andauernde Heiterkeit.) Du-.stclbe gilt auch von der „Nheinisch-Westfälischen Zeitung". Diese Blätter münzen die Zwietracht der Völker zu Gold aus. Die französischen Firmen lverden nicht anständiger sein, als die deutschen und so wird Schneider-Creusot die dortige Hetzpreffe versorgen. Die Militärverwaltung darf mit diesen Firmen keinerlei Beziehungen mehr unterhalten, ob kes Krupp oder die Deutschen Munitionsfabriken sind. Wir wollen auf Reinlichkeit hakten und alles ausschalten, was eine fränbifle Lebensgefahr dqr Völker durch die Rüstungen ist. (Beifall bei den Soz.) Kriegsminister v. Heeringen: Ich glaube, daß der Aög. Liebknecht die ganze Angelegenheit sehr wesentlich übertrieben hat, daß er bei unseren deutschen Waffen- und Munitionsfabriken und bei Krupp schwarz in grau gemalt hat. Vielleicht sind diese Fabriken auch für die Ballanwirren verantwortlich! (Lärm b. d. Soz. — Abg. Ledebour: So wichtige Angelegenheiten darf man doch nicht ins Lächeliche ziehen!) Der Abg. Liebknecht wollte mir zwar keinen Vorwur) machen, hat es aber doch getan, indem er sagte, ich hätte die Privatindustrie insofern begünstigt, als ich die Staatsbetriebe eingeschränkt und die Aufträge den Privatfirmen gegeben hätte. W>r sind auf unsere Privatfirmen angewiesen. Wir können in Friedenszeiten nicht soviel Bestände anhäufcn, wie wir in Kriegszeiten gebrauchen. Wir können auch iw Frieden nicht soviel Bestellungen geben, daß die Privatindnstrie leiftungsföchig genug bleibt. Daher ist unsere Privatindustrte auf ausländische Lieferungen angewiesen. Den Vorteil hiervon haben doch gerade die Klaffen, als deren Vertreter immer die Sc^taldemokraton hierauf stehen. (Unruhe und Lachen bei den Soz.) Die Wien über die deutschen Waffen- und Munitionsfabriken habe ich nicht zur Stelle, die Sache rft schon ehmtai fm Reichstag behandelt worden. Aber so toll, wie der Abg. Liebknecht behauptet hat. wird es wohl nicht sein, ftmft wurde man toi Reichstage energischer vorgegangen sein. (Sehr richtig.! rechts.) Wenn der Redner weiter behauptet hat, daß ich zu Füßen einer Generalstabsrlique läge, so nehme ich das nicht so tragisch. Der Reichskanzler hat schon mitgeteilt, daß bereits im November vorigen Jahres die Einbringung einer Heeresvor- lage beschlossen wurde. Die Anregung' dazu ist von mir ausgegangen. Wenn aber wirklich der Ehest des Generalstabs auf die Heeresvermehrnng gedrungen hätte, so hätte er damit als Be. tatet des Ä« isers mtc seine verdarutte Pflicht, und Schuldigkeit getan. Ich hatte den Abg. Liebknecht gebeten, die Angelegenheit der Firma Krupp hier nicht zur Sprache zu bringen, weil die Unter- ftrchvng noch nicht abgeschlossen sei. (Widerspruch b. d. Soz.) — DaS Hauptverfahren ist noch nicht eröffnet. Nin unterer Beamter her Firma Krupp hat mehrere Feldwebel und Unteroffiziere und auch einen Beauüen zur Mitteilung von Schriftstücken veranlaßt. Es handelte sich hierbei aber keineswegs um den Verrat militärischer Geheimnisse, die die Sicherheit des Vaterlandes gefährden könnten. Ob das Drektorium der Firma Krupp daran beteiligt ist, steht noch nicht fest. (Zuruf 6. d. Soz.: Immer die Unterbeamten k) Ich möchte aber heute doch feststellen, daß das deutsche Heer und das deutsche Vaterland gerade der Firma Krupp den Ruf seiner Artillerie verdankt. Das muß dankbar anerkannt werden, Ungelöst von dieser Sache. (Beifall.) Abg. von Putlitz (Kons.): Die beteiligten Fromen müssen alles tun, um Beamte, die in derartiger Weise vargegaugen sind, von sich abzuschütteln. Wir haben volles Vertrauen zu unserem Ofsizierkorps. ©onnabeuh, 11 Uhr: Weiterberatung. Erfolglose Riesenausftände. Der erste arfg*emeine Aus stand wurde 1902 von der Ü e l gif che n ArbEttevschaft z-wrecks Erkämpf ung eines gerechteren Wahlrechts unternourmen. Der innfassendste allgemeine Ausstand aber wur 1909 gerade Wr Reisezeit in Schweden in WstrHcmstkeit, wUrbe mit groster Schonung der öffentlichen DteatsNDtwendigikeiten durchg^efuhrt, endete aber ebenfalls ohne allgemeinen Erfolg der Arbeitnehmer. Ins Riesenhafte gingen von jeher die Streiks in Nordamerika, wo von 1881 bis 1900 nicht weniger als 22 800 Streiks entstanden, von denen 118 000 Betriebe und 6 Millionen Arbeiter betroffen wurden. Die dabei erlittenen Lohn Verluste werden auf 258 Millionen Dollar geschätzt, .nährend 'Ne Arbeitgeber nur um 135 Millionen Dollar geschädigt sein wollen. pennsylvanischen Kohlenarbest- >erstreik feierten 1902 mehr als 300 000 Bergleute und Arbeiter verwandter Gewerbe, und ähnliche Zahlen weist auch der große westfälisch-rheinifche Bergarbeiter streik von 1905 auf, her größfte, den Deutschland je gesehen. Für Deutschland existiert eine amtliche Statistik der Arbeitsstreitigkeiten erst seit 1. April 1899. Als schlimmstes Fahr ergibt sich aus ihr das Jahr 1905 mit 2657 Streitigkeiten, 18340 betroffenen Betrieben, in denen 965 510 Arbeiter beschäftigt ivaren, 526 810 Streikenden und Aus- gesperrten und 15 754 gezwungenermaß-en Feiernden. Das Fahr 1906 steht aber dagegen nur wenig zurück. Es weist 51)26 Streitigkeiten in 19 026 Betrieben mit 838 988 Arbei fern auf, von denen aber nur 349 327 streikten oder ans- gespcrrt wurden, während 27 088 gezwungen feierten. Tie Fahre wirtschaftlicher Prosperität weisen im allgemeinen die meisten und bedeutendsten Streiks auf, während ihre Zahl und ihr Umfang mit den sinkenden Konjunkturen fällt. Den ersten großen streik sah Deutschland in den Jahren 1848 und 1849, als Die Buchdrucker, Eisenbahnarbeiter und Maurer -in oett Aus stand traten uni) einen Teil ihrer Forderungen auch wirklich durch-etzten. Tie nächsten Jahrzehnte .verflossen verhältnismäßig ruhig, bis mit der nach dem Deutsch-französischen Kriege beginnenden Gründnnas- äiy* Me diK 1878 .reichende Mriode beMnn^ .in der die Streiks nach Tausenden zählten. ''Rach kurzer Pause setzten die Streikbewegungen seit 1882 wieder in größerem Umfange ein. In Berlin, wo die bauliche Entwicklung der Bororte begonnen hatte, erlitt das Baugewerbe schwere Schädigungen, als 1889 plötzlich 25 000 Maurer und Zimmerleute, denen sich die Brauereiarbeiter anschlossen, die Arbeit einstellten. Dasselbe Jahr brachte aber auch den ersten deutschen Riesenstreik, Der unter den Arbeitern int rheinisch-westfälischen Kohlenrevier am 8. Mai 1889 ausbrach und .lawinenartig anschwoll, so daß schon 6 Tage später 100 000 Arbeiter feierten, die, als am1 19. Max in Berlin eine Einigung zustande fanr, zwar nicht alles, aber doch einen beträchtlichen Teil ihrer Forderungen durchgesetzt 'hatten. Auch das Jahr 1896 brachte für Deutschland sehr umfangreiche Lohnkämpfe, unter denen besonders der Streik der Konfecktionsar'beiter in Berlin bemerkenswert ist, jweil es sich bei ihm nicht um höhere Lohnsätze, sondern um1 ^Einschränkung des berüchtigten Sweatiugsystems handelte, bei dem sich z-wischen Unternehmer und Arbeiter Mittelspersonen oder Zwischenmeister einschieben, die den Lohnsatz auf das niedrigste Maß, hinabdrücken und die eigentliche Ursache zu übermäßig ausgedehnter Heimarbeit in gesundheitsschädlichen Räumen sind. ^Ueberaus folgenschwer war der im Spätherbst 1896 begonnene bis in den Februar nächsten Jahres reichende Streik der Hamburger Hafenarbeiter. ■ Als Anfang Dezember 17 000 Stauer, Schauerleute, Ewerführer, Getreide- und Kaiarbeiter, Kohlentrimmer, Kesselreitriger, 'Anstreicher, Seeleute und Speicherarbeiter Jet erteil, wurde die Ansammlung von Tausenden wicht zu entladenden Seeschiffen und der von der böhmischen Grenze und aus dem brandenburgischen Kanalnetz herabschwimmenden Binnenfahrzeuge eine Kalamität ersten Ranges. Der Streik endete mit einer Niederlage der Arbeiter, die V/2 Mti.lli.onen Mark Streikunterstützungen verausgabt und beinahe 4 .Millionen Mk. Lohn eingebüßit hatten, während die Unternehmer ihren Schaden (wohl etwas Au hoch) auf 30 bis 40 Millionen Mk. schätzten. Dem Hafenarbeiterstreik folgten andere, das Verkehrswesen betreffende, wie der Ausstand der Angestellten der Großen Elektrischen Straß^enbahn in Berlin vom Mai 1900, der unerträgliche 'Zustände herbeiführte, die Streiks der schweizerischen, österreichischen und ungarischen Eiserv- bahnbediensteten in den Jahren 1897, 1903, 1906 und 1907 und verschiedene Streiks der italienischen Bahn- und TraNto waybediensteten, die in der Lombardei den gesamten Verkehr lahmlegten. Clauren redivivus. Tie Jahrhundertfeier von 1813 hat sich äudj in ErnmerUngs- münzen ausgeprägt. Drei Millionen Dreimarkstücke und drei Millionen Zweimarkstücke wurden zu diesem Zwecke von der preußischen Regierung ausgegeben. Tie Vorderseite der Gedenkmünzen, die'män zunächst für eine chinesische Kriegermedaille ansehen möchte, zeigt einen Mler, der eine sich krümtoende Schlange in feinen Fängen hält; die Rückfeite das Relief »der ausziehenden Freiheits- krieger, in einer Anordnung, die zeigt, daß der „Künstler", aus dessen Werkstatt die Prägung hervorging, so wenig von seiner Kunst versteht, wie der Zeichner unserer Reichsbriesmarken; darunter die Worte: „Mit Gott für König und Vaterland" unö darüber die Umschrift: „Der König rief, und alle, alle kamen". Nicht vielen wird es bekannt .sein, daß der Urheber dieses letzter en Satzes ein mit Recht in der Versenkung verschwundener Modeschriftsteller aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts toar: £). Clauren. Eigentlich hieß er Carl Heun, und fein Schrift- stellername ist nichts anderes als ein Anagramm feines wirklichen. Carl Gottlob Samuel Heun würde am 20. März 1771 zu Dobrilugk in der Niederlaip'itz geboren und ist aml 2. August 1854 in Berlin gestorben. Zwisck>en diesen beiden Daten liegt ein sehr bewegtes Leben: demi £)eun mar nicht mir Sekretär und später Assessor bei der Bergtoerks- und Hüttenadmimsttation, sondern auch Verwalter der polnischen Güter des Kanonikus von Treskow, Kompagnon des Leipziger Buchl)ändlers Rein, AngefteNter des Staatskanzlers Hardenberg, Teilnehmer an dem Feldzug von 1813/1814 und dabei Redakteur der „Preußischen Feldzeitung", seit 1820 Schriftleiter der „Preußischen Staatszeitung" und endlich als Geheimer Hofrat bei dem Generalpostamt in Verwendung. Als Novellist ist Heun efftmals während seines Aufenthalts in Polen,, also gleich nach Beginn des 18. Jahrhunderts, ausaetreten. Schon der Erfolg feiner ersten Werke: „Tie graue Stube" und besonders: „Mimili" war außerordentlich und machte den Verfasser schnell zum Massenfabrikanten. Es war die Zeit, in der Jffland und Kotzebue die Bühne beherrschten: ihnen schlossen sich als entsprechende Gegenstücke auf dem' Gebiet der Novellistik und des Romans der süßlich- lüsterne Clauren und der ttigend- und rührsame August Lafontaine an, und jeder dieser vier Marktbeherrscher hatte ein größeres Lesepublikum als Goethe, Schiller und Lessing damals zusammen. Vergebens wandten sich Einsichtige gegen solche Geschmacksverderbnis, die nicht allein die breite Masse des Volks beherrschte, sondern auch bis zum Throne hinaufftieg. Goethe sagte: „Sämtliche Künste lernt und treibet der Deutsche: zu jeder „Zeigt er ein schönes Talent, wenn er sie ernstlich ergreift. „Eine Kunst nur treibt er und will sie nicht lernen: die Dichtkunst. „Tamm pfuscht er auch so: Freunde, wir hoben's erlebt." P l a t e n schalt in seiner „Verhängnisvollen Gabel" mit unmittelbarer Beziehung auf Clauren: „Mittelmjäß'gem klatscht ihr Beifall, duldet das Erhabne bloß „Und verbrnnet fast schon alles, was nicht ganz gedankenlos. ,^Ia, in einer Stadt des Nordens, die so manches Uebels Quell, „Preist man Claurens Mbernheiten und verbietet Wilhelm Teil!" Bekannt ist, daß Wilhelto Hauff in seinem „Manu im Monde" 1826 eine Parodie auf die Mackyverke Claurens geliefert hat, wiewohl Gutzkow berichtet, die satirische Wendung sei erst nachträglich aus seinen Rat erfolgt und ursprünglich fei Hauff eben auch in den Bahnen des vielbeliebten Modefchriststellers gewandelt. Mer schließlich ist die Nation dieser stacken Wiedergabe der Gemeinheit des Mltags uni) dieser widerlichen Vermischung von Lüsternheit und Gefühlsseligkeit doch satt geworden und die 25 großen Bände Der „Gesammelten Schriften" H. Claurens sind in wohlverdiente Vergessenheit geraten. Dagegen hat sich der oft zitierte Anfang seines Liedes: „Ter König rief, und alle, alle kamen" aus der Zeit der Freiheitskriege (der erste Tmck trägt das Datum: „Gnadensrei, den 24. Juni 1813") als geflügeltes Wort erhalten und ist nun — ob in seinem Ursprung den maßgebenden Kreisen bewußt? — die Devise der herrlichen preußischen Erinnerungsmünzen geworden. K-K. Vernrischtes. * D e r k l u g e H u n d v o n M a n n h e i m. Aus Mannheim, 10. April, wird uns geschrieben: Der sprechende „Ton" und die rechnenden Pferde des Herrn Krall in Elberfeld haben einen Konkurrenten erhalten: den klugen Hund von Mannheim, über ben in der letzten Sitzung des Naturwissenschaftlichen Vereins in Karlsruhe Tr. Wilser > Heidelberg) verschiedene interessante Mitteilungen machte. Der Hund, ein kleiner Terrier, gehört einer Tante, die wegen eines Leidens an das Haus gefesselt ist und sich datier viel mit dem Tiere abgegeben hat. Rolf, so heißt- das Tierchen, bedient sich zur Verständigung einer Buch ftabicrtafcL Jeder Buchstabe weist eine Zahl aus, und durch eine gewisse ZahlZ.wn Schlägen mir der Pfote gibt der Hund den Buä.staben an. Für Worte, die öfter wieder kehren, wie ja und nein, sind zwischen Rolj und seiner Herrin, der Abkürzung halber, bestimmte Zahlen gewissermaßen „verabredet". Rolf zählt auch Münzen und vermag ihren Mert anzugeben. Mit etwas Mißtrauen wird mau sreilich die Behauptung aufnehmen, daß btt kluge Hund auch Quadrat- und Kubikwurzeln ausziehen kann, genau wie die Elberfelder Pferde. Taff der Hund beim Abschied des „Prüfers" sehr schnell „Adieu" buchstabierte, braucht weiter nicht verwunderlich zu erscheinen; er war jedenfalls froh, den Ausfrager mit seinen schwierigen Rechenaufgaben wieder los zu sein. Es bleibt abzuwarten, ob nicht auch der kluge Hund von Mcannheito! balc> in das Nichts versinkt, das' jeftt wieder den gefeierten „Don" umgibt. * Vorsichtig. „Essen Sie nur langsam," rät Willi deut Herrn Pastor, der als Ehrengast am Mittagsmahl der Fanülie teilnimmt, „Mama gibt nie mehr wie rin Stück Kuchen." Märkte. F.C. Wiesbaden. Viehhol -Mark tbe r icht vom 18. Avril Austrieb: Rinder 98 (Ochsen 18, Bullen Kühe 80), Kälber 122, Schafe 32, Schweine 209. Geschäft mittel. Preise für 100 Md. Lebend- Schlacht- Ochsen. gewicht vovfleifchige, auSgemästete, HSchsten Schlacht- Mk. Mk. wertes im Alter von 4—7 Jahren .... 51—55 91—97 Tie noch nicht gezogen haben (ungejocht) . . 50—54 90—96 Junge, fleischig^ nid# auSgemästete und ältere auSgemästets .... . . .... 45—49 81—88 Bull en. Dollfleischige, ausgew^ höchsten Schlachtw. . . 46—49 79—84 Dollfleischige, jüngere. . ....... 42—45 72—78 Fär, e 6, Kühr. Dollfleischige auSgemästete Färsen höchsten SchlachtwerteS 50-53 89-93 Doüfletschige auSgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu l Jahren ... 41—44 74—80 Wenig gut entwickelte Färsen 45—49 85—89 A eitere cuSgemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35—40 66—73 Mäßig genährte Kühe und Färsen 80—34 60—69 Käl be:. Feinste Mastkälber 64—66 107—110 Mittlere Mast- und beste Saugkälber .... 61—65 102-108 Geringere Blast* und gute Saugkälber . . . 56—60 94—100 Geringere Saugkälber . 49—55 83—93 S ch a le. Weidemastschafe: Mastlämmer und Masthammel . . . 47.00 -49 00 96—98 Schweine Dollfleischige Schweine von 80—100 k? Lebendgewicht 57-58'/, .73—75 Dollfleischige Schweine unter 80kx Lebendgewicht 56-58 72-74 Bollsteischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 58-60 73—75 Bollsteischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht ......... 56'/,-57'/, 71-72 Die nach- sind am Sonata», 20. April 1913 stehenden JBköl Zilü von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts, nur für dringende Fälle sicher anzntreffen: D 1D/t Dr. Steinreich, Neuen Bäue 25. _________________Dr. Strahl, Süd-Anlage 7,_________________ Für dringende Fälle ist am Sonntag;, den 20. April, sicher anzutreffen: D ie/4 Reinewald, Frankfurter Strasse 10, tidUBarai Fernsprecher 763. Spielplan der vereinigten zrantfurter Stadttheater. Opernhaus. Sonntag, den 20. Avril *): „Manon." Montag, den 21. April, abends */,8 Uhr: „Cavalleria rusticana.“ Hierauf: .Der Bajazzo." Dienstag, den 22.Avril: Zum ersten Male(Urmiffübrnng): »Die Heimkehr des Odysseus." Burleske Operette in 3 Akten von Karl Ettlinger und Erich Motz. Musik aus Werkelt I. Offenbachs zusantmengeslellt und bearbeitet von Leopold Schmidt. Aiittwoch, den 23. Avril, abends */,8Uhr: Gastspiel von Alexander Moiss i: »König Heinrich der Vierte." Erster Teil. Donnerstag, 24. April, abends */.8 Uhr: Gastspiel von Alexander Moissi: „König Heinrich der Vierte. Zweiter Teil. Freitag, den 25. April, abends '/,8 Uhr: „Orpheus und Eurydike." Samstag, den 26. April: ,Di Heimkehr des Odysseus." Sonntag, den 27. April: „Lohengrin." Montag, den 28. Avril, abends */,8 Uhr: .Figaros Hochzeit.^ Dienstag, den 29. April: „Undine/ Mittwoch, den 30. April, abends x/,8 Uhr: „Der liebe Augnslin/ Zchaufpielhaur. Sonntag, den 20. April, nachmittags 7,4 Uhr: .Die Zarin/ Abends 7 Uhr: .Das Konzert/ Alontag, den 21. April'): „Frauen." Dienstag, deit 22. 2(pril: „Sappho/ Mittwoch, den 23. April: „Die Fledermaus/ Donnerstag, den 24. April, adends 8 Uhr: „Der liebe Augustin." Freitag, den 25. April, abends 8 Uhr: „Püppchen." Samstag, den 26. April: .Tas Konzert/ Sonntag, den 27. April, nachmittags '/,4 Uhr: .Tie Journalisten." Abends 8 Ubr: .Püppchen." Montag, den 28. April, abends '/,8 Uhr: Drittes Gastspiel von Alexander Moissi: .Romeo und Julia." Dienstag, den 29. April, abends '/,8Uhr: Viertes und letztes Gastspiel von Alexander Ai o i s s i: «Die Räuber/ Mittwoch, den 30. April: „Frauen/ Donnerstag, den 1. Mai: Zum ersten Male« „Liliom." Eine Vorstadt-Legende in 7 Bildern von Fritz Molnar. *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends unt 7 Uhr, Meteorologische Beobachtungen der Station Sieben. »ochste Temperatur am 17. bis 18. April — + 12,1'0. Niedrigste , „ 17. ,18. . ■» + 4,3’0. Niederschlag: 2,3 mm. April 291: öoromeler auf 0° redliziert Temperatur der Lust Absolute Fe»ichtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Grad der Bewöllrung In Rebntel der Pchtv. Himmelsfl. Wetter 18, 2«! 744,6 11,1 5,8 58 SW 4 8 Regen 18. 9'2t 744,6 73 64 84 SSE 2 10 Bed. Himmel ie. 741,9 8,4 7,5 91 8 4 10 Regen Schmerzloses Zahnen. Ohne Beschwerden brechen aerade, kräftige Zähnchen durch, unb die Nachtruhe der Mutter bleibt ungestött, wenn man den Kleinen zur rechten Zeit Scotts Emulsion gibt, die, aus bestem Lofoten (Norweger) Leberttan mit mtnerah- schen Salzen bestehend, äußerst schmackhaft und durchaus leccht verdaulich ifL söCOtts Emulsion ScottS Emnlflon wird von tm8 aue- IchUetzlrch im groben vertäust, und zwar nie lose nach Dewrcht oder Matz, sondern nur tn versiegelten Original flaschen in Karton mtt unserer Schutzmarke Reinhaltung mittels Druckluft Gekühlte Aufbewahrungs-Räume mit bewegter Luft Keimfreihaltung durch Formalinverfahren Ausbesserung kleiner Schäden kostenlos <$* Niedriger Gebührensatz *$> Für Mäntel und Jacken je nach Wert von Mark 1.50 an <$> Kolliers und Muffe von Mark 0.40 an •*& Garantie gegen jeden Schaden Auch nicht bei mir gekaufte Pelzwaren übernehme ich bereitwilligst zur Aufbewahrung *$> Preisliste gratis und franko. 50-54 <5-49 107-110 102-108 94-10) 83-93 A, 66-73 60-69 Inkasso- Bureau Bismarck- Aufnahme von Schülern jederzeit Unsere ständige AUSSTELLUNG modernster Typen SELTERSWEG 38 WwMWWnv (nropH. flWinrFMW za.*.!// IM 64-66 61-65 56-60 <9-56 Mk. 91-97 90—96 81-88 79-84 72-78 5748', >648 ts ü»n. 0. 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