165. Jahrgang Erstes Blatt General-Anzeiger für Gberheffen ttr. fyy Erstes Blatt 165. Jahrgang Dienstag, 26. August M5 V Eichener MMger Rerofpcrt-Slnfdjlüfie: SLJ» Sv *7. iür Die ivvsdedeckung ist. die Fabrikation auf uralten Traditionen beruht und in neuester Zeit eine stets wachsende Ausgestaltung und Erweiterung erfahren hat Es sind die Philippinen und Madagaskar, zwei „Paradiese des Strohhutes", denen in der „Nature" B. Forbin und Francis Marrc inhaltsreiche Artikel widmen. Als Magellan als erster int Jahre 1521 die Philippinen betrat, da bemerkte er, daß die Königin von Zebu und ihre Hof Samen mit Palmcnblättcrn garnierte Strvhhüte trugen: der König ging barhäuptig. Nach den alten spanischen Ehwniken der Plü lippinen bedienten sich damals nur Frauen des Strohhutes, während cs Heute gerade umgekehrt ist. Das Beispiel der «panier, bei denen die Männer den StroHlmt, die Frauen die Ttantula trugen, hat auf die Bewohner der Philippinen gewirkt, und beute tragen die Herren der Schöpfung den Stvohhuk, den ihre Vorfahren verschmähten. Tie Hutsabrikation der Philippinen umfaßt eine große Mannigfaltigkeit von Qualitäten und Formen. fJhir mit Widerstreben folgt sic bis jetzt den tforberungen der Mode, hält sich am liebsten in den altüberlieferten Balm en. Erst die Arbeit der Europäer macht sie allmählich zu einer großen Industrie, die eine immer größere Rolle auf dem Markt spielen wird. Was die Preise anbetrifft, so schwanken sie je nach der Zahl der Stunden, die auf die Herstellung des Hutes verwandt werden, zwischen 6 Centavos, etwa 15 Pfg. und 1000 Pesos, fast 2000 Mr. Es ist eine Hausindustrie, bei der die Frauen und jungen Mädchen während der langen Mußestunden, die ihnen die Besorgung des Hauses und die Bereitung der Mahlzeit läßt, die Hute flechten. Die Männer sammeln nur das Material und unter- ziehen es einer ersten Präparierung, die mehr physische Kraft als Gescksicklichkeit und Kunst verlangt: sic übernehmen bann auch dev Verkauf, nachdem die Frauen die Zahl der Stunden berechnet haben, die sie jeder Hut gekostet. Die Flechtkunst ist über dem ganzen Archipel verbreitet: am berühmtesten aber sind die Produkte der drei Städte Balinag, Lucban und Calasiao auf der Insel SuQon. Auch die Matten und anderen Flechtereien von den Philippinen sind berühmt. Sieben Achtel aller Strvhhüte, die hev^e von deu PhfttpLÜteu au£aeiüJ?rt werden, hestehen ans Bambusfasern, und zwar wird hauptsächlich der stachlige Bambus iBambusa Mumeana) verwendet. Die Arbeiterinnen besitzen für ihre Herstellung Geheimnisse, die sich von Mutter auf Tochter vererben. Die Erfahrung hat sie gelehrt, daß ein Bambushut von der besten Qualität ist, wenn er in den kühlen Stunden des Tages, am Morgen oder Abend, geflochten wird und wenn man trockene Gegenden vermeidet. So arbeitet die erfahrene Flechte rin mit Vorliebe am Ufer eines Flusses unter •bem kühlen Schatten dichtbelaubter Bäume. Auch aus Fasern der Palmen blätter werden Hüte her- gestellt, und die Auswahl der einzelnen Fasern, die ?Irt der Verarbeitung ift eine ganze Wissenschaft mit unendlich vielen Einzelheiten und Feinheiten. Am dauerhaftesten find die sog. „Doppel hüte", bei denen zwei Scheiben des Geflechtes, von denen eigentlich schon eine für den Hut genügen würde, kunstvoll verbunden sind. Solche Hüte sind fast unzerstörbar. Die kostbarsten Fabrikate werden aus den Fasern des Rotang oder einer Farren- krant-Art gearbeitet; sie kosten je nach der Feinheit der Ausführung 80—2000 Ml. Auch auf Madagaskar war der Strohhut schon vor der fran zöllschen Besitznahme unter den Einwohnern üblich, die mit Stolz eine Art Zylinder aus Stroh trugen. Tas einzige Stroh, das man damals verwendete, war das Ahibanc, das reichlich in den feuchten Tälern wächst und auch heute noch das wichtigste Material bietet: heute gibt es noch eine Reihe anderer Stroharten, wie sich überhaupt die ganze Jndnstoje unter dem Einfluß französischer Unternehmer sehr erweitert und verfeinert bat. Znxft Arten von Fasern werden hauptsächlich verwandt, die „Bao" von milchiger Weiße mit Silberreflexen, und die „Manarana" von getlicher Färbung und außerordentlicher Weiche sowie besonderer Haltbarkeit. T-leie Manarana-Hüte, die seit 1906 in Frankreich unb England au stauchen, haben sich rasch die Gunst des Publikums erworben und sind heute unter dem Namen der „madagassischen Panamas" sehr begehrt. In vielen Dönern Madagaskars gibt es heute Strohhutfabriken, die nach zwei verschiedenen Prinzipien eingerichtet sind. Endweder stehen die eingeborenen Arbeiter und Arbeiterinnen unter bet Aussicht eines europäischen Vorarbeiters und erhalten Tagelohn, oder sie haben sitt) zu richtigen Produktion^- unb Verkaufsgenossenschaften zu- sammengefchlossen, fo_ daß sie mit Gewinnteilung arbeiten und an bte europässchen Händler die Ware abgeben. Die sonst so trägen unb 'kumpfen Madagassen eignen sich für diese Art der Arbeit rwrzüglich Ein Beweis für den Ausschwung der Hutfabrikation sit, daß 1908 80000, 1912 schon 220000 Strohhüte ansgeführt wurden. „ — Kun st dich stähle in Italien. In der letzten Zeit ist fast kein Tag vergangen, ohne daß in Italien Luuftdiebstähle Mißtrauen auf bte Absichten der größeren Nachbarn. Denn an den Rathäusern der Reichsstädte unter dem Bilde des Reichsadlers «roch der Spruch prangte: „fub umbra alarum tuarum vrotege noS", so war der Glaube an den Schutz seiner Fittiche schon längst geschwunden. Als nun der Sturm vom Westen losbrach, da versagte nicht nur die ohnmächtige W e hr v e r fa s s u n g des Reiches, auch die beiden deutschen Großmächte, Oesterreich und Preußen, vermochten nicht angesichts der brobenben Gefahr die geschichtlich go- wordcnc Gegnerschaft zu überwinden unb sich zu kräftigem, ncnieuv» samem Handeln gegen den gemeinsamen Feind aufzurassen. JedcS auf sich selbst angewiesen, unterlagen beide vereinzelt dem Jeldberrngenie des fränkischen Eroberers und mußten die schonung^ lose Härte des Siegers fühlen. Ter größte Teil der übrigen Fu» sten Teutschlands schloß sich, um die Existenz ihrer Staaten ans dem allgemeinen Scknssbrucki zu retten, unter dem Protektorate des Fronzosenkaisers zum Rheinbund zusammen und mürbe so der französischen Politik dienstbar. Das alte Reich löste sich ans, rühmlos unb kaum beklagt. In diesen Leiten tiefer Erniedrigung Deutschlands mar es ein Sproß ans dem Kreise der Rheinbundfürsten, der bäuerische H ron» Prinz Ludwig, der das heilige Feuer des Deutschtums in begeisterten Worten pflegte und aus seinem Zorn und seiner Trauer um Deutschlands Fall, aus seinen Hoffnungen ans eine bessere nationale Zukunft kein Hehl mackste. Bekannt sind seine Worte, die im Jahre 1805 die Begehung einer Siegesfeier am,Hofe der Kaiserin Josephine in Straßburg ihm inmitten französischer Um» aebung entlockte: „D a S sollte mikdic teuerste Siegesfeier sein, wenn die Stadt, in welcher ich geboren bin, wieder eine freutf rfic Stadt sein w i rd." Bon einem Aufenthalte in bem.von den Franzosen besetzten Berlin int Jahre 1807 flammen seine Verse: „Aus ihr Deutschen! Aus und sprengt die Ketten, die ein Korse euch bat angelegt!^ Ebendort, im gleichen Jahre, hat Kronprinz Ludwig die ersten Schritte getan zu einem Ehrentempel deuts chcrGröße, den er dann später in der Walhalla bei Regensburg errichtete und der nach seiner Ansicht vor allem tzur Erstarkung deutschen Sinnes beitragen sollte. Es konnte nicht fehlen, daß derartige Worte und Gesinnungen dem damaligen Zwingherrn Teutschlaitds zu £ breit kamen und von diesem nut Feindseligkeit vergolten wurden, einer Feindseligkeit, die sich bis tzn der Drohung verstieg: „Wer I) i n#» b c r t m i ch, diesen Prinzen erschießen zu lassen?" „Die Sinnesrichtung der Wittelsbacher Thronerben mar — so sehr er zeitlebens der Formenschönheit des griechischen und römischen Altertums zugetan mar — vor allem begründet in echter Liebe zum deutschen Volkstum, in Begeisterung für die Glanzzeiten der deutschen Geschichte und in der Freude an dem reichen 5dmtu! deutschen Gemütes, deutscher Kunst und Kultur. Voll Empfänglich- keit und Bewunderung für die zeitgenössischen deutschen Dichterheroen, einen Schiller und Goethe, teilte er doch nicht die weit* bürgerliche Richtung ihrer Literaturveriode: er berührte sich vielmehr gerade in seiner Betonung des Deutschtums innerlich viel» fach mit jener jüngeren Strömung, die eben damals ein tieferes Verständnis für geschichtliches Werden und Wachsen, die Wiederbelebung religiösen Sinnes und eine höhere Anschauung von den Pflichten gegen das Vaterland anbahnte. Aus ähnlichen geistigen Quellen schöpfte auch der nationale Aufschwung, der unter dem härtesten Druck der Fremdherrschaft im Norden Deutschlands, in Preußen ckttsetzte. Hervorragende Männer, aus verschiedenen deutschen Ländern stammend, ausgezeichnet durch seltene Gcistes- und Willensstärke, arbeiteten zusammen an dem Wiederaufbau Preußens und seiner Wehrkraft: alle Volkslräste wurden zu dieser Ausgabe aufgeboten.i Drüber als viele gehofft und gedacht, brach die Zeit der Entscheidung an. Roch beim Auszug Napoleons gegen Rußland hatte fast ganz Europa dem Franzosenkaiser Heercsfolge leisten müssen. Ter Untergang der großen Armee auf den russischen Schncefeldern brachte dem Bau der Napoleonischen Weltherrschaft die erste schwere Erschütterung, ließ den unterdrückten Völkern die schließliche Zertrümmerung dieses Baues nicht mehr ui> möglich erscheinen. Von Preußen leuchtete das Feuerzeichen zur Erhebung auf. Herrlich, viel'und doch nie genug gepriesen, waren der Lpsermut und die Opferwilligkeit, die das ganze Volk, jung verkamen. Freilich großen Vorteil haben die Räuber zumcisi nickst von ihrer Beute, denn man verfolgt sie sehr eifrig, uno durch die strenge Ans fuhr kontrolle, die ein eigens vorn Staat eingerichtetes Bureau unter der Leitung des tüchtigen Giovanni Poggi ausubt, ist es ihnen nicht möglich, die Kunstsck'ätze ins Ausland zu bringen, ja wiro es ihnen sehr erschwert, sie im Jnlanv zu DmoerlLit. Tie italienischen Gerichte jedock) bestrafen solche Diebe häufig nicht energisch genug. Wie sich erst jüngst wieder bei der Verhandlung gegen die dicbe der Madonna della Stella von Fra Angelico ziigte. Dr. Walter Bombe, der im Cicerone einen inhaltsreichen Aufsatz über die jüngsten Kunstdicbstähle^n Italien vcröfsentlickst, knüpft an diesen Fall seine Betrachtungen an Einbrecher warm ist das Museo di S. Maroc cingebrungen und hatten das Nwrtvolle Mcisterwert gestohlen: beider Gerichtsverhandlung aber kam es zu einem Komvromiß, so dast nur die am schwersten Belasteten verurteilt wurden. Im Mai hatte das wenige Tage vorher eröffnete Museo Bandini außerhalb der offiziellen Zeit Besuch erholten, und dabci warm drei Beider vcrsckpvunden, eine Madonna au3 der Werkstatt Fra Angelicos, eine Tafel von Andrea di Giusto und ein byzantinisches Bild Johannes des Täufers. Die gestvhlrnm Bilder wurdm aber auf etwas mysteriöse Weise von dec Polizei auf dem Zentralbahn Hof beschlagnahmt, wo sie als Gepäck in Verwahrung gegeben worden warm. Warm hier nur wenig bedeutmoe Werke geraubt worden, so gilt das Gleiche von den DiÄstäcsten in bet Kirche S. Frediano in Lucca, wo die Verbrecher die bost- baren Ehorbücher unberührt ließen, und im Dom von Pistoja, wo sie nur zwe-i silberne Statuetten mitgehm hießen. Andern Ticben wurde ihre Deute rasch wieder abgejagt. So konnte man die in S. Maria in Trastevere -u Rom gestohlene schöne Bellineske Madonna von Benvdetto Diana in Florenz mit Beschlag belegen. Der Räuber eines Bronzekreuzes aus der Kirche San Bartolomeo in Pistoja warf seine Beute ins Feld, nachdem er die Ehristus- figur vorher abgelvst hatte. Aehnlich entledigten sich anocre Diebe ilftes Raubes. Sv ließen die Verbrecher, die die Aauilvtti Ghi- bertis am Johann estabernakel von San Michele entfernt hatten, die Kunstwerke durch einen Boten der Florenttner Expveßgesell'chaft wieder rurückbringen: dik Diebe der schönen ehernen Statue des Papst Julius III. von Vincenzv Danti in Perugia legten wenige Tage nach der Entdeckung ihres Verbrechens die Beute in einem Garten dickst an der Stadtmauer nieder, wo sie alsSald aufgefunden wurde. Die jüngsten Untaten der Räuber von Kunstwerken, die Italien in Auftegung versetzten, sind die ,'ostematischen umfangreichen Diebstähle, die anscheinend sckwn feit Jahren im Dom zu Castelfranco ausgefühtt wurden und Gegenstände von sehr hohem Wert, zumeist Kirchen* aewänder umfasse", und dann der Diebstahl der hcioen Tiepolo- Bildcr, die aber rnzroifchen in Mailand roiebrrgefunbai wurden. der Gemeinde- Vie letzten Funken der valkanbrander. Trotzdem Deutschland die österreichischen Wünsche nicht bis ans Ende mit seiner Unterstützung begleitet hat, sind, wie schon aus dem gestrigen Telegramm des Kaisers Franz Josef hervorgeht, die beiderseitigen Beziehungen ungetrübt. Erzherzog Franz Ferdinand wird auch zu dem nationalen Festtag in Leipzig persönlich eintreffen, wo hoffentlich die letzten Reste der Mißverständnisse hinweggeräumt werden Wien, 25. Aug. Die „Wiener Allgem. Zeitung* be- zeichnet die Nachricht, daß die morgige Audienz des russischen Botschafters v. Giers, der heute in Ischl eingetroffen ist, bezwecke, sein Ab be ru fungSschreiben zu überreichen, als unrichtig. Dec Anlaß der Audienz sei vielmehr, Kaiser Franz Josef zu bitten, daß derErzherzog Franz Ferdi- nand, der sich zur Hundertjahrfeier der Völkerschlacht bei Leipzig nach Leipzig begibt, auch der Einweihung der russischen Gedächtniskirche tTort beiwohne. . Bukarest, 25. Aug. Die offiziöse .Politico- meldet: Die Negierung bereitet ein Grün buch über die Balkan- creignisse vor, die den Abschluß des Friedensoertrages gezeitigt haben. Die Untersuchung der Balkangreuel. Belgrad, 25. Aug. Der internationale Ausschuß zur Untersuchung der sogenannten B alkan- greriel ist hier eingetroffen. Serbien, daS unter den von dem Gegner verübten Greueltaten furchtbar gelitten hat, erklärte sich bereit, den sogenannten Anschuß anzunehmen, es erklärte jetzt aber, ein Mitglied des Ausschusses, Professor Miljukow aus Petersburg, wegen offen zur Schau getragener Feindschaft gegen Serbien und das serbische Volk ausschließen zu müssen. Da aber alle übrigen Mitglieder des Ausschusses sich mit Miljukow solidarisch erklärten, Serbien aber letzteren als nicht vorurteilsfrei und mithin ungeeignet für das Schiedsrichteramt betrachtet, kann der Ausschuß nicht auf die Anerkennung Serbiens rechnen, obwohl die serbische Negierung den Mitgliedern des Ausschusses jedes mögliche Entgegenkommen erwiesen hat, damit sie ungehindert Saloniki erreichen konnten. Eine rumänische Auszeichnung des Königs von Serbien. 25. Aug. Heute nachmittag überreichte der rumä- nsiche Gesandte Filality im Beisein des Ministerpräsidenten in feierlicher Audienz dem König die Kette des Ordens Carols I sowie em eigenhändiges Schreiben des Königs von Rumänien. Die Türkei und Bulgarien. Sofia, 25. Aiig. Türkische Truppen besetzten am 22. und 23. Anglist G.ü m ü l d s ch i n a und Mustanlue. — Die Tücken melden fortgesetzt die Eröffnung der türkisch- billganschen Vorbesprechungen über die thrazische Frage. Die „Agence bu(gare* erklärt demgegenüber neuerlich, daß weder Natschewitsch noch Danew jemals ermächtigt worden sind, Be- sprechungen hierüber anziiknüpsen. chule zu Hausen, Kreis Gießen, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste vom 1. No- Arrs StaOt unfc Caitfc« Gießen, 26. August 1913. Vom Manöver des 18. Armeekorps. Kanonendo nner verkündete heute daß auf den südlichen Vorhöhen des Vogelsberges, da wo er sich zur Kinzig abdacht, die He r b st m a n ö v e r begonnen haben. Doch erst gering ist die Zahl der Truppenteile, die im Manövergelände angelangt sind, die verspätete Ernte veranlaßte die maßgebenden Stellen zu der Bestimmung, daß das Regimentsexerzieren und Brigadeexerzieren in den Garnisonen, bezw. auf den Uebungsplätzen bei Darmstadt-Griesheim, Mainz und Frankfurt stattfindet. Die Uebungen schließen in diesen Tagen mit den üblichen Besichtigungen durch die Korps-, Divi- sions- und Brigadegeneräle. Am Mittwoch treffen die Regimenter der 21. Division in der südlichen Wetterau ein. Die Truppen der 49. Brigade verbleiben bis zum 27., bezw. 28. August in Griesheim, um dann nach dem südlichen Kreis Fulda (116er), Schlüchtern (115er) und Elm zu rücken, etwas weiter südwestlich davon in der Gegend Wächtersbach treten nächsten Freitag die 117er und 118er ein. Die beiden jessischen Kavallerie-Regimenter verlassen Darmstadt am Donnerstag und Freitag, um nach mehreren Marschtagen in )er Gegend von Steinan-Elm einzutreffen. — Den Kanonendonner, der heute die Manöver ankündigte, verursachte das Feldartillerie-Regiment Nr. 25, das sein Scharfschießen im Gelände zwischen Bindsachsen, Gelnhaar, Kefenrod und Wenings abhielt. Die Batterien waren etwa 2 Kilometer nordwestlich Hitzkirchen aufgestellt, von 9 bis 2 Uhr war das ganze Gelände abgesperrt. Das Scharfschießen der 61er Artillerie wird nächsten Freitag zwischen Freiensteinau, Flechenbach, Ulmbach und Kressenbach abgehalten. Die Schußrichtung ist nach dem Hohenstein und Schmadelsberg. In )en größeren Orten, z. B. Schlüchtern, Gelnhausen, Wächtersbach, Salmünster usw. werden jetzt Proviantämter, Bäckereien, Futterlager usw. eingerichtet. Auch die Vorbereitungen für die Unterbringung der Fliegerabteilung sind im Gang. Gelnhausen ist als Fliegerstation vorgesehen, die Flugzeuge werden in besonderen Zelten untergebracht. Sämtliche Regimenter des Armeekorps rücken in der eldgrauen Uniform aus. Um die Divisions- und Korpsmanöver möglichst kriegsmäßig zu gestalten, finden viele Biwaks statt, auch werden die Truppen meist aus den Proviantämtern und Magazinen verpflegt. "Personalien. In den Nnhestand versetzt wurde der Lehrer Heinrich Ludwig Nikolaus an In treuer Freundschaft bringe ich Dir meinen herzlichsten Gluck- und Segenswunsch zu Deinem heutigen Namensfeste. Franz Josef. Dieses Telegramm erreichte den Prinz-Regenten in Kelheim, der folgendes Antwort-Telegramm sandte: Versammelt in Kelheim gedenken wir in Treue des Anteils Oesterreichs an den Befreiungskriegen und der innigen erprobten Freundschaft, die Oesterreich-Ungarn mit Deutschland verbindet. Ludwig. Darauf ging von K a i s e r F r a n z I o s e f neuerdings folgendes Telegramm in Kelheim ein: Herzlich danke ich Dir für Dein freundliches Telegramm. Meine Gedanken sind den dort Versammelten geweiht. Ich gedenke gerne und mit Genugtuung der Teilnahme Oesterreichs an den Befreiungskriegen sowie der zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn bestehenden erprobten Freundschaft. Franz Josef. Der Wiener Kongreß und sein Verfassungswerk, der Deutsche Bund, sind viel gescholten worden: billige Beurteilung nürb aber zugeben müssen, daß eine wirklich befriedigende Lösung der deutschen Frage nach den bamaligen tatsächlichen Verhältnissen em Ding der Unmöglichkeit war. Verhältnismäßig rasch gelang em wesentlicher Fortschritt auf wirtschaftlichem Gebiete, und es war K einig Ludwig dem Ersten , der inzwischen seinem Vater in der Negierung des Landes gefolgt war, beschieden, zunächst tnt Jahre 1827 einen bayrisch-württembergischen Zollvertrag herbeizn führen und dann im1 Zollvereinsvertrag vom Fahre 1833 mit Preußen-Hessen entscheidend zu einer wirtschaftlichen Einigung auf breiter Basis mitzuwirken. Eine ticlitifd)c Einigung stand noch in weitem Felde: mehrfache Anläufe blieben erfolglos. Die Meinungen über das „wie?" gingen noch zu unversöhnlich auseinander. Es war noch ein schmerz- Itcber 23 ruber tarn £f notwenbig, um zunächst die Frage der Vorherrschaft in Deutschland zwischen Oesterreich und ^oußeu auszutragen, und erst ein neuer Angriff des westlichen Nachbarn und die unter der unvergleichlichen Führung Koing Wilhelms I. und seiner Paladine erfochtenen glorreichen Siege der bereinigten beuffrb-cn Waffen führten zum Abschluß der Vertrage, durch die aus Nord und Süd dasneueDeutsche Reich, das neue Deutsche Kaisertum entstand. Da erwies sich der nationale Gedanke, zu dessen Weckung und Er- starkimg König Ludwig I. so viel beigetragen hatte, als eine Macht, die auch die letzten Hindernisse überwinden half. Die großen nationalen Aufgaben, vor allem nach außen, aber auch tm Innern wurden dem Ganzen übertragen, zugleich wurde jebort) bet dem Ausbau der Verfassung die Bedeutung der Einzel- staaten und die Erhaltung ihres Wirkungskreises mit weisem Bedacht berücksichtigt. _ .. Für Bayern war es der Enkel Ludwigs I., der hochgesinnte K o n t g Ludwig II., der den Anschluß an den neuen Bund vollzog. Der Stifter dieser Halle selbst war nur kurze Frist vorher rn hohen Jahren zu seinen Vätern heimgegangen. Er sollte das Erstehen des neuen deutschen Kaisertums nicht mehr erleben, nicht mehr seinen Wunsch erfüllt sehen, daß Straßbuilg wieder eine deutsche Stadt wurde. Nicht mehr war es ihm auch vergönnt, zu erleben, daß das Deutsche Reich und die Oester^ reichisch-Ungarische Monarchie, die Genossen des Freiheitskampfes von 1813/14, wieder zu enger Freundschaft und zu einem Völker- rechtlichen Bündnis zusamrneugetreten sind, das seinen Bestand NNO seine Wirksamkeit durch alle Stürme bewährt hat und, loie wir vertrauen, auch in alle Zukunft bewähren wird Groß und mächtig steht das Deutsche Reich im Rate der Volker da, stets erprobt als ein Faktor der Mäßigung und des Friedens, stets aber auch bereit, für die Ehre und Interessen des Deutsehtums 'einzutreten, luo immer sie be- brof)t 1014^. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit aller Teile des Reicks in ,vreub und Leid ist immer mehr erstarkt, und wer gleichwohl int Auslanoe je mit der Uneinigkeit, der Eifersucht der Reichsglieder rechnen würde, wie dies wohl früher gescheheii würde diese Rechnung graufain enttäuscht sehen' So mochte es denn manchem scheinen, daß der Mahnspruch König Ludw.gs in dieser Halle für das heutige Geschlecht nicht mehr die gleiche ernste Bedeutung hatte wie ehedem. Allein im Leben der Völker kann und darf es für eine Nation, die sich behaupten will kein Ausrasten auf errungenen Erfolgen geben. Hier trifft noch mehr wie für den einzelnen das Wort des Dichters zu- Nun der verdient sich Freiheit, wie te Leben, der täglich sie erobern muß." 1 c.. $n immer erneuten Anstrengungen gilt es 'ür Deutschland, sich gewappnet * alle Gefahren, die seinen 23eftan - Uicht und Notwendigkeit ist es aber auch heute, vor Ckl er rumä- identen in ’arolSL 'nien. zten am Aue. - türkisch. age. Die aß weder sind, Be» den süb- c Kinzig Loch erst rgelände : maßge- entsexer« >eztv. auf ftnz und iefen s-, Divi' i die Re- -rau ein. 7„ bezw- ^en Kreis m, etwa-5 iach tref* ie beiden istadt am htagen in bn Kano- -rui1a^L' rffd* Veneter war das iler^ iu, e Schuß" erg- A rt, ir, Backe" bereit“11' »N-Ä b,c J* d" b Kor^ ^nvialu m bleibt Ueberftanik Mr. Mr. 43-45 79-83 49-51 88-91 47-00 98-00 63.00-65.50 80.00 -82 00 79.00-81.0) 63.00—64.00 62.00—65.00 80.00—83.00 61.00—65.00 60.00—82.03 Lebendgewicht . . 25. Aug. I Mit! nrt a. M ab hier. 105-114 95-110 53-67 47-51 62—67 56—60 50-52 46-48 fried, 15. 95-98 83-93 48-51 42-47 41-46 33-40 26—30 81-91 81—90 76—86 66-80 59—67 Wetter«-sichten in Dessen tür Mittwoch, bat 27. Lug. 1913: Meist beiter und trocken, warm, nibig. Lebend- Schlachtgewicht 33-86 80—83 Der Saft frischer Früchte übertrifft künstliche Fruchtsäste, und der volle frische Fruchtgeschurack erfreut. Verlangen Sie vom Mondamin (tontot. B.rltn 02, das ,L-.Büchlem, emblUlerw Rezepte von erprobten Mondamin-urruchlslamm»?^ üember 1913 an. Der Gr'oßherzog hat ihm auS btelem Anlaß das Ritterkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Philipp« in Vilbel. ** Submissionsergebnisse. Für Betondecken- Ausführung am Mannschaftsgcbäude der Maschinengewehr-Abteilung wurden folgende Angebote abgegehen: H. W. Rinn-Gießen 8989,85 Mk., Rautenberg A G Frankfurt a. M. 10181,93 Mk., Lollat-Gießen 10 263,09 Mark, Flauaus und Stössel-Frankfurt am Main 11830,03 Mark, Doch- und Tiefbau-Gesellschaft-Gießen 12569,23 Mark, Weiß u. Freitag-Neustadt a. d. Hardt, 16076,63 Mark. •• AuS der Untersuchungshaft entlassen wurde am Samstag der wegen MeincidoerdachteS eingehaltene W. H. auS Gießen. Universitäts-Nachrichten. Königsberg i. Pr. Der Privatdozent für Chemie an der Universität Königsberg i. Pr., Abteilungsvorsteher am chemischen Laboratorium Dr. Fritz Eisenlohr ist zum außerordentlichen Professor ernannt worden. Markte. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Arbeiterbewegung. London, 25. Aug. Ein ernfter AuSstand der daS Londoner Baugeschäft m Mitleidenschaft zieht, brach heute auS, da 5 000 Malergehilfen, die dem vereinigten Maleroerband angehören zugleich mit 5 000 mcht organisierten Arbeitern die Arbeit niederlegten. Der Verband verlangt eine Lohnerhöhung von l1/* Penny für die Stunde^ Landkreis Gießen. t. Lang-Göns, 26. Aug. In der Nacht am Samstag auf Sonntag wurde in dem „Restaurant unter den Linden" eingebrochen. Gestohlen wurden Eßwaren und Weine. vüchertisch. — Arena. In völlig neuem recht schmuckem Gewand beginnt soeben die bekannte und gern geleiene Zcilichru't „'Ureiia* ihren 39. Jahrgang. Das vorliegende erste Heft lägt erkennen, das; die Verlegerin, die Derrtsche VerlagS-Anllalt in Stuttgart, alle Kralle anspannt, um dieser beliebten Monatsschrift auch im neuen Jahrgang das lebhafteste Interesse ihrer Abonnenten und Leser zu sichern. Dieben einer großen Reihe angesehener 'Jlntoreii wird Ludwig Gang- holer mit einem netten Roman, betitelt „Ter Ochsenkrieg", vertreten ein. Ten Abonnenten werden zwei in Farben anSgeführle Kunstblätter großen Formats geboten werden, deren Lieferung kostenlos erfolgen wtrd. Tie Bilder geben Gemälde des schwäbischen Meisters Robert von Hang wieder, und zmav„Biüchers Vortrab erblickt den Rhein bei dnub" und „Ein Spaziergang"; beide sind übrtgens in entsprechender Verkleinerung dein ersten Heft beiqegeben. Auch soitst iveift dieses erste Heft eine ^teihe schöner Einschaltbilder ans. Als Hauplerzählung nimmt ein an dramatischen Momenten reicher Roman ans dem Industriegebiet int Saarrevier van der bekannten Schrtllstellerm Liesbet Till seinen Anfang. Siegbert Salter widmet bem Maler des Reitsports Hermann Junker eine seinem Schaffen gerecht werdende Würdigung, Robert Bretter schreibt atis Anlaß ihre? 150jährigen Bestehens über die Königliche Porzellamnanufaktui in Berlin. Ferner gibt Isolde Kurz eine feiuabgestimmie Schildertmg von entern Bestich in Korinth, Ernst Trebesius erzählt die Entstehung einer Panzerplatte, Ernst Klein plmibert über den österretchischen Offizier, Karl Figdor über verpuffte Millionen, Rudolf Rolher schildert eine Jungfraubesteigung von der Riederalp aus tifw. S ch iv e i n e. Vollsieischige Schweine von 80 —100 kg Lebendgewicht Vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht Volllletschige Schweine von lUO—I20kg Lebendgewicht . Vollsieischige Schweine von 120—150 kg fc. Frankfurta.M. D iebbo f-Ma rkt berl cht vom 25. Aua. Auftrieb: Rinder 13^, darunter Ochsen 115, Bullen 98, Kühe und Färsen "94, Kälber 330, Schafe 133, Schweine 2441. Tendenz: Rinder, Kälber und Schafe geräumt, bei Schweinen Preis für 100 Pfd. Landwirtschaft. - Eine überreiche Kartoffelernte steht nach den amtlichen Feststellungen der Vertrauensleute der einzelnen Landwirtschastskammerbezirke in Heffen-Naffau und Hessen für dieses Jahr bevor. Schon jetzt werden die Märkte der Großstädte mit Ueberangcboten bedacht, die die Nachfrage bei weitem übersteigen. Auffallenderweise sind die Knollen trotz der langwöchentlichen regnerischen Witterung durchaus gesund und wohlschmeckend. Nicht im Einklang mit der großen Ernte stehen aber die Preise; diese werden überall noch recht hoch gehalten, so daß die Stadtbevölkerung von dem reichen Erntesegen bisher nichts verspürt. Der Zentner kostete am Ende der letzten Woche überall noch 3,50—4 Mk. Landwirt und Beigeordneter in Ilbenstadt in Büdingen Kreis Büdingen. * Nidda, 26. Aug. Bei Ober sch mitt en wurde heute vormittag infolge Unachtsamkeit eines jungen Fuhrmannes ein Fuhrwerk vondemEiscnbahnzugc überfahren. Der Fuhrmann wurde verletzt, daS Pferdgetötet. = © t o cfh c i m, 25. Aug. Heute früh entgleisten tm Zuge 4708 die drei letzten Personenwagen im hiesigen Bahnhofe infolge zu ftühen Umstellens einer Weiche. Verletzt wurde niemand. Von Frankfurt traf ein Aufgleisungswagen mit den erforderlichen Mannschaften und Geräten hier ein. Kreis Lauterbach. FC Lauterbach, 25. Aug. Jrn 82. Lebensiahre verstarb zu Bonn Generalmajor z. T. v. Sera et. Der Verstorbene war in «autcrbndi geboren und in das hessische Arttllerte-KorvS als Avantageur eingetreten. Schon int Badischen Feldzug 1849 zeichnete sich der junge Soldat hervorragend aus, so das; er zum Leutnant befördert wurde Auch 1866 und 1870/71 verrichtete er wackere Talen. «luS Frankreich kehrte er mit dein Eisernen Kreuz 1. Klasse geschmückt in die Heimat zurück. Zuletzt kommandierte v.Herget die 4. Feldartillerie-Brigade in Magdeburg und nahm 1888 den Abschied. Vom Gros;Herzog Ludwig NI. von Seffen wurde der tüchtige Offizier iu den erblichen Adelstand erhoben. Starkenburg und Rheinhessen. ch gingen, 25. Aug. Der Hessische Hauptvcrein des Evangelischen Bundes hatte beute gelegentlich seines 26. Jahresfestes ut Bingen n. Rh. eine geschloffene Mitgliederversammlung des Hessischen Hilssaussckmsses zur Forderung der evangelischen Kirche in Oesterreich, inner eine geschlossene Abgeordneten- und Mit- gliebervcrfammlung des Hessisckxn Hauptvcrcins des Evangelischen Bundes Anschließend an diese beiden Versammlungen sand in der evangelischen Kirche eine Festversammlung statt, darauf ein Festessen und schließlich eine Tamvsersahrt nach St. Goar mit Aufenthalt in aub. Am Blücherhenkmal in Kaub hielt Pfarrer ttopicr- mann eine Ansprache, in der er auf die Jahrhundertfeier der Be- freiungskriege und den Rheinübergang Blüchers bei Kaub besonders hinwies. Der Erfolg im Leben hängt nicht zum wenigsten davon ab, ob Du körperlich vollmobil bist und geistig jederzeit Dein ganzes Können in die Wagschale zu werfen verstehst. Und Du vermagst beides mit Hilfe der echten Kola-Pastillen Marke TallmanusDallkolat). 1 Schachtel Dallkolat Mk. 1.— in Apotheken u. Drogenhandl. Jedenfalls in der UniverfitätS- n Hirsch-Avoiheke. 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Roggen (Menget) Mk. 16.75 bis 16.85, Gerste lWetterauer) neue 16.50—17.5^, Geiste, Franken, Pfälzer, Ried neu Mk. 17-17.50, Haler alter Mk. 16.75—17.75, Mais Mk. 14.00 bis 14.60, Weizenmehl 0 Alk. 32.50—32.75, Weizenmehl I Mk. 80.50— 30.75, Weizenmehl IU Mk. 27.25—27.50, Roggen- mehl 0 Mk. 27.75—28.00, Roggenmehl 0 1 Dtk. 26.50—26.75, Roggenmehl I Mk. 00.00—00.00, Weizenkleis Mk. 9.15-9.25, Weizensckalen Mk. 9 35-9M Roggenkleie Mk. 11.10-11M Malzkeime Mk. 12^)0—12^5, Biertreber 12.25—12M Raps Mk. 290-0-30.00, Futtergerste Mk. 11,50—11,75. Alles per 100 Kg. Henney, Gottlieb, Rentner Iß Schäfer, Heinrich L, Landwirt in Ober-W'dderSheim; 17. Occger, Karl, Buchhalter in Friedberg; 18. Stoll, Wilhelm, Rentner in Inheiden: 19. Spengler, Wilhelm L, Landwirt in Gelte,'au; 20. Fuchs, Landwirt in Stumpertenrod; 21. Büttner, Bruno, Kaufmann in Gießen; 22. Petri, Wilh. Philipp, Landwirt in Klein-Karben; 23. Maser, Georg, Bürgermeister in BücheS; 24. Ulrich, Wilhelm, Landwirt in Bingenheim; 25. Erb, Heinrich III., Landwirt in Lehnheim; 26. Seibert, August, Kaufmann in Wteseck; 27. Ritzel, Karl .Heinrich Georg, Bürgermeister in Gelnhaar; 28. Trapp, Wilh. Ludwig, Kaufmann in Friedberg; 29. Loth, Heinrich, Landwirt m Kirschgarten; 30. Hinkel, Wilhelm August, Kaufmann Letzte 21ncbricbteiu Tie Erfolge der Türkei. Paris, 26. Aug. Der Korrespondent bc6 „Matin^ in Konstantinopel will au8 guter Quelle wissen, daß die bulgarisch- türkischen Unterhandlungen einen günstigen Verlauf nehmen. Der bulgarische Unterhändler Matschcwitsch habe bereits einzelne Z u g e st ä n d n i ss e gemacht^ Als Grundlage dcS günstigen AvkommenS komme weder Schleifung der Forts von Adrianopel noch die Abtretung von Kirkillffe an die Bulgaren in Betracht. Dagegen werden die Türken ernt Berichtigung der alten Grenze im Norden der Linie Abrianopcl- Kirkiliffe einräumen und zu Gunsten von Bulgariens Handel mehrere Zugeständnisse wirtschaftlicher Natur machen. Der Kaiser in Posen. Posen, 26. Aug. Der Kaiser traf mit dem Prinzregeulen Ludwig von Bayern heule früh 7,15 Uhr hier ein Zum Empfange waren erfchicnen der Kronprinz, Prinz Ettel Friedrich, sowie d,G hier anwesenden Prinzen des königlichen HauseS. Ter Kaiser und die übriaen Fürstlichkeiten wurden von einer zahlreichen Meufchen- menge stürmisch begrüßt. Polnische Albernheiten. Berlin, 26. Aug. Unter der Uebert (trift „Polnische Silbern beit en- wird der „Vossischen Zeuunq^ auS Posen telegraphiert: In letzter Stunde hat auch der Posener polnische Basar seine große Front geschmückt, aber nur mit grünen Girlanden, nicht aber mit Fahnen oder Emblemen. Die in dem Basar befindlichen 15 großen polnischen erstklassigen Geschäfte haben nicht den geringsten Schmuck angelegt. Die meisten Polen dekorieren in keiner Weise ihre Hauser und Geschäfte, mit Ausnahme einiger kleiner Geschäfte, die nur von deutscher Kundschaft leben. Tas Polentum ist erregt gegen die Leitung des polnifchen Basar«, so daß sie sich dock zur Ausschmückung entschlossen hat. Die Polen demonstrieren auch in anderer Weise. Eine Reihe von Papiergeschäften hat in ihren Auslagen nur polnische Patrioten und polnische Dichter ausgestellt und einzelne stellen große Bilder von Napoleon in die Auslage. Besuch des Königs oon Spanien auf ttnem deutschen Schulschiff. Bilbao, 26. Aug. TaS Königspaar-besuchte gestern das deutsche Schulschiff „H a u s a". Ter König und die Römgn; wurden mit dem Ehrenjalut empfangen. Ter König brachte einen Trinkjpruch auf die deutfche Marine auS. DaS Lnf t fch ifi „Z. 5*. Gotha, 26. Aug Tas 9 u f t f cl) i H „H. 5N, da« sich auf einer Fernfahrt nach Berlin besuchet, ist heute früh 8 Uhr 40 Mm. hier aufgestiegen. Ein Unfall auf dem Flugplatz Johannisthal. Berlin, 26. August. Auf dem Flugplatz Johannis- thal in der Fabrik der Albatros-Werke explodierte gestern abend auf bisher unaufgeklärte Weise der Benzintank der neuen Maschine', die für Helmut!) Hirth zu dem Rundflug um Berliu erbaut worden ist. Beim Rettungswerk' erlitten zwei Arbeiter schlimme Brandwunden. Der Eindecker ist vollständig zerstört. * Ein schwerer Automobilunfall bei WorrnS. Worms, 26. Aug. Ein mit 5 Personen besetztes Automobil überschlug sich kurz vor bet Stadt infolge zu starken Bremsens. Die Insassen wurden herausgeschleudert. Der Besitzer des Automobils, ein Kaufmann aus Mülheim a. b. Ruhr, war sofort tot, ber Chauffeur würbe schwer, Sohn unb Tochter bes Automobilbesitzers leicht verletzt. Sie würben in bas Krankenhaus gebracht. Feuer in einer chemischen Fabrik. Oschersleben, 26. Aug. Gestern abenb entstaub durch eine Staubexplosion in ber Chemischen Fabrik von 93 rü cf mann Feuer, baS so starken Rauch entwickelte, daß bie zahlreichen, auch auS den umliegenden Ortschaften herbeigeeilten Feuerwehren zunächst gar nicht in ber Lage waren, gegen den Brand vorzugchen unb eine Zeitlang auf ;ebe Aktion verzichten mußten. Dec angerichtetc Materialschaben soll sich auf etwa 1 Million belaufen. Eine F a m il i e n t r a g ö bi e in Bielefeld Biele selb, 26. Aug. Ms ber Dekorateur Busch unb fetne Frau gestern abenb nach Hause kamen, nahmen sie aus ber Treppe starken Gasgeruch wahr. In ber Küche fanden sie ihre 1 91 ä hr. Tochter tot am Boden liegend vor: sie war offenbar durch auSströmendes Gar erstickt. Busch zündete, um bas Zimmer zu erleuchten, ein Streichholz an. Im selben Augenblick erfolgte eine furchtbare Explosion Frau Busch stand sosott ut Flammen. Gleichzeitig stürzte die Decke ein und das Daus wurde in einer Ausdehnung von 150 Cuabratmetent abgcoeaL Die Ursache des Unglücks wird darin zu finden gemcht, datz, rote man behauptet, die Tochter aus Liebeskummer Selbstmord verübt habe. Busch und seine Frau sind schwer verletzt. Ein Ausbruch be« Aetna? Catania, 25. Aug. In ber vergangenen Nacht ist über ber Stabt ein schwere r Asch enregen niebergegangen. Der Aetna ist in dichten Nebel eingehüllt. Vermutlich ift ein Anspruch erU.y. Sport. Internationaler Lawa-TenoiSturnier zu Dad-Ranheim. Montag, ben 25 August. Am gestrigen Sonntag hat bad Bad-Rauhermer Laron-TenniS- l'umier in ber Hauptsache sein Ende gefunden. Zunächst traten auf dem Platz vor der Tribüne Frl. Bamberger unb Frl. Weiher- mann zur Schlußrunde um den Preis der Stadt Bad-Rauhetrn an. Es gab einen erbitterten Kampf, der auf beiden Seiten mit außerordentlicher Zähigkeit geführt unb vorn Publikum mit atemloser Spannung verfolgt wurde. Woblgesetzte Bälle gingen bi« zu 20mal oder öfter« bin und der, ehe es der einen oder anderen Tarne gelang einen Vorteil iu erringen, bie meisten Spiele kamen auf „Einstand" unb nur mit größter Mühe und Anstrengung siegte Frl. 93 a m b c r g e r 8/e */< 6/<. Sodann folgte bie Schlußrunde des verren-Einzelspiel« zwischen Ernst und Logik. Logic gewann bie beiden ersten Sätze 7/5 e/i und im dritten Satz mit s/4. Tann endlich gelang es Ernst, der bas Wettspiel anfangs oficnsichtlich Preis endgültig gewann. Tas Herrcn-Toppelspiel mit Vorgabe sah die Herren G r fl b unb Lindpaintner als Sieger vor ben Herren v. L e - winski unb Taub. Die 3. Preise in dieser Konkurrenz erhielten Krengel-Kloos und Schreiber-Hertz. Im gemischten Toppelspiel mit Vorgabe gelangten Frl. A. W e i Herrn an n-H. Schadow bis zur Schlußrunde, mußten aber auf den Endkampf verzichten. Tie Entsäieidung, wer ihre Gegner eien, fiel erst am Montag vormittag, indem Frl. B. H e r- mans-Hertz (15. 3 ) über Frl. Satin-Al brecht (— 4. 6) 6/i 6/t siegten. Frl. Hermans-Hertz erhielten also ohne Spiel ben 1. Preis, Frl. A. W e i h e r m a n n - G. Schabow den 2. Ter Preis für ben besten Bab-Rauheimer Spieler fiel ohne Spiel an Herrn Breibenbach. Tie Entscheidung über den Preis für bie beste Bad-Nauheimer Spielerin liegt zwischen Frl. Heß und Frl. S t o l l, von denen die letztere voraussichtlich siegen wird. TaS Einzelspiel für Senioren mit Vorgabe gewann Herr von Lewinski, den 2. Preis erhielt Korvettenkapitän Kietze. Die beiden faüorierten in diesem Wettspiel, bie Herren Carnap unb Grüber waren in der 2. Runde von den Siegern aeschlagen worden. Schon saft in der Dunkelheit wurde dann vom Kurdirektor und Bürgermeister der Stadt Bad-Nauheim die Verteilung ber Preise vorgenommen. zu leicht genommen batte, aufzuholcn, Vorteil zu erriiyen und ben britten Satz mit ®/5 für sich zu buchen. Ter vierte «atz ging in wenigen Minuten ganz glatt mit */i an Ern st. Im übrigen verteilten sich bie Preise in den offenen Spielen folgendermaßen: die 3. Preise im Herren-Einzelspiel erhielten Lindpaintner unb Hertz Tic 3. Preise im Hamen-Einzelspiel Frl. Hob bes, bie am Vormittag von Frl. I. Weihermann geschlagen worben war, unb Frau Gent Herren-Toppelspiel: 1. Preise: Li nbpaint - ncr-Ernst, Albrecht-Carl Kreuzer. 3. Preise: Taub- E. Schabow und GrooS-Logie. Tic 3. Preise im gemischten — oppel erhielten Frl. B. HermanS-Hertz unb Frl. Berg- a n n - A 1 b r c cht. Am Vormittag wurde auch das Herren-Eui- zelspiel für Offiziere ber Hessischen Tivision zu Enbe geführt. Leutnant Taub J.-R. 118) und Oberleutnant v. 1 f e m a n n trafen ich in per Schlußrunde. Leutnant T a u b, ber in diesem Hahr den Kaiserprei« gewonnen hat, gewann auch den Preis des Großher- ogS von Hessen, indem er mit 6/i 6/i 6/s siegreich blieb unb so ben g Großmütigen verliehen. - Ernannt wurde derGesangenausseher an der Zellen- fttasanstalt Butzbach August Gottschalk zum Oberausseher am LaiideSzuchtbauS Marienschloß. •• Verzeichnis ber Geschworenen für baS 3. Vierteljahr 1913. 1. Steinhauer, Heinrich, Gemeinbe- nnnebmer in Wisselsheim; 2. Hahn, Richarb, Apotheker in Hungen; 3. Hartmann III., Heinrich, Rentner in Bab- Nauheim; 4. Martini, Wilhelm, Fabrikant in Vilbel; 5. Keller, Wilhelm August, Lanbwirt in Bauernheim; 6. Marx, Emil Reoierfürster in Schlitz: 7. Rumpf, Johannes Jakob, Fabrikant in Butzbach; 8. Leutert, Professor, Dr. Ernst in Gießen; 9. Dotter, Wilhelm, Rentner in Bübmgen; 10. Schmibt, Karl Hermann, Lanbwirt in Romrob; 11. Feuerbach, Heinrich Leonharb, Lanbwirt in Ockstabt; 12. Haber- mefV, Johannes, Buchhalter in Bab-Nouheim; 13. Holler, Karl III., Kaufmann in Lich; 14. Haas, Gott- 12.50 führungen Springmanns Schuhwarenhaus Giessen Bahnhofstraße 58 Bahnhofstraße 58 echt Rahmenarbeit (Goodyear Welt), in vielen modernen Formen und Ans- “■ Springmann WM Herren- und tau-»! San.-Rat Dr. Schliephake 5533 edizinische Klinikstraße). Vermeidung von Ansteckung. Voit. Eureka •Q Kulante Bedingungen. Prima Referenzen. 06471 Achtung! Sprechstunde: Jeden Mittwoch abend von 5-i/z7 Uhr. Unentgeltliche Untersuchung von Lungenkranken und Angehörigen von Lungenkranken. d8/9 Ausgabe von Attesten für Aufnahme in Heilstätten. Ratschläge für Kranke und ihre Angehörigen zur Dramatisches Lebensbild in 2 Akten. Hauptrolle: Mara Waldau. Dieser interessante Film ist vom Anfang bis zum Schlüsse spannend und wird allgemeines Aufsehen erregen. die Krone aller Waschmittel Alleiniges Fabrikationsrecht: Eureka-Werk Düsseldorf 106 Hauptniederlage: Firma Ci W. Nowack & Sohn, Giessen. 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