Nr. 24.7 Der Siehener Anzeiger erscheint täglich, attüev Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich SkhenerKamllicnblättcr; zweimal ivöchentl.lkreis- blatl für den Areis Siegen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Landwirtschaftlich« Zeitfragen Ferusprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag 11. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt (63. Jahrgang Dienstag, 2\. Gilover M3 sietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesien Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Lrpedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. B c; u q S v r c i $: monatlich 75Ps., vierteljährlich Alk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.—viertel« jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pfennig. Ehesredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; für „Feuilleton", „Vermischtes" und „Gerichtssaal": Karl Neurath; für „©labt und Land" : Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Tageskalender aus dem Jahre 1813. i21. D f t d b c r. General Dorck schlägt die Fttinzosen bei Freiburg an der Unstrut. Freiherr vom Stein übernimmt die provisorische Ver- waltung der den Franzosen wieder entrissener! Gebiete. Gefecht bei Freiburg a. d. Unstrut zwischen den auf den: Rückzug befindlichen Franzosen und den nacheilcnden Rettern des Yorkschen Korps. Geht es schon wieder los? Die Balkantragikomödie erinnert ein wenig an die permanenten Kinovorstellungen, bei denen die Tausendmeterfilms einander ununterbrochen folgen und das Publikum seine Schaulust ohne Zuschlag zum Eintrittsgeld so lange befriedigen kann, bis ihm die Augen wchtun oder der Körperteil, auf dem es während dieser Zeit zu sitzen gezwungen ist. Nur mit dem Unterschied, daß bei dem Balkankino ein solcher Zuschlag zum Billetpreis erhoben wird, denn je länger die Wirren auf dem Balkan fortdauern, desto schwerer sind die Wunden, welche dadurch dem Wirtschaftsleben Europas geschlagen werden. Richtet doch die fortdauernde Ungewißheit, die immer wieder genährte Kriegssovae bald ebensoviel Verheerungen an, wie sic ein neuer Balkankrieg im Gefolge haben könnte. Es ist Albanien, dies zur Zeit noch fürstenlose Schmerzenskind Europas, welches den Anlaß zu Kriegssorgen gibt. Wie bedrohlich die Lage sich gestaltet hat, das ist jetzt aller Welt klar geworden durch die Verbalnote, welche der österreichisch-ungarische Geschäftsträger in Belgrad der serbischen Regierung überreicht hat und worin die Forderung ausgesprochen wird, daß die serbischen Truppen binnen acht Tagen das Gebiet des autonomen Albaniens vollständig geräumt haben müssen. Ter in dieser befristeten Note gegebene Termin läuft am 26. Oktober ab, nebenbei bemerkt an demselben Tage, an dem Kaiser Wilhelm zum Besuch des Kaisers Franz Josef in Schönbrunn eintrifft, ein Besuch, der die Gerüchte über ein angebliches Kriseln innerhalb des Dreibundes gründlich zu widerlegen geeignet ist. Eine Unterstützung findet das Vorgehen des Wiener Kabinetts ebenso Ivie bei der italienischen auch bei der deutschen Regierung. In entschiedenem und sehr unerfreulichem Gegensatz AU. dieser Haltung steht die Stimmung in Frankreich und Rußland. Besonders die Pariser Presse speit Feuer und Flamme über das Verhalten der Donaumonarchie, der sie ein einseitiges Vorgehen ohne Rücksicht auf den Dreiverband zur Last legt. Zugleich wird in ostentativer Weise hervorgehoben, daß in dieser Frage zwischen der französischen und russischen Regierung volle Einmütigkeit bestehe. Man braucht nun freilich die kriegerischen Töne, welche die Pariser Presse anschlägt, nicht allzu tragisch zu nehmen, denn einmal ist von den Mächten ausdrücklich aner-> tonnt worden, daß Oesterreich-Ungarn und Italien an Albanien ein besonderes Interesse haben, zweitens hat das Wiener Kabinett die Mächte des Dreiverbandes in loyaler Weise von seinem Vorgehen unterrichtet, und drittens hat das Kabinett von St. James offenbar keinerlei Neigung, «einen etwaigen französisch-russischen Husarenritt zu der serbisch-albanischen Frage mitzumachen. Was aus der serbischen Hauptstadt vernehmbar wird, klingt widerspruchsvoll. Einmal heißt es, daß Anweisung zur Zurückziehung der Truppen aus Albanien gegeben worden sei, dann wird wieder angekündigt, daß Serbien der österreichischen Aufforderung nicht Folge leisten könne. Oesterreich wird sich wahrscheinlich nicht mit Worten beruhigen lassen, sondern nachprüfen, ob den Worten auch die Taten folgen. Jedenfalls ist die Lage wieder einmal recht unklar und heikel. Tie „Triple-Entente" und das Ultimatum Oesterreichs. Paris, 20. Okt. Bezüglich des österreichischen Ultimatums an Serbien heißt es in einer allem Anschein nach vom Quai d'Orsay herrührenden Meldung: In der Mitteilung-, welche der österreichisch-ungarische Geschäftsträger Graf Somssich vorgestern abend dem französischen Ministerium des Aeußern überbrachte, wird erklärt, das; die österreichisch-ungarische die serbische Regierung ersucht habe, in einer F r i st von acht Tagen die von serbischen Truppen besetzten albanischen Gebiete zu räumen. Nach Ablauf dieser Frist würde sich die österreichisch-ungarische Regierung in die peinliche Not- we ndigkeit versetzt sehen, geeignete Mittel zu ergreifen, um die Verwirklichung ihres Ersuchens zu sichern. Der Direktor der politischen Angelegenheiten des französischen Ministeriums des Aeußern, Paleologue, der als Vertreter Pichons den österreichisch-ungarischen Geschäftsträger empfing, habe diesem erklärt, daß er hiervon Akt nehm«, dabei icdoch ausdrücklich V o r - behalte betreffs der Richtigkeit der von der österreichisch-ungarischen Regierung zur Rechtfertigung ihres Ultimatums vorgebrachten Tatsachen erhoben. Paleologue bemerkte insbesondere, es scheine nach den der französischen Regierung zugekommenen Meldungen keineswegs festgestellt, daß die albanischen Aufrührer nicht in serbisches Gebiet, eingedrungen seien. Er frage den Grafen Somssich ferner, ob die österreichische ungarische Regierung in der Sage wäre, Serbien gegen ein neues Eindringen der albanischen Aufrührer irt_ serbisches Gebiet zu schützen. Schließlich erklärte Paleologue, daß die albanische Frage in höchstem Grade eine europäische Frage sei und daß es demgemäß Sache aller Mächte sei, die Ausführung ihrer gemeinsam gefaßten Beschlüsse zu sichern. Minister P i ch o n habe diese Auffassung Paleologues gutgeheißen. Die Mitteilung der älter- rcichisch-ungarischen Regierung sei gegenwärtig der Gegenstand eines Meinungsaustausches zwischen den Staatskanzleien der Triple-Ententemächte. Tic beste Antwort auf die französischen Einwendungen ist in einer Zuschrift enthalten, die uns einer unserer Mitarbeiter in Berlin zugehen läßt und in der über den Standpunkt der deutschen Regierung in der serbisch-albanischen Streitfrage folgendes gesagt wird: Es steht fest, daß Serbien durch seine Truppen Gebiete! besetzt hat, die nach dem einmütigen Spruche der Großmächte zum Staate Albanien gehören. Albanien steht zurzeit unter dem Schutze der Mächte, die es ihrem Ansehen schuldig sind, daß ihre Beschlüsse betreffs Albaniens respektiert werden. Serbien hat zweifellos das Recht, in den von ihm neuerwvrbenen Gebieten albanische Ausstandsgelüste zu unterdrücken, und man wird es auch Serbien glauben müssen, daß diese Aufstandsgelüste der serbischen Albanier von den autonomen Albaniern unterstützt werden. Die Grenzen des autonomen Albaniens sind noch nicht genau vermessen, Serbien ist also sür kleinere Zwischenfälle an der neuen Grenze zu entschuldigen, wenn weiter nichts vorgefallen wäre. Tie serbischen Truppen sind aber weit nach Albanien e i n marsch i e r t. Dies bedeutet für die autonomen Albanier den Krieg. Wenn Serbien seine Truppen nicht sofort zurückzieht, müssen Oesterreich und Italien eingreifen, um einen weiteren Balkankrieg zu verhüten. Sie werden dies im Einvernehmen mit allen Großmächten tun, denn die Weigerung Serbiens, seine Truppen aus Albanien zurückzuziehen. muß vermuten lassen, daß Serbien in bekannterGroß- m an ns sucht seine Gebiete abermals erweitern will, ein,Unterfangen, daß auf dem Balkan die ernsteste Lage wieder schaffen könnte. Darüber kann fein Zweifel bestehen, daß die Mächte wenigstens ihre Beschlüsse über Albanien aufrechterhalten müssen, nachdem sie sonst in allen Balkansragen diplomatische Niederlagen erlitten hatten. Wenn Serbien jetzt dem Willen Europas trotzt, und dieses Europa wieder nachgibt, wird aus dem Balkan der Wille Europas nichts mehr gelten. Dar Dreibund wird jedenfalls die Londoner Beschlüsse gegen Serbien zu w a h r e n wissen. Es liegen auch schon Anzeichen vor, daß Serbien cinl enf en wird, wenn auch widerstrebend. Für die Mächte wird dieser Zwischenfall ein Ansporn sein müssen, die albanische Frage schnell zu erledigen. Leider ist bisher in den Kabinetten nicht viel für Albanien getan worden Der internationale Kontrollausschuß arbeitet langsam, es ist noch gar nicht abzusehen, wann die internationale Gendarmerie ausgestellt wrrd. Bei dem Charakter der Albanier ist auch hier noch mit inneren Schwierigkeiten zu rechnen. Die F ü r st e n f r a g e tft ungeklärt, definitive Abmachungen der Kabinette sind bisher nicht getroffen. Solange Albanien keine Zentralgewalt besitzt, wird es nicht zur Ruhe kommen. Wien, 20. Okt. Die „Albanische Korrespendew;" meldet aus Skutari: Nachdem infolge des Zusammentritts des internationalen Kontrollausschusses das Mandat des Admiralrates abgelaufcn ist, reiste der deutsche Delegierte, Fregattenkapitän v. Klitzing bereits ab'. — In letzter Zeit bemühen sich in Skutari Agitatoren eifrig für die Thronkandidatur des Prinzen Fund Achmed und bekämpften die Wahl des Prinzen zu Wied. Die Bevölkerung verhält sich aber gegen Fuad Achmed oblehnend. Paris, 20. Okt. Einer Blättcrmeldung zufolge soll sich der hiesige s e r b is ch e G e s an d te heute zum Minister P i ch o n begeben haben, um diesem eine Note zu überreichen, in welcher "die serbische Regierung erklärt, daß sie getreu ihrer bisherigen Haltung und ihren Verpflichtungen es En - r o p a überlasse, dafür zu sorgen, daß die Grenzen Albaniens tatsächlich und an Ort und Stelle genau festgesetzt werden. Die serbische Regierung schließt an diese Mitteilung, welche ihrer Ansicht nach den durch den österreichischen Schritt l)er vor gerufenen Zwischenfall erledigt, eine Anzahl Reklamationen betreffs des unbe^ stimmten und unlogischen Charakters, der von der Londo-ner Konferenz vorgesehenen theoretischen Mgrenzimg Albmri-ens an. Die serbische Regierung erneut die Behauptung, daß sie gewisse vorübergehende Maßnahmen lediglich deshalb ergreift, um die Sicherheit ihres Landes, zu schützen und sie ersucht die Großmächte unter Hinweis auf deren Versprechungen und die Londoner Beschlüsse, ihr in wirksamer Weise diese Sicherheit zu verbürgen. Belgrad, 20. Okt. Der Generalsekretär des hiesigen auswärtigen Amtes Stefanowitsch erklärte dem österreichisch-ungarischen Geschäftsträger von Stork, daß der B e fe hl zur Räumung der von serbischen Truppen besetzten Gebiete Albaniens beschlossen und heute früh yinaus- gegeben wurde. Die Räumung werde innerhalb der festgesetzten Frist von acht Tagen durchgeführt sein. Wien, 20. Okt. Wie der „Südslawischen Korrespondenz" aus Belgrad gemeldet wird, erklären die dortigen, Blätter, Serbien könne wegen seiner staatlichen Sicherheit den Forderungen der Dreibundmächte nicht nach geben. Rom, 20. Okt. Der Agenzia Stefani wird aus Belgrad gemeldet: Die serbischeRegierung teilte durch Die verbündetem in Weimar. (21—24. Oktober 1813.) Den stärksten Anprall der zurückflutenden Kampfeswogen der Völkerschlacht hatte das nahe gelegene Weimar zu bestehen, wo sich in der Zeit vom 21. bis zum 24. Oktober als ein Nachhall der gewaltigen Ereignisse aufregende und erhebende Vorgänge, Szenen voll banger Ängst und Zweisel und voll Jubel und Glück in buntem Wechsel abspielten. Reichhaltige Dokumente für diesen Epilog des großen Völkerringens sind in dem im Insel-Verlag von Friedrich Schulze herausgegebenen Sammelwerk „Weimar in den Freiheitskriegen" zusammengestellt. Mit erregter Span- juing wartete man in Weimar den Ausgang der großen Schlacht, die sich um die Mitte des Oktober in der Umgegend von Leipzig vorbereitete. „Vom 16. Oktober an bis zum 19.," so erzählt der Kanzler von Müller in seinen Erinnerungen, „schlug von ferne her fortwährend dumpfer Kanonendonner an unsere Ohren, ohne daß wir den Ausgang der Schlacht erfuhren. Da erschienen plötzlich in der Nacht vom 19. Oktober mehrere hundert Kosaken in Weimar deren Anführer unverzüglich aufs Schloß zu dem Merian gebracht zu werden verlangte. Als der Herzog geweckt wurde? gab sich dieser Anführer als der russische Obryt von Geismar zu erkennen, verkündete den siegreichen Ausgang der Schlacht von Leipzig und eröffnete dem .Herzog, daß er von dem Kaiser Alexander ^geschickt fei, b:e herzogliche Familie zu beschützen und in Sicherhett zu bringen, wenn ihr, wie.hoch wahrscheinlich bei dem Rückzug der zranzoiychen Armee. Gefahr drohen snl'te" Der Herzog witterte zunächst einen franzottichen Anfchlag, j-m ihn durch einen Gewaltstreich schnell °°n Weimar WMU- führen da der Obrist keine Segthmatton bet fich hatte. Allein ein Landsmann und Jugendfreund Geismars der, Kammerherr vmr Sweirel beitätiate seine Angaben und so „ichwand leder Argwohn und an die" Stelle desselben trat die lebhafteste Freude über die Siegesnachricht und die erhabene Furforge des Kauers Aleran^r" Die Kosaken, die in ihrem Biwak auf dem Markt einen malerischen Anblick boten, unterhielten nun einen w.rg- samen ^Aufklärungsdienst, und tonnten am 21 starke feindliche Kolonnen feststellen, die in der Richtung nach Weimar über den Ettersberg herabzogen. Eine Anzahl franzöiischer Reiter drangen 2 bis in die Vorstädte von Weimar, und es fanden in der Umgegmd am 21. und 22. Oktober Ijcrttge Kampfe statt, dock wurde die Stadt durch das Ersthemen von Retterscharen d« Verbildeten gerettet: es waren mehrere Pulks Ko,aken unter dem Hetman Platow, preußiiche freiwillige Jager zu Pferd mid österreichische Dragoner. Dos unenvartetc fefefetnen dmer Scharen brachte panischen Schrecken unter die Franzosen die bereits in Weimar eingedrungen waren; m wild«, unordentlicher Flucht suchten sie das Weite. „Als die stegenden Reiter sich vor der Stadt aufgestellt hatten," berichtet von Müller, „empfingen die! Bewohner sie mit dem lautesten Jubel. Noch entsinne ich mich lebhaft, welchen begeisternden Eindruck die preußischen freiwilligen Jäger aus uns machten, die geschmückt mit frischen grünen Zweigen, voll Jugendsrische und Siegeslust heranzogen und uns mit öen mutigsten und heitersten Kriegsliedern begrüßten." An dem darauffolgenden Sonntag, dem 24., herrschte besonderes Gewühl und Tumult in den Straßen Weimars, denn die drei Aionarchen sollten eintreffen und hier ihr Hauptquartier nehmen. Imposant und prächtig war der Einzug, den ein Bericht von Theodor .Götze folgendermaßen schildere: „Den Zug eröffnete eine Abteilung dänischer Garde-Kosaken, österreichische Ulanen und preußische Kürassiere. Dann kamen die drei Monarchen mit entblößten Häuptern. Zur rechten Hand ritt Alexander, Kaiser von Rußland, linker Hand Franz der Zweite, Kaiser von Oesterreich, und in der *Htte Friedrich Wilhelm, König von Preußen. Dicht hinter ihnen unser Herzog Karl August nebst den übrigen dem Heere angehörigen Fürsten, Marschällen, Generälen und sonstigen zum Stabe gehörigen hohen Stabsoffizieren, nebst etlichen Kavallerie-Regimentern Bedeckung, uneingedenk des nachfolgenden Zuges von Ordonnanzen und dergleichen. In der Atadt selbst herrschte Freude und Jubel. Obgleich auch die kleinste Hütte mit Einquartierung an Menschen und Pferden überfüllt .war, so war doch keine Not vorhanden, denn das Militär faßte auf Bons seine Rationen an Brot, Fleisch, Reis und Graupen täglich, so daß viele mit ihrer Einquartierung zu leben hatten. Nur zwei Artikel waren fast nicht mehr zu bekommen und dabei enorm teuer, nämlich Bier und Branntwein." Am Abend war eine F estvo rstell n n g im Theater, bei der „Wallensteins Lager" gegeben wurde. „Das Haus war zum Brechen gefüllt," erzählt Genast. „Man sah fast nichts als Uniformen. Jede bezügliche Stelle nahm das milttärische Publikum mit Akklamationen auf; als aber der erste Jäger (Unzelmann) die Worte sprach: „denn seit der Leipziger Fatalität", brach ein stürmischer Jubel los. Unser erster Tenor, der den Rekruten spielte, hatte rasch, auf Veranlassung Goethes, das Lied: „Ich will ins Feld, ich muß dich meiden" komponiert und sang dasselbe zur (Gitarre. Goethe hatte zwar dies Intermezzo mit einigen Worten eingeleitet, aber es paßte dock in „Wallensteins Sager" wie die Faust aufs Auge. Der allgemeine Freudentaumel jedoch setzte sich über das Drollige dieser Einlage hinweg, und reicher Beifall wurde dem Sänger zuteil." Goethe, der den österreichischen Feldzeugmeister Colloredo als Einquartterung hatte, hielt sich in dem allgemeinen Trubel sehr zurück, wie auch die einsilbigen Aufzeichmingen seines Tagebuches beweisen. * — Der Tangotanz im Gerichtssaal. Ter Tango, der zum Entzücken der Tanzlehrer eine so gewaltige Anziehungskraft ausübt und den Meistern dieser 'Kunst die lernbegierigen Schüler in hellen Scharen zutreibt, hat natürlich mit dem echten argentinischen Tango kaum noch mehr gemein als den znin Schlagwort gewordenen Namen; es gibt säst schon so viele verschiedene Tangos als Sehrer dieses Tanzes. Ein jeder der „Tangos Professoren" hat sich, je nach den Gesellschaftsklassen, die seine Schüler bilden, eine andere Form des Tangos erwählt und ersonnen; vom wirklichen Tango ist nur ein Abglanz geblieben, man hat nach Dämpfungen den Rhythmus übernommen, auch eilt paar Grundfiguren, aber gerade die Einzelheiten der Bewegungen, gerade das Charakteristische des echten Tango ist dabei — zum Segen unserer Tanzsäle! — glücklicherweise längst verwischt und verloren gegangen. Allein damit wird es auch immer schwieriger, zu definieren, was der Tango ist und welche der unzähligen Formen, die heute getanzt werden, ein Recht auf entfernte vage Erbansprüche an den echten argentinischen Tango erheben dürfen. In Cleveland in Ohio soll jetzt das Gericht dieses Preisrätsel lösen, der ehrwürdige Richter Vickcry soll darüber das Urteil fällen, und um dem weisen Herrn die nötigest Grundlagen zu dieser folgenschweren Entscheidung zu bieten, gab es im .Gerichtsgebäude ein eigenartiges Bild: einen regelrechten Tangotanz im Gerichtssaal. Der Tanzmeister „Professor" A. Anderson hat die amerikanische .Gerichtschronik um diese Neuheit bereichert, denn er klagte gegen die Polizeibehörde, die ihm die Erteilung von Tango-Unterricht verboten hatte, mit der Begründung, es handle sich dabei um einen Tanz anstößigen Charakters. Der Andrang zu der Gerichtsverhandlung war gewaltig, aber die Zuschauer kamen auch auf ihre Kosten, als Herr Anderson mit einer hübschen Partnerin dem wißbegierigen Richter, unter den Klängen .Mozartscher Musik, den Tango vortanzte. Das geschah mit so viel Grazie und Anmut, daß Pie Zuschauer die Würde des Gerichtssaales vergaßen und Beifall klatschten. Selbst der ehrwürdige Richter Vickery erklärte kopfschüttelnd: „Nein, dies ist wirklich ein wunderschöner Tanz, es gibt kaum etwas Erleseneres, ich verstehe nicht, was hieran anstößig oder unsittlich sein soll." Allein das Bild änderte stch, als nun die beklagte Polizeibehörde ihrerseits ein Tango tänz- chen im Gerichtssaal inszenierte. Sie hatte sich dazu den Tangotänzer Keane aus Chicago und dessen Partnerin verschrieben: und die beiden tanzten in der Tat einen Tango, der icine Öetf hm ft aus den verrufensten Spelunken Südamerikas noch nicht abgeftreift hatte und ganz gewiß nicht zu dem „Erlesensten gehörte was die Kultur des Tanzes hervorbrmgen kann. Nun stehen sich die beiden Tangotänzer gegenüber, em jeber von ihnen will natürlich den allein echten und unverfaftchten -Lango sozusagen sein eigen nennen, ein jeher erhärt, ben -vango des anderen für eine Fälschung: und in 8 -vagen >oll nun der, ehrwürdige und in diesem Fall gewrtz Nicht beneidenswerte Richter Vickery entscheiden, wer recht hat. ihre Vertreter den Mächten mit, sie habe den Serben be- fvchl-en, sich unverzüglich über die Grenzlinie gegen Albanien zurückzuziehen, die durch die Londoner Konferenz sestgelegt ist. Deutsches Reich. ~ Das Kaiserp«a.r Itnb Prinz Adalbert haben, wie aus Berlin gemeldet wird, an dem einzigen von dem Moskauer Synodal-Chor-Diri- genten Golowanow veranstalteten geistlichen Konzert teilgenommen. Unter den Anwesenden befanden sich der russische Botschafter und die Mitglieder der russischen Botschaft sowie neben vielen Angehörigen der Hofgesellschaft der Generalintendant Graf H Ülsen-Hrreseler. Tie Majestäten beteiligten sich lebhaft an dem großen Beifall, der dem Chor zuteil wurde. Nach der Aufführung sprach der Kaiser dem russischen Botschafter sein Entzücken über die hervorragenden Leistungen der Moskauer Sänger aus. Die Auseinandersetzung zwischen dem Kronprinzen und dem Reichskanzler. Tas amtliche Wolff-Bureau schreibt: „Auf das von uns erwähnte Schreiben des Reichskanzlers an Seine kaiserliche .Hoheit den Kronprinzen in Sachen der braunschweigischen Thronfolge hat, wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erfährt, der Kronprinz in einem Bries aus Hopf- reden vom 17. d. Mts. sein lebhaftes Bedauern darüber ausgesprochen, daß sein Privatbries an den Reichskanzler öffentlich erwähnt worden ist. Völlig falsch sei die Auslegung eines Teils der Presse, als stelle er sich in Opposition zum Kaiser. In der Sache selbst hat der Kronprinz dem Reichskanzler erwidert, daß dessen Schreiben für ihn zur Klärung der Angelegenheit wesentlich beigetragen habe." Es war selbstverständlich, daß der Kronprinz die Veröffentlichung, die, wie gleich erkannt werden konnte, nicht nach seinem Willen gewesen ist, bedauern würde. Mit der Notiz der „Nordd. Allg. 3tg." wird aber natürlich nicht gesagt, daß der Kronprinz nun sich zu dem Regierungsstandpunkt bekannt habe. Er wird vielmehr, wenn er die Auffassung des Kanzlers jetzt genauer kennt, an seiner Ueberzeugung sicherlich festhalten, denn auch was zur Umstimmung der öffentlichen Meinung bisher veröffentlicht worden ist, war alles eher als überzeugend. Der Jesuitenantrag im Bundesrat. Der „Bert. Lok.-Anz." meldet: Der Bundesrat dürfte sich noch vor dem Wiederzusammentritt des Reichstags mit dem Jesuitenantrag beschäftigen. Es ist in der Sache eine kleine Verzögerung dadurch eingetreten, daß her mit der Berichterstattung über diesen Antrag betraute hanseatische Bundesratsbevottmächtigte und Gesandte Dr. Klügmann inzwischen aus dem Amt ausqeschieden und diese Aufgabe auf seinen Nachfolger, Tr. Sieveking, übergegangen ist. Dieser beherrscht übrigens als langjähriger Vertreter Elsaß- Lothringens beim Bundesrat die Materie vollständig. Vom mecklenburgischen Landtag. Aus Schwerin wird uns berichtet: Am Montag nachmittag hat der dirigierende Landrat im Konzertsaale des Groß- herzoglichen Hoftheaters den Landtag wieder eröffnet. Eingegangen sind Erlasse der beiden Regierungen. Die Regierung beabsichtigt, am Dienstag vormittag im Kvnzertsaale mit den Deputierten zusammenzutreten. Der deutsche Konjsul in Lausanne, Filsingen, hatte anläßlich der Feier der Völkerschlacht von Leipzig die Flagge gehißt und auch während der Nacht nicht eingezogen. Am Sonntag wurde festgestellt, daß die Fahne, die leicht von der Straße zu erreichen war, zerrissen worden war und daß ein Stück vom Tuch fehlte. Die gerichtliche Untersuchung wurde sofort eingeleitet. Ein Mitglied des Regierungsrats des Kantons Waadt begab sich zu Konsul Filsingen. um offiziell sein lebhaftes Bedauern über den Vorfall auszusprechen. Oefterreichische Maßregeln gegen die zunehmende Auswanderung. Aus Wien wird geschrieben: Die großen Dimensionen, die die österreichische Auswanderung in der letzten Zeit angenommen hat, veranlaßten die Regierung, deren! Ursachen zu untersuchen und Maßnahmen zu erwägen, wodurch die immer deutlicher zutage tretenden Auswüchse der Auswande- rungsbeweguug beseitigt oder wenigstens ihrer schädlichsten Folgen entkleidet werden könnten. Da die Gefahr besteht, daß infolge der sich häufenden Abwanderungen die Wehrkraft der Monarchie in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, ordnete die Regierung bereits vor Monaten in allen Kronländern die weitgehendsten polizeilichen Ueberwachungsvorkehr ungen und zwar insbesondere an den Grenzen an. Die Verfügungen hatten zur Folge, daß bis zur jüngsten Zeit an den verschiedenen Eisenbahnkreuzungspunkten Hunderte ausweislose bezw. mit falschen ober zweifelhaften Legitimationsdokumenten versehene wehrpflichtige junge Männer aus Oesterreich und Ungarn aufgegriffen und den Gerichten wegen Ve rletzungdesWehrgesetzes eingeliefert wurden. Da die Anzeichen Vorlagen, daß es sich um eine planmäßig betriebene verbotene Anwerbung handle, wurde die Tätigkeit jener Personen genau überwacht und hierbei festgestellt, daß es sich in der Tat zwar zumeist um eine im Nordosten ber Monarchie weitverzweigte und wohlorganisierte geheime Propaganda zur Förderung der Auswanderung überhaupt sowie der Auswanderung militärpflichtiger Personen insbesondere handelt. Aus diesem Grunde wurden die bereits gemeldeten 95 er Haftungen der Funktionäre der Canadian-Paei- sie-Railway durchgeführt: auch wurde eine Ueberprüfung der Ge- schäftsgebamng der übrigen in Oesterreich wirkenden Dampfschiff- sahrtsgesellschaften veranlaßt. Ans Sta&t und Land. Gießen, 21. Oktober 1913. ** Tageskalender sür Dientag, den 21. Okt.: Stadt- t Heater: „Kater Lampe." Abends 8 Uhr. *' Der Theater-Verein wird auch in diesem Winter wieder drei Opernvorstellungen veranstalten, zu deren Ansilchrnng sich das Darmstädter £> o f t h c o t e v mit der voimusik freund- lichst wieder bereit erklärt bat. Die erste wird voraussichtlich schon bald stattfinden und wahrscheinlich „'S i c weiße Dame* von Boildien bringen. In der zweiten Vorstellung dürste eine V e r d i- Oper zur Aufführung kommen, aus dem ZnkluS, den das Hol- theatcr im November zur Feier des 100. Geburtstages des Meisters der italienischen Musik unter der Leitung eines berühmten italienischen Dirigenten veranstaltet Für die dritte Vorstellung ist eine Over von Richard Wagner in Aussicht genommen. •* Der 91 uiomobil»b erfall, der vor kurzem, wie mir meldeten, auf das Automobil des Fabrikanten Josef Kren ter zur Nachtzeit an der NeHbrücke verübt wurde, hat jetzt seine Aufklärung gefunden. Die Gendarmerie Hat sich des Falles sehr energisch angenommen und die beiden Täter fcstgestellt. Beide, von Beruf Arbeiter, Haben schon mit dem Gefängnis Bekanntschaft gemacht. Einer war von Anfang an geständig und entschuldigte sich mit Betrunkenheit, der andere leugnet noch immer. In dieser Woche werben weitere Untersuchungen von dec Staatsanwaltschaft angestellt. Man kam dadurch auf die Spur der Täter, daß der Wirt der Gafi.- wirtschast »Zur NeHbrücke" aussagte, in der bewußten Nacht seien vier angetrunkene Arbeiter nach 12 Uhr in seine Wirtschaft gekommen und hätten Bier verlangt, seien aber von ihm hinauSgewiesen worden. Zwei von diesen müßten die Täter gewesen fein, da niemand weiter zu der Zeit in der Nähe mar. *♦ Aerztlicher Fortbildungskurs. Der im Wintersemester 1913/14 stattfindende ärztliche Fortbildungskurs an der Universität Gießen beginnt am 22. -Okt. abends von 5—7 Uhr mit einem Vortrag von Geh. Rat Bostroem über: „Neuere praktisch wichtige Fragen der allgemeinen und speziellen Pathologie". ** Ernennung. Ter Großherzog hat den Hauswärter im nördlichen Kollegiengebäude, Ludwig Wirth, zum Kanzleidiener bei dem Ministerium des Innern mit Wirkung vom 1. Lktboer 1913 ernannt. Landkreis Gießen. Z Nieder-Bessingcn, 19. Oft. Für oa§ verstorbene Gemeinderatsmitglicd Haas und die auSscheidenden Mitglieder Schröder, Walter und Olemotz findet übermorgen die Ergänzungsmahl statt. Man sieht dieser Gemcinde- ratswahl, mozu eine ganze Anzahl Kandidaten aufgestelll worden ist, mit Spannung entgegen. Kreis Büdingen. — Ober-Widders heim, 20. Okt. Hier sand die Wahl eines Beigeordneten statt, bei der anstelle des wegen vorgeschrittenen Alters zurückgetretenen Heinrich Karl Eifer dessen Sohn Karl Eiser, Land- und Gastwirt, gewählt worden ist. --Nidda, 19. Okt. In einem Fackelzug zogen am Samstag abend die hiesigen Vereine und Schulkinder aus die Beunde. Dort wurde ein Freudenseuer an gezündet: Forstmeister Dr. Schütz hielt die Festrede. Darauf folgte Kommers. Am Sonntag zogen die Kriegervereine von Mdda, Kohden und Unter-Schmitten in Parade zum Festgottensdienst, in dem Pfarrer Werner die Festpredigt hielt. Nachmittags um 2 Uhr bewegte sich ein großer Festzug mit Musikbegleitung zur Gäusweide, wo die Feierlichkeiten fortgesetzt wurden. Den Schluß des Festes bildete eine allgemeine Feier in Krafts Saalbau: hier hielt Oberst z. D. Weimer die Festrede. Tiefen Eindruck machte das Theaterstück „Aus großer Zeit". Lebende Bilder, Lieder des Vereins Sängerkranz und des gemischten Chors sowie Musikvorträge der NiddaeFeuerwehrkapelle sorgten für Abwechslung. = Ortenberg^ 18. Ott. In dem benachbarten Torte W a l l e r n h a u s e n ist ein Schul streik ausgebrosten, weil ein neuer Lehrer dort fest angcftcUt worben ist. Die Leute wollten den bisherigen Vikar begatten und schickten dem neuen Lehrer ihre Kinder nicht zur Schule. Von der Großb Kreisschulkom- mission Büdingen weilten gestern .Kreisrat Böckmann und der Kreisschulinspektor in Wallernhausen, um die Angelegenheit zu untersuchen. Kreis Alsfeld. r-. Maulbach, 20. Okt. Am 18. Oktober wurde durch die Schulkinder im Beisein des Schulvorstandes eine Freiheitslinde gepflanzt und den Kindern Brezeln ausgeteilt. Am Abend bewegte sich ein stattlicher Fackel- und Lamvionzug nach der Anhöhe vor dem Ort, wo ein mächtiges Freudenfeuer abgebrannt wurde. Chor- und gemeinsame Gesänge sowie Ansprachen von dem Pfarrer, dem Lehrer und einem Kämpfer von 1870 erzeugten lebhafte Begeisterung. Der Festgotte sienst am 19. Oktober c*3X von den Vereinen mit ihren Abzeichen besucht. Ein Famil "bür-.d im Saale von Wirt Schneider, ber mit Gesängen und Deklamationen der Schulkinder ausgeschmückt war, beschloß die F st -tage. In der letzten Versammlung sprach Lehrer Döhn über die geschichtlichen Vorgänge im Jahre 1813 und Pfarrer Wörißhoffer über Scheun- horsts Wirken. Kreis Friedberg. O Friedberg, 20. Okt. Eine Kreislehrerkonferenz, die erste unter dem Vorsitz unseres neuen Kreisrates Freiherrn Schenk zu Schweinsberg, wird hier am 30. d. Mts abgehalten werden. fc. Friedberg, 20. Oft. In Nieder-Flor stabt siegten bei ber © e in e in b e r a tSir» a h 1 bie sozialbemo - kratischen Kandidaten Lux mit 180, Koch mit 176 unb Scherer mit 171 Stimmen. h. Groß-Karben 20. Oft. Die am Samstag vollzogenen 6^ e m e i n b e r atswa h le n brachten den vereinigten bürgerlichen Parteien den Sieg. Die sozialdemokratischen Kandidaten unterlagen mit einer Minderheit von 40 Stimmen Vilbel, 21. Okt. Sonntag, den 9. Nov. I. Js. veranstaltet der Ausschuß für Volksvvrlesungen im Saal zum Pfau wiederum einen der geliebten Theaterabende des Rhein-Mainischen Verbandstheaters, wobei die „Lustigen Weiber von Windsor" zur Aufführung kommen. Butzbach, 20. Okt. Am Samstag abend versammelten sich die Vereine der Stadt, das hiesige Bataillon zu einem Fackelzug nach dem Sckranzer, wo das Feuer abgebrannt wurde. Der Vorsitzende des Kriegervereins, Mebizinalrat Dr. Vogt, hielt eine Ansprache. Nach Absingen des Liebes „Deutschland, Deutschland über alles" begaben sich die Vereine in den Hessischen Hof zu einem gemeinschaftlichen Kommers. Hier hielten Hauptlehrer Storch, Pfarrer Loos und Dr. Vogt Ansprachen. Die Gesangvereine Eintracht und Orpheus verherrlichten die Feier. Gestern abend wurde das Bühnenspiel „Deutsch und frei" aufgesührt. Der Kirchenchor und Fräulein Bangert verherrlichten den Abend durch Gesang und ein Schüler durch Deklamationen. Starkenburg und Rheinhessen. h Offert bad), 20. Oft. Bei außerordentlich starker Beteiligung wurden heute bie Stadtverordnetenwahlen vollzogen, bei benen bie 23 sozialdemokratischen Kandidaten mit einer Mehrheit von durchschnittlich 50 Stimmen den Sieg über die vereinigten bürgerlichen Parteien davontrugen. Infolge dieses Wahlergebnisses besteht die Stadtverordneten- Vcrsammlung nur noch aus Sozialdemokraten. Kreis Wetzlar. = G r u nt b (i d), 20. Okt. Am Samstag morgen trugen die Schulkinder einige patriotisck)e Lieder vor. Lehrer Bott hielt die Festrede. Abends wurde Feuerwerk abgebrannt und ein Freudenseuer entzündet. Darauf hin traf sich alt und jung bei Sang, Tanz und Müsikvorträgen im Gellerschen Saale. Am Sonntag war Kirchgang. Im Anschluß daran wurdd eine Crinnerungslinde gepflanzt, wobei Pfarrer Bö- mel aus Rodheim, Lehrer Bott und Bürgermeister Krauskopf Ansprachen hielten. <6erid)t»faaL Breslau, 20. Okt. In der Breslauer Sittlichkeitsaffäre wurde vor ber ersten Strafkammer unter dem Vorsitz des Land- germüSdirettors M u n dr v gegen 10 Angeklagte wegen Vergehens gegen > I cv Aos. 3 des Reickisstrafgesetzbuchs verhandelt. Es erhielten der Geschäftsführer Goldschmidt drei Jahre, der Musiker K a 11 c r und der Schlosser Menzel je ein Jahr, der Schneider K u u z neun Monate, ber Versicherungsbeamte Grollmus, der Büstenfabrikant Wiersbitzki und der Kaufmann Kusche- lewski je sechs Monate, der Kaufmann Bender-Berlin sieben Monate Gefängnis. Ter frühere Student Wiedemann und der Zahnarzt düfred Schindler wurden fretgesvrockxn. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft* Zur Einweihung des neuen Karlsruher Per- sonenbahnhofes hatten in der großen Schalterhalle des neuen Aufnahmcgebäudcs sich am Montag vormittag 9 Uhr eine große Anzahl geladener Gäste cingcfunben. Nach einer Begrüßungsansprache des Finanzministers Tr. R h c t n b o l b > der vor allem darauf hinwies, daß die Frage der Neugestaltung der längst unzureichend gewordenen Verkehrsanlage durch die Inbetriebnahme des neuen großzügig angelegten Bahnhofes nun endgültig gelöst fein dürfte, gab der Generaldirektor der badischen Staatseisenbahnen Staatsrat Roth einen Rückblick über die Entstehung der Anlage, die in der Nacht zum Mittwoch auf Donnerstag dem Betrieb übergeben id erben soll. Die Gesamtkosten des Bahnhofes betragen 35 585 000 Mark. Nach dem Ergebnis der bisherigen Berechnungen kann ermattet werden, baß der Voranschlag eingehalten wird. Nachdem noch Geh. Oberbaurat Kräuter eine Erläuterung ber Gesamtanlage, Oberbaurat Speer eine solche der Gebäudegrundrisse und der Erbauer des neuen Personenbahnhofes Professor Baurat Stürzen acker einen Ueberblick über bie Fassadengestaltung unb die Raumausschmückung des Auf- nahmegebäubes gegeben batten, schloß sich ein Rundgang an, der Gelegenheit bot, die großzügige Anlage in all ihren Teilen kennen zu lernen. Nach dem Rundgang wurden den Gästen, 200 an ber Zahl, in dem vornehm ausgestatteten Wirtschaftsraum Er- frisdnirgnt ger.-i'-tt. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgcmeinöc. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Donnerstag, den 23. u. Freitag, den 24. Oktober 1913 Lanbhütienfest-Endc. 8. Tag: Vorabend: 5.15 Nhr. Morgens: 8.30 Nhr. Nachmittags: 4 Nhr. 9. Tag: Vorabend: 6.00 Uhr. Jugendgottesdienst mit Predigt. Morgens 8.30 Nhr. Sams tag, den 2b. Oktober 1013: Vorabend: 5.00 Uhr. Morgens: 9 Nhr. Nachmittags. 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 6.00 Uhr. NB. In den Wintcrmonatcn beginnt der MorgengottcS- dienst am Sabbath um 9 Nhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Tlittiuoch, den 22. Oktober 1913: Morgens: 6.15 Nhr. Donners tag, bett 23 und Freitag, den 24. Oktober 1913 Schlnßfest und GefetzcSfreude. 1. Tag. Vorabend: 5.00. Morgens: 8.00. Nachmittags: 4.00. L. Tag. Vorabend . 6-00. Iugcndfeicr. Morgens: 8.00. (Sabbat b feie v am 25 Oktober 1913: Vorabend: 4.45. Morgens: 8.30. Nachmittags: 3.30. LabbathanSgang: 6.00. Wochengottesdienst: Morgens: 6.30, abends: 7.30. Wetteraussichten in Hessen ülr Ththvod), den 22 Lkt. 1913: Meist triib und wolkig, Regemälle, mild, westliche Winde. vermischte-. * Die Löwcnjagb in Leipzig Leipzig,20. Ott. In der vergangenen Nacht suhr ein Wagen der elektrischen Straßenbahn in ber Blücherstraße auf einen Tier wagen bes Zirkus Barnurn auf, ber nach bem Vahnlwf gebracht wurde. Der Zusammenprall war so stark, daß acht Löwen entweichen konnten, von benen fünf im Laufe der Zeit durch die Polizeibeamten erschossen wurden Unter den zahlreichen Straßenvastauten ent stand eine furchtbare Panik Zwei Löwen entsohen nach der Mockauer Richtung, während ein dritter sich in der Gegend dess Plösener Weges aufhalten soll. Seitens der Polizei ist sofort eine umfangreiche Streife veranstaltet worben. Ein Löwe sprang durch die Tür des Hotels Blücher die Hoteltreppe hinauf und verursachte eine Panik. Ein französischer Gast des Hotels Blücher erzählte einem Berichterstatter des „Leipziger Tageblatts", daß er, bereits schlafend, an feiner Tür ein furchtbares Mtafren hörte. Er öffnete die Tür unb sah vor sich ben Kopf des Löwen. Noch schlaftrunken, hielt er bas Tier zunächst für ein Kalb, bis er plötzlich in jähem Schreck bie Wirklichkeit erkannte. Auch eine Tarne, bie gerade ihre Schuhe vor die Tür stellte, geriet durch bas Erscheinen bes Tieres in große Erregung. Soweit bisher fcstgestellt werben konnte, sinb Menschen nicht verletzt worben. ^Turch ben Ausbruch ber Löwen geriet natürlich bas ganze Stabtviertel in große Aufregung. Durch Zurufe unb Angstschreie ber Menschen bröhnte bas Gebrüll ber planlos umberirrenben Löwen. Schnell würbe bic Feuerwehr alarmiert, bie mit Hilfe von Polizeimannschaften unb Angestellten bes Zirkus eine regelrechte Jagb aus bic Tiere veranstaltete. Ein Löwe überfiel bas Gejährt einer Möbeltransportfirma unb brachte mehreren Pf erben gefährliche Bisse bei. Inzwischen verfolgte man bie in ein Hotel eingebrungenen Löwen unb jagte sie bis auf den Boden, wo fie ‘ eingefangen wurden. Auf die Löwen wurden ungefähr 150 Schüsse abgegeben. Die Dompteuse versuchte vergeblich, bie Tiere zu retten unb ihr Totschießen zu verhindern. Ein anderes Tier bedrohte einen Straßenbahnwagen. Die Passagiere brängten in bas Innere bes Wagens, wo sie sahen, wie sich bas Tier aut eine Droschke stürzte. Der Kutscher hieb verzweifelt um sich, worauf bas toütenbc Tier vom Pferbc abließ unb floh. Der ganze Vorgang würbe badurch hervorgerufen, baß ber Wagen bes Zirkus zu nahe am Straßenbahngleis stand unb ber Führer des Straßenbahnwagens wegen des herrschenden Nebels den Mc- nagcriewagen nicht sah. Es wird noch gemeldet, daß ein Tier auf einen Auto-Omnibus kletterte, wieder heruntersprang und schließlich ivteber auf den Omnibus sprang, wo er dann herunter* geschossen wurde. Der Schaden soll ungefähr 80—90 000 Mark betragen. ff. Intimes vom König Georg. In einem neu erschienenen französischen Buch, das den sonderbaren Titel „Aus bem Fenster eines Klubs" führt, werden das Privatleben unb die persönlichen Neigungen des Königs Georg folgendermaßen geschil dert: „Ter König ist in seinem Privatleben der einfachste und ruhigste der englischen Gentlemen. Er ist einer der häuslichsten Männer, ber nachsichtigsten Väter und immer bei guter Laune in dem intime« Kreise feiner Familie. Nach feinen Kindern, die ihm das höchste auf ber Welt sind, gilt seine Liebe der Landwitt- schaft. Wenn er die Zeit gehabt hätte, sie lange praktisch auszuüben, so wäre er ein ganz hervorragender Landwirt geworben. Er wäre aber nie ein großer Jäger geworben, ba er sich nicht viel für bie Jagd interessiert unb auch nicht sonderlich gut zu Pferde sitzt. Je älter er wirb, gibt sich ber König regelmäßigen Leibesübungen hin. Er reitet jeben Morgen, solange er in Lonbon wohnt unb spielt täglich einige Partien Tennis. Dem Golfspicl kann er keinen Cfaschmack abgewinnen. Früher interessierte ihn bas Billarbipiel. Er brachte es barin bis zu Serien von 20 Stößen: ober sein Eifer für bicses Spiel Jjat etwas nachgelassen. Jetzt ist bas Schießen sein bevorzugter Sport, in bem er Hervorsticht. Ter König ist überaus nüchtern. Er liebt den Chamvagner nicht. Sein Getränk besteht nur ans einem Fingerhut voll ^Weißwein ober Whisky, mit einem mounierenben Wasser gemischt. Ter Mönig schätzt ben englisckren Käse sehr. Er ißt ihn zu jeder Mahlzeit. Er raucht täglich 12 leichte Zigarre«. Seine StaatsvNlchten lassen ihm wenig ;3eit zum Lesen. Aber wenn er ein Buch znr Hand nimmt, so ist es nie ein Roman, sondern mentens eine Rcise- schilderung ober ein Memoirenwerk. Er verfolgt nut Juimcrfjam* feit alle Berichte der geographischen Gesellfckw'ten." * Explosion in Berlin. Tie Morgenblätter melden aus Berlin: Aus no chnicht aufaeflärtcr Ursache erfolgte gestern nachmittag in der Landsberger Allee in einem Hause, in bem ber Agent Schwarz hauptsächlich mit Zelluloidkragen und ähnlichen Ware» predigt. 'er 1913: ' bcr Morgengottes- l feier. ober 1913: 108440 sofort gesucht. 2lstcrweg 2. ßii uerm. in Cbcrirhniittc» IC931 4 Zimmer zu Vermieten. 08443 Lüden u. dgl. \ Frische C7io zu verkaufen. 08420 Schellfische 16699 vermieten. Pens. Ihm Telephon 819. Webt. Ruhr Broich. 81«/>. 6. 7. 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Zig." meldet aus Berlin: Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird vom Prinzen Ernst August nicht mehr verlangt werden, als was er bereits in den von ihm abgegebenen und veranlaßten Erklärungen geleistet hat. Er wird bei seiner Thronbesteigung seine bisherigen Erklärungen dem Sinne nach feierlich wiederholen und jedermann zu verstehen geben, daß er ein verfassungstreuer, deutscher Bundesfürst sein werde. Ein formeller Verzicht auf Hannover wird von ihm nicht abgegeben werden. rllschast. der 1913: Klavierunterricht erteilt Marie Müller „ geb. Köhler Marburger Str. 27II Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gießen. Geländeverpachtnng. Montag, 27. Oktober, nachmittags 2 Uhr beginnend, werden nachfolgende städtische Grundstücke au Ort und Stelle meistbietend verpachtet: 1. um 2 Uhr 5 Grabstücke in der Gröhe von etwa 400 qm in der Slephansmark in der Nähe der Bleichstrahe, 2. um 2Vs Uhr 2 Grabitücke in der Gröhe von etwa 180 qm in der Nähe des Güterbahnhoses, 6 Grabgärten verschiedener Gröhe zwischen dem Wetz« larer Weg und der Bahn, 3. um 3 Uhr 1 Grabstück von etwa 6^0 qm auf dem Hamm, 5 Grabstücke von etwa 500 qm Gröhe im Neustädter Versteigerung. Mittwoch, den 22.dS.Mts., nachmittags 2 Ubr, werden in dem Saale 9teit stadt 55 versteigert: [6980 Möbel all. Arten, mehrere Zimmereinrichtungen, ein Büfett, 1 vollständig. Bett, 1 Pianino, 1 Kastenwagen In och neu), 1 Partie Hüte u. Mützen, 1 Partie Schubwaren, Stoffreste, Hemden, Jacken, Schürzen, 1 eiserne Truhe lAltertum), 1 Gasherd, 1 Badewanne mit Ösen, ein 3-türiger Aktenschrank, 1 Dezimal- und 1 Taselwage, 1 Schreibmaschine, 2 Oesen, 1 Hund mit Hütte, 2 Faß Lack, ein Fas; Sikkaliv, 2 Fahrräd., 1 Partie Lederwar. u. v. a. Gei hl er, Gerichtsvollzieher. Crchr Ladciim.Ziiimr u. Lagerräumen verl.Januar 1914 eventl. früher zu vermieten. Näh. in der Geschäfts- stelle des Gieh. Anz. [6961 Feld hinter dem Schlachtbof, 4. um 3Vs Uhr 1 Acker in der Gröhe von 10o8 qm am Wihmärer Weg, 5. um 4 Uhr 1 Grabstück m der Grohe von etwa .400 qm bei der früher Euler'scheu Besitzung au der ^lemstraße. um 4V. Uhr 1 Acker von 1269 qm auf dem Sand bei der Militär-Schwimmanstalt. _ um 5 Uhr 2 Grabstücke an der Marburger Straße, auf der Warte und nm Galgeuberg. Die Zusammenkunft ist auf der Bletchstrahe an der Kreuzung mit der Stephanstrahe. B*1/» neifiöe. !N 24 pF ? nöc’ L ol)etl913 Koisimereii Giessen u.Umg. 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Gegen den Ritualmordprozeß in Kiew. Berlin, 21. Okt. Um gegen die Ritualmordbeschuldigung in Kiew zu protestieren, hatte der Reichsverband der deutschen Juden gestern abend zwei Versammlungen einberufen, zu denen der Andrang so groß war, das; schließlich sechs Versammlungen abgehalten werden mußten. Tie in ihnen angenommene gleichlautende Entschließung erhebt feierlich Einspruch gegen die ungeheuerliche Beschuldigung, daß es Juden gäbe, die zu religiösen Zwecken Menschenblut verwendeten. Gouverneur Sulzer. New Bork, 21. Okt. Die Progrcssisten des sechsten Bezirks in New Bork hat den ELciouverneur Sulzer als Kandidaten für die Wahl zur ersten ,Vrgislatur nominiert, die am 4. November stattfindet. etc. etc etc. Lose ä 3 Mk. 10 Lose 28 Mk. Porto und Liste 30 Pfg extra empfiehlt die Generalagentur Eberhard Fetzer, Stuttgart Friedrichstraße 56. Zu hab. bei den Kgl. Preuss. Lotterie - Einnehmern und bei all. durch Plakate kenntlichen Vcrkaufsstell. [ss,8/10 ----- 4 ev. 5 Z.-W. m. 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Der zehnjährige Knabe sprang mutig in das Springtuch. Der sechsjährige Knabe wurde angeseilt und von einem Feilerwehrmann herabgelassen. Tie Frau wagte den Sprung nicht und siel in eine Ohnmacht. Schließlich kam sie aber wieder Mm Bewußtsein und nun gelang es, sie durch ein schmales (Vensterchen einer Speisekammer des zweiten Stocks herunter- zulassen. Als sie von der Feuerwehr untersttiht in das Springtuch springen wollte, glitt sie ab und siel dabei im ersten Stock auf eine Jsolicrglocke der dortigen FernsprcchlUtung. Alle drei an Ranchvergiftung Erkrankte wurden sofort mit Offiziersautomobilen nach dem Krankenhaus gebracht. Ter Agent hatte sich allein in .Sicherheit gebracht. Er hat schmerzhafte Brandwunden im Gesicht, am Hinterkopf und an beiden Händen davongetragen. Tie Flammen konnten mit großen Schlauchleitungen auf den Stock beschränkt werden. Die Ursache des Brandes wird auf ihworfiebtigkit zurnckgeführt. Das Feuer soll in einem Schaler neben einem Kachelofen entstanden sein. Die Panik unter ben Mietern war deshalb so groß, weil sich starker Qualm entwickelte. * l! st 0 lncksfall bei einer Filmaufnahme. Eine .vumiabrik wollte einen Automobil Unfall aumchmen und batte zu diesem Zwecke zwischen Schildhorn und Pichelswerder em altes Automobil mit mehreren Puppen besetzt. Man wollte es dort die steil abfallende Chaussee hinuntersausen lassen. Unten angekommen sollte es sich überschlagen und in den See stürzen. Tas automobil sauste programmgemäß den Berg hinunter, während fucken der Operateur dicht neben der Chaussee den Vorgang'ilmte. Der Wagen überschlug sich gegen das Programm am Wassel nicht, sondern wurde von der Chaussee abgelenkt und überrannte den Operateur. Verloren X -wischen Licbigstr. u. Bahnhof eine Borstecknadel tsilb. Pferdchen». Geg. Belohnung abzug. Gntcubergstr. 25 I. Gänse! Enten! 1913 Frühbrut, ausgew. und federvoll, lief. unt. Garantie leb. 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