linftl Marburg Ulli 1913, lü'Ä$2g: §9‘ Elitär und Kinder biz D3/, *XÄJ- it: = 2 Tafeln axtbeUagen ! Karten rWM ons- nde, schön in edep gebm- n je 10 Mark izig und Wien Ur. U4 Zweites Blatt 165. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Gberhesien zwei politische Lager protestieren wir. Unser Antrag wird doch c • r - M k., folglich ungefähr der Be einmal Wirklichkeit werden. (Heiterkeit.) Tie „Hietzener ZrnnMenblälter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Eietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Mit oder ohne M u ui m. (Der nächste gemeldete Redner Dr Müller-Meiningen erscheint erst im Saale, als bereits der übernächste Redner Mumm da« Wort erhalten hat. Als Mumm zögernd sieben bleibt, winkt Dr. Müller ab: Abg. Dr. Arendt (Rp.) ruft: Müller ha t keinen Mumm! — Heiterkeit.) Abg. Mommsen (Wirtsch. Vgg.): Die Sozialdemokratie mutz anders betrachtet werden. Sie ist nicht eine Partei wie die andere, sondern eine Weltanschauung, ja nach Maurenbrechcr: eine Religion. Tie Grenze gegen die Sozialdemokratie mutz klar gezogen werden. Die Arbeitetturnbeteine sind durchaus politisch. Wie kann sich der sozialbcmokr.il isckc Männer- turvcrein „sichte" nach sichte nennen? Der Redner verliest ein Lied aus dem Liederbuch dieses Vereins, von dem von einer roten Fahne die Rede ist. (Abg. Ledebour, Soz.): Leiern Sie nicht so beim Vorlesenl — Heiterkeit.) Tie Aussprache wird abgebrochen. Das Haus vertagt sich. Dienstag 3 Uhr: Anfrage, Weitcrberatung, Wahl riifungen. Die ausgesetzten Abstimmungen sollen um 5 Uhr erfolgen. Schluß 5% Uhr. 1, r, Gesinnung des Lehrers oder des Schülers abhängig gemacht wird. Auch die Beschränkung der Gemeinden bei der Vergebilng der Turnhallen soll aufgehoben werden. Wenn die preußische Behörde die Gemeinde anhält, ihre Turixinstalteu Arb.'.tcri.'.uen auü politischen Gründen zu versagen, so st das ein Einbruch in das Reichsrecht. In Preußen beißt Fürsorge für eine Sache, das; man ihr so viel Knüpvcl wie möglich ziviscben die Beine wirst. Eine in der ganzen zivilisierten Welt unerhörte Einrichtung ist die Befugnis der Schulaufsichtsbehörde, administoative Einsperrungen und Geldstrafen btü zu 20 00*) Mk. ganz nach Willkür zu verlangen. Die Ardeiterturnvercine sind nicht politisch. Dagegen ist es der I u n g d c u t s ch l a n d b u n d, allerdings, ist ec ein Werkzeug des Kriegsministers. Damit soll die Jugend ein- gefangen n»erben für den Militarismus und die Devotion gegen den Monarchen. Gegen diese Auseinanderreitzung der Jugend in Redaktion, Expedition und Triickerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: Reda'tion:e-sAll2. Tel.-Adr.:AnzeigerGietzen» Honen, also später: 95 Mill., Zuckersteuer 40 Mill., Stempelsteuer <5 Mill., ohne Scheckstempel mit 3 Millionen, bleibt ein Beharrungszuffanb der Einnahmen von 172 Mill. Beharrungs- zustand der Ausgaben rund 185 Mill. Mk., also ein Ausfall von 13 M in. “ ___ " _ trag, der (durch das Erbrecht des Staates gedeckt werden sollte. Für bie Zwischenzeit fällt bei dem Versicherungsverträge und Scheckstempel in erster Lesung. : Berlin, 21. Juni. Ter Budgetausschub des Reichstages setzte heute zunächst in erster Lesung die Beratung des Stern pelaesetzes fort bei den V e r s i ch e r n n g s st e m p e l n. In rascher Folge nahm der Ausschutz den Entwurf mit den Abänderungen nach den Anträgen des Berichterstatters Keinath an; und daneben wurde mit den Stimmen der Konservativen, der Volkspartei und der Sozialdemokratie ein konservativer Antrag gegen den I m m ob i l i e n st e m p e l angenommen : hiergegen stimmten die Rationalliberalen und das Zentrum. Erwähnenswert von den gefaxten Beschlüssen sind u. a., daß bei der Lebensversicherung ein Stempel von ein halb Prozent der Vorprämie gegen ein Prozent im Entwurf gezahlt werden soll, und für die Unfall- und Haftpflichtversicherung sonst nicht genannter Art Steuerfreiheit. B e i sämtlichen Vers icherungs zweigen sollen steuerfrei bleiben Versicherungssummen unter dreitausend Mark, während der Regierungsent-- wurf die Grenze bis auf tausend Mark heruntersetzt. Turch diesen Ausschutzbeschlutz werden die meisten Bedenken vom sozialen Ges ich ts punkte aus beseitigt, weil dadurch die Minderbemittelten von der Steuer befreit werden. Ter Berichterstatter Keinath hatte volkswirtschaftliche Bedenken gegen eine Besteuerung der Versicherung überhaupt angeführt, aber auch darauf verwiesen, das; in dem Wehrbeitrag und dem Vermögenszuwackssteuergcsetz insbesondere das Mobiliar trotz der oft vorhandenen sehr großen Werte K u n ft g e g c n ft ä n b c , Schmuck) völlig steuerfrei geblicbtn sei, datz also eine indirekte Heranziehung auf dem Wege des Versicherunasstempels als nicht ganz unbercd)tigt bezeichnet werden könne. Immerhin erscheine eine Ermäßigung der Sätze bei den verschiedenen Ver- sicherungsstempeln gegenüber dem Entwurf als notwendig. Rach den Beschlüssen des Ausschusses würde der Versicherungsstempel statt der sechsunddreitzig Millionen der Negierungsstenrpel nur sechzehn Millionen bringen. Tic Entschädigung an die Bundesstaaten, die nach der Regierungsvorlage für die ersten drei Jahre den vollen Betrag der bisherigen bundesstaatlichen Einnahmen und für die nächsten drei Jahre die Hälfte dieses Betrages umfassen sollte, wird beschränkt aus den vollen Betrag bis 31. März 1915, trotz des lebhaften Widerspruck-s verschiedener Bundesratsbevollmächtigter. Zum Schluß wird ein nationalliberaler Antrag auf Aufhebung des Scheckstempels mit allen gegen drei konservative Stimmen angenommen, obwohl der Schatzsekretär und die Konservativen lebhaft widersprachen. Ter Schatzsekretär hält die Beseitigung der kleinen Schecks durch den Scheckstempel geradezu für ein Glück. Demgegenüber erklärt ein Nationalliberaler den Scheck st empel für eine vexatorifche Steuer schlimmster Art, die viel Verdruß errege und nichts einbringe. Man möge doch die Entwicklung des bargeldlosen Verkehrs erleichtern. Auch Mitglieder der Volkspartei und der Sozialdemokratie bejürtoorten die Abschaffung dieser Volkswirt schastlich durchaus schädlichen Steuer. Nach Abschluß der ersten Sefimg sämtlicher Steuervorlagen gibt der Schatzsekretär einen interessanten Ueberblick über die sinanzielle Tragweite der bisherigen Beschlüsse. Für den Beharrungszustand nach 1917 seien zu erwarten ohne Erbrecht des Staates aus bent Vermögenszuwachssteuergesetz brutto 100 Millionen: davon ab zuerst 10 Millionen, später 5 Mil- Montag, 25. 3iüii 19(3 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu UniversilätS - Buch- und 6ieinbnideieu R. Lange, Dießen. Abg. Dr. van Calkcr (Ncrtl.): V bedauere, daß der fortschrittliche Antrag, die ge stell- n. 11 * r a 0 f a n eine Kommission z u verweisen, 8urua13c?iügcn worden ist. Nur dort läßt sich diese Frage angc- • lozen. Ein Heer braucht Disziplin, sogar die Miliz. Die besteht nicht in dem „Hände an die Hosennaht", sondern ste ist die Gewöhnung des Willens an Pflicht und Gehorsam. Ten fönnen wir nickst entbehren. Die Antorilät von oben bleibt dabei das entscheidende Moment. Eine Reform unseres Militärrechts erscheint geboten. Teilweise sind die Strafminima zu hoch, andere Bestimmungen entsprechen den Dedürfnisfen bc-3 Rechtes nicht- Aber diese Reform laßt sich nicht so nebenher mit der Wehrvorlage lösen. Es mag menschlich' entschuldbar fein, daß ein Unteroffizier in einer momentanen Anstvallung sich an seinen Untergebenen vergreift. Aber auf der anderen Seite ist die g w-o hnheitö mäßige Mißhandlung eines Weh., losen ein Vergeben, das von Rechts wegen mit Zuchthaus bestraft werden sollte. Schwer ins Gewicht fällt, daß unser Recht heute noch keinen rechten Sck)utz gegen gemeingefährliche Geisteskranke bietet Das kann gerade beim Militärwesen ganz besonders schwere Folgen lyabcn. Es würde sich vielleicht empfehlen, im Anschluß an das Militärgericht eine militärische Rechtsakademie zu errichten. Die Militärverwaltung sollte doch der Reform des Militärstrafrechtes ihre ernste Aufmerksamkeit zu- toenben. Unser Recht soll den Bedürfnissen der Armee und den ArchtSaufftrffungen unserer Zeit entsprechen. f WS«, SSI sii-ein. und Tum, + ÄQjd, ein Schreibmcu. 1 Ssä Abg. d. Brockhausen (Konsi)k Die sirZialbemokratifchen Anträge sollen nur die Herr- scharst des Parlaments über das Heer begründen und seine historische Entwicklung von Grund aus ändern. Deshalb soll auch die Disziplin untergraben werden. Das wird ein Versuch mit untauglichen Mitteln bleiben. Reden, wie gestern die Stadthagens, hm es nicht. Sie war eine Mißhandlung des ganzen HauseS. Und er spricht in diesem Ton von Soldaten- nriß Handlungen. Wir auf der Rechten wollen ein zum Kamps und Sieg stets bereites Heer. Schon airs diesem Grunde sind wir gegen Mißhandlungen und werden wir sie stets bekämpfen. In den )ogenannten adligen Regimentern ist das Verhältnis zwisck)en Offizieren und Mannschafkm das beste. Die alten Leute lassen ihre Söhne in demselben Regiment wieder dienen. Kriegs- nrinifter v. Einem war ganz unserer Meinung. Er ist nicht Aurückgetreteu wegen Differenzen in der Frage der Mstttärjustiz, sondern aus Gesundheitsrücksichten. Unsere Ehrengerichtsordnung mag einige Fehler haben, aber auf ihr bombt doch mit der Geist unseres Offtzimckorps. Wir lehnen auch die Resolution der Aommrffiou ab. Abg. Dr. Müller Meinir^en (Vp.): Die Materie des MMärrrchks sollte einmal gründlich behandelt werden. Der Stoff ist so unübersichtlich, daß ihn nur sehr wenige beherrschen. Daß das Mrlitärsirafiecht in besonderer Weife reformbedürftig ist, betonen wir schon seit Jahrzehnten. Die fügiaIbemotratrfdien Anträge sind natürlich unannehmbar. (Zurufe der Soz.: Für Sie!) Nein, für jeden verständigen Menschen! Wenn zum Beispiel ein Hauptmann zu einem Soldaten sagt: Rommel gscherlrr, stell dich einmal hierher! und der Soldat erwidert: Hauptmann, du bist der größte Rammel! und er bleibt dann straffrei, wo bleibt denn da das Mi- litärftrnfredit und die Disziplin? Wir treten für die Resolutionen der Kommission ein, die das materielle und formelle Recht reformieren wollen. Insbesondere fordern wir, daß die Ehrengerichte wieder werden, was sie loaren: Gerichte. Die beste Grundlage für die Disziplin und die Schlagfertigkeit des Heeres bleiben Gesetz unb Recht. Deshalb bitte ich Sic, bie Resolutionen der Budgekkpmmission anzunehmen. (Beifall bei der Vp.) 9lbg. Kunert (Soz.): Abg. v. Drockhauscn übersieht, daß er selbst ein Rebell ist; allerdings kein Sozialrebell, sondern ein Kanalrebell. Was er gegen meinen Genoffen Stadthagen persönlich sagte, ist leider nicht durch einen Ordnungsruf geahndet worben. Es gibt aber eben Naturen, bie scharfmacherisch und junkerlich sind und dem Volk als einen Packesel alles nur Mögliche aufladen wollen. ^Präsident Dr. K a e m p f ruft den Redner zur Ordnung.) Die Zulassung des Notwchrrechts im Heer ist trotz ber Auslassungen der Vorredner unbedingt notluenbig. Zum mindesten hat man bie bedingte Notwehr zu gestatten, und nur bie erstrebt unser Antrag. Zug um Zug, Beleibigung um Deleibigung, Körperverletzung um Körperverletzung — bas ist allgemeines Menschenrecht. In Wahrheit treten sa auch schon viele bürgerlichen Sckiriftsteller für bas Notwehrrcckt ein. Was wir verlangen, ist ein Elementar- .recht, ohne das Menschenwürde undenkbar ist. Bieten Sie zugleich ein besseres Beschwerderecht, so bqeitigen Sie den Kadavergehorsam unb wirken den Mißhandlungen entgegen. Daß geltende Recht ist jedenfalls ein schandbares Unrecht. (Vizepräsident Dove ruft den Redner zur Ordnung.) Oberst Langcrmann von Erlcnkamp: Bisher sind die Solbatenmißhandlungen stets stteng bestraft worben unb so find sie in den letzten Jahren auch erheblich zuruck- gegangen. Alle vorgesetzten Stellen sind eben den Mißhandlungen stets mit voller Energie zu Leibe gegangen. (Widerspruch unb Lärm b. Soz., Zurufe: Die Mißhandlungen sind nicht zuruckgegangen!) Ich habe als Regimentskommandeur die Unteroffiziere zusammen- gcnifen unb habe sie auf bie Folgen ber Solbatenmißl>anblungcn aufmerksam gemacht unb bie günstigen Ergebnisse stnb nicht aus- geblicben. Mein Grunbsatz ist eben immer gewesen, bie Leute zu 'f r e u b i g e m Gehorsam zu erziehen. (Beifall rechts.) Der Vorgesetzte muß wissen, baß der Mann für ihn burchs Feuer geht unb umgekehrt. „ „ . , . . Ein Wort zum Beschwerderecht. Man meint immer, jebe Beschwerde, die als unbegründet zurückgewiesen werde, habe Strafe zur Folge. Das trifft nicht zu. Dafür ein kurzes Beispiel aus meinem Leben. Ein Unteroffizier mußte zu Arrest verurteilt werden. Als er die Strafe verbüßt hatte, redete ich ihm väterlich zu. Trotzdem beging der Unteroffizier am Abend dieselbe Sache und mußte nunmehr strenger bestraft werden. .Er beschwerte sich über mich, er fei zu streng bestraft worden; leine Beschwerde wurde als tmbegninbet zurückgewieicu, und er tourbe deshalb doch nicht bestraft. Die sozialdemolratiicben Anträge nnd >o ein ich neidender Natur, daß sic hier nicht ohne \w\ tercö beantwortet werden fonnen. Wenn cö aber bisher nicht klar (Uiocien Ware, daß die Bestrebungen ber Sozialbemokratic baß fvunbamcnt ber Armer untergraben wollen, so würden es diese Untrage zeigen. Soll cs gestattet sein, Kärvervcrlctzung und Bc- leibigung bnrdi die gleiche Straftat zu erwibem, so stchi dies im Wibcrspruch mit jeder militärischen Ordnung und mit jeder staut- Iidjen Rechtsordnung. (Lärm und Widerspruch bei den Soz., Beifall rechts.) Ssbg. Pons (Soz.): Was war an ber Rebe StabthagcnS maßlos, was übertrieben? (Lachen.) Sind nicht wahre Scheußlichkeiten vorgekom- men? Es gibt bis zur Stunde noch Offiziere unb Unteross.zicre, E sich solcher Mißhc.nblungen schuldig machen. (Sehr richtig!) Unb wenn lemanb baS Vcrbienst hat, hunberttauscnbe von Sol^ä- Jen bor Mißhandlungen bewahrt zu hoben, vor diesen unerhörten /m 10 j? ^aö unserGc.iosseBebel mit feiner Kritik. (Beifall der Soz.) Die Kasernenplätze werben heutzutage obgc- sperrt, bamit, wenn was vockommt, eö nicht gesehen wirb So stuchtet man vor bet Cffentlicbleit. Das ist schandbar. Ich habe Unteroffiziere kennen gelernt, baß waren wahre Bestien von N i c b e r t r a ch t i g k e i t. (Hört! Hört!) Tie Disziplin ist nichts anberes als bic strenge Befolgung bes Gesetzes. Sie gilt baber auch bei den Vorgesetzten. Man muß Gesetze machen gegen bic infamen Charaktere. Unsere Macht macht sich bereits geltend. Die liberalen Parteien muffen schon weitgehende Forderungen stellen, imijt toerben sie von und weggcschwemmt. Wir wollen ben Solbaten helfen. Auch beim Kaiserjubilaum hat man ja auSbrück- müffen ^^"Eenmißhanblungcn von ber Amncshe ausnehmen Präsident Dr. Kaemps: . v. Brockhouscn hat in feiner Red-. arSgeführt, Faust unb Wagner würben von der Rebe Stabthagen gesagt haben: h? ?,^em H" rn Stabthagen zu bißfutieren tft meber ehrenvoll noch ist es Gewinn. Diese d.ußerung ist parlamentarisch unzulässig und muß gerügt toerben. Kriegsminister v. Heeringcn: . Herr Pöus bat in wenig schöner Weise baSKaiser- fitdilaum ha:rangezcgen, dos unter so warmer Anteilnahme des ganzen deutschen Volkes gefeiert worben ist, so k ^autscku Volk cs merkwürdig empfinden muß, wenn für Den Tarn des Kaisers in dieser Weise quittiert wirb. Ich weise bas zurück. Herr PSus braucht unseren Solbaten n_l ch1 SU helfen. Das tun bie Vorgesetzten schon ganz m (Sr,tIKn der Soz.) Wohlwollende, strenge aber geredete Behandlung, bas ist ber rechte Weg. Ter Offizier, der sich eines Vergehens schuldig macht, erhält nicht nur die gesetzliche Strafe, lonDcrn hat auch Konsequenzen für seine Karriere zu erwarten. (Zuruf ber Soz.: StubenarrestI) Ein Unteroffizier, ber sich am Ende icincr zwölfjährigen Dienstzeit zu einer Mißhanblung hin- rcißcn laßr, riskiert, daß er mit Weid und Kind auf die Straße geworfen wirb. Herr Pöus will einen Unterschieb zwischen Vorgesetzten und Untergebenen irn Strafgesetzbuch nickt gelten laßen. Ohne den Unterschied wurde man aber bic Disziplin nicht aufrechterl)alten tonnen, Hs i|t bei allen Armeen so. Der Vorgesetzte, ber mißhandelt, vergeht sich schwer unb wirb bestraft, er greift aber nur in bie Sphäre bes einzelnen Mannes ein. Der Untergebene aber vergeht sich nicht nur gegen ben einzelnen Vorgesetzten, sondern gegen ben ganzen Stand, bas ist ein Unterschieb. (Gr. Gelächter bei ben Soz.) Die Mißhanblun - gen haben ab genommen. Von 24 000 Offizieren finb nur 24 bestraft. _ (Zuruf bet Soz.: Die anderen hat man nicht gefaßt?) Mir wäre es lieber, cs brauchte überhaupt keiner bestraft zu werden. Aber Offiziere unb Unteroffiziere finb eben feine Engel, fonbem energiscye temperamentvolle Persönlichkeiten, bi.' sich auch einmal hinreißen laffen. Ich verurteile am meisten solche gemeinen Schindereien, wie jeder, der ein Herz für die Armee hat. Herr Pöus sagte, wir flüchten uns bei den Exerzierübungen vor der Oeffentlichkeit. In Mainz hätten wir uns gern geflüchtet, weil da das Publikum uns in bic Disziplin hineinrebete und ben Mannschaften zurief: Werft bock dem Kerl bas Gewehr an ben Kopf! (Hört! Hört! rechts.) Bauschen Sie bie Dinge nicht immer so auf unb laffen Sie diese Verunglimpfungen der Armee. Unser deutsches Volk weiß, was es an seinem Heere hat. Diesen Glauben werben Sie ihm nicht nehmen. (Beifall rechts, Gelächter der Soz.) Abg. Stadthagen (Soz.): Gründe hat man gegen unsere Anträge nicht vorgebracht, mir Scheingründe. (Die Rechte und das Zentrum haben den Saal verlaffcn.) Sächsischer General Leuckart v. Weißdors: Für das Recht der Notwehr kann man sich nicht auf ben Erlaß des Prinzen Georg berufen. Es ist Tatsache, daß die Zahl ber Mißhanblungen alljährlich abgenommen hat. Die Aussprache schließt. Die Abstimmung soll wegen des schlecht besetzten Hauses am Dienstag erfolgen. Abg. Ledebour (Soz.) protestiert und bec itragt Vertagung. Der Antrag wirb nicht genügenb unterstützt, da auch nur wenig Sozialdemokraten anwesend finb. Beim Artikel III wendet sich Abg. Liesching (Vp.) dagegen, Laß mit der Wehrvorlage eine Aenderung des Mannschaftsvcc- sorgungsgefctzcs verbunden wird. Er beantragt Streichung dieser Bcflimmungen. Ferner beantragt er, eine Verzinsung ber Ticnstprämie für Kapitulanten, bie vom 12. bis 18. Jahre dienen. Der zweite Anttag wird zurückgezogen, über den ersten wird am Dienstag abgestimmt. körperliche Jugendpflege. Abg. Müller-Meiningen (Vp.) beanttagt einen neuen Artikel Illa, wonach bic männliche Jugenb im schulpflichtigen Alter Turnunterricht erhalten soll. Die Deutsche Turnerschaft muß mehr unterstützt werben. Tie Bubgctkommission beantragt Resolutionen, wonach bie Wehrfähigkeit ber Jugenb burch eine bessere körperliche Ausbildung gehoben werden soll. Alle Verbände, bie ber körperlichen Erziehung ber Jugend sich widmen, sollen in dem Bestreben unterstützt werben, bie schulentlassene Jugend für den Heeresbien ft vorzubereiten. Kriegsminister v. Heeringen: Das militärische Turnen hat einen sehr großen Aufschwung genommen. Wir fördern Spiel unb Sport. Das Zidilturnen soll nut dem 22ilitärturncn zusammengehen. Den Resolutionen der Budgetkommission stimme ich gern zu. Auch mit ber Absicht des fortschrittlichen Antrags bin ich einverstanden. Aber bicse Sache gehört boch nicht zur Wehrvorlage. Tas heißt Würste machen, aber feine Gesetze. Abg. Mumm (Wirtsch. 23g.) Beantragt, nur SScrbänbc zu unterstützen, die auf dem Boden der gegenwärtigen Staatsordnung stehen, Abg. Heine (Soz.)» beantragt, alle Vorschriften aufzuheben, durch die die Erteilung des. Turnunterrichts.von dep p o li Li s ^-n od Mb. Deutscher Reichstag. 1C7. Sitzung, Sonnabend, 21. Juni. Rm Dundcsratstifch: v. Heeringen. Präsident Dr. Kaemps eröffnet bie Sitzung 12 Uhr 15 Min. IweUe Lejrmg der Wehrvorlage. (Neunter Tag.) Militärjustiz. Sächsischer General Leuckart v. Weißdors: wie der Abg. Stabthagen behauptet haben wll. Prinz Georg s. Z. ein Recht der Notwehr gegen 5kö^oroerletzungen burch Vorgesetzte verlangt hat. Ich muß dm, au,s ent)chicdcnste bestreiten. J^r Erlaß ist ourch vereinzelte ganz besttmmte Vorfommnksfe veranlaßt wordeir unb nur rn zwei Regimcnwtn. Uebrigens ist bie Zahl ber Mißhaiidlungen Veno dlrmee ständig heriintergegangen. Im Jahre bc Prozentziffer noch 1,21, im Jahre 1912 nur noch 0,18. itattnnbcnotu . Silngersff EE «ÄLEL- Stempel noch erheblich mehr aus, nämlich für 1913, 1914, 1915 dreiundzwanzig Millionen Mark, ferner durch frühere Aufhebung des Grundstücksstempels (1915 - und durch die Verschiebung des Besitzsteuergeseyes rund achtzig Millibnen Mark nach der Regierungsvorlage, darnach etwa hunderlzwanftg Millionen Mk., im ganzen etwa hundertvierzig bis- hundert fünfzig Millionen Mark für bic drei nächsten Jahre zusammen. Für die Deckung dieses Fehlbetrages tchcn Mn Verfügung aus 1912 etwa zwei weitere Millioncri nach den fünfundsiebzig Millionen, die schon eingestellt sind; aus» 1913 könnten etwa vierundzwanzig Millionen in Befrackt kommen. Der Schatzsekretärsagteine gebrurfte lieber» icht über biese Schätzungen zu. Tie zweite Lesung bes Wehrbeitrages. Ter Ausschuß beginnt hierauf bie zweite Lesung bes Wehr- beitrags. Der Berichterstatter Graf von Westarp berichtet «OerA - abe^i ivird'^jiB, ...... Herr» wen , MW ite &E Jjnienaai.Thür.Prosp.lr' lhvB/J Erfijider erhalten in allen Am. heilen toitcnlofe St- 1000 Eri-Problem-5 läuterungen über.- v melen30$a.l---,: strengste Gebem.- Patent-Ingenk.-" “ Hartthaler&Sc^i $ Wcber^^eE ; 18'bJ 1 fiel flDl zunächst über die Bittschriften. Es wird beschlagen, oie Bc- schlußfassmig über die ganze Frage der Beiteuerung bed Einkommens, bis zum § 31, der auch schon im E:ttwur, oavon handelt, auszusehen. Der Antrag des konservativen Berichterstatters, der eine Begrenzung des Höchstsatzes aus ein- u n d e i n v i e r t c l .Prozent fordert, wird gegen die Stimmen der Nationalliberalen, der Konservativen und eines Zentrums- Mitgliedes nach kürzer Aussprache ab gelehnt. Es wird darauf verwiesen, das; in der Oefsentlichkeit die Durch it a f l e- lung vielfach übersehen worden ist, die zur Folge habe, baß. der Höchstbetrag der Steuersätze für das ganze Vermögen niemals erreicht werde, da immer c i n T e i l des Der in' ö g c n d, zu den niedrigeren Sätzän veranlagt wird. Der Paragraph 12, der von der Besteuerung der Aktiengesellschaften lhanbelt, wurde nach , längerer Aussprache in folgender, vom. Berichterstatter vorgeschlagenen Fassung angenommen: Beitragspflichtig sind Akticn- gesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien und zwar erstens, wenn sie im Inland ihren Sitz haben, mit den in der Bilanz des letzten Betncbsjahrcs angeführten wirklichen Neierve- kontenbeträgen, zuzüglich etwaiger Gewinnvorträge, abzüglich der Fonds für Wohlsahrtseinrichtungen; zweitens. wennZic im Jn- landc keinen Sitz haben, mit ihrem inländischen Grund- und Betriebsvermögen. Von dem Beitrag befreit sind inländische Gescllschafteii, welche mach der Entscheidung des Bundesrats ausschließlich gemeinnützigen Zwecken, insbesondere auch der Förderung der minderbeniitteltcn Volksklassen dienen, den zur Verteilung gelangenden Reingewinn satzungsgemäß auf eine höchstens vierprozentigc V e r z i n s u n g der Kapitaleinlagen beschränken, auch bei Auslosungen oder für den Fall der Auflösung nicht mehr als den Nennwert ihrer Anteile zusichern und bei der Auslösung den etwaigen Rest des Gesellschaftsvermögens für gemein nübigc Zwecke bestimmen. Ferner gelangte ein gemeinschaftlicher Antrag der Volks- Partei und des Zentrums zur Annahme, wonach Gesellschaften vom Wehrbeitrag befreit sink», welche im Durchschnitt der letzten fünf Jahre — oder wenn die Gesellschaft erst kürzere Zeit besteht, im Durchschnitt der bisher abgeschlossenen Geschäftsjahre — weniger als drei vom Hundert Gkiuinn verteilt haben und bei denen der Kurs- oder Verkaufswert achtzig Prozent des Kapitals nicht übersteigt. Gegen diese Anträge stimmten nur die Sozialdemokraten, die die Regierungsvorlage aufrechterhalten wollten. • Nächste Sitzung Montag 11 116r mit der Tagesordnung: An die zweite Lesung des Wehrbeitrags wird sich die des Zuwachssteuergesetzes anschließen. Deutsches Aeictz. Die Betriebseinnahmen! der preußisch-hessischen Staatseisenbahnen betrugen im Monat Mai 1913 gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 5,9 Millionen Mark gleich 9,25% mehr; im Güterverkehr 3,6 Millionen Mark, gleich 2,79% mehr, insgesamt mit Einschluß der Mehreinnahmen aus sonstigen Quellen 10 Millionen Mark, gleich 4,9-1% mehr. Di e M i l i t ärm u s i ke r. Zur 2. Lesung des E r g ä n z u n g s e 1 a t s für das Reichs- Heer beantragt die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß den M i l i t ä r m u s i l e r n gegen Entgelt zu musizieren oom 1. Oktober ab verboten wird. Reichstags abgeordneter Kaden f. Der Verleger der „Dresdener Volkszeitung", der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Kaden, ist am Samstag mittag nach längerem Leiden gestorben. AuslanD. Das neue dänisiche Kabinett. Der König von Dänemark empfing am Samstag den Führer der radikalen Partei, Zahle, der die Ministerliste vorlegte: Das vom König genehmigte Kabinett setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräsident und Justizminister: Zahle. Verteidigungs- Minister : FolkethingSabgeordneter Münch. Finanzminister und, interimistisch, Minister für auswärtige Angelegenheiten: Landsthingsabgeordneter Edvard Brandes. Das Ministerium des Aeußcrn ist noch unbesetzt, da die für diese ausersehene Persönlichkeit sich int Auslande befindet. Minister für Kirche nnid Unterricht: Folkcthinasabgeordncter Pfarrer Keifer-Nielsen. Landwirtschaft: FolkethingÄlbgeordneter Bauernhofsbcsitzer Kr. Pedersen. Minister des Innern: Folkethingsabgeordncter Redakteur O v c r o d e. Minister für die öffentlichen Arbeiten, Handel und Schiffahrt, interimistisch: Bankdircktor Hassing-Jör- g e nf e n. Das Urteil gegen die Mörder Schefket Paschas. Die kriegsgerichtliche Verhandlung gegen die Mörder Mahmud-Schefkets dauerte bis 1 Uhr früh, dann wurde das Urteil gefällt, das darauf dem Sultan zur Bestätigung unterbreitet wurde. Die Verurteilten werden Montag früh an verschiedenen Stellen der Stadt gehängt. Tie Mörder Nazim, Hikmet und Abdur- rahman sind noch immer nicht verhaftet. Prinz Sa bah - Ed bin richtete an die Polizei ein Schreiben, in bem er mittcilt, daß er sich an einem sicheren Orte versteckt halte unb ruhig den Gang der Untersuchung verfolge. Vom argentinischen Gefrierfleisch. Die Mehrzahl der englisch-argentinischen Gefrierfleischgesellschaften werden in der nächsten Woche ihren Betrieb cinstellen. Einweihung des 4. Ncmfmannzerholungrheims zu Sad-5alzhausen. Bad-Salzhausen, 22. Juni. Als ein Denkmal werktätigen Gemeinsinns unb ein Merkstein unserer sozialen Entwickelung steht das nunmehr in unserem Badeorte vollendete vierte Heim der Deutschen Gesellschaft für Kaufm an ns-Er- holungsheimc da. Es führt den Namen Ernst- Lud wi'g -He im. Gerade der Großherzog war es, der dem Plan der Gesellschaft sofort zustimmte und in dem idyllisch gelegenen Salzhausen den Bauplatz kostenlos zur Verfügung stellte. Kommerzienrat .Kloos-Nidda spendete ein weiteres Grundstück. Das Gebäude ist nur wenige Minuten vom Kurhaus entfernt und steht nahe der Straße nach Mdda. Es schmiegt sich an eine bewaldete ^Anhöhe und liegt lstrlb versteckt in dem schönen Tannenwalde. Von hier aus hat man einen herrlichen Ausblick über die Ebene und bis hin zu den Vorhöhen des Vogclsberges. Die Pläne zu dem .Heim hat Baurat Becker-Mainz entworfen. Das dreistöckige 'Bauwerk enthält im Erdgeschoß große Gr- fcNfchaftszimmcr und Wirtschaftsräunie, Spielzimmer, Räume für Bibliothek, Lesezimmer und dergl. mehr. In den beiden oberen Stockwerken befinden sich außer Wohn- räumen füfr‘ den Verwalter 70 Zimmer mit rund 100 Betten. Das Dachgeschoß enthält Räume fiir das Personal des Hauses. Tas Cfcbäubc ist mit allen (Sin rieb tun gen der Neuzeit versehen, besitzt Zentralheizung, Wasserleitung und elektrische Beleuchtung. Das Licht erlstilt das Heim von der Ueberlandzentrale Wolfersheim. Um die Gebäulichkeiten sind schmucke Anlagen entstanden, die in geschmackvoller Weise den umgebenden Naturpark des Tannenwaldes ergänze,: und ausschmücken. Tie Gesamtb au kosten belaufen sich auf nahezu 200 000 Mark. Jeder, der diesen herr- lich gelegenen Ort besucht, wird sich in dem Heim wohl unb behaglich fühlen. Es sind denn auch die Anmeldungen bereits sehr zahlreich ein gelaufen. Der Pensionspreis ist außerordentlich niedrig gefetzt und beträgt für den Tag 2,80 Mart für Wölbung, Verpflegung und ärztliche Behandlung. Tie Differenz zwischen den Selbstkosten und dem zur Erhebung kommenden Betrage wird durch Zuschüsse der Gesellschaft gedeckt. Das Henn gewährt männlichen und weiblichen minderbemittelten selbständigen Kaufleuten, sowie laufmännischen Angestellten und deren Familien Lllrf- nahme, ist also eine soziale Fürsargeeinrichtun g ersten Ranges. Die Grundsteinlegung fand am 24. September 1911 statt. Nach IMähriger Bautätigkeit steht jetzt das Heim nun vollendet da, und konnte heute seine Weihe im Beisein zahlreicher Festgäste empfangen. Um l/al2 Uhr versammelte sich in dem Festzelt neben dem Heim eine stattliche Zahl' von Gästen, darunter der Vertreter des Großherzogs und der hessischen Staatsregierung, der Minister des Innern Exzellenz von Hombergk zu Vach, Geheimer Oberforstrat Walkte r-Tarm stad t, Provinzialdireltor Dr. U s i n g e r - Gießen, Landtagsabg. Breidenbach u. a. Tie Feier wurde durch den Choral „Das ist der Tag des Herrn" von der Kapelle der 116er eröffnet. Tie Begrüßungsrede hielt der Vorsitzende der Gesellschaft für Kauf mannserholungsheime, Kommerzienrat Baum-Wiesbaden, Nachdem er die Gäste und die verschiedenen Abordnungen begrüßt hatte, stattet er dem Großherzog Dank ab, dafür, daß er aus seinem Tomi- nialbesitz den Bauplatz zur Verfügung gestellt und gestattet hat, dem Heim den Namen Ernst-Ludwig-Heim zu geben. Sein Hoch galt dem Schirmherrn des Heims. Darauf spielte die Musik die Hymne. Unter Leitung des Lehrers Lenz- Geiß-Nidda trugen die vereinigten Gesangvereine aus Nidda unb Geiß-Nidda in schöner Weise das Lied vor „Tie Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Landtagsabg. Kommerzienrat Molt h a. n - Mainz hielt die Festrede. Er gibt einen Rückblick auf die Verwirklichung des sozialen Gedankens, der die vor kaum 3 Jahren gegründete Gesellschaft leite und drückt seine Befriedigung darüber aus, daß das Heim auf hessischem Boden entstanden sei als ein Werk sozialen Friedens unb sozialen Ausgleichs. Wie groß die Opferfreudigkeit des deutschen Kaufmanns- standes sei, gehe daraus hervor, daß seit dem dreijährigen Bestehen der Gesellschaft 1% Millionen Mark bar geschenkt, 700 000 Mark an Obligationen gezeichnet und 170 000 Mark an Mitgliederbeiträgen gezahlt worden sind. Es sollen insgesamt 20 Erholungsheime in den verschiedensten Gegenden des Reiches entstehen. Er spricht der Regierung und den Ständelammern Dank aus für ihr Entgegenkommen und die Unterstützung. Dann weift er auf den mächtigen Aufschwung von Handel und Industrie, auf die Notwendigleit einer starken Wehrmacht, auf das 25jährige Regierungs- jnbiläum und die Jahrhundertfeier hin. Begeistert stimmte die Festversammlung in das Hoch auf den Kaiser ein. Vom Großherzig war inzwischen ein Telegramm cin- gelaufen, in dem er seine besten Wünsche für die neue Anstalt ausdrückte. Minister .Exzellenz von Hombergk zu Vach erklärte, daß Großherzog und Regierung in der Vollendung des HeimS ein Unternehmen von großer vaterländischer Bedeutung für das Reich erblicken. Ter Großherzog habe gerne das Protektorat übernommen und dem Heim seinen Namen gegeben. Der neue Bau sei ein neues Glied sozialer Einrichtungen int deutschen Vaterlande. Der Gesellschaft gebühre Dank, daß sie das idyllisch gelegene Salzhausen, bevorzugt habe. Zum Schlüsse übergab er im Auf tr age des Großherzogs dem Kommerzienrat Baum-Wiesbaden, dem Anreger und Gründer der Gesellsck)aft, das Ritterkreuz vom Verdienstorden Philipps des Großmütigen. Glückwünsche überbrachten nunmehr: Bürgermeister Erck- Nidda, Beigeordneter Röper-Salzhausen, Rektor Prof. Dr. Eck namens der Landes-Universität Gießen, Kreisamtmann Freiherr von Graney-Nidda, Müller-Bad-Nauheim namens der Handelskammer Friedberg, Kommerzienrat Heichelheim namens der Handelskammer Gießen, Dr. Jung namens der Handelskammer Mainz, Kommerzienrat Trier namens der Handelskammer Darmstadt und ein Vertreter des Darmstädter Privatbeamtenvereins, dem es als einem der ersten Gäste im neuen Heim außerordentlich gefällt. Unter den zahlreichen Glückwunschtelegrammen befanden sich solche von der Mainzer Handelskammer, Dr. Bamberger- Mainz, vom Hausabuud, aus München und vom Offizier- lorps des Pionierbataillons Nr. 25. Einen stimmungsvollen Abschluß fand die Feier intrd) den Vortrag deS Meder- ländischen Tankgebets durch die vereinigten Gesangvereine Nidda-^Geiß-'ilcidida in Begleitung der 116 er Kapelle. Um 1 Uhr erfolgte die Besichtigung des Heims, unb um 2 Uhlr fand im Kurhaus Festessen statt. Der prozetz Spohr-Lachem. Frankfurt a. M., 21. Juni. Ter zweite Verhaudlungstag beginnt mit Verlesung des einen, rechtskräftig gewordenen Strafbefehls über 100 Mart gegen Dr. Spohr. Die Zeugin Frau Dr. Spohr wendet «sich gegen die Ausführungen von Professor Neißer, daß sie die Desinfektion nicht ordnungsmäßig ausgeführt habe. Aus Befragen erllärt sic, daß in der Krankenhausbaracke sogar gekehrt worden sei, so daß der Staub im Zimmer umhergeflogen sei. Auch sonst sei die Desinfektion in der Krankenhausbaracke sehr mangelhaft gewesen. Die Plaidoyers. Staatsanwalt Bertog ergriff sodann das Wort zum Plai- doyer. Es ist gestern, so sagte er, hier eine Reihe medizinischer Fragen erörtert worden, die nur zum Teil interessieren. Tie Aullage bat sich auf bestimmte Fälle beschränkt, nämlich auf die Erkrankung der Frau Tr. Strünkmann, der Vera Spohr, des Frl. Koch und ihres Dienstmädchens, des Dr. Dclosea und des Todes der Frau Funk. Ich teile die FäUe ein in die beiden Hausfälle (Frau Tr. Strünkmann und Vera Spohr) und in die auswärtigen Fälle. Es ist mir unverständlich, wie Dr. Spohr in den Fällen Dr. Strünkmann und Vera Spohr es wagt, eine Fahrlässigkeit zu bestreiten. Es klingt allerdings wie ein halbes Geständnis durch Dr. Spohrs und seiner Frau Angaben, wenn sie sagen, daß sie nur deshalb keine Anzeige erstatteten, weil sie Angst vor der KrankenhauÄehmidlung hatten. Das heißt also, daß sie das, was sie taten, eigentlich nicht tun dursten. Er ist schuldig, in fünf Fällen sich der fahrlässigest Körperverletzung und in einem Falle der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht zu ljabeu. Er läßt Frau Dr. Strünkmann in sein Hans, in sein Krankenzimmer, gibt ihr die Hand unb unter- l>ält sich mit ihr. Das ist auch eine grobe Fahrlässigkeit: er, als Mediziner, mußte sich die Folgen vorstellen. Ter zweite Hausfall liegt nicht minder schver. Tr. Spohr falt seine Kinder zu früh aus Gießen zurückkehren lassen, Frau Strünkmann lag noch schwer krank. Er hat sich also der fahrlässigen Körper^ Verletzung gegenüber seiner eigenen Tochter schuldig gemacht. Aehn- lich liegen die drei anderen Fälle, in benen ein kausaler Zu- ammenhang sicher feststeht. Kein Mensch ist in der Lage, mit zwingender Gewißheit zu sagen, wie das Gift umhergeflogen ist. Sämtliche Sachverständige — außer Dr. Böing — haben erklärt, paß die Krankheit, die in den benachbarten Käufern aus- brach, auf die Erkrankungen im Hause Spohr zurückzuführen sind. Nun wird mir eingewotzstn werden, daß die Seuche auch aus- gebrochen wäre, wenn die Leute ins Krankenhaus gekommen wären. So ist aber die Frage schief gestellt. Bei den Angeklagten handelt cs fisch darum, ob sie die beschränkten Pockenfälle in der Nähe ihrer Wohnung durch ihr Verlialten gefördert lMben. Es ist eine ganz andere Frage, ob auch vom Krankenhaus aus Pockenfälle sich hätten verbreiten können. Wäre das geschehen, o hätte der Staatsanwalt sofort geprüft, ob die Krankenhausbehandlung eine Fahrlässigkeit verursachen könnte. Die Fahrlässigkeit Dr Spohrs bestelp aus drei Momenten, erstens aus seinem eigenen Verhalten vor und nach der KranklM, zweitens aus der ma ng el haften Absperrung des Hauses unb drittens aus der Unterlassung der Anzeige. Grob fahrlässig war fein Verhalten auf der Veranda. Er hat mit der Schere Körperteilchen entfernt, fortgeworfen unb sofort infiziert, woran die Nackbarfchast Anstoß nahm. Er mußte damit rechnen, daß die Hautfetzchcn durch den Wind fortgewetzt werden konnten. Eine weitere Fahrlässigkeit liegt darin, daß er seine Kinder ohne Vorsichtsmaßregeln nach Gießen fahren ließ. Nun zu der mangelhaften Msperrung des Hauses. Die Hausvstege war berarr, daß trotz aller Absperrung eine Reitze von Besuchern, wie her Ehemann Strünlmann, Professor Schiveninger, Oberst Spohr, die Putzfrau als Besucher des HauscS geduldet wurden. Es ist fahrlässig, daß Tr. Spohr den Verkehr mit der Außenwelt nicht unterbrochen hat. Ferner war die Tesinsektion mangelhaft. Frau Tr. Spohr, die das Höchste geleistet hat, war doch nicht zur wirkungsvollen Tesinfektion so geeignet, wie ein geschultes Personal. Als sich Dr. Spohr gesund stitzlte, ist die ^Dcscnfckrion ansgesührt worden, obwohl Frau Strünkmann, die Trägerin des Krankengiftes, noch krank war. Fahrlässigkeit ist ferner, daß Tr. Spohr in die Schweiz reiste und sich inn nichts kümmerte und so feiner Frau die ganze Verantwortung überließ. Eine außerordentlich grobe Fahrlässigkeit liegt in der Nichtaufstärung seines eigenen Dienstmädchens. Die dritte Unterlassungssünde ist die Nichtcrstattung der Anzeigcpflicht. Sie stellt nur ein Minimum für den Arzt bar. Auch der Tod der Frau Funk ist auf die Pockenerkrankungcn zuriickzufützren. . Was Dr. Bachem betrifft, so war er mehr das Obickt in den Händen Dr. Spohrs, was strafmildernd in Betracht zu ziehen' ist. Er hat sich beziüglich her Fran Strünkmann und der Vera Spohi' schuldig gemacht. Er fühlte sich als Assistent Dr. Spoh>rs: wär er cs aber nicht, so war er als Arzt anwesend. Er mußte siich sagM, daß hier nicht energisch eingegriffen wird. Tas Strafmaß gegen die beiden Angeklagten ist nicht ganz einfach zu finden. Tr. Spohr ist auf der einen Seite hart dadurch bestraft worden, daß er selbst krank wurde, daß seine Praxis durch die öffentliche Verhandlung geschädigt ist, daß seine Fran seelisch erregt ist, und daß vielleicht ein gewisser Fanatismus vorliegt. Zu seinen Uugunsten spricht aber die außerordentlich große Fahrlässigkeit. Wenn die Anllagebelwrde, die ich als durchaus objektive Behörde ansehe, das Für unb Wider abwägt, so sinkt die Wagschale sehr zu Ungunftcn Tr. Spohrs. Verletzt ist die Masse des Publikums. Es hätte eine ungeheure Gefahr für das Publikum entstehen können. Dem Walten einer gütigen Vorsehung ist es zu danken, daß. nicht mehr Unglück entstanden ist. Mit Rücksicht auf die außerordentliche Gefährdung des Publikums n nd die grobe Fahrlässigkeit beantrage i ch gegen Dr. Spohr sechs Monate, gegen Dr. Bachem zwei Monate Gefängnis. Ter Verteidiger Rechtsanwalt Tr. <5 fetten Reimer ist der Ansicht, daß Dr. Bachem sich keiner Fahrlässigkeit schuldig gemacht bat. Er war nicht als Assistent oder als behandelnder Arzt im Spohrschen Hanse, sondern lediglich als junger Mediziner, um etwas zu lernen. Er hatte nicht das Recht, sich irgendwie einzumischen. Was Tr. Spohr anlangt, so ist der ursächliche Znsammenlsting zwischen bei- Erkrankung Dr. Svohrs und den Erkrankungen der Frau Tr. ©trün'hnamt und dcr Vera Svobr gc geben. Mit der anderen Gruppe der Erkrankten bcstekst aber fein Zusammenhang. Tie Frage der Uebertragung ber Pocken erkranklingen ist in ber Medizin nicht geklärt. Wir haben rn Tcutschlanb Seuchen gehabt, wo sich die Krankheit trotz aller Maßnahmen der Behörde weiter verbreitet hat. Im vorliegenden Fall läßt sich nicht nachweisen, daß durch irgend eine Nachlässigkeit Tr. Spohrs eine weitere Pockencrkranknng entstanden ist. Wir wissen nicht, wie sich h as Pockengist verbreitet. Man kann nicht einen Menschen beftrafen, wenn durch irgend einen Zwischenfall neue Erkrantnngen entstehen. Im Fall Vera Spohr liegt keine Fahrlässigkeit vor. Nun saat der Kreisarzt, wenn er die Erkrankung Tr. Spohrs erfahren hätte, so hätte er sofort die Ueberführnng ins Krankcnhans verfügt, denn ,jeher Erwachsene müsse in bic Baracke". Tann hätte er gegen das Gesetz verstoßen, denn die lleberfübrung darf nicht verhängt werden, wenn in der Behausung des Kranken die erfordei-lichen Ein- rid-,hingen getroffen sind und wenn der behandelnde Arzt sie-ohne Sckiädignna des Kranken nicht für zulässig erachtet. Die nöti = gen Vorkehrungen warenalllegetroffen.Dr. Spvhr, der sich selbst behandelte, hätte geaen die Ucberfichrung Widerspruch erhoben. Der Kreisarzt hätte sich also schuldig gemacht, wenn er au5 Gründen ber Zweckmäßigkeit die U eher sie delung Tr. Spohrs ins Krankenbans verfügt hätte. Tnrch Unterlassung der Anzeige ist also, so legte der Verteidiger naher dar, keine Schntzmaßrägel unterblieben. Wäre Tr. Spohr ins Krankenhaus geschafft worden, so hätte das auch nichts genützt. Ter Kreisarzt hat in seinem Bericht in den Polizeiaktcn ausdrücklich bestätigt, daß die A b s o n d e r u n g s - und T c s i n s e k t i o n s m a ß n a h - men i m Spohrs ch e n Haus in durchaus genügender Weise erfolgt waren. Es wäre vielleicht im Fall Spohr und Backum außer ben Strafbefehlen nichts geschehen, wenn nicht die öffentliche Meinnng von dem Aerztlichen Verein angefacht worden sei, der Artikel in bic Zeitungen brachte Ter Verteidiger hebt hervor, daß der eine Strafbefehl rechtskräftig genwrben ist, unb ersucht das Gericht, eingehend die Frage des Verschildens zu prüfen. Von einer fahrlässigen Körperverletzung ober Tötung könne keine Rede sein, höchstens hätten sich bic Angellagtcn eines Vergeh cm s gegen das Seuche n g e s c tz schuldig gemacht. Staatsanwalt Bertog zielst bezüglich Dr. Bachems anßerdem noch den § 327 des Strafgesetzbuches an, wonach die wissentliche Verletzung der Mspcrrungsmaßnabmen bestraft wird, unb beantragt gegen Dr. Bachem eine Erhöhung der Gefängnisstrafe von zwei auf brei Monate. Rechtsanwalt Dr. Svohr weist im Eingang seines Plaibopcrs auf bic Schwierigkeit hin, die bezüglich der Uebertragung dcr Becken in der Literattir herrscht unb vertritt bic Ansicht, baß die Pockenfälle in der Nachbarschaft mit den Pockemällen im Spohrschen Haus in keinem Zusammenhang stehen. Wenn ein Zusammenhang möglich sei, so könne man nur an eine Luft - Übertragung denken. Der Verteidiger legte eingehend dar, daß bic Angeklagten keine Fahrlässigkeit trifft, unb zitiert einen aestern verlesenen Ausspruch von Robert Koch, der sich über den Versuch von lückenloser Isolierung im Krankenhaus bei Vvckcn- crfranFungcn lustig gcmächt habe Ter Verteidiger führt aus, daß cs aenen die Uebcrtraguna ber Bocken durch die Lust kein sicheres Mtttel gebe und plädiert auf Freisprechung von der Anklage ber fahrlässigen Körperverletzung unb fahrlässigen Tötung. Das Urteil, das stach fast 2V2ftünbiger Beratung gegen 2 Uhr verkünbet wurde, erkennt gegen Dr. Spohr unb Dr. Bachem wegen Ueber- tretung bes Seuchengesetzes auf je 300 Mark Geldstrafe. %1.R( 2ir| ttt «*«•’ Kr S=? SÄ! w Provinz pe diesem Zweckes in Mrimr-1 de Veile, ohne m\\ treten, enliPJ0^ auf Miwocha Heren Besuch An die Be $r, Aeis'Mlnn- Mfieraoflhmi! leimest flimit" genau ut ft* reMWen R's flnnben, bic als d Volksseele auf drei Miet dr Sprache. Mundarten an ülttme nur no lallen gebliebei Mrlnniderte mainiscben Kel besonders des mächtig vordri TAodmias bei Manisches 6 unterschieden i werden, daß ii lümliWen, c finde, während Refabr wenig bargebietes an heilen der ein MH. wozu i< gehört, den Nc von Darnistad spräche Hegte, und Niederliei streckende Pr> fierb", „Der i Lennig, „Von die „Jammer' Hnlnnst unie dabin ans, dc die Tvrachen ünnlichkeiten bäbteiiunb ir bin fteftfiitffei wirlfcbaft tre /int) ober ein I . M sie zu er Ii iiberfinupt mög | fo wissenschgllli I Sprache nicht ^rlah. Viel n Greife eingedrn ininberroertig fi ;'ii klärend zu M Vorträge ■liihmbme von immer wieder i lotndie der Bm "hi' der auch ss , dlns Vemnl 'and unter Leiti Greins .Eintr, Mten die Anii uisl^vnnn Ml uuewöller Lick Ader Volksieb ^'chelbach, lieb, ^.''llerbnrschei, Wil sie bei eii | heftigen ninbegeiioinm ?5!nSch"ne« EMnbeSrf 8 will er sei» Ä ur(,eirntc > 's uerobr Wandler UUl b". Nargräit ab Vte,u der P als die Ü N-d< Soltaus. . S^nirfjb'i v . Mi'kilbauer, e1 sihlttniden ^ntiivalb er, an CVV'ccl,t S ?? das A hb. Achter n "nb bhe".3u '"allrjE^ ^^oHen der Stadtkasse eingelost morden sind, wurden verbrannt. Die Mt, 43-46 79-85 49-54 88—96 47-00 98-00 55.00—57.00 70.00-73 00 55.00—57.00 70.00—78.00 54.50-57.50 70.00—73.00 54.00—57.00 70.00—73.00 bis 8. Juli d. Js. in Marburgs Mauern ein Sänger o. Mr wird am Konzert- F-moll- folgende Es-dur, 93-97 85-91 58-62 54—57 Mk. 51-56 47—50 46-50 40—44 40-45 33-39 86-89 77-85 75—84 68-78 Tendenz: Ochsen, Kühe und Kälber bleibt ruhig, Schweine bleibt Ueberstand. Ueberstand, Schake Preis für 100 Psd. Lebend» Schlacht gewicht 98-105 92—97 einen etwas mehr, dem andern weniger. Ganz vorzüglich Hoben N der Thimbauer und seine Tochter Liss'l in ihre Nollen gedacht. ouch die Marqräit von Haoschderbock, ihr halbidiotischer Sohn voitl und der 3od*I Dimn der Rauboch, sowie der Schröpp'r boten achtenswerte Leistungen. Daß die „Oi.rewöllcr" Mundart mauch- mal zu wünschen übrig ließ, soll nicht so hoch gewertet werden, aiini -schlich sei noch die ganz vortreffliche Wiedergabe der beiden Odenwaldtänze erwähnt, sowie die Musikbegleitung des Herrn Caipv. die der jeweiligen Situation angepaßt war. ivenig gut cntroicfeltc Färsen.... ältere ausgemaslete Kühe Mäßig genährte Stühe und Färsen. . Kälber. Mittlere Mast- und beste Saugkälber. Geringere Mast-- und gute Saugkälber Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer unb jüngere Masthammel S ch wein e. Vollfleischige Schweine von 80 —100 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Dollfleischtge Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht Dollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht ie. Frankfurt n. M., 23. Ium. f e st gehalten werden. Zahlreiche Gesangvereine haben bereits ihr Erscheinen und ihre Mitwirkung zugesagt. X Hanau, 21. Juni. Ein hiesiger Rentner erhielt einen Erp res sc rb ri e f, in bem er ersucht wurde, an Ochsen. Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, 4—7 Jahre alt die nock nicht gezogen haben (nngejochte) . . Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Färse n, K ü h e. Vollfleischige ausgem. Färsen Höch t. Schlachtw Vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlach- wertes bis zu 7 Jahren Etüde in C-dur von Anton Rubinstein, LiebeStraum Nr. 3 und die berühmte Campanella von Franz Liszt. Die Leitung deS Konzertes liegt in den Händen von Professor HanS Winderstein. r. Buhbach, 20. Juni. lGemeinderatssihuug.) Anwesend: Bürgermeister Flach, Beigeordneter Heil, die GemeinderatSmit glieder Heil, Tröster, Grauer, Oppenheimer, Braubach, Müller und Hehd. Entschuldigt fehlen: Beigeordneter Hadermann, die Gemeinderatsmitglieder Tr. Vogt und Heinrich Küchel. Die ausgclosten Obligationen und Zinskoupons für 1912, die bei einigten Staaten Nordamerikas beliebteste Pianist, kommenden Donnerstag als Gast in unserem neuen bause auftreten. Der gefeierte Künstler wird das Konzert von Chopin mit Orchesterbegleitung und Solostücke zum Vortrag .bringen: Romanze in Märkte. fc. Frankfurt a.M. Vieh hof-Marktbericht vom 23. Juni. Auftrieb: Rinder 1478, darunter Ochsen 625, Bullen 63, Kühe und Färsen 780, Kälber 322, Schaie 112, Schweine 2370. liniverfifätssUcMbrictytcn, — Tie 50jährige Toktorinbelleier begeht am 24. d. MtS. der Mathematiker Geheimrat Prof. Tr. Rudolf Stur m in Bicsla u. Von 1872—1878 war Sturm als ordentlicher Professor für darstellende und lynchet. Geometrie und graphische Statik an der Technischen Hochschule zu D a r m st a d t tätig, kam dann an die Akademie zu Münster und 1892 nach Breslau. — Die Universität zu Königsberg i. P r. zählt in diefem Sommersemester 1646 uninntritulicrte Studierende. Dazu kommen 98 Hörer. Die Gesamtzahl der Berechtigten ist mithin 1744 (gegen 1782 . — Exzellenz Pros. Dr oec pol., phil. et jnr. Gustav von S ch m o l l e r in Berlin, Mitglied des Staatc-rats, des Herrenhauses unb der vreußischeu Akademie der Wissenschaften, Historio- gravh der branoenbiirgischen Geschlchte, vollendet am 24. Juni das 75. Lebensjahr. Gemeinderatswahl wurde auf Mittwoch, den 2 4. Sep lember 1913, von vormittags 9 bis abends 5 Uhr ohne Unterbrechung festgesetzt. Als Beisitzer wurden gewählt die Fabrikanten Wilhelm Braubach und Joseph Oppenheimer, als Stellvertreter Gastwirt Friedrich Wilhelm M ü l l e r und frauf- mann Friedrich Jakob Hehd, als Protokollführer Stadtsekretär Ludwig Köhler und als Stellvertreter Kaufmann Jakob Wilhelm Heil. Tie Gemeinde Butzbach soll einen Wahlbezirk bilden. Rach Mitteilnng des Bürgermeisters Flach haben wegen Ablauf der Dienstzeit äuszuscheiden: Gerbereibesitzer Johann Heinrich KÜchel, Gastwirt F. W. Müller und Medizinalrat Dr. Vogt. Ersatzmänner sind zu wählen für den verstorbenen Werkmeister Dern ein Mitglied auf die Dauer von 9 Jahren, für den Beigeordneten Hadermann ein solches für die Dauer von 6 Jahren und für den verstorbenen Bauunternehmer Arnold. O e h l s ch l ä g e l einer desgleichen auf die Tauer von G Jahren. — Tas von Kreisrat Schliephake als Präsident des Oberhessischen Obstbauvereins an den Stadtvorstand gerichtete Tankschreiben, in dem der Stadtverwaltung, sowie den Bewohnern der Stadt der Dank für den überaus herzlichen Empfang gelegentlich der Feier des 25jährigen Bestehens des Oberhessisclren Obstbau Vereins ausgesprochen wird, wurde verlesen. — Das Gehalt der Hebamme Frau Da hm er wurde mit Wirkung vom 1. April 1913 nm 50 Mk. erhöht. — Das Gesuch des Rudolf H a r d u n g aus Frankfurt a. M. um Erteilung der Wirtschaftsfonzession im Bahnhofsgebäude wurde unter Bejahung der Bedürfnissiage zur Genehmigung befürwortet. — Gegen das Aufheben der M ü l l - ab fuhr hat eine Anzahl Belvohner Einspruch erhoben. Gemeinderat Hehd unterstützte diese Eingabe und beantragte sofortige Abhilfe. Oppenheimer berichtete über die mit Unternehmer Adam in der Sitzung der Finanzkommission geführte Verhandlung, ebenfalls Gemeinderat Heil. Ter Ausschußbericht vom 20. Mai 1913 wurde hierauf verlesen. Tröster beantragt noch mals mit Unternehmer Adam zu verhandeln. Oppenheimer stellt hierauf den Antrag, der angenommen wurde, dem Unternehmer Adam von jetzt bis zum Ende des Rechnungsjahres, April 1914, eine Entschädigung von 200 Mk. zu bewilligen und die Finanzkommission zu beauftragen, für die folgenden Jahre bei Ausstellung des neuen Voranschlags für 1914 diese Angelegenheit neu zu regeln. Hehd schlägt die Anschaffung eines einheitlichen Gesässes für die Aufbewahrung des Mülls vor. Unternehmer Ada in soll nur das Müll von den Bewohnern, die Kehrgebühren bezahlen, mitnehmen und keinen Bauschutt und dergleichen. Dem Antrag Tröster, die Finanzkommission zu beauftragen, für das nächste Jahr ein Projekt auszuarbeiten und mit Vogt wegen Ueber- iaffung eines Platzes für eine Schuttabladestelle in Verbindung zu treten, wurde zugestimmt. — Dem Verträge Müller, der erwählten Armenkommission alle vorkommenden Fälle von Familienunterstützungen zur Erledigung zu überweisen, wurde entsprochen. - Tie Baukommission beantragte, die Beratung des Bebaunngs planes von Flur VIII Blatt 4 heute noch vorzunehmen. Ta von keiner Seite Widerspruch dagegen erhoben worden mar, wurde in die Verhandlung cingetreten. Oppenheimer erstattete namens des Bauausschüsses Bericht und legt den Entwurf des neuen Be lwuungsplanes von Flur VIII Nr. 4 dem Stadtvorstand zur Einsicht vor. Er 'beantragte, dem Beschlüsse des Bauausschüsses zuzustimmen, nn3 auch geschieht. Hiernach sind die vorgesehenen, mit Blei eingezeichneten Bau- und Straßcnfluchtlinicn der Tau- nnsstratze vom Stabsarzt Dr. Stühlerschen und Griebelschen Hause bis zum Zipfenwald genehmigt. Tie Vorgärten sind in der Breite, nric sie in dem Bebauungsplan eingezeichnet, vorgesehen worden. Hessen-Nassau. — Marburg, 22. Juni. Der hiesige Männergesangverein Liedertafel begeht in diesem Jahre sein goldenes Wiegenfest. AuS diesem Anlaß soll in den Togen vom (Orig.-Telegr. des „Gieß. 2(11.1*) Amtliche Notierungen der heutigen Frucht markt vrei se. einer näher bezeichneten Stelle 2000 Mark nioderzuleg^n, widrigenfalls ihm ein Leid zugefilgt werden mürbe Der Rentner übergab den Brief der Polizei, die den zum Nieder- legen des Geldes bestimmten Platz unauffällig beobachten liest. Bald stellte sich ein junger Mensch ein, der zwar den erhofften Betrag nicht vorfand, d-afiir aber fesdgenommcn wurde. Es war ein 13 Jahre alter Schüler einer lsiesigen höheren Lehranstalt, der angab, durch das Lesen einer Novelle zu dem bedauerlichen Vorgehen verleitet worden zu fein. X Fulda, 21 Juni. Das beim Di fiel rasen- Tunnelbau benutzte große eiserne Vortriebsschild, das zur Ueberwindung der Tonstrecke in der Nähe des Südportals diente, ist jetzt bis an das Mauerwerk der nn- schliestenden fertiggestellten Tunnelstrecke gcckommen Somit ist die Tunnelstrecke, die bisher so ungeheure Schwierigkeiten gemacht hat unb die Ursache der Verzögerung beim Bau des Tunnels war, überwunden. Nun ist nur noch ein kurzes Stück von 150 Meter Länge am Nordende des Tunnels zu bauen, doch liegen hier Tone, die von wasserführenden Braunkohlenschichten durchzogen sind und deshalb dem Tunnelbau wohl noch größere Schwierigkeiten bereiten werden, als die jetzt fertiggestellte Tonstrecke. gen- iteF Vermachter. * Opfersinn eines Offizie »s. Aus Aschaffenburg, 21. Juni, wird gemeldet: Auf dem Truppenübungs- platze .Hammelburg erlrantte der Artillerist Franffnrter aus frliugcnmünflcr bei der 2. Batterie des 11. Feld-Artillerüregi- meuts an allgemeiner Blutvergiftung so schwer, das die Militärärzte erUärten, nur eine Blutübersühriing könne ihn retten. Sofort erliest Oberst Claus; des 9. Infanterieregiments eine Umfrage in seinem Offizierkorps, wer bereit sei, sein Blut für den Artilleristen zu opfern. Es meldeten sich 17 Offiziere. Ein Leutnant Tittmar, der als erster in Betrackst zu kommen wünschte, wurde ausgewählt, und Geh. Hofrat Pros. Dr. Eii beilen entnahm ihm l' _> Liter Blut, die dem Artilleristen zu- gesührt wurden. TaS Befinden des opferwilligen Offiziers ist gut, erfreulicherweise lässt sich auch bei Frankfurter, der in das Juliusspital übergefülyrt wurde, eine kleine Besserung verzeichnen. ** Großh. Regierungsblatt. Tie Beilage Nr. 8 hat folgenden Inhalt 1. Bekanntmaclning, Vermessungen und Vorarbeiten für eine elektrische^Straßenbahn von Darmstadt über Arheilgen, Egelsbach, Langen, Sprendlingen, Isenburg nach Offen bach bctr. 2. Bekanntmachung, die für das Rechnungsjahr 1913 zur Bestreitung der frommunalbedürmisse der israel. Religionsgemeinde Mainz zu erhebende Umlage betr. 3. Uebersichl der von dem Tragen frember Orden. 7. Narnensveränderiingen. 8. Julah'unq Grosth Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1913 zur Bestreitung der Gemeindebedürsnisse der iiracHhieben Re ligionsgemeinden des Kreises Schotten genehmigten Umlagen. 4. Uebersich.t der von Grosth. Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1913 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse der israelitisäien Religionsgemeinoe Worms. 5. Ordensverleihungen. 6. Ermächtigung lur Annahme und zum Tragen fremder Orten. 7. Namensveränderungen. 8. Zulassimg zur Rechtsamvaltschast. 9. Tienstnachrichten. Kreis Friedberg. — Vad-Rauheim, 22. Jnni. Dritte? Künstler- konzert Donnerstag, 26. Juni. Wilhelm BackhauS, der feit Anton Rubinsteins und Franz LifztS Tode größte lebende Klaviervirtuose, der in England, Rußland und in den Ver- Die Myrrhotinseife Toilettefcife, welche den kosmetischen Bestandteil „Myrrbolin" mit anerkannter unb b ernährter Schönt,eitsioirkung auf die Haut enthält. Preis 50 Psg. das Stück. b26/, Aus Staöt unö Canfc» Gießen, 23. Juni 1913. Der Verein „Hessische Bereinigung für Volkskunde", der uns im vergangenen Winter durch verschiedene, sehr gediegene Bortrage erfreute, hielt gestern nachmittag in Stein? Garten seine diesjährige Jahresversammlung ab. Ter Vorsitzende, Pfarrer Schulte-Großen-Linden, erstattete den Jahresbericht, worin er unter anderem den günstigen Fortgang der für die Erforschung des Volkstums so wichtigen Flnrnamensammlung feststetten konnte, der man seitens der hessischen Behörden ebenfalls großes Entgegenkommen entgegenbringe. So habe Kreisrat Böckmann-Büdingeii von dem in Vorbereitung befindlichen Seit Schlitz-Büdingen 100 Exemplare beuellt und das Ministerium 100 Ml. zur Verfügung gestellt, so daß das Unternehmen finanziell gefiebert erscheine. ' Für den kommenden Winter stellte er verschiedene Vorträge in Aussicht, die sich den vorhergehenden würdig anreihen werden. Austerdem soll ein deutscher Volksliederabeud stattfinden. Die von Bankier Heuchelheim gestellte und von Landgertchtsrat Schmeckenbecher und Lehrer Valentin Müller geprüfte Rechnung wurde einstimmig genehmigt und dem Rechner Entlastung erteilt. Dem "Antrag, in der Provinz Hessen-Nassau neue Ortsgruppen zu gründen und zu diesem Zwecke gelegentlich der benmädiftigen Philologenversammlung in Marburg dementsprechende Schritte zu tun, soll in vorsichtiger Weise, ohne mit einem ähnlichen Unternehmen im Wettbewerb zu treten, entsprochen werden. Einer Verlegung der Pereinsabende auf Mittwoch abend wurde zugeiprochen, da man sich davon einen besseren Besuch seitens der Nachbarorte verspricht. An die Versammlung schloß sich ein Vortrag des Professors Tr. Reis-Main; an über „Mundarten und Mundartdichtungen des Grostherzogtums Hessen". Ter Vortragende führte aus, daß in der Jetztzeit Kunst und Wissenschaft bestrebt seien, Natur u.Menschenlebcn genau zu studieren und zur Darstellung zu bringen. Auf Grund dieser realistischen Richtung fei eine neue Wissenschaft, die Heimatkunde entstände", die als letzte? Ziel die Erforschung der Volksseele erstrebe. Diese Volksseele äußere sich in verschiedener Weise, am tiefsten aber auf drei Gebieten: in den religiösen Vorstellungen, den Sitten und der Sprache. Tie hessische Volkssprache gehöre den mitteldeutschen Mundarten an. Hier wohnte der fränkische Volksstamm, dessen Name nur noch in den aleichlautenden Landschaften Banerns erhalten geblieben sei. Infolge der Verschiebungen, die im Laufe der Jahrhunderte stattgefunden haben, habe besonders in dem links- luainifcheu Gebiete eine Verschmelzung verschi"dener Mundarten, bekonders des Fränkischen und Alemannischen ftattgehmben. Dem mächtig vordrinaenden alemannischen Bolksstamm habe der Sieg Chlodwigs bei Zülpich ein Ziel gefetzt, so daß rechts des Mains alichattisches Gebiet und links desselben fränkische Neusiedlungen tmterschieden werden können. Im allgemeinen könne festgestellt iverbeu. daß in den Grenzgebieten ein zäheres Festhalten der Eigentümlichkeiten, eine gewisse Neigung zur Verstärkung der Laute stattfinde, während man im Binnenland nachlässiger sei, weil eben die Gefahr wenig oder gar nickst vorliege, in der Mundart des Nach- bargebietes aufzugehen Der Redner bespricht sodann die Besonderheiten der einzelnen Sprachgebiete Hessens. Er unterscheidet die Pfalz, wozu ja auch die Wormser, Mainzer und Binger Gegend gehört, den Norden des östlichen Odenwaldes, den Uebergangsstrich von Darmstadt bis Frankfurt unb Wiesbaden, woselbst die Schriftsprache siegte unb das eigentlich Hessische, das wieder in das Ober- und Niederhcfsifche zerfällt. Von allen diesen Gebieten gab er ent- sprechende Proben mundartlicher Dichtung, so unter anderem: „Die Kerb", „Der Hannes ans Brasilie" von Briegleb, „Kinnerzucht" von Lennig, „Vom orme Bu" von Volk. „Wä alter Parrer werd" und die „Rammcrbärb" von dem oberhefsischen Dichter Geibel. lieber die Zukunft unserer deutschen Mundarten spricht sich der Vortragende dahin ans, daß infolge der kulturellen Einwirkung verschiedenster Art die SvracHentmickelung dahin dränge, daß die mundartlichen Eigentümlichkeiten verloren neben, wie sich dies ja heute schon in den Großstädten und in den Jndustriegegenden, beifvielsw. im Ruhrgebiet, zeige. Clu Festhalten der Volkssprache aber sei bestimmt noch in den Landwirtschaft treibenden Gebieten wahrzunehmen. Die Mundarten sind aber ein fo wertvoller Besitz, daß kein Mittel unversucht bleiben barf, sie zu erhalten. Mau bemüht sich demgemäß, soviel dies überhaupt möglich ist, sie genau zu erforschen, aber die Erforschung, fo wissenschaftlich und genau sie auch fein möge, kann die lebende Sprache nicht ersetzen. Auch die Dichtung bietet keinen vollen Ersatz. Viel wichtiger dürften die Bemühungen fein, den in weite reife eingedrungenen Glauben zu bekämpfen, als ob die Mundart minderwertig sei. Wir Haben die Aufgabe, nach dieser Rtchtung Hin klärend zu wirken, in den Volks- und in den Höheren Schulen, durch Vorträge und im Vorkehr kann dies geschehen, sodann durch Aufnahme von mundartlichen Lesestücken ins Lesebuch. Es muß immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, da» die Volkssprache der Born ist, aus dem Goethe und Herder geschöpft haben und der auch für uns nickst nerfiegen darf. O(uf Veranlassung der Hessischen Vereunanng für Völkerkunde sand unter Leitung von Lehrer Seipp durch Mitglieder des Gesangvereins .Eintracht" Kleinlinden im großen Saale von «tems Garten die Aufführung des Odemvälder Volksstückes; ,,'S Mstlersch Liss'l, vunn Michelbach" statt. Der Dichter fuhrt m3 Akten - Ourewöllcr Lieb, de Handstraich, de-Hochztgzug — em Stuck Odenwälder Volksleben vor. Lisi'l, die Tochter des Muhlbauern von Michelbach, liebt Ehrischd'l. einen änßerst tüchtigen, aber armen Mnllerhurfchen von unbekannter Herkunft. Ihr Vater überrascht sie bei einem Stelldichein und jagt den jungen Mann nach einer heftigen Auseinandersetzung zum Haus hinaus. Im Grunde genommen hot er ja nichts gegen den Burschen einzuwenden, nur zum Schwiegersohn ist er ihm nickst reckst denn er braucht Geld^um die drückende Schuldenlast, die auf der Muhle ruht, abzutragen. Deshalb will er sein Kind mit dem Sohne der Mvrgrait vunnHaaschder- doch verheiraten, die ihrem Postl 10 000 Gulden nutgibt. Alles ist verabredet. Die Margrast, ihr toohn Pastl und ihr Verwandter Jockl vunn der Rauboch erscheinen beim Muhlbauern, um Handstraich zu halten. -ta§ anmaßende res der Margräit aber, sowie die Mahnungen von Lm ls Bas l Kathrin, die treu auf der Seite Lissl's stelst, machen den Muhlbauer stutzig, und als die Margräit bei Aussetzung des Akle^ den Nchhlbauern durch spitze Reden aufs äußerste reizt, jagt er fie nebjt Cohn num Hous hinaus. Dem Vorschlag, den Wunsch ~tfi lv zu erfüllen und Ehrischd'l als zukünftigen Schwiegersohn anzunehmen, stmiml der Mühlbauer nach einigem Widerstreben zu, woraus die Hochzeit sattfindeu kann, bei der Ehriscbd'ls Großeltern ans dem Schwarzwald erschienen und ihrem Enke das vewatsgut eines in Amerika reichgewordenen Vaters im Betrage von 100000 Gulden fiben$a1eian verschiedenen andern Orten mit Beifall angenommene Volksfest hatte bei der heutigen Aufführung einen sollen^Eckolg aufzuweisen. Die Charaktere sind lebenswahr gc= zeichnet so reckst aus dem Volksleben heraus, unb wirken um so besser da das Ganze reich an Handlung ist. Die Monologe sind aufs aerinaste Maß beschränkt. Nur am Eingang Zeichnet die MüNerK^ockster mit kurzen Worten den Standpunkt ihres Vater?, gibt aber zugleich den Grund seiner verkehrten Handlungsweise an i nd läßt den Zuschauer schon mit ewiger Sicherheit die Entwickelung der zukünftigen Ereignisse ahnen, die durchaus natürlich sich^vollziehen wie denn auch die Lösung in wirksamer We.se ciekhielit ^en Darstellern kann man samt und sonders nur das K.e^ob zollen, um so mehr als mir .mb, bem Weizen (hiesiger) 21.00—00.00, Kurhessischer Mk. 21.00—00,00, Wetterauer Alk. 00.00—00.00. Roggen (hiesiger! Mk. 17.25 bis 00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00—00.00, Gerste, Frauken, Pfälzer Ried Alk. 00.00—00.00, Hafer Mk. 17.00—19.00, Mais Mk. 15.00 bis 15.25, V eizenmebl 0 Ml. 82.50—32.75, Weizenmehl I Mk. 30.50—30.75, Weizenmehl HI TIf. 27.25—27.50, Roggenmehl 0 9)1 f. 27.75—28.00, Roggemuehl 0/1 Mk. 26.50—26.75, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleie Mk. 10.60—11,80, Wcizenfchalen Mk. 11.00—11.15, Roggenkleie Alk. 11.25—11.50, Malzkeime Mk. 13.00—13.25, Biertreber 14.00—14.25, Raps Mk. Ou.OO—C0.00. Alles per 100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 23. Juni. (Orig.-Tekegr. des „Gliei. Anzeigers*.) Karto fiel markt. Man notierte: Kartoffeln in Waggons Mk. 4.75—5.50, im Kleinhandel Alk. 6.00—6.50 für je 100 Kg. fc. Frankfurt a. M., 20. Juni. H eu- und St roh markt. Am heutigen Älarkte war, wie an dem am vergangenen Dienstag, dem 17. Juni, weder Heu noch Stroh angefahren. Tie Nichtzusuhr bat ihren Grund darin, daß die allen veubestande geräumt sind und die neue Ernte noch nicht eingebracht ist. Verantwortlich für „Aus Stadt und Lairü" i. V.: fr. Neurath. । । II rt1 ft u. Färberei Hugo Luckner (Inh. Gebr.Rover), Leipzig FÖrbCroi CSOL HOVOf, ul8ß6H-FranMa.M. chemische Waschanstalten Chem Reinigen u Färben v. Damen-. Herren- u. Kindergarderobe, Vorhängen, Decken,Teppichen, Portieren, Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen. Handschuhen etc. Zirka 8000 Angestellte der gesamten Fachwelt als mustergültig anerkannt Giessen, Marktplatz IS r. Stcttenheiml r -inet Fahrlässicileit M’ tent ober als iqlid) als nmger »rr 'das Rcckt, lick wrangt so ist der mg Dr. m Md der :r Eckranklell W,j- Uebertrcgiinc^'' [rt qcklärt. Sr WO& ) die AanA eitet 6«t > durck irgmb «g tänqiit vcrömtel Nstz LM gstcrlaßum keine tot iitrre vstlln on dem s Sciting ede n das Seins gc9C1 ... UL rt- ob die '^ckchcn, Momenten Mr n.rt> nach der A,.-ei bcmscs SbUUNdsv^ÄM Er muhte nh?'Cr[- -tgeweht rxetf,netL lest. fJh». ohne Ömistflesc tarT’"’ lunger, Dbcrft Ä4 wL sä snurw y mangelhaft. S war bock nickt M nn geschultes Kr- man^ble>nteä iinann, btc Pragerin hr; Weit ist rerE1 rttf) m nichts Fihnmertc Ä Jerliesj. Em ift feMtnur ein Minimum ■ rircm icantrage ich gegen len 2r. Bachem zm Statt besonderer Anzeig abei Frau Ida Schmidt geb. Krug nni Dr. Dralle's Birkenwasser am Die trauernden Hinterbliebenen Eine ungeahnte Belebung und Erfrischung der Kopfnerven tritt ein. Die Blutzirkulation wird ange- Ihre Arbeit fort und geloben, dieses köstliche Nebenbei Elixier niemals ausgehen zu lasten. Von Kondolenzbesuchen bittet man abzusehen 4095 iÄM0NS Statt Maizkaifee! Statt Bohnenkaffee! Großen-Linden, und drei Enkel. 4103 itcates roertl [ragte bei der Lang-Göns, den 23. Juni 1913, 4098 Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 31/* Uhr, statt. Wieseck, den 23. Juni 1913. 05034 Wasch runden Blusen Hosen Steinbach, den 20. Juni 1913 4093 garantiert waschecht. >h Gnn Dru ru s der fört> Vor Ein Produkt hygienischer Erkenntnis und wissenschaftlicher Verwertung mit flnr/t k>an< Zuf 3 ina( t, üben Sie die denkbar zweckmäßigste und zuverlässigste Haarpflege aus. — — so bereiten Sie sich einmal die Wohltat einer Kopfmassage mit Aken und fön Giessen, den West-Anlage i ^enbet' ßu Sie j^uenwe! a 4»c Son ni regt, Abspannung und geisttge Ermüdung verschwinden. — — Mit gehobener Energie und Frische sehen Sie 63 Jahren sanft Um stille kl dl- bis vormittags »-SB ,rieilstogu"U' AlleMagen- u.Darmleidende, Zucker- kranke, Blutarme usw. essen, um zu gesunden, daS echte Kasseler [hv25/» Simonsbrot, "98 verseh, m. Streifband u. schwarz-weinroter Schutzmarke. SretS echt u. frisch zu hab. in Gieste» bei Carl Schwaab, Cbcrbard Metzger Nachf., Georg Wallenfels, Marktpl. nur 21, gegen über d.Cngelapotheke, Emil Jifchbad'. Allendorf an der Lahn, Heuchelheim, den 21. Juni 1913. 4100 Tie Lage bedingungslos «asitsch wollt' nisterkollegen Bulgarien, ni gegen, ixiH m jitsch zurück. S bien» nehmen doch wohl ein neiafiu erhöhe " Hclgra Zabinetl i bezüglich der rus l isch en inen seien. D von der N Nach übt: überreichte bi letzten Freita Forderung be laus angekün dingungÄos Rinisterrats für bie Anna des Schiedssf vermeidlich n darauf hin, t $abe des s »riegesminis die Stimn Umständen t Er lehnte j( eine Nichtln tonnte, und ster P o 1 it Stosano betgeführte nett-5 vera, König den breiien. Ter M bet gfypfditii teifücrer Ljub M angesichts ßcgenwär! >olle. Tavi das neue Serben müsse Kirschenversteigerung. Mittwoch, den 25. Juni d. I., nachmittags 5 Uhr. wird die Kirschenernle von den Baumen allstem Trieb in verschiedenen Losen meistbietend versteigert, Zusammenkunft an der Kaiser-Allee bei der Wirtschaft „Zur Germania". Giesien, den A Jun 1913. Der Oberbürgermeister. B /< I. V.: Keller.__________________ ^lcgsfall ” hpr- Obhut besuche, d -fyioniatc ^beru'ung ei . .Sofia, i 'switchen eine Terschlew °"geiichts bd ■llcj-gleid;; verschieden ist. Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. ]. d. N.: Familie A. Simon. den 23. Juni 1913. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres geliebten Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Ludwig Volk XII. sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hainebach sagen wir innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. haben in Apotheken, Drogerien, Friseur- und Parfümerie-Geschäften. Heute mittag verschied sanft im Alter von 75 Jahren unsere liebe o-ute Mutter, Schwiegermutter und Grossmutter J.Schmücker Nachfolger € Die Wanze nebst Brut sowie jeglich. Ungeziefer ver- »*--57" tilge unt.vollst.Gnrantie.auch '• den allerschwierigst.Falleii. wo bisher wenig od.gar kein TV Erfolg erzielt wurde, b.billig- fter Berechnung. Beste Empfehlungen. Bestellungen er im?.c । c-Ai‘=Peter Martin, Ka^s.pe?Jäe. FFaBkfnptlM.,,®^^ 1. lciftungSfäbigstc Ungeziefer - Vcrnichtungsanftalt Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. Juni 1913, mittags lUhr, vom Sterbehause aus statt. 05036 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verluste sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir hiermit herzlichen Dank. Insbesondere danken wir den Herren Vorgesetzten und Mitarbeitern unseres teueren Entschlafenen sowie dem Turnverein. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Elise Kolb geb. Eckhardt und Kinder. Hiermit machen wir die traurige Mitteilung, dass unsere liebe Mutter, Grossmutter, Urgrossmutter, Schwester und Schwägerin Frau Anna Eiisabetha Bern geb. Schepp Gemeinde-Einnehmer-Witwe im Alter von 80 Jahren sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter und Schwägerin Bertha Simoei am Sonnabend früh 11 Uhr nach kurzem Krankenlager im Alter von Die Beerdigung findet am Dienstag, den 24. Juni, nachmittag um 4 Uhr von der Kapelle des alten Friedhofs aus statt. Beachten Sie bitte: Dr. Dralle's Birkenwasser. Vermeiden Sie alle Nachahmungen. Dr. Dralle's ist die seit 25 Jahren bewährte Originalmarkei Preis Mk. 1.85 und 3.70. Bhrsalz-Normal-Kaffee feines Aroma, reich an natürlichen Nährsalzen- besond. zu empfehlen für Herzkranke u. Nervöse ü Pfand 50, 65 Pfg. und 1.00 Mk. 5553 Reff®rmhaws,Kreiizpl.5 Todes-Anzeige. Heute früh entschlief sanft im 86. Lebensjahre unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter 8rau Sophie Liebrich geb. Bertschinger. Niederzwehren, Darmstadt, 21. Juni 1913. Die trauernden Hinterbliebenen: Lina Casparh, geb. Liebrich Mathilde Liebrich Ida Fuhr, geb. Liebrich Ernst Easpary, Oberst z. D. Dr. Otto Fuhr, Prakt. Arzt Oanksaguneg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste unserer lieben Gattin und Mutter sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Insbesondere gebührt Dank Herrn Pfarrer Köhler für die trostreichen Worte am Grabe und Schwester Helene für die liebevolle Pflege. In tiefer Trauer; Peter Balser und 2 Söhne. SMt's „Krente Grahambrot“ auf jeden Familientisch. Es hält den Verdauungskanal stets in Ordnung und unterzieht den Körper einer ständigen Reinigung. Bei guter Verdauung esse man das kräftige nachhaltig sättigende Studt’s „Delikatess-Schwarzbrot“ Montag und Donnerstag frisch bei Carl Schwaab, Seltereweg 4011 Georg Wallenfels, Marktplatz 21 ■MSB in unübertroffener Ausführung, vornehmer matter Glane, tadelloser Sitz, keine rauhen [Dl7/i Ränder, liefert die amerik. 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