( vi $ht, 10 R;v * I 'tum J R^tni9(&? I QL^Ä^ni^l toe^WJ *“u",,**hJ --LSL lo. --------- m*)°l$!$(tfaiif -HM 1 ' =1766 : 1 , =2:ii “nte'.Säwb.j LL 5dk,t A. mgcn werben im Lemin be 'tmuar 1911 011,1 ärgermeister. holzu.Terbpa»M- rkauf. r-‘ «aj'tämme mit 1'19 W 'jL q ql 30 Stangen a. 8>. E&iäJS ngcn 1. §6, 85 Smgen L»6 Cbcriönterei Hobcmom4 oamiiimrac, Sdjntibcitänme W des itbniilidien Angebis. DH ros I .ämiliches 3hiGboh iit i. i=1:95auimmntemit2Wixm, ■ .16 -jitm., Ri ^langen 2. 8l. mW • SL mit 459 itflm. Krnodwald, Altcbcrg: 8oü I, mit Äujnaijme der 9iciöitana W 1.S Kim, 181 Zauitämme rt H SL mit 639 ninn, 158 Stancr W 1 2 tarnen X SL mit 7.20 Kit ■ Los 3 :dmtli±e5 Kicbtennutzbc W 1b und i. mit Ausnahme d W 2k. 1 u. 132> = 90 jiauitärnnH 11. .QL mit 5r‘-S Kim, 121 LtaiigeW Stangen 3. SL mit 17,13 kstmW 64. l'X 170,194 5.20410.213,24» 2< -_a L. 301 - 27 edmeibt j “oo 5 iämtlitbes KichtenuuhboLW !-■ nahmt der Sdmeibcitämme (i,| 2 u. 244 = 100 Laustämme ntiil . Ql 15 Stangen 3. 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So haben also die Jungtürken alle weiteren Versammlungsgedanken aufgegeben und mit einem in der Stille offenbar schon seit einigen Tagen vorbereiteten Gewaltakt die Entscheidung von neuem auf die Spitze des Schwertes gestellt. Enver Bey ist jener tapfere, unermüd- , liche, noch jugendliche Offizier, der schon in Tripolis bi- zum letzten Atemzage kämpfen wollte, den Widerstand mif Erfolg immer wieder von neuem organisierte und im Kampfe selbst ernstlich verwundet worden war. Nach dem Friedensschluß zwischen Italien und der Pforte reiste er nach Konstantinopel, wo er erst eintraf, als die großer. Schlachten für die Türken schon verloren waren. Heut! aber hat er den Platz Mukhtar Paschas eingeirommen, mit es heißt, daß er unablässig die Ordnung und den. Mut dei türkischen Soldaten in der Front gehoben habe. Der greis; Kiamil, den im Jahre 1908 nach ihwem erfolgreichen Sturze Abdul Hamids die Jungtürken zum Großwesir erhoben, trat widerstandslos zurück. Es ist immerhin ein Erfolg, daß der Umschwung fast ohne Blutvergießen und unter der jubelnden Zustimmung der Volksmassen erfolgt, denn der bisherige Kriegsminister Nazim Pascha, dessen Adjutanten aus den Fenstern auf die jungtürkischen Soldaten schossen, wurde nur.infolge dieses bedauerlichen Zwischenfalles getötet. Der Sultan hat den Umschwung sofort gutgehe'ißen, und d^s neue Kabinett ist bereits mit Schefket, deni früheren Kriegsminister an der Spitze, gebildet. An die Stelle des erschossenen Nazim tritt als Kriegs- minister Izzet Pascha, der bisher bekanntlich Generalstabschef, der Armee war. Der frühere Großwesir Hakl'i Pascha ist nach einer Meldung der „Frks. Ztg." Minister des Aeußern. Wie die militärischen Aussichten nun zu bewerten sind, ist eine zwar spannende und wichtige, aber doch müßige Frage. Gehen doch in der Türkei selbst die Meiimngen darüber so stark auseinander! Heldenmut und Entschlossenheit vermögen, wie wir aus der Geschichte wissen, viel, -und auf der bulgarischen Seite ist offenbar Kriegsmüdigkeit eingetreten, denn das Land wartet dort auf seine Erntearbeiter. Was in der nachstehenden Londoner Meldung über die Erwartungen und Hoffnungen der Balkandelegierten steht, ist müßiges Gerede. x Das Nächste, was nun erfolgen wird, sind höchst wahrscheinlich keine Ereignisse bei Tschataldscha, sondern große politische Wendungen außerhalb der Türkei. Die politischen Würfel werden vielleicht noch lauter rollen, als die des Kriegsgottes. Was werden die Großmächte nun beginnen? Die Antwort der Pforte auf die bekannte gemeinsame Note wird natürlich ablehnend lauten. Unl Deutschland hatte, wie Herr v. Bethmann Hollweg in der „Nordd. Allg. Ztg." verkünden ließ, es verhindert, daß der Türkei in dem gemeinsamen Dokument „Demonstrationen" angedroht wurden. Hinterher verlautete freilich, der russische Botschafter v. Giers und der französische Botschafter Bompard hätten im Auftrage ihrer Regierungen gemeinsam bei der Hohen Pforte der Kollektivnota einige ergänzende Erklärungen angefügt. Sie teilten mit, daß man der Türkei eine Ueberlegungsfrist nicht mehr gönnen, und daß man sie zum Nachgeben zwingen werde, und sie nannten auch das Mittel, das man zur Durchsetzung seines Willens erdacht. Die r u s s i s che n Truppen würden auf das ttirkische Gebiet marschieren und Rußland würde zur Besetzung der Wilajets Bitlis, Erzerum und Trapezunt „genötigt" sein. Mit größter Spannung wird man also in den nächsten Stunden die Maßregeln in Petersburg beobachten. Und Sir Edward Grey, der Dirigent des Londoner Konzerts, muß sehen, daß es nun ernst wird, daß er die Tat vo llbringen muß, die er bisher nur gedacht! Die alten Hüter des Status quo verwandeln sich über Nacht in Herausforderer aller möglichen Weltverwicklungen. Die Frage lautet wieder: Wird das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden? In diesem Falle könnte man die nächsten Ereignisse ruhig dem General Sawow, und auf der andern Seite dem tapferen Enver und dem braven Schükri überlassen. Aber heute sieben die Chancen für Rußland anders. Die deutsche Politik hat sich als schwach und zaudernd gezeigt, und wenn sie auch zu den härtesten Drohungen gegen die Pforte nur ungern ihre Unterschrift enge geben hat, so wird sie auch jetzt wieder, statt hu sandeln — zu dulden wissen. Der neue Staatssekretär '. Jag o w, der just heute zur Uebernahme seines Amtes n Berlin eingetroffen ist, tritt bei stürmischen Wogen die 'teise an. Der Dreibund ist frühzeittg erneuert worden, und das Einvernehmen Deutschlands, Oesterreichs, Italiens, das beim Ausbruch des Balkankrieges erst hergestellt worden ist, könnte heute schon Früchte gezeitigt haben. Tie Unterschrift unter die gemeinsame Note berechtigt freilich nicht zu großen Erwartungen. Ueber Herrn v. Bethmann- Hollweg sind neue Verlegenheiten hereingebrochen. Er hat im Regierungsblatt angekündigt, daß er die Androhung von Gewalt verhindert habe. Wird er, wenn trotzdem die Drohungen aus geführt werden, handeln? Er steht im Reichstage nicht mehr nur den unbequemen Anfragen über die Gräueltaten der Balkanstaatcn gegenüber. Schon fragt Bassermann, was die Regierung der englischfranzösisch-russischen Vereinbarung über eine neue ?lb- grenzung der Interessensphären in der asiatischen Türkei gegenüber zu tun gedenke? Die eisernen Würfel werden vermutlich schon gefallen sein, wenn das Kartenspiel im Reichstage beginnt. Und der Kanzler wird in der ihm vielleicht erfreulichen Lage sein, zu erklären, für die Türkei und den Weltfrieden sei cs wohl am besten gewesen, daß der russisch-englische Haifisch auch den asiatischen Halbmond verschluckt habe. Wir erhalten folgende Meldungen: Konstantinopel, 23. Jan. Ein Reskript des Sultans durch das Mahmud Schewket zum Großwesir ernannt und mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt wird und qt dem weiter die Ernennung des Scheich uel Islam angekündigt wird, wurde h<;ute abend vor einer dichten Menschenmenge auf der Terrasse vor der Pforte verlesen. Die „Frankfurter Zeitung" erhielt von ihrem Mitarbeiter noch folgendes Telegramm: Konstantinopel, 23. Jan. (7.45 N.) Gegen i/24 Uhr versammelten sich etwa 1500 Personen auf dem Platze vor der Moschee des Sultans Baiazid. Mit roten Fähnchen bewegte sich der Zug, bald lawinenhaft anwachsend, zur Hohen Pforte. Hier riesen die Demonstranten: „Wir wollen keinen schändlichen Frieden!" Bald sah man auch den Freiheitshelden Oberst Enver Bey ankommen. Die Menge machte ihm Platz und Enver begibt sich ungehindert direkt in das Kabinett des Großwesirs Kiamil. Enver setzte dem Großwesir den furchtbaren Ernst der Lage und die Uebcrreizung des Volkes, dem ein Friedensschluß unter solchen Bedingungen unverständlich sein würde, in kurzen Worten auseinander. Kiamil antwortete sofort, daß er bereit sei, zur Verhütung schwerer Erschütterungen des Landes abzudanken. Er unterzeichnete auch sofort seine Demission und bat Enver, diese dem Sultan zu unterbreiten. Enver fuhr mit dem Schriftstück sogleich im Automobil nach dem Palais von Dolmabagtschc. Der Kriegs- m i n i st e r hatte, als er von der Kundgebung Kenntnis erhielt, den Hof der Pforte durch ein Bataillon Infanterie besetzen lassen, doch blieb das Militär der Menge gegenüber untätig. Eine Kundgebung der Jungtürken. Eine Kundgebung der Partei „Einheit und Fortschritt" klagt das Kabinett Ghazi Mukthar wegen des ^Friedens von Lausanne des Hochverrats an. Es hebt dann lzervor, daß der König von Bulgarien die Schwäche des Kabinetts Kiamil nusgenützt habe. Trotz des Heldenmuts der an der Tschataldscha-Linie stehenden türkischen Armee fei diese Regierung enfichlossen gewesen, einen unehrenhaften Frieden mit dem Balkanbund abzuschließen: Kiamil Pasckza trage die Hauptschuld an bcm. Unglück des Landes. Dos Heil und die Zukunft des ottomanischen Reiches schwebten in größter Gefahr. Tie Nation habe recht, wenn sie sich jetzt erhebe. Sie werde unter keinen Umständen ihre heiligen Rechte auf die europäische Türkei preisgcben und werde alle Opfer bringen, um Rumelien zu behaupten. K o n st a n t i n o p e 1, 24. Jcm. Heute befindet sich Enver Bey als einer der Delegierten der Tschtaldscha- Armee, die die Fortsetzung des Krieges von der Pforte verlangte, hier und vereinigte diese Aufgabe mit dem Plan des Komitees, das Kabinett zu stürzen. Der ganz e Sicherheitsdienst war bereits aufSciten des K o m i te e s. Der Platzkoimnandant und der Polizeiminister wurden sofort abgesetzt. > Die Erschießung Nazim Paschas. Konstantinopel, 23. Jan. Die Erschießung Nazim Paschas, die geeignet erscheinen könnte, das ruhige und zielbewußte Vorgehen Enver Beys und Talaat Beys zu' diskreditteven, ist zweifellos durch die Schuld der Adjutanten Kiamil und Nazim Paschas bedingt worden. Enver Bey und Talaat Bey hatten ausdrücklich beschlossen, keinerlei Blut zu vergießen. Als jedoch die Adjutanten Nazim Paschas auf Enver Bey und seine Begleiter aus den Fenstern schossen, wurde Die nördlichste Staöt der Erde. Spitzbergen, das klassische Land der Polarsorschung, wohin jetzt wieder wegen des ungewissen Schicksals der deutschen Expedition Schröder-Stranz aller Augen gerichtet sind, kann seit einigen Jahren den Ruhm in Anspruch nehmen, dec nördlichste Stadt der Erde zu besitzen. Während lange Zeit Hammerfest diesen Titel mit Recht führte, gebührt er jetzt der Ansiedlung der amerikanischen Bergwerksgesellschaft in der.Advent-Bai, die nach einem der Hauptaltionäre „L o n g Y e a r City" heißt. Der bekannte Forschungsreiscnde Wilhelm Filchner, der nunmehr aus den arktischen Gebieten die Heimreise angetreten hat, berichtet von einem Besuch dieses interessanten Flecks Erde, der zugleich das nördlichste Bergwerk der Welt umschließt, in seinem zusammen mit Dr. Heinrich Seelhcim verfaßten Buch „Quer durch Spitzbergen". _ , Es ist erst wenige Jahre hei', datz man ut Spitzbergen Kohlenlager fand, die den Abbau lohnten, Nachdem von norwegischen Nobbenfängern, die in diese inneren Buchten hinem- kamen, sehr brauchbare Kohlen nach Norwegen gebracht worden waren, fanden sich bald unternehmungslustige Gesellschaften, die eine Ausbeutung im größeren Stil in Angriff nahmen. Am Ostufer der Advent-Bai wurden Bohrungm vorgeiwmmen, die in etwa 100 Meter Abstand über dem Meere eine fast'horizontal gelagerte Schicht voii Steinkohle ergaben. Tie Kohle erwies sich als verhältnismäßig jung; , sie gehört der mittleren Periode unserer Erde, dem sog. Mesozoikum, an. Sofort begann man mit der Anlage größerer Einrichttmcken. Ein Stollen wurde in den Kohlenflöz hincingetrieben: von feiner Ausgangsstelle eine Bahn zur Küste hinuntergeführt, ein Landungssteg m die Bucht hinausgebaut, um eine leichte Beförderung zu ermöglichen. Für den Bettieb der Bahn, dreren Wageii an Drahtseilen tte en, sowie für die elektrischen und anderen Maschinen erstand ein Kcsfel- und Maschinenbaus und dann erwuchs eine kleine Ansiedlung von Untcr- kunftshäusern für Beamte und Arbeiter, von Magazinen und sonstigen Gebäuden aus dem Bodeii hervor. Es waren Engländer, die diese erste Bergwerksanfiedlung gründeten, und von 1906 bis 1908 herrschte reges Leben in „Advent-City, bis mit einem Schlage wieder gähnende Leere und Oede an die Stelle dieser mitten im Eis aufblühenden Jndusttie trat. Es hatte sich,« herausgestcllt, daß eine mächtige Gesteinswand zwischen den Ä^lmschichten lag, die die Gewinnung sehr beeinträchtigte und die Rentabilität des Unternehmens in Frage stellte. In stucht- artiger Eile wurde der Ott verlassen und von Filchner und seinen Gefährten in diesem öden, aber noch mit allen Anzeichen früheren Lebens erfüllten Zustande gesunden. Mehr Glück hatten die Amerikaner, die an einer andern Seite der Advent-Bucht auf einen ertragreichen Flöz stießen^ Hier ist alles aus den Großbettieb eingerichtet und die Gesellschaft hofft, jährlich etwa 60 000 Tonnen Kohle fördern zu können. Die Maschinenbautcn und die Holzhäuser für die Arbeiter fügen sich zu einer emsigen Stadt, eben zu Longyear-City, zusammen. Eine Pferdebahn und eine Drahtseilbahn bewerkstelligen den Verkehr: in der Maschinenzentrale sind zwei Dynamomaichiuen aufgestellt, die die Elektrizität liefern für die ausgedehnte Beleuchtungsanlage und für die Motoren, die oben am Stollen-eingebaut find. Zunächst wurden etwa 100 Leute beschäftigt, von denen die Hälfte auch den Winter oben verbrachte, eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft, die in strammer Zucht gehalten wird und stteng von jedem Alkohol ferngehalten ist. Die Arbeiter erhalten durchschnittlich 6—8 Kronen Arbeitslohn für den Tag, können sogar bis auf 15 Kronen kommen, so daß sie bei verhältnismäßig geringen Ausgaben hübsche Ersparnisse machen können. Außer der Haushältettn des Direktors gab es keine Frauen. Sehr interessant ist eine Besichtigung dieses nördlichsten Bergwerks der Erde. In dem Hauptstollen kann man bequem und aufrecht marschieren und wird von dem seltsamen Bild eines weißen Kohlenbergwerks überrascht. Eine Schicht feiner Eiskristalle kleidet den Stollen aus, und wenn man die Lampe an die Wand hält, glitzert das Licht in tausend funkelnden Reflexen dem Beschauer entgegen. Da die Temperatur im Innern des Bergwerks etwa 4 Grad Kälte beträgt, wird die feuchte Luft, die von außen eindringt, hier kondensiert und in Millionen von Kristallen niedergeschlagen. ♦ — Die deutsche wissenschaftliche Station auf Spitzbergen. Wie bekannt, ist durch Graf Zeppelin und Prof. Hergescll in Spitzbergen eine wissenschaftliche Beobacküungsftation in der Croßbai eingettchtet worden, die bereits iml zweiten Winter tätig ist und im wesentlichen die Aufgabe Ijiat, durch aerologische Beobachtungen die Luftströmungen und meteorologischen Verhältnisse im hohen Norden festzustellen. Auch geophyfikalisck»e Be- obachttmgen anderer Art werden von der Station ausgesühtt. Tie Besatzung wird von den beiden Gelehrten Tr. Wegener und Dr. Robitzsch und zwei Gelsilsen gebildet. Die Beobachtungsstätte befindet sich ungefähr 120 Kmtr. von der in letzte Zeit viel «genannten Kohlenmine in Adventbai und ungefähr ebenso weit von der norwegischen staatlichen Telesunlenstation in Greenharbour. Tem Umstand, daß das Observatorium mit einer kleinen Tele- funtenftation versehen ist, die mit Greenharbour in Verbindung treten kann, verdanken wir nunmehr Nachrichten von diesen deutschen Gelehrten. Die Telefunkenstatiou konnte zwar nicht regelmäßig arbeiten, iveil es nicht mehr möglich war, die Anteimen- masten in dem hartgefrorenen Boden zu befestigen: doch gelang es mit einem Fesfelballon, die Antennen emporzul)eben, und so die Verbindung herzustellen. Nach dem am 19. Januar abgegebenen Nadiotelegramm befindet sich auf der Station alles wohh Die Beobachtungen nehmen ihren regelmäßigen Fortgang. Von der Schröder-Stranzschen Expedition sind keine Teilnehmer auf der Station eingetrossen, so daß die in dieser Hinsicht ausgesprochene Vermutung nicht erfüllt ist. kf. E i n w i e d e r k ä u e n d e r M e n s ch! In der , Gesellschaft für Innere Medizin imd Kinderheilkunde in Wien" ist am 19. Dezember ein merknnirdiger Patient vorgestellt worden, nämlich ein Wiederkäuer. 9!ach einem Berichte der „Klinisch-Therapeutischen Wochenschrift" war der Kranke wegen hysterischer Beschwerden ins Krankenhaus gegangen. Die Untersuchung ergab, daß er seit einem halben Jahre wiederkäute. Er tat dies jedoch nicht nach jeder Mahlzeit, und auch nicht bei allen Speisen. Er klagte über Kloßgefühl im Halse. Genauere Untersuchung ergab vollständiges Fehlen der Rachcnreslexe und ein starkes Vorspringen des dritten Halswirbels nach innen. Möglicherweise saß in dieser Gegend eine Verletzung, die krampfhafte Zusammenziehungen der Speiseröhre hervorrief. Bei dem Kranke^ fehlten übrigens eine ganze Reihe von Reflexen, was auf eine degena- ratiüc Veranlagung schließen läßt. Fälle von wirklichen Wiederkauen beim Menschen, wo die einmal verschluckte Nahrung willkürlich wieder heraufgebracht und noch einmal gekaut wird, find unseres Wissens in der medizinischen Literatur sehr selten. Der Berliner Anthropologe von Luschan erwähnt in seinen anthropo- logisckwn Vorlesimgen gelegentlich, daß er selbst einmal einen wiederkäuenden Menschen zu untersuchen, Gelegenheit hatte. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Der Professor der Pl>ysik in Tübingen Paschen bat einen Ruf als Älustauschprosessor an der Universität m Auu- Arbor (Michigan) echalten. ha S Feuer erwidert, wobei Nazim Pascha fiel. Trotz dieses Zwischenfalles ist die Ordnung jedoch nirgends gestört worden, und in der Hauptstadt herrscht Ruhe. Dieser .Kabinettswechsel ist ein Werk der Armee. Sie wrtt* unbedingt den Krieg und zieht die Fort- setzung des Feldzuges einem unehrenhaften Frieden vor. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Konstantinopel: DiebisherigenMinisterweileninderPforte, die militärisch bewacht wird. Die Redakttonen der liberalen Blätter sind polizeilich geschlossen. Ter tapfere Verteidiger von Adrianopel. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Konstantinopel: Wie der „Terjeiman" berichtet, telegraphierte Schikri-Pascha, der Kommandant von Adrianopel, an -das zurückgetretene Kabinett, daß im Falle Adrianopel den Bulgaren übergeben werde, er die Festung zerstören und mit seiner Armee auf Konstantinopel marschieren werde. Ein türkischer Kreuzer im Hafen von Suez. Suez, 23. Jan. Der türkische Kreuzer „H a m i d i e h", der aus dem Suezkanal kam, suchte um die Erlaubnis nach, im Hafen bleiben zu können, bis" eine Maschinenhavarie ausgebessert sei. Es wurde ihm gestattet, bis zum Sonntag hier zu bleiben. Das Urteil der Diplomaten der Großmächte. London, 24. Jan. In den hiesigen diplomattschen Kreis«! der Großmächte hält man die durch das Vorgehen der Jung- fürfen geschaffene Lage für sehr ernst. Die Großmächte Teten jetzt nicht mehr in der Lage zu intervenieren. Die Delegierten des Balkanbuudes über die Lage. London, 24. Jan. Ter Sturz Kiamil Paschas hat in den Kreisen der Balkandelegietten teilweise Befriedigung Und teilweise Beunruhigung hervorgerufen. Ein bulgarischer Delegierter äußerte, Man habe nunmehr eine klare Situation, da der Friede auf dem Schlachtfeld entschieden werde und nicht durch türkische Winkelzüge verhindett werden könne. Adria- novel werde sich Bulgarien jetzt Mit den Waffen nehmen, anstatt es aus den Händen der Großmächte zu empfangen. Konstantinopel Müsse im Sturm genommen und die jung- kürkische Bande verjagt werden. Ter Fttcde werde jetzt die Türkei noch teurer zu stehen kommen. Aehnlich sprachen sich dieMontenegrinischenVertreter aus, während die serbischen Delegierten die Enttoi^lung der Dmge bedauern, da damit neues nutzloses Blutvergießen eintreten werde. Eine Wiener Stimme. Dem „Berliner Tageblatt" wird aus Wien telegraphiert: In Offirierskreisen hält man eine Fortsetzung des 'Krieges für wahrscheinlich. Die Tschataldschaarmee ist jetzt gut ausgerüstet und verproviantiert. Mehr als 200000 Mann stehen in der Tschataldschalinie und bei Gallipoli, meist kleinasiatische Kerntrupp en, die noch nicht im Gefecht waren. Auch die Geistlichen arbeiteten insgeheim und offen gegen den Frieden. Die „Morgenpost meldet dagegen aus Wien: In hiesigen diplomattschen Kreisen hält man den türkischen Regierungswechsel 'für eine gefährliche Komplikation der Dinge. Es scheint kaum zweifelhaft, daß der Krieg wieder ausbricht. Miau befürchtet eine radikale «Stellungnahme Rußlands. Das kricgsmüde Bulgarien. ~ Das „Berliner Tageblatt"' meldet aus Sofia: Die Bevölkerung, die an den Beginn der FeldcqrbeiteiN denken muß, ist tt'iegsmüde. Deshalb wurde gestern überall Freude über den Beschluß des türkischen Nationalrats laut. Berlin, 24. Jan. Von amtlicher Stelle wird bestätigt, daß die Jungtürken unter der Führung Enver Beys die .Hohe Pforte besetzten und das Ministerium Kiamil zum Rücktritt nötigten. Konstantinopel, 24. Jan. Als Enver Bey der vor der Pforte wartenden Menge die Ernennung Mahmuds zum Großwesir bekannt gab, brach sie in stürmischen Beifall und enthüsiasttsche Kundgebungen aus. Enver Bey erhielt selbst lebhafte Ovationen. Blätterftimmen über den Umschwung Aus Berlin werden uns folgende Pressesttmmen telegraphisch übermittelt: Die „Dossische Zeitung schreibt: Die europäischen Regimenter der Türkei sind zerstoben. Die antiasiatischcn Jungtürten suchten irnb fanden eine Stütze bei den Asiaten. Im Augenblick der tiefsten Demütigimg des otto- manischen Reiches haben die Fungtürken roieber die Macht au sich gezogen. Eine neue Sachlage ist geschaffen. Die Männer, die das Kabinett .Kiamil gestürzt haben, haben die ganze Welt gegen sich. Die „Berliner Neuesten Nachrichten":, Es ist nicht anzuneymen, daß sich Europa ohne "weiteres durch den Handstreich eines jungen Mannes wie Enver Bay um die Früchte angestrengter Friedensbemühungen bringen lassen wird. Das „Berliner Tageblatt": Rußland mußte gewinnen wie die Karte auch lag, denn es zog entweder Bulgarien zu sich heran oder es erhielt in Armenien die ersehnte Gelegenheit. Deutschland hätte mit einer anderen Tattik, mit dem Widerspruch gegen die einseitige Zwangsaktion die Führung gemimten und England auf seine Seite bringen können. Mit der Tattik, die es verfolgt, muß es unter allen Umständen der Verlierer sein. Der „Berliner Lokal anzeig er": Welche Tragweite diese gestrigen Vorgänge gegenüber der weiteren Gestaltung der Balkausrage haben werden, läßt sich im Augenblick noch nicht gut abschätzen. Die „Deutsche Tageszeitung": Tie seit zwei Jahren vom Unglück heimgesuchte Türkei ist damit an den Rand eines furchtbaren Abgrundes gedrängt worden. Die „Tägliche Rundschau": Aber selbst, wenn man die gegenwättige Bewegung am Goldenen Horu keine besonderen Ergebnisse erzielen sollen, sie haben uns rin Stück heldenhafter Romantik in unserer prosaisch flachen vom Mamon und Herdentrieb fast restlos bcherrschleit Zeit gebracht, den Sieg der Persönlichkeit gezeigt und das Wort wieder ftirr Erkenntnis geführt: Nichtswürdig ist die Nation, die nicht für alles ireubig, selbst an ihre Ehre. . ." „M o r g e n p o st": In den tüt fischen Gewässern liegt eine stattliche Flotte europäischerKriegsschiffe. Diese Schiffe und nicht Enver Bey werden über den Vollzug des Friedens, wie die Mächte ihn der Türkei diktiert haben, das entscheidende Wort f brechen. Der „Borwärt s": Der europäische Friede darf nicht das. Opfer dieser Tesorgani- fation werden: ihn zu bewahren, das ist die Pflicht der Mächte Und muß der einzige Inhalt ihrer Polittk feilt. Die Nationalversammlung auf Samos. Die „Boss. Ztg" meldet aus Loudon: Die Nattonal- versmumlung auf Sermos h. In F) er Sitzung des B undesrats am Donnerstag wurden die Vorlagen betreffend die Aende- rung der Vorschriften über die Strafregister und der Entwurf, die Ergänzung der Ausfüln'ungsbesttmmungen zuin Kaligesetz den zuständigen Ausschüssen überwiesen. Ferner wurde die Wahl eines nichtständigen Reichsversicherungs- amts-Mitgliedes vollzogen. Auch der Vorlage betreffend die Prägung von Silbermünzen und der Vorlage betreffend die Berechnung der Matrikularbeiträge für das Rechnungsjahr 1913 wurde die Zustimmung erteilt. Der Staatssekretär des Aeußern v. Jagow ist am Donnerstag abend in Berlin eingetroffen. Ein Institut für Erforschung der Milch- Wirts cha f t. Die fortschrittliche Volkspartei des Reichstags beantragt zur zweiten Lesung des Voranschlags für das Reichs- nmt des Innern den ReickMkatczler zu ^ersuchen, die Errichtung eines Instituts für die wissenschaftliche Erforschung der Milchwirtschaft erneut in Erwägung zu ziehen. Arbeiterbewegung. Stuttgart, 23. Jan. Bei der auf ihren Werken in Stuttgart und Feuerbach mehr als 5000 Arbeiter beschäftigenden Firma Robert Bosch ist eine Arbeiterbewegung aus- gebrochen. Die Arbeiterschaft hat in einer Massenversammlung beschlossen, über den Betrieb die Sperre zu verhängen, von heute ab keine Überstunden mehr zu machen, Zuzug von Arbeitern fern zu halten und die jungen Arbeiter zum Austritt aus dem Betrieb zu bewegen. Die Bewegung hat ihre Ursache in der wegen Einführung einer neuen Arbeitsmethode erfolgten Entlassung von acht Arbeitern In dem Feuerbacher Werk. Aus Stadt und Land. Gießen, 24 Januar 1913. ** Tageskalender für Freitag, 24 Febr. Stadttheater: i u t e r M a u e r n". Aiffaug 8 Uhr. Gießener freie Studentenschaft. Vortrag von Proi. Tr. Kinkel: Kant-Schiller. Abends 8H Uhr in Steins Garten. * ** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand wurde versetzt der Lehrer an der Gemeindeschüle zu Bodenheim, Phil. Wilhelm, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50 jährigen treuen Dienste. Vom Großherzog wurde ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — Erledigt sind: Tie mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschüle zu Eber stadt (Kreis Gießen). Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Fürsten zu Solms-Lich steht das Präsentationsrecht zu. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kelsterbach. Eine Lehrerstelle an der evangel. Schule zu Eich. ** Landeshypothekenbank. Nachdem der Oberstaatsanwalt von Hessert bei seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienste auch das Amt eines Stellvertteters des Treuhänders bei der Hessischen Landeshypothekenbank niedergelegt hat, wurde durch Entschließung des Ministeriums der' Finanzen der Oberstaatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg,.Dr. Otto Schwarz zum Stellvertteter des Treuhänders bei dieser Bank bestellt. •• Stadttheater. Nochmals sei auf die heutige Erstaufführung des Schauspiels .Hinter Mauern' von Henry Nathansen hingewiesen. Der dänische Autor ist zurzeit einer der meistgespielten auf der deutschen Bühne. Es dürste noch einiges aus einer Besprechung der „Düsseldorfer Zeitung' interessieren: „Das Leben hinter den Mauern hat uns gestern ein Dichter reizvoll und kraftvoll zugleich geschildert. Nicht dlos das mit feinem Pinsel ausgemalte Milieu rühmt seinen begabten Schöpfer. Auch Gestalten von Fleisch und Blut sind ihm gelungen, und der wirkliche LeidenSheld deS Stückes, der Greis, dem, an Hebbels Meister Anton gemahnend, eine fremde Welt die starke eigene zerstört, die er hinter Mauern ungreifbar wähnte, darf als Meisterschöpfunq angesprochen werden, würdig umrahmt von den anderen jüdischen Typen. .... Dieses ganze Leben hinter den Mauern ist mit einer schöpferischen Kraft und einer belebenden Liebe gezeichnet, daß es sich dem Fremden kaum minder stark aufdrängt als dem Kenner diese? Wesens.^ ** Der Kreisrechnerverband hielt am Mittwoch in Grüningen eine Versammlung ab, die von 63 Mitgliedern besucht war. Außerdem tyaren als Vertreter des Kreisamts Regierungsrat Dr. Merck, sowie Land- tagsabg. Uebel-Dieburg anwefend. Dem verstorbenen Ge- meinderechner Weimar-Daubringen widmete der Vorsitzende A r n o l d-Grüniugen einen Nachruf. Der Vorsitzende berichtete über die 2. Hauptversammlung des hessischen Kommunalverbandes in Butzbach und wies darauf hin, daß die Teuerung den Kommunalbeamten und -Bediensteten die Notwendigkeit der Verbesserung ihrer Gehalts- und Anstellungsverhältnisse fühlbarer denn je erscheinen lasse. Die Anstellungs- und Gehattsverbältnisse der Gcmeinderechner im Kreise sind in wohlwollender Weise von der Aufsichtsbehörde geregelt worden und zwar rückwirkend vom 1. April 1912. Der Kreisverband erachtet die Ausführungen des Regierungsrats Dr. Merck für befriedigend und wünscht, daß die Gemeindevorstände die Vorschläge annehmen. Die Untererhebestellen sollen tvegen Vereinfachung des Rechnungswesens mit dem Gemeinderechnungswesen zusammengelegt werden, um die hauptberuftiche Anstellung der Ge- meinderechner zu erreichen. Unter den Mitgliedern herrscht bis jetzt noch keine Einmütigkeit in der Stellungnahme zur Untercrhebfrage. Die Regelung nmrde dem Laudes- rechnerverband überlassen. Tie Fürsorgekasse bedarf nach dem Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnunq verschiedenartiger 'Slbänderungen. Sie sollen der Regierung durch den >iommunalbeamten-Verband unterbreitet werden. Als Ort der nächsten Versammlung wurde Gießen bestimmt. ** D i c Große Gießener K a r n e v a l g e s e l l s ch a f t 1911 schreibt und: Tie gestrige Faimlienntzüng in Steins Garten erbrachte rincn schönen Beweis für die karnevalistische Stimmung der Gießener Bürgerschaft. Ter große Laal, bet ehr hübsch geziert war, war dicht besetzt und namentlich die Damenwelt war ganz ungewöhnlich zahlreich erschienen. Prä'idenl Hornberger eröffnete Punkt 9 Uhr 11 Minuten die Nutzung mit einer zündenden Begrüßungsansprache, die ebenso wie das humoristische Protokoll einen durchschlagenden Erfolg batte. Als :rster Redner erschien Herr Berlin aus Großen-Buseck als ehr gut charakterisierte Marktfrau und erzielte mit seiner^Glossierung Gießener Zustande stürmische Heiterkeit. Herr Tobar, rin bewährter Redner der großen Kölner Karnevalgesellschaft, verstand es mit seinen scharf pointierten Glossen über das Jahr 1912 sich einen ganz außerordentlichen Beifall zu erringen. Als Ungar brachte Herr Otto Neurath mit einem tadellosen Melodrama, das einen sehr großen Erfolg hatte, etwas iür Gießen durchaus Neues. W. T h i el e von der großen Düsseldorfer Karnevalgesellscha't weckte mit seinem Vortrag als Rhein- banafe Tusch auf Tusch. Als Weinhändler sicherte sich Herr Reppert aufs neue die Gunst des Publikums. Herr -t o b a r brachte nun einige ernste Vorträge, mit denen er sich als tüchtiger Deklamator erwies. Nach der Pause erschien Herr Fix als Neuigkeitskrämer und ließ sich uim Ergötzen der Anwesenden über die politische Lage aus. Als Paukenschläger trat Herr Schwedler auf, doch behinderte ihn eine starke Heiserkeit, seine Fähigkeiten voll zu entfalten. Mit seinem Melodrama Gedantenspäne erzielte Herr Thiele wiederum starken Beifall. Heber Gießener Kleinigkeiten berichtete unter großem Beifall Herr Neurath. Mit seinem Bericht über einen Besuch im Zoologischen erzielte Herr Tobar wieder einen durchschlagenden Erfolg. Herr Reppert sprach in Kölner Mundart über die fünf 'Sinnesorgane und erzielte damit sehr starken Beifall. Die einzelnen Lieder, von den Herren Gustav Schmidt, Karl Weidig, Zahnarzt Schwalm, Otto Neurath, August Dickore und Karl Fix fanden sehr starken Beifall. Der anschließende Bohnenball hielt die Anwesenden noch ein paar Stündlein in bester Laune beieinander. "Das Hauptsteueramt Gießen bleibt am Montag aus Anlaß deS Geburtstages deS Kaisers geschlossen. •• Postdienst an Kaisers Geburtstag. Am Montag (Kaisers Geburtstag) findet eine einmalige Brief-, Paket- und Geldbestellung statt Die Postschalter sind von 8—9 üoim. und von 11 vorm. bis l1/, Uhr nachmittags geöffnet. Kreis Alsfeld. Groß-Felda, 22. Jan Unser Bürgermeister, Ferd. Bölzing, legte infolge hohen Alters sein Amt nieder. In ihm verliert die Gemeinde ein pslicktgetteues und tüchttges Oberhaupt. Er wurde verschiedene Male einstimmig gewählt. Kreis Friedberg. L Friedberg, 23. Jan. Heute mittag entstand in der Apotbekergaffe ein Brand. In dem Holzstalle eines Buchbinders hatte sich Papier entzündet. Durch rasche? Zu< greifen der Hausbewohner und der Nachbarschaft wurde daS Feuer bald gelöscht. Starkenburg und Rheinhessen. bs. Darmstadt, 23. Jan. Der große Senat der Technischen Hochschule hat, wie gestern in einem Teil der Auflage mitgeteilt wurde, zur Ausländer" frage folgenden Beschluß gefaßt: Tie bis einschließlich zum Wintersemester 1909/10 in dic Großberzoglich Technische Hochschule rin getreten en Absolventen der russischen neunklassigen Realschulen lrinskttießlich Eraanzungsslasst oder der diesen aleichwerttgen russischen Schulen können nur no6 spätestens im Oktober 1913 die Divlomvorprüfung frinschließlick Wiederh'olunas- und Erpänzungsprüffmgenj und spätestens im Dezember 1915 die Diplombauptprüfung (einschließlich Wieder, holungs- und Ereränzungsprüfungen) ablegen. Nach diesen Termin en finden Zulassungen zur Tiplomvor- und -hmivtvrüttin^ unter keinen Umständen mehr statt, auch werden keinevAusnahniT mehr aenehmigt. v _ r ' Kommerzieittat Dr. inq. h. c. Wilhelm O per zu. Rüsselsbeim a. M. fiat in dankbarer Erinnerung an seine an der Großb. Technisck>en Hochschule zu Darmstadt verbrachte Studienzeit der Abteilung für Maschinenbau an dieser Hochschule einen Betrag von 20000 M k. zur Errichtung einer „Wilhelm Opel-Sttftunq" zur Verfügung gefteNt, deren Zmsenerträgnis zur Förderung der Luft« schiffafirt, besonders zur Vornckhme von Versuchen auf diesem Gebiete, verwendet werden soll. in. Offenbach, 23. Jan. In der heuttaen Sitzung der Stadtverordneten kam es über den städwchen Fleisch verkauf >zu 'qiner längeren Aussprache. Eine Eingabe fier Schweine. metzacr-Jnnnnq verlanat die völlige Aufgabe der Einfuhr ausländischen Fleisches. Die Schweinemetzger wollen dawr das Fleisch zu den mit der Stadt vereinbarten Preisen verkaufen, and zwar solange, als durch die Notierungen des Frankfurier Viehhofes keine wesentlichen Prrisstrigerungen euitreten — Dm Hauptpunkt der Verhandlungen bildete das neue Kanal- vroj ekt, dessen Pläne von dem städtischen Tlefbauinsvektoc Svrengel an Hand von Skizzen eingehend erläutert würben. Die Kosten des abgeänderten Projektes betragen 6 567 000 Mk. Die Anlage wird eine Bauzeit von etwa fünf Jahren erfordern. Die Versammlung bewilligte zur sofortigen Herstellung des Kanals in der Biederer Straße bis zur neuen Kaserne unter Vorbehalt des satzunasmäßigen Rückersatzes 80000 Mk. zu Lasten einer künstiaen Anleihe. — Das alte Gebäude der technischen Lekw anstalten soll in eine Volksschule umaewandelt werden nab- zwar mit 10 Bolksscknckklassen und vier Klaffen für die Mittelschulen. Die Herstellungskosten von 11800 Mk. wurden bewilligt. _ Hessen-Nassau. sjFrankenberg,23. Jan., Als der in Battenberg Ratio» nierte Gendarmeriewachttnrister auf der sog. „Krögri^ an dec Eder eine wegen Landstreicherei gesuchte Zigeuner famiNH die dort Unterfimft gefunden hatte, verhaften wollte, wurde ihm1 heftiger Widerstand geleistet. Der Beamte mußte fi* schließlich noch einige handfeste Männer zu Hilfe holen, worauf man nach Zerstörung der Türe ins Haus drang und die rabtatfc Gesellschaft nach be'tiger Gegenwehr sestnatzm. Man ttansporttette sie ins Dattenberger Gefängnis. Kleine Tagerchronik. Am Mittivoch nachmittag wurde der älteste Offizier in Berlin. Oberst Friedrich von Ziegler, der längere 'Zeit Platzmaior vo- Berlin war, und 69 Jahre lang die Uniform des Kaiser-Foa»,« Regiments getragen hat, zur letzten Ruhe bestattet. . Aus Rheinsberg (Mark) wird gemeldet: Ehret Schulkinder, rin 10 jähriges Mädchen und zwei 8 jährige Knaben welctt' das Eis des Paelitzsees britutzten, um schneller von b® Schule nach Hause zu kommen, brachen rin. Sic konnten nüft gerettet werden. Zwei Leichen sind geborgen. In Belgien regnet es seit drei Monaten, einige Tage trni* genommen, unaufhörlich. Die Flüsse sind dermaßen gefhega. daß eine Hochwasserkatastrophc befürchtet wird. Ein in Argentinien ansässiger Genuarie Ttomens Garn, brr in einer WrihnacÄslotterie das große Los in Höhe vr« 2 300 000 Mk. Franks gewonnen hatte, schenkte den gesamt« Betrag au Wohltätigkeitsanstatten. Qan&cL Bom Stahlwerkverbanb. Düsselborf, 23. Jan. In der heutigen Haupttersama» lang des Stahlwerkverbandcs wurde über die Geschäftslage geteilt: In Halbzeug ist der Abruf der inländischen Verbrauchs recht gut und der Auftragsbestand weseittlich höher als im Po:- :ahr. Der Auslandsmarkt liegt weiter günstig. Die in :leWC Zeü mit Rücksicht auf die politischen Verhältnisse für nei ,e toitn grosser Ausverkauf Frankfurter Schuhlager Giessen Ausführung von Anlagen zum Anschluss an die elektr. Ueberlandzentralen. äMfe//envermiW Obsthalle 0. USagna Neuheit Neuheit Kreuzplatz 6 0565 Fernsprecher 619. Rosenthal Liebigstrasse 0659 Der Vorstand. 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Lustspiel in 4 Akten von Karl Gutzkow. Ende nach 10 Ubr. Letzte Urtd)ricbtcn4 Wechsel in B c am t en st ellen. Konstantinopel, 23. Jan. Der Polizeidirektor und der Militärkommandant wurden durch andere Persönlichkeiten ersetzt. Ein Gnadenakt des Königs von Spanien. Madrid, 23. Jan. Anläßlich seines Namenstages hat der König von Spanien sechs zum Tode Verurteilt«, begnadigt. beute mittag enffianb i - dem Haljsialle ein- rtii'nhet. Durch Me? ß, der Nachbarschaft wurde dc Mste beobachtete Vorsicht dürfte int Fall eines baldigen Friedensschlusses erneute Zuversicht auf eine weitere günstige Entwicklung des Geschäfts weichen. In schwerem Obermaterial sind mit sämtlichen deutschen Staatsbahnverwaltungen die neuen Lieferungsverträge abgeschlossen worden. Von den preußischen Staats- bahnen wurde ein Nachtragsbcdarf für 1913 aufgegeben, wodurch sich die Gesamtauftragsmenge bis jetzt um rund 54 000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr erMt. In Großeisenzcug dürfte eben- salls eine Nachtragsbestellung herauskommcn. Das Geschäft in Vignolfchienen für das Ausland verläuft günstig, es konnten wertere umfangreiche Aufträge zu angemessenen Preisen hcrein- genommen werden. In Grubenschienen ist der Eingang von Spezifikationen rege und von den Werkeir werden fast durchweg längere Lieferfristen verlangt. Der Auslandsmarkt liegt befriedigend bei gebesserten Preisen. Sehr gut ist das Geschäft in Rillenschienen im Ausland, so daß die Rillenschicncnwerke bis Ende September bis zu den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit Aufträge haben. Das Formeisengeschäft im Inland liegt bc- Ferner empfehle: Schrotmühlen mit Steinen, Walzen und Mahlscheiben Haferquetschmaschinen Dreschmaschinen Strohpressen Futterschneidemaschinen Rübenschneider Oelkuchenbrecher Putzmühlen Trieure Kreissägen Kartoffel-Sortiermaschinen gelegt, weil wir alle unvollständigen Sortimente, alle Einzelpaare, alle Modesorten und alles, was Winterschuh oder -Stiefel heisst, unbedingt räumen wollen. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wctteraussichten in Dessen für Lamstag, den 25. Ian. 1913: Wect.ielnd bemöift, nur geringe Niederschläge, etwas kälter, west liche Winde. - 'etncm T ,■{.$• E‘S 4 o-o-to-o SMItaler Beta Direkt: Hermann Stelngoetter Freitag, den 24. Jan. 1913 abends S Ubr: 13. Freitag- Abonn-Borstell. Gewöhnliche Preise. PflMßliQ bedeutend ver^rösserte 25verschied. Uualit. 1 Illen! Die sind in ihren wirksamen Bestandteilen Produkte von im Shirnebraudj befindlichen Sodener Gemeinde-Heilquellen, und ungezählte Tausende können Ihnen bezeugen, daß Fays ächte Sodener eine ideale Hilfe für Leiden Ihrer Art sind. — Besondere Kenn- ze'chen: Der Name „Fay" u. weißer Kontrollstreifen mit amtl. Bescheinigung des Bürgermstr.-Amtes Bad Soden a T. 'ss18\ ■ Lieferung sämtlicher Maschinen lür elektrischen nr.d sonstigen Kraftbetrieb, Kataloge gratis und franko. Vertreter überall gesucht Permanente Ausstellung aller Geräte für die Landwirtschaft. ElnMin Ortsgruppe Giessen. Versammlung Sonntag, den 26. d. Mts., nachmittags 4 Uhr inGarbcnteich „zum weißen Roß" IKamerad Wchruml. Abfahrt der Gießener Kameraden 2 Uhr 16 Minuten. Tagesordnung: 1. Berichtüberden Stand der Vorl ercitungcn zur Jubiläums-Feier. 2. Stiftung eines Jubiläums - Fonds. 3. Bcrichicdeucs. Auswärtige Kameraden, welche sich der Ortsgruppe nodj anzuschlicßen gedenken, wollen ftd) bei dem Unterzeichneten melden. (0562 OScarSippel, Vorsitzender, Neustadt 41. H °nter oroim «rM Tttt » I • “«idiSeÄu® . be6 Mfr§ qeschlgkr., T" NfrMtn flni J rar*? f tarn#- ” Johannes Ködding ---- Atelier für Kunst-Bildhauerei = Samstag, den 27». Januar, abends 9 Ubr in der Restauration Herbert Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers. Heute ein Waggon frischer und süßer Apfelsinen eingetroffen. Das Dutzend von 35 Psg. bis 1 — Mk. Für Wiederverkäufe!- in Kisten von 420 Stück 16.— Mk. 714 Stück 21.- Mk. und 22.- Mk. Blutapfelsinenba6 0.75 - L- Doppelblutapfelsinen l.~ Zitronen 55 bis 80 PVp.) gestellt. VermelMng i -}eft|c'ung dl böhete Pe * der für die £ fieren Besinn, hflung von ji ^-urchgangsstcl verbleiben, 'N ferten yeforbe Sraphenbeamtet y 1909 ein, Wolutwn fort beamten lu(5t den Reick xndTelegra Reichsvosta? fc Eine En S®'- "och i Re nnen Ges lur die R, - N'ugt werden ijR beschlösse Nuno 'S. A° 300 ? »e ous her ' .Nativer „ iy-iinotS ben ti^in, '^maitgt ^.c äS «txn —^^gegen 3W~ Heute zum letzten Male :: Hsta üielsen:: in dem Drama Das lUäddien ohne Vaterland Ferner die mit so grobem Beifall aufgenonnnene -Humoreske. Lehmann Boxerkönig On der Titelrolle Herr Tccd. Punkt jhr Dochts spannendes Drama in 3 Akten. In der -Hauptrolle die italienische Tragödin Pina ftabbri. Künstlerische musikalische Begleitung der Bilder durch Herrn I. Georg. a"/> Schade & Füllgrabe Bahnhofstrasse 26 \ _ . _ Ludrasse 20 i Telephon 1S6 35 „ 100 Ertra grobe: schrift nu.enthält dir amt'ichen Zu beziehen durch die Bestimmungen 6berden Ka/2 Uhr S'/4 „ 3-/2 „ — 0568 Feinste garantiert reine | Kernseife H von hohem Fettgehalt und grönter Waschkrast, vollwichtig geschnitten H weih W. 27 M., ge1b W.26Psg. |„Frankofurtia“-Hfl ||SparB