Die heutige Nummer umfafot 12 Seiten. des td) in ir den Königsbaues Tir ftaiferiti und bic H'ömgtn begaben nach ihrem Eintreffen in den ofthdien Thronsaal durdi 21uslatiD. Dclcasfe in Paris. Nach einer Meldung der Äaence Havas ist der französische Botschafter in Petersburg, Del- e ass«, am Montag in Paris eingetroffen, ummitderRe- gicrung Fühlung zu nehmen. Tie Ankunfl der deutschen Offiziere in konftantiiiopef. Tas türkische Äriegsmimsterium rid>- late an alle Armeekorps ein Rundschreiben, in dem es heißt, bag General Üimo von Landers für die Dauer von fünf Fahren in türkische Dienste genommen sei als (Sbef der Reformmission. Er »verde das Mommanbo des I Armeekorps, bas in Konstantinopel und Umgebung liegt, übernehmen, außerdem werde er Mitglied des Kriegs- rars sein. Tas Kriegsministerium veröffentlicht ferner ein vom 27 November datiertes Frode des Sultans, welches bas am 28. Oktober abgeschlossene Abkommen über die deutsche Milikörmission sanktioniert. Rach Informationen aus diplomatischen Kreisen Wiens hatte der Schritt der Vertreter der TriplcEntente hanptsächlid, bie Anfrage zum Gegenstand, ob die Dardanellen undder Bosporus unter 2lus Meriko. Mexiko, 15. Dez. Nichtamtliche Depeschen bestätigen die Nachricht von per Niederlage der Auf st ändi- scheu bei Tampico. Tie Aufständischen nahmen alle Lo- komotiven und Wagen der Eisenbahn mit sich. Tie Bundes iruvven berichten, daß 800 Aufständische getötet ioorden seien, ehe sie sich aus der Reichweite der Geschütze retten konnten. Es wird keinerlei grober Sachschaden gemeldet. Spalier der Vctbgarbc unb der xwrtfdnerc Eier wurden von den Pnnzcffimien des Königlichen Hauses und Palastdamen erwartet Der Kuiser und der Mtönig trafen um 11.30 Uhr ,n der Residenz ein. schritten die anderen Prinzen schloffen sich der Fahrt nadi der Residenz an Tas Kaiserpaar bewohnt in der Residenz die Raume Nach einer Depesche aus Elpaso. weldie die Bertchtk amerikani'dier, deutscher und spanischer Flüchtliiige wieder- gibt, ist General Billa tati'äd>l»ch der Diktator von Lbi huabua. Er wies die Forderungen der Vertreter des Aus landcs zurück und brmädihgte sich des Eigentums der Aus länder, das auf Mill. Dollars geschätzt wird. 20 Mexiko n e r Hot er b i n r i ch t e n lassen. (General Villa bat die oustandischen Kaufleute wissen lassen, dost f»e große Tum men zur Unterstützung der Redellen zu zahlen haben. Tie „Tribuna" meldet aus El Paso 300 deutsche Flüchtlinge sind aus Ehibualma wer eiiigelrojsrrn. Front der Ehrenlompognie ab und begaben sich dann gleich falls zur Begrünung zu den Prinzessnmen In den Straften der Stabt bildeten Veteranen- und 'tnegernereme Spalier Aus dem Mar-Josefs Platz hatte hdi bie Studenten d) at un Wichs mit Föhnen und Bannern aufgeuclll Im Hosgartcn stand die Ingendvereimgung „Wehrkraft" Am Vormittag ,nachten der Kaiser unb die Kaiserin dem Königspaare einen Besuch un Wittelsbocher Palais Der Kaiser besuchte unmittelbar nadi seiner Ankunft in der Residenz bie Thcatiner Hofkirche unb legte dort am Grabe des verstorbenen Prinzregenten Luitpold einen Kronz nieder Um 1 Uhr war Familienfrühstück in den Weiften Zimmern unb Marscholltaiel ui den Steu,zimmern Um i Uhr fuhr das Kaiser paar nach dem Wittels badter Palais, um dort dem König unb der Königin und hierauf der Prinzessin Arnulf erneu Besuch abzustatten Das kaiserpoar beiuditc hieraus und) die Prinzessin Therese von Bauern, die Herzogin von Modena und die Prinzessin Klara unb gab bei den übrigen Mitgliedern der Königs- fatnilie ihre karten ab. Um 3 Uhr erschienen der Kaiser unb der König mit dem Gefolge vor dem Neubau des T c u t) d) c |i M u s e u in s an der Isar Die Majestäten besichtigten unter Führung des Vorstandes des Museums mit Reichsrat Oskar v. Miller an der Spitze, zunächst die groften Modelle in dem Modellbaus, schritten dann zu dem riesenhaften Neubau des Hauptgebäudes, wo sie von Emaiiilel v Seidl empfangen wurden, dem bie Durchführung d s Entwurfes des verstorbenen Gabriel v Sei bl obliegt Die gewaltigen neuen Säle und Treppenhallen, lueldie erst im Rohbau fertig sind, wurden nach allen Richtungen burd)fdrritten; n a wurde im Eyrensaal das grobe Iripti)d)on des Münchener Malers W a 11 en Verger beseiten, die Grundstein! ?gnng des Deutschen Museums barftclleub. Tarottf fuhren bie Majestäten zu den Sammlunzten des Deutschen Museums in der Mazimilianstrafte unb besichtigten sic. Um 5».4 Uhr sand bei dem Kronprinzen zu Ehren des Äaqcrpaarcv Tafel statt. ;|u Ehren der Anwesenheit des Kaiserpaares fand heute abend X Uhr im Ho st Heater die Festaufführung des dritten Auszuges der Meistersinger von Richard Wagner statt. Tie musilalische Geltung hatte Hofkopcll- nieifter Röhr. Herr Bender sang den vanS Sachs, Frau Bosetti die Eva und Herr Aols den WaUer Stolzing. Ter Kaiser zeichnete die Vertreter der Hauptrollen mit Ge- jchenlen aus. Der Kaiser verlieh eine grafte Anzahl Auszeich - nunaen, u. a.: den Schwarzen Adler-Orden nebst dem Gros',kreuz des Roten Adler-Ordens dem Prinzen Adalbert von Bauern: dem Ministerpräsidenten Tr. Frhrn. von H e r l l i n g schenkte er seine Bronzebuste. Dcufldw» Zobern n n d s e i n e G a r n i so n. In Jabern madit man sich nun allerlei Sorgen. Es wird von dort berichtete Aus dem Umstande, daft nun and) der Rest der Kasernenbestände des Insanterieregiments Nr. 99 hier geräumt und noch Hoqenou bezw. Bitsch geschidt worden ist, ivollen ge- ivh'fe Zeitungen den Schluss ziehen, dost die 99er tatsächlich hierher nicht mehr zurünkehren und boft ein anderes Regiment hier Garnison nehmen wird. Demgegenüber wird von gilt insorniierter Seite versichert, dost überfeinen bevorstehenden R e g i m e n l S w e d) s e 1 bei der Ge meuibcucrnmltuiig vis letzt nod) keinerlei o f fizielle Mitteilung vorliegt. — Die übermorgen stoltsiiibenbe Gemeinderolssitzung wird sich u. o. auch mit der in Aussicht stehenden G a r n i s o n s v e r in e h r u n g sHierherver- legung der Reitenden Abteilung des Feldortillerie Regiments Nr. 84 Straßburg > zu besassen haben. — Um irrigen Zet- tnitgsmelbnngen voi zubeugen, sei übrigens aufgrunb einer on amtlicher Stelle cingcboltcn Information sestgestellt, daft die Beziehungen zur j e tz i g e n n t e r > m i ft n ck e n G a r n i - son Wachkommando des Straftburger Sochsenregi.ments Nr. 10 » nnier Hauptmann Rammler und der Zivilbevölkerung die denkbar besten sind. Olcgcnteiligc Nachrichten, wonach der genannte Offizier auf der Strafte durch spöttische Zuruse beleidigt worden sei, beruhen aus tendenziöser Ersin« düng. Der I u n g d e u t s ch I a n d b u n d hat gemctnfam mit dem Zentralausschuft für Volks- u. Iugendspiele ein Gesuch betreff- Einfiihrung des obligatorischen Xuruun- terr, chtsan den Pflichtfortbildungsschulen an alle Staotsministcrien der deutschen Bundesstaaten gesandt und den Reichstonzler gebeten, den zuständigen einzelnen Re- gierungen bir Einsührung bes obligatorischen Turm ben Fortbildungsschulen, unb zwar gleidimästig für das männliche und weibliche Geschlecht, warm empfehlen zu wollen. Das Kaifcrpaar in München. Genau vor einem Jahre hat der jepige König Ludwig IU. als Prinzregent die Herrschast in Bayern raiferpaai ivnrde von dem Möuigopaar auf» berzlidiste btgrüstt. Die Kaiserin und die Königin begaben fidi nad) der »tönigluticu Resideiiz trotz des starken Schneetreibens in einem offenen ä la Taumont gefahrenen Sechsspänner. Seitwärts ritt der Stadtkommandant, Generalmajor Goe ringer: der Wagen wurde von einer Eskadron des ersten fdinieren Reiterregiments geleitet. Ter Kaiser schritt mit dem Könige inzwischen die Fron! der Ehreniompagnie ab, hielt bann groften militärischen Empfang ab, begrüpte die im Salon versammelten Herren unb nahm ben Borbeimo renkompagnie ent gegen Der Kaiser und der König Uhren im offenen sechs- jpannigcu Wogen zur Rejidenz Seitwärts ritt LberftalJ- mciftcr Freiherr v Leon rod Eine Eskadron des 1 jchweröii Reiter-Reqiments bildete die Eskorte Tas Publikum tu den festlich geschmückten Straften begrüßte die Majestäirn überall aus das allerherzlichste. Der Kronprinz und die Ht. 295 Lrttes Blatt 165. Fatzrqang Dienstag, 16. Dezember 1915 Sictzencr Anzciger MU General-Anzeiger für Oberhessen tf v ' • 1 1 Run Vendt: für ben bu wnnftÄyS'uu R»< eine tragt ich- Iiffonan; durch dies Qckn begnmt. wie da^ eines kecken und romnnti'dKii Au- rübrers nnd endet wie ixu« eines ,oellabgewandten Einsiedlers Das Geichiechl der La Rochefoncautd.' rühmte sich als inner Ahn berriii der f(bönen Meluiine: e.- gehöne zu den tedmm nach dem be* König So ift denn der nmge Prm, Moreillae. — wie er bi* »um Tode inner Balers die). -dwn mit 13 Jo dem Cbent. mit 15 Fabren ver bei ratet nnd spiel! bald in den Hoimtriguen eme wichtige Rolle Durch inne Schönheit, -rinai Seift und 'ein nlänintfe'- Wesen aewmnt er die oUgemerne lunnerk'amkeit. besonders auch die der Kdntam Anna, der er sich in einer gam romantischen Hingebung werbt Um die Regennn dem E: vft deS ffärbinal Richelieu .11 entziehen. 'oN er darnalr ben odantain- ithon Plan geioftt haben, brr Königin nach Bermel -a ntHübren. um von dort auS (rurfluB auf die Polink ,u gewmnen T;* Um- ftänbe verändenrn die Ausführung dieieS tzvedankenr. aber berGraner des all märt-turn Kardinals »ourde in dir Vanille arneA unz» harar auf leine Güter verbannt In brn Kämmen der Fronde ftand er tarn mit an enter Stelle, aber der rechte Erfolg bheb jjm ven'agr. ES fehlte -hpr taS wrtrnftendc Feuer einer groften Begeisterung Der .Kardinal Rey. der auch ein guter Menschen Fenner inar, -and tu seinem Wesen etwa.- EngentümlicheS, ein anvifses tchnrr zu bearbnirnbe» Etwas Es war inte stme- üxiltiflfcit, die dem Kämoftr den Degen labrntc und bnt Politiker unitchei machte Ter Nachwelt ist taS Rätsel gelöst, mar um La Rocheioucauld mit all feinem ftolint Streben idxuicrtc unb fid) icklieftlich als ein müder resiqiiiener Mami ins Privatleben iurütf- zog Wir haben den Schlnisel in fernen Schriften, nnd es ist ein koiilarer Schlüssel, der hier das komplizierte Räderwerk eines tiefen Genies um> einer feinen Seele offenbar madit Ter Herz.x; bat oft m der Schlacht fein Leben gewagt und doch behauptete er, es gäbe keine Todesverachtuna Er verachtete das Mitleid als „eine Lnbenichan. bie in einer wohlgestalteten Seele zu nichts gilt in", unb bom war er der »irtlich'ie weichste Mensch, dem iedeS Unrecht w Herzen ging Senie Liebeuswürdigknt, feine cnute und Herzlichkeit werden gerühmt, und doch widmete n die lebte Zeit seines Lebens ganz der Aufgabe, bie Hinfälligkeit unb Nichtig- (eit alles deii'rn zu trwnicn. nxis wir Tugend nennen Tas stets uuederkebeende Lenmotw ferner in ihrer Form r e in ihrer 'giodxHixnr w unnachahmlichen Mapimen ist brr eine dktanke bir Ich'uchl ist bie Ouellc alles Tuns und Memens Damit bat er nichts Neues gefügt: feine Zdeen find 10 alt wie die Welt aber mt * ne hier aus der Enahrung fmeS nornehmen irofirt Per fön cninndfli werden, wie iic fine !>ollendete künstlerische Ausprägung erhalten, de._ bedeutet die Gröpe La Rodf foueaulds und macht feine Reine Apbonsmenkammlung .u einem klassischen Werk der Weltliteratur e « - TaS Frankfurter Heine- Denkmal. Aus Frankfurt a M. werd uns geidniebnt_• Wo der grüne An lagenffünct bie Zeil idmetbet, dem Hauptrerkcbr zwar schon ein bTDdxn enrrückt, aber vor cmnn nrvni Prospekt oller Ahmte, steht non auf weif.graunn Stemiockel bie köstliche Bronregruppe, bie frankfurter Bürger ..dem Dichter Heine" germbmet haben. Heines Porträt, übrigens nicht idrr ähnlich, begegnet nur in entern Neinen MedatllonrAief cm der SockelTront. Aber als um die von allen (Irenen geregnete Denkmalsgruppe "elbst bie Hülle fiel, griff unter rewunberndem Schweigen so fort das allgemeine Ge fühl Platz: Heines Beites, die Effen-. seines Wesens, ieiner Dichtung, konnte kaum reiner unb schöner r'mtnnbdblidx werden als -n dreier Gruppe des bmgclagmtn Mädchens und tas Jünglings, der halb fdnrüa, halb tonyt. Auch wer gegen Heine, fei cs mit ober ohne Grund, einiges auf dem Herzen haben mag, must vor Innern Bildwerk sich neigen, tas fo «tetn aus dem Rhythmus der schönsten Heinefcken Lieder gehören zu fein scheint Was alle» man an dem Dichter Heine bewundern muh, _bic vor- bnn unrrbörte Leidiirqkeit der Sprachbftanblung, bic Selbstver- ftänblidifeit des schwebtnden, tanzenden Bbtithmu-.-, bir träumende Schmückt und bic ipielerischr, ort auch spöttische Grazie, cd ,st bi. r mit mtaunluh nbäguQtrm Ausdruck ins Plastifdrc ütn-rlragen. Van oller Erdensckwere befreit, ganz Wohllaut unb beschwingte Elastizität, halb Volkslied, halb Hymnus, Gefühl und (Heift, Jaribnt und Kraft in eines verwoben, ist diese (truppe bei allem sinnlichen Reit, aller streng formalen Schönheit ein ätherisch leichtes Gcdicbt, nn Herne -Lied in Bronze. Georg Kolbe, her Sckiöp'.r des Btldwerks, hat mü tbm alle Hoffnungen erfüllt, bie man sckon int längcrrtn auf thrfni raifiqcn, strengen und gra- ziöic'v Llasnker setzen durfte. Tas Denkmal, dessen Kosten int rth-knthcben Frankfurter Bürger auf eine Anregung der freien Ittcianichen tKefetlschaft bin ausgebraät haben, wurde, rott bereits gemeldet, von Paul Fulda, cmnn Bruder des Dichters Fulda mit schlickten Worten der Stadt übergeben Oberbürgermeister Borg: lieft seine Dankesrede tn bic Worte au^Thngen: Heute war dock an Deutscher: bie Stabt Frankfurt roitb das erste öffentliche Heine-TtUkmal gerne in ihre Obhut nehmen. - Tas erste Konzert nach dem Kriege. Au- Athen wirb uns geidmeben: Unter dem Protektorat der Königin Sophie gab Prosts)or Schaeffer. KonzerNneifttr des Prinzen von Reuft. am 7. Dezember sein erstes dstsiäbrrges Violinkontztin. Tas Programm enthielt das G moll'Konzert Rr. 1 von M. Bruck, troci domon?cn in F unb G-bur von Beethoven, bas T-moll- kanzcit van Bicurternps, Nocturne unb Capriccio von Slunicko. Albumblatt von R Wagner Wilhelm unb trott ungarische Tänzi von Brahms. Die meisterhaft aa'viclttn Stücke fanden bnt lebhaften Beifall der Zuhörer, der sich besonders na'ck dem Vortraq brr Romanzen von Beethoven und der ungarischen Tänze zeigte. Von den mustkgewohmen Tarn dien wurde tas Konzert besonders begrüßt, da es ihnen endlich trnmal roicber einen musikalischen Genuß bot, auf den sie während der Kriegs-eil verzichten mußten. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wisfen- IdiafL Ter 5 I n ter n a 110 n a lc Kongreß für bie F ü r- sorge der Geisteskranken findet vom 8. bis 11. Januar in Moskau statt. Dr'äp M-Ma uoMm Ä 1 & Cü. das Kommando des Chefs der deutschen Militär Mission gestellt seren. Während des diplomatischen Empfangs am Montag hat der Großwesir mündlich geantwortet u.nderklärt, daß Die Truppen an den Meerengen nicht unter das Kommando von üiman gestellt seien. Rumänische Verkehrspläne. Die rumämsche Kammer nahm einstimmig den Kredit von 428 615 481 Lei, zwecks Ausgestaltung der Eisenbahnen an, deren 3590 Kilometer betragendes Netz unzulänglich ist und deren Roheinnahmen von 76 800 000 int Jahre 1909 auf 110 900 000 Lei im Jahre 1912 gestiegen sind. Unter den zu erbauenden Linien sind hervorzuheben: Eine direkte Linie Bukarest-Krajewa, eine auch für Fuhrwerke benutzbare zweigleisige Eisenbahnbrücke bei Tenderei zur Verbindung mit Eonstanza, Eisenbahnlinien von Dereheju zur Grenze und .Madschidje über Tebritsch nach Beltschik. Der Entwurf enthält die Fertigstellung der Petroleumleitung Beiceju-Con- stanza, die 23* L. Millionen kostet und 1915 beendet sein soll. Die vorzunehmenden Bauten werden auf sieben Jahre verteilt. Im ersten Jahre sollen Bauten in Höhe von 80 Millionen, in den weiteren Jahren in Höhe von 60 Millionen ausgeführt werden. Die Deckung erfolgt in normalem Budgetwege durch eine Anleihe bei der Bezirks-Gemeinden-Wcin- bau-Kredikbank, welche ä'ivrozentige Obligationen ausgibt. genommen werden. Um 4 Uhr früh war die Gefahtz: beseitigt, worauf die Hamburger und die Rostocker Feuerwehr abrüökten. Der durch den Brand des Schlosses an* gerichtete Schaden wird aus 1 bis 2 Millionen Mark geschätzt. Das ganze Schloß ist mit 6 bis 7 Millionen Mark versichert. Erfreulich ist, daß der berühmte Johann Albrecht- Bau, ein italienischer Renaissance-Bau, nicht beschädigt worden ist. Ein Zug oeridfüt.et. Wie aus Chemnitz berichtet wird, ereignete sich in der vergangenen Nacht in der Nähe von Braunsdorf ein schweres Eisenbahnunglück. Als der letzte Zug den Tunnel des Harrasfelsens passierte, stürzte dieser zum Teil ein. Die Felsmassen begruben den Zug unter sich. Man spricht von sieben Toten. Bis jetzt sind vier Tote geborgen, außerdem sind eine Anzahl! Personen schwer und sieben leicht verletzt. Amtlich wird hierzu gemeldet: Als gestern abend um 9 Uhr 7 Miu. der von Roßwein nach Chemnitz abgefahrene Personenzug 1144 zwischen Gunnersdorf und Braunsdorf den Tunnel des Harrasfelsens passierte, stürzte die Stirnseite an der Ausfahrt des Tunnels infolge einer erdbebenartigen Erschütterung ein. Die heranbrausende Lokomotive fuhr auf die Trümmer auf und blieb in den» Steinmassen stecken, die sechs nachfolgenden Wagen wurden ineinandergeschoben. Ein Reisender namens Walter Baßler aus Chemnitz wurde getötet, während etwa sechs Personen schwer und 27 Personen leicht verletzt wurden, die teilweise nach Frankenberg übergeführt wurden. Der Präsident der Staatsbahn begab sich mit Begleitung sofort an die Unfallstelle. Untersuchung ist eingeleitet worden. Der verunglückte Zug war von zwei Lokomotiven gezogen. Am gestrigen Sonntag herrschte hier ein ort'anartiger Sturm, der gegen Abend von Gewitter und starkem Schneetreiben begleitet war. Man nimmt an, daß der Einsturz des Tunnels auf Witterungseinfluß zurückführbar ist, um so mehr, als gestern abend in der hiesigen Gegend auch erdbebenartige Erscheinungen verspürt wurden. Die Aufräumungsarbeiten sind nach im Gange und man rechnet damit, daß noch mehr Tote unter den Trümmern liegen. Der Verkehr wird durch Umsteigen und durch Umleitung aufrechterhalten. lieber ein zweites Eisenbahnunglück wird aus Straßburg i. Els., 15. Dez., gemeldet: Heute morgen fuhr der Güterzug 6897 bei der Station Ebersheim vor Schlettstadt aus den Prellblock. Die Maschine entgleiste. Der Zug begann zu brennen, da in dem um gestürzten Packwagen der Ofen umgefallen war. Nach zweistündiger Arbeit war der Verkehr wieder hergestellt. Von dem Fahrpcrsvnal wurde niemand verletzt. Der Materialschaden soll beträchtlich sein, da zwei Wagen mit wertvollen Seidenstoffen beladen nxircn. Lttftsehiffahrt. Johannisthal, 15. Dez. Der Flieger Brei tbeil von den Ago-Flugzeugwerken war heute vormittag kurz nach 11 Uhr zu einem Probeflug mit einem Doppeldecker ausgestiegen. Bei der Landung geriet das Flugzeug in Brand und wurde stark beschädigt. Breitbeil konnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Das Feuer wurde von herbereilenden Monteuren gelchcht. 13 Stimmen. . (*) Weickartshain, 15. Tez. Der n a t i o n a l l r d e r a l e Verein „Se entöl" hielt gestern bei Gastwirt Guth am Bahn- hole Weickartshain eine Versammlung ab, die trotz der nnflünfligen ■leit und deö schlechten Wetters recht gut besucht war. Lehrer Raus d) aus Burkhardsfelden hielt einen beifällig ausgenommenen Vortrag über: „Ter Kampf um das Deutschtum in d e n O ft m ar f c n”. Kreis Friedberg. b Vilbel, 16. Dez. Die hiesige Gendarmerie hat den 17jährigen Jakob Hammerrneier von Kösching lBavern) und den 17jährigcn Franz Heubl von Cham (Bayern), welche der Zwangserziehungsanstalt in Würzburg entlausen stnd, wegen Landstreicherei sestgenommen. Bei der Festnahme gaben die beiben Beschuldigten falsche Namen an. Nach Aburteilung oer ihnen zur Last gelegten Ucbertrrtungcn werden sie der Zwangser ziehungsanstalt wieder zugefichrt werden. — Heute mittag wurde der 32jährige Schweizer Hans Nitzschke aus Magdeburg, der bei dem Landwirt Heinrich Waltz hier bedienstet war,, in Denen Scheune an einer Leiter erhängt aufgefunden. Es liegt Selb s, mord vor. Die Gründe, die ihn dazu veranlag haben, und nicht bekannt. — Am Sonntag abend sand im Saab ;um Pf au Familienabend des e v a n g c I i s ch e n K i r ch c n cd o r s statt. T en ersten Teil des Programms füllten Deklamationen und Lüder au:- dem ^eiheitskrioge von 1813 aus. Der zwecke Teil bestand aus zwei wohlgelungenen, von Mitgliedern des Vereins aufgeiuhnen Theaterstücken. Die Gesangsabteilung des hiesigen Sängerverems totrfte bei dem 1. Teil des Programms mit. Kreis Schotten. : Ruppertsburg, 16. Tez. Am vergangenen Sonntag sand die feierliche Einweihung des Gemein dehauies statt. Den eifrigen Bemühungen des Ortspfarrers war esgelungen, die Gerneiiideorgane für seinen Plan, Umbau der Pfarricheuer zum kirchlichen Gemeindehaus, zu gewinnen. Zur Einweihung waren die Vertreter der Behörden, die hiesigen Vereine, die Lokalbehorden und die Jugendvereine von Laubach und Gonterskirchen eingelaDen und erschienen. Um 3 Uhr eröffnete Pfarrer F r i t) ch mit einem Segenswunsch das Haus. Nach Chor- und allgemeinem Gelang gab Pfarrer Fritsch seiner Freude und seinem ^ank Mr das Gelingen des Werkes Ausdruck. Sodann beglückwünschte der Vertreter der weltlichen Behörde, Kreisamtmann o cha f er ^on ^Worten, die Gemeinde und die Jugendvereine, ~bem baumsachlich das Haus zum Heime dienen soll, zu diesem 4ag, er idHOB mit einem Hoch auf den Kaiser, den „Heck dir un öiegcrfranj folgte. Rektor Hertfch aus Schotten begrüßte dcn^ung-^eiiNchland-' Verein von Ruppertsburg als den ersten im Krene schotten, der ein eigenes Heim habe. Pfarrer Volp von Zaubach betonte al-, Vertreter des Dekans und als Vorsitzender des Laubacher Hugenb- vereins die körperliche und die Gesinnnngspslege. Lehrer aro b von Gonterskirchen, Lehrer E i ch c l m a n n und c b u s wrachen ihre Glückwünsche aus. Darauf wurde von Acttgliedern des ^ugend- vcreins das Stück „Ter Trommeljunge von Tennewitz aufgefübrt. Um 5 Uhr schloß der Ovspsarrer mit Tankesworten die y-ecer. Am Abend war nod) für den übrigen Teil der Gemeinde Familienabend. Eine Sammlung an bieient Tage ergab 48 Mark. Starkenburg und Nhcinhesten. rm Viernheim, 16. Dez. Bei einer Hebung ist der bei der 3 Batt, des Art.-Regts. Nr. 63 in St. Avold dienende Gefreite I a 1 o b Martin aus Viernheim vom Pferde gestürzt und seinen Verletzungen erlegen. b Wc ainz, 16. Dez. Die Verteidigung des Leutnants von Forftner hat der Führer des A l l d e ut s ch e n.Verba n d es nicht übernehmen können. Tie Mutter stand mit :)i^chtsanwalt Claß wegen der Uebcrnahmc in Unterhandlung, die ^ad)c zeo- chlug fid) aber im Lause des gestrigen Tages. . z --Mainz, 16. Tez. Der Lokomotivführer Weiß wurde heute nacht auf dem Wege zum Dienst v o nein e m Z u g e erfaßt, beiseite geschleudert und sofort getötet. Er hinterläßt Frau und Kinder. Hessen-Nassau. = Nordeck, 15. Tez. Zn dem Unfall des Kaufmanns Nachtigall teilt uns im Auftrag der betreffenden Frauen PH Diehl mit: „Als wir an dem Abend von London kommend, die erste Straßenlaterne von Nordeck erblickten, sahen wir un Scheine der Laterne einen Radfahrer ohne Laterne und ohne ein Zeichen zu geben, auf uns zukommen. Wir wichen nach einer Seite weit genug aus, um nickst überfahren zu werden. Bei uns angekommen sagte er: „Guten Abend!", gleich baraufhorten wir den Fall, wir blieben stehen und fragten, ob er todjaben genommen unb ob wir helfen könnten, er gab aber keine Antwort. In bem Glauben, wir hätten es mit einem Betrunkenen zu tun, griffen wir nicht gleich zu, zumal sich der Gestürzte gl.cidT wieder aujraffte und mit feinem Rade davonging, ohne batz wir das Geringste von einer Verletzung merken konnten. Außerdem muhen wir nod) berichten, daß feine Kurve auf der Strecke ist. Ter Unrau stieß ihm lediglich deshalb zu, weil er ohne Laterne fuhr. Taß er zwei Stunden bewußtlos an der Stelle gelegen haben will, mutz ihm nachts geträumt haben. Die Angabe, daß wir an der Unfallstelle glcidjgültig vorübergegangen wären, westen wir hiermit cnerqifth zurück." . [I Marburg, 15. Tez. Der aus Wolstzagen stammende frühere Eisenbahner Hciinid) Kühne weg, einer der ältesten Einwohner unserer Stadt, begeht morgen seinen 9 0. Geb u rts- 1 a g. Der Jubilar trat irrt Jahre 1850 iit den Dienst der Estenbahn und verblieb darin bis zunt Jahre 1902. Ans Stadt und Land» Gießen, 16. Dezember 1913. ♦♦ Tageskalender für Dienstag, den 16. Tez.: Stadttheater : „Pygmalion." Abends 3 Uhr. •• Aus dem Schuldienst. Der Großherzog Hot am 13. Dezember d§. IS. den Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Mainz Professor Dr. August Nies auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, in den Ruhestand versetzt und den Lehramt-asi'essor Karl Di em er au5 Darmstadt zum Oberlehrer an dem Neal- gymnasium zu Mainz ernannt. ** Aerztlichc rFortbildungskursus. Bei dem am Mittwoch, den 17. Dezember, abends von 5—7 Uhr in der Klinik für p'hchische und nervöse Krankheiten ftattfin- denden fünften Vortragsabend spricht Geh. Med. Rar S o m m e r über die Diagnostik des primären Schwachsinns (Dementia praecox) mit Anwendung der Abderhalden- schen Methode. Ferner hält Privatdozent Dr. Berliner einen Vortrag mit Demonstrationen aus dem Gebiet der klinischen Gehirnanatomie. **Stadttheater. Es sei darauf hingewiesen, datz, die Nachmittags Vorstellung von „F i l m z a u b e r" am kommenden (Sonntag zum ersten Male die flotte Posse bei kleinen Preisen bringt. — Ter neue Schwank „Die spanNche Fliege", von Arnold und Bach, der am Freitag hier zum elften Male gegeben wird, hat sich im Fluge die deutsche Buhne eiobert. Auch am Darmstädter Hvftheater, wo er seit kurzem, am dem Spielplan erschienen ist, erweist er fick), wie wir von maßgebender Seite hören, als Zug- und Kassenstück ersten Ranges. ** Rudolf Schildkraut, einer der bedeutendsten schauspieler der Gegenwart, ist, wie uns geschrieben wird, gegewvärtig im Union-Theater, Seltersweg 81, zn sehen. Das K mo- brama, in dem er die Hauptrolle spielt, läuft von heute, Tteustag, ab bis zum Freitag, den 19. Dezember. Da Schildkraut m weiten Kreisen beliebt und geschätzt ist, so dürfte er wohl un Film großes Interesse Hervorrusen. Die Urteile der Berliner Tagespreise über das eigenartige Sujet, das dem Drama zugrunde liegt, in dem der Künstler spielt, sind glänzend, )o daß man mit Spannung dem neuen Filmschlager entgegensetzen kann. ** Wanderungen und S chifahrten r unb um Gießen Druck und Verlag der Brsthlschen Universitäts-Buch- ninb Stcrnbruderci (R. Lange) Gießen. Preis 1 Mark. Runb um Gießen ist der Titel einer Rubrik, bie der Gießener Anzeiger nach jahrelangen Vorarbeiten in diesem Jahre eingeführt hat, um nrinberlnftigen Freunden der Natur bei der Auswahl schöner, genußreicher Wanderungen an die Hand zu gehen. Der Verlag des Gießener Anzeigers hat nun diese Wanderungen, vermehrt um einen Anhang über ScistiaHrten, in einem schmucken unb Hand lieben Bändchen herausgegeben, das im ganzen 134 Touren ent- Ixilt, die sehr übersichtlich und maktisch sufanrnrengeftcllt sind. Ten Wanderungen ist ein Verzeichnis vorangestettt mit Angabe der für den Ausflug notioendigen Zeit, der Sttmdenzahl, sowie der GeMnde- verhältnissc, also ob Wald, Feld usw., so daß man sich mit einem einzigen Mick darüber unterrichten kann, für welche Jahreszeit die Wanderung am geeignetsten ist. In der Hauptsache wurden nur solche Wanderungen ausgenommen, die in einem halben oder einem ganzen Tag gemacht werden können, doch sind auch einige mehrtägige vorhanden, wie z. B. nad) beut Laacher See, der Krvppmhcr Schweiz, der Schwalm, der Rhön und des Knüll- gebirgei' Tie einzelnen Touren sind cingeteilt in: Wanderungen Gießens nächster Umgebung, bann folgen Wanderungen in Kur- Hessen, im Vogelsberg, im Wefterivald, im Taunus, mehrtägige Wanderungen unb zuletzt Schneeschulnvanderungen im Vogelsberg und im Westerwald, wob ei die einzelnen Gebirge jedesmal kurz charakterisiert sind. Vervollständigt wird das Büchlein durch ein sorgfältiges Register, die Wegebezeidmungen in der Umgebung von Gießen, "die 20 Hauvtlinien des V. H. C. mit Zeitangabe, durch ein Verzeichnis der Sonntagssahrkatten und dann durch eine übern fid-ilicbe K arte Diese Karte, die mit Oicßen als Mittel Punkt im Maßstab von 1 :300 000 ausgeführt ist, schließt nördlich einige Kilometer über Marburg ob, östlich mit Fulda, südlich mit Heusenstamm unb tvestlick mit Diez. An Hmw bieser Karte kann man bie grösste Mehrzahl der in bem Buch beschriebenen Wan- bcningrn anSsuhren, niniomcör als die Wegebezeidmungen mit grösster Sorgfalt angegeben würben. Sv ist das Ganze zu einem rid'.tiqcn Wanderlmd, gediehen, das mit feinem schmucken Gewand und feinem genau bearbeiteten Inhalt, jedem Wanderfreund unb Schiläufer ein lieber, zuverlässiger Begleiter sein wird. ** Berichtigung. Der frühere (2.) Gemahl der Prinzessin Aleranbra heißt nicht, wie es in der gestrigen Nummer unserers Mattes hieß, Frhr. oon Degtenhardt, sondern Frhr. von P a genhardt. Landkreis Gießen. Akten - Buseck, 16. Dez. Bei der am Samstag abend abgchaltcnen HaiiMvei-sammlung des hiesigen K v n s u m v e r- ein-' wurde der seitherige Direktor Ludwig Vogel mit 75 Stimmen wicdergewählt. Ter frühere Direktor Rau erhielt 3nm Brand des Schweriner schlaffer. Schwerin, 15. Dez. Das Feuer int Grositz e r z o g l i ch e n Schloß wurde gestern abend um 9V4 Uhr entdeckt. Es brach im zweiten Stockwerk und in dem Eltsa- bethzimmer sowie in dem nach dem Burgweg gelegenen Flügel aus und verbreitete sich hier sehr schnell. Vermutlich ist ein Heizungsschaden die Ursache des Brandes. Da.s Elisabethzimmer war für Besuch hergerichtet anläßlich einer am Montag abend sbattfindendcn Festlichkeit. Vom Elisa- bethzimmer aus griff der Brand zunächst auf oen sog>eu. „Unfertigen Saal" sowie nach den Gobellnztmmern über. Dieser Bau stand bald in bedeutcntbem Umfange in Flammen. Tie Feuerwehr hatte hier einen besonders schweren Stand, namentlich da der Wind dus Rettungswerk sehr erschwerte und die Flammen nach der Südseite^ weitertrieb. Hier wurde zunächst der große runde -Liirm in Brand gesetzt, der nach der Außeiiseite liegt und in dem sich das Treppenhaus mit der goldenen Treppe besiudet. Auch der Dachstuhl wurde von dem Brande erfaßt. Vom westlichen Bau ging das Feuer aus deu Dachstuhl des Süd- aebäudes über, in dessen oberen Teile drr Goldene Saal liegt und in dessen erstem Stock sich die Zimmer der Großherzogin-Mutter befinden. Die Feuerwehr hatte hier die Aufgabe, das Feuer abzugrenzen und zwur nach dem Hauptportal des Schlosses hin, was namentlich vom inneren Hof aus geschah. Das Feuer pflanzte sich bei dem bis 1 Uhr morgens herrschenden sturmartigen Winde immer weiter fort. Der ganze Dachstuhl des Sudflügels wurde erfaßt. Im Südflügel brach die Giebclfront zusammen und durchschlug die Decke des Goldenen Saales, der dann einstürzte. Der ganze westliche Bau wurde ein Raub der Flammen, mit ihm das Streicher und das Gobelinzimmer, ebenso der „Unfertige Saal". Im Elisabethsaal befanden sich kostbare Möbel, in den Gobelinzimmern^ wertvolle alte Gobelins. Im Türm, der bald bis in die Spitze in Hellen Flammen stand, explodierte ein großer Vorrat an Jagdpatronen. Da die Lage immer gefährlicher witrde, wurde von Rostock und Hamburg Hilfe erbeten. Die Rostocker Feuerwehr traf um 2^ Uhr mit einer Dampfspritze ein, um 3 Uhr folgte die Hamburger Feuerwehr mit vier Dampfspritzen. Die Rostocker Feuerwehr konute noch bei der Rettung des Hauptpvrtals tatkräftige Hilfe leisten. Auch Militär wurde'beordert, um sich in den Teilen des Schlosses, die noch nicht pom Feuer ergrissen waren, ait den Rettungsarbeiten zu beteiligen. Dic Großherzogliche Familie saß gerade beim Essen, als sie kje Kunde von dem 'Feuer erhielt. Der Großherzog begao sich mit seiner Fcrmckie nach dem NLarien-Palais und kehrte dann zurück. Inzwischen waren auch die Herzoge Johann Albrecht und Panl Friedrich aus Willgrad unb Ludwigslust in Schwerin eingetrossen Ein Schloßdiener und ein Feuerwehi mann erkrankien an Rauchvergiftung und mußten tu äxzrtiche Behandlung Briefkasten der Redaktion. H. B. Nack; der N'elchsoersicherungsorbnung ftnb alle Wahlen dieser Art Verhältniswahlen. Märkte. fe. Frankfurt a. M., 16. Tez. Heu- unb St rohmarkt. Angefahren waren 10 Wagen Hen, 2 Wagen Strotz. Man notierte: pen 2, ,0—3,00 Alk., Stroh (Kornlangstrotz) 3.00—0.00 Mk., Wirr^ stroh 0,00—0,00 Mk. Alles je 50 Kilo. Geschäft ruhig. — Tee Zufuhren waren aus den Kreisen Schotten, Dieburg unb Hanau. Wetteraussichten in Hessen für tviittmock, den 17. Tez. 1913 Vorwiegend wolkig, kälter, Niederschläge in Schauern, lebhafte nordwestliche Winde. Letzte fladiriditcn. Des Kronprinzen Abschied von Danzig. ' Berlin, 16. Tez. Der Kronprinz wird, wi? es heißt, im Großen Generalswbe als Abteilungschef Verwendung senden. Da die kronprinzlichen Kinder am Tienstag in Danzig erwartet werden, dürste der Kronprinz mit seiner Familie doch noch das Weitznadstsfeft dort verleben. Eine Ansprache des Kronprinz e n an sein Regiment lautet: „Was mich bewegt, könnt ihr nachfühlen, Husaren. Tie Jahre, bie ich an eurer Spitze ftanb, sind die s ch ö n st e n I a h r e m e i n e s L e b cn » gewepm. Ich hofse, daß ihr euren alten ehrenvollen Ruf bewahren unb bau ihr mich nicht vergessen werdet." Tes Kronprinzen Nachrolger als RegirnentskornNiandeur ist nad) dem Mi 11tar-ochenb 1 att Oberstleutnant v. Eicke und Polwitz- bisher Kommandeur des Tragoner-Negirnents Prinz Albrecht von Preußen (Litth.) Nr. 1. Zweite Hessische Kammer. bs Darmstadt, 16. Dez. Präsident Köh 1 e r eröffnet 9,25 Ühr die Sitzung. Es wird weiter beraten über die B e s o l - dungs Vorlage. Als erster Redner spttcht hierzu der Atz Bach (natL). Er geht im einzelnen auf die Vorlage em, bespricht in der Hauptsache die Stellung der Lehrer und ihre. neuen Bezüge nach der neuen Vorlage unb fordert für die Volks)chuHeHrer emo bessere Stellung unb vor allem eine Glerchstellung nut ben mittleren Beamten. Dann spricht der Minister des Jmiern v. H o m b erg f. Er acht auf die von den einzelnen Rednern genuichten Zuwendungen gegen die Regierungsvorlage ein unb fast, baß bu? Regierung getan hätte, was sie hätte tun können. Bei RedaNwns-- schluß spricht der Redner fort. Tödlicher Unfall in Frankfurt. h. Frankfurt a. M., 15. Dez. In den Naxos-Umon^ Werken, Waldschmidtstraße, r i ß heute abend beim Hinauf- riehen eines 50 Zentner schweren EisenblockS die Kvan- Utte. Der Block stürzte herab unb .be grub den^erst seit kurzem verheirateten Maurer Joh. Kappes aus F e ch e n- l>e i m unter sich, so daß der T o d des jungen Mannes auf der Stelle eiutrat. Rücktritt des russischen Botschafters i n K o n st a n t i n o p e l. Berlin, 16. Tez. Ter „Lokalanzeiger" meldet aus Konstantinopel: Wie an unterrichteter Stelle verlautet,.soll der rusniche Botfchaster v. Giers demnächst von seinem Popen zuruckirctrn. Tie Ausgestaltung der ö st erreicht sch-ungarischen Flotte. . Wien, 16. Tez. Der gestrige Minister rat hat^. wc verlautet, bie Forberung der Marineleitung nach Ausc|tal- tung der Flotte grwibmtzllch genehmigt. Marmee^ng beansprucht für Erneuerung bes «chisfstzrkes etwa 426 KtHwiwn Kronen auf etwa 5 Jahre zu verteilen, nwvon 4 UcbcTbrcan- noughts, brei bis vier Kreuzer und fonftige Flotteneinheiten geschafft werden sollen. Die aegüische Insel frage Paris, 16. Dez. England soll m einer 3irfidamotc an die Mächte die im Londoner Friedensvertrag vorgewhene Rege- lunq bet aesäischcn Inselftage angeregt und schltetzltch vorge- ichlaqcn Ijabat, baß Griechemland Tenedos und ^mbros sonne Italien sämtliche von ihm besetzten Jchcln an bte Türkei zurück« geben iotten. ^^„„^elichee Frcispruck. Paris, 16. Dez. Das Schwurgericht »on Toni iprach ben Militärarzt 'Bansen, ben Leutnant B a nd ig i na e und eine Näherin, die bei Verbrechens gegen das keimende Leben angetlagt waren, trotz ihr^- Geständnisses frei. Soeben erschienen «MM3 gesucht. 4 Zimmer | I 2 Zimmer | 73011 : 2CUdnc 2.hmmertr. «äi» *’nrb Kasten Fr. IMD.M Pfg. 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Er I übertrifft bei weitem alles, was in dieser / Beziehung bisher geschaffen worden ist. \ Die Technik hat sich vollständig in den \ Dienst des Geistes gestellt, und alle Be- j denken, die man gegen einen Klavierspiel- I Apparat hegen könnte, müssen vor dem hier I Geleisteten schweigen. Was grosse Klavier- I Meister unserer Tage leisten, kann nun nicht । mehr untergehen, und spätere Generationen | werden die Früchte dieser genialen Erfin- ' düng geniessen. Phonola M. 950.— und 1100.— Pianos mit eingebauter Phonola M. 1550.— und 2700.— Steinway&Sons Bechstein I I sind selbst zu betätigende Klavierspiel-Apparate, mit welchen man die eigene Auffassung oder diejenige eines ersten Pianisten in technisch vollendeter Weise zu Gehör bringen kann. Auch für Nicht^Klavierspieler hervorragend geeignet und hohen musikalischen Genuss bietend. Artur Nikisch schreibt: Das Vollendetste, was ich von Klavierspiel-Apparaten hörte, ist zweifellos die Phonola. Eugen d’Albert: Mittels der Phonola und der Künstlerrollen ist selbst der mässig begabte Laie im Stande, in einer künstlerischen Auffassung vollendet Klavier zu spielen. sind nach dem Urteil aller grossen Pianisten die besten Instrumente der Welt. Pianinos Flügel von M. 450.— an von M. 1200.— an Harmoniums von M. 36.— an in grosser Auswahl und jeder Ausstattung aus den Fabriken von Berdux, Feurich, Hofberg, Kuhse, Mannborg, Neumeyer, Perzina, Schiedmayer, Thürmer etc. Zum Besuche meines Lagers lade ich Interessenten zwecks Vorführung der Instrumente höfl. ein Willi. Rudolph o Giessen, Seltersweg 91. Großh.Hess. Hoflieferant