Nr. II Erstes Blatt |65. Jahrgang Donnerstag, 3. April Der Siebener Anzeiger ® jOkWjr M Bezugspreis-. erscheint täglich, außer JMSÄM ▼ - a. a W . .. y . s nwnatlich75Pf.,viertel- Sonntags. - Beilagen: M JA /tiA jA AA W A A. A. A ^-A whrlich Mk. 2.20; durch viermal wöchentlich f ® A jW WV TO W MW Abhole-u. Zweigstellen SietzenerZamttienblatter: W WW, W ffl W IrLC OO O I VN W W Je ® fl H ® W BHT monatlich 65 Pf.; durch zweimalwochentl^lreis- M W HU |gj W M W M W W W M W OtiT W dicPost Mk.2.—viertel- dlatt für den Ureis Sieben W W W SLg g,f W W W ^£z W W W M WWW «T W jährl. ausschl. Lcstellg. (Dienstag und Freitag); M BL WL*' M fei W M. W pL W E|L Zeilenpreis: lokal 15Pf., zweimal monatl. Land- Jar tgy W U'I W>" DZ W 'llr W auswärts 20 Pfennig, wirtschaftliche seiffragen ^«5®^ V ▼ W M 61001 W W v w w W W v Chefredakteur: A Goetz. Feriisprech - Anschlüsse: jMgBBBy Verantwortlich für den für die Redaktion 112, ^e- y & 99 xgx xf ** politischen Teil: August SS Seneral-AWiger s«r Oberhessen . ü^Ä^Tag^nununec Rotation§-ruck UN- Verlag -er vrühl'schen Univ.-Buch' UN- 5tein-ru6erei R. Lange. Re-aktion, Lxpe-ition UN- Druckerei: Schulftratze 7. 2and"-^E.Heß-für den bis vormittags 9 Uhr. Büdmgen: zernfprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosstratze |6a. Anzeigenteil: 'H." Beck. esa Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten. Europa gegen Montenegro. Die Flottendemonstration der Mächte gegen das kleine Montenegro würde den Eindruck eines grotesken Clown scherzeS machen, wenn cs sich dabei nicht um so ernste iveltpolitische Dinge handelte. Sechs Großmächte - gegen den kleinen Liliputstaat Montenegro mit seinen 9080 Quadratkilometern und seiner vor dem Krieg 250 000 zählenden 11115 jetzt dezimierten Bevölkerung! Der Dreibund beteiligt sich vollzählig an der Demonstration, während die Tripelentente nur durch England vertreten ist. Die Offiziösen der vier beteiligten Staaten erklären zwar feierlich, daß Rußland und Frankreich, welchem ja nur der getreue Sancho Pansa Rußlands ist, ihre volle Uebereinstimmung mit der Demonstration bekundet haben, wenn sie auch entgegen den ersten Meldungen nicht aktiv daran teilnehmen wollen, aber die panslävistische Presse hetzt ebenso wie ihr Echo, die französische Presse, gegen diese Demonstration, die somit unter einigermaßen ungünstigen Auspizien zu stehen scheint Aus den offiziösen Meldungen geht hervor, daß zunächst nur eine F'l 0 t t e n d e m 0 n st r a t i 0 n geplant ist, iuoran sich nötigenfalls die friedliche Blockade des Hafens A n t i v a r i schließen würde. Die Flottendeinon- stration ist kein kriegerisches, sondern ein friedliches Mittel der Diplomatie, dazu bestimmt, den eigentlichen diplomatischen Schritten (Vorstellungen, Roten u. dgl.) stärkeren Nachdruck zu verleihen. Bei der Blockade wird zwischen Friedens- und Kriegsblockaden unterschieden. Die Kriegs- blockade, die auf der Londoner Seekriegskonserenz von 1909 geregelt wurde, kömmt bloß für kriegführende Staaten in Frage. Die F r i e d ens b l 0 ck ad e ist nur in sehr seltenen Fällen angewendet worden, so im Fahre 1886 gegen Griechenland wegen der .Kretafrage. In der Praxis unterscheidet sie sich freilich so wenig von der Kriegsblockade, daß man bei dieser feinen Unterscheidung an die Bisinarck- sche Definition erinnert wird: 'Nichtintervention bedeutet ungefähr so viel wie Intervention. Bemerkenswert ist, daß Serbien den kleineren Bal- kanbrudcr mit der Entsendung von Truppen unterstützt. Was soll also mit diesem Schauspiel der schimmernden Webr an der adriatischen Küste wohl werden! England hat durch seinen Botschafter die serbische Regierung ersucht, den britischen Löwen nicht zu reizen, aber die kecke Antwort erhalten, die Einigkeit der Balkanstaaten erfordere dieses Zusammengehen. Die Botschafterkonferenz, die am gestrigen Mittwoch wieder einmal erfolglos vertagt worden ist, bietet nur ein Bild der Verlegenheit. Wird es schließlich doch dahin kommen, was Wiener Blätter ankündigcn, daß Oesterreich und Italien kurzerhand gemeinsam ‘ die Montenegriner und Serben zur Raison zwingen? Rußland würde dann zwar ein schiefes Gesicht dazu machen, sich aber doch wohl hüten, weitere Verwicklungen herbei- zuführcu. Wir erhalten folgende Meldungen: Die Fiottendcmonftration. Rom, 2. April. An der internationalen Flotten- demonstration vor der montenegrinischen Küste nehmen von italienischer Seite ein Linienschiff und ein Panzerkreuzer teil. 1 1 Eine Riesenschlacht ohne Führer. Daß die Franzosen in dem gewaltigen Ringen von 31. Privat, das miau die „größte Schlacht des Jahrhunderts" ge- naimt hat, ohne, Oberleitung, int eigentlichen Sinne des Wortes führerlos waren, das ist die erstaunliche Tatsache, die Germain Bapst iw neuesten Kapitel seiner bedeutsamen Veröffentlichung „Das französische Oberkommando in der Schlackst bei (Aravelotte- 3t. Privat" in der Deutschen Revue (Deutsche Vcrlagsanstalt, Stuttgart', erweist. Während die Sonne in der ersten Rachnnttagsstundc glühend herunrerbranme und der ungeheuere Kampf < sich entspann, saß Marschall Bazaine, eine Zigarre rauck>end, in einem großen gestickten Lehnsessel in seinem Hauptquartier, der Villa Bonteillcr. Ein Offizier mit einer Depesche vom Marschall Canrobert, der Leutnant de B e l l e g a r d e, stürzt, vom schnellen Ritt stark erhitzt, und von der strahlenden Sonne draußeik geblendet, in den Salon: er soll um Verstärkung und Munition bitten. Ter Marschall verspricht, eilte Division Garde zu sckstcken, die niemals abgesandt wurde, und läßt Canrobert sagen, er solle.„seine Munitionsw.igen beim Reservepark, der sich hier befindet, wieder füllen lassen". Ter Leutnant möchte grat auf das Unpraktische dieser Maßregel Hinweisen, da durch das Hin- und Herschicken der Munitionsmagen 5—6 Stunden verloren gehen: aber bei den ersten Worten wird er von dem Marschall herrisch angeschnauzt und schweigt eingeschüchtert. Ungefähr eine Stunde später erscheint ein zweiter Abgeordneter Canroberts, der Artillrae-Hauplmann de Chalus, um von neuem um die versprochenen Munitionsvorräte und Ver- stärlüngcn zu bitten. „Die Munition begann dem 6. Korps aus- zugehen, und als ich das Schlachtfeld verließ," .erzählt Chalus, „wurde die Lage besorgniserregend. Ich zeigte dem Marschall Bazaine auf der Karte unsere Stellungen und legte den bedenk- liehen Stand der Dinge dar, als ein höherer Offizier des Stabes «Oberst Napoleon Bauer l, der mit Schreiben beschäftigt war, den Kopf hob und mich mit den Worten unterbrach: „Dieser Offizier hat wahrscheinlich nichts gesehen; er ist ein Pessimist." Unter« dessen nahm eine Flut von Telegrammen, die alle zwischen 31 4 und li;2 Uhr ei ist rasen, Bazaiues ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Immer stärker werdende Kanonaden wurden gemeldet: ein Telegramm berichtete von der Anwesenheit des Königs von Preußen und des Herrn von Bismarck in Schloß Aubigny am 16. August abends und dem „Eintreffen des Herrn von Moltke mit allen preußischen Reserven: 200 000 Mann." Uebereinstiminend ging aus allen diesen Depeschen hervor, daß, eine riesige Schlacht im Gange war. Bazaine zeigte sich jedoch durchaus nicht darauf vor- l ereilet, ihr persönlich beiznwohuen. Als ihn sein Generalstabschef Iarras nochmals fragen ließ, ob er nicht den Generalstab zu Cetinjc, 2. April. Um 7 Uhr morgens erschicncn vier österreichische Kreuzer in den montenegrinischen Gewässern. Wien, 3. April. Oesterrcichische und auch italienisch c Schiffe kreuzen bereits an der m on 1 e n e g ri n i s ch c n Küste und sind nach Berichten in mehreren Küstenstädten von der Küste aus zu sehen. Ein griechischer T 0 r p e d 0 b 0 0 t s z e r st ö r e r lief gestern in Antivari ein, blieb dort eine viertel Stunde und dampfte dann schleunigst wieder ab. Mailand, 3. April. Rach Meldungen des „Seccolo" aus Spezia sind die Kriegsschiffe „Varese" und „Garibaldi" mit versiegelter Ordre in See gestochen. Das Bombardement von Skutari ist, wie aus Wien von unterrichteter Seite verlautet, seit Dienstag nachmittag provisorisch eingestellt worden, angeblich weil die Belagerer serbische Verstärkungen von San Giovanni di Medua erwarten. Es heißt, das Bombardement werde sogleich wieder ausgenomnten werden. Wien, 3. April. Abends war hipr das Gerücht verbreitet, daß Skutari bereits gefallen sei. Eine Bestätigung lag aber in keinem Falle vor. Angeblich sollen Oesterreich und Italien das Mandat erhalten, die Zerben und Montenegriner zur Räumung Slütaris nach seinem Fall zu zwingen. Eine englische Mahnung an Serbien- Belgrad, 2. 9lpril. Wie verlautet, hat der englische Gesandte Paget den Ministerpräsidenten P a- sitsch im Interesse der Erhaltung der englischen Sympathien für Serbien aufgefordert, d i e s e r b i s ch e n T r u p- pen von Skutari zurückzuziehen. Pasitsch erklärte mit Berufung auf die Bundcspslicht die Erfüllung dieser Forderung für unmöglich und verwies darauf, daß die Großmächte den Balkanstaaten stets zur Eintracht geraten hätten. Serbische Truppentransporte nach Nordalbauien. Wien, 2. April. Tie „Reichspost" meldet zu den serbischen Truppentransporten nach Rorüalbanien: 16 griechische Dampfer mit 6 000 Mann serbischer Truppen und drei Haubitz-Battericn passierten, begleitet von griechischen Kriegsschiffen, bereits die Höhe von Korfu. Weitere 20 Transportdainpfer mit serbischen Truppen sind für Albanien angekündigt. In Saloniki trafen am Montag fünf serbische Militärzüge mit 180 Waggons ein. Die Botschasterkonscrenz. Wie das Reuter-Bureau von diplomatischer Seite am Mittwoch, spät abends, erfuhr, ist die Botschastervereinigung vertagt worden, da endgültige Instruktionen, betreffend die geplante F l 0 11 e n d e m 0 n st r a - tion, fehlten. Die Tatsache, daß die Berichte von mehreren Hauptstädten sehr widerspruchsvoll lauten, hat lebhafte Erörterungen verursacht. Es scheint keinem Zweifel zu unterliegen, daß mehrere plötzliche Meinung s ä n d e r u n g e n über die Entsendung von Schiffen seitens mehrerer Mächte eingetreten sind. Während z. B. in England erklärt worden ist, daß keine italienischen Kriegsschiffe an der Flottendemonstration teilnehmen werden, wird lffer von wohl unterrichteter diplomatischer Seite konstatiert, daß aller Grund vorhanden sei, an eine Teilnahme Italiens zu glauben. Von ganz autoritativer^ Londoner Seite wird erklärt, daß ein französisches Kriegsschiff mit Billigung Italiens auf Verlangen teilnehmen wird, aber Pferde steigen lassen solle, lautete seine Artwort wie früher: er solle weiter bei der Arbeit a n der D e fü r de r u n g s l i st e bleiben. Auch später, als der Marschall sich schließlich zum Ausritt nach dem Schlachtfelde bequemte, durste General Iarras nicht mit: Bazaine hielt es nicht für nötig, sich mit seinem Generalstabsckies zu verständigen, sondern er ließ ihm nur sagen, er würde ihn rufen lassen, „w ernt die 3 a ch e c r n st w ü r d e". Tie 30 Offiziere des Generalstabs waren damit beschäftigt, sog. Strafarbeiten zu machen: während der Schlacht bet St. Privat stellten sie die Veränderungslisten der den nicht- regunentiertcn Offizieren überwiesenen Truppenpserde auf! „Wir waren alle dem Gähnen nahe," erzählt Hauptmann Fouck>er, „wir wußten, daß eine Schlacht int Gange war, und wir langweilten uns zu Tode, ohne die Kopistenarbeit zu erledigen, die uns zugewiesen worden war. Einige Gefangene wurden gebracht, darunter ein Husarenoffizier von sehr guter Haltung. Wir wollten aufs Schlachtfeld reiten, General Iarras wies uns aber ohne weiteres ab." Bazaine war in tiefem Nachdenken allein geblteben;, er wollte in seinem Sinnen, das int Grunde nur etn stummes, unfruchtbares Brüten war, nicht gestört werden Aus ernen Beobackster, den Stabssekretär Delaire, machte es einen unvergeßlichen Eindruck, als er das Hauptquartier der sranzö,ischen Armee in einer Stille und Einsamkeit liegen sah, als ob es verlassen wäre, während eine gewaltige Schlacht um die Existenz des Staates geschlagen, wurde.1 Im Hofe der Villa schien alles Leben erstorben zu fein: die Ordonnanz unter Offiziere befanden sich int Innern des .Hauses, und das geübteste Ohr vernahm nichts vom Donner der Geschütze, deren Entladungen aus dem Plateau so rasch auseinander folgten, daß sonst nichts zu hören war. Bazaine wurde gegen s.3 Uhr durch zwei Telegramme beruhigt, nach denen sich die Truppen in ihren Stel langen hielten. Mehr wollte er nicht. Tie Verstärkungen, um die der verzweifelt kämpfende Canrobert bat, wurden also unnötig. Es paßte nicht in seine Berechmlngen, daß sein schon so populär gewordener Unterführer etwa einen Sieg davontrüge Wenn er Canrobert eine Unterstützung durch die Garde äb- schlug, so mußte dieser sich in der Defensive halten und nöttgensalts selbst den Befehl zum Rückzug geben. Das war B,a z a t n e s ganzer W n n s ch. Jedoch stieg er nunmehr zu Pserde und ritt langsam, von einigen Offizieren begleitet, nach der Hochfläche von St. Quentin. . ^Sofort kommen nun", berichtet eine Augenzeuge, „als ob der Marschall ein Lerchensptegel wäre, sämtliche höheren Offiziere wie die Lerchen I;erbet und umschwirren ihn." Der Marschall steigt vom Pserde und geht in Begleitung der anlvesenden Generale aus dem Glacis des Forts St. Quentin auf und ab. , Wir sind sehr erstaunt," so zeichnete sich ein Hauptmann des 18"Ar- ttllerte-Regiments in sein Tagebuch aus, „den Rtarschall Bazaine auch dieser Punkt scheint, Jnsorrnationeit von frmtzösischer Seite zufolge, nicht klar zu sein. Man bezweifelt nicht, daß die Beseitigung der bestehenden Ungewißheit nur eine Frage von wenigen Stunden ist. Tie Petersburger Te le g r ap h e it-A gentur erfährt: Angesichts der Tatsache, daß die Botschafterver- einigung in London die Rotw>endigleit einer Flottendemonstration in den montenegrinischen Gewässern anerkannt hat, hat Rußland, das an dieser Temonstration nicht teilnimmt, s i ch zu Gunsten das internationalen Charakters dieser Temonstration für Beteiligung französischer und italienischer Kriegsschiffe ausgesprochen. \ London, 2. April. (Reuter. 1 Zwischen den Mächten, Bulgarien und der Türkei ist eine nicht formelle Verständigung betreffend die t'':rkifch-bulgarisch c Grenze erzielt worden. Aus dem englischen Unterhause. London, 2. April. In Beantwortung einer Anfrage im Unterhause sagte Parlamentsuntersekretär Acland, die Regierung beabsichtige, die Ein v erleib'Nng des K 0 n g 0 st a a k c s durch Belgien anzuerkennen. Es sei jedoch zugesagt, daß das Haus Gelegenheit erhält, die Frage zu besprechen, ehe die Anerkennung der Einverleibung erfolge. Tie Aussprache könnte indessen nicht vor Anfang Mai stattfinden. Ter Liberale Alden fragte, wieviel Tage die Mächte Serbien und Montenegro zur Räumung der vvn ihnen besetzten albanesischeu Gebiete bewilligt und ob Serbien und Montenegro sich mit dem Ersuchen der Mächte, Albanien zu räumen, einverstanden erklärt hätten. Acland erwiderte, es sei keine bestimmte Zeitdauer festgesetzt worden. Die zweite Frage müßte er verneinen. Ta der Angriff auf Skutari erneuert wurde, um Montenegro die Stadt mit der zahlreichen Bevölkerung gegen deren eigenen Wunsch und gegen den Beschluß der Mächte einzuverleiben, haben die Mächte einer Flotten- demonskration zugestimmt, um ihrem Beschluß Achtung zu verschaffen. Sie würden alle an der Flottendemoustration entweder teilnehmen oder sie doch geschehen lassen. Zwei britische Kriegsschiffe lägen in Korfu bereist an der Demonstration teilzunehmen, sobald auch andere Mächte bereit seien. „Die „Westminster Gazette" schreibt: Die russische Zustimmung zur Flottenaktion ist vorläufig so aufzufassen, daß sie die Bedingung einschließt, daß keine militärische Aktion staktfinden soll, außer, soweit sie notwendig wäre, an der Küste, um die Flotte zu unterstützen. Tie Flottendemonsttation mag eine langsame Wirkung haben und wird hoffentlich frei von Sensation und Blutvergießen sein. Tagegen würde eine militärische Aktion weit größere Fragen als Montenegro und Skutari auf die Tagesordnung setzen und neue Gefahren für die Mächte und die Verbündeten herbeiführen. Tie richtige Lösung der Frage wäre, daß die Verbündeten sie selbst lösten, indem sie die Vermittlung der Mächte annähmen, denn nichts könnte bedrohlicher für die Kriegfülirenden und ihre ganze Sache sein, als die Aussicht auf Differenzen zwischen den Mächten, die in elfter Stunde alles umstoßen könnten. Ein griechisch-bulgarischer Zusammenstoß. Saloniki, 2. April. Wie aus Elcvthora gemeldet wird, tarn es dort zwischen Griechen und Bulgaren zu einem Zusammenstoß. Eiuzecheiteu fehlen. Der griechisch-bulgarische Militärausschuß ging gestern zur llüter- suchung der bekannten Vorfälle in Rigrito dorthin ab. auf dem St. Quentin und nicht aus dem Schlachtfelde zu sehen." Als ihn der Marschall Leboeuf um Verstärkung bat, hörte er den Offizier, „vollkommen gleichgültig, die Blicke auf die Mosel gerichtet, an und antwortete, ohne mich anzusehen: „Holen Sie ein Regiment von der Brigade Garnier und führen Sie es hinter die Tivision Ahmard." Während zu seinen Füßen der Entscheidungskampf sich vollzog, ließ er sich von einer Batterie den Entfernungsmesser vorführen. „Ich war sprachlos," sckweibt der babei- beschäftigte Hauptmann Gouzh, „den Oberbefehlshaber sich mit sotck>eil Kleinigkeiten abgeben zu sehen, wähnend eine furchtbare Schlacht zu hören war." Wohl sandte er noch an NiaeMahon und den Kaiser günstig lautende Telegramme: er selbst aber gab, wie er auch später erklärte, von 1 Uhr an die Schlacht verloren und hielt jede weitere Anstrengung für überflüssig. * — Wagners Kapellmeister. Hofkapellmeister Tr. Hans Richter, der berühmte Wagnerdirigent, begeht am kommenden^ Freitag (4. April) seinen siebzigsten Geburts- t a g. Ter hervorrageiche Orchesterleiter hat noch in persönlichem Verkehr mit dem Meister seine Anregungen seine Lehre genossen. Und so iKibcit Richters Wagneraufführungen so etwas wie kanonische Geltung. Richter, ber Sohn eines Tomkapellmeisters aus dem ungarischen Raab, war Schüler des Löwenburgschen Konviktes m Wien, wie einst Hahdn und Schubert Chorinabe in der Hofkapelle, dann nach dem Stimmwechsel Zögling des Konser- vatoriums besonders bei Kleinecke und Sechier gewesen und ein vorzüglicher Hornvirtuose geworden. Ta wurde i866 eine Emp- fEung Esters, die das junge Orchestermitglied nach Luzern zu zu Richard Wagner führte, entscheidend für sein Leben El durfte nut seiner umfassenden musikalischen Bildung Wagner bei ber Fertigstellung der Meistersingerpartitur helfen und' tat bei der ersten. Aufführung des Werkes in Münck^en ebenso wie später bei der Buhneneumchtung des Nibelungenringes so Ausgezeichnetes, daß er Wagners Freundschaft sich errang. Bei den „M echter- fingern war er <2olokorrepetttor und Ehordirigent, dann wirkte er als Mnukdirettor an der Münchener Oper'neben Hans von Bulow Ben vollen Befähigimgsnachweis erbrachte er 1870 bei ber e r st en L 0 h e n g r i n - A u ffü h ru n g in Brüssel, die von sianzöftfchen Sängern gesungen wurde.' Eine Zeitlang ging es dann wieder nach Triebschen zu Wagner, bis ihn auf 'Anregung Liszts der Stuf zum Tirektor der Osenpester National ober traf. Hier und von 1875 ab als Direktor der dortigen Phil- harmonlschen Konzerte hat er die reichste Tätigkeit entfaltet fnichrcr war der Leiter der ersten Bavreuther Aufführung des Ri Helling en ring es im Jahre 1876. Er dirigierte im folgenden Jahre gemeinsam mit Wagner die Londoner Wagnerkonzerte. Und in England ist er besonders heimisch geworden, seit er unbefriebigt Der Streit um Silistria. Sofia, 3. April. Angefehnre hiesige Blätter bringen auf Grund Petersburger Telegramme die Nachricht, daß Rumänien Silistria erhalten werde. Obwohl die Nachricht offiziell noch nicht bestätigt ist, hat sic doch auf die Börse einen nachhaltigen Eindruck gemacht. Vie Antwort -er vaikanftaaten. auf bett Friedensvermittlungsvorschlag der Großmächte, der von der Tiirtei bereits angenommen worden ist, verzögert sich, wie aus Wien geincldet wird, da Serbien und Griechenland hinsichtlich der Abgrenzungen Schwierigkeiten machen. Die türkische Stimmung. Konstantinopel, 2. April. Die türkische Presse führt eine resignierte.Sprache. Die Blätter glauben* daß der Friedens- schluß nahe bevorftehe unb die Feindseligkeiten wahrscheinlich schon morgen eingestellt würden. In ganz Stambul herrscht gegenwärtig volle Ordnung und Ruhe. — Ter Sultan beglückwünschte die Gemahlin S ch ü k r i Paschas zu der tapferen Verteidigung Adrianopcls durch ihren Gatten. Gestern trafen 250 verwundete und 35 gefangene Bulgaren ein, die nach Ismid befördert wurden. Die Gerüchte, nach denen Abdul Hamid 800000 Pfund zur Kriegsspende beigesteuert habe, werden dementiert. Aus dem Reichstage. □ Berlin, 2. April. Der Reichstag ist heute, am 2. April, wieder zu seinen Beratungen zusammengetreten. Ein herzlicher Willkommengruß des Präsidenten Dr. Kaempf an die Reichsboten leitete heute die Frühjahrs- bezw. Sommertagung des Reichstags ein, in deren Mittelpunkt neben der Erledigung des restlichen Voranschlags die Wehr vor läge und die ansehnliche Reihe von DeL- kunys-entwürfen stehen wird. Naturgemäß war allgemein die Unterhaltung mehr diesen wichtigen Fragen ge- widmet, als dem auf der Tagesordnung stehenden fortschrittlichen Antrag Dr. Aölaß, betreffend die Einschränkung der Fideikommisse von Reichs- Wegen. Voraussichtlich wird das Plenum Freitag und Samstag nicht tagen, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, ihre Beratungen zu fördern. Zu Beginn der Sitzung gedachte der Präsident zunächst des.Hinscheidens des Fürsten Reuß,, des fluchwürdigen Anschlags auf den König von Griechenland, sowie der U e h e r s ch w e m m u n g s k a t a st r o p h e in Amerika und sprach zu den Ereignissen das herzlichste Beileid des Reichstags aus. Sodann bestieg, mit gewichtigem Material bewaffnet, der Abg. Go t he in die Tribüne, um den Antrag seiner Partei zu begründen. Er machte gründliche Arbeit, schöpfte tief aus der Geschichte, um die' Entwicklung des Fidei- koinmitzwesens aufzuzeigen und schließlich seine Schädlichkeit für die gesamte Volkswirtschaft im einzelnen nachzuweisen. Die Zuständigkeit des Reichstags, die bekanntlich sehr umstritten ist, bejahte der fortschrittliche Redner, während auf der andern Seite Jahre alt. 2. I. Kaufmann & Eo., Frankfurt a. M., Rotsckstmmcl, 4 und 5 Jahre alt. 3. S. Michel, Gießeti, schwarzbraune Wallache, 4 Jahre alt. III a. Schwere Arbeitsfchläge, paarweise zu prämiieren. 1. I. Kaufmann & Eo., Frankfurt a. M., Fuchs-Wallack), 4 Jahre alt. 2. Ed. Kaufmann, Nieder-Weisel, Füchse (Stute u. Wallach), 4 Jahre. 3. S. Atichel, Gießen, Rotschimmel (Wallach u. Stute), 5 Jahre. 4. S. Kaufmann, Nieder-Weisel, braune Stute, 4 und 5 Jahre. Anerkennung S. Miä>el, Gießen, Notschimmel-Wallach, 5 Jahre. III b. Leichte Arbeitsschläge, paarweise zu prämiieren. 1. Ed. Kaufmann, Nieder-Weisel, braune Stuten, 3 Jahre. 2. M. Bing, Lich, Fuchs-Stuten, 4 Jahre. 3. Aug. Frensdorf, Gießen, braune Stuten, 4 Jahre. 4. S. Kaufmann, Nieder-Weycl, Fuchs-Stttten, 4 Jahre. Anerk.Ed. Kaufmann, Nieder-Weisel, braune Stuten, 3 Iabrc, Ed. Kaufmann, Nieder-Weisel, Füchse (Stute u. Wallach), 4 Iabrc. IVa. Schwere Arbeitsschläge, einzeln zu prämiieren. 1. I. Kaufmann & Eo., Frankfurt a. M., Fuchs-Wallach, 4 Jahre. 2. S. Kaufmann, Nieder-Weisel, hellbraune Stute, 5 Jahre. 3. Ed. Kaufmann, Nieder-Weisel, Fuchs-Wallach, 4 Jahre. 4. Fricdr. Ssartmandtcm, Branboberndorf, Rappen-Stute, 4 Jahre. Anerk.: Aug. Frensdorf, Gießen, braune Stute, 5 Jähre. IVb. Leichte Arbeitsschläge, einzeln zu prämiieren. l.Ed. Kaufmann, Nieder-Weisel, braune Stute, 3 Jahre. 2. August Frensdorf, Gießen, braune Stute, 4 Jahre. 3. M. Bing, Lich, Fuchs-Stute, 4 Jahre. 4. Ed. Kaufmann, Nieder-Weisel, braune Stufe 3 Jahre. 5. Aug. Frensdorf, Gießen, hellbraune Stute, 4 Jahre. 6. Eo. Kaufmann, Nieder-Weisel, braune Stute, 4 I. Anerkennung: August Frensdorf, Gießen, Rappen-Stute, 4 I. Va. Arbeiisschlage, einzeln zu prämiieren. 1. PH. Stußt II., Nieder-Weisel, hellbraune Stute, 6 Jahre. 2. Wenzel Hasser III., Nieder-Weisel, Fuchs-Stute, 6 Jahre. 3. Job. Will). Weber, Lang-Göns, Fuchs-Stute, 4 Jahre. 4. Will). Wagner II., Kirch- Göns, hellbr. Stute, 5 Jahre. 5. Gg. Bill I., Nieder-Weisel, braune Stute, 9 Jahre. 6. PH. Schäfer III., Großen-Buseck, braune Stute mit Blässe, 7 Jahre. Anerkennungen: Frhr. E. v. Diernar, Eberstadt, Rotschiminel-Stutc, 5 Jahre. Konrad Bopf II., Kirch-Göns, hellbraune ^tutc, 4 Jahre. Alois Eß, Tornasscnhcini, Notschirnrncl-Stutc, 9 Jahre. PH. Rock, .Hattenrod, braune Stute, 4 Jahre. Hch. Düringer, Gambach Mvhren- schimrnel, 5 Jahre. Karl Heil, Butzbach, braune Stufe, 6 Jahre. Ioh. Faber X., Leihgestern, hellbraune Stute, 5 Jahre. Vb. Arbeitsschkäge, paarweise zu prämiieren. 1. Phil. Reitz, Weckes heim, braune Stalen, 4 unb 5 Jahre. 2. Karl Vetter, Grund-Schwalheim, Fuchs-Stuten, 7 unb 3 Jahre. 3. Bürgermeister Rompf, Lang-Göns, brauner Wallach und Stute, 5 unb 6 Jahre. 4. Phil. Nock, Hattenrod, braune Stuten, 4 unb 9 I. Anerkennungen: Heinrich Fischer, Beltershausen, bunkelbraune Stuten, 4 unb 5 Jahre. Ioh. Faber X., Leihgestern, hellbraune Stuten, 5 Jahre. VI a. Dreijährige Fohlen, geb. 1910, Wagenschläge. 1. Karl 5) eil, Butzbach, brauner Wallach. 2. Konrab Sch epp X., Po hl gö ns ^uchs-Wallach. 3. Job. Heinr. Fey, Ebcrstadt, Fuchs-Stuie. 4. tynebnd) Fenchel, Griedel, brauner Wallach. VI b. Dreijährige Fohlen, geb. 1910, Arbeilsschläge. 1. Karl Hofmann, Freiemcen, Rapp-Stute. 2. Karl Vetter, Grund- Achwalhnm, Fuchs-Stute. 3. Kasp. Langsdorf IV., Leihgestern, Vuchs-Stutc. 4. Wilh. Erb, Schadenbach, Fuchs-Stute. . VII a. Zweijährige Fohlen, geb. 1911, Wagenschläge. 1. Konrad Weitz I\„ Torf-Gill, braune Stute. 2. Wilh. Heinr. Fenchel, Gnedcl, brauner Wallach. 3. Daniel Schäfer II, Heskem, dunkelbraune Stute. 4. Will). Wagner II., Kireh-Göns, schwarzbrauner Wallach. VII b. Zweijährige Fohlen, geb. 1911, Arbeitsschläge. 1. Loms Ronthaler, Langd, Fuchs-Stute. 2. Heinrich Schmidt, Münch- Leusel, Fuchs-Stute. 8 a. Zuchtstuten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt, Wagen- fchläge. 1. Preis Philipp Reitz, Weckesheim, Braune Stute, 5 Jahre; 2. Wilhelm Georg Strashcim, Griedel, Braune Stute, 4 Jahre; 3. Köurao Weitz IV., Dorf-Gill, Braune Stute mit Fohlen, 6 Jahre; 4. Philipp Rock, Hattenrod, Braune Stute, 4 Jahre; 5. Heinrich Heller L, Echzell, Braune (Stute, 5 Jahre; 6. Philipp Reitz, Weckcshcim', Braune Stute, 4 Jahre: 7. Heinrich Fischer, Beltershausen, Dunkelbraune Stute, 4 Jahre. 8 b. Zuchtstitten mit Fohlen oder nachweislich gedeckt, Arbeits- schlige. 1. Preis Ioh. Will;. Weber, Langgöns, Fuchs, 4 Jahre; 2. Gg. Bill I., Nieder-Weisel, Braun, 9 Jahre: ,3. Phil. Stabt II., Nieber-Weisel, Hellbraune Stute, 6 Jahre, 4. Phil. Schäfer III., Großen-Vuseck, Braune Stute mit Blässe, 7 Jahre: 5. Karl Hofmann, Wettcrfeld, Rott'chimmcl, 8 Jahre; 6. Willi. Wagner II., Kirchgöns, Hellbraun, 5 Jahre; 7. Hch. Marx I., Nieber-Weisel, Fuchs, 5 Jahre: 8. Hch. Sdimibt, Münch-Leusel, Fuchs-Stute, 8 Jahre; Anerlennungen erhielten: Kasp. Schepp III., Linbcn- ftrutl), Kohl fuchs, 7 Jahre; Lublv. Walb I., Steinbach, Braun, 6 Jahre; Aug. Petry, Hattenrvb, Fuchs, 4 Jahre; Konrad Schmidt VII., Fauerbach, Fuchs, 5 Jahre; Wilh. Wedemamr, Eberstadt, Braune, 5 Jahre; Aug. Gorr, Ebcrstadt, Fuchs, 5 Jahre; Alois Eß, Dornasscnheim, Rotschimmel, 9 Jahre; Hch. Düringer, Gambach, Mohrcuschimmcl, 5 Jahre; Ioh. H. Häuser, Nieder-Weisel, Fuchs, 4 Jahre. 9. Pferde und Geschirre im Privatbesitz. Ehrenpreise erhielten: Kommerzienrat A. Klingspor, Gießen, Fuchs mit weißer Blösse; Fritz Scküüter, Gießen, Rappen-Stute: Major Rücker, Meßen, Rappen-Stute, 6 Jahre; Major Großmann, Gießen, Rapyen- Stute, 6 Jahre; Hauptmann Wehrlreim, Gießen, Fuchs-Stttte, 7 Jahre; Leutnant von Holly und Pomentzietz, Gießen, Dunkelbrauner Wallach, 6 Jahre; Major von Foller, Gießen, Irische Schimmel-Stute, 7a/* Jahre: Fritz Rumpf, Gießen, 2 Fück)-sc int Wagen; E. Th. Appel, Gießen, 2 braune Hengste. Aus Stafct rrnd Lsird. Gießen, 3. April 1913. ** I n Audienz empfangen wurden am Mittwoch vom Groß Herzog n. a. Pfarrer Schön von Friedberg und Kreisarzt Dr. Zinßer von Alsfeld. "* Bi e rin er s Nachfolger. Der ordentliche Professor und derzeitige Rektor an der Technischen Hochschule zu Karlsruhe, Dr. v. Zwiedineck-Süden horst, hat einen Ruf als Professor an bic philosophische Fakultät bcr Landesuniversität erhalten. Dr. u. Zwiebineck-Subenhorst ist am 24. Febr. 1871 in Graz als Sohn bes Universitätsprofessors Hans v. Z. geboren; er besuchte bas Gymnasium zu Graz unb studierte in Graz, Heibelberg unb Leipzig. 1894 wurbe er Konzipient ber Finanzprokuratur Graz, 1896 Konzipient ber Hanbels- unb Gewerbekammer in Graz, 1898 kam er in gleicher Eigenschaft nach Wien unb bann ins Ministerium bes Innern. 1902 würbe i). Z. als Professor bcr Technischen Hochschule nach Karlsruhe berufen. Er beschäftigt sich schriftstellerisch haupt- ächlich mit Arbeiterfragen. ** Finanzpersonalien. Der Großh erzog hat bic Versetzung bes Vorstandes bes Finanzamtes Lauterbach, Fimuft- amtmanns Justus R e i m h e r r zu Lauterbach, auf sein diach- suchcn luicbcr zurückgcnommen, sowie ben Vorstand des Finanzamts Schotten, Fincrnzamtmann Erich Doerr zu Schotten, in gleicher Diensteigcüfchaft an bas Finanzamt Langen versetzt unb ben Finanzamtmann bei bem Finanzamt Bingen, Dr. Phil. J o st zu Bingen, zum Vorstmtb eines Finanzamts ernannt und ihm die Stelle des Vorstanbes des Finmizamts Groß-Gerau übertragen; ben Steuerkontrolleur Fttranzasseffor Aug. Löffler zu ^Dlftm- "tabt zum Finanzamtmamr, ben Finanzasscssor Karl Jung aus SäVttcn zum Steuerkoittrollenr: ben Assistenten bei ber Bezirks kas sc Darmstadt Ludw. Nohascheck zum Ministerialrevisor bei bcr Buckchaltung des Ministerümis bcr Finanzen; ben Haupt- tcucranttsassistentcn bei bem Hauptsteueramt Bingen Wilh. Fresenius zu Bingen unb den Hauptsteueramtsassistenten Bei bem Hauptstcucramt Darrnstabt Hch. Koch zu Darmstabt zu Bezirks- kafseafsistenten bei bcr Bczirlskasse Tarm-stadt ernannt: ben Haupt- teucramtsassistcnten Bei bem Hanptstencramt Mainz Ludwig Buttron, zurzeit zu Darmstadt, in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptstcueramt Darmstadt versetzt. Erledigt sind: Die Stelle des V o r st a n d s des Finanzamts Schotten. Die Stelle eines B czirksft euerkontrol l enrs. Sie soll mit einem Beamten besetzt werden, der die Prüfung für die mittleren Stellen im «Finanzfach bestanden hat. Meldungen müssen bis zum 9. A-pril durch Vermittlung des vorgesetzten Hauptsteucramts vorgelegt sein. Die Stellen je eines H anpt ste u c ram'ts a s si sten t en bei ben Hauptstcuerämtern Mainz unb Bin gen. ** Lllice-Frauen-Vereiu für Krankenpflege. An ben theoretischen Kursus, ber unter Leitung beS Oberarztes Dr. von Homeyer durch obigen Verein veranstaltet wurde, reiht sich zur Heranbildung von Helferinnen ein praktischer Kursus. Er wird im hiesigen Garnisonlazarette abgehalten und beginnt Dienstag, 15. April, mit einer voraussichtlichen Dauer von 5—6 Wochen. 10 Samariterinnen können an ihm teilnehmen. Ein zweiter Kursus folgt im November und Dezember b. Js. (Siehe Inserat). Forstp ersonalien. Der Groß Herzog hat ben Oberförster der Oberförsterei. Bensheim Forstmeister Peter Eickemeyer zu Bensheim in gleicher Diensteigenschast in bic Oberförsterei Offenbach unb ben Oberförster ber Ober- ürsterei Offenbach Forstmeister Lubw. Block zu Offenbach in gleicher Diensteigenschaft in bie Oberförsterei Bensheim, ben Oberförster ber Oberförsterei Ulrichstein Forstmeister Dr. Emil Schüz zu Ulrichstein in gleicher Ticnsteigenschaft in bie Oberförsterei Nidba versetzt, sowie ben Forstassistenten Karl T h u m zu Seligenstadt zum Oberförster ber Oberförsterei Storndors ernannt. • •* Wiesenwärter. Heinrich Griining zu Grünberg ist auf ben Dienst eines fiskalischen Wiesenwärters für bic Domanialbesitzungen in der Gemarkung Grimberg eidlich verpflichtet ivorden. Landkreis tzftestcn. = $ r ü n i n g e n , 2. April. Anläßlich des Scheidens unseres Lehrers Mombcrgcr nach Gicßcu wurde ihm am' Samstag abend von der Verwaltung und sämtlichen Vereinen eine Ehrung in Gestalt eines Fackelzuges veranstaltet. Nachdem der Gesangverein „Tie Himmel rühmen des ewigen Ehre" vorgettagcn, brachte Pfarrer H a n p t die Verdienste des Scheidenden zum Ausdruck und dankte ihm für Schule, Kirche und Gemeinde. Kricger- nnd Gesangverein verdankten Herrn Mombcrgcr manchen hübschen Albend mit Vorträgen und geschichtlichen Vorlesungen. Beide Vereine überbrachten ihm durch den Präsidenten Herrn Bingel ein Bild. Ter Turnverein, dessen Gründer und langjähriger Vorsitzenoer Herr Mvmbarger war, hat sich viele schöne errungen und brachte seine Leistungsfähigkeit durch Vorführung von Pyramiden zum Ausdruck. Tct Verein ernannte 5>errn M. durch Ueberreichung einer Urkunde zum Ehrenvorsitzenden. Herr M. dankte gerührt für diese Ehrung. - - Kreis Lauterbach. d. Herchenhain, 2. April. Ain letzten Sonntag, nachts 111 /, Uhr, wurden die nu§ der zwischen Herchenhain und hartmannshain liegendcnNcstanration „Zur Schönen Aussicht" hcimgehenden jungen Leute durch mehrere Schüsse erschreckt. Am anderen Tage stellte c5 sich heraus^ daß der 4 Minuten vom Orte an der Straße nach Sichenhausen wohnende Forftwart Kalbfleisch die Schüsse abgegeben hatte. Kalbfleisch, der durch da§ Blöken seiner Lämmer aufmerksam geworden war, ging, um nachzuseheu. Er sah zwei Männer, die aus dem Stolle durch die Scheuer entflohen; er feuerte ihnen einige Schüsse nach, die aber fehlgiugeu. Ob es sich um einen Schabernack oder Diebstahl handeln sollte, konnte nicht festgestellt werden. Starkenburg und Rheinhessen. w. Mainz, 2. Avril. Der aus Weist en au gebürtige Briefträger Eberhard stürzte heilte nachmittag an der Köln-Düsseldorfer Landungsstelle in den Rhein und ertrank. (b) M ainz, 2. April. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten sand die Einführung und Verpflichtung der drei ncugemähltcn Stadtverordneten von Kostheim statt. Es sind dies die Arbeiter Lehn, Ottstadt und Seid die der Sozialdenwtratie angchörcn. — Die Schützengescllschast sprach für die bewilligten 6000 Mk. zu ihrem int Juli stattfindenden Verbandsschützenscst ihren Tank aus, sie hofft 'bcn Betrag bet günstigem Verlauf des Festes der Stadt zurückcrstattcn zu können. — Tas Vermögen der städtischen Witwen- und Waisenkasse, betrug im Jahr 1911 216 256 Mk., der städtische Zuschuß betrug 75 406 Mark. — Für bauliche Herstellungen in der Schneiderschulc wurden 450 Mk. und für Instandsetzung der Räume der Blindenanstalt 1000 Mk. bewilligt. — Vor dem hiesigen Untersuchungs-- richter wurde der Besitzer vom Wappcrhof von Ober-Gladbach (bei Rauental) in der Sache Sternickel vernommen. Ter Gutsbesitzer hatte vor etwa drei Jahren einen Knecht, den er mit einem Wagen Frucht zu einem Händler schickte. Der Knecht verkaufte in Mainz die Frucht anderweitig zu 140 Mk. und ging mit dem Gelbe flüchtig. In der Photographie des Sternickel erkannte der Gutsbesitzer seinen damaligen Knecht aufs bestimmte roicber. Hessen-Nassau. Wiesbaden, 2. April. Der Toglöhner Allgust Lebe r und sein 13 Jahre alter Sohn wurden heute nachmittag in ihrer Wohnung, Helenenstraße, bewußtlos aufgefunden. Sämtliche GaSHähne lvaren geöffnet. Beim Vater blieben die Wiederbelebungsversuche erfolglos, während der Sohn besinnungslos in das Krankenhaus gebracht wurde. Es liegt Mord und Selbstmord vor. Zahrerbericht der Grohh. Hess. Eewerdeinspeklionen. Aus den Berichten ist zu ersehen, daß auch 1912 eine weitere Zunahme der Ärbeiterzahl, wie auch der revisionspflichtigen Anlagen erfolgt ist. Das zahlenmäßige Anwachsen der letzteren ist in der Hauptsache auf die Vermehrung der Motorbetriebe infolge der Ueberlandzentralen zurückzuführen. Es handelt sich also weniger um die Errichttlllg neuer Anlagen, als darum, das; infolge der Einführung motorischer Kraft bisher der Gewerbeaufsicht nicht unter[iegenbe Betriebe überwachungspflichtig geworden sind. Die Arbeiterzahl dagegen hat sich in einigen Gewerbezweigen beträchtlich vermehrt. Wgesehen von der durch das Anwachsen der revisionspflichtigen Anlagen und der Ärbeiterzahl verursachten Mehrarbeit der Gewerbeinspektiouen hat sich auch der Kreis ihrer Obliegenheiten durch das Inkrafttreten des Hausarbeitgesetzes und durch den ,Erlaß der Ausführungsverordnung zu hern.1 Gesetz über den Arbeiterschutz und die Unfallverhütung bet Bauten erweitert. In Oberhessen untergeben der Aufsicht des Gewerbeinspektors 1749 gewerbliche Anlagen. Davon entfallen ans den Kreis Gießen 661 Gewerbebetriebe mit 10 456 Arbeitern, „ „ „ Alsfeld 170 „ „ 1529 „ „ v Büdingen 166 „ „ 1947 „ uw* Friedberg 506 , „ 4 478 „ „ „ , Lauterbach 129 , * 1506 „ e „ e Schotten 117 p „ 877 „ In 516 Gewcrbebetrickren werden jugendliche Arbeiter, d. h. solche unter 16 Jahren beschäftigt, in 269 Anlagen weibliche Arbeiter. Die Gesamtzahl aller Arbeiterinnen beträgt 4168, davon sind allein 2457 in den 72 Zigarrensabriken der Provinz. In der 'Stabt Gießen gibt es 20 Zigarrensabriken mit 1039 Arbeitern, im Kreis Gießen 42 Fabriken mit 1874 Arbeitern und außerhalb des Kreises Gießen 10 Zigarrensabriken mit 126 Arbeitern. Das mit dem 1. April 1912 in Kraft getretene Haus- a r h e i t g e s e tz sott die Grundlage zur Bekämpfung von Mißständen in den Betrieben der Hausindustrie und Heimarbeit schaffen, in denen keine fremden Personen als Lohnarbeiter beschäftigt werden. In Oberhessen kommen in erster Linie 1244 solcher Arbeiter in Betracht, die allein oder mit Familienangehörigen im Auftrag und für Rechnung anderer Gewerbetreibenden in ihrer Wohnung gewerbliche Arbeiten verrichten. Daneben umfaßt das Gesetz auch die selbständigen Kleingewerbetreibenden, die für eigene Rechnung,, aber nicht auf Bestellung, sondern auf Vorrat und zu dem Zweck Waren anfertigen, um diese zu ver- hausiereu, aus Märkten seilzubieten oder an Geschäfte zum Weiter- verkauf abzusetzen. Zu diesen Kleingewerbetreibenden zählen 18 Zigarren Produzenten, zwei Besenbinder, ein Pseifendreher und zwei Stricker, die das ganze Jahr hindurch ihrem Handwerk als Hausberuf obliegen, ferner 224 Saisonarbeiter (Bauern und Lohnarbeiter), die nur zur Winterszeit und dann oft nicht einmal ununterbrochen, sondern nur zeit: und stundenweise ihrem Gewerbe als Nebenberuf nachgehen. Von diesen sind 55 Besenbinder lüber die ^anze Provinz verteilt!, 47 Rechenmacher in drei Dörfern, 35 K-chiudelmacher in vier Dörfern, 16 Schanzenflechter (Wännchen-- macher) in einem Dorf, 12 Löffel- und 12 Klammernschnitzer in einem Tors, 16 Korbflechter, 10 Nagelschmiede in einem Dorf, sochs Messerschmiede in drei Dörfern. Die Nagel- und Messer- schmiederei stand bis in die 60 er und 70 er Jahre des vorigen Jahrhunderts in vielen Dörfern der Provinz in hoher Blüte. In einem Dorfe z. B. schmiedete man fast in jedem zweiten Hause Messer und allwöchentlich lvurde ein Einspännerwagen voll Messer nach Frankfurt gefahren. Tie Arbeit war anstrengend und doch bedauert die ältere Generation den durch die Gewerbefreiheit gezeitigten Niedergang des alten Gewerbes: „Tie Jugend geht jetzt auswärts in Fabriken und verdient? viel mehr Geld als wir," sagte ein Messerschmied, „aber glücklicher und zufriedener waren doch mir Alten." Außerdem sind noch von aussterbenden Gewerben die einiger Siebmacher, Holzschuhschnitzer, Holz- und Horndreher, eines Blechschmieds, eines Stecknadelschmieds und eines Zundermachers zu nennen. Unter den eigentlichen Hausarbeitern neunten 387 meist weibliche Tabakarbeiter die erste Stelle ein, von denen 314 Zigarren rollen und 74 Tabak entrippen. Letztere Arbeit ist mehr oder meniger g es und heitsnachteilig. Ein näheres Eingehen auf die Verhältnisse in den einzelnen Hausbetrieben ist aber bis jetzt unterblieben, weil der Erlaß besonderer Bundesratsvorschristen demnächst zu erwarten steht. Als zweite wichtige Gruppe treten 364 Hausweber in den Kreisen Alsfeld, Lauterbach und Schotten auf. Es sind meist Win ter web er, die ihre anstrengende Arbeit an den Handstütz! en in oft heißen und niedrigen Wohn- und Schlafzimmern verrichten. Den Einfluß dieser Arbeit schilderte eine Frau mit folgenden charakteristischen Worten: „Wenn einer den ganzen Winter durch gewebt bat, und er kommt int Frühjahr wieder ins Feld, dann must man ihm ein paar Ehausseesteine in die Säcke stopfen, damit ihn der Wind nicht mitnimmt." Die vergiftungzsälle im Rheinland. Ohligs, 1. April. Infolge verdorbenen Pferdefleisches sind hier viele Personett erkrankt. Ihre Zahl int1 Solinger Bezirk ist bereits über 300 gestiegen. Allster in Ohligs! Famen Erkrankungen in Grafrath, Solingen, Wald, Vohwinkel, Mettmann und Elberfeld vor. Ein Fabrikarbeiter aus Gräfrath ist sofort nach Einlieferung im Kranlenhaus gestorben. Mehrere 'Erkrankte schweben noch in Lebensgefahr. In Solingen-Wald und Höh scheid werden allein 121 Personen behandelt. 350 Fälle sind amtlich gemeldet worden. Tie Untersuchung über die Ursache der Vergiftung ist noch nicht abgeschlossen. Wahrend in Vohwinkel und Düsseldorf Proben des -Fleisches nittersucht werden, das in den Geschäften eines Vohwinkler Pferdemetzgers beschlagnahmt wurde, ist es der Solinger Polizei noch gelungen, ein Qstikf Wurst anfzutreiben, von beut 'mehrere der erkrankten Personen gegessen haben. Tie bakteriologische Untersuchung der Wurst im städtischen ^Nahrungsmittel unter suchungsamt ist itod) nickst abgeschlossen. Es mag auffallen, daß die Zahl der Erkrankungen so groß ist. Dazu ist zu bemerken, daß der Pferdefleischkonsum sich gerade iM'Solinger Bezirk recht eingebürgert hat mtb hier eine Höhe erreicht, wie sie verhältnismäßig selbst in den Großstädten nicht zu verzeichnen ist. Von den Solinger Pferdemetzgern werden allein monatlich über 100 Pferde geschlachtet oder in gcschlachietLm' Zustande in Halbstücken aus Berlin oder Hamburg bezogen: außerdem kommen noch mehrere auswärtige Pferdemetzger nach Solingen zum Wochenmiarkt (darunter auch der Vohwinkler Metzger) und ferner wohnen auch noch Pferdemetzger in Wald, Höhscheid und Ohligs. <5erid>tofaaL Köln, 2. April. Vor der hiesigen Sttafkammer standen heute drei junge Leute aus Köln, ein Schlosserlehrling, ein Mechaniker und ein Schleifer, die im Urteil ausdrücklich als „T e r Schrecken von Süddeutschland" bezeichnet wurden. Sie hatten ungefähr 20 Raubattentate nach Art der Pariser s)!pack»en in Frankfurt a.M., Mainz, Wiesbaden mtb Darmstadt voll führt. Die Behörden batten damals öffentliche Warnungen und Plakate erlassen, die zur Er greisung der Burschen ausforderten. Aus stillen Straßen waren diese drei, mit Revolvern und Dolchen bewaffnet, auf ruhige Passanten losgegangen, hatten sie mit den Rufen: „Hände hoch, Geld oder Blut!" zur .Vergabe ihrer Barschaft gezwungen. Bei einem Diebstahl in einem Gasthof in Mainz wurden sie bann ergriffen. Das Urteil lautet auf je 5 Jahre Gefängnis, welck>e Strafe als äußerst mild bezeichnet wurde. Daß nickst hölstr erkannt wurde, liegt an der Jugend der Verurteilten, die noch nicht 18 Jahre alt sind. Brüssel, 2. April. In der Begründung des Urteils, das in dem Um den Nachlaß des Königs Leopold geführten Prozeß heute gesprochen wurde, wird das Mkommen zwischen der Nieder füllbacher Stiftung und dem belgischen Staat für gültig erklärt. Tie strittige öaubtfumme geht also in den Besitz des belgischen Staates über. Tas Gericht erllärt, daß die Gültigkeit der Stiftung durch das genannte Abkomm eit für Belgien hinfällig geworden sei. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Freitag, den 4. April 1913: Zunächst trüb und regnerisch, später langsam anfheiternd, Temperatur wenig verändert. Letzte Nachrichten. Ein Duell zwischen zwei Ab'geordneken. Paris, 3. April. Der radikale Abgeordnete Cecaldi hat dem Direktor der nationalistischen „ßibertG", Berthon lat, eine Duellforderung zugehen lassen, weil er und andere in diesem Blatte wegen ihrer Abstimmung zugunsten der Amnestierung der Deserteure „vaterländische Renegaten" genannt worden waren. Der Zeuge Berthoulats er Härte, daß der Artikel lebiglicb eine Kritik einer öffentlichen Kammerabstimänüng dar- ftelle. Der als Schiedsrichter angerufene General Dalstein erklärte jedoch-, daß eine Beleidigung vorliege. Der Zweikamps dürfte heute stattfinden. Zusammenstoß zweier englischer Torped obvv 1 e. London, 3. April. Die Torpedioboote 114 und 118 sind bei Hebungen in der Nähe von Margate zusammen- gefloßen. Beide wurden schwer beschädigt. Ein Dampfer verbrannt. Konstantinopel, 3. April. Der mit 1120 Donnen Petroleum und 100 Tonnen Benzin beladene, aus dem Schwarzen Meer kommende türkische Dampfer „Us- küdier" entzündete sich vor dem Bosporus und verbrannte völlig. Der Kapitän und fünf Mann der Besatzung sollen gerettet worden sein. Prüfungsfahrt von L Z 4. Friedrich shafen, 3. April. Das Luftschiff Z. 4 ist heute früh 6.10 llhr nach Bad en->O os' zu einer Prüfungsfahrt aufgestiegen. Arbeitseinstellung. HueIva (Spanien), 3. April. Die Grubenarbeiter des Bergwerks Rio--Tinto haben die Arbeit einge- stellt, da die Direktion sich weigerte, die entlassenen Arbeiter wieder einzustellen. Stürme an der Küste Spaniens. Madrid, 3. April. An der Küste von Cantabrien wüteten heftige Stürme. Zwei Boote sind untergegangen und die Insassen ertrunken. * Corbach, 3. April. (Amtlich.) Infolge Einsturzes im Böschungsabschnitt zwischen den Bahnhöfen Cor- bach und Mengeringhausen aus der Strecke Corbach — Wabern ist der Zugverkehr unterbrochen. Der Personenverkehr wird an der Unfallftelle durch Umsteiger aufrecht erhalten. sf i^ufet(e in Milch,Kakao,Suppen oder Gemüsen die bestgeeignete, leicht verdauliche u. nahrhafte Krankenkost. Gegründet 1848 ■ Grösster Betrieb dieser Branche in Hessen Nur erstklassige Arbeit bei billigsten Preisen Aufmerksamste Bedienung ■ ■ ■ Rascheste Lieferzeit ■ ■ ■ Färberei Braubach & Fischer Chemische Waschanstalt Neuenweg 4, Tel. 553 0 8 EOOSeltersweg 79a,Tel.627 FÄRBEREI und REINIGUNG von Herren- und Damen - Garderoben, Teppichen, Möbel-Stoffen, Gardinen, Decken, Federn, Handschuhen ■ Kunststopferei für alle Arten von Geweben D*/s = Unsere Filiale befindet sich jetzt ------- Seltersweg* 59 gegenüber Hotel Prinz Carl Ws Meter laree-bp* Spezial - Geschäft für Uee Tee biao Ätie Kinderklosett Patentamtlich geschützt. Für Kinder von s/< bis 6 Jahren! Als Fußschemel Hervorragend zweckmäßiger und äußerst praktischer Artikel für Kinderstube und Haushalt. 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Vergebung von Sauarbeiten Nachstehende Arbeiten und Lieferungen für den inneren Ausbau und die Kanalisation im Aueßeren der Neubauten einer Ohren- und einer Hautklinik zu Gießen sollen auf Grund der Ministerialerlasse vom 16. Juni 1893 und vom 24. Februar 1911 öffentlich vergeben werden. A. Ohrenklinik. Weißbinderarbeiten: LosI ca. 2900 qm Kalk- unb Oelfarbenanstriche auf Wauden bezw. Holzwcrk usw. ;'L os II 3200 qm desgl.; Los III 1600 qm des gl.; Los IV 1120 qm Fassadenputz PP. Rabitz- arbeiten: ca. 93 qm Gurtbögen, Wände PP. in Rabitz usw. Zement- u. Tcrrazzoarbeitcn: 210 qm Zementboden, 265 qm Terrazzoboden. Plattenbe- läge: 281 qm Fußböden in Ton- bezw. Mosaikplattcn, 123 qm Wandplattenbelag aus glasierten Plättchen. Schiefer- oder Granitarbciten: 13 qm Fenster- abdeckplatten. Gtaserarbeiten: Los I 170 qm Holzfenster usw.; Los II 181 qm desgl.; Los III 38 qm desgl. Schreinerarbeiten: LosI 54 äußere und innere Türen, 68 qm tannener Riemenboden, Fußsockel und eichene Fensterdeckbretter usw.; Los II 46 Türen von Tannenholz, Fußsockel und eichene Fensterdcckbretter usw.; Los III 15 Türen von Tannenholz, Fußsockel und eichene Fensterdeckbrettcr, 78 qm Fensterläden, 41 lfd. Mtr. buchene Treppen- Handleisten usw.; Los IV 61 qm buchene Riemen-' Parkettböden in Asphalt. Schlofserarbeitcn: Los153 Türen anzuschlagen usw.; LosII46 Türen I und 22 Fensterläden anzuschlagen uffv.; Los Illi 19 Türen anzuschlagen, ca. 44 lfd. Mtr. schmiede- j eiserne Treppengeländer usw. Linolcumarbeiten: 1184 qm Linoleumbelag. Kanalisierungsarbeiten: 900 cbm Erdaushub; 26 cbm Schachtmauerwcrk, 440 lfd. Mtr. Tonrohrleitungen, 110 lfd. Mtr. Gußrohrleitung usw. B. Hautklinik. Weißbinderarbeiten. LosI 3590 qm inneren Wand- und Deckenputz, 3700 qm Kalk- und Oel- farbenanstriche auf Wänden bezw. Holzwerk; LosII 2700 qm Wand- und Deckenputz, 1970 qm Kalk- und Oelfarbenanstriche auf Wänden bezw. Holzwerk; Los III 2450 qm Wand- und Deckenputz, 2400 qm Kalk- und Oelfarbenanstriche auf Wänden und Holzwerk. Zement- und Tcrrazzoarbeiteu: 133 qm Zementboden, 545 qm Terrazzoboden. Plattenbeläge: 211 qm Fußböden in Ton- bezw. Mosaikplatten, 115 qm Wandplattenbelag aus glasierten Plättchen. Schiefer- oder Granitarbeiten: ca. 19 qm Fensterabdeckplatten. Gtaserarbeiten: Los I 166 qm Holzfenster usw.; Los II 98 qm desgl.; Los III 93 qm desgl. Schreinerarbeiten: Los I 64 äußere und innere Türen, Fußsockel, eichene Fensterdeckbretter usw.; Los II 27 innere Türen, Fußsockel, 38 lfd. Mtr. buchene Treppen- Handleisten, eichene Fensterdeckbretter pp.; Los III 33 innere Türen, Fußsockel und Fensterdcckbretter; Los IV 72 qm buchener Ricmenparkettboden in Asphalt. Schlosscrarbeiten: Los I 66 Türen anzuschlagen pp.; Los II 48 Türen anzuschlagen usw.; Los III 14 Türen anzuschlagen, 38 lfd. Mtr. schmicdeiserne Treppengeländer usw. Linoleum- arbeitcn: 1275 qm Linoleumbelag. Kanalisationsarbeiten: 350 cbm Erdaushub, 9 cbm Schachtmauerwerk, 220 lfd. Mtr. Tonrohrleitungen, 110 lfd. Mtr. Gußrohrleitungen usw. Die Verdingungsunterlagen sind bei uns, Stephanstratze 18, einzusehen und zum Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, erhältlich. Schade H fillgrabc empfehlen: Linsen, -u- k°ch°;d. 17, 20^ do., grrßc Wild 24 § Erbsen, gelb mit Schale, "öfd. 18 4 do., 20 u. 24 d0., Sch°'^ 20 4 Grünkern, gemahltll Pst. 35 Haferflocken, 24 4 Weizengries, sein Pst. 20 Gries--rudeln,Hanslllnchtt§IÜnitt vorzüglich und sehr preiswert, Pfd. 30 4 Feine Aer-Nndeln »40,45^ Ttlingen-MMroni2'E.k"H^ do.ül 5*ä0Bfu”b 40, 42, 50^ S-F-Kornfaffee das neue Kaffeegetränk kräftig wohlschmeckend bekömmlich 1/ Pfund- Kri 1/Pfund- /2 Paket -I- /i Paket Bahnhofftr. 26 s ^elebbon 186 Ludwigftr. 20 f Walltorstraße 24. a3/« Telephonische Aufträge werden prompt und sorgfältig erledigt.