Nr. 19 Erschein! tSglttb mtf AuSnakm« de- Sonntag». Die ..Gietzene» KamtNendlSNer" werden dem ,Anzerger* viermal mörbenthd) beigelefll da- „Kretsblah füt dev Kret» Lietzen' «roeimal eocbenihd). Dre „£anörotrt|d)aftltd)cn Seit- fragen^ erscheine» monatlidj troeimaL 163. Iahrnang Donnerstags 23. Januar 1913 Lietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen tRotatinnShrud an» <<»rtao oct fltObl1d)t> UniDcrluät» - tBiid)* and «SteinO ruderet Jt Gange. G'etzen. tRebattton LxpebMon and ©ruderet Schul» strotze 1 Expedition and 'Kerlog hl Stebaktwme^l 12. izL-’2U>u 'ilruetaer ließen. Mb Deutscher Reichstag. 95. Sitzung, Mittwoch, den 22. Januar. Am Tische des Bundesrat?: Dr. Delbrück. Präsident Dr. Kaemp eröffnet d.e Sitzung um 1 Uhr 15 Min und erbittet die Ermächtigung, dem Kaiser zu seinem Geburtstage die ehrfurchtsvollen Glückwünsche des Hauses überbringen zu dürfen. Elak des ReilWmts des Inneren. (Siebenter Tag.) Die heutige Beratung beginnt mit der Abstimmung über 53 Resolutionen, die bei der Beratung deS Etats des ReichsamtS des Innern im Jahre 1912 gestellt worden waren und damals aus Zeitmangel nicht zur Abstimmung käme" und auf das neue Etatsjahr verschoben wurden. Die Resolutionen umfassen von den verschiedensten Parteien gestellt insbesondere Mittelstands- fragen. Forderungen der Arbeiter schuhgesetzgebung und sonstige soziale Wünsche, einige allgemein wirtschaftliche Programmpunkte u. a. Der kleinere Teil der Resolutionen, insbesondere die weitgehenden Forderungen der Sozialdemokraten au' dem Gebiete der Arbeitergesetzgebung wurden abgelehnt, die große Mehrzahl angenommen Zur Annahme gelangten Folgerungen betreffend bei den Mittelstandsfragen die bekannte- >?andwerkerforderungen der Heranziehung der Industrie zu den Kosten der Lehrlingsausbildung, größere Berückfichtiguna des Handwerks und ferner Organisationen bei Lieferungen für das Reich, Sicherung der Bei- tragsverpflichtung der leistungsfähigen Betriebe an die Handwerkskammern. Beseitigung des § 100 q der Gewerbeordnung über die Mindestpreise im Handwerk. Diese Anträge sind von den Nationalliberalen, dem Zentrum und anderen Parteien gestellt; eine Resolution der Volkspartei und der Nationalliberalen fordert die Regelung des Subniissionswesens, andere Resolutinoen bringen die Forderung der Regelung der Ver- hältniffe der Rechtsanwaltsgehilfen des Personals der Klein- und Straßenbahnen, einheitliches Privatbeamtenrecht unter besonderer Berücksichtigung der technischen Beamten. Zentrum, Nationalliberale. Volkspartei sehen eine Reihe von Resolutionen durch über Sicherung der Tarifverträge, eine Zentralstelle zur Förderung der Tarife, die Schaffung eines Reichseinigungsamts usw., die Volkspartei die Forderung eines Gesetzes zum weiteren Ausbau und zur Sicherung des Koalitionsrechts, die Sozialdemokraten daö Verlangen nach dem Arbeiterschutz in der chemischen Industrie, insbesondere in hygienischer Beziehung, Abgeordneter Mumm die Kodifizierung der Gewerbeordnung. Zur Annahme gelangten weiter die Forderungen der Sozialdemokraten und des Zentrums auf Einführung einer Baukontrolle unter Zuziehung der Arbeiter, Schutz der Arbeiter in der Großeise n- industrie, das Zentrum bringt seine Forderung nach einem Kartellgesetz zur Annahme und die Forderung nach Erhebungen über die Wonopolbestrebungen der großen Elek- trizitätsgeselt schazten, sowie Verhinderung der handwerkerschädlichen Verträge der Ueberlandzentralen. Von einer Reihe von Resolutionen des Abg. Mumm wird weiter angenommen die Anregung zur Beseitigung der Animierkneipen und ähnlicher Etablissements. Angenommen wird ferner die Resolution der Fortschrittlichen Volkspartei, die eine einheitliche Reichsenquete über das Interesse der verschiedenen Gewerbezweige und der einzelnen landwirtschaftlichen Betriebsarten, sowie das finanzielle Interesse von Reichseinzelstaaten und Kommunen an der Zollpolitik beantragt. Eine Resolution Bassermann auf Herabsetzung der Eisenbahntarife für deutsche Seefische und Beschleunigung der Fahrt ins Inland. Abgelehnt werden die Wünsche der Abg. Werner-Gießen, von Liebert und Kuckhoff nach einem Reichs- amt für die deutsche Sprache. Bei den Abstimmungen kam es einmal zum Hammelsprung. Der Pole Brandys hatte Beihilfen an Private zu Versuchen mit künstlichem Regen, künstlicher Bewässerung verlangt. Dieser Antrag wird im Hammelsprung mit 171 gegen 153 Stimmen angenommen. In namentlicher Abstimmung wird dann die konservative Resolution, die ein Verbot des Streik- po st en stehens fordert, mit 282 gegen 52 Stimmen der Rechten bei 5 Enthaltungen abgelehnt. Darauf wird die Etatsberatung fortgesetzt. Für die Zentral st ekle für Volkswohlfahrt werden 12 500 Mark gefordert. Abg. Schultz-Erfurt (Soz.): Die Zentralstelle ist vom Freiherrn von Gamp scharf angegriffen worden. Auch wir haben manches an ihr auszusetzen. Leider sind die Gewerkschaften und die sozialdemokratische Partei in dieser Zentralstelle nicht vertreten. Sie bekämpft uns geradezu, allerdings nicht mit plumpen, sondern mit geistigen Waffen. Die Zentralstelle hat sich schon früher mit den Problemen der Jugendpflege beschäftigt; ihre Veröffentlichungen blieben aber ziemlich unbeachtet. Tas wurde anders, als sich die Sozialdemokraten der Jugendpflege annahmen. In kaum einem Jahre sahen Minister und Geheimräte. Regierungspräsidenten und Landräte ihre wichtigste Aufgabe in der Jugendpflege. Der „Reichsbote" bezeichnet als Motiv dieser fieberhaften Tätigkeit ganz offen „die Angst vor den Folgen sozialdemokratischer Hetze". An der Spitze dieser Bewegung gegen die sozialdemokratische Jugendpflege steht nun die Zentralstelle für Volkswohlfahrt. Wir müssen entschieden dagegen protestieren, daß durch diese Reichsanstalt, deren Mitt I auch von den 4% Millionen sozialdemokratischer Wähler im wesentlichen durch indirekte Steuern aufgebracht werden, eine derartig einseitige Politik getrieben wird. Solche Albernheiten wie die Jugend wehr, deren kleine Soldaten zum Gespött der Menge auf der Straße sich zeigen, machen wir nicht mit. Wir wollen keine einseitige Erziehung zur Verherrlichung des Krieges, keine zu frühe Befaffung der Jugend mit Politik. Die Politik bringt so viel Unschönes Bitteres und Unangenehmes mit sich, daß nur die robuste Natur eines Erwachsenen dem gewachsen ist. Das Vereins- gesetz nimmt anscheinend an, daf- die politische Reife mit dem Moment der Vollendung des 18. Jahres eintritt. Bei manchem tritt sie mit dem 16., bei manchen, mit dem 18., bei manchem überhaupt nicht ein. liniere Jugendbewegung ist durchaus unpolitisch; aber mit Hilfe des Reichsvereinsgesetzes und längst veralteter Verordnungen schikaniert man sie. Ebenso, wie man diese verfolgt, verhätschelt man die bürgerliche Jugendbewegung, die ganz ungeniert Politik treiben darf Bei einem Studentenkommers soll Herr v. d. Goltz ganz offen gesagt haben: „Wenn es doch einmal losginge 1" DaS ist eine Erziehung zum Chauvinismus. Vizepräsident Dr. Paasche teilt mit, daß bei der Abstimmung einige Resolutionen vergessen worden sind. Auf Antrag des Abg. Prinz Schönaich- Carolath (Natl.) sollen die Abstimmungen morgen nachgeholt werden. Abg. Prinz Schönaich-Carolath (Natl): Der sozialdemokratische Redner hat sich lebhaft beklagt über die Schwierigkeiten, die man der Jugendbewegung macht, schikanöse Maßregeln der Behörden, lästige Ueberwachung und ungerechte Anwendung des Vereinsgesetzes. Das wären doch nur Vorwürfe, die gegen die Negierung ober etwa gegen die aus- führenden Behörden erhoben werden könnten: die Zentralstelle für Volks Wohlfahrt kann doch unmöglich dafür verantwortlich gemacht werden. Die Reihe von Zitaten, daß ein großer Weltkrieg verlangt werde, beweist nichts: Chauvinisten gibt es überall in allen Ländern und Parteien. Dann hat man vom Feldmarschall v. d. Goltz gesprochen, was er irgendwo gesagt haben soll. Aber auch dafür ist die Zentralstelle nicht verantwortlich zu machen und außerdem braucht man nicht zu vergessen, daß Feldmarschall v. d. Goltz auf diesem Gebiet vielfach ersprießlich gewirkt hat. Ich sehe übrigens auch nicht ein, wie sich der Vorredner darüber wundern kann, daß tie bürgerliche Gesellschaft ihrerseits eine Jugendbewegung ins Leben ruft. Wenn Sie die Kämpfe gegc. die bürgerliche Gesellschaft in dieser Weise führen, dann muß sie sich zusammenschließen und sich auf den Kampf, der ihr anfgezwungen wird, rüsten. Sie muß .ihre Wünsche in ihrem Sinne geltend machen, daß Vaterlandsliebe und patriotischer Sinn erhalten bleiben. Dabei will ich doch auch betonen, daß die Soldaten spielerci und manches politische Beiwerk auch hon vielen Seiten Lir bürgerlichen Gesellschaft verurteilt wird. Daß aber ein gewisser militärischer Sinn in der Jugendwehr uns erhalten wird, liegt in der Natur der Sache. Eines ist aber gewiß nicht zu verkennen, nämlich, daß wir gelernt haben, uns mehr der Jugend zu widmen in einem Sinne, der eine vaterländische Zukunft bietet. (Sehr, richtig!) Wenn Sie Ihre jungen Leute für die Zukunft zusammenschmieden, dann wollen wir dem nicht wehrlos gegenüberstehen. Wir nehmen den Kampf auf im Geiste unserer glorreichen Tradition und unserer Geschichte. Dieses oder jene Verbot, das Sie anführen, ist ein Ausnahmefall. Jugendwehr und Jugendpflege müssen wir verteidigen, ohne daß wir deshalb gewisse schikanöse Maßregeln uns zu eigen machen. Tie Tätigkeit der Zentralstelle ist nur zu begrüßen, weil in ihr sich die Mitglieder -verschiedener Parteien zusammenfinden und gemeinsam über ihre Ziele verhandeln. Das bringt die Menschen einander näher, klärt ihre Anschauungen, und ich kann nur meine Freude über die geleistete Arbeit aussprechen. Natürlich steht sie auf dem Boden des Gegenwartsstaates. das ivird ihr aber niemand verargen können. Vor zwei Jahren habe ich eine Erhöhung des Fonds gewünscht, und zu meiner Freude sind es jetzt 2500 Mk. mehr geworden. Ich spreche dafür meinen Dank aus. Besser spät als gar nicht, und wenn es nicht viel ist, so ist es doch besser geworden. Ich hoffe, wenn wir uns Zeit lassen, werden wir vielleicht auch 3000 Mk. erreichen. (Heiterkeit.) Der Staatssekretär sagte damals, die Zentralstelle sei keine Reichsanstalt, sie solle aber wie eine solche behandelt werden. Es ist uns gleichgültig, ob es eine Staatsanstalt ist, aber mehr Geld will ich haben. (Heiterkeit.) Wenn die Gesellschaft heute viele enttäuscht, so kommt das daher, daß wir nicht genug Kraft und Mittel haben, uns zu entwickeln. Ter Staatssekretär hat uns damals eine Hoffnung offen gelassen, er wird hoffentlich die passende Gele"»"nheit ergreifen, um dem Mangel an Mitteln abzuhelfen. Man soll es hier nicht machen wie mit unseren ko st s p i e l i g e n M u - f een, für die man unpraktische Besuchszeiten ansetzt, so daß kein Mensch hingehen kann. (Sehr richtig!) Wir leiden eben an dem Mangel an Geld, und dabei heißt es doch immer Kulturzwecke leiden nicht. Vielleicht kann der Staatssekretär heute noch keine bestimmte Antwort geben, ich wollte ihn auch nur bitten, die Angelegenheit in Erinnerung zu behalten. Sonst haben meine Ausführungen nur den Zweck, ihn in seinen Bestrebungen kräftig zu unterstützen. (Verfall.) Abg. Dr. Pieper (Zentr.): Die Zentralstelle ist nur eine beratende Stelle. Die Herren, die da zusammenkommen, denken gar nicht daran, die Sozialdemokratie zu bekämpfen. Sie haben Besseres», zu tun. Wir stehen nicht auf dem Standpunkt, den im Vorjahr der Abg. Dr. Frank verfochten hat, daß man in die Heranwachsende Jugend die Politik hineintragen soll. Jedenfalls sind die Sozialdemokraten am allerwenigsten berechtigt, andern Vorhaltungen darüber zu machen, wenn die Jugend im nationalen Sinne erzogen wird. Unterstaatssekretär Dr. Richter: Im Namen des Staatssekretärs, der leider verhindert ist, im gegenwärtigen Augenblick den Verhandlungen beizuwohnen, muß ich betonen daß die Zentralstelle für Volkswohlfahrt keine staatliche, sondern eine private An st alt ist. Im Beirat sitzen Mitglieder aller Parteien, mindestens aller bürgerlichen Parteien. Wenn die eine oder andere Arbeit dem einen oder andern nicht gefällt, so ist das noch kein Grund, der Zentralstelle die Subvention zu entziehen. Abg. Bruckhofs (Vv.): Gegenüber dem Abg. Schultz muß ich erklären daß es sich bei dieser Frage um große Probleme handelt, die man nicht nach parteipolitischen Grundsätzen lösen kann. Da die Sozialdemokratie unsere Jugend uns abspenstig machen will, so müssen wir dagegen ankämpfen. Es kommt bann barauf an, wer Sieger in diesem Kampf bleibt. Ich bebaure auch bie militärische Organisation des Jungdeutschland-Bunbes, bie der Lehrerschaft die Mitarbeit vielfach unmöglich macht. Wir wenden uns gegen die sozialdemokratische Jugendbewegung, weil sie systematisch darauf hinarbeitet, die nationale Einheit unseres Volkes zu zerstören. Abg. Dr. Davidsohn (Soz.): Es ist unbestreitbar, daß bestimmte politische Kreise auf die Bestrebungen der Zentralstelle einwirken. Wir wollen ja den Kampf unt beftnit'-n der bürgerlichen Gesellschaft nicht das Recht, eine Jugendbewegung ins Leben zu rufen, nur soll sie es mit ihrem eigenen bürgerlichen Gelbe tun. Parteipolitik wollen auch mir nicht in bie Jugenbpflege unb die Schule hineintragen. Die Zentralstelle hätt bie Pflicht, dem Reichstage fortlaufend über ihre Tätigkeit zu berichten. Ministerialdirektor Dr. Lewald: Eine Sammlung der Schriften der Zentralstelle ist dem Reichstage übersandt worben. Abg. Dr. Bell (Zentr.): Die Debatte hat ein erfreuliches Ergebnis gehabt. Es hat sich hier ein Felb gezeigt, auf dem alle bürgerlichen Parteien s' ch zusammen schließen gegen die Sozialberno- fratie. (Heiterkeit.) Selbstverständlich kann man mit denen zu- fammenarbeiten die gemeinsam ein Hans bauen wollen, aber nicht mit solchen die em Gebäude niederreißen wollen. Die sozial- demokratifchl Jug ndbewegunq ist doch eine parteipolitische Organisation; ihre Leitsätze unb bie Äußerungen ihres verstorbenen Führers Singer bestätigen das. Hoffentlich wirb ter Zuschuß für bie Zentralstelle bald noch stärker erhöht. Jebenfalls ist sie unserer moralischen Unterstützung nach jeber Richtung sicher. Abg. Schultz-Erfurt (Soz.): Parteipolitische Jugenborganisationen gibt es bei uns nicht mehr, wir bestreiten ras auf das allerentschiebenste. Abg. Pöus (Soz.): Das Reich hat bie Verpflichtung, eine Arbeitslosenversicherung ins Leben zu rufen Ein Beschluß in dem Sinne ist bereits vor zwei Jahren gefaßt worden. Die Zentrale müßte Arbeitslose mit der Urbarmachung vcn Oeblänbereren beschäftigen. Damit würben sich auch Verbesserungen ber Wohnungsverhaltniße erzielen lassen. Der Titel wird gegen bie Stimmen ber Sozialdemokraten bewilligt. Die Lei st ungen ber Reichsversicherungs-Ord- nung kosten dem Reiche 57 120000 Mk. Eine Resolution ber Bubgetkommission fordert neue Berechnungen über bie Kosten ber Hinterbliebenen- berforgunp. Sollte sich ergeben, bah höhere Re n ten gezahlt toerbrn können, so soll bem Reichstag schleunigst eine entsprechende Vorlage gemacht werden. Abg. Molkcnbuhr (Soz.): Bei der Beratung ber ReichSversichemngsorbnung würben unsere Anträge als phantastische Forberungen bezeichnet, bie Milliarden verschlingen würden. Jetzt sehen wir, daß diese Behauptung unserer Gegner phantastisch war, und daß ber Reichszuschuß weit geringer ist als damals angenommen wurde. Der Redner sucht mit reichem Zahlenmaterial nachzuweisen, daß die Rentengewährung in fast allen Versicherungszweigen sich als durchaus unzureichend erwiesen habe Man sammelt gewaltige Kapitalien an. Uns re Witwen und Waisen werden auf diese Weise einmal bie r Halten Leute d-r Welt sein. Aber hungern, verhungern werben sie habet Ministerialdirektor Caspar gibt statistisches Material über bie gewährten Renten. Die Zahl der Renten hat sich vom ersten bis zum vierten Vierteljahr 1912 verzelm- unb verzwanzigfacht. Im Jahre 1912 wurden 'nsgezamt 4000 Witwenrenten gewährt, 14 000 Waisenrenten und 4000 Witwengelder. Es wird keineswegs engherzig verfahren. Abg. Gothein (Vv.): ES wäre sehr angebracht, die Statistik in einer D e n k - schrif t dem Hause vorzulegen. In dieser Form vorgebracht, genügen die Zahlen nicht. Es muß möglich sein, bte Renten ber Wittven unb Waisen zu steigern. An den Einzelheiten unserer sozialpolitischen Gesetzgebung mag manches auszusetzen fein, dccs Ganze aber ist gut unb gesund. Staatssekretär Dr. Delbrück: Wir haben in verschiedenen Arbeiten und Vorträgen bie Wirkung ber sozialpolitischen Versicherung mehrfach behanbelt und erläutert, so baß biefc Fragen sehr wohl eingehend studiert werden können. Ich habe neulich erst bie Mängel anerkannt, bie in ber Art ber Entwickelung unserer Sozialpolitik liegen, aber anbererseits betont, daß ber Vorwurf nicht berechtigt ist, für Leben unb Ge.unbheit ber Arbeiter sei nicht hin- reichenb gesorgt. Die gcHenben, auch bie neuen B e st i m » in u n g - n werde ich demnächst zusammenfassen lassen und die für die Lokalbehörden maßgebenden Grundsätze feststellen DaS Material soll zu einer eingehenden Darstellung und Würdigung der Ergebnisse unserer Sozialpolitik verarbeitet werden. Die Arbeit kann nicht im Augenblick bewältigt werden, aber sie ist wohl Mühe und Zeit wert, die Frage zu klären. Der Staatssekretär geht bann auf baS Buch bes Professor Lubwig Bernharb, „Unerwünschte Folgen ber Sozialpolitik", ein, das schon mehrfach in ber Debatte erwähnt worben ist, und das auch vom Abg Gothein in die Debatte gezogen wurde. Er erklärt: Ich kann Herrn Gothein vollkommen recht geben, baß die Folgerungen, die Bernhard in seiner Arbeit gezogen hat, durchaus unbegründet sind, vor allem aber unbegründet in dem Material, was er selbst beigibt. Diese Arbeit ist auch besonders zurückgewiesen worden von dem Präsidenten bes Reichsversicherungsamts, Dr. Kaufmann, unb von einem Beamten meines Ressorts, bem Oberregierungsrat Würmeling. Abg. Giesberts (Zentr.): Die Statistik ber Regierung, auf ber die Höhe ber Renten aufgebaut ist, stammt aus bem Jahre 1882. Sie muß erneuert werden, benn wir tappen noch ganz im Dunkeln. Professor Berharb macht mit einer Klique von Scharfmachern Front gegen unsere Arbeiterschutzgesetzgebung, auch im Ausland. Dieser Strömung müssen wir auf die Finger sehen. (Beifall.), Abg. Becker-Arnsberg (Zentr.): Die von Molkenbuhr inszenierte Debatte ist ganz überflüssig. Die Broschüre des Prof Bernhard kommt zu falschen Schlüffen; selbstverständlich hat jedermann das Recht, den Verlust seiner Arbeitsfähigkeit so hoch wie möglich emzuschätzen. Bernhard würde sie sich wahrscheinlich höher einschätzen als andere eS tun. Er ist aber nicht berechtigt, der deutschen Arbeiterschaft ganz generell Rentensucht vorzuwerfen. Selbst ein Teil der Industrie, bie nicht unter ber Herrschaft von bestimmten Gewaltmenschen steht, roürbt mit dieser Tendenzbroschüre nicht einverstanden sein. Die Resolution der Kommiffion wird angenommen, der Titel bewilligt. Donnerstag 1 Uhr: Abstimmung über den Rest der Resolutionen, Weiterberatung. Präsident Dr. K a e m p f: Im Interesse der rechtzeitigen Fertigstellung des Etats muß daö Reichsamt des Innern bis Sonnabend erledigt sein, linier diesen Umständen nehme ich für morgen abend eine A b e n d s i tz u N g in Aussicht. Schliß gegen 7 Uhr. Aus den Reichrtagsausschüsien. Berlin, 22. Januar. Der Ansschußbeschluß über die Wohnungsresorm. Eine dritte Erklärung des Staatssekretärs. Im Budgetausschuß ging die Aussprache im Anschluß 01 die Erklärungen des Staatssekretärs des Reichsamts des Innern .über die neuerlichen Entschließungen des Bundesrats und Reichs -amte hur Frage der Wohnungsreform und eines etwaigen 'Reichs Wohnungsanssichtsgesetzes weiter. Ein Mitglied des Zentrums gab der Genugtuung Ausdruck, daß unter dem Drängen des Reichstags wenigstens die Bundesstaaten nach langem Zögern »yt einem Vorgehen in der Wohnungsreform veranlaßt warben seien. Ter Reichstag müsse aber darüber wachen, daß die Sach« in Fluß bleibe. Die Zusage des Staatssekretärs für den Fall, daß Preußen nicht bis z- u m H e r b s' mit der L a n d cs g e s e tz ge b u n g vorgehe, an die Lösung der Frage hieranzutreten, rief gleichermaßen bei der Rechten und der Linken Widerspruch hervor. Während die Ko ns er vativen in dieser Bewertung eine nicht zulässige Drohung gegen dieEinzclstaaten für den Fall mangelhafter Pflichterfüllung erblicken, entnahmen die Vertreter der Volks vartci und der Sozialdemokraten hieraus das Zuge standnis, daß das Reich in der Lage sei, die Wohnungsreform in Angriff zu nehmen, und sie sprachen das Bedauern aus, daß das nicht sofort geschehe. Ebenso wurde bedauert, daß das Reich, das bei der Kreditgewährung die Bürgschaften übernehme, sich offenbar auch für die Zukunft auf den Kreis der Reichsbeamten und -arbeiter beschränken wolle. Staatssekretär Dr. Delbrück weist diese Vorwürfe zurück. Es sei auch zwischen seinen Erklärungen keineswegs ein Widerspruch zu konstatieren. Er habe schon im Plenum erklärt, daß fast alle Fragen des engeren Wohnungswesens i n erster Linie d i c Einzel st aatcn berühre und das Reich nur dann eintreten müßte, wenn die Einzelstaaten sich nicht entschließen könnten, auf diesem Gebiete vorzugchen. Nun Ijabe er .aber die Ucberzeugung, daß insbesondere auch Preußen eine den Anforderungen genügende Gesetzgebung cinleiten werde, und damit falle der Grund für ein Ein greisen des Reiches weg. Tic Uebcrnahnic von Bürgschaften bei der Kreditgewährung durch das Reich über den Personenkreis der Reichsbeamten und -arbeiter hinaus sei seiner Auffassung nach unmöglich, denn die ftonfcQucnscu wären unübersehbar und die Inanspruchnahme der Reichsmittel enorm. Grundsätzlich müsse die :F ordern n g des Wohnungsbaues bei den K o m - mu neu liegen; sie können finanziell eingreifen und durch Bürg- schaftserteilu.ig den Bau des Kleinwohnungswcsens fördern. Die Reicksgcsetzgebung aber könne mir die richtige Unterlage schaffen für Staat und Kommunei,, in der Richtung, daßlaurch Ueber- nahmevon Bürgschaften solche vyvotheken Mündelsicherheit erlangen, sodann durch den Ausbau des Hypotheken rechts überhaupt und speziell des Erbbaurechts. Er werde nie der Ansicht sein, daß ein Re chs- wohnungsgesetz gesckraffen werden könne, das durch das ganze Reich Ihn zur Bürgschaftsleistung für die Neubauten verpflichte. Tie 'Bundesstaaten seien beteiligt als Arbeitgeber und Inhaber großer Betriebe; so habe zum Beispiel Preußen sehr viel -auf diesem Gebiete geleistet und verwende zurzeit jährlich achtzehn Mill, für die Förderung des Wohnungsbaues. Ebenso werden auch die Kommunen für die Angestellten ihrer Betriebe direkt zu sorgen haben. Tas Reich müsse sich beschränken aus das unmittelbare Eingreifen mit Geldern für seine eigenen Beamten. Ein SRprtrrfor der Konservativen erklärt sich durchaus ei verstanden mit der Ur Bert sung der Re-elini des W hnings- wesens an me ^inKelstaatcn. Das Reich müsse sich auf d e Frage des Privatrcchts beichränken, des Hypothekcnickchts, des Erbbaurechts. Ein direktes Eingreifen des Resches sei schon deshalb .unmöglich, weil ihm die Organisation hierzu fehlen würde. Ein Vertreter der Sozialdemokratie bedauert, daß das Reich da wo es über eigene Organe verfüge, ebenfalls versagt habe, nämlich bei seiner Statistik, die Verhältnisse im Wohnungswesen ausgiebig zu erforschen. Tie Kreditgewährung sollte das Reich nicht aus seine Beamten beschränken. Bon nationalliberaler Seite wird eine gründliche Prüfung der Frage durch das Reich auch in der nächsten Zeit gewünscht. Tarum sc, es not mendig, die Entsckstießung Mumm anzumchmen, die eine Er- höhung der Mittel für den Kleinwohnungsbau fordert. Geeignete Organe für das Reich lassen sich vielleicht gewinnen durch Verbindung mit den Versicherungsanstalten, die ohnedies einen Beamtenapparat besitzen in ihren Kontrolleuren, ^as materielle -Risiko sei zurzeit bei der Beschränkung des Reiches auf die Fürsorge für die Beamten sehr gering. Ter Staatssekretär stimmte den Entschließungen insofern zu, als er in Aussicht stellte, in der Zukunft weiterhin prüfen zu lassen, ob das Reich über die bisherigen Maßnahmen hinausgehen könne. Er könnte sich zunächst nur die Schaffung eines großen P f a n d b r i ef i n sti tu t s denken. Er könne aber die Mitteilungen von den Ergebnissen dieser Untersuchungen für den nächsten Herbst noch nickt zusagen. Nicht verschweigen möchte er, daß es sich mn gewaltige Schwierigkeiten handeln würde, bei einer jährlichen Bausumme im Wert von anderthalb bis zwei Milliarden. , ,. Bei der Ab stiMmu n g wird die Entschließung des Dr. Jäger (Ztr.) einstimmig angenommen; sie lautet: „Ten Reichskanzler zu ersuchen, dem Reick>stag bei Beginn seiner nächsten Tagung im Derbst 1913 eine Vorlage zu machen, nach welcher das Reich in Verbindung mit den einzelstaatlichen Regierungen unter gewissen Bedingungen die Bürgschaft übernehmen wird für die zweiten Hypotheken der Kleinwohnungsbauten gemeinnüNiaer Ballgesellschaften in dem Bereiche von 50 bis 90 Proz. des Gesamtrvertes von Boden und Bauwerk." Tie Worte „in Verbindung mit den einzelstaatlichen Regierungen" waren der Entschließung beigefügt worden. Tagegen wurde ein Z u s a tz a n t r a g Westarp, beizusügen: „von Klein- wohmmgsbauten, die für die im außerordentlickzen Etat genannten Beamten bestimmt sind", gegen die Stimmen der Konservativen abflclcbnt. Die oben erwähnte Entschließung Mumm wurde angenommen. Der Justizvoranfchlag Nach Abschluß der Aussprache über die Wohnungsresorm »er handelte der Blldgctaussckuß über eine Reihe von Bittschriften und sodann über den Justizetat und führte die Beratung zu Ende. Bei der Forderung der Stelle eines sechsten Reichsanwalts erhob das Zentrum Bedenken, weil bei der Strafprozeßreform sich voraussichtlich der Umfang der Geschäfte des Reichsgerichts fid, stark vermindern mürbe. Der Staatssekretär erwiderte aber, eine solche Reform sei kaum vor einem Jahrzehnt zu erwarten, so daß das Bedürfnis in der Zwischenzeit noch lange bestehe. Ein nationalliberaler Redner nnes daraus hin, daß das Bedürfnis insbesondere auch durch die steigende Zahl von Untersuchungen von Landesverrat und Spionage hervorgerufen sei und fragte, ob eine Verschärfung d e s S V i o n a g e r e ch t s zu erwarten sei, und wie sich das Reicksjustizamt zu der Frage stelle, ob zur Aburteilung solcher Fälle nicht ein Senat des Reichsgerichts genüge, während nach dem geltenden Reckt der zweite und dritte Senat zusammentreten müssen. . Staatssekretär Dr. L isc o erklärte, daß tut Einvernehmen mit her Reicksmilitärverwaltung dic Reform des Spionage rechtes erwogen werde. Auch der Gedanke, die Beurteilung nur einem Senat zu überlassen, werde geprüft. Von national liberaler Seite wurde noch darauf hingewiesen, daß vorbehaltlich der Allgemeinreform des Strafprozesses einige Fragen noch als kleine Strafprozeßnovellc vorweg erledigt werden können, ins- hefondere, wenn cS fick um bieGcwährung von Diäten an Schöffen und Geschworene und die Zulassung von Volksschullehrern zu Scköffen und Gesckyvorenen und die Verhandlung geisteskranker Verbrechern handele. Ter Llusschuß genehmigte die Mehrsorde ruitgen im Justizvoranschlag. Der Ausschuß für die Konkurrenjklaxfel begann beute feine Beratung. T'e Sozi-ideawkraten verlangen ine gäirzlicke Beseitigung der tfonfnrm-ruuiel im Handels genyerbc- bei Geldstrafe von nickt unter tamend Mark und s?aft des Unternehmers im Wiederholungsfälle. Tie Erörterung drehte sich zunächst ausschließlich um die Frage, ob ein glattes Verbot )er Konkurrenzklausel nickt der jetzt vorgeschlagenen Regelung oorzuzichen sei. Tie Frage der Einbeziehung der tecknnckcn Angestellten wurde daneben verhandelt. Ter Direktor im Reichs- ustizamt Hoffmann lehnt im Namen der wrbünbetcji Regierungen ein völliges Verbot der Konkurrenzklausel mit Entschiedenheit ab. Deutsche Kolonien. Tas Ergebnis einer Strasexpedition in Südwestafrika. Die „Nordd. Allgern. Ztg." meldet: Es gelang am 27. November einer Patrouille der 7. (Kamelreiter-) Kompagnie der südwestafrikanischen Schutztruppe unter Füh- rung des Hauptmanns Mansfeld die Buschleute, von denen am 26. September der Reiter Müller von der 9. Kompagnie in den Tünen bei Hunirob ermordet worden war, aufzufindcn. Bei der Verfolgung wurde die Patrouille zweimal im Busch beschossen, ohne Verluste zu erleiden. Bei dem zweiten Zusammenstoß am 29. November ist der Mörder des Gefreiten Müller gefallen. Tie übrigen Mitglieder der an d.ern Mord beteiligten Bande find gefangen genommen worden. 2(ircbe und Schule. n. Herbstein, 23. Jan. Ter religiöse Volks- bilbungsabend am Sonntag abenb nahm einen erhebenden Verlaus und war ein Ereignis für den oberen Vogelsberg. Schon längst vor Beginn der Versammlung hatte sich der geräumige Saal mit Besuchern gefüllt, die z. T. tret' Nässe und Kälte stundenweit zu Wagen und zu Fuß aus den umliegenden Tonern hergelommen waren und nun mit gespanntester Aufmerksamkeit und sichtlicher Ergriffenheit auf die Vorträge lauschten. Als der Versammlungsleiter, Pfarrer Zinn, der um V28 Uhr mit Worten freundlicher Begrüßung die Versammlung eröffnete, sie um 11 Uhr mit Worten herzlichen Tankes und rückhaltloser Anerkennung schloß, da lags wie schmerzliches Bedauern auf den Gesichter», daß die erhebenden und genußreichen Stunden so rasch vorüber gerauscht waren. Und dies Bedauern, das in den lebhaft aufgenommenen Wunsch ausklang: Auf Wiedersehen das nächste Mal! ist die beste Anerkennung und der fünfte Lohn, der den Vortragenden zuteil worden konnte. Es wurde aber auch talsächlich vom Guten das Beste geboten. Vorab der gcoanrentiefc und doch so anschauliche, auch dem Einfältigen verständliche Vortrag von Pfarrer Möbus hielt, was man von ihm erwartet hatte. In warmherziger, aus dem eigenen Erleben und dem Leben und Erleben Jesu schöpfender Rede pries der Redner den Glauben als den alleinseligmachenden, den Jesus meinte, wenn er Trost- und Hilfesuchenden, die voll Vertrauen auf seine oft bewährte Liebe und Liebeskraft bittend zu >hm tarnen, sagte: „Dein Glaube hat dir geholfen", den Glauben, der unmittelbares persönliches Erleben und dankbar-frohes Jnne- werden der Liebe des lebendigen und allmächtigen Gottes ist und mit der oft mühselig abgerungenen, freudlosen Zustimmung des Verstandes zu menschlichen Begriffssormulierungen über das Wesen Gottes, die Naturen Christi und ihr Verhältnis zueinander, über die Beschaffenheit des Jenseits und dgl. nicht verwechselt werden darf. Alle diese philosophischen und theologischen Lehr- formulierungen, so führte der Redner aus, könne» wahr , und vielen Bedürfnis sein, aber ihre Anerkennung als Gewissenspflicht aller proklamieren und zur Bedingung der Sc'igfcit machen, das heiße, den Hungrigen Steine statt Brot geben und aus freien und fröhlichen Gotteskindern unfreie und freudlose Knechte machen. Ter lebhafte Beifall und die glückstra hl enden Augen der Hörer bewiesen, wie sehr der Redner allen aus den Herzen und zu Herzen gesprochen hatte. Tic klärende und versöhnende Wirkung des Vortrags wurde wirksam unterstützt durch gut ausge- wähltc Solo- und Chorgesänge und durch den Vortrag hervorragender Meisterwerke aus dcm Gebiete der rcligi scn Dichtung und Musik. Es hieße Eulen nach Athen tragen, wenn wir die herzergreifenden gesanglichen Tarbictungen von Pfarrer Mcbus noch besonders hervorheben wollten. 9£ber auch die musizierenden Herren von der Dürerschule zu Hochwaldhausen, die uns mit drei Trios von Haydn für Klavier, Violine und Cello erfreuten, und besonders ihr Direktor Neuendorff und nickst zum wenigsten Amtsrichter Wahl haben sich durch die Freundlichkeit, mit der sie ihr großes künstlerisches Können auf Klavier und Violine in den Dienst der Sache stellten, einen bleibenden Anspruch auf den Dank aller Hörer erworben. Möge uns bald wieder ein so schöner Abend befchieden sein. An» Stadt und Land. Gic 1:en, 23. Januar 1913. Ans dem städtischen Berwaltungsbericht. III. Aus b cm! Bericht des Schularztes. Medizinalrat Tr. Bötticher hat 1911/12 1338 Knaben und 1360 Mädchen untersucht. Von den 144 noch nicht sechsjährigen zur Schule angemeldeten Kindern wurden 80 als sckml- rcif befunden. Im Juni fand eine Untersuchung der Besucher der Hilsklasscn statt, bei der auch psychiatrische Gesichtspunkte berücksichtigt wurden. Tic orientierende Schprüfung sämtlicher Volksschulkinder fand im Juli statt. Die jßinder, bei denen sich eine Herabsetzung der Sehschärfe unter 0,75 fand, wurden der Universitätsaugenklinik überwiesen. Bei der gemeinen Hörprüfung wurden bei den Knaben 36 (2,6 Proz.) und bei den Mädchen 33 (2,4 Proz.) Schwerhörige festgestellt. Auch sie wurden entsprechend ärztlich behandelt und erhielten Plätze in der Nähe der Lehrer. 15 Knaben von 10 bis 14 Jahren wurden 4 Wochen in die Ferienkolonie nach Homberg a. d. Ohm geschickt. Bei sämtlicken Knaben zeigte sich eine Gewichtszunahme von 0,7 bis 2,4 Kg. Im Winterhalbjahr wurden sämtliche Schulkinder körperlich untersucht. Ter allgemeine Gesundheitszustand gab im Berichtsjahr zu keinen befonberen Klagen Veranlassung. Tie Zahl der an Körper und Kleider Unreinen betrug bei den Knaben 10,5 Proz. und bei den Mädchen 12,6 Proz. Wenn auch die Zahl der hochgradig verschmutzten und verwahrlosten Kinder gegen früher wesentlich jurücfgegangen ist, so findet sich immer noch ein erheblicher Bestand von L)chullindern, deren Reinlichkeit an Körper und Kleidung zu wünschen übrig läßt. Im Berichtsjahr wurden gelegentlich der schulärztlichen Revisionen bei 3 Prozent der Mädchen Läuse und frische Läufenüsse fcftgtftcllt, während mit alten Läusenüssen 9,5 Proz. Sckstilerinnen behaftet waren. Bei Knaben kamen nur in 3 Fällen alte Läusenüssc zur Beobackstung. Im Berichtsjahr wurde eine etwas größere Zahl von unterernährten Kindern gegenüber den Vorjahren festgestellt. Es macht sich jetzt offenbar die schon längere Zeit anhaftende und nock immer zunehmende Teuerung der Lebensführung geltend. Zweifellos würde der allgemeine Ernährungszustand der Volksschulkinder nock ungünstiger sein, menn nicht in so umfangreichem Maße Milck an die Schulkinder verabreicht würde. Während bis 1906, in welchem Jahre ein 2 chul za hnarzt für die Gießener Volks schulen angestellt wurde, bei über 90 Proz. der Gießener Volks- sckmllinder kranke behandlungsbedürftige Zähne nadtgeroieien wurden, konnte der Schularzt bereits bei 38,5 Proz. der Knaben und 34,6 Proz der Mädchen ein vollständig gesundes Gebiß fcftftellcn. Bei der großen Bcckeutung gesunder Zähne benutzte der. Schularzt jede Gelegenheit, um die zahnkrankcn Kinder zum flci feigen Besuch der scknilärztlichen Sprechstunden anzucifcrn, die Schularzt Metz an schulfreien Nachmittagen ab hält. Er behandelte 580 Schulkinder in 1356 Sitzungen, wobei 1345 Zahne gezogen und 410 Füllungen, 85 Nerventötungen, 32 Zahnreinigungen und 261 anderweitige Behandlungen (Wurzelfüllungen, Ncrvüberkappungeii, kleinere Zabnrickrungen) ausgefüh.t wurden. ** Pfarrperf 0 na 1 ien. Ter Großherzog Hal dem Psarrverwalter Ernst F l ö e l zu Lairgen die zweite evang. Pfarrstellc daselbst übertragen. ** i!ehr er uerfo Halfen. Bestätigt wurde von dem Grafen zu ^olms-Laubach auf die erste Lehrerstelle an der Ge- meindeschule zu Gonterskirchen, präsentierte Inhaber der zweiten Lehrerstelle daselbst, Lehrer Ernst Jakob. _ . t ** Ausbesserungen an Wagen des St I eint) an« delsverkebrs. Seither wurden die im eickwftichligen Verkehr befindlichen 'DJiafee, Gewichte und Wagen, wenn nc sich bet der eickamtftchen Untersuchung als ausbesserungsbedürfiig .erwiesen, vielfach von den Eichbeamten ausgebesicrt und in eichfahigen Zu stand gebracht. Dies ist hmftig den Eichmeistern, da sie Staatsbeamte sind, nicht mehr erlaubt. Tie Besitzer der eichpfftchligen Gegenstände müssen sich also wegen solcher Ausbesferuiigen künftig an andere Fachleute (Schlosser, Meckwrnker, Wagenbauer) tven- den. Und zwar müssen die nötigen Reparaturen möglichst fclwn vor dem Eintreffen des Eickmeistcrs in den einzelnen Orten ausgeführt fein, damit den Besitzern keine unnötigen Holten und Verzögerungen erwachsen. Die vermine der örtiidicn Eichtage werden rechtzeitig vorher bekannt gemacht. Ta die Zahl der Fachleute, die solche Arbeiten wirklich sachverständig auSführen, vorläufig nur beschränkt ist, bietet sich .Handwerkern dieser Branchen Gelegenheit zu reichlicher Beschäftigung und gutem Verdienst. Voraussetzung ist natürlich, daß die Betresfenden die besonderen Arbeiten, namentlich die Reparaturen und Justierung von Tafel- | wagen, gleicharmigen Wagen, sog. Schncllwagen und ttanSPortab- len Brückcnwagen verstehen. Es liegt im Interesse solckfcr .Handwerker, daß sie sich zur Erleichterung des Nachweises geeigneter Personen bei den Eichämtern Darmstadt, Offenbach, Gießen, Friedberg, Mainz und Worms anmelden, wo ihnen auch weitere Auskunft über die neuen eichtechnischen Vorschriften, Fehlergrenzen usw. erteilt werden können. Es ist beabsichtigt, zunächst eine Liste der Handwerker aufzustellen, die sich zur Vor- I nähme dieser Arbeiten eignen. Es empfiehlt sich, daß die Handwerker, die in diese Listen ausgenommen werden wollen, fick hab* I big ft schriftlich an die Eichungs-Jnspcktwn in Darmstadt (Paradeplatz 3) wenden. ** U eb er Mundartforschung und 0berhes^iscke ! Mundarten sprach am Dienstag abenb in einem vom T ent- W f eben Sprachverein und der Vereinigung für Volts- I künde veranstalteten gut besuchten Vortragsabend Lehramts- I assessor Tr. Faber. Ter $ortragenbe führte a^is, daß die I Mundart die ursprüngliche Svrackie sei, während das Schriftdeutsch i etwas Gemachtes sei. Tie Mundartforschung sei außerordentlich j wichtig, aber es sollte hierüber nur richtiger mitgeteilt werden, da eS auf die geringsten Lautunterschiede antommt. Tie Mund- 1 art ist nicht einheitlich und sie ist als lebende Sprache immer in der Umbildung begriffen. Ter Einschlag der Mundart in die Schriftsprache ist groß und wir finden vieles Dialektische in der ! Schriftsprache. Tie Schriftsprache hat aber noch mehr Einfluß aus die Mundart ausgeübt. Tic Schaffung einer cinheitlickum 1 Sprache ist eine große Tat für ein Volk und Tentschland hat die Kraft gehabt, diese Tat zweimal zu vollbringen, einmal mit der» mittelhochdeutschen Sprache und dann mit der neuhochdeutschen. Tie Mundarten unserer Gegend sind hochdeutsch und gehören dem 1 rheinfränkischcn Tialektgebiet an. Tie Mundarten werden ab», gegrenzt durch die Lautgesetze und selbst innerhalb ganz kleiner Gebiete findet man Berschiedenliciten Vielfach wird durch die ; Verschiedenheit der Mundarten auf alte historische Grenzen hin- ' gewiesen, konfessionelle Verschiedenl-eiten, alte Zollschranken ustv. lassen sich oft durch die Verschiedenheit der Mundarten erkennen. Ter Wortschatz der Mundarten ist verschieden Tic deutsche» und romanischen Sprachen gehen auf eine gemeinsame Sprache, die indogermanische zurück. Von der Geschichte des inbogerma nischen Volkes wissen wir nichts, aber wie die Jnbogerinanen lebten, sagt uns ihre Sprache. Ter Redner schloß feine interessanten, durch zahlreiche Beispiele aus Oberhessen erläuterten Ausführungen mit der Mahnung, in unserer Sprache auch die Mundarten zu erhalten. An die Tankesworte des GH. Hofrals Prof. Tr. Behaghcl schloß sich eine kurze Aussprache an. "Ein nachahmenswerter Erlaß wegen Unterstützungen an Beamte. Tic Eisenbahnbirektioir Frankfurt hat folgende Verfügung an ihre Beamten im Amtsblatt erlaßen: Es ist die Wahrnehmung gemacht worben, baHfcM f Unter ft ützungs fach en Vielfalt» nicht mit dem Takt ber Rücksichtnahme vorgegangen wirb, die diese tfngefcgcufx-i/m ihrer Natur nach unbcbingt erheffchen: 1. Bei Hem Ermitteluugs verfahren bezüglich Bcbürftigkeit unb Mürbigkeit wollen die zu Rate gezogenen Beamten sick stets vor Augen halten, daß es sich um vertrauliche unb persönliche Angelegenheiten handelt. Unbeschadet der Genauigkeit der Auskünfte muß unbedachtes unb lästiges Einbringen in bie persönlichen Bcrhältnisfe vermieden werden. 2. Bei dem Auszahlungsgeschäft ist zu beachten, baß jeder Beamte verpflichtet ist, gegen bas - Publikum ein höfliches Benehmen zu beobachte». Tiefe - Bestimmung ist den Unterstützungsempfängern gegenüber ebenfalls zur Anwenbung zu bringen. Bisher scheint bies vielfach nickt geschahen zu sein. Alten Beanttm, bie mit ben Unterstützungssachen zu tun haben, wirb ein taltvollcs Verhalten zur besonderen Pflicht gemacht unb ein entsprechendes Verhalten schon aus dem Gefühle des Anstands heraus für die Folge auf das Bestimmteste erwartet. Landkreis Gieften. h. Steinkecg, 21. Jan. 91 in Sonntag feierte ber Gesangverein „Eintracht" sein 44. Stiftungsfest, daS einen hübschen Verlauf nahm. Ta§ Vereinslokal war bi5 j / auf den letzten Platz besetzt. Die oorgetragenen Lieder be-| zeugten die Leistungsfähigkeit des Vereins. Die Theaterstücke , wurden gut gespielt; besonderen Beifall fand das Stück „Tie i vom Rastauhofe*. r. Londorf, 21. Ian. Am Sonntag nachmittag frelty Rechtsanwalt Kaufmann au- Gießen im OrtsgemerbevereinU einen Vortrag über das neue Gemeindesteuergesetz. Die U Zuhörer spendeten Herrn Kaufmann für seine sehr erklärlichen Ausführungen reichen Beifall. HÄ LtzL S-Ä gj^aeit« 1 9tli,3b«6®iP SÄL S M «na em» «orin5,. Zt° qcnoMkn, die trägt. 3*1 f rechnet. Dtc > 5 15(000 ®! Uilsai ton über Merb^iimt bci mb ‘ütl ta 1; / Aodhei oben) üflt 5 frirr -ouotve ftiichl wiirdm V. fiirin SRfingi Öoibenöc oerfeift jty Äezng on schr rege, tc bett Jifob dcnder, A' jnilimmi« wieder h strankff Abteilung Un urch einen Forst feie sozioldemokr Angelegenheit en irichtel, in der fit v. Wiesba fl 0 f u di an? y I hütbsl n. 'J)| leine fiebert ach erfrfiolie 5oi>f: hiflte unter: ?>wchtkans veri : .-TerTch! 1 Wintersvvri teibetg i. A trauillenlaui lsg finnftlmii für 1 dernislanglauj - Herren, Span . Berlin für Luitial) ab. Naitwem i "finit Qu! bein s> miila,iS im Rcj dem Worfiij (>6 regieriingsrat Ä EiaatShkietärs ze"' Worihuib , jniiröeii gewählt Kreis Büdingen. Büdingen, 20. Jan. Schöffengericht. Ter Werk- führet H. R. unb bcr Arbeiter H. F., beide von Haingrimdau, H hatten gegen bie amtsrichterlickfen Strafbefehle wegen Uebertrctunfl | des Dampfkesselgcsetzes Einspruch erhoben Die Hauptverhandftmg würbe zum Zwecke weiterer Aufklärung ber Sachlage ausgesetzt. — ' Ter Taglöhncr A. Sch. von Egelsbach wurde ivegcn Widerstand i gegen bie Staatsgewalt zu vier Wochen Gefängnis unb wegen Bettelns zu zwei Wochen Haft verurteilt. — Ter Schlossergesellc 1 W. R. von Siegen wurde wegen Bettelns zu einer Wock)c Hast | verurteilt. Tie Strafe wurde durch die erlittene Untersuchungs- haft stir verbüßt erklärt. — Der Taglöhner I. Gg. D. vo» Büdingen wurde wegen Diebstahls zu einem Tag Gesingnis verurteilt. ! — Der Eiscndreher M. N. aus Waldheim in Sackscn wurde wegen Bettelns zu drei Tagen Haft verurteilt. — Der Taglöhncr A. L. I aus Unter-Alba wurde wegen Bettelns zu einer Woche Haft bcr u urteilt. Fünf Tage ber erlittenen Untersuchungshaft werben auf ff bie erkannte Strafe ausgerechnet. — Der Taglöhner K. E. aus Wieseck würbe wegen Bettelns zu brei Tagen Haft verurteilt. — Ter Schlosser H. B. aus Babenhausen würbe wegen Bettelns zu einer Woche Haft unb wegen ruheftorenden Lärms zu drei Tagen Haft verurteilt. Kreis Lauterbach. Allel 10 R Ei Un Brei — Lauterbach, 21. Jan. Im Äluftrag der Landes abteilung beider Hessen des Bundes der Handwerker hielt gestern abend Herr Schlossermeister Tietz Erfurt einen Vortrag über „Den Kampf des Handwerks um feine Existenz". Er erläuterte die Ziele des Bundes ber, Handwerker, dabei zur Bildung eines Ortsvereins auffordernd. Die nicht sehr zahlreich besuchte Versammlung tvar zwar mit den Ausführungen des Redners einverstanden, konnte sich aber zu wetteren Schritten vorläufig nicht entschließen. 1 Starkenburg und Rheinhessen. ivl — Mainz, 21. Jan. Ter Vorstand der H e s s i s uheu Handwerkskammer trat am Dienstag zu einer 2 he Sch, Meteorologische Beobachtungen -er Station Gießen. » Wetter L Höchste Temperatur am 21. Januar --- 21. Doidende verteilt werden konnten. Auch der Gemeinschaft Geschäft nullet. 46-50 85-93 50-53 91-96 90—92 86-87 Durch- WMyeBaby-Ausstattungen™^*.*.™ Ualontfje, t Alle Arten Spitzen, Stickereien und Festons zu Preisen wie nie zuvor 10 Meter breite, leinene Klöppel-Spitzen und zu Mk. I.— Einsätze 5 Meter extra breite, leinene Klöppel-Spitzen zu 85 Pfe. und Einsätze Holterhoff Söhne, Seltersweg 20 Vom 15. Januar, bis 1. Februar 10 10 10 86—87 85-86 85—90 76-83 Vom 15. Januar bis 1. Februar 2 2 2 geltend nachgelassen, c tobte am Nl ein bnbener t^inkäu'er doch einigle man geböte die Preise 110—113 102 - 107 93-102 81—92 Jan. 191 NW NW SSE 71—73 70—75 76-80 85—92 81 84 97 22 22. 23. 4 7 4 7 4,9 Mk. 93—100 91—98 66—68 61-64 55—60 48-54 Mk. 52—56 51-55 33 28 1,5 36—40 81—35 Bed. Himmel Bed. Dunst 41—43 45—49 Niedrigste „ „ Niederschlag 0,i mm. Preise siir 100 Aid Lebend- Schlachtgewicht 48-51 43-47 $5 t» E ä 2:I 9l kirchliche Nachrichten Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage), Samstag, den 25. Januar 1913; Vorabend: 5.01) Uhc. 3)1 or g e» 5: 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers. 91 a ch m i t t a g s: 3.30 Uht. Sa b b at a us g a n g: 6.00 Uhr. gerade die Prüfungen für den ersten Flugzeugmotor-Wettbewerb um den Kaiservreis abgeschlossen bot. Der weitere Ausbau der Anstalt, insbesondere foivcit die technische Entivickelung und tför- bentitfl des Flngive ens, sowie Versuche aus dem (Gebiete der elektrischen Ginflüfie auf die Ln't'abrt m Frage fonune», und die dam crforbcrlidien Aliitel wurden bewilligt. '21 m Abend vereinigten sich die Teilnehmer out Einladung des 2. Vorsitzenden Kommerzienrat etilfc zu einem geselligen Bersammensein im taiserltchen Anto° mobilkliib. weiter Weizen (angebaute Fremdsortens 16,50 Mk^ Korn 13,10 Mk^ Gerste: riittergerfte 11,00 3)1k., Braugerste 12,75 Mk., Hafer 8,00-9,00 Wit, vrbsen 0,00 Wit, Kartoffeln 3,40 bis 4,00 3Jlf. Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbat fei er am 25. Januar 1913: Freitag abend 4.45 Ubr. Samstag vormittag 8.30 Ubr. Predigt. Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Deutschen Kaisers. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. % Sabbat-AuSgang 6.00 Uhr. Wochengottesdienst Morgens 7.00, abends 7.00. 45 9 49,8 47,7 Markte. th. Gießen, 22. Jan. V i e h m a rk t b e ri ch t. Auf dem Rlndviehmarkt waren etiva --5O-9OO Stuck Großvieh, 75 Stück Jungnieb wid lOu Kälber zum Verkauf gefieflt Infolge des flauen Geschäftes auf den norddeutschen Märkten, besonders aber ivegen des schlechten Geichofies auf dem letzten Berliner -LamstagSmarkt, >vor der Handel recht gedrückt, so daß sich das Geschäft nur schlevvend abivicleln konnte Dabei ivar schon beim Pormarkt am 3)lontag, soivie gestern zablieiche Riuibfcba't au den Platz gekommen, die ober im (5 infam falt bei allen Biehgattungen mit Ausnahme der Halber vorsickuig ivar und mir bei weichenden Preisen taufte Der Bedarf au 3)l>lchkuhen hat wohl nur vorüber- Felte Kühe wurden für die Lahnorie und die gekauft. Am Släloevmarlte machten WieS- ibreit Kollegen aus Frankfurt Konkurrenz, sich schliejzlich, um bei dem kiiapven An- △ Ober-Obmen, 21. Jaii. Außergewöhnlich früh sind in diesem Jahre die Holzmacher mit ihren Arbeiten fertig Tie Beschleunigung der Arbeit geschah durch das größere Angebot von Holuiiachern. Infolge hiervon können auch die Holzverueigerungen lehr frühe üattfmden. So wurde heute die diesjährige Brenn - holzversleigerung in den Riedeselschen Waldungen der hiesigen Försterei auf Gemarkung Ruppertenrod abgebalten. Die Preise behielten ihren normalen Stand, gingen nur hoch bei den sogenannten .Roller". Es foHcten vier 'Am. Bucheuprügcl Mk. 18—21, desgl. Buchenscheit Mk. 25-30, desgl. Buchenroller Mk. 40—42, zehn Rm. Buchenreisig Mk. 7-8. bis 22. „ 22. Keine Enttäuschung. In bezug auf Nährwert, Schmackhaftigkeit und leichte Verdaulichkeit steht Scotts Einulsion, dieses seit Jahrzehnten rühmlichst bekannte Kräftigungs- und Stärkungsmittel, zweifellos an erster Stelle. Wer sich die Vorteile dieses Präparates sichern will, bestehe darauf, die echte Scotts Emulsion zu erhalten. Der Erfolg lvird dann nicht fehlen, und Enttäuschungen, wie sie beim Gebrauche minderwertiger Nachahmungen unvermeidlich sind, bleiben erspart. Es ist die Marke „Scott", wclche, seit 37 Jahren eingefuhrt, für Güte und Wirkungskraft bürgt. der Hainmslraße. Es wurde gehandelt dos Stück Kühe frisch- melkend und tragend: Extra fchivcie Tiere Alk 660—7uu, 1. Qual. Mk. 550-625, 2. Qual. Mk. 450—525, 3. Qual. Alk. 350-400, Jmmrinder und Stiere für Alaft und Zuchtzwecke wurden das Ltück je nach Alter tind Form intt Mk. 280 - 325 bezahlt. Die Preise für Schlaehtkühe stellteii sich pro Zentner Schlachtaeivickit 1. Qiial. Mk 75 80 tvereinzelt aut Alarkt gewesen (2. Qual. Alk. 72- 74, 3 Qual, (für Wurstzwecke Mk. 70 - 72. Für Kälber ivurden in printa Ware Alk. 100-102, in Mittelware Mk. 92—94 bezahlt. Der nächste Rindviehinarkt fiitdet am 4. Alärz statt. Auf beut heutigen S ch w e i ii e m a r k t standen 24 Schiveine zttm Berk».«', so daß eine Marktpreisbildung nicht möglich tvar. Ter nächste Schweinem.-'rkt i'i m 5. Alärz. F.C. Wiesbaden. Blebhof »M arkibericht vom 22. Jan. Auftrieb: Rinder u (Ochsen 37, Bullen 0, Kühe 123), Kälber 207, Schafe 4 , Schweine 521. lche Bezug an Kartoffeln, Kohlen, ThontaSmehl uff. war shr rege, er betrug 3279,85 Alk. Die Vorstandsmitglieder Sofob Bender, Adanr Hofinann und Karl Schlierbach wurden anstimmig wiedergeivählt. h Frankfurt a. M.. 21. Jan. In der Forst- ibteilung Unterwald der Stadtkämmerei sollen )urch einen FoMgehilien Unterschlagungen verübt sein. Die sozialdeinokratische Stadtverordnetensraktion hat in der Angelegenheit eine dringliche Anfrage an den Magistrat gerichtet, in der sie um Aufklärung Über den Fall ersucht. CttHlcbiffabrt. Berlin, 21. Jan. D i e d e u 1 s ch e V e r s n ch s a n ft a l't für Luftfahrt hielt beute in Berlin ihre dritte Vetsammlung ab. Nachdem die Mitglieder die ueu errichteten Anlagen der Anstatt auf dem Flugplatz Johannistal besichtigt Hatten, fand nachmittags im ReicHsaint . des Innern die eigentliche Sitzung unter dem Vorsitz des Präsidenten Erz. v. Rieß statt. Geheiiner Ober- regierungsrat Alber» begrüßte die Versammlung im Namen des Staatssekretärs Dr. Delbrück. Die Beteiligung ivar sehr rege. Dem Vorstand rourbe Entlastung erteilt. Neu in den Vorstand wurden gewählt als 1. Vizepräsident Kommerzienrat Rieger, 1. Vorsitzender des Vereins deutscher Motorfahrzeug-Industrieller. Tr. Ben de mann legte die Eiitwickelnnq der Anstalt bar, die + 5,4 ° 0. + 2,6'0. nicht noch mehr zu steigern. Die Vieh- handler, die ihre Ware on den Mann gebracht hatten, klagten wieder darüber, daß die Untersuchung der Tiere viel zu lange dauere. Um 8/J0 Uhr stand noch imuntersiicbtes Vieh auf ... Buchhaltung und Angestellten Vcrncherung! Daö Olcfeh für die Ange,teUten-Berflchermlg verlangt vom Arbeitgeber die Abrechnung und die Einziehimg der Versicherungsbeiträge. Dies bedingt die ^-uhrung eines übersichtlichen.Slontrollbudieö, das jederzeit einen bcouemen und schnellen Ueberblick bietet. Das Kasse - ^O"lrollbuch der Aktiengesellschaft sür Fornnilarbedars in Wünschen- darf lElstert entspricht nicht nur diesen Anfordertmgen, fonbern rfÄ.01«’ tflnen /laren Auszug der gesetzlichen Bestimmungen über den Kasienverkehr der NetchSverncherungSanstalt. d»/. Sim Sonniaq stieck ; :nn 44. etifliinqSfdt, M -rQ§ Percinslokal war b ?it* vor^lragenen Siebte sand daS ^lua |B Sonntaa nach---»«-, V lL,n im standssitznng zusammen, der -der Staats kommissar der Kammer sonne die Vorsitzenden der Meisterprüfungsausschüsse der drei Provinzen beiwohnten. Nach Erledigung der Tagesordnung widmete der Vorsitzende, Gewerberat Falk, dem infolge beruflicher Uebcrlastung von feinem Amt zurücktretenden Vorsitzenden des Meisterprüfungsausschusses für Starkenburg, Ingenieur Markwort von Darmstadt, Worte des Dankes für seine zehnjährige ersprießliche Tätigkeit und überreichte ihm namens der Handwerkskammer eine künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde. Ingenieur Markwort dankte für die ihm erwiesene Ehre Weiter sagte er seinen Mitarbeitern für die ihm stets gewährte Unterstützung Dank, die Handwerkskammer sowie der Meisterprüfungsausschuß dürften sich versichert halten, daß er auch fernerhin den Bestrebungen zur Förderung des Handwerks jederzeit seine Dienste gerne zur Verfügung stellt. fc. Oppenheim, 21. Jan. Gustav V., König von Schweden, wird im kommenden Frül mhr gelegentlich einer Re fc nach Deutschland, Erfelden besuchen. Der König will die Denkwürdigkeiten, die an König Gustav Adolf dort erinnern, besichtigen. Der große Schwedenkönig ist nach der Schlacht bei Breitenfeld am 17. September -1631 über Erfurt, Würzburg, &anatt, Frankfurt a. M., Darmstadt nach Erselden gezogen, wo er Oppenheim gegenüber lagerte. Von da setzten seine Truppen über den Rhein uno eroberten die von den (Spaniern besetzte Stadt. Tas alte Schwedenhaus der Kirche in Erfelden gegenüber, wo 'Gustav Adolf übernachtete, steht noch, auch die 3/< Stunde davon entfernt von dem König errichtete Schwedensäule. Worms, 21. Jan. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde eine B r l l e t t st e u e r angenommen, die bis zu 10 Prozent des Billettpreises beträgt. In der gleichen Sitzung wurde auch die Einführung einer Wa re n h aus st e ue r und einer Filia l st euer beschlossen. Beide Steuern werden nach dem Umsatz berechnet. Die Warenhaussteucr beginnt bei einem Umsatz von 150000 Mk. mit 1 Prozent und beträgt bei einem Umsatz von über 2 Millionen Mark 2 Prozent. Tie Filialsteuer beginnt bei einem Umsatz von 100 000 Mk. mit 2 Proz. und endet bei über 800 000 Mk. mit 3 Proz. Hessen-Nassau. X 9? ob bei tn o. b. Bieber, 21. Jan. Am Sonntag abeid hielt der Bauernverein bei Gastwirt Karl Schlierbach feite Hauptversammlung ab. Nach dem Geschäfts- beicht wurden 1912 für 22042,77 Mk. an Waren umgesetzt be einem Reingewinn von 2813 Mk., so daß Proz. Och' en. lkoststeischiae. anSaemästete, höchsten Schlacht- wertes im Alter von 4-7 Jahren .... Die noch nicht gezogen haben (nngejocht) . . Imme, skifck'ige. nicht auSgemäiiete und ältere außgemäftete............ Bull en. Vollsiesicksige, ansgew» höchsten Schlachtw. . . Vollfleischige, jüngere ..... , är en. K n fp. Vollsieischige auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes . , S'ollsletschige auSgemästete Kühe höchsten SchlachtwerteS bis m l Jahren ... Wenig aut entwickelte Fär>en Aeitere ausgemäfiete Kühe uub wenig gut entwickelte jüngere Kühe . . Mäßig genährte Kühe und Färsen Mai bei Feinste Mastkälver Mittlere Mast» uns beste Saugkälber . * * Geringere Mast- und gute Saugkälber . . . Geringere c-auglalber......... Breite leinene Klöppel-Spitzen und Einsätze hervorragend billig! 50,40,28, 20,65 Pfg.p.Mtr. Schmale u, breite Klöppel-Spitzen u. 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I er Erlaß wegen llnt-pi w Gisenbahndireklik:5 ng en ihre Beamten im tel innig jfmatbt worden, da'' i nnfit mit firm Takt t>, bic bitte f : 1. Sei taff Grmittelw1 ; Sütingteit wollen dir। ot 'Augen hallen, daß e8 sih ■ igelemtatm handelt. D»i: Lnllc mut unbedachte: önlid)en$ctbältni||t- ÄuHratzlungsgesW It vernichtet ist, gegen hmen zu beobachten, mMnqern gegenüber ebeminL ibrr scheint dies vieliach Oie mt den UnteKtzE Ms Verhalten M bchMa yhp. Peckillen ichon aus te dü Folge auf W«* i(j}t Ter !6v£& °°° Ä-’ Affliitbe wegen ^j^Äiingnie- un? , hocken iMNNS -urt.iH- " Lu Loche l ^unietfudju'’ rd> hie D. nffnn -nAien nnllln-1 , rteilt- - Aoche btt' -"Srhe nffsen , MadapoVam-Stickereien, verschied. 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