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Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. 201?^: EHeß'^iir den bis vormittags 9 Uhr. Viidingen: Zernfprecher Hr. 269 Geschäftsstelle Vahnhosstrahe J6a. Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Diplomatische Wendungen. In der Türkei ist augenblicklich nichts systematisch geordnet, und so ist es auch kein Wunder, daß, in der Berichterstattung sich verschiedenerlei Strömungen zeigen. Zurückhaltende und sogar pessimistische Stimmung herrscht vor. Nach den schweren Enttäuschungen, die das türkische Heer in den bisherigen Kämpfen bereitet hat, ist das erklärlich. Andererseits sind die Jung türken bei der Arbeit, um die Lebenshoffnung neu zu beleben. Ein Komitee für nationale Verteidigung soll schon eifrig bei der Arbeit sein, und aus Adriauopel werden günstige Nachrichten verbreitet. Vielleicht hat aber der Mali dieses Bezirkes, dem eine opti- mistische Botschaft zugeschrieben wird, seine Auszeichnung '‘mit dem Großkordon des Osmanieordens nur einer diplomatischen Taktik zu verdanken. Es liegt für die Pforte natürlich ein Interesse vor, die demnächstigen Stürmer von Abrianopel wissen zu lassen, daß der Mut in der Festung noch ungebrochen, daß Munition und Lebensmittel noch für längere Zeit ausreichend seien. Ob das auf die Entschließungen in Sofia von Einfluß sein wird, ist eine andere .Frage. Dagegen sind aus der europäischen Mitwirkung einige Schachzüge sehr auffallend. Zunächst die Haltung der deutschen Regierung. Die „Köln. Ztg." berichtet, daß die deutsche ^Regierung, was „gute Ratschläge" an die Balkanstaaten anlange, mit gutem Beispiel vorangegangen sei, und im „Bert. Tagebl." wird das bestätigt mit dem Hinzufüg en), daß der deutsche Gesandte in Sofia, Herr v. Below, der bulgarischen Regierung zur Nachgiebigkeit geraten hätte. Dagegen sollen England und Frankreich in Berlin „bekannt gemacht" haben, ,^>aß sie vorläufig, so lange der Friede nicht geschlossen sei, der Türkei keinerlei pekuniäre Unterstützung zukommen lassen würden." Deutschland habe darauf das gleiche Verhalten in Aussicht gestellt. Nach einer ^Aeußerung des Reuter-BUreaus sollen die Botschafter in London am Sonntag, dem 2. Februar, au ihre Regierungen Telegramme gerichtet haben, in denen die Ansicht vertreten wird, es sei wünschenswert, daß Bulgarien zu weiteren Verhandlungen geraten werde. Die deutsche Regierung ist also wirklich „mit gutem B-ü spiel" voran gegangen. In der „No-vdd. Allgem. Ztg." spiegelt sich auch eine etwas entschlossenere Haltung wieder als in den letzten Wochen. Es wird da amtlich in Aussicht gestellt, für den Fall der neuen Feindseligkeiten stehe schon jetzt fest, daß die Mächte eine neutrale Haltung einnehmen und jede Sonderunternehmung vermeiden würden, „durch die eine Beschränkung des Kampfes auf seinen Herd erschwert würde". Ist das wieder ein Hinweis auf Rußland - Wenn man gegenwärtig die amtlichen deutschen und die amtlichen österreichischen Verlautbarungen miteinander vergleicht, so vermißt man die volle Uebereinstim- mung von früher. Das Wiener „Fremdenblatt" wendet sich noch immer ratend und warnend nach Konstantinopel, die türkische Regierung fydbe immer noch nicht die Ratschläge der Mächte erfüllt. Das etwas eigenartige Verhalten wird der Wiener Politik offenbar durch eine zarte Rücksichtnahme auf Rußland diktiert. Der Kaiser Franz Josef entsandte ein Handschreiben an den Zaren, und das wird ja wohl auch mit Rücksicht auf die spannende Lage geschehen sein. Die fortwährenden russischen Rüstungen beunruhigen am Ballplatz in Wien; erst gestern hat der „Temps" bestätigt, der Zar habe einen General beauftragt, in Finnland 10000 Pferde anzukaufen Oesterreich will sich also über die russische Politik etwas genauer unterrichten und vermeidet alles, was in Petersburg ungünstigen Eindruck erwecken könnte. Dafür läßt Deutschland, wie gesagt, etwas kräftiger die Sporen klirren. In Paris aber sammeln sich, wie es scheint, in der Zwischenpause alle die Herren, die im Einverständnis mit Rußland der „türkischen Barbarei" gerne vollends den Garaus machen möchten, wobei es ihnen aber ungelegen kommen mag, daß auf Betreiben Italiens demnächst, ein besonderer llntersuchnngsausschuß für die Gräuel der Baltän- trirppen in Wirksamkeit treten wird. Hoffentlich findet dabei auch die Ermordung eines Deutschen bei Saloniki genügende Aufklärung! Ein türkisches Komitee für nationale Verteidigung. Konstantinopel, 1. Febr. Auf Anregung des Komitees für Einheit und Fortschritt sand gestern nachmittag eine Versammlung zur Bildung des Komitees für nationale Verteidigung statt, an der ungefähr 800 Personen teilnahmen, darunter die sämtlichen Senatoren und Notabili'.äten der jungtürkischen Partei. Den Vorsitz führte Marschall Fuad. Es wurde eine Reihe patriotischer Reden gehalten. Der muselmanische Publizist Aghajcw, der aus Rußland stammt, sagte: Wir haben Europa vor uns, aber hinter uns stehe n 400 Millionen Muselmanen, die trauern und uns helfen wollen: wenn wir untergehen, muß die Welt erschüttert werden. Die Versammlung setzte ein Exekutivkomitee ein sowie weitere Ausschüsse zur A n w c r b un g v o n Fr e iwi l l i g en, zur S chas- fung von Ambulanzen, zur Aufklärung der öffentlichen Meinung, zur Erösfnug einer Subskription, zur Gründung eines Unterausschusses für die Provinz. Eine Entschließung wurde angenommen, in per hervorgehoben wird, daß die i n n e r c n Zwistigkeiten, die einzige.Stütze der Feinde, auf ewig begraben seien. Von nun an werde eine einzige ottomanische Nation gegen den Feind stehen. Die Entschließung schließt: Alle werden Eigentum, Leben und Geist in den Dienst des Vaterlandes stellen. Tank diesem moralischen und materiellen Kapital werden die fluchwürdigen Ziele unserer gegenwärtigen Feinde zunichte gemacht. Kein anderes Ziel lebt heute in den Gedanken der Ottomanen. Es lebe der Patriotismus, es lebe die Einheit! Ein Armeebefehl Izzet Paschas. Der Generalissimus Izzet Pascha richtete an alle Korpskommcntdanteu der Armee erneu Tagesbefehl, in dem 'er zunächst seine Ernennung zum Generalissimus mitteilte und dann sagte: Im Vertrauen auf den Beistand und die angeborene ganz hervorragende Tapferkeit der türkischen Armee habe ich den hohen Posten angenommen, dem ich meine ganze Existenz weihen werde. Ihr alle wißt, daß unsere Feinde sehr grausam gegen uns handeln dadurch, daß sie höchst ungerechte Forderungen stellen. Das Leben, die Zukunft des Vaterlandes und die historische Ehre der Nation ist heute unseren Händen anvertraut — Hoffnung und Leben der Nation beruhen darauf, daß alle Mannschaften und Offiziere mit Todesverachtung i h r Leben der Erfüllung der Pflicht a l s Soldaten weihen. Tas Schicksal ruft uns heute aus, das Vaterland und die Regierung zu verteidigen. Laßt uns beweisen, daß wir würdige Söhne unserer Vorfahren sind und daß das ottomanische Blut nicht versiegt ist. Eine Nation, die entschlossen ist, für ihren Glauben und ihr Vaterland zu sterben, hat immer Erfolg und lebt ewig. Der Generalissimus Izzet Pascha ist mit seinem Stabe am Samstag nach Tschataldscha abgereist. Der ehemalige Großwesir Said Pascha, der Präsident des Staatsr'ats, hat die Einladung, in das Kabinett einzutreten, unter der Bedingung angenommen, daß er selbst das Großwesirat provisorisch leite, wenn Mahmud Schefket Pascha sich auf den Kriegsschauplatz begibt. Borpostengefechte. Konstantinopel, 1. Febr. Der Generalissimus Izzet Pascha ist aus Tschataldscha zurückgekehrt. Er präsidierte gestern bei einer wichtigen Beratung von höheren Offizieren int Kriegsmmisterium. Ein Abendblatt berichtet von Vorpostenscharmützeln in der Tschataldscha- linie bei Gallipoli, die nach der Er 'endung von Verstärkungen einen gewissen Umfang angenommen haben. Sofia, 1. Febr. (Agence Bulgare.) Die Regiernnig erhielt keine Mitteilungen über Scharmützel, die an der Tschataldschalinie und in Gallipoli stattgefundcn haben sollen. Die Meldung von diesen Scharmützeln muß demnach als unbegründet betrachtet werden. Neücr Mnt in Adrianopel! Konstantinopel, 2. Febr. Das Preßbüreau veröffentlicht ein Telegramm, das der Minister des Innern gestern von dem Mali von Adrianopel erhalten hat, welches besagt: Die Gerüchte, die seit Abschluß des Waffenstillstandes in Adrianopel verbreitet worden sind, entmutigen die ganze Bevölkerung. Das neue Kabinett gab den Belagerten neues Leben und e s gibt in Adrianopel niemand, der nicht sein Leben opfern wird, um Adrianopel z.u verteid igen, das ein sehr wichtiger Bestandteil des Reiches ist. In der Festung sind Leb en sinkt tel und Munition, die noch sehrlange ausreichcn. Verteidiger und Bevölkerung hoffen sicher auf den Sieg. Die Truppen und die Bevölkerung Lldrianopels erneuerten heute gemeinsam den Eid, die Stadt zu verteidigen. Es beginnt ein neues Leben in Adrianopel. Der Mali von Adrianopel erhielt den Großkordon des Osmonieordens. — Das Komitee und die Subkomitees für die nationale Verteidigung entfalten eine große Tätigkeit. Die Einschreibung von Fr eiwillig en hat begonnen. — Die Notabeln von Afghanistan sandten 250 Pfund Sterling als Ergebnis einer Subskription. Telegramme aus den Provinzstädten melden, die Bevölkerung sei zu allen Opfern bereit und entschlossen, für die Verteidigung des Vaterlandes zu sterben. — In B rns s q fand am Grabmale des Begründers der Türkei, des Sultans Osman, eine Versammlung statt, in der die An-- wesenden schworen, nicht zu dulden, daß der Boden des) Vaterlandes von den Bulgaren betreten werde. Die Einwirkung der Mächte. Die „K öln. Z t g." meldet aus Berlin: Die Kon- stantinopeler Meldung des Wiener Korr.-Bureaus, wonach in dortigen diplomatischen Kreisen geglaubt wird, daß ein gemeinsamer Schritt der Mächte bei der Pforte bevorstehe, beruht auf einem Irrtum. Gemeinsame Schritte sind unseres Wissens weder bei der Pforte n o ch den Balkan st aaten gegenüber geplant. Die Einwirkung auf die Erhaltung des Friedens kann auch auf andere Weise geschehen, über die die heutige Botschafterversammlung in London beschließt. Entgegen den Gerüchten ist nicht zu befürchten, daß die Botschafterversammlung sich gegenwärtig ausschalte oder ausschalten lasse. Die Mächte werden bis zum letzten Augenblicke tätig sein, um dem Wiederausbruch des Krieges entgegenzuwirken. Deutschland ist, was die Ratschläge an die Balkanstaaten betrifft, nach unseren Erkundigungen bereits mit gutem Beispiel vora n- gegangen. Oberleutnant gildiner über seine Südpol-Expedition. Ter Leiter der deutschen antarktischen Expedition Filchner ist am 1. Februar in Berlin an gekommen. Er teilte über die Ergebnisse seiner Expedition folgendes mit: Am 30. Januar kam bei 76 Grad 37 Minuten südlicher Breite und 30 Grad 25 Minuten westlicher Länge neues Land in Sicht als eine ungeheure und endlose Eisfläche, die nach Süden anstieg. »Dieser Eisschild verbarg das darunter liegende feste Land, dessen Vorhandensein schon durch häufigere Lotungen sestgestellt und durch die abnehmende Meeresticse angezeigt wurde. Das Inlandeis wies nach denselben Lotungen einen Absturz in das Meer auf, den Bruce auf der schottischen antarktischen Expedition im Jahre 1904 an dem von ihm entdeckten und benannten Coatsland gesunden hatte. Die „Deutschland" vcrsolgte den Jnlandeisabbruch, an seinem Rande entlang fahrend, nach Süden und erreichte am 31. Januar 1912, mittags, eine mit Eis glatt überfroene Bucht. Das Inlandeis bog hier nach Westen um und bildete in dem vorgeschobenen hohen Rücken die westliche Umrahmung der Bucht. Nach Westen schloß sich eine schwimmende Eismasse an, der die Expedition in zwei Fahrten bis zum 76. Grad 56 Minuten südlicher Breite und 40 Grad 54 Minuten westlicher Länge gefolgt ist. Schweres Treibeis zwang die „Deutschland" hier in etwa 27 Kilometer Entfernung vom Rande der Eisbarriöre zur Umkehr zu der entdeckten Bucht. Nach dem Ausbrechen des bedeckten Eises schritt man hier in 77 Grad 48 Minuten südlicher Breite und 34 Grad 39 Minuten westlicher Länge an die Errichtung einer Station, von wo man Landerkundungen vornehmen wollte. Außerdem wurde auf dem Inlandeise ein Proviantdepot errichtet als Stützpunkt für einen Erkundunasschliltenvor- stoß, der nach einigen Tagen abgehen sollte. Infolge einer starken Springflut geriet aber die Eistafel, aus der die Station errichtet war, in Bewegung, und mit ihr trieb die Station in das offene Ai cer. Bald daraus bildete sich Jungeis und zwang das Schiss, den Platz, der nach dem Abtretbeu der ungeheuren Eismassen den Charakter einer schützenden Bucht verloren hatte, aufzugeben und Nordkurs nach Süd-Georgien zu nehmen, um nicht in Gefahr zu kommen, an einen Eisabbruch gepreßt oder mit dem Strome selbst nach Westen oder Nordwesten gegen Grahamland getrieben zu werden, wo die „Deutschland" möglicherweise das gleiche Schicksal hätte treffen .können wie Nordenskjölds „Antarktis". . Der Plan, Süd-Georgien zu erreichen uitd dort zu über- touitem, um int nächsten Frühjahr aufs Neue nach dem Süden aufzubrechen, ward zunichte. Am 6. März geriet des Schiss im Ei?:mmrifahrtmarkt, einen Tag vor Himmel fahrt, den Ktrschenmarkt, zwischen Mitte und Ende Juni uni dm sog DickewMittwochs mar kt, habe Wegfällen lassen. wurde ausgeführt, es sei unbegreiflich, daß der Marttausschuß, ohne die Erwerbsverhältnisse eines großen TrilZ der Steuerzahler zu berücksichtigen, triefe historischen Märkte hätte fortfatlen lassen, zu denen von jeher die Landbevölkerung gekommen ist. Von anderer Seite wurde erklärt, die Stadtverwaltung wolle statt der Märtte zwei 8 Tage währende Messen ein führen. Man war der Ansicht, daß diese. Einrichtung den vielen Märkten vorzuziehm sei, aber die fünf historischen Märkte müßten i>aneben erhalten werden. Sin Redner teilte mit, daß der Markt am preußischen Buß tag nicht mehr angesetzt wird, weil ein benachbarter preußischer Bürgermeister bei der Stadt daraus hingewieseu haben soll, daß man in Rücksicht auf den in Preußen an gefegten Bußtag in Gießen keinen Markt abhalten solle. Die Per- fammhmg beschloß, an die Stadtverordneten-Versammlung, an die Handelskammer und au den Verkehrsverrin eine Eingabe zu richten, worin aus den Schaden hingewiesen werden soll, den der Fortfall der historiscifen fünf Märkte den: Erwerbsleben der Stadt bringt. Weiter soll der Antrag gestellt werden, diese Märkte im Jahr 1913 noch abzuhalten. * * Frauenmissi 0 nsverein. Der Vortrag des Herrn Missionars Schaal am Dienstag beginnt nicht um 6, sondern schon um vier Uhr. • • Stadttheater. Nachmals sei aus die Kinder- Dorstellung des morgigen Nachmittags hingewiesen, die .Klein-Däumling" bringt, ein allerliebstes Märchen. — Die Abendvorstellung, der Kadclburgsche Schwank »Der Weg zur Hölle", kann als richtige FaschingS-Vorftellung gelten, denn das ausgelassene Stück bietet namentlich den Trägern der Hauptrollen, den Herren Norden und Goll, sowie den Damen Scholz und Jüngling, Gelegenheit, ihre beste Laune zu zeigen. ** Theateraufführuug. Jrn Zbctthol. Vereins- Haus wird heute abend zum letztenmal der Schwank „Der verwunschene Prinz" gegeben. ** Zur Korso-Ausfahrt wird u:w vor: der Gießei:er Karnevalgesellschaft geschrieben: Die Wagen, die an der Auffahrt tellnehmen, sollen sich um 2Vr Uhr an der Ost-Anlage, Ecke Walltorstraße, auffwllen. Tie Wagen passiere:: folgend:' Straßen: Dalltorstraße, Lindenplutz, Marktplatz, Marktstraße, Bahnhofstraße. Alicestraße, Frankfurter Straße, Klinifftraße, Crednerstraße, Hoffmannstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Kreuz. Sonnenstraße, KanzleibevH, Brandplatz, Landras-Philipp Platz, Ost Anlage, (Start enftraße, Lndwigsstraße, Alicestraße, Settersweg, Neuenweg, Neuenbäue, SchuO'traße, Marktplatz, Marktstraße, Neustadt, Nord-Anlage, Asterweg und Walltorstraße bis zum Lindenplatz. Landkreis Gießen. 0 Lich, 2. Febr. Eine O b il b a u - V e rsa m m l u ng nurbe gestern abend in: Gasthaus zum „Löwen" vom Oder- Hess. Obstbauverein abgehalten. Dr, Hofmann-Friedberg hielt cinqn Vortrag aus dem Gebiete des Obstbaus, bc» sonders über den Vogelschutz. Die Stadl will eine von Dr. Hofmann vorgeze:gte Broschüre über den Vogelschutz in 100 Exemplaren anschaffen, tun sie in den oberen Klaffen der Stadtschule verteilen zu lassen. Mit der Versammlung war eine Verlosung verbunden. Ter Zusammenschluß der biefigm Mitglieder des Oberhess. Obstbauvereins zu einer besonderen Ortsgruppe ist beabsichtigt. Kreis Büdingen. ---Büdingen, 2. Febr. Der Fürst ju SOjcnbur«, und Büdingen hat den StaatSdiensianwätter des in «Hierin Baufaches Wilhelm 33 tu del zu Büdingen zum Baumeister ernannt. h. Büdingen, 2. Febr. In der Glasfa brif, deren Betrieb wochenlang ruhte, werden gegenwärtig größere Umbauten vorgenommen. Den: Vernehmen nach soll die Arbeit in zwei Wochen wieder ausgenommen werden. X Nidda, 31. Jan. Wir"' haben dieses Jahr eine EiSn 01. Dreimal in diese»:: Winter hat der Frost eingesetzt und jedesmal trat Tauwetter ein. Das Eis, das gestern eingefahren wurde, mar nur wenige Zentimeter dick. — An der Fertigstellung der Eleltrizitätsleitung wird neuerbingS wieder gearbeitet. Die HouSleittmgen sind nahezu fertig« gestellt. Kreis Friedberg. L F rd berg, 31. Jan. Heute mittag fand die Entlassung der Abiturienten des Lehrerseminars statt. Die Feier sand in der geschmückten Turnhalle statt. NaH einem Festmarsch des Seminar-Streichorchesters und eine» Chor des Sängerchors wechselten Ehorlieder mit Jnstrumental- v ort ragen und Gedichten ab. Seminardirektor Schä ser hielt die Abfchiedsrede und machte die Namen der Schüler bc- fannt. die Prämien erhielten. Ein Schüler überreichte daö Bild des Musikdirektors Schmidt. I. Friedberg, 2. Febr. Gestern abend wurde bce AbschiebSkommers der Abiturienten des Lehrerseminars abgehalten. • Nach einen: Festmarsch und btc Begrüßung durch den Sprecher der Abiturienten folgten An- 'prachen des Seminardirektors Dr. Schäfer und beS Prof D. Schöll. Um ‘/gl Uhr begann der Ball. L Melbach, 2. Febr. Hier wird ein neues Schul«- ge bände erbaut, das ^chulsaal und Lehrerwohnung enthält, DaS Haus i|t im Rohbau vollendet. st. Vilbel, 2. Febr. Die Frau des Arbeiters Klök benutzte Petroleum zum Feueranfachen unb verbrannte lich lo schwer am ganzen Leibe, baß sie hoffnungslos darnieder liegt. -1- Butzbach, 1. Febr. G em e i n d er a ts si tz u n g. A»» wesend: Bürgermeister Flach, Beigeordneter Heil: die Gemeinde rate Braubach, Grauer, Hell, Heyd, Küchel, Müller, Iröflr. O open hem: er, Tr. Bogt. Oppenheimer berichtete übe: daS Okfu* des Ingenieurs Müller roega: Verbreiterung des Wege> na» bei Bllla Werdensels, daß der Bauausschuß die Verbreiterung b mcrksom, daß Vie Grundbefitzer bereit feien, das Gelände zur Wegvcrbrellerung gegm Austausch von Gelände vom Armer- sonds aÜMUrctn: und daß das letztere durch die Verbreitere« des Weges be»w. die neue Straßenanlage an Wert gewinm. ~olle, daß rin ähnlicher Fußsteig hergeslellt mürbe wie von SM- 'ack nach Nieder Deisel. Der Wcmcinbcrat stimmte dem Ar-° rage au. Tie Weiterberatung der revidierten Lttsbcwsatzurr; uuti* vertagt. Dem Kanmchei^uchlverein Butzbach sott be I HdbhKDC >?alle zur Abhaltung der Landesverbands-Ausstellung da hcnllchcn Kanmchenzüchter am 1. Juni zur .Verfügung gestelL ^Vkrsanunluiu Löwen" üom Db«- llsinann-Friedbnl des Obsidans, bt< :toöl will eine vn c den Voqelichutz n n oberen Klaßen Je r Aecjainmlung n enschluß der hiesig! zu einer besondm I/aSsabrik, bert artig größere Urnen nach soll fc mnren werden. i dieses Jahr ö i der Frost eingestk $i§, das gestern ei». et er dick. — Sin bf ng wird ncueldm sind nahezu fethj-i rr/7 ju 9)ienby.. oärter ks jen Bameistci Nrbt^Sll 'SS JSs? WS bit Sind > - schwank De, Iet namentlich ber ^E"heit, chic besk .Vereins, )er schwank „De, Uns von bei ’• Wagen, bü S2V? Uhr an bei . $ie Wager ^Ac, üinbcnpiük Sllicestraße, Fran 52. vofsmannstraM ‘ua- Oonnensttch ^'Llatz, Lst-AnkZ raste, Z-ltersweii kIPlast.MarktstrW Walltorstraße bi |c mittag sand b rerseminars fw urnhalle statt. M irchesters und eine bdimtinto”*1 titior Schi!" S* „n dn Schik- , m aknb t*bi 1 ,len »e6 8°hm>n- * bcS »heil«6 ®® i)fn un» ’ 6°efnu 91 >er.!6''!SÜ iB in dein ”5 1t ID* stS * r. Die heute nackMittag von dem Konsumverein veranstaltete Jubiläumsfeier zeigte, daß man hier die Tätigkeit der genossenschaftlichen Arbeit wohl zu schätzen weiß. Schon vor der angesehten Stunde hatten sich die Räume des Gastwirts Erb bis zum letzten Platz gefüllt. Präsident Erb begrüßte besonders die Lieferanten, die zum Teil schon 25 Jahre mit dem Verein arbeiten, und überreichte dem Direktor PH. Bilde brand und dem Rechner Hch. Deibel VII. als Zeichen der Anerkennung und Würdigung ihrer dcM Verein in mühevoller 25sähriger Arbeit geleisteten Dienste je eine Ehren' täfel, worauf die Jubilare dankten. In der Festrede gab Lehrer Br au newell ein Bild von der Entwickelung des Vereins von der Gründung bis heute und hob die Segnungen des genosscnschaft lichcn Zusammenschlusses hervor. Die Herren Rumpf und W. S?orit (Gießen) gaben ihrem Dank für die Einladung ?lusdruck. Unter musikalischen und gesanglichen Darbietungen flössen die Stunden rasch dahin. Annerod, 1. Febr. Die frerw. Feuerwehr veranstaltete heute abend int Saale des Gastwirts Wächter ihr Winterv ergnügcn. Nach einer Ansprache des Komman bunten wurden einige Theaterstücke flott gespielt und von Herrn Berlin aus Großen-Bnseck einige Couplets gesungen. Tanz schloß sich an. = Steinbach, 3. Fkdr. Der Radfahrer-Verein hielt gestern in der „Post" seine Jahresversammlung ab. Ter 1. Vorsitzende 'Friede. Roth II. gab das Rechnnngsergebnis bekannt. Der Ehrenvorsitzende Strüßenwart Keßler aus Gietzen stellte einige Anträge, die Zustimmung fanden. Der Vorstand lvurde einstimmig wiedergewählt. , O Sieb, 2. Febr. Der Turnverein hielt heute abend einen gut besuchten Maskenball ab. Tie seck)s schönsten Masken erhielten dabei Preise. . -r- Rodheim a. d. B., 2. Febr. In dem Benderschen «aok hielt unsere freiw. Feuerwehr Samstag abend unter reger Beteiligung ihr Stiftungsfest ab. Die Feier wurde mit einem Prolog von Fr.rulein Jolxmctte Bender eingcleitet, danach zwei kleine Mädchen das Gedicht „Der Glockenguß zu Breslau" vortrugen, das zu dem Gesamtspiel „Ter Breslauer Glockenguß' von Remmo hinüberleitete. Es folgte „Der Fürst kommt" van Groenewald. _____________ vereinznachrichten. ** Der Turnverein Gießen v. 1846 hielt am Samstag abend sein Maskenvergnügen ab, das außerordentlich gut besuchtwar. Der hübsch verlaufenen Veranstaltung lag die Idee eines ^rntzlings- festes -zugrunde und viele Besucherinnen und Sucher hatten dem - Charatter des Festes in der 'Slusioahl ihrer Kostüme Rechnung aetraaeu Ter neu hergerichtete Saal war durch _ Birten intb Jklmrausende von Rosen, die die Vereinsamen selbst angefertigt Hanen, herrlich ausgeschmückt Ein hubßcher Reigen von ie 12 Damen und Turnern fand allgemeinen Beifall und auch sonst war für mancherlei Kurzweil gesorgt. = Wieseck, 2. Febr. Der Kriegerverein veranstaltete gestern abend in seinem Vereinslokal seine Kaisersgeburtstagsfeier, Für die uns bei dem Hinscheiden unserer lieben Frau Bina Stamm geb. Reiss erwiesene Teilnahme sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Todes-Anzeige. Heute vormittag 7V2 Uhr ist unsere gute Mutter und Grossmutter FrauHeinrichBourgeoisWwe.Josephinegeb.Fischer im 77. Lebensjahre sanft entschlafen. Familie Adolf Bourgeois Hermann Euler u. Frau Wilhelmine geb. Bourgeois Familie Carl Bourgeois (ßeridiMaol 4 Berlin, 3. Febr. In ein eigenartiges Milieu wird ein umfangreicher Prozeß hineinleuchten, welcher heute vor der ersten Strafkammer des Landgerichts Berlin I beginnt, -ten Kern der Anklage bilden umfangreiche Betrügereien, durch welche der preußische Fiskus um über eine Million dadurch geschädigt worden sein soll, daß die Bestimmungen des Bernstemregals von den Angeklagten umgangen worden sind. Vor einiger Zeit ist es gelungen, mehrere kleine Stücke Bernstein zu einem großen zusammenzuschweißen. Kleine Stücke werden daher von der Verwaltung der Bernüeinwerke an die Fabrikanten nur unter der Bedingung abgegeben, daß sie direkt verarbeitet und nicht e.wa zu größeren zusammengcschwrißt werden. Würde das geschehen, dann würde jedenfalls der Markt mit großen Stucken überschwemmt werden und der preußische Fiskus bliebe mit seinen natürlichen großen Stücken sitzen oder würde nur einen sehr werden. Nach einer Verfügung des Ministeriums sollen sämtliche Gebäude auf dem Marktplatz unter Denkmalschutz gestellt werden. Dr. Bogt berichtet, die Baukommission sei zu per Anschauung gekommen, daß der Denkmalschutz vollständig ran Plank, KavlanSgasie 2. 1837 Mietgesuche I od.L outiMI.Wmr in ruhigem Hause von einem Herrn für sofort zn mieten gesucht. Schristl. Ang. um. 826 an den Gtcben. Anzetg. Gesucht zu möglichst bald Wohnung von 9—10 Zimmern, frei gelegenes Hans bevorzugt. Stall in der Nähe erwünscht. Offerten an Oberstleutnant von Iordan, Regimenis geschästszimmer.1835 Stellenangebote IWiensl sucht, wer Verbindungen in besseren Kreisen besitzt nnd sich nute Existenz zu schaffen wünscht, bc liebe seine Offerte ein zurcichcn unter 1’. V. 1'695 a. RndolsMossc, Frankfurt a. M. Iss'"/! Lebensstellung erhalt, junge Leute icd.Stand. 14—35 Jahre alt sofort als Diener, Lakei ?c. in herrsch., Gräfl. u. Flirsil. Häusern n. 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