Kreisblatt für sc» Kreis Gießen 9 Anzeigenteil: H. Beck. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Die heutige Nummer umfahr 16 Seiten. er- L fö □ 5 Ö Ü= 63 7"5 d t als ten Indes be- KF Nr. 3 Der Eichener Anzeiger erfdicint täglich, aubev Sonntags. - Beilagen: v iermn l wöchentlicl' SiehenerZamMendiätler, zweimal ivöchenll.ttreis-. blattffirfcen Kreis Gießen (Dienstag und Freitag) ; zweimal monatl. Landwirtschaftliche Seitfragcn Ferniprech - Anschlüsse: für die Nedattion 112, Verlag n. Expedition 51 Adresse iür Depeschen: 2lnzeigcr Gicßcn. Annahme von Anzeigen für die Tagesnnnnner bis vormittags 9 Uhr. geboten war. Lier haben die Verbesserungsversucl)e eingesetzt und auch eine Anzahl beachtenswerter Pläne hervorgebracht. Wie es heißt, will das Ministerium dem Rat der Bauakademie folgen und sich diese Verbesserungen für weitere Arbeit sichern. Tatsächlich besteht hierin der bedeutsamste bis letzt erzielte Fortschritt. Rach den Verbesserungen, die so für den Grundriß gewonnen wären, wäre nun ein allgemeiner architektonischer Wettbewerb zu fordern. ' (63. Jahrgang Auslandspolitik hineingestcllt worden, die bei den Fremden Ucbcrnnit und Spott horausgefordert hatte., „Und häng ein Kalbsfell um die schnöden Mieder", dieses Wort der Fran Konstante an Limoges, den Herzog von Oesterreich, unterstand sich an Kiderlens Adresse niemand mehr zu richten. Es ging anfwärts unter ihm. Manches Mittel, das die andern änwendeteu, lies; er unbenutzt. Das Instrument der Presse, auf das die englischen und französischen Diplomaten sich so -gut verstehen, holte er nur selten hervor. Das tonnte anch der Fernstehende erkennen, und ein alter Mitarbeiter der „Kölm Zbg.", die ja häufig mit dem Auswärtigen Amt in Berührung zu lammen pflegt, bestätigt es, das; Herr v. Kiderlen der Presse skeptisch, wenn auch nicht unfreundlich, gegenüderstand. Wir wollen ihn drum nicht schelten. Aufklärung über Richtung und Ziele dürfen öffeul- liche Meinung undVolksvertrelung von den leitendenKreisen fordern, aber den ansländischeu Zeitungshehereien eine Gegenhetze in der deutschen Presse gegenüberzustellen, das sollte man von einem deutschen Staatsmann nicht verlangen. Daß mit der Presse, als einem Machtfaktor, gerechnet werden muß, hall das stellen Blätter der Rechten wie der Linken fest, anch der verstorbene Staatssekretär — Eine allgemeine deutsche retrospektive Ausstellung, die Werke aus der Zeit 1650—1800 bringen wird, ist für den Sommer des -Jahres 1914 in Darmstadt geplant. Die Verwirklichung dieser Idee, die von dem Groß- herzog stammt, hat der künstlerische Berater des Fürsten, Professor Dr. BiermaNn, übernommen, der bereits die nötigen Vor bereitungen dazu getroffen hat. Die Ausstellung wird in den gleichen Räumen des Residenzschlosses untergebracht werden, wo der „Mensch" in diesem Sommer war. Die Beschattung der Ausstellungsobjekte bereitet naturgemäß große Schwierigkeiten, da viele Werke sich im Privatbesitz befinden, besonders in Schlesien. Da nun für den Sommer 1914 auch die Darmstädter Künstler kolonie wieder eine Ausstellung veranstalten wird, wird die Residenz im nächsten Jahre auf die Kunstfreunde eine ganz besondere Anziehungskraft ausüben. — P a p a S ch.m i d t. Zur Stunde, da man seine Fran zur letzten Ruhe trug, starb Münchens populärste Persönlichkeit: Papa Schmid, der alte, 91jährige Leiter und Besitzer des Münchener Marionettentheaters. Als er — von Haus aus ein kleiner Beamter — im Jahre 1858 vom Grafen Poeei die .unter der Führung des Käsperl Larisari vereinigten Bestände des Puppen theaters übernahm, stand dieses in viel höherem Ansel-en als heute. Da hatte Papa Schmid seine gute Zeit, selbst »nenn er nur Baracken und Scheunen zum Spielen zur Verfügung hatte. Im Jahre 1900 errichtete man ihm dann nach zahllosen Umzügen in der etwas abgelegenen Blumenstraße ein richtiges Theater cheu; aber dieses blieb Von vielen unentdeckt, besonders als das „Marionettentheater Münchener Künstl-er", das ja unter der Leitung Paul Branns auch in Mannheim gastiert hat, auskam und damit beinahe so -eine Art Renaissance der Puppenbühne geschaffen wurde. Dafür blieb denn Papa Schmid für die Kinder: und diese fanden wahrlich noch immer in^ großen Hausen den Weg zu ihm, überfüllten die mehr als engen Räume seines Kunsttempelchens und Erstes Blatt iT9 Apolitische Wochenschau. Gießen, 4. Januar. Staatssekretär v. Kiderlen-Waechter ist seit fünf Tagen tol, und wir harren noch voller Spannung der Entschlüsse unserer leitenden Stellen. Wenn ein Künstler, etwa ein Maler, vor der Vollendung eines großen Phantasiegemäldes ins Reich der Schatten abgegangen ist, dann.fällt es schwer, an seiner Statt einen Meister zu finden, der das begonnene Werk einheitlich abschließt. Noch schwerer anzufassen ist die Erbschaft eines Staatsmannes der auswärtigen Politik, und man kann wohl sagen, daß hier jeder Nachfolger die Farben anders ansieht als sein Vorgänger. Die politische Kunst ist eben nicht auf Harmonieenlehre und Gleichartigkeit der Anschauung eingestellt, sondern auf den Willen zur Macht und zum Besch. Es gibt heute Stimmen, die unsere Rolle in den letzten Balkanwirren lauten Mundes preisen, und, geschmückt mit Lorbeerreisern, wallt man, der Freude voll über den für die nächste Zeit wieder einmal gesicherten Weltfrieden, zu des Thpmbriers Altar. Andere lassen aber Kassandrarufe erschallen. Die Slawenmacht ist gewachsen, und England, das wieder dem Halbmond gebietet, steckt allen Gewinn ein. Es hat die glückliche Aussicht, mit größerem Erfolg als vordem den deutschen selbständigen Bestrebungen entgegenzutreten. Die Begegnungen in Potsdam und Baltisch-Port haben auch nicht gehalten, was sie versprochen haben; Kokowzow ist für die Forderungen der Slawenbrüder, Deutschland hat Oesterreich die Haud gereicht. Der Marokko-Auseinander- setzung werden wir auch nicht recht froh, denn der neue Kongobesitz ist eine harte Speise, deren Zubereitung Geld, viel Geld, kosten wird. Alle anderen Länder haben neue Gebiete erworben; Deutschland kriegt wieder, wie Basser- iiKinn mit halbem Humor meinte, eine neue Militärvorlage. Wieder andere beurteilen die deutsche Auslandspolitik darnach, wie weit es gelungen sei, die Elemente der Unruhe von uns fernzuhalten, und es steckt in dieser Auffassung viel von der Bequemlichkeit und dew Phlegma des deutschen Philisters, der sich ja auch sonst damit tröstet, daß er noch lebt und seine Pfeife raucht. Wer uns nicht gerade auf die Bettdecke haut, ist vor unserer Einmischung und unserer Mitwirkung sicher. Ein Staatsmann mir'solchen Maximen von der sauberen Herren Pfuscherei dürfte uns aber heute nicht mehr kommen. Die Deutschen wissen es, daß sie auch für die große Weltpolitik gewissermaßen Steuern zahlen, und zwar nicht nur in den Aufwendungen.für Heer und Flotte. War es nicht wieder eine Zahlung, die wir im kritischen Augenblick unserem Bundesgenossen an der Donau zugestehen mußten? Wir müssen heute mittun in der Weltpolitik, wenn es freilich anch übertrieben war, als einst aus kaiserlichem Munde verkündet wurde, keine Frage dürfe in der großen Welt heute mehr entschieden werden ohne unsere Einwilligung. Es geht in dem System un- * ferer deutschen Politik tote auf einem großen, geordneten Eisenbahnnetz. .Wagenmangel bei wachsendem Bedürfnis rächt sich, und wir müssen, darin hat Bassermann ganz recht, unserer Regierung für eine tatkräftige uüd zielbewußte Politik auch die Mittel bereitstellen, zu Lande, wie zu Wasser Der Nachfolger des Staatssekretärs von Kiderlen-Waechter wird in eine fortschreitend stark bewegte Zeit hineingestellt. Krieg kann uns bedrohen, auch wenn wir ihn nicht wollen. Der Leiter der auswärtigen Politik braucht kein Bild zu Ende zu malen; er wird manche Absicht des Vorgängers in ein totes? Geleise münden lassen dürfen, zum Bei.piel das b ü n d c t e n überläßt. Falls dies nicht geschehe, würden die Verhandlungen abgebrochen betrachtet werden. Die Türken erwider- darauf rote bereits mitgeteilt. nalisten gegenüber oft freundliches Entgegenkommen bewiesen haben. Was darüber hinausgeht, ist vom liebel; höchstens könnte der amtliche Presseapparat, der oft mit Recht bemängelt werden konnte, eine zeitgemäße Reform vertragen. Einen Mann, der ohne Bedürfnis nach Lob und Äeifall geräuschlos sein Amt vcrstt lOvllen wir uns Vie London r Znedenslonserenz wurde am gestrigen Freitag um 7 Uhr 40 Minuten abends auf Samstag mittag 4 Uhr vertagt. In der Sitzung überreichten die Delegierten der Verbündeten ein dreifaches Ultimatum betreffend Adrianopel, Kreta und1 die ägäischen Inseln. Sie gaben gleichzeitig zu verstehen, daß sie die Verhandlungen abbrechen würden, falls sie nicht bis Montag nachmittag 4 Uhr eine klare und zufriedenstellende Antwort erhielten. Die Türken schlugen vor, daß sE ihre Antwort morgen nachmittag 4 Uhr geben würden. Dieser Vorschlag wurde von den Delegierten der Verbündeten angenommen. Dies wird als ein Anzeichen dafür a ungefaßt, daß dieTürkeneinen Bruch für unvermeidlich a u s e h e n. Tie Antwort der Türken auf die Forderungen der Verbündeten in der letzten Sitzung der Konferenz hatte: die Veranlassung zur Stellung des Ultimatums gegeben. Die Türken schlugen eine neue Grenze in Thrazien vor, die nahe Adrianopel beginnen soll und,so gezogen war, daß sie Adrianopel der Türkei lief, und dann dem Ardafluß bis zur Mündung des Nebenflusses Suyudlu,Choi nach Westen folgt und von dort Gümürdjina auf der Ost- grenze lassend, bis zum Bnrugolf (Bai von Lagos) nahe der Insel Thasos reicht. Betr. Kreta erbot sich die Tür- lei, zugunsten der Großmächte auf alle Rechte an der Insel zu verzichten, wobei die zukünftige Regierungsform der Insel durch die Großmächte zu bestimmen sei. Die Türken machten dieses Anerbieten jedoch unter der Bedingung, daß man ihnen die Abtretung kei- ner 'anberen Insel ab verlangt. Nachdem sie untereinander beraten hotten, übergaben die Delegierten der Verbündeten den Türken folgende niedergeschriebene Antwort: Die Delegierten der Verbündeten ersehen mit Bedauern, daß die türkischen Delegierten die Resultate des Krieges nicht berücksichtigen. Sic würden berechtigt sein, Vie Verhandlungen abzubrechen. Um Samstag, 4. Januar WZ Veznasvreij: monatlich?') Vi.,viertel- eJk Jk jährlich Pik. 2.20 . durch Abhole- iu Zweigstellen ▼ monatlich 65 Pf.: durch die Bost Mk.2.— viertel- fährt, ausjchl. Bestellg. IgS Zellenpreis: lokal 15Pf., auswärts 20 Pieuuig. Chefredakteur: A Goetz. F Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für „Fenille- ton", „Vermischtes" und „Gcrichlssaal": K. 9len- ^5? • X hielt ein Telegramm aus Athen, daß die aus 2000 Mann bestehende türkische Besatzung der Insel Chios sich Bon der Insel Chios. London, 3. Jan. Tie griechische Gesandtschaft er» Notationsdruck und vertag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Sleindruckerei R. Lange. Redaktion, Expeditjon und Druckerei: Schulstratze 7. La^": E.Heß^ür den Ausstellung des Berliner Opernhauswettbewerbs. Berlin, 3. Januar 1913. Das Ergebnis des Berliner Opernhauswettbewerbs ist seit heute der Oesfentlichkeit in den Räumen des Anhaller Bahn Hofes zugänglich gemacht worden. Der Meinung der Akademie des Bauwesens, daß auch aus diesem Ausschreiben die endgültige und durchaus zwingende Lösung noch nicht hervorgegangen ist, nrnß man ohne weiteres bcipslichten. Es hat sich unter den 68 Baunieisteru, die sich beteiligt haben, keiner gefunden, dem man nuu die Aussührrmg glatt übertragen haben inöchte. Allerdings kann keine Rede davon sein, daß diese Ausstellung gänzlich nutzlos geblieben wäre. Es sind gegenüber der ursprünglichen Programmskizze des Ministeriums wesentliche Verbesserungen vorgeschlageu worden. Es ist, was den ictzigen Wettbewerb allein sckwn redüiertigeii würde, ein M ehr an Verkehrssicherheit erzielt und damit für die weitere archltcktonisck)e Lösung eine brauchbare Grundlage gewonnen worden. Bei diesem Wettbewerb kam es zunächst darauf an, die Mangel des gegebenen Grundrisses zu beseitigen und vielleicht auf dieser neuen Basis zu einem monumentalen Architekturwerk zu gelangen. Cs ist daher nur eine platonische Anerkennung, die man diesen besseren Architelturlösungen spenden mag. Gleichzeitig muß aber ausgesprochen werden, daß nach der formalen Seite hm oic Erwartungen, die der Kenner unterer Architekten,chast doch im Stillen hegen durfte, nicht erfüllt worden sind. Das Niveau ist selbstverständlich wesentlich höher als das der früheren mr niitericllen Wettbewerbe. An jungen Talenten, die als Entdeckung zu betrachten wären, fällt eigentlich nur der Frankfurter Hermaim Senf auf, der in einer an Schüttel gereiften Arbeit einen Bau von hohem formalen Reiz bietet. Die architektonisch belangvollen Losungen von March, Moritz Dülser, Jürgensen und Zuohmann dürften ui erster Linie wohl als Beiträge für die städtebauliche Gestaltung des Komgsplatzes in Betracht kommen. Besonders das March,che Proiekt mit den Säulcnbautcn ist in diesem Sinne bedeutsam. In der Hauptsache kam es daran, an, Verbesserungen am Grundriß vorzunehmen, die Verkehrs- und Feuersicherheit zu erhöhen In der Programmskizze waren vier Jnnenhöfe vorgesehen die bei Fenersgesahr völlig unzugänglich gewesen waren. Die Besucher des Parketts und der Range mußten sehr weite Wege zurücklegen, ehe ihnen irgend eine Rettungsmoglichkeit umjauchzten die etwas groben Figuren Papa Schmids,^deren Flitter längst ein wenig alt und verschossen waren. Papa Schmid sprach den geliebten Kaspar Larijari stets selbst. Tanscudmal hat er mit seines Basses Grundgewalt von seinem Können, seinem Humor und — von seinem überreichen Gemüt, Zeugnis abgelegt, tausendmal hat er gezeigt, was echte Volkskunst zu bedeuten hat. Und wenn man ihn, den alten, müden Mann, der so oft bitter um seine Existenz zu kämpfen hatte, nun ins Grab legi, so weiß man gTnaii, daß man mit ihm micbcrum ein Stück alter Zeit entläßt. Ten Kasperl aber wird man ihm mitgeben müssen, denn auch er gehört zu den Toten. Schmids Larifari war der letzte kindliche und kindische Kasperl und die der anderen sind die philosophisch angehauchten: die für die Großen, denen sie zu denken geben. — Die Le klung der Bühne Papa Schmids hat bereits vor einigen Monaten die Tochter des Dahingcschiedcnen übernommen. Unter ihr wird das Theater unüeränbert fort« besteheji. — D i e Gustel von Blase witz. Durch eine flüchtige Begegnung mit einem Dichter Unsterblichkeit zu erlangen, das war das (Mliitf, das einer Fran beschieden ward, die vor anderthalb Jahrhunderten das Licht der Welt erblickte. Sic hieß Auguste Segedin und war als Tochter des kurfürstlich sächsischen Leibjagdkutschers Johann Christoph Segedin in Dresden am 5. Januar 1763 geboren. Da dieser Leibkutscher bei einer Hofjagd auf Auerhuhne vom Wagen gestürzt war uud^ infolgedessen iiivalide mürbe, erhielt er eine Versorgung als Torwärter 'an der Strehlener Pforte am Großen Graben. Gleichzeitig bewirtschaftete er das nahegelegene Blasewitzer Schenkgut, das seine Iran geerbt hatte. Hier nun kehrte Schiller, wenn er von örnerS Weinberg in Loschwitz aus, wo er sich im Jahre 1786 aufhielt, über Blasewitz nach Dresden spazieren ging, öfter ein, und das damals dreilmdzwanzigjährige, frische Mädchen bediente den Dichter, der sich dann >vohl gern auch mit ihm unterhielt. An diese Begegnungen mochte dann Schiller denken, als er am „Wallenstein" schrieb, und so benannte er die Marketenderin im „Lager" nach der Gustel von Blasewitz. Als dies geschah, war die Gustel von Blasewitz schon verheiratet. Sie hatte sich im Jahre 1787 mit dem Senator Renner in Dresden vermählt und hat eilt hohes Alter erreicht. Gerade als ni.ci sich in Dresdener literarischen Kreisen rüstete, aus Anlaß des fünfzig- jährigen Todestages Schillers die Stätten, die an ihn in Dresden und Loschwitz erinnerten, mit Gedenktafeln zu schmücken, starb Werben nach der Gnnst Frankreichs, andere Fahrtrichtungen wird er desto entschiedener ansbauen müssen, und die Fahrt- daner auf manchen Linien muß verkürzt werden. Wir denken dabei an eine Reorganisation des diplomatischen Dienstes. Die französische Diplomatie toar, wie Herr Poin- care nachgewiesen hat, von den nahenden Vorgängen auf dem Balkan eher und besser unterrichtet als die deutsche. Der Nachfolger KiderlenS muß festen Willen und frischen Mut haben, die Eigenschaften eines Kaufmannes, die sich nicht hinter der Ladentheke erschöpfen, sondern in den Dienst weitschauender Wirkensmöglichkeit gestellt werden können. Und mannigfache Wege führen zu Erfolgen und zum Ziel. Dem verstorbenen Staatssekretär war kein großes Vollbringen vergönnt, er darf aber auch nicht gescholten werden, denn er war in eine ohnmächtige Periode deutscher geben habe. Die Haltung Rumäniens. London, 3. Jan. Der rumänische Minister des nern, Take Jonescu, gewährte heute einem Vertreter Reuterschen Bureaus eine Unterredung. Er erklärte auch künftig wünschen. Eine Politik großen Stiles kann auf kleiittiche Mittel verzichten, und eine einzige Tat vermag oft mehr als das Gespinst vieler Zeitungsintrignen. Man könnte freilich sagen, daß die Franzosen hauptsächlich durch Zeitungsartikel den marokkanischen Besitz sich gesichert hätten. Indessen der Wille und Weitblick eines deutschen Staatsmannes hätte ein Fels sein können, an dem alle diese Kräfte gescheitert wären; es hat aber bei uns von Anfang an daran gefehlt. Schreibende Bnreaukraten dürfen nns die politische Autorität der Reichslenker nicht ersetzen und Klatsch und Tratsch das Gewässer nicht trüben. Anch für das diplomatische und das Pressegeschäft gilt in diesem Sinne das erquickende Wort des Pappenheimer Kürassiers: „Wer's nicht edel und nobel treibt, lieber weit von dem Handwerk bleibt." Was wir bei dem Wechsel im Staatssekretariat noch wünschen, ist, daß klare Bestimmtheit der amtlichen Darlegungen, Achtung und Verständnis für die Mitarbeit der Volksvertretung, das Niveau! der Reichstagsverhandlungen in Dingen der auswärtigen Politik wieder heben möchten. stimmt, Idaß sein Besuch privater Natttr sei. Er sprach dann allgemein über die Haltung Rumäniens und sagte dabei folgendes: Bis heute sind wir neutral geblieben und haben Opfer gebracht, um den Frieden zu erhalten. Ich kann Ihnen jedoch nicht sagen, welche Haltung Rumänien morgen einnehmen wird, weil ich es selbst nicht weiß. Tie Gerüchte von einer Mobilisierung Rumäniens sind unsinnig. Wir werden die Mobilisierung niemals als Bluff oder Drohung benützen. Unsere Mobilisierung geht sehr schnell vor sich und auf ihre Ankündigung würde fast unverzüglich der Krieg folgen. Es ist wahr, daß unsere Armee zahlreiche gewöhnliche Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat, doch ist dies nur, was die Klugheit fordert und stellt keineswegs eine Mobilisierung dar. Betr. die Botschafterkonferenz sagte jedoch einen neuen Beweis ihres versöhnlichen Geistes zu geben, ersuchen sie die türkischen Tettmerten, in einer SitznttF am Montag ... _________ ........ , , nachmittag 4 Uhr neue Vorschläge zu mack-en, welche folgendes ent- aewußk, unb er soll charatterfesten und selbständigen Jour- halten: 1. V erzielst der türm dien Rechte auf Kreta, 2. Abtretung - ■ " ' - • ' v > ! der ägäischen Inseln, 3. Festlegung einer Grenze für das Vtlaiet ' Mrian-opel, welche die Stadt Adrianopel den Ver- ** Tageskalender S t a d t t h e a t e r. Sonntag nach anderer Grund liegt darin, das; Krankheiten des kindlichen Alters, nich wenn sie das Leben nicht in Gefahr bringen, doch für die fehlerhaften Körperbeschaffenheit im kindlichen Alter stört nicht ein Strahl Begegnung zu allerlei abends 7'/, Uhr: „'M u t o illein das zeitweilige Wohlsein, sondern ihr Einfluß reicht mich die Zukunft; sie unterbricht nickt nur allein für den Augenblick die Tätigkeit des ergriffenen Organs, sondern sie hält auch ‘ine Zeitlang die Fortentwicklung des Körpers auf, oder leitet xeselbe in eine sc hl erlitte Richtung. Der Besuch des Bortrags ft daher, besonders unseren Frauen und Müttern, denen ja das Wohl und Wehe ihrer Kinder in allererster Linie nm Herzen liegt, sehr zu empfehlen. ** Eine Uebungsstunde der geübteren Turne r d e s GaueS Hessen findet morgen nachmittag 2i/2 Uhr in der Turnhalle zu. Wetzlar statt. Geturnt werden die Gewandtheitsübungen und die vom Kreise in Aussicht genommenen Pferdübungen für das Deutsche Turnfest zu Leipzig. ** A ü f tauf. Gestern nachmittag entstand in dsr Wetzsteingasse zwischen Arbeitern ein Streit, der einen Menschenauflauf hervorries. Als Schutzleute einschritten, luidersetzte sich ein Arbeiter, was zu seiner Festnahme führte. Als ein anderer den Verhafteten zu befreien versuchte, wurde auch dieser festgenommen. Die Ehefrau des einen Festgenommenen beteiligte sich ebenfalls an dem Skandal und mußte zur Anzeige gebracht werden. ** V e r l o r e n. In der Lrebigstraße wurde am 15. v. Mts. ein schwarzer Astrachanpelz verloren. Landkreis Gießen. mittag 3*j, Uhr: .Rosenmontag*; 11 e b di e n". Minister Jonescu: Unser Gesandter wird zur Teilnahnr cnrfgesordert iverden, lvenn immer rumänische Juteressei -ur ©rörtenuig stehen. Falls später eine offizielle Kon ferenz stattfindet, wird Rumänien vertreten fein. Ick hoffe nicht nur, sondern ich glaube auch, daß ein Krieg vermieden werden wird, obwohl schwierige Fragen toit die Frage der Grenzen 2llbaniens zu erledigen sind. Jonesci lehnte es ab, sich über die Ausdehnung der von Bulgarien beanspruchten Gebiete zu äußern. Veränderungen in Aegypten. Der Berliner ,^Lokalanzeiger" meldet aus Kairos Besprechungen des Khedive mit Lord Kitche- ner und den ägyptischen Ministern, selbst des Nachts werden in hiesigen offiziellen Kreisen als Anzeichen einer bevorstehenden wichtigen Veränderung des staatlichen Zustandes in Aegypten gedeutet. Ein Gerücht gibt als Zeit Punkt den 8. ds. Mts. 'an, den Tag des Regierungsjubiläums des Khediven. Ans Statt rind Cant, Gie tzen, 4. Januar 1913. Kreis Friedberg. — Friedberg, 3. Jan. Dec Groß Herzog Haiden Gartengehilfen Rod. Slanarz in Friedberg zum Ober- garlengehilfen ernannt. _ x Bad-Nauheim, 3. Jan. Die erste Sitzung der Stadtverordneten im neuen Jahre sand hemc statt. Auf der Tagesordnung standen 9 Punkte, von denen hervor gehoben seien: Es wird eine Ortsfeuerlüschordnung verlesen, wonach die männliche Einwohnerschaft vom 20. bis 35. Lebens fahr feuerwehrpflichlig ist. — Zu dem. Pmitte „Bni.bach— Licher Ei se n ba h n - A kti en -Ge sel l scha f t" wurde dem Vertrag zugeftimmt, wonach die Gemeinden Oppershofen, Rocken berg, Steinfurth und Bad-Nauheim sich verpfticksten, den schuldigen Betrag im Verhältnis in übernehmen und den Zinsfuß der Obligationen auf 23/. Proz. dauernd festzulegen anstatt 4 Proz. aus 5 Jahre). — Es wurde beschlossen, daß die neue Friedhofs- und Begrab uisordn n*n g mit dem 1. März in Krast treten soll. — Tie Vergütung für Etteilung dec> Israel V- tischen Religionsunterrichts in der Volksschule mürbe auf 200 Mk. erhöht. — Der Verkehrskommission wurden auf Anttag weitere 1500 Mk. bewilligt. Starkenburg und Rheinhessen. w. Alsheim, 4. Jan. Gestern abend hat der Arbeiter Wilh. R ü d i n g e r seinen Kollegen Wilh. B ä r e n z mit einer Mistgabel e r sto che n. Der Täter wurde verhaftet. Hessen-Nassau. W. Frankfurt, 3. Jan. Gestern abend gegen 11 Uhr wurde im Ostgüterbahnhof in der Nähe des Stellwerkes der Heizer Franz Dahr beim Ueberschceiten der Bahngeleise von dem um 11 Uhr vom Ostbahnhof abgehenden Zuge erfaßt und sofort getötet. Zukunft den Grund yu einer egen können. Eine Krankheit tuhidiirfahrt Leipzig, 3. Jan. Zwei Unteroffizierflieger, Markgraf und Müller, sind beute vormittag bei der Ablegung Der Feldpilotenprüfung, als sie von Halle nach Leipzig' zurückkehrten, aus unbekannter Ursache in der Nähe des Flugplatzes Linden- t hal in einen Tannenwald abgestürzt. Ter Llpparat wurde vollständig zertrümmert. Beide Flieger sind schwer verletzt worden. Sie wurden nach dem Krankenhaus gebracht. Mülhausen t. E., 3. Jan. Wiedel tun ein Weltrekord wurde von dein Flieger Faller auf dein Aviatik-Tovveldecker CUilitärtDD' auf dein Habs'eimer Fluavlatz heute nachmittag erzielt. Faller flog mit find Passagieren eine Stunde 6 Minuten und 5 Sekunden. Ter alte Rekord wurde von f e.itnant Woriffcn mit ‘23 Älinuten gehalten. Tas Gesamtgewicht der seckis Personell betrug 41‘» Rilnaramm ohne Betriebsstoff. Ter neue Rekord ist um so bemerkenswerter, als er aut einem Apparat mit einer Spannweite von nur 16,8) Pieter ansgenihrt winde. Der Syn- Tr. Gold- die Matrone, am 24. Februar 1855. Auch an dem Hause, wo Jl® lI* ^jeäbcn lange gewohnt, Drehgasse 3, befindet sich eine Gedenktasel zur Erinnerung au die Frau, auf die ~ vom Ruhmesglanz Schillers fiel. Natürlich hat die Schillers mit diesem Mädchen aus dem Volke auch Sagen Anlaß gegeben. R i n e m a t o a r a d b: Täglich Vorstellung Biograv H»L i ck> t s v i e I e : Täglich Vorstellung. B a k o t s K a in in e r - L i ch t s v i e l e: Täglich Vorstellung. Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. Museum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntag vormittags 11 — 1 Uhr unentgeltlich. Ri u f c u m für Länder- n n d Völkerkunde. Geöffnet Eonnt'gs von 11 — I Uhr unentgeltlich. Museum fü r Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11 —i Uhr unentgeltlich. O b e r h e s s i s ch e r K u n st v e r e i n. Gemäldeausstellung im Turmhaus am Brand. Neue Ausstellung. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 11 — 1 Uhr, Sonntags von 11—3 Uhr, Mittwoch nachmittag von 3-5 Uhr. O b e r h e s s. Damenh e i in : Vortrag von Fran Oberst von Barrel eben von Kassel über Tamenbeime, Erfahrungen und Aussichten. Samstag nachmittag 5 Uhr im großen Hörsaal der Universität. £> u in o r i fH f cf) e § Konzert der Großen Gießener Karne- valgesellschaft. Sonntag nachmittag 4l/2 Uhr in Steins Garten. >1 n läge in nsik am Sonntag, 5. d. Alts., vormittag 11^4 Uhr (nur bei günstiger Witterung) in der Süd-Anlage. Spielplan: 1. ^»Fest-Neveille" (9hm danket alle Gott) von F. Golde: 2. Spinnerlied au5 der Oper .Ter fliegende Holländer", von R. Wagner: 3 Fackeltanz B-dur, von G. Meyerbeer; 4. Abschied der Gladiatoren, von Fr. Fuetk. ** Lehrerpersonalien. In den Nu he ft and versetzt wurde die Lehrerin an der kath. Schule zu Bingen Katharina Stramitzer auf ihr Nachsucheu, unter Än- erfennung ihrer langjährigen treuen Dienste. ** Der Verein evangelischer Organisten und C h o r d i rig en t en in Hessen hielt seine sechste J a hresversammlung in F r a n t f n r t ab. Die dreistündigen Verhandlungen leitete Reallehrer Müller in Friedberg. Außer den üblichen Berichten wurden Vorträge gehalten über Orgeldisposi ioncn, Aufführungsrecht neuer Kompositionen, Peusionsfähigkeit von Organ.stengchalten und die Verhandlungen der diesjährigen Landessynode wegen Aufhebung des Artikels 50. Nach dem gemeinsamen Essen führte Organist Breidenstein aus Frankfurt die beiden neuen Orgelwerte in Dr. Hochs Konservatorium vor. ' ** S t a d t t h e a t c r. Es sei darauf hing.wiesen, daß die morgige Volisvorftellung von „Rosenmontag" die letzte Aufführung dos Werkes überhaupt ist. Auch „Auto- l i e b ch e n", dessen achte Aufführung morgen stattfindet, muß bann vorläufig vom Spielplan abgesetzt werden. ** Ter Cttomar Enking-Abend muß laut tele- graph.scher Mitteilung des Prof. Enking aussallen. ** V o m Naturheilverein Gießen wird uns gc- schrtebett: „Tie gefürchtetsten Kinderkrankheiten", ist das Thema eines am nächsten Donnerstag im Hotel Schütz statttindeuton Vortrags. Wenn man alle Krankheiten, die in einem' bestimmten Zeiträume austreten, zusammenftellt, so würde man finden, daß mindestens der dritte Teil davon zu denen zählt, die die Kinderwelt heim suchen. Aber die Kinderkranl-citen sind nicht nur sein häufig, sondern auch sehr gefährlich. Die Möglichkeit, daß sich bet einem scheinbar unbedeutenden Unwohlsein leicht eine Lebens- ge-aftr entwickelt, ist t>cr erste Grund, warum man auf jede Störung int Befinden eines Kindes aufmerksam sein muß; ein Per IHorö als Wissenschaft. Eine Anzahl der hervorragendsten Kriminalisten, Juristen, Geria tsärzte und Chemiker haben sich in diesen Tagen gemeinsam an die Regierung von Illinois gewandt, um ton den Staatsbehörden d e 'Bereitstellung der nötigen Mittel zu einer Bekämpfung des „w ssenschaftlichen Mordes" zu erlangen. Ein Institut soll 'gegründet werden, in dem Männer der Wissensck-aft Möglichkeit siitdeu, den Kampf gegen das moderne Verbrechen erfolgreich auszunehmen, denn nach der übcrcinftimmcnbcn Aussage der Autoritäten aus den Gerichtshöfen von Chicago haben die Methoden der Mörder sich in den letzten Jahren derart verfeinert, tompli ziert und vervollkommnet, daß mit dem jetzt üblichen System der ^wt erschau viele Verbrechen sich der Entdeckung und damit der Verfolgung entziehen. An der Spitze dieser Bewegung zu einer Vervollkommnung der Kriminologie stchen Prof. Haines, Dr. Ludwig Hektvn, der bemalter von Chicago Mr. Olsen unb der Oberstaatsanwalt ^rr. Ho>fenn, deren Ausführilngen in der Behauptung gipfeln, daß der Mord nt den letzten Jahren geradezu eine Wissenschaft und eine „ichönc Kunst" geworden sei. Nach den Erfahrungen der jüngifen Zeit ist gegenwärtig unter den amerikanisch^ Mördern der sogenannte „K o b r a t o d" das beliebteste Mittel, ihre böfteren Klane ausKuführen. Diese Mordmethode besteht darin, das dem Opter durch eine winzige Kratz- oder Stichwunde, die kaum die Haut ritzt, etwas Kobragift zilzuführen, worauf binnen wenigen Minuten der ^od eintritt. Tie Aufdeckung solcher Verbreckwn, die, mit der rammerteften Kenntnis moderner Gifttunde arbeiten bereitet den Behörden und der Justiz die größten Schwierigkeiten und £u deren Bewältigung genügen die bis jetzt üblichen Unter» suchmngsrneth-vbcn nicht mehr. Eine andere Art Wissenschaft lichen Mordes, deren Feststellung nur schwer gelingt, befielst darin, daß der Mörder seinem Opfer unter dem Vorwande, ihm eine Medizin zu verabfolgen, eine kleine Kapsel ober Oblate ^gwt, bie Bazillen oder Keime einer tödlichen Krankl)eit ent halft Richter Olsen führt aus, daß er persönlich eine ganze Jicilje von Fallen kennen gelernt habe, in denen Versuche gemacht wurden, tödliche Krankheitskeime zu kaufen: und zwar in Fällen, wa es sich offenkundig nicht um eine wissenschaftliche Verwendung ber Gifte handeln konnte. Und diese Versuche sind sehr häufig unb mehren sich. Prof .Haines weist darauf hin, daß viele Menschen, die im Kreise ihrer Familie scheinbar eines normalen Todes ft erben, '".^.ftluchkeit die Opfer von Mördern sind, die mit diesen Krank- heftskelmeii und durch vergiftete Nadeln, deren Anwendung keinerlei sichtbare Spuren hinterlassen, ihre verbrecherischen Ziele erreichen. Nur mit den vollkommensten Mitteln moderner Wissen- tzchaft wird es möglich, berartige Verbrechen festzu stell en. Tie Aussagen ber Fachleute und die vorgebrachten Beispiele haben öars ts '(rrrolg gehabt, daß der Präsident des Finanzkomitees von Illinois Mac Cormick die Notwendigkeit der Errichtung eines Institutes ziir Bekampsung des wissenschaftlichen Mordes an» erkannte. L.as neue Institut soll in Chicago erstehen. ... , Detail les B er m 8 chtn i fse. Aus Paris Ä? '. Tcc Testamentsvollstrecker des verstorbenen Malers mackst Mitteilung von einigen interessanten Legaten die der ?rU"sLer wr .ebene Museen gestiftet hat. So vermacht er dem Armee-Alu)eum eine preußische Fabn<- S! ^abre 1806 bei Magdeburg von den Franzosen genommen wurde unb im suli 1830 bet ber Plünderung des Pariser Artillerie- ümi;*ronrtb T-e umfangreichen Kunstsammlungen Te- tailles, die neben einer Reihe eigener Werke und Skizzen eine Un!3tr.f°/lbQt^ "lter Stiche nach Grmze und .Hckkace Bernet enthalt, wie auck kostbare Tapisserien, Weünd na4J Verfügung des verstorbenen Künstlers »L^g^k ltieri;CTT- 4-cr Ertrag wird bann dem von der Gesell ^"'"ukunde aus dem Boulevard Malesli^rbes geschaffenen Trachtenmusenm uberwieien werden. Ti sem Mnseiim hat xetaiHe auch die kleine Trompete, ba-? Lottospiel und die Netne Patron en tat che vermacht, die einst das Spielgerät des Königs von Rom waren. a ^^.^richten aus Kunst und Wissen- schasft Cttomar Enking ist vom König von Sachsen zum Pwsessor ernannt morden. - In München ist der Lfte?a^ hlst^iker Prosestor W e l t r i ch im Alter voil 68 Jahren gefto^V N^br Professor der Mathematik Kinkelin von d^Univeffftäs Basel ist im Alter von 81 Jahren gestorben. — T-r be k^te Komponist Promsor Dr. phil. et nruf. i>. c. Max Bruck in Berlin Pollendet am 6. Januar ba» 75. Lebensjahr $ vermischtes. „ ^.Unterschlagungen. Tie Grundkreditbank in Avntgsberg sPreusten) wurde durch Veruntreuungen eines säst Io xyabre bei ihr tätig gewesenen Kassierers und Prokuristen um ungeiäftr 60000 Mark geschädigt. Der Kassierer verpfändete Wiwtpapiere bei Bankinstititten, mit deren Erlös er Börsen }periilahonen betrieben hat. Tie Bank zog sofort die Lombards zuruck, so bah dem Kundenkreis ber Bank durch diesen Ver- traumsbruch des Angestellten feine Verluste erwachsen. Einen Säugling erschossen Als der Br ätz er Gendarm von Rogsen aus nach Hause ritt, sah er etwa vier Kilometer von Rogsen im Walde einen Schuf; aufblitzen Wild hiebe vermutend ritt er auf die Stelle zu, nm sie zu überraschen Wahrend anscheinend mehrere Männer im Walde ver chwanden, erwischte er eine Frau mit fünf Kindern, wovon sie k’l ^nxt« D,cr Monate altes auf dem Arm trug. Zur Klärung öe5 Vorkommnisses nahm ber Gendarm die Familie mit nach Rogsm. Unterwegs begann die Frau zu jammern, daß man ihren Säugling erschossen hätte. Tas stellte sich als wahr heraus, ^.as Kind hatte in der rechten Seite die tödliche ^chukwunde. Tie Frau, die dem Vernehmen nach zu einer in der Gegend nicht unbekannten Zigeunerbande gehört, wurde nun verhaftet unb die Kinder in Rogsen untergebracht. - /^Überschwemmungen im Nordwesten Amerikas haben die Verbindungki. unterbrochen und die Züge auf- gehalten. <$m mittleren Westen- hat ein heftiger Sturm die Telegraphen drahte zwischen Chicago und Pitts bürg zer- tört. <ön Philadelphia deckte der Wind das Dach einer Fabrik ab, wobei viele Fabrikm ädchen verletzt wurden. Eine seltsQme Mordtat. Ans New York wird getmildet: Der Bankier Edey erschoß in seinem Wohnhau.se in B^el s c> r t feine Frau und sich selbst. Edey hatte sich in «jnCnrtVrau 1eincd Freundes verliebt und bezahlte diesem 30 000 Dollars, damit er ihm die Frau abtrete und die iyrau den Bankier Edey heirate. Beide leiteten die Schei- — Sudermann und die „Schau bühn c". bckuS des Verbandes deutscher BülMenschriststeller, bäum, schreibt dem. B. T.: ,Zn Ergänzung Ihrer Notiz "über öie einstwettige Beringung Hermann Sudermanns gegen den Herrn ^acvbiost'.i teile ich Ihnen als Vertreter Hermann Sudermanns mit daß nult wegen der Kritik, sondern lediglich wegen ber rechts- wwrigen öffentlichen Mitteckung des wesentlickstm Jnlwlts des Schauspiels ,,-ier gute 9hif" in der „Schaubühne" das Hcraus- gabeverbot und die Wegnahme des Artikels, erfolgt sind. Diese Veröffentlichung vor der Aufführung und vor der Buchansaabe ist nicht nur eine schwere Indiskret on, sondern auch eine Gesetzes- Verletzung, und -war eine strafbare. Abgescl-en von der Ver- die Täter Strafantrag bei der toniglichen Staats- ÄS, ’Ä "»«»m. bic tzjvrt w!ijei!i»e Beschlagnahme 5rburd' b,a§. Anttsgerlcht Charlottenbnrg erwirkt hat. bei dem königlichen Landgericht III Berlin m”.^uTf91T&Ätren8tra 3i*’il,,r0$efi ** = Klein-Linden, 3. Jan. Am 19. Januar feiert ber G esa ngverein. „Harmoni e" sein Winterfest. Mit dem Stücke „Der ^ckdschütz" glaubt ber Verein toieber einen glücklichen Griff getan zu lsaben. + Heuchelheim, 3. Jan. Der Heuchelheimer G e m e i n d e w a l'd ist preußisch g 'worden und der Ge- inarkung der Gemeinde Rodheim zugeteilt worden. Die Rechtsbeistände unserer Gemeinde, Justizrat Grün'Wald und Rechtsanwalt Schneider in Gießen, fyaben festgestellt, daß 18-57 durch einen besonderen Nach, rag zum Friedens- Protokoll von 1866 zwischen Preußen unb Hessen das Ho- heitsrecht an dem 120 Morgen großen Heuch.lyeimer Wald an Preußen übergegangen ist. Sonderbar erscheint es allerdings, daß der preußische Staat 45 Jahre hindurch dieses Hoheitsrecht nicht ausgeübt hat und erst jetzt anscheinend ohne jede Veranlassung das bisher allgemein als hessisches Gebiet ang-efeigene Stück Wald als zu Preußen gehörig in Anspruch nimmt. Die Bewohner von Heuchelheim sind der Ansicht, daß Preußen sich erst auf Veranlassung eines dem Walde benachbarten Jagdpächters der Abmachung von 1837 erinnerte. Man hat hier die Meinung, daß es von Preußen schöner gewesen wäre, wenn man j.tzt, nach 45 Jahren, die Verhältnisse hätte beruhen lassen, wie sie ich gestaltet haben, gleichviel, ob die Pächter der benachbarten preußischen Jagdreviere ein paar Rehböcke mehr oder weniger im Jahre erlegen..— Tas Eigentumsrecht und die Nutzung des Waldes ist, trotzdem er preußisch geworden ift, unserer Gemeinde geblieben, aber das Jagdrecht im Wald hat sie verloren. Es geht an die preußische Gemeinde Rodheim über, die damit eine unerwartete Bereicherung in Form von Jagdpacht erfährt. Heuchelheim hat jetzt nur noch Feldjagd, die nach dem Fortfall der sehr vorzüglichen Waldjagd als Gemeindejagd erhebnch an Wert verloren hat und in ihrem Pachtwert wesentlich gemindert ist. Auch die Steuerverhältnisse wegen des Waldes werden durch dessen Einverleibung in Preußen zum Nachteile der Gemeinde geänbext Heuchelheim hat für die Ueberlassung des Jagürechtä an die Gemeinde eine verhältnismäßig hohe Summe an den hessischen Staat bezahlt, wobei die nun verloren gegangene günstig liegende Waldjagd mitberechnet war. Im Interesse der Gemeinde, die "durch die veränderten Verhälttüsse geschädigt ist, wird versucht werden, von dem für die Jagd bezahlten Betrage einen entsprechenden Teil zurückzuerhalteu. Bei Preußen will man vorstellig werden, daß der Wald steuerlich nicht höher angerechnet wird, als dies bisher in Hessen der Fall Ivar. Interessant dürfte sein, daß Preußen beim Friedeusschluß 1866 anfänglich als Grenze zwischm dem annektierten Gebiet und der Provinz OberheffTn die tLahn gestimmt haben wollte. Danach so.lten Heuchelheim, ine Gemurlüng Gießen rechts der Lahn und das Dorf Ruttershausen preußisch werden. Im Friedensprolokoll ist man aber dcwon abg. gangen und hat feftgelegt, dä-ß Heuchelheim und Ruttershausen bei Hessen brieb en. d. Lick, 3. Jan. Unsere Stabt, die 1806 bcin Großherzogtum Heften emv er leibt worben ist, musste in den folgenden Kriegslagen manchen feiner Söhne zu den Truppen stellen, bic Napfteon mm ton Rtombunchürsten verlangte. In Spanien 1808—1812, in Rußland 1812 und im Befreiungskämpfe 1813 kämpfte mancher Acker in hessischen Regimentern. Die meisten finb auf den Schlacht,clbern geblieben, in der Gefangenschaft gestorben oder onst verschollen. 9hir von folgenden Männern, die ben Russen- minter überstanden und bei Leipzig noch für Napoleon gekämpft haben, bann aber nut den geeinten Tont scheu gegen Frankreich Men, weist man, daß sie die Kriegsjahre überftanben haben: Michel Daetz, ^afob Kaemmerer, P. Ran, Hrch. Schna- D eJ / alles Angehörige iwch vorhandener Licher Familien. Tiese Mäimer konnten sch nach den Kriegsjalwen noch langer Gesundheit enreuen.^ a,ie jetzt lebende ältere Generation kennt sie noch genau unv weist gerabe jetzt in Erinnerung an die schwere Zeit vor 100 Jahren notf> manches von ihnen unb von ben aus ihrem Munbe vernommenen Kriegsberichten zu erzählen. Die Rach- tommen des ei neu der Kriegsteilnehmer nannte man später noch lauge die „Rustlanber". In hohem Mter würbe den Veteranen noch die -ö-rcuto zuteil, ben Ausgang des 'Feldzugs 1870/71 erleben ju tonnen. Unb als man auf unserer nahen Hardt erstmalig Sedan leierte, da ftirnmten bic alten Veteranen, bic im Wagen nach dem hochgelegenen Feslplatz gefahren werben mußten, noch em m bte allgemeine Begeisterung. Von dieser Sedanfeier her haben sich auch viele jetzige Einwohner das Bild ber alten Krieger in ber Erinnerung bewahrt. Es sei an biefer Stelle angeregt daß manim ^Mereffe unserer Heftnatsgeschichte auch die Namen ber in den Kriegen vor 100 Jahren im Felde gebliebenen Licher feststellen lollte, um ihnen im Laufe des Jahres vielleicht eine schlichte Elwnng erweisen zu können, wie das in anderen Städten bereits geschehen ist. Kreis Schotten. n. Schotten, 3 Jan. Dem Verein „Lehr er heim Vogelsberg , der sich die Erhaltung unb den Ausbau des heffischen L e h r e r h e i m s am Altenburgskopf bei .Schotten zum Otfett h-t. würbe eom Äinifterium d-s 3nnem ein" c I d lot t c r I e Trat zwei eericn von je 120 000 Losen a 1 Mk genehmigt, wovon ,e 40 000 Lose in Hessen zugttaffen sind bi9cF "bts mit finanziellen Schwierig- ÄtiÄt tr“en L.7 --nzu-eichen. Umgebung eine T Y pH udcvibemie herrsche, entspricht nrck^ Snoerläftiger nGrrÄgungC lügen g^gmwättch^iü Gine Krankenpflegerin, die in Michett ' back beruftich tätig war, wurde ebenfalls von ber Mranfheit • bei allen, ffe ist aber auf ban Wege der Besserung. Meteorologische Beobachtungen der Station Eietzen. 43 p Welter ■e o ä tx> eo Höchste Temperatur am 2. bis 3. Januar Niedrigste sc Rabatt a*/i Wir offerieren: 25—29 30—35 1.95 Dameu-Filzschnür halbschuh, Lederbesatz, Maschiuenboden 8.45 Mk. 2.15 u. Absatz 38/40 27-30 22—24 25-26 jetzt Mk. 6.20 u. 5.90 moderne Formen 38 39 in allen Ausführungen und zu billigsten Preisen pr. Paar Mk. 3.50 kappen 36/37 Springmanns Schuhwaren-Haus Aschaffenburg Würzburg Fulda 0^* Bei Versand nach auswärts — Umtausch gestattet« 2 2 2 8.95 6.95 50,2 52,1 53,8 0 0 0 79 96 98 SE SE ENE 57 44 3.9 Giessen Bahnhofstrasse 58 Filzschnallenstiefel, Filz- n. Ledersohle Imit. Kamilhaar-Schnallenstiefel Filzschnallenstiefel. Lederbesatz Vito la. Seal-klnfntter Gelegen bell ska ii f Da men-Fi IZHchnUrstipf.ni Wicbs- led. u Vachettbesatz,Nr 40—41 jetzt Mk 3.50u.2.50 Sonnenschein SUaretpinimtf Reis Damen-Amazonenstfefel, Lederbesatz mit und ohne Pelz- garniermig jetzt pr. 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Rabenau vom Hu- saren-Regiment Nr. 12 in der Reitbahn mit dem Pferde über ein Hindernis. Er kam unter das Pferd zu liegen und wurde durch Hufschläge getötet. Mitte Januar tritt der Grosthcrzog von Oldenburg auf seiner Jacht „Lensahn" eine gröbere Seereise an, auf der ihn der Erbgroßherzog und die Herzoginnen Jngeborg und Altburg begleiten werden. Die Reise führt in das Schwarze Meer, wo ein Aufenthalt von einem Monat genommen werden wird. Der französische Dampfer ,Saint Augustin" der Trans- atlantie-Compagnie, der vor drei Tagen Marseille mit 46 Reisenden und der Post verlassen hat, um nach Bone (Algerien) zu fahren, ist bisher dort nicht eingetroffen. Amtlicher Wetterbericht. O essentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen tot Sonntag, den 5. Jan. 1913: Meist heuer und trocken, leichter Frost. Sehr kräftige Wichel.- u. Kalbin-Schnürstiefel, holzgenagelt Mk. 4.70, 5.50, 5.90 Ein Posten Box-SchnUretlefel, Sealskmfutter, amerik. Ab*. 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