Nr. 27| Drittes Blatt 165. Jahrgang Eichener Anzeiger Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger für Oderhejsen Die „tziehener ZamllienblStter" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, daS „Kreisblatt für den Kreis Sichen" zweiinal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich iwennal. Dienstag, 18. November 1913 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'fchen Universitäls - Buch- und Stcinbruderei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition imb Druckerei: Schul« straße 7. Expedition unb Verlag: 51. Redaktion: 112. Tel.-2lbr.: AnzeigerGießen. Geflügelaurftellungen in Oberhessen. r. Reichelsheim, 15. Rov. Tie am 15. und 16. d. M. dahier flattfinbenbc Bez ir ks-Gcflüg cl- und Kaninchen- Ausstellung wurde heute unter Beisein von Regierungsrat Der berg von Friedberg und dem Landwirtschastskammcrver- treter, dem Landtagsabg..Brei denb a ch von Dorheim, eröffnet Die zur Schau gestellten Tiere befanden sich fast durchweg in bester Verfassung. Die Preisverteilung, die durch br? Preisrichter S ö d- lc r - Rieder-Gemünden, Andreas - Frankftirt a. M und Roll- Bad-Nauheim vorgeiwmmcn wurde, hatte folgendes Ergebnis: .Hühner, 1. Brahma: 3. Preis Schudt-Leidhecken: 2. Plymonth- -ltocks: 2. Preise Margraf-Dortelweil und Koch-Reichelsheim, letzterer auch Ehrenpreis: 3. Langshan: 2. Preis Schughart-Gettenan: 4. Orpington: 2. Preis Schughart-Gcttcncku: 5. Myandvttes: 2. Preise Mogk--Echzell und Heß-Echzell: Kammerpreisc erhielten Ulrich-Reichelsheim und Walther Bauernheim, und Ehrenpreis Ostheim-Echzell: Rhode-Island: 2. Preise Pfarrcr-Weckesheim und Muhl-Reichelsheim, letzterer auch Ehrenpreis: 7. Sussex: 3. Preise Referendar Schäfer und Wcith-Reichelsheim; 8. Andalusier: Ehrenpreis Heß-Eck)zell; 9. Minorka: Kammerpreis Eapretii-Reichels- heim: 10. Italiener lrebhuhnfarbig : Ehrenpreise Schughart-Get- tenau, Leopold-Gettenau, stammcrvreis Heller-Reichelsheim. Ferner '^-hielten noch Ehrenpreise Bill-Rieder-Weisel, Eonrad-Reichels- Heim und Lotz-Ober-Hörgern. Kammerpreisc empfingen Keller- Ossenheim und Roß-Reichelsheim. Wassergeflügel: 1. Pe- kiug-Enten: Kammerpreise Klingel-Ockstadt, Muhl- und Walther- Reichelsheim : 2. Indische Laufentcn: Ehren- und Kammerpreisc Klingel-Ockstadt und Cassebecr-Rcichclshcim. Tauben, Ehrenpreise Meiert- und Capretti-Reichelsheim, Walthcr-Bauernheim, Kolter Manheim, Keller-Ossenheim, Weith-Reichelsheim, Gondolf- Reichelsheim. Kaninchen: Ehrenpreise Wcilh-Rcichelsheim, Keller-Reichelsheim, Müllcr-Ridda, Cassebeer- und Ulrich-Reichelsheim. i Ober-Hörgern, 16. Nov. Eine wohlgelungene Ge- flügclausstellung für die Landwirtschastskammerbezirke Gießen und Ober-Hörgern—Lang-Göns fand gestern und beute hier statt. Auch die Gcslügelvcreine Lich und Gambach beteiligten sich daran. Unter den zahlreichen Ehrengästen befanden sich solche von dem dürften Karl von Lich, der Landwirtschaftskammer, von Landtagsabg. Fenchel, den Züchtcrvereinen Gießen, Lich, Lang- Göns, Gambach und Ober Hörgern u. a. m. Tie Ausstellung war mit durchweg erstklassigem Material beschickt und zeigte den hohen Stand des Rassegeflügcls in i>er Gegend Gießen, Lang-Göns, Lich ^und Ober-Hörgern. Infolgedessen konnte die große Mehrzahl der Tiere mit Preisen bedacht werden. Tas Prämiierungs-- ergebnis war folgendes: A. Abteilung Hühner. 1. Or- pington: 1. Preis M. Müller-Ober-Hörgern, 2. und 3. W. Schepp-Ober-Hörgern, 3. Konrad Veltcn-Lang-Göns, lobende Anerkennung K. A. Faber-Lang-Göns: 2. Plymouth Rocks: Ehrenpreis Karl Schwarz-Trohe, 2. W. Müller-Lang-Göns, 3. und lobende Anerkennung Hch. Alles-Ober-Hörgern: 3. W yandot- tes: Ehrenpreis K. Rübsamen-Gießen, 1. Fr. Becker-Gießen und G. Weber-Ober-Hörgern, 2. W. Dechert-Gießen, O. Düringer- Ober-Hörgcrn und G. Weber-Ober-Hörgern, 3. Otto Velten-Lang- Göns, M. Müllcr-Ober-Hörgcrn, O. Düringer-Ober-Hörgern; 4. M inorka: Kmnmerchrenprcise: Moritz Müller-Ober-Hörgern und Hch. Zeiß-Lang-Göns, Ehrenpreis Ed. Schäscr-Bettenhansen, 3. M. Müller-Ober-Hörgern, K. Grotefendt-Lich, H. K. Spieß- Lang-Göns; 5. Houdan: 3. E. Haferkorn-Annerod; 6. Italiener: Kammcrehrenpreis K. Tichl-Ober-Hörgern, Ehrenpreise Hch. Iäger-Ober-Hörgern, W. Mathäus-Ober-Hörgern, W. Bommcrs- l)eim-Bettenhausen, W. Müller 2.-Ober-Hörgern, 1. nnd 2. Hch. Iäger-Ober-Hörgern, 1. K. Mathäus-Ober-Hörgern, 2. G. Müller- Bettenhausen, K. Heller 2.-Lich, W. Müller-Ober-Hörgern, K. Schmidt-Lang-Göns, 3. I. G. Staul II.-Bettenhausen, I. H. Müller-Bettcnhauscn, K. Vogt-Lich, W. Müllcr-Ober-Hörgcrn: 7. Hamburger: R. Radetzki-Lich: 8. Rheinländer: 2. Jakob Müller-Obcrhörgern, 3. K. Schwarz-Trohc: 9. Zwerg- Hühner: E. Haferkorn-Annerod, 3. K. Müller-Lang-Göns: 10. Sammelklasfe: Kammerehrenpreise auf Wyandottes: O. Türinger-Oberhörgern, auf rebhuhnfarbige Italiener: E. Hol- mes-Oberhörgern, Ehrenpreise: R. Radetzki-Lich und W. Schepp- Obcrhörgern, 1. H. Alles-Oberhörgern, 2. Ed. Schäfer-Bettenhausen, H. Scipp-Trcis-Münzenbcrg und K. Vogt I.-Lich: 3. K. Velten-Langgöns, H. Köhlcr-Bcttenhausen, K. Lotz-Klein-Linden, W. Bommershrim Bettenlnmsen, I. G. Stcul II.-BettcnHausen nnd W. Müller-Oberhörgern, lob. Anerkennung I. Schäfer II.- Gießen, Schneider-Gießen und H. Müller II.-Obcrhör- gern. B. Tauben: Ehrenpreise: K. A. Fabcr-Lang-Göns, Phil. Mctzger-Gambach, W. Sckmalz-Oberhörgern, K. Ratz-Gam- bach, fl. L. Zeiß-Langgöns, H. Schneider-Meßen, H. Weisel- Muschenheim 'und H. Alles-Oberhörgern, 2. K. A. Faber-Lang- Göns, H. Alles-Oberhörgern, W. Ebcl-Lang-Göns, W. Schmalz- Oberhörgern, H. Klcin-Gambach und H. Zeiß Lang-Göns 3. Ph. Atetzger-Gambach, ,H. Zein Lang-Göns, Berliner-Gambach, H. Jäger-Oberhörgern, H. Alles-Oberhörgern, K. Ratz-Gamback': C. Wassergeflügel: 1. Gäns c: Kainmerchrenpreis: Kmr- rad Rübsamen Gießen, 2. B. Philipp-Steinberg, lobende Anerkennung: M. Müller-Oberhörgern, 2. Enten: Kammer- ehrenpreise: L. Hinklcr Watzenborn, B. Philipp-Steinberg, 1. Preis: B. Rübsamen-Gießcn, 3. Pr. I. Vruckel-Lang-Göns, lobende Anerkennung: H. Mctzger-Gambach. Aus Stcrdt und Land. Gießen, 18. November 1913. ** Di e hessischen Lehrer und die Kaiserin von Rußland. Die Kaiserin Alexandra Feodorowna von Rußland hat durch die russische Gesandtschaft in Darmstadt für die von den hessischen Lehrern ins Leben gerufene Lehrertöckx- ter-Stiftung den Betrag von 500 Mark gespendet. ** Hessische Aussteller der Leipziger Baufach- aus st c l l n n g. Rach dem von dem Dircttorinm der Internationalen Bausachausstellung in Leipzig 1913 herausgegebenen Verzeichnis sind auf Vorschlag des Preisgerichts folgenden hessischen Ausstellern Auszeichnungen zucrkannt worden Lind zwar: I. Königlich Sächsischer Staatspreis: Putzer, Architekt, Professor Darmstadt. II. Silberne Staatsme- daille des G r o ß h e rz o g t u m s Hessen für Ausstellungen. 1. Stadt Darmstadt, 2. Vcrlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt. III. Goldene Medaille der Stadt Leipzig. 1. Groß- herzogliche Staatsregierung, Darmstadt, für die von ihr veranstaltete Sonderausstellung .Bauwesen des Staats, der Gemeinden, Kirchen usw., bauliche Anlage der Villcnkolonie Buch- schlaq, Bauten der Bauberatungsstellc der Landwirtt'chaftskammer, der L'andeswohnnngsinspcktion und Baugenossenschaften, der Zentralstelle für die Gerverbe nnd des Denkmalsarchivs?. 2. Meißner, Paul, Architekt und Professor, Darmstadt. 3. Vetterlein, Professor, 2r. ing Darmstadt. IV. Goldene Medaille der Ausstellung. f. Großh. Badedirektion und Tiefbauamt Bad-Rauheim, für die dorr ausgestellten bade- und tiefbautechnischen Zeichnungen von Bauausführungen in Bad-Rauheim einschließlich der dortigen Grupvenwasscroersorgung. 2. Heydt. Dr. ing. Darmstadt. 3. Holzbau-System Meltzer-, G. m. b. H., Darmstadt. 4. Hommel, G. m. h. H, Mainz. 5. Margold, Josef Emanuel, Archftckt, Darmstadt.' 6. Mctzcndorf, Professor, Georg, Architekt, Essen-Ruhr. jV4 Sil berne' Meda.il le der Stadt Leipzig. 1. Barth, C. W. Architekt, Langen-Frankstirt a. M. 2. Beil, Louis, Gießen. 3. Erste Darmstädter Herdfabrik und Eisengießerei, Gcbr. Roeder, Darmstadt. 4. Götze, Wilhelm, Bildhauer, Darmstadt. VI. Silberne Medaille der Ausstellung. 1. Böhmer. Karl, Maschinenfabrik, Mzey. 2. Deutsche Bakula-Industric. Ziegler u. Esch, Mainz. 3. Homann, Frl. Susanne, Darmstadt. VII. Bron jene Medaille. Throll, Richard. Maler. Offenbach a. TZ1. ** Erstickt ist dieser Tage ein Kind des Arbeiters Rausch, der in de:: Wolkengchse wohnhaft ist. Der bedauerliche ''nglücks- fall, der die Familie betroffen hat, entstand durch cir Stnickchen Brotkruste. Das Stüc war dem fünfvierteljährige.' Kinde in der Speiseröhre stecken geblieben. Trotz eifriger Bemühungen der Eltern unb des sofort herbeigerufenen Arztes war das Kind nach kurzer Zeit erstickt. Landkreis Gießen. a. Beuern, 18. Nov. Im überfüllten Saale des Holländischen Hofes fand unter Leitung des Ortsgeistlichcn ein Ge - meindeabcnd statt und stand im 3arbeit des großen Jahres 1813. Mit einem patriotischen Theater slückchen „Fürs Vaterland" wurde der Abend eingeleitet. Ein Vortrag des Pfarrers Wagner schilderte das tragische Geschick bes jugendlichen Sängers und Helden Th. Körner. Lichtbilder führten dem Auge Persönlichkeiten und kriegerische Ereignisse jener großen Zeit vor. Kreis Friedvcrg. = Butzbach, 15. Nov. Gemeinderatssitzung fand unter dem Vorsitz des Bürgermeisters 'Flach statt. Die Rechnung des Armensonds für .1912, die mit einer Einnahme von 17 598,73 Mk. und einer Ausgabe von 13 364,76 Mt. abschließt, wurde nach der Verlesung genehmigt. Der Voranschlag des Armen- fonds für 1914, der mit einer Einnahme und Ausgabe von 16 850 Mark abschließt, wurde verlesen. Für unständige Gaben wurde dem vom Gemeinderat erwählten Armcnausschuß ein Betrag von 500 Mk. zur Verfügung gestellt. Die zu allgemeinen Zwecken ge- sttftcten Kapitalien betragen 134 347,50 Mk., die für besondere Zwecke 14 545 Mark. Das gesamte Kapital beträgt hiernach 148 892,50 Mk. Der Flachen gehalt des .Geländes des Armenfonds beträgt 293 954 Quadratmeter, wovon 33 913 Quadratmeter Gelände für die Fasclhaltung bestimmt sind. Der dem Arvrenfonds gehörige Hospftalwald in der Gemarkung .Niedernunfel ist 29,60 Hektar groß. — Die Rechnung des städtischen Elcktrizitäts-, Werks für 1912 schloß mit einer Einnahme von 87 457,88 Mk. ab. Die Kapitalrückzahlung betrug 21 738 Mk., der Rechnungsrest 18 691,57 Mk. Dem Rechner Bayersdorf wurde alsdann Ent - lastung erteilt. Der Voranschlag des Elektrizitätswerkes für 1914 wurde verlesen unb genehmigt. Die Zählermicte nrurb. von 60 auf 40 Pfg. für den Monat herabgesetzt. Hierauf erstattete Herr Heyd Bericht über die Fragen: „Wie machen wir unser. Elektrizitätswerk rentabler?" „Können wir Strom für die gleichen Preise wie andere liefern, unb ist es nicht vorteilhafter, zu billigem Preis fremde Ktaft mit zu verwenden, um alle Bedürfnisse nach einer billigen Kraft zu befriedigen?": All diese Fragen haben uns so sagte der Redner, in der technischen Kommission wiederholt eingehend beschäfttgt. Ich habe später Bedenken gegen den Anschluß an eine große Zentrale gehabt. Ich sprach die Befürchtung aus, daß da, wo jetzt in Mittcldnttschland gleichsam sich eine große Interessengemeinschaft zwischen unserer Oberhessischen der Mäiui- schcn, Rheinischen Gesellschaften, Buderus-Wctzlar Hüttenverein und später noch weiter nach Norden der Edertalkraftwerke bildete, die Gefahr einer „Vertrustun g" bestände. Diese Bedenken hat man mir verstreut, indem man mir ganz- richtig sagte, hinter einzelnen der Produzenten werden die betreffenden Staaten mit den maßgebenden Volksvertretungen stehen. Was wir aber sonst versuchen wollen, um unsere Leistungen in unserem elektrischen Werk zu erhöhen, wird mit solchen Kosten und großen Opfern verbunden sein. Wir wollen im Auge behalten, daß das jetzige Werk auch auf lange Jahre hinaus brauchbar blecht. Wir, der Äusschuß, wollen das elektrrsche Werk als unsere Reservestation angesehen wissen. Wir möchten, daß die Dampflesselanlage allmonatlich einmal in et rieb gesetzt wird unb im übrigen werden wir mit sremdcr Kraft ebenso billig, ohne das große Risiko, vielleicht auch billiger arbeiten. Sie wissen alle, daß au und für sich die Leistungen der Lokomobilen von Jahr zu.Jahr ganz bedeutend herunter gehen. Die kleine Maschine dürfte meiner Schätzung nach kaum noch 50 Prozent der ursprünglichen Leistung aufwcisen. Für die Akkumulatorenbatterie zahlen wir an Amortisation, d. i. in diesem Falle die permanente Versicherung, 1700 Mk. Das ist eine Kolossalsumme für eine Einrichtung, die nur zur Reserve nötig ist. (Sine Amortisation des Werkes ließe sich leichter durchführen, wenn beide Einrichtungen nicht vorhanden wären. Unsere Sachverständigen machen den Vorschlag, einen Einanker-Umformcr im Elektrizitätswerk auft-ustellen. Es ließe sich dabei mit ,150 Kilowatt arbeiten, noch ratsamer sei auf lange Jahre hinaus groß genug ein Einanker-Umformer für 300 Kilowatt. Mit insgesamt 15 000 Ml. ließe sich dadurch ein Anschluß an die Uebcrlandzen- trale erreichen. Wir gebrauchen zur Zeit etroa 17 000 Mk. an Kohlen und Schmiermaterial und erzeugen damit etwa 250 000 Kilowatt. Der Quotient aus beiden genannten Summen stellt also. die rohen Kohlen- usw. -Kosten.bar für die einzelne Kilowattstuirde das macht für uns rund 7 Psg. Auf Veranlassung der Kommission ist die Uebertandzentrale zu einem unverbindlichen Angebot bereits veranlaßt worden. Ich mache Sie darauf aufmerksam, daß diese meine Ausführungen eine Umänderung an dem bestehenden Kraftnetz der Stadt Butzbach nicht bedingen. Anders würde cs sein, wenn wir eine Anzahl Großabnehmer bekämen. Mehrere groß- industrielle Firmen werden sich zweiftlsohnc zur Verwendung elektrischer Staft entschließen. Da wären wir in der Lage, wenn mir unser Monopol riästig ausnutzen wollen, einem jeden, der mit der Frage an uns herantritt, gerecht zu werden. Selbstverständlich wäre dann noch eine zweite:Umsormerstation nötig, die sicher bei genügender Beteiligung eine gute Rente abwerfen würde. Wenn wir die Getvähr haben, daß uns auf lange Jahre hinaus Kraft zur Verfügung steht, die billiger ist als die eigene, wenn Störungen erheblicher Natur ausgeschlossen sind, wenn wir in der Lage sind, unser Werk als eigene Rcservestation womöglich noch besser und leichter zu amortisieren, wenn wir ferner unser Bedienungspersonal zum Teil anberroeitig verwenden können, so können wir uns den Ansästuß nicht versagen. — Oppenheimer bemerkt hierzu, daß die Angelegenheit iwch nicht spruchreif sei. Es werde der Strom von der Ueberlandzentralc viel höher berechnet, als er anfangs angenommen habe. Die technische Kommission müsse vorerst, wenn es nock) nichst geschehen sei, einmal prüfen, ob die vom Werk abgegebene Strommenge mit der wirklich bezahlten überein- ftimmc und ob nickst im Netz ein großer Stromverlust zu verzeichnen ist. In Pfungstadt habe diese Kontrolle eine Mehreinnahme von 20 Proz. ergeben. Darauf beantragte er bessere Straßenbeleuchtung. 1500 Mk. seien hierzu zu bewilligen. — Bürgermeister Flach beantragt anstatt 1500 Mk. 1000 Mik. für die vorgeschlagene Umänderung zu bewilligen, was geschieht. — Der große Exerzierplatz soll erroeitert werden. , Das Königliche Kriegsministerium hat vorgeschlagen, die Pachtsumme für die Vergrößerung des Exerzierplatzes bezw. Entschädigung für die Abholzung des Waldtciles im Betrage von 18 000 Mk. in 3 Rentenzahlungen zu zahlen. Der diesbezügliche Vertragsentwurf wurde genehmigt — Die Finanzkpmmission hat sich mit der Frage der Weitcrpflege der Schafzucht befaßt unb schlägt vor, da ihr ein Angebot von einem auswärtigen Schafhändler gemacht mürbe, die Wcidegerech- tigkeft zu verpachten. Tröster ist für Beibehaltung der Schäferei wie bisher unb beantragt eine Bekanntmachung zu erlassen, marin die Landwirte aufgefordert würden, sich bei der Bürgermeisterei zur Einzeichnung der Stückzahl der Schafe, die sie zukünftig zur Jöerbc treiben wollen, zu melden. Dieser Antrag wurde angenommen. — Heyd erstattete namens der techn. ^Immission Bericht über die mit den Sachversländigcn gehabte Aussprache wegen der Stromlieferung an die Firma Gebrüder Vogt zu Aus- nahmepreiseil. Wegen großer Verändenlngen des Leitungsnetzes rann aus dem hiesigen Werk Strom nickst geliefert werden. Die Kommission schlägt deshalb vor, gegen eine Anerkcnnungsgebühr von 5 Proz. des gezählten Stromverbrauchs über eine Umformer- flation an der Ucberlandzentrale für diese Firma Strom zu beziehen. Oppenheimer beantragt Uebenveisung dieser Angelegenheit an die Finanzkommission. Der Antragt wird genehmigt. Starkenburg und Nheinhcsscn. rb. Darmstadt, 16. Nov. Dor Hessische Verein für ländliche H c li in a t p f l c g e, Wohlfahrt u nd Kunstpflege hielt gestern nachmittag im städtischen Saalbau unter Vorsitz des Herrn Provinzialbirektor Fey eine zahlreich besuchte Hauptversammlung ob. Ter Vorsitzende besprach die Aufgaben des Vereins, wobei er die Notwendigkeit und bid hohe Bedeutung der Heimatpftegc für bas flache Land darlegte. Neben der ländlichen Kunst- und Wohlfahrtpslcge müßten als Mittel, die ländliche Bevölkerung kräftig und gesund zu erhalten: bezeichnet werden: Die Gründung von Bauvcreinen für die minder bemittelte Bevölkerung auf dem Lande. 2. die Ausdehnung der elektrischen Uebcrlandwerke unb Anlage elektrischer Bahnen, 3. die Verhinderung unnatürliärcr unb ungerechtfertigter Eingemeindungen von Vororten, Erleichterung der Sckml- und Ärmcnlasten von iBorortgemeinden durch staatlickst und kommunale Mittel, ferner durch bessere Berücksichtigung des Unterschiedes zwischen städtischen und ländlichen Derhilttiissen in der Gesetzgebung, besonders der Reichsgewerbeordnung, durch Aufrechterhaltung und Ausdehnung der Selbstverwaltung der .Greife mit Landgemeinden, besonders (beim Bauwesen, Mcliorationswesen für die Gemeinden usw., weitere Ausgestaltung des ländlichen Arbeitsnachiveises für die Zwecke der Landbevölkerung, durch Ausgestaltung des Unterrichts über Heimat unb Kunstpflege. — Ten Hauptvortrag hielt Sauitätsrat Dr. S o n n e n b e r g e r - Worms über die V erst ü t u n g der Tuberkulose tvastrcnd der Kinbhcit, mit befonberer Berücksichtigung der ländlichen Verstältnisse. Der Redner legte dar, daß die Tuberkulose auch bet Kindern außerordentlich häufig auftritt, unb daß sie nicht durch Geburt vererbt, fonberu hauptsächlich vton dein tuberkulösen Menschen auf andere übertragen würde. Zur Verhütung der Tuberkulose gab der Redner eine Reihe prakttscher Winke. Die größte Aufmerksamkeit müßte dem Warte- unb Pflegepersonal gewibmet werden, auch dürften tuberkulöse Mütter feine Kinder stillen. Ungeheuer wickstig sei die Volksbdlehrung, gesunde Wohnung und deren so- fortige Desinfizierung. Die tuberkulösen Kinder müßten aus der Schule herausgcnommen werden. Man sollte für sie besondere Heilanstalten schaffen. .Kreisschulinspektor Prof. Dr. Frenz el gab bann eine Ucbersicht über den Stand der läM>- lickien Wohlfahrtspflege üt der weiteren Umgebung Darmstadts. Es wurde ein Kreis verein Daymstadt begründet, dessen Vorstand Prof. Dr. Frenzel unb acht weitere Herren aus der Umgegend bildeten. Der Vorstand des alten Vereins wurde wicbergewählt und durch Zuwahl von Prof. Frenzel, Ober» lanbcsgerichtsrat Lang, Lehrer Vogel Mberhessen» und Prof. Kissinger ergänzt. m. Offenbach a. M., 16. Nov. (Mandatsnieder-' legüngen.) Der Stadtverordnete Fritz Perrelct, der der nattonalliberalen Partei angehört, hat dem Oberbürgermeister? in einem Schreiben mitgeteilt, daß er sein Mandat als Stadtverordneter nicderlege. Er begründet diesen Schritt darin, daß er es müde sei, sich auf diese Weise weiter mißhandeln zu Lassen. Tie Gründe zu dem Rücktritt basieren offenbar auf den schweren Angriffen, die das sozialdemokratische Offenbacher Abendblatt im vorigen Jahre gegen ihn erhoben batte. Es wurde ihm von diesem Blatt der Vorwurf gemacht, baß er in' seiner Privateigenschaft als lAgent unb Mitglied des städtischen Sparkassenvorstandes bei der Vergebung städtisck>er Hypothekcngelder, die an Minderbemittelte zu einem billigeren Zinsfuß abgegeben werden, Provisionen (für sich in .Anspruch genommen habe. Tic von ihm gegen das Cffenbatfjer Abendblatt daraufhin angestrengte Beleidigungsklage ergab zwar eine Bestrafung des verantwortlichen Abendblatt-Redakteurs, doch wurde Perrelct in der letzten Stadt- vervrdnetenwahlbewegung in einem sozialdemokratischen Flugblatt von neuem heftig angegriffen, was ihn offenbar zu dem Entschluß geführt hat, sein Mandat niederzulegcn. m. Offenbart), 17. Nov. Einen raffinierten Einbruch verübten in Mühlheim der trotz seiner Jirgend bereits wegen Diebstahls vorbestrafte Peter Kümrnin und sein Freund, der 17jährige Lehrling Start Haus. Die beiden hatten sich in einer Wirtschaft eingeschlichen und stahlen nach Wirtschaftssckluß, was sie nur erwischen konnten. Im Keller, den sie ebenfalls durchsuchten, (öffneten sie vor ihrem Weggang den K'rahnen einest Aepselweinfasscs, dessen Inhalt völlig auslief. Tie beiden Burschen konnten bald nach der Tat von dem Polizeidiener Ki l i a n ermittelt wcri>en. Sic wurden in Untersuchungshaft genommen. — Sein 50j ähr igcs Arbeitsj ub il äum beging Christian Jäger aus Bieber bei der Firma Huppe u. Bender in Offenbach. Kreis Wetzlar. X Oden Haufen a. d. Lahn, 16. Nov. Heute wurde unser neuer Pfarrer Köhler, bisher in Cappel auf dem Hunsrück, durch Superintendenten Geistel - Dutenhofen hier eingeführt. Pfarrer Sproedi ist nach Necklinhansen bei Barmen übergejiebclt. Hessen-Nassau. k. Rodheim a. d. Biester, 16. Nov. Pfarrer VÜmel, welcher unter Dekan Schmidt als Vikar hier eintrat und 18 Jahre lang der vereinigten Kirchengemeinde FellingShausen- Nodheim vorgestanden hat, tritt demnächst in den Dienst der Anstalt Düsseltal bei Düsseldorf. Herr Vömcl versah auch das Amt eines .Kreisschulinspektors. Segensreiche Einrichtungen, wie Kleinkinderbewahranstalt, Krankenschwester, sind durch den Geistlichen hier entstanden. EanOwirtfd^afte s. Leihgestern, 17. Nov. Die Fcldbereiniguna in unserer Gemarkung ist nahezu beendet und die Einweisung der neuen Grundstücke bereits erfolgt. Sie umfaßt einen Zeitraum von 7 Jahren und eine bereinigte Fläche von etwa 900 Hektar Die Deckung der Kosten erfolgt aus dem Erlös der Mnssengrund- stücke. Sehr zu beklagen ist auch hier die Entfernung fast sämtlicher Hecken, wodurch die m'ijstickw Vogelwelt ihren Frinderi schutzlos ausgeliefert ist. Es wäre sehr zu wünschen, daß an geeigneten Stellen Neuanpflanzungen von Schutzhecken.erfolgten, womit nicht in letzter Linie den ObstKÜchtern und dem Landwirt ein großer Dienst erwiesen würde. rr5 Emil K (taget, der am 27 Oktober von dem Schwurgericht Zwndrücten wegen des an dem Gendarmen Lindner bc gangnien Mordes tum Tode verurteilt worden war. Klingel en'tboR den Gendarmen auf der Flucht: ferner bic des Tagelöhner- 5tarl 2 dohn, der zrm 4 Oktober von demselben Schwurgericht -um Tode verurteilt worden war, welcher in Rimschweiler seine Geliebte erschlug. Sonbon, 17. Nov Priv -Tclegr , Bor dem Zucht- voirzcigeruht in O ldstai l ev begann beute der Perlenhalsbaad pro zetz gegen die vier Angeklagten Loeckett, Griiiard, Ltlverman und Gutwirih, die beschuldigt werden, ein Pcrlenhals band mr Werte von 117 000 Pfund Sterling auf dem Transvort von Paris nach London gestohlen ’.u haben Nach den Ausführungen deS Staatsanwalts wurde die Perhandlung auf morgen vertagt. Cuftfcbiffabrt. Iu 1 da, 16. Nov Ter i^raniofc Foucauld vom Zivil- tribunal, der gestern mittag in Paris im Lu ftballon auf- geftfegen war, landete heute morgen um 3 Uhr bei Sickels auf bet Landstraße Der Ballon wurde beschlagnahmt und untenacht und, nachdem er auseinandergenommen war, wieder frei» Gegeben. Die Zivil- und Militärbehörden behandelten den fiuft- l'chiffer mit großer Zuvorkommenheit. verkniscbte». * Schwer verletzt. Aus Berlin wird gemeldet: Auf dem Bahnhof Seneselder Platz der Hoch- und Untergrundbahn mürbe eine Arbeiterin von Krampfen befallen. Als man die Erkrankte aus dem Wagen tragen wollte und sich der Oberkörper noch im Wagen befand, setzte sich der Zug plötzlich in Bewegung. Tie Kranke fdHug mit dem Kopf auf den Fußboden auf und wurde schwer verletzt. * Zum Brand des Balmes. Aus Hamilton (Bermuda,, 16. Nov, wird gemeldet: Tic „Pannonia" ist mit dem spanischen Dampfer „Balmes" hier angekommen Die „Pannonia" ist mit allen Passagieren und dem Gepäck nach New Bort rovitcr- gegangen. Die „Balmes" hat int Hafen Anker geworfen. Das Feuer ist tzelSscht und das Schiff wird morgen nach St. Georgia wcilergehen. * Durchgehende P ferde. Aus Halle a. d. Saale, 15. Nov, wird gemeldet: Heute abend raste ein mit z>vei Pferden bespannter Bierwagen ohne Führer die steile Liebenauerstraße hinab und rannte in der Beesenerstraße irt ein Spielwarengeschäft, vor dem sechs Kinder standen. Tie Pferde rissen die Kinder mit sich in das Schaufenster. Zwei Kinder erlitten schwere Verletzungen. Ein Pferd mußte sofort getötet werden. * Die lieben Wahlweiber. Aus Bristol wird gemeldet : Während der Staatssekretär für Irland, Birell, gestern hier eine Rede hielt, warf ihm jemand, angeblich aus Anstisteu der Suffragetten, eine tote Katze an den Kops. Es folgte eine allgemeine Prügelei, wodurch die Versammlung längere Zeit unterbrochen wurde. * Die zahlreichen Fälle von Fahnenflucht aus Oesterreich haben in der letzten Zeit ungeheures Aufsehen erregt. Sic kommen auch in der amerikanischen Eiuwanderungsstati - stik zum Ausdruck. Im Jahre 1882 stammten 563 174 Einwäutwrer noch aus Nordwest-Europa, d. h. 87 Proz., während Südost- Europa nur 83 637 Einwanderer ooer 13 Proz. der Gesamt- einwanderung stellte. Im Jahre 1905 kehrt sich das Verhältnis nm: Jetzt stellt Südost-Europa 808 856 78,9 Proz. der Einwan derer und Nordweft-Eikropa nur noch 215 863 --- 21,7 Pro; Diese Verschiebung der Ursprungsländer wird in Amerika selbst am meisten bedauert, ba die Einwanderer aus Südost-Europa einen ..viel weniger wünschenswerten Tvp" barftellen. Tic Nordwest Europäer, unter ihnen die Deutschen, waren dagegen immer will kommen, und es mag hier bemerkt werden, daß feit 1820 allen aus Deutschland über 5 Millionen Menschen nach den Vereinigten Staaten ausgewandert sind. Augenblicklich steht die deutsche Auswanderung dagegen auf einem solchen Minimum, daß sie praktisch gar nicht mehr in Frage kommt. Dos trifft u a auch für Kanada zu. Bon hen rimh 21 Millionen, die seit Beginn dieses Jahrhunderts dort einwanderten, war 1 Million aus England, 7< Million aus den Vercjitigten Staaten, 165000 ans Ceitenrüfx Ungarn, 88 000 aus Italien, 67 000 aus Rußland und nxr 31000 aus Deutschland! Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter hider Rubrik siebenden Arttke übernimmt bic Redaktton dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) Gießen, 16. Nov Nachdem Herr rtrumm durch seine bekannten Angriffe im Gießener Anzeiger mich auf das itbroerfte provozier! und zue öffentlichen Zurückweisung gezwungen hat, habe ich bisher oer- gcblid, auf die mtr flngefünoiqte Aussprache an anderer Stelle gewartet. ■— Da nun aber nach feiner Andeutung vorauszusehen »st. bap er den »eiest gewählten und zuent betretenen Kampfplatz vor «dem Forum der breiten Cefientiut/tn: vermeiden und das Gcfeck-t auf ein anderes, ihm leauemeres Gelände zu verschieben geben Ft, h will ich nicht itod) Itaigcr aus seine Erwidern irg warten, sondern im Hellen Tageslicht eine Interpretation meiner angeblich ..maßlosen Beschimpfungen" geben. VorauSschicken muß ich, daß Herr M'ruinm sich schon längst bemüßigt stihlte, bei icber ihm va!ssenden (Gelegenheit mich und mein öffentliches Wirken zu verdächtigen. Er glaubte dies mit unisv toeniger RÜsito tun zu können, als er weiß, daß id in dipk>matischeu ^Schach- und Winkelzügen und künsttich gestellten 'Sorten weniger bewandert bin als er, der gewesene Parteiführer und Spezialist auf diesem! Gebiet Als nun die Wahlzeit mit ihrer Erregung herbei kam und es galt, das auf einen ivuu ben Punkt (Rathausabstimniung gerichtete Interesse der Gießener Burgersck>aft um jeden Preis abzulenken, da nahm er sein altes Wild toieber aufs Atom und gedachte durch ein frisches fröhliches ^agen an Stelle seines etwas changeant gewordenen roten Röckelchens ein neues zu verdienen Aber anstatt nun, wie ein ehrlicher, weidgerechter Jäger gerade auf seine Beule loszugeh^n, verlegte er sich auf die ihm offenbar weniger gefährlich dün - kende^ Jagd mit Fallgruben. Tas Wild sollte sich selbst hangen! — ai man nicht auf der abseits gelegenen Insel 2i,, Mark ohne Zögern .bezahlt? Ich habe der Stadt not wendiges »Gelände für 5 Mark den Quadratmeter gegeben und fordert heute nicht mein NrtenUcger 8 uird 10 Mark! Ich bin dieser mich schwer kränkenden Kampsesart mit offenem Visier entgegengetreten und habe in der Entrüstung des Augenblicks mich gewehrt, so gut ich konnte. Und jetzt will Herr Krumm die gekränkte Leberwur'' spielen über den Zorn der freien Rede, den er entfesselt hat Er will von maßlosen Bescknmpfungen reden, er, der mir maßlosen Schimpf angetan, indem er die Reinheit meiner Absichten anzweifelt und mein Lebenswerk, das ich aus Mitgefühl für die klar am Tage liegenden, von ihm allerdings als Hirngespiw' bezeichneten Leiden meiner Mit bürger, vollführe und auch künftig vollführen werde, als per- sorilickren schnöden Eigenimich hin zu stellen sick) erdreistet. Erst als der Gießener Anzeiger ihn öffenflid) zur Ordnung rief und rhni die Verdächtigung Andersdenkender verwies, da wechselte die Tonart und er ließ den ersten sachlich ruhigen Arttkel vom Stabel Bei mir tonunt er jedoch an den Unrechten. — Sollte es Indessen eine Täuschung oder ein Mißverständnis von mir und Herr ttnratm nadträalüfi bereit sein, offen und männlich ju ■ itlären, daß die vergüteten Pfeile aus dem Hintergründe nicht mir, sondern einem anderen Stadtverordneten galten, so bin ich mit Freuden bereit, ihm öffentlich iede iv-cnugtuung ;u bereiten, Oie em Mann von seinem ehrttchen Gegner verlangen kann. Tenn der Friede in Ehren ist mir, Bedürfnis. Daß ich ledoch den Fuchs nicht ohne gewisse (Garantien aus der Falle lasse, wird er nur nicht verübeln, zumal sich das Sprichwort an ihm bewahrheitet .hat: Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Wilhelm L ober, Stadtverordneter. Gießen, 17. Nov. Tie heutige Post tut mir drei 'Stimmtettri mit den zugehörigen Zuschriften gebracht. Nach der einen — ich glaube, es ist Die der rechtsstehenden Parteien — scheint es sich um eine Dahl in Meseritz ober au' dem Monde zu bandeln. Aus der zweiten — ich glaube, es ift die des Bürgervercins — ist n»ennsttenS mit einer gewissen Vadrscheinlichkeit zu entnehmen, daß cuie Dahl in Gießen gemeint ist. Die dritte ist so vernünstig, mir mirjuteilen, daß die Wahl im Stadt Hause stattfindet, und ich erfahre sogar, in welckwrn Zimmer ich meine Stimme abzugeben bähe. Aber 11'0-5 nüyt mich diese ganze Weisheit, wenn mir niemand jagt, an welchem Tage die Wahl vor sich gebt, und zu welchen Stunden ich wählen kann!'? Und noch etwas ganz trauriges: mein kleiner Junge hat mir die Papiere vorn 5t'affcrnfd> geworfen, und mm weiß ich nicht mehr, «welcher Zettel zu welchem eiben gehört. Nun stimme ich am Ende gegen die Bahn nach Krofdorf, deren Bau ich doch so dringend herbeisehne Saasen, 16. Nov. Gegenwärtig hält die kreishau 4 - h a l t n n g s sch u l e hier einen iiebenmötbenthdm Kursus ab Leider weiß aber die higsige Bevölkerung das Emgegen- kornrnen der zuständigen Behörde in dieser Bezieht-wi nicht ge nügend zu würdigen, denn es nehmen aus Saasen nur 17 Mädchen an dem Kursus teil. Mehrere junge Mädckren aus den Nachbardörfern Harbach, Lindenstrutb und Lumda benützen darum die ftümtige Gelegenheit, die Haushaltungsschule hier ;u besuchen. Eine andere :)iücksländigkeit unserer itzemeindeangehörigen besteht darin, daß sich eine ganze Anzahl bieiiger Familien nicht an das neuerbaute Wasserwerk angeschlossen haben, obgleich manche Qeitte das Wasser mehrere 100 Meter weit zu tragen haben, auw dem elektrisch enLickt gegenüber herrscht große Lauheit Zurzeit sind etwa 10 Hausanschlüsse an die Ueb erlangen träte vor- l/andeii, das ist für eine so große Gemeinde doch sehr locnia Lobend anerkannt muß werden, daß Tanf der Umsicht und Energie des Herrn Bürgermeister Schepp die beiden Schulbäuser mit elettnschern Licht versorgt iverden. K Meteorologische veobachtnngcn »er Station Sichen. Nov. 1913 Barometer auf 0® reduziert y S s E W der Luft Absolute | Feuchtigkeit ( Relative Feuchtigkeil . = K (Brüö der , In Rcbnttl brr slchld Himmel»sl- Wetter Z 17. 2" 760,6 10.2 8.8 94 2 10 17. 9” 752,5 10 5 88 93 SW 2 10 18. 7* 753,4 10,5 8,9 94 8 8 10 Höchste Temperatur nm 16. bi» yllebngfle „ , 16. , Niederschlag : 1,5 mm. 17. November ■ 4- 10,7 • C. 17. , - 4- 6,4« C. b bekannt und gcfcbaijt als verläßliches Sie einen Berfuch, tsre werden entzückt Ä“d) ««» verehrte Vefenn, werden sich schon oft die ,',nwc ^^k^l bnben, roafl Aurltilenc bcojcint wirklich zweckmäßig (etr iaxaui cubt eö nur die Antwort fühmbolinfcMc benützen Abte ubemudicnö günstige Einwirkung auf «probe rissige ^aui ift eben öaft Gedeimnis - em onene» Wcbetmnte, denn der «pezinich wirk- same, bvgienische Grund,ton dieser Idenlkeise ist das Minrdolrn «gelauterter Ertrakt des Mnrrbenbarzes,. schon vor aabtinufenöen -K gfip—* .......vautpflcocmüteL Machen fein. ? p c" Cf g a ST «3 er I s 2. & E & E & m 5b h Z #c D S CO rw e CT' 3 s es SAN 61p 5 2." <5 tS 2 ~ 5 2-2 es S-S- 2-Ll m r*-o a* s s 2 8 8 C/)° & SS gjTÄ 's a- 9 V) O ZT CD 8 5T= Ö öo Et P 3 - vT 3^ S-3Z-L -2-2 s • 5* . S . P 0*0 K8 ", «s 7 9 ** n r- l'a 102 5k ■ DK D • ==;=•£.- 2 .2 2- p> 2 CT 2. 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