272 Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal r»öchenklich •itSffttSömifienblätier; y»euTia( ivädjentLKrttS: färben XreirSiehrn (Dienstag uni> Freitag); zweimal monatl. Land »irtschaftliche Seitfra-en Fernsprech - Anschlüsse: 'nr die Stedaklwn 112, Derlag u. Expedit>oic 51 Adresie sür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 165. Jahrgang Mittwoch, 19. November 1913 General-Anzeiger für Oberhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. ..... „ .... . — . . *, ... . Kurt Bendt: sür den Redaktion, Erpedttion und Druckerei: Zchulstrahe 7. Anzeigenteil: H. Beck. VezugSpretS: monatlich75Bs., vierteljährlich Mk. 2.20; biittb Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel» jährt. ausschl. Bestella. Zeilenpreis: lokal löPft. allswürts 20 Pfennig« (Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für deo polit. Teil: Aug. Goetz; für »Feuilleton*, »Per- mischtest und.GerichtS- saal": Karl Neurath; für .Stadt und Land"' Die heutige Nummer umfaht 12 Seiten. Tageskalcnder aus -cm Jahre 1813. 19. No vembcr. Ter Kurfürst tron Hessen kehrt nach 7jähriger Verbannung nach Kassel zurück. Das Ergebnis der Gießener Stadtverordnetenwahlen. Giessen, 19. November. Heute nacht gegen 2 Uhr war die mühevolle Zählarbcit aus der Bürgermeisterei beendet, und wir konnten eine halbe K5tunbc später durch ein Extrablatt folgendes Ergebnis verkünden: Es wurden gewählt: Auf 9 Jahre: ■r r Stimmen -Haberkorn, Dr., Julius, Stadtverordneter . . 2257 Ktrn g spor, Adolf, Kommerzienrat 2207 Petri II., Louis, Stadtverordneter 2089 Müller, E. H. Schreinermeister 1972i S ch m c ck e n b e cher, A., Landgerichtsdirektor . . 1911 Heichelheim, Sigmund, Stadtverordneter , . 1910 "Diehl, Johannes, Schneidermeister .... 1876 P l a n k, Wilhelm, Stadtverordneter . .... 1858 Noll,11., August, Kaufmann ....... 1743 Wenzel, Fritz, Eisenbahnhandwerker. .... 1704 Meyer, Hans, Architekt * 1659 Wachtel, Fritz, Amtsgerichtsrat .... 1643 Auf 6 Iahre: Noll, Adolf, Kommerzienrat, Fabrikant . . , 1564 Jnderthal, Christian, Fabrikant .... 1372 Auf 3 Jahre: ; Fourier, Heinrich, Geschäftsführer .... 1322 Haggenmüller, August, Reallehrer .... 1321 Brück, Franz, Hoflieferant, Möbelhändler. . . 1304 Außerdemerhielten Stimmen : Müller, Valentin, Lehrer 1294 Beckmann, Georg, Kontrolleur 1277 Linden st ruth, Heinrich, Schmiedemeister . . 1209 Noll, Heinrich, Geschäftsführer 1155 Lentz, Albert, Rechner . . . 1149 Andre ä, Rich., Geschäftsführer . ..... 1126 Hornberger, Wilhelm, Fabrikant. .... 1109 Frensdorf, Carl, Kaufmann 1107 Rahnefeld, Albert, Gastwirt ...... 1045 M üller, Paul, Diplom-Ingenieur. .... 1022 Fischer, Martin, Lehrer .' 953 Zorn, Karl, Schreibgehilfe 940 iPfaff, Joh. Georg, Bauunternehmer . - » . 736 Von 5169 Wahlberechtigten erschienen 3589 an der Urne. '(53 haben demnach 70 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, gegen 82 Prozent bei der letzten Stadtverordnetenwahl. i Das Ergebnis hat allgemein überrascht, denn man hatte auf eine große Stimmenzersplitterung gerechnet, die dem sozialdemokratischen Stimmzettel hätte zugute kommen müssen. Und ganz anders ist es gekommen! Die Vorschlagsliste der vereinigten liberalen Parteien hat einen guten Erfolg davongetragen, denn nur zwei Kandidaten, die darauf genannt worden waren, sind nicht gewählt worden, nämlich Lehrer Fischer und Schreibgehilfe Zorn; alle übrigen wurden gewählt. Auch der Bürgerverein kann mit einiger Befriedigung das Feld übersehen: wenn ihm auch die Abänderung der liberalen Liste bei seinen vier Streichungen und Abänderungsvorschlägen nicht geglückt ist, so hat er es doch erreicht, daß einer seiner vier Ersatzkandidaten, nämlich Fabrikant Jnderthal, auf 6 Jahre gewählt wurde. Der Wettbewerb der Lehrer Fischer und Valentin Müller endet nach dem vorläufigen Ergebnis mit beider Mißerfolg; man hatte dies vermuten können, denn zwei Volksschullehrer zu wählen, konnten sich nur wenige entschließen, wenn auch die beiden Herren sich des allerbesten Ansehens erfreuen. Dagegen hat das Schulwesen in Reallehrer Hag gen-, müller einen Vertreter erhalten, und im neuen Stadtparlament werden demnach drei Schulleute sitzen, neben Herrn Haggenmüller noch die Herren Pros. Urstadt und Jann. Von dem Wettbewerb zweüer Arbeiter auf der liberalen Kandidatenliste hatte man in weiten Kreisen gleichfalls einen Mißerfolg erwartet. Daher wird es vielfach überraschen, daß der Eisenbahnhandwerker Wenzel mit einer so hohen Stimmenzahl auf 9 Jahre gewählt worden ist. Daß die Kandidatur Wenzel von manchen Kreisen so ungerechtfertigt scharf angegriffen worden war, hat ihr offenbar gerade genützt! Die große Mehrheit der fortschrittlichen Parteimänner Gießens will mit dem unliberalen iAuftreten der Oppositionsleute, die hiuber einigen Versammlungsrednern gestzanden haben mögen, offenbar nichts zu tun haben, und der Appell des Parteiführers Geh. Justizrats Metz hat eine durchschlagende Wirkung gehabt. Wir kommen zur sozialdemokratischen Lifte. Sie hat sich gegenüber der Einigung des Bürgertums zu keinem großen Erfolge durchringen können, und die Genossen, die in der öffentlichen Versammlung am Samstag so zuversichtlich sich gebärdet hatten, sehen nun auch ihre Felle fortschwimmen. Die Wahl des Schneidermeisters Diehl hat die Sozialdemokratie dem Entgegenkommen der liberalen Parteien zu danken; von ihrer eigenen Liste ist es nur dem Genossen Fourier gelungen, auf 3 Jahre ein Mandat zu erhalten. Wie wir übrigens hören, ist es möglich, daß bei einer genaueren Nachrechnung in den Wahlbureaus unter den Namen der auf drei Jahre Gewählten eine Veränderung eintritt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Herr Lehrer Valentin Müller oder Herr Kontrolleur Beckmann (Soz.) an die Stelle eines! der von uns vorläufig als gewählt Bezeichneten tritt. Schon heute aber darf man beim Ueberblick über das Gesamtergebnis seine Freude darüber äußern, daß die Mehrheit der Gießener Wähler politisch verständig vorgegangen ist, und daß jener von uns wiederholt betonte Gesichtspunkt der Notwendigkeit eines einigen Vorgehens der beiden großen bürgerlick>en Parteien über die Sondererwägungen den Sieg davongetragen hat! Das trägt angenehme Hoffnungen auch in die Zukunft hinein. Die Wahlbeteiligung war zwar weniger stark als vor 3 Jahren, wo die aufgewühlten Leidenschaften auch die Reserven der Wahlberechtigten an die Urne schleppten, und gestern haben von 5169 Wahlberechtigten nur 3589 von ihrem Rechte Gebrauch gemacht, das sind 69,4 Prozent gegenüber 82 Prozent im Jahre 1910. Allein das ändert nichts an der erfreulichen Tatsache, daß man den 3589 Wählern im allgemeinen das Zeugnis politischer Reife ausstellen kann. Das Bürgertum hat sich nicht blamiert, und hoffentlich werden die neuen Stadträte gleichfalls diesen frischen Wind in die Ratsstube tragen, wo er eine Aera der Stimmenthaltungen ein für allemal unmöglich machen muß. Noch einige statistische Bemerkungen, soweit sie heute schon möglich sind. Es war uns nicht möglich, von der Bürgermeisterei die üblichen Angaben über die Zahl ringe» strichener und abgeänderter Zettel zu erhalten. Wie aber sieht das neue Stadtparlament nun aus? Wir haben endlich die von der Städteverordnung verlangte Zahl von 36 Stadtverordneten erreicht. Die Stadtverordneten, die nach der Wahl im Jahre 1910 die Geschicke Gießens lenkten, verteilten sich nach ihrer polittschen Gesinnung wie folgt: 16 Fortschrittler, 9 Nationalliberale, ein Rechtsstehender, 2 Parteilose, 3 Sozialdemokraten. DiejetzigeBersammlungsetzt sich wie folgt zusammen: 18 Fortschritt her, 10Nationalliberale,2Rechts stehende, 3 Parteilose und 3 Sozialdemokraten. Morgen, wenn auch die Namen der für drei Jahre Gewählten sicher feststehen, wird es Zeit fein, das neue Parlament nach den darin vertretenen Berufsständen zu durchmustern und Vergleiche anznstellen, wie sich die Zusammensetzung der Stadtverordnetenversammlung in dieser Beziehung geändert hat. Auf einen Stimmzettel wurde folgendes Gedicht fest- gestellt: Als Stadtrat ohne Furcht und Tadel, Gerüstet mit ei'm großen Schnabel, Als Jongleur mit Zahlenmaterial Im Durcheinander ohne Wahl, Als Weltverbesserer modernen Stils, Fürs Wohl der Stadt versprechend viel, Möcht' ich ins Stadtkollegium haben Gern I. P. G., den weißen Raben. Vielleicht das Sprichwort wird zu Nicht An ihm, das von dem Ratsherrn spricht, „Der klüger von dem Rathaus kam". Auch hofft ich, ist er mal im Amt, So, kommt ihm endlich der Verstand, Daß, wer Broschüren schreiben will. Es sachlich tut, nicht mit Gebrüll! 2Ius der eisernen Zeit. Nach Leipzig im Lazarett. Viel Not und Elend war es, was die trüben Novemberwochcn vor 100 Jahren den Siegern von Leipzig brachten. Blücher schrieb damals an den Zaren Alexander, daß seine Truppen hungern müßten und ihm nichts übrig geblieben fei, als ihnen die Plünderung zu gestatten; und in den Lazaretten lagen die Verwundeten, denen aus dem blutgetränkten Felde der Völkerschlacht das Schicksal den Heldcmod nicht gegönnt, vielfach im bejammernswürdigen Zustande, ohne daß ihnen wirksame Hilfe gebracht, ohne daß ihre Leiden gelindert wurden. Einen Einblick in die Schwierigkeiten der Krankenpflege, dies traurigste Kapitel der damaligen Krieosführung, jgcwährcn die Berichte, die Geh. Rat Julius v. Pflugk-Harttung in seiner an interessanten .Dokumenten überreichen Sammlung bisher unveröffentlichter Akten aus den Archiven, „Leipzig 181 3" iF. A. Perthes, Gotha), mitteüt. Sofort nach der Schlacht bei Leipzig erhält der Geh. Kriegsrat v. Haerlem durch ein Reseript Hardenbergs vom 22. Oktober 1813 die Oberaufsicht über die verwundeten Krieger, „welche so viel nur irgend möglich, nach Altenburg und Chemnitz gebracht werden müssen". Zugleich wird der Oberbergrat Reil vom König Friedrich Wilhelm beauftragt, „die Leitung der Spitäler der verbündeten Armeen am diesseitigen Elbuftr zu besorgen". „Daß Looß unserer braven Krieger ist schauderhaft", schreibt er am 24. Oktober an Hardenberg, den er um Hilfe bittet, „sie liegen zum Theil noch unverbunden, ohne Lagerstätte, in offene Räume, ohne gehörige Nahrung". Biele der kranken und verwundeten Kriegsgefangenen werden nach Berlin gebracht, von tert aber sofort weiter befördert. „Da wir diese Kranken unmöglich hier behalten können," meldet der Generalchirurgus Gracse, _„|ic sogleich weiter schicken müssen und pothwendig durch das beständige Ankommen jird) Absenden im Lazareth am Brandenburger Thore große Unordnung entstehen muß, auch man auf d.iesck Art jene Unglücklichen ganz unnöthig einen bedeutenden Umweg machen läßt, so ersuche ich inständigst: durchaus keine kriegsgefangenen Kranken mehr hierher zu schicken, sondern sie olle von da unmittelbar mit der nöthigen Annonce nach Zehden abgehen zu laßen." Das Lazarett in Altenburg erweist sich als völlig ungenügend; es müssen überall in kleineren Oertern Spitäler eingerichtet werden, und manch braver Offizier, der sich auch als Invalide noch nützlich machen will, legt da mit Hand an, wie der Leutnant Langner, der am 8. November dem König aus Köthen berichtet: „Ein kleines Lazareth hatte ich hier bereits etabliert; es faßte aber nur höchstens 200 Mann Gemeine, und mehrere blessierte Officiers liegen hier zum Theil noch in hiesigen Bürgerhäusern." Er bittet um Uebertragung der Direktion dieses Lazarettes. Die Spitäler in der Nähe der Oder werden nach einem Bericht des Stargarder Militärgouverneurs vermehrt und auch „die jenseits der Oder bclegenen vorpommerschen Städte müssen alle disponiblen Räume dazu hergeben." In Stargard selbst kann man keinen Kranken mehr uMerbringen und wendet sich bittend nach Berlin, „wo dick großen Lazarett-- irnd Kasernengebäude doch gewiß an 20 000 Kranke fassen können"; Eäme von dort nicht Hilfe, müsse man die Verwundeten „dem traurigsten Schicksale Überlassen, welches zu verhindern, so lange es zu verhindern ist, doch Pflicht und Menschlichkeit gebieten". Die Organisation der Lazarette ging sehr langsam oonstatten, und besonders hatte man augenscheinlich in der Wahl des prakttsch unerfahrenen Bergrates Reil einen Mißgriff getan, worüber sich der Generalchirurgus Graefe bitter beschwert. Die Untersuchung so mancher dieser Spitäler lieferte das entsetzlichste Resultat, wie es ausführlich in einem Bericht vom 13. November von Zerbst gemeldet wird. Das Lazarett im Schießhaus ging noch an, wenn auch die Kranken „einstimmig über Vernachlässigung der erforderlichen Reinlichkeit rücksichtlich der Wäsche klagten, es der Lokalität mangelte und namentlich in dem großen Saal an Ofen zur Heizung". Viel schlimmer stand es in dem Lazarett im Arbeitshause und in dem im sog. Rephuhnschen ©arten. „Es ist in allen Zweigen unter aller Kritik", heißt es da. „Die in allen Krankenstuben herrschende Luft ist bis zum Erdrücken verpestet. Lagerstellen existieren darinn nur wenige, und die da rinn beftndlichen sind botter Unflath und Ungeziefer. Abtheilungen der Kranken der verschiedenen kriegführenden Mächte finden gar nicht statt: Russen liegen unter Preußen und Schweden usw., die befangenen feindlichen Truppen waren zwar größtentheils von den Verbündeten abgesondett, wurden aber in einem die Menschheit empörenden Zustande gefunden. Todte lagen noch unter Lebendigen in halb verpestetem Stroh ohne Bekleidung verschüttet, und über schlechte Beköstigung, Aufwartung, vernachläßigte Behandlung ärztlicher Seits wurde nur eine Stimme geführt. Zwey Außvärter wurden z. B. nur im ganzen Hause, das mit 152 Kranken belegt war, an getroffen, und mehrere sind auch dazu nicht angenommen, selbst die Aerzte beklagen sich über Mangel an. Dienstpersonal. Der Mangel an Aussicht spricht sich»überall aus. Selbst die Medikamente werden für ganz entgegengesetzte Zwecke angewandt." Des weiteren wird festgestellt, daß „mir fiir eine kleine Anzahl von Kranken gegentoärtig erst die unentbehrlichsten Geqenstände vorhanden sind " Ueberall fehlte es an Chirurgen und Krankenwärtern, und ein ebenso tüchtiger wie sachverständiger Mann wie Graefe mußte in seinem Bericht an Hardenberg am 21. November konstatieren, zu Leipzig und Halle die Krankenpflege aus eine empörende Weise vernachläftigt erschien". * « Nobelpreis der Literatur. Hinsichtlich der Behauptung, daß ine Verleihung des diesjährigen Literaturpreises an Tagorc anstatt an Rosegger auf die slawische Agitation zu- rückzuführen sei, wiederholt das Swenska Telegrambyran die fatei gorischen Versicherung des Sekretärs der schwedischen Akadeinie, daß solche Behauptungen vollständig grundlos sind. Selbstverständlich ließ sich die Akademie ausschließlich von literarischen Gesichtspunkten leiten ohne den geringsten Einfluß eines ungehörigen Druckes von außen. Dr. Alfred Jensen erklärt auch bestimmt, jeglicher Agitation gegen Rosegger fernzustehen, von dessen Name während des Aufenthaltes Dr. Jensens in Agram, und Laibach niemals in Gesprächon mit politischen und literarischen Persönlichkeiten die Rede gewesen sei. — Eine neue Vier-Männerposse. Jin Hamburger Carl-Schultze-Theater hatte, so schreibt unser Korrespondent, eine Posse „Der Jux bar o n", deren grotesken Unsinn vier Autoren zusammengettagen haben, den üblichen lauten Erfolg. Die von Hermann Haller und Pordes Milo erftindene Handlung, in der ein Landstreicher die Rolle eines eleganten Kavaliers zu spielen hat und natürlich allerlei wüsten Unfug stiftet, hat Willy Wolff mit einigen Gesangtexten verziert, deren zweifelhafte Güte das lachlustige Publikum entzündete. Die Musik von Walter Kollo paßte sich dem Niveau des Schwankes virtuos an. — Ein Lustspiel von dem Dichter des „Taifun". Aus München, 16. Nov., wird uns geschrieben: Im Schauspiel hause wurde gestern das dreiaktige Lustspiel „Tante Rosa" von Melchior Lengyel aufgeführt. Die Ausführung war freilich nur für Deutschland Uraufführung, die wirkliche war schon m der Heimat des Verfassers. Es ist ein geschmackloses und roh gezimmettes Machwerk, das uns in die recht schmutzigen Verhältnisse einer verarmten Familie blicken läßt, durch deren vereinte Bemühungen ein reicher junger Gimpel als Ehemann für die Haustochter eingefangen und deren voreheliches Kind dem Bräuti- gam als sein eigener Sprößling unterschoben wird. Tie Witze, die der Verfasser dabei anbringt, bewegen sich meistens auf einem in guter Gesellschaft nicht gern behcuidelten Gebiete und werden durchs ihre wiederholte Anbringung im gleichen Wottlaut nicht geniest barer. Die moralisierenden Reden einer schlauen Bäuerin, der ^ante fRofa, wirken im Zusammenhänge mit dem lasziven Ton der ganzen Posse — diese Bezeichnung wäre richtiger, als der viel zu anspruchsvolle Name Lustspiel — in hohem Grade abstoßend, Mil Ausnahme jener in der Minderzahl beftndlichen Zuhörer, denen die Späße, die am dicksten aufgetragen werden, am besten gefallen, verließ man schweigend das Haus. H. B. — Kostbare Auiographen. Aus New York wird berichtet: Eine Anzahl außerordentlich interessanter historischer Auto- graphen aus der Kolonialzett Neuamerikas kam in diesen Tagen in Albany mit der Versteigerung der bekannten Handschriftensammlung Thacher unter den Hammer. Für den von dem ersten General direktor Neuhollands im Jahre 1630 unterzeichneten Vertrag, Seuifcbet Neicd. ^er fr t Uhr hielten König Ludwig III. von Bayern und Kronprinz Rupprecht ihren feierlichen Einzug in die Stadt. Ter Empfang durch die B.'völserung war sehr herrlich. Die hohen Herrschaften begaben sich durch die reich- geschmückten Strotzen zum Schloß, wo Hoftafel zu 70 Gedecken stattfand Um 4 Uhr begaben sich der König und dar Kronprinz zur Schwärzwildjagd nach Rohrbrunn im Spessart, wo sie acht Tage verweilen werden. Tie bayerische Zivilliste. Ter Finanzausschuß der bayerischen Kammer der Abgeordneten hat nach längerer Beratung, in welcher die Vertreter der einzelnen Parteien nochmals ihren Standpunkt darlegten, den Antrag der Regierung auf Erhöhung der Zivilliste mit 9 gegen 6 Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen angenommen. Die Gemeinderatswahl in Jena. Aus Jena wird berichtet: Die Auszählung der bei der Gemeinderatswahl am Montag abgegebenen Stimmen ergab, daß die Liste des Bürgerausschusses mit großer Mehrheit glatt gewählt war. Die Sozialisten haben sieben Sitze verloren. Ausland. Das Befinden des Oberstleutnants von Winterfeldt. Aus Grisolles wird gemeldet: (General Poline, der neue Kommandeur des 17. Armeekorps besuchte am Dienstag vormittag den deutschen Militärattache Oberstleutnant von Winterfeldt, dessen Zustand sich gebessert hat. Der französisch-deutsche Zollkongreß wurde am Dienstag in Paris eröffnet: er ist vom französischen in Gemeinschaft mit dem deutschen Handelskomitee veranstaltet worden. Der Kongreß hörte zuerst den Bericht des Generalsekretärs Lucien Coguct über die Zolluntersuchung, die von dem Komitee veranstaltet worden ist und gab sodann dem Wunsche Ausdruck, daß man deutscherseits, um die Frei heil im Handelsverkehr zu fördern, auf den guten Willen der französischen Regierung eingehen möge im Geiste der B c r föbnung, damit die Regelung der augenblicklichen Zoll schwierigkciten zum Wohle der beiden Länder erleichtert würde. Der Kongreß beschäftigte sich darauf mit der Frage der Echtheit von Ursprungsbezeichnungen und gab dem Wunsche Ausdruck, die französische und die deutsche Regierung mögen Berhandlungen aufnehmen, damit sobald als möglich in den beiden Ländern ein Verfahren in der Be Handlung der Ursprnngsbezeichnung eingeschlagen werde, das Heherrscht fei vom liberalen Geiste der beiden großen Grundsätze: Der Gegenseitigkeit im Zollwesen und der Loyalität im Verkehr. Zahlreiche Handelskammern und Genossenschaften find auf dem Kongreß vertreten. Mittwoch sollen die Arbeiten fortgesetzt werden. Die Wahlreform in Frankreich. Die französische Kammer nahm in ihrer Sitzung am Montag mit 350 gegen 216 Stimmen den Paragraphen an, der besagt, daß jeder Wahlkreis auf 22500 eingeschriebene Wähl r einen Abgeordneten wählt und darüber auf je den Bruchteil, der größer als 11250 ist, gleichfalls einen. Der Minister des Innern Klotz erklärte, dies vermindere die Zahl der Alme- ordneten auf ungefähr 520. Die französische Kammer nahm am Dienstag mit 333 gegen 225 Stimmen das gesamte Wahlreformgesetz in seiner neuen Gestalt an. Der zweite internationale Kongreß zur Regelung des Zollwesens wurde am Dienstag nachmittag in Paris durch den Unterstaatsselretär im Finanzministerium, Bonrely, eröffnet, welcher die Vertreter der fremden Regierungen mit einer Ansprache begrüßte, in der er ausführte, daß eS angesichts der von Jahr zu Jahr verwickelteren und strengeren Zollbestimmungen notwendig sei, die Interessen des internationalen Handels möglichst zu schonen. Ein solches Ergebnis könnte nur durch eingehende allseits von gutem Willen erfüllte Erörterungen und durch den Ausgleich einander bisweUen direkt widerstreitender Interessen erzielt werden. Die Errichtung eines Kaiser-Franz-Jo sef-Denkmals der Dreibundvölker. Aus Wien durch den die Indianer den Kolonisten Rensielaerswock Maiwr lauf weise überließen, ^ourden 6640 Mark bezahlt. Tas Dokument ist in holländischer Sprache geschrieben. Für einen Bries Pierre le MopneS, des Begründers von Lonsiana, der im März 1699 die Mündung de- Mississippi erreichte, wurden 880 Mark angelegt 1700 Mark erzielte ein vom 7. Mai 1679 datiertes Dokument, bas die Unterschrift Louis Jolliets trug, der gemeinsam mit Mar ouettc als erster Weißer den Mississippi sah. Ein zwei Seiten langer Bries von George Washington sand für 1100 Mark einen Käufer und ein französisch geschriebener Brief des Eroberers von Quebec, des Generals James Wolle, wurde mit 960 Mark bezahlt — Kuriosa aus der Newyvrkcr Briefmarken- a Umstellung. Der nicht in die Geheimnisse der Munft des Markensammelns ängenxibte Laie, den eine Vanne vielleicht in bieicn lagen durch die einzigartige Remvorker Briesmarleuau^ stellnng führt, mag oft den Stoor ftbflttdn. ivenn er hört daß dieses 'oder iene» kleine blaue oder rote Blättcfau Papier dem Beuver einen Scklw bebeiitet, von dem nvber (Mb, viel Geld noch gute Worte ibn freiwillig trennen tonnen. Und auch die Miß tflihiln-tb Dawson. bte im Jahre 1851 in Loudon in der Gfrvri) Street 253 nwbnte, würde - wenn fie noch lebt und davon erführe -- erstaunen, datz der Bries, den sie 1851 von ihrem damals in Hawai lebenden Bruder erhielt - nein, nicht entxi der Brief, sondern nur der Umfdü.ia mit den zwei ’^rici- marken, beute einen Werl von rund 40 000 Mark darstellr befoildere Shiriofitdt aber zeigt man dem Unkundigen zwa Mauritius-Marten aus dem Jahre 1847. In iencm Jahre gab der OVouwmcur einen großen Baü, zu dem er mm Einladungen an Freunde nach England schickte Der Zufall wvlltc, daß gerade an ienem tage die Pvst die ersten in Mauritius gedruckten Marken auSgab. Jn der folgenden Rächt zerstörte eine Sturm- flut das nabe am Strande liegende Postamt mit all den neuen noch nicht aabgegebenen Marken. Allein der Postdampfer war schon abgefahren und so waren die beiden einzigen neuen Man imuymnrfen, die der Gouverneur nur durch besondere Vcrgün Innung von dem Posthaller erhalten hatte, der Matamrm en gangen und gerettet Die de,den kleinen bunten Paw Üuckche« »cpräsentierrn beute ein Vermögen von rund 75 000 Mk. wird gemeldet: Beim Präsidenten des österreichischen Abgeordnetenhauses Sylvester findet am Mittwoch nachmittag die konstituierende Versammlung zur Errichtung des Kaiser-Franz-Josef-Monumentes der Drei öundnationen statt, an der auch der Vizepräsident des deutschen Reichstages Dr Paasche tecknehmen wird Auch der italienische Abgeordnete Gras Boltolini hatte dtesdezüg- !ich bereits eine Besprechung mit Sylvester. Es besteht die Absicht, aus Anlaß des 65jährigen Regierungsjublläums Kaiser Franz Josefs am 2. Dezember 1913 für den Friedcns- fürsten, Friedenssfifter und Friedensförderer Kaiser Franz Josef I. in Wien, dem natürlichen geographischen Zentrum des Dreibundes, em Huldigungsmonument zu erpichten, in dem die Völker der Treibundstaaten dem einzigen überlebenden Begründer dieser segensreichen Allianz den Tank für die Segnungen des Bundes aussprechen sollen. Nach erfolgter Konstttuierung des Komitees sollen die bedeutend sten Künftler der Monarchie, des Deut- s^chen Reiches und Italiens zur künstlerischen Fassung des Planes herangezogen werden. Tem vorbereitenden Komitee schlossen sich bisher außer bedeutenden Persönlichkeiten Oesterreich-Ungarns deutscherseits an Vizepräsident Tr. P a a s ch e, Geh. Hofrat R e n 6, Geh. Re- bierungsrat Schäfer und Bantdireltor Sobernheim, wrner der italienische Abgeordnete Graf Boltolini. Tr. Paasche konferierte bereits mit den Partcfi.m des ungarischen Reichstages und wird sich auch nach Rom begeben, um sich mit den italienischen Parlamentariern zu besprechen. Zu der Konferenz bei Sylvester sind Vertreter aller bürgerlichen Parteien geladen. 3n der russischen Reichsduma haben die Pro- greif iften einen Gesetzentwurf eingebracht, durch welchen festgesetzt werden soll, daß die Mitglieder der beiden Kammern für Reden die, sie in Ausübung ihrer parlamentarischen Mandate halten, gerichtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden dürfen. Ter Gehilfe des Justizministers sprach sich im Namen der Regierung dagegen aus und trat für den bestehenden Zus. , d der gerichtlichen Verantwortlichkeit ein. Vom Aus,i and der Indier wird aus Turban gemeldet: Am Dienstag morgen war alles ruhig. Beinahe alle Indier haben die Arbeit niedergelegt. Der Ausstand hat sich südwärts ausgedehnt. Tie Mehrheit der in der Ex- fiosivstoffabrik Kynoche beschäftigten Arbeiter haben die Arbeit niedergelegt. Aus Stadt und Land. Gießen, 19. 9tooember 1913. Ist der Staat in Bad-Nauheim kommnnalstcuerpflichtig? Zu unserem Artikel in Nr. 265 haben wir noch zu )em Teil, der die Gewerbesteuerpflicht des preußischen Eisenbahnfiskus behandelt, nachzutragen: Jn der Tat war nach dem hessischen Gewerbesteuer- gesetz der preußische Eisenbahnfislus der Geinfinde gegen* über gewerbesteuerpflichtig. Eisenbahnsahrttinternohmer an den Hcniptstationen unterlagen der Bestimmung des Tarifs 1. Klasse Abteilung Eisenbahnfahrtunternehmer an den Nebenorten mit Bahnhöfen berjenigen des Tarifs 2. Klasse Abteilung B; das hat sich mm geändert. DaS am 1. yHril 1913 in Kraft getretene Gesetz, die Gemeindeumlagen betreffend, statuiert in Artikel 8: Der Gewerbe st euer unterliegen nicht 3. der Betrieb von Verkehrsanstallen durch Verbände deS öffentlichen Rechts. — Die Motive bemerken hierzu, der Betrieb erfolge nicht, um einen Gewinn zu erzielen, es empfehle sich deshalb nach dem Vorgang einer Reihe von anderen Staaten, diesen Betrieb frerzulassen, zumal die Feststellung des in den einzelnen Gemeinden ar beite nbeu 2lli- age- und Betriebskapitals wenigstens für einen Teil des- elbeit nahezu undurchführbar fei. Eine derartige Regelung erscheine übrigens um so unbedenklicher, als das unbew-sa- liche Anlage- und Betriebskapital, das wohl regelmäßig den größeren Teil darstelle, selbstverständlich der Steuer vom Grundbesitz unterliege. Der preußische Eisenbahnfiskus ist daher nach den Be- timmungcu des Gemeindeumlagegesetzes mir noch grundteuer- und einkommensteuerpflichtig. ** Tageskalender für Mittwoch, 19. Nov. Stadt- theater: »Wilhelm T e l l", nachmittags Uhr; »Film- j a u b e r', 7x Uhr abends. Kolosseum: Paristö-Vorstellungen, nachmittags 4 und abends b Uhr. • ' Der Groß Herzog hat den Kreisrat des Kreises Friedberg Hermann Freiherrn Schenck zu SchweinSberg ür die Dauer de? dermalen von ihm bekleideten Amtes zum Mitgliede deS VerwaltnngSgcrichtShofeS ernannt. ** Stadtverordnetenversammlung. Zu der am Donnerstag, den 20. November, nachmittags 4 llhr, statt- indenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen der Anleihe von 1901. 2. Äittei- langen. 3. Umbau des Hauses Gartenstraße 1 (Loge). 4. Bau' liche Veränderung an der Scheuer des Wilhelm Seipp III. im alten Feld. 5. Bebauungsplan für die Straße von der Stein- nach der Dammstraye. 6. Bebauungsplan für die Schwarzlach und Enteignung von O^etänbe. 7. Aufteilung des Troßschen Geländes. 8. llebevtaffimg eines Bauplatzes an das landwirtschaftliche Institut in Erbpacht. 9. Anschluß der Zementivarensabrit von Sack und Jughardt in Heuchelheim an die Ueberlandcmlage. 10. Anschluß der Gailschen Dampf- iegelei an das Elektrizitätswerk. 11. Beschwerden der Viehländler wegen des Vormarktes und der Beibringung von Ursprungszeugnissen. 12. Befestigung des Viehmarktplatzes. 13. Verlängerung der Gleisanlage von Dänninger. 14. Vertrag mit der Eisenbahn über den Gleisanschluß an der Mar garetenhütte. 15. Gaszuleitung zum Haus Seltersweg 67 Straßenaufbruch). 16. Rechnung 1912 13 und Voranschlag 1913/14 der LoberStiftung. 17. OSesuch des Wilhelm Schultes um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hanse Walltorstraße 6. 18. Desgleichen des Wilhelm Schmid für Ost-Anlage 15. I •• Stadttheater. DaS Gastspiel von Friedrich Kayßler und Helene Fehdener vom Lessingtheater in Berlin in »RoSmcrSholm* findet befnmmt am Mittwoch, den 3. Dezember flott. Die Künstler haben wegen der früheren Abmachung mit Gießen ihre Mitwirkung in einer Berliner Uraufführung abgesagt. Hoffentlich entspricht der Besuch bei Vorstellung der Bedeutung deS 9lbendö und den Opfern, die die T^rektren für dieses Gastspiel bringen muß. •• Deutscher Frauenverein vom Roten Kreuz Wie man unS schreibt, findet der von dem Deutschen Frauen, oeiem vom Roten Kreuz für die Kolonien. Abteilung Gießen geplante Vortrag an'ialt am 13. Dezember erst am 29. Januar 1914 statt und wird daS Thema und Vor- ragender noch bekannt gegeben werden. ** Eifersuchtstat. In die Gießener Klinik wurd« am Dienstag nachmittag mit schweren Schußwunden tut Leibe der 23jährige Kart Jakob Ledermann aus Lichj gebracht. Jn Lich war er morgens gegen 5 Uhr von eine« Äbcnduntcrhaltung gekommen und halte sich mit einem Mädchen im Schloßganen aus einer Bank niedergelassen., Dori wurde er gegen 5 Uhr morgens von dem 25jährigen, don seiner Frau getrennt lehendcn F. überfallen, der ihm aus Eifersucht mit ei item Revolver drei Schüsse beibrachte. Ter Schwerverletzte konnte sich noch nach Hauso schleppen: an seinem Aufkommen wird jedoch gezweifelt. Ter Täter wurde verhaftet und hat die Tat eingeftanden. Unseren Anzeigenkunden zur gefälligen Beachtung. Um den größeren Anzeigen für die Samstagsnummer eine sorgfältige Satzausstattung zu sichern, empfiehlt eS sich dringend, die Aufgabe ein bis zwei Tage vorher zu bewirken. Bei der großen Menge der Anzeigen kann nur bei rechtzeitiger Bestcllmig eine wirkungsvolle Anordnung gewährleistet werden. Verlag de; Siebener Anzeiger;. Landkreis Gießen. --- Harbach, 19. Nov Ter Gemeiilde,chafhirt Kaspar Schäfer II. tritt vom 1. Janriar 1914 ab in den Ruhestand. Er ist seit seinem 14 Lebensjahre als Schafhirt an- gestellt und steht jetzt im 92. Lebensjahre. Kreis Lauterbach. z. Sichenhausen, 16. Nov. Die Frau des Ludwig Kältenschnee hatte heute einen Topf mit kochendem Wasser auf den Fußboden gestellt, zugedeckt und das Zimmer .«verlassen. Plötzlich wurde sie durch Hilferufe ihres zweijährigen Kindes zu schnellen Schritten angetrieben. Als sie das Zimmer betrat, sah die arme Mutter« ihr .Kind mit beiden Füßen in dem kochenden Wasser» stehen. vDas Kind hatte sich entsetzlich die Füßchen ver-i brannt. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 16. Nov. Die Wahl zur Stadtverordnetenversammlung endete mit dem Siege der bisherigen Stadtverordneten, szerd. Damm, P. Dietz, Karl Skriba,LLopp und K. L o t h. h. Vilbel, 18. Nov. Der (Seineinberat beschloß die 9libbarcgnlieriing von der Eisenbohnbrücke ab talwärts. Weiter genehmigte er auf Antrag, daß fortan alle Gemeinderatssitzungen öffentlich abgehalten werden. Hessen-Nassau. O Biedenkopf, 18. Nov. Der, Minister hat unserem Gcjchichtsverein die erbetenen Mittel für den Ausbau der Museums räume im Schlosse bewilligt. h. Stillen häufen, 18. Nov. Der zmeijährige Sohn des Bergarbeiters Jung stürzte beim Spielen in einen Rubel kochenden Wassers und verbrühte bei lebendigem Leibe. h Bad-Homburg v. d. H., 18. Nov Landrat a T von: Brüning foal dar Stadl jur Verschönerung fa s Kaper Wilhelm-' Jubiläumsparkes einen koubarcn Monumentatbrunneni genistet, den die Stadtverordnetenversammlung in ihrer heutigen' Sivrmg mit ivarmemf Dank annabm. — D.e Stadtverordnetenversammlung beschloß die Iffnniühnmg der Wintertrinkkur in dem Kurhause und bewilligte für die dazu notioen- digen Einrichtungen 2000 Ntark Ter Nassauischen Landesbank nnirbe die Beschasfung eines Teilbetrages von 50000 Mark der zum Bau des Mineralivasser-Behalters bcivilligten Anlnfa' übertragen. Der'Zinsfuß beträgt 4>, Prozent, der jährliche TilgmiqS- satz iy* Prozent. fanöwidfebaft 8. Leihgestern, 18. Roo. Jn unserer Gemarkung tritt in diesem Jahre der Frostspanner sehr stark auf, das zeigt sich durch den starken Behang der von einzelnen !2bstzüchteru an den Bäumen anaeleqten Llebgürtel. So lange indeb die Bekämpfung dieses Schädling« nicht gemeinfam von allen Obflbaumbefihem durchge'ührt wird, ist auf einen Erfolg nicht zu rechnen, und es wäre nur zu wünschen, daß hier von der Gemeinde geeignete ZwangSiuaßregeln ergriffen würden. (ßcriditsfaaL tfi. Gießen, 18 Nov. Kriegsgericht der 25. Dix>v sion. „W eißc Mäuse" wollten die Musketiere Hch. Stucke, Julius Meier und Joses Georg vvn der 3. Kompagnie unsere» Regiments, drei „alte" Leute der Handwcrkerstube, dem Rekrutc« Hofmann nachts ins Bett setzen. Sie zogen nach Zapfenstreich in die Rekrutenslube, rissen dem Bedauernswerten die 21ettdeckv fort und zogen ihm mit der Klopfpeitsche einige Hiebe über die Beine. Die Angeklagten wollten die vom Regiment kurz vor Eintritt der jungen Mannschaft besonders den alten Leuten streng verbotene Tat nur verübt haben, weil ihnen Hofmann auf der Handwertorslube großschnäuzig und frech bczzegnet sei. Sie gestanden ul das Berfack gekannt zu haben. Das Urteil lautete wegen Ungehorsam und ge- meftlschaftlich verübter KörperverleNung auf 1 Woche Mittttarrest. *— Der Rekrut Musketier Start Süß Von der 7. Kvmpagnic des 116. llns.-Regts. hatte wie alle die junge Mannschaft, am 29. Dfc tobet das Gewehr erhalten und mit auf die Stube genommen, inrt eS sich einmal an zu sehen. Er hatte einige Tage vorher zufällig eine Platzpatrvne gefunden, vvn der er annahm, sie sei bereits abge- säiosscn. Et steckte die vermeintlich leere Hülse in die Waffe und drückte ab, wobei er einen Kameraden so schwer verletzte, daß er inS Lazarett kam und 3—4 Wochen keinen Dienst tun Toiuihe. Das Kriegsgericht erkannte aut 10 Tage Mittelarrest. — Dee Rekrut Schmidt, ein Bayer, von der 10. Kompasmie des 116. Inf - Retö.. hat vor seinem Diensteintritt in dem württembergii'chen Städtchen Feiningen abends nibefiörcnbcn Lärm verursacht und Widerstand geleistet. Tas Urteil lautete wegen Widerstands zügs • F^ese1 j WÄSCHE-FABRIK Saxlehner's Bitterquelle HUNYADI MM3 Gegen Verstopfung, gestörte Verdauung, Fettleibigkeit, Blutandrang, etc. Gewöhnt. Dosis: 1 Wasserglas oolL Heute morgen x/j3 Uhr verschieb unser Liebling (09270 Heuchelheim, den 19. November 1913. 7540 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden und für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück sagen wir innigsten Dank. Dank auch dem Gesangverein für den Vortrag feiner schönen Lieder. Frau Carle und Kinder. Heinrich Wahl und Frau. Gießen lFrcmkf. Str. 125), am 19. November 1913. Tie Beerdigung findet Freitag nachm. 3 Uhr statt. Heinrich im Alter von 6 Monaten. Dies zeigen tiefbetrübt an Herzogl.BaugewerkschuleHolzminden. fjodjbau “ür Tiefbau J,““. Sommerunterridjt 2. April. Reifeprüfung, roinlerunterrldjt 15. Oktober. DU Ijerzogl. BaugeroertfdjuU Ift m.6.Kgl.Prcti6.Sd)ulcn glC4djs«|teUL u.LMkartchtln in Boxcalf u. Chevreauleder gg für dieStraßeu.Gesellschaft |jj| in bequemen mod. Formen. |y Beste Fabrikate Billigste Preise J 11 n i Frankfurter < H D U »n Jg M 111 ItUiyU Mäusburg 12 BinGfacfen, /bexnorde! ebc_ Habe mich hier als [7452 ärztl. geprüfte Wochenbett- und Krankenpflegerin niedergelassen. — Uebernehme auch Nachtwachen. Lina Amendt, Steinstrasse 50 I. ■ Versuchen Sie bitte ■ empfiehlt billigst Visitkarten billigst WWSWWb rühl’sehe Druckerei. wilh. llohlermann Küserci, Neustadt 12. ; Heinrich Driesch ; 8 70 Seltersweg 70 ■ ■ ■■■siiBiamiRM meine feine [ni0 ■ ■ Braunschweiger ■ in den verschiedenen Sorten empfiehlt zu billigsten Preisen H. Trechslev, Z Stcutstratze 48, Tel. 581. Auf Wunsch Frohen. Weit unter Preis 1 Posten Negnlatenre und Frcischwinger ä 16—28 Mk. Wecker sehr billig. Für guten und richtig. Gang einer jeden UHr2Jahre schriftl. 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KA«w*nbe richt des Rechner-- .1 Beschlußfassung über deu Antrag Schmeckenbecher: In 5 28 der Satzungen de« Vereins ist das Wort .gänzlich“ zu streichen. Der S 29 erhält folgende rawiing: Vorstand im Sinne des B. G. B. ist der Vorsitzende, sowie der Schriftführer des Vereins. * Vert#*< des Herrn Prof Dr. Ls^arur: lieber die Germanin de* Tadln«. Gäste sind willkommen. v11/1’ W-Lüker - Vereinigung ©ifjen Mittwoch, den 19. November 1913, abends 8*/« Ubr, im Sonic des Hotel (ftnborn OkffkMcher lortrag mitDiökuffion deS Herrn Pros. Dr. Broda, Paris, Aber: Kopenhagener Weihnachtsteller Ecke Seltersweg Flock strasse M Kunstgewerbehaus Jul.Bach.Hoii. Stücke aus der Königlichen Porzellanfabrik Kopenhagen sind nurallein inderVer- triebsstelle derselben zu erhalten. Vorausbestellungen derselben zu !N empfehlen ai»/n „Are religiöse Weltkrise" (Eintritt frei! lv"/nl Der Vorstand. lli-PeisiiBär-teanalMg. Die Grosth. Hessischen Aitvensionäre, deren Witwen, die vensionierien Kehrer und Lehrerinnen werden hiermit dringend eingeladen Dlv/n Mittwoch, den 26. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, in der „Stadt Pfungstadt“ in Darmstadt recht zahlreich erscheinen au wollen. Ta^eN-Ordnung: Wichtige Beschlnirsassnug über die Wahrung unserer berechtigten Interessen, über deren Schik^ial brkanul lid) am 2. Dezember d. I. endgültig in der 5kammer entschieden werden soll. Darmstadt. 17. November 1913. Der Vorstand. NW» Bahnhofstrasse 34 tate uni! größtes Lichlspiel-taler am Platze! Eigene erstklassige Künstler - Kapelle I Heute preussischer Buss- und Bettag: GroOes Riesea Festpropmin Allen voran! Der große Sensation« - Film (prachtvoll koloriert!) DerTodesturm Schauspiel in 3 Akten nach dem berühmten Roman von M i I a n d o N a n i. Es sind wohl wenige Bilder erschienen, die solches Aufsehen erregen werden, wie dieser Film, welcher einen neuen Beweis vou der Originalität und Leistungsfähigkeit der Kinematographie derstellt. Technisch hochinteressant an diesem sensationellen Film iet auch der Umstand, dal die Leuehtturru- szene (Verlassen des Turmes auf einem hoch über den Fluten hängenden Tau. das mit dem unten harrenden Schiff in Verbindung steht) von den Abkömmlingen des berühmten Klontiin» gespielt wird, der einst auf einem gespannten Seil über die Niagarafälle schritt. Sie Rosen te Herrn Düte AmerikanlM-hcr Komödien Schlager 1. Ranges Madura und seine Umgebung Herrliche, prachtvoll kolorierte Natur-Aufnahme aus dem Wunderlande Indien. Bas neueste Pathe-Journal Berichterstattung aus aller Welt. Das Kind iler Wildnis Amerikanisches Wildwest Drama mit herrlichen Naturaufnahmen. il! Einlage! hl tendlatlien Wunsch 3 Tage prolongiert: Die Suffragette In der Hauptrolle der berühmteste aller Klnostome: Ästa Eieisen ••••♦•••••••••♦•••••••••••« • ••••••«••••e••••••«••••*•♦*••••••... ; NB. In unserem Theater brauchen große Hüte r : nicht abgenommen zu werden, da Dank der ! : vorsüglichen architektonischen Anordnung der i • Sitereihen man von Jc«lem Platxe aus das : • Bild bequem sehen kann. Die einzelnen Ab- r r Stufungen der Sitzreihen sind In unserem Theater : r so hoch, daß ein Versperren der Aussicht durch • ! besetzte vordere Stuhlreihen vollständig aus- r r geschlossen ist. |7SM r äuBApwrafc viereckig und rund Xenntadt 56 Teleph. 660 mit drehbarem Fleischgestell, beste u. praktischste Räucherei für jeden Haushalt empfiehlt J. B. Häuser Stranae 42. Vertreter gebucht. »»/ Hin lür eleklrischeo o. ÄQSfükraDg von Anligei znm Anschluss an die eiektr. Ueberlandzentralen --Voranschläge kostenlos. ...... Viehfutter-Schnelldämpfer m. 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Sude gegen 10*, Ubr. le' „ •W- Der Gesamtauflage der heuligen Nummer liegt ein Flugblatt der Firma Bial & Freund in Breslau )ei, aus daS hiermit besonders aufmerksam gemacht sei.