Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten EI dem er nach mancherlei Enttäuschungen nach Paris zurück-1 lehrte, um sich hier dauernd ass Komponist und Schriftsteller eben S 655 620 60 71ÖU« 231015 809 U VK 47 123 693 703 81 W 300] 21 [3000] 3» M Xie Aufführung wird in der S t a d t ki r ch e stattfinden, ebenso wie die vorausgechende öffentliche Hauptprobe vom Dienstag, den 27. Mai. niederzülassen. Sein Schaffen wurde der Ausgangspunkt 'ber, ganzen neuzeitlichen Programmusit und mit Recht durf Berlioz als Vorläufer der Instrumentierung gelten, wie sie R i ch a r d W a g n e r, Liszt, Richard Strauß und andere später ausbauten. H tot) 473 W 262 97 533® Das Requiem von Hektor verlioz. Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Der Konzertverein beschließt sein Konzertjahr mit einer Aoch zum laufenden Abonnement gehörigen Aufführung am Mitt wo ch, dem 28. Mai. Sie gilt dem Requiem ron Hektor Berlioz, das in Gießen zum ersten Male erklingt. Auch anderswo und selbst in großen Städten gehört die gewaltige Komposition zu den Seltenheiten. 2as hat feinen Grund nicht darin, daß es die bewunderungswürdigen Eigenschaften entbehrte, die andere Werke Berlioz' auszeichnen. Rein, die Scheu vor seiner Ausführung liegt in den ungewöhnlichen Ansprüchen,' die es rach verschiedenen Richtungen hin stellt. Berlioz sagt in einem Briefe an Robert Schumann von sich selbst: „J’ai fcesoin de beaucoup de moyens pour produire quelque effet“ Unb so verlangt er denn in der -Originalpartitur zum Requiem: Eine Orchestermasse von 16 Pauken, 4 Rebenorchester mit etwa 40 Trompeten, Posaunisten, Tubabläsern, ein wuchtiges Hauptorchester und eine Sängerschar in entsprechenden Zahlen. Gewiß keine alltägliche Forderung. Selbstverständlich muß dieser ungeheure Umfang einige Einschränkungen erfahren, wenn ihm, wie hier, räumliche Ver- Nltnisse hemmend entgegenstehen. Immerhin kommt das Werk bei uns solchergestalt zur Ausführung, daß es der Lriginalbesetzung sehr nahe steht. beeil und p-d5^ he Univ.-Druckerei ergangen waren. Das Brautpaar eröffnete den Zug. Es hatte bei der Tafel den Ehrenplatz inne. Vor dem Thronbäldachin rechts von der Braut saßen der Zar und die Großherzogin Luise von Baden, links neben dem Bräutigam die Kaiserin und der König von England, gegenüber der Kaiser zwischen der Königin von England und der Herzogin von Eumberlano. Die Tafel war mit wundervollen! Flieder geschmückt. Sämt- lichcn Fürstlichkeiten wurde von Pagen aufgcwartet. Tie Musik stellte das Kaiser-Mexander-Gardegrenadier-Regiment Nr. 1. Das M u s i k p r o g r a m m war folgendes: Armeemarsch Nr. 9 Herzog von Braunschweig, Preobrojenskh-Marsch, Vorspiel zu „Lohe n- grin", Fantasie aus „Tie Meistersinger", „Englischer Marsch", „Pomp and Cirsumstance", Polonaise aus der Oper „Eugene, Onegin" von Tcchaikowski, Serenade von Grünfeld, Tscherkessischer Zapfenstreich. Rach der Tafel hielten die Majestäten Cercle., Der Zar unterhielt sich abwechselnd mit der Großherzogin von Baden und der Prinzessin-Braut, welche ein duftiges weißes Kleid mit Rosen besteckt, ein Diadem im Haar und Perlen am .Halse trug. Das Brautpaar uMerhielk sich lebhaft. Der Zar trank ihm wiederholt zu. Die Kaiserin und der König von England unterhielten sich sehr angeregt miteinander. Gegenüber unterhielt der Kaiser seine Gäste. Bei ihren Ausfahrten benutzten der Zar, der König Und die Königin von England und der Herzog vom Cumberland sowie die Herzogin offene Kaiserliche Automobile mit den entsprechenden Flaggen und wurden'überall shmpathisch begrüßt. Ein Automobilunfall. Berlin, 22-. Mai. Um 51/,. Uhr überfuhr ein vom Herzog v o n C u mbcrland benutztes Privatautomobil an der Schloßbrücke den 10 Jahre alten Sohn eines Lehrers aus Lichtenberg, der zwar äußere Verletzungen, aber keine schweren inneren Schäden davontrug. Er hatte sich aus der Zuschauermenge hervorgedrängt und war, trotzdem das Auto langsam fuhr, unter die Räder gekommen. Ter Herzog besuchte den Knaben persönlich auf der Hilfswache und entsandte später einen Adiutanten zu den Eltern des Verletzten und zur Charite, wohin der Knabe gebracht worden war. Kaiser, die Kaiserin, die Prinzen und Prinzessinnen des löniglichen Hauses sowie zahlreiche Würdenträger und die Staats- und Militärbehörden anwesend. Rach herzlicher Begrüßung «der Fürstlichleiten begab man sich im ^Galawagen über den Potsdamer Platz, die Sieges-Allee und Unter den Linden nach dem schlosse. Unterwegs wurden den Fürstlich- ieiten lebhafte Huldigungen bereitet. Tie Majestäten geleiteten den .Herzog und die Herzogin in die flir sie bestimm- Gemächer, in die Wohnung Friedrich Wilhelm IV. Tas Wetter ist sehr schön. 965 201137 62 31* 15 202i:l 103 4* 00 66 902 3 2Q316Z .0001 83 67 6 7 69 867' 31 75 747 944 [1000s [lOOti 14 79 760 77. 23 24 804 72 [1000t I 0) 314 613 20 [10001 al 476 123 30 55 63 95 554 211019 193 17 4':9 904 55 2 13112 ] 629 733 813 44 970 703 955 2 1 5203 47 62 716 [6001 965 71 500] 598 640 1500) 57 423 7 6 578 608 839 83 00] 49 600 48 813 955 1517 68 849 55 (6001 591 629 30 40 722 33 [10CD) 87 (6001 ?1 I 227 88 412 78 EU I j 90 631 7X122?;/ Rärf i M.4 Das Requiem komponierte der musikalisch genialste aller ursprünglichen Nichtmusiker im Jahre 1837"für die Trauerfeierlichkeiten bei der Beisetzung des Generals Dam rentont. Es gilt allgemein als sein Hauptwerk und bildet mit „Fausts Verdammnis" sowie verschiedenen Ouvertüren diejenigen Werke, die für uns Deutsche hauptsächlich in Betracht kommen. Wie er es selbst wertete, bezeugen seine Worte: „Müßte ich mein ganzes Lebenswerk vernichten mit Ausnahme einer Partitur, so wäre es das Requiem, für das ich um Gnade bitten würde." Diesem subjektiven Urteil können wir ruhig beipslichten. Das Requiem offen bart in der Tat die eigentliche Natur von Berlioz. Es zeigt ihn in seiner unvergleichlichen Pyantasiebegabung, seiner Künft, Klangfarben zu mischen und sinnlichen Klang reiz zu entfalten, seiner .Kühnheit der Instrumentation und in seiner bei allem. Gedankenreichtum doch leichtflüssigen, melodisch wohlklingenden Musik. Bon den 10 Abteilungen des Requiem sind 8 Ehvr- sätze: in den beiden weiteren schuf Berlioz. dem Tenorsolo prächtige Stücke voll italienischer Melodik. Für eine eingehende Betrachtung jedes einzelnen Satzes und die Aufzählung ihrer vielen Schönheiten und genialen Stellen, wie sie vornehmlich der erste Satz des Requiem, das feierliche „Rex tremendae“ (IV) und die in ihrem Ausbau und ihrer Melodik so packenden Sähe des Lacrymosa (VI) und des Sanctus (IX) enthalten, geb richt es an Raum. Zur Hochzeit am AMerhofe geladen.. „ Aus Berlin wird uns geschrieben: Sämtliche großen Luxushotels Berlins sind überfüllt durch den Zustrom derer, die zur .Hochzeitsfeier im Kaiserhause erschienen sind. Und unter diesen Zugeströmten sind viele, die zu der Feier ausdrücklich zugezogen wurden. Wohl mancher fragt sich verwundert, wie diese Vielen am Hochzeitstage der Prinzessin Viktoria Luise „bei Hofe" untergebracht werden können. Tas Problem löst sich dadurch, daß aus der Riesenzahl der Zugezogenen nur ein kleiner Kreis zur Vorstellung befohlen und ein noch kleinerer zur Hochzeitstafel geladen ist. Befohlen ober gar geladen sind natürlich nur „hoffähige" Persönlichkeiten. War die Hoffähigkeit vor mehreren Jahrzehnten lediglich von dem Adel der Geburt abhängig, so ist mit der zunehmenden Vergrößerung des preußischen Staates und mit der höheren Entfaltung seines geistigen Lebens der Vorzug der Geburt dem Wissen und Können gegenüber immer mehr in den Hintergrund .getreten. Ter Geburtsrang ist dem Dienstrange gewichen. Schließt doch schon am kaiserlich-russischen Hofe jetzt der Tschin, d. i. die Rangordnung nach dem Dienstverhältnisse, jeden Geburtsanspru'ch selbst solcher Fürsten aus, die früher souverän waren. Tie Ordnung der zum Erscheinen bei der Hochzeitsfeier berechtigten Personen richtet sich auch jetzt am preußischen Hofe nach den Rangstufen der Arme e. Da jeder Leutnant, auch der bürgerlich geborene, hoffähig ist, so steigt der Stufenrang bis zur Leutnantscharge hinab. Wer vom Zivil den Wunsch hätte, bei der Hochzeitsfeier am Kaiserhofe vorgestellt zu werden, hatte sich mit einem Gesuch an das Oberhof- marschallamt, und wer besonders der Prinzessinbraut vorgestellt zu werden wünschte, an die Oberhofmeisterin zu wenden. Es genügte aber nicht, nur der Oberhofmeisteriu seine Aufwartung zu machen, sondern man mußte sich auch bei den anderen offiziellen Persönlichkeiten der Hofgesellschaft einführen lassen. Wurde das Gesuch bewilligt, so erhielten die Nachsuchenden die Mitteilung, au welchem Tage, zu welcher Stunde und an welcher Stelle die fürstlichen Herrschaften die Vorstellung entgogeuuehmen. Alle Damen haben dekolletiert zu erscheinen und selbst die- jemgen, denen etwa ein ausgeschnittenes Kleid nicht gut steht, die feinen schönen Hals haben, dürfen trotzdem nicht aus eigener Initiative in geschlossener Toilette erscheinen. Wollen sie dies aber, so hatten sie sich vorher mit einem diesbezüglichen Gesuch an die Oberhofmeisteriu zu wenden, und älteren und alten Damen ist dieser Wunsch wohl erfüllt worden, während junge Mädchen mit einem der- 'artigeu Gesuch sicher kein Glück gehabt haben. Die Ankunft der Eltern des Bräutigams. Berlin, 22. Mai. Nachdem bereits gestern eine große Zahl fürstlicher Gäste, die mit dem deutschen Kaiserhause durch verwandtschaftliche Bande verknüpft sind, in Berlin xmgeiommeu waren, sind heute vormittag 1O.1O Uhr der Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, dessen Gemahlin und Prinzessin Olga auf dem Anhalter Bahnhof 'eingetroffen. Der Herzog trug1 österreichische Uniform, die Herzogin ein weißes Kleid. Der Ehrendienst war den Eltern 262 97 533WPW 3 61 64 609 E « 1 « r-r eon en i r S’ÜÄ *■£$8 U6 41 323 ™®1 313 ss.*sa AS 16 29 68 97 VL'ZÄ “ U> n K •-» 37 iil 2M Ä® W *:"S ZK ft» 320 TO 2^, 103 272 375 353 492 17 571 730 33 69 «S SM 695 739 to 90 339 74027 '1300] 161 65 35 80 729 882 9® »001 986 IjK M] 49 69 85 202 52 '1781’1 213 305 93 ,923 93 1 7 9083 128 57 [30301 138 381 403 165 83 250 94 fiocc] ! 395 [3000] 609 862 517 47 El 741 69 565 1 000) 62 7 9 3-1 678 '01 257 329 470 [500] 176 412 505 634 43708 0 9 8 929 95 169102 n 727 10) 94 [5001 618 709 5 559 [1000] 691 807 >00) 94 352 66 76 404 4 437 [O’i'Oj 663 7’1 505 24 775 829 973 749 838 197035 50 317 53 928 64 [500] 33 48 62 [1000] 618 Der Einzug des Zaren. Etwa V/2 Stunden nach dem Eintreffen des Herzogs von Cumberland traf auf dem Anhalter Bahnhöf der russische Kaiser ein,_ der heute zum ersten Male in Berlin weilt. Ter Ehrendienst war bis Cüstriu-Neustadt entgegengereist. Kaiser Wilhelm in der Uniform seines kaiserlich russischen Leib- Garde-Grenadier-Negiments schritt dem Zaren entgegen, der die Uniform des Alexander-Regiments trug, und begrüßte ihn überaus herzlich. Während der Vorstellung der Prinzen und Prinzessinnen und des beiderseitigen Gefolges spielte die Regimentsmusik des ersten Garde-Regiments zu Fuß, das auch die Ehrenkompagnie gestellt hatte, die die üblichen Ehrenbezeugungen erwies. Tann erfolgte die Abfahrt der Fürstlichkeiten in offenem Wagen, vor und hinter dem je zwei Züge der ersten Eskadron des Zweiten Garde- Tragouer-Regimei^s ritten. Tie Equipage begleitete rechts der Kommandierende General des Gavdekorps Frhr. von Plettenberg, links der Oberstallmeister Frhr. v. Reischach. Der Zug nahm den Weg durch die Königgrätzer Straße, über den Potsdamer Platz, durch die Bellevuestraße, die Sieges-Allee, die Charlottenburger Chaussee und das mit Flaggen und Guirlanden geschmückte Brandenburger Tor nach dem Schloß. Unterwegs wiederholten sich dieselben Ehrenbezeugungen wie Tags vorher bei dem englischen Herrscherpaar. Beim Herannahen der Majestäten wurde regimenterweise präsentiert und ba§ Spiel gerührt sowie ein Hurra ausgebracht.' Beim Kreuzen der Friedrichstraße setzte das Abfeuern des Ehrensaluts von 101 Schüssen ein. Dann rollten die Wagen über den Platz Am Lustgarten durch das Portal 5 in das Schloß. Zum Empfanß des Zaren wak der Kronprinz in der Uniform seines Kleinrussischen Dragoner-Regiments Nr. 14, Prinz Friedrich Leopold in der Uniform seines Li- bauischen Infanterie-Regiments und der König von England in der Uniform seines preußischen Kürassier-Regiments Graf v. Geßler (Rheinisches) Nr. 8 erschienen. An den Fenstern der ersten Etage des Schlosses nach dem Lustgarten zu standen die Kaiserin, der König von England in der Uniform seiner 8. Kürassiere, der kurz vor dem Zaren wieder im Schlosse angelangt war, die Königin von England, die Cumberländischen Herrschaften und die andern im Schloss? wohnenden Fürstlichkeiten, beobachteten die Einfahrt und winkten dem Kaiser und dem Zaren zu, was diese erwieder- ten. Im großen Schloßhofe stand eine Ehrenkompagnie des Alexander-Regimentes, deren Front der Kaiser und der Zar abschritten und deren Vorbeimarsch entgegennahmeu. .Hierauf empfing am Eingang zur Wi'lhelmschen Wohnung die Kaiserin mit der Kronprinzessin den Zaren. Gleichzeitig fand großer Vortritt statt. Der Zar wohnt in der Wilhelm- scheu Wohnung des Schlosses. Galatafel im Weißen Saale. Ter Kaiser führ am späteren Nachmittag ans. Tas eng- lische Rönigspaar nahm den Tee beim Prinzenpaar Heinrich im Tageskalender aus dem Jahre 1813. 2 3. M a i. Die Franzosen setzen sich unter Kämpfen mit den Nachhuten der Verbündeten in Besitz des rechten Neiß?- Ufers. — Marschall Duroc erliegt seiner Verwundung vam 22. Mai. — Bubna reist mit neuen Instruktionen Metternichs !zu Napoleon. Die neuen Gesetze für Eisah-Lothringen in der dortigen zweiten Kammer. Straßburg, 22. Mai. Bei dicht besetzten Tribünen und in Anwesenheit der gesamten Regierung verhandelte heute die Zweite Kamme'r über die Anfragen betr. die Anträge der elsaß-lothringischen Regierung aus Einführung des R e i 'ch s p r e ß g> e s e tz e s und AenderuNg des Vereinsgesetzes. Es sprachen zunächst der ?lbg. Hauß (Ztr.), L a b r o i s e (Lothr.), P e i r oit e s i'Soz.) und Wolf (2ibJ für ihre Fraktionen. Darauf ergriff Unterstaatssekretär Wandel das Wort zur Erwiderung. Zu Anfang stimmlich schlecht disponiert, führte der Minister aus: Wenn wir über unsere Anträge an den Bundesrat keine Mitteilung an die Oeffenilichkeit gelangen ließen, so geschah dies mit Rücksicht aus den Bundesrat. Keine Negierung hat das Recht, eine Vorlage zu veröffentlichen, bevor diese ihre endgültige Gestaltung im Bundesrat gefunden hat. Natürlich sind die Anträge durch eine Indiskreti o n an den Pariser „M a 1 i n" gelangt. -Heiterkeit.) Sie gehen übrigens außer dem Deutschen Reiche und dem Reichsland niemanden etwas an. Zur Sache selbst kann ich feststellen, daß sich die Vorredner in maßlosen U c b_c r t rc ibungeu ergangen und der Angelegenheit eine über das Tatsächliche hinausgehende Bedeutung beigclegt haben. WaS ilt denn unsere Absicht? Wir wollen 1. die Einführung des Reichspreßgesetzes im Reichsland und 2. die Ergänzung des Rcichs- vereinsgesetzes. Was das Preßgesetz anlangt, so schlagen wir nichts neues vor. Schon 1898 unterbreiteten wir dem Landes- ausschuß eine ähnliche Vorlage: dieselbe wurde aber abgelehnt, weil man sich sagte, daß ein großer Teil der Bevölkerung die * — Wagner fei er in M ainz. Aus Mainz, 22. Mat, wird uns gemeldet: Eine stimmungsvolle Feier der Enthüllung einer von Professor W a d c r e - München geschaffenen, überlebens- großen R i ch a r d - Wagner B ü ft c sand heute mittag in An- weienhett der städtischen, staatlichen und militärischen Behörden, lohne des Schöpfers des Denkmals im Fover des hiesigen St ad t- t h e a t e r s statt. Rach bdnt von dem städtischen Orchester gespielten Bpripiel zum 3. Akt der „Meistersinger" gab Oberbürgermeister Dr. Gottelmann einen kurzen Rückblick der C-ntstelmna des Denkmals, das aus den für die nicht zustandegckommeue Nibelungenhalle. im Mainzer Stadtvark gespendeten Beiträgen ber- vorgrng. Ter Aclteste des Musikalienverlags B. Schotts Söhne der Wagners Werke zu einer Zeit übernahm, da feine Rbusik noch wirklich „Musik der Zukunft" Ivar. Geh. Kommerzienrat Dr Strecker entwarf sodann in größeren Zügen ein Lebensbild des Meisters. Theaterchor und Orchester machten mit dem Schlußchor aus den „Meisterstngent" den Beschluß des Festes. — Von den Frankfurter S t a d 11 h e a t e r n. Einern mhrelangen Wunsch der Bevölkerung folgend, lynt die Direktion der Stadttheater sich jetzt entschlossen, die Voiitellungen im ^pern- hause mn 7-2 Uhr statt 7 Uhr und die im Schau spiel Hausse um b Uhr statt 7 IIlw beginnen zu lassen. Die Neuerung tritt mir 1. Ium m Kraft. - .H i st v ri sch e Fest spiele in Heidelberg. In H er d c l ber g finden in dreiem Jahre Historische Schloß- feste mit Ritterturnieren, Landsknechts-, Winzer- und Kinder- r er gen statt: sie sollen das Gedächtnis an die vor 300 Jahren solche Vermahlung der englischen Prinzessin Elisabeth mit dem Vfalzei Kurfürsten Friedrich wachrufen. hü™“™ Xw?v ^llrabbciG r oß a u h c i m. Im Distrikt Sand- dune bet G io ßa u he i in wurde ern ausgezeichnet erhaltenes Grab nut wertvollen Beigaben aus der Bronzezeit frcigclcgt. ~ K ii rze Nachri ch t e n aus Kuckst und Wissen- ' ? ' ü . Vom 13. Julr brs errrschl. 3. Airgust d. Is. findet in Stöl n die ffuffte .vauptv er sammlnng der Gesellschaft für deutsche Vorgeschichte, verbunden nut dem zehn- inbngm ^ttftungsftl't der Kölner AnthmpologisclMi Gesell» fchaft statt. •sz&a »äI 38^1 b-c» Bräutigams entgegengereilt und chatte sich in Teltow Hotel Kaiserchof und besuchte dann noch die Großherz-ogin Luisa gemeldet. Die Ehrenloinpagnie auf dem Bahnhof stellte von Baden. ^as erste Garde-Regiment zu Fuß, die Geleiteskadron das Um 8 Uhr war Galatafel bei den Vcajestäten im Weißen Garde - Küvasfie'/-ä1iegiment. Zum Empfange waren der Saale des Schlosses, wozu zahlreiche Einladungen, auch an die Kaiser, die Kaiserin, die Prinzen und Prinzessinnen Präsidenten des Reichstags und der beiden Häuser des Landtages Berlioz wurde 1803 in Eote St. Andre (Lyon) Aeboren. Als Sohn eines Arztes zum Studium der Medizin botimmt, ging Berlioz, trotz _ des Widerstrebens seines Vaters, bald von der v Universität zum Konservatorium über. Diesem Trotz begegnete der Vater mit der Entziehung >r!ler Unterstützung und zwang den Sochir, sich seinen kargen Unterhalt durch Stundengeben und als Chorist zu verdienen. Indessen harrte der junge Hektor nicht lange auf c»nn Konservatorium aus und bildete sich als Autodidakt Leiter, hauptsächlich durch das Anhö.ren und durch das Studium der Partituren Gluckscher Opern. Im Jahre 1830 errang er sich mit der Kantate Sardanapal den „Rö m er- pr e i s". Sein Musikstudium führte ihn nach Italien, aus Nur des „Dies irae“ (II) als des berühmtesten sei besoilders gedacht. Die Schilderung des jüngsten Gerichts nut allen feinen Schrecken und der lebenden Natur und' als Gegensatz die monumentale Dorstellung der Glorie des Weltenrichters sind Glanzstetlen, die ihresgleichen auch auf 1 anderen Gebieten der fiUnft suchen. erteilt Unterricht jj penlesei Wt US Erstes Blatt 163. Jahrgang Freitag, 23. Mai tzU3 MM» M 4kW P :»* AM A ** A M >1 «b 4A4AAM g»» SirtzLnerLEilienblätter: Ä M WS 2^ M Jw ■ ÄM ÄW MV e- n- dinciqiteQcii LlattfürderrBreiLGichen MM ■ M «T ■ ■ WF J H H B B ■ B B (Dienstag und Freitag); j|y M ’Bk. M B'jö kJ kjk kD W Bk B &A B B ausschl. Bestellg. zweimal ntonatl. Land- B M 88 M B Bl» flB WL/ Bl TMhBi ^^lünpreis: lokal loPf., wirtschaftliche Seitftaaen W V V M tfel W V ^7 Xz Vä xf W 20 Nennig. Fernsprech-Anschttisse: UM MM V Chefredakteur: A. Goetz. für die Redaktion -112, ^^a.itworttich für den -LLE . General-Anzeiger für Oberhessen MM Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Such- und Lteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrabe 7. ?th: für »Stadt und bis vormittags 9 Uhr. budingrn: Fernsprecher Nr. 269 Seschäftssteüe Vahnl?osstratze |6a. Anzeigenteil: H Beck tr* urü—- rr,.i .u„ ■ i/xiu hl -i 'iiji iimnnBHfiuii- _ i »i ____________ .. ____ _ O O C • französische Sprache nicht als eine fremde, sondern als Vokks- sprache ansehe. Unsere erste Anregung liegt also 15 Jahre zurück. Der heutige Antrag tangiert in keiner Weise die Verfassung. Tie nationalistischen Zeitungen gerieren sich wie französische Zeitungen in französischem Lande in der Absicht, das Volk dem Deutschtum zu cnt- fremden. Tie französischen Zustände und französisches Wesen werden als etwas unerreichbares hingestellt. Das muß sich die altdeutsche Bevölkerung gefallen lassen, daß Deutschland bet jeder Gelegenheit in den Kot gezogen wird. Die Jugend soll an ihrer eigenen £>eintat irre gemacht werden. (Lebhafter Widerspruch des Abg. Wetter le.) Gegen diese zerfetzende Tätigkeit müssen wir uns wehren. Sie werden daher begreifen, wenn wir diese Zeitungen gleichstellen mit der Presse des Auslandes. Der Redner ging dann cutf den Charakter des Nationalismus ein, oft von Zwischonrusen unterbrochen. Wohl sei der Nationalismus parlamentarisch tot, im übrigen aber lebe er noch. Es sei eine kleine, aber laute Gesellschaft int Lande, die die Jugend in schlimmster Weise bedrohe. Die Regierung habe die Pflicht, hier einzugrcifen, um dem Lande die Ruhe und den Frieden zu erhalten. Eines habe er bei der heutigen Debatte trotz aller Schärfe, mit der sich die Parteiredner gegen die Anträge der Regierung wandten, als erfreulich gefunden: die mannhafte Absage an den Nationalismus, wie ich sie bisher nicht gehört habe. .Hätte Ihr Vorgehen .allein diese Wirkung, so könnte die Negierung zufrieden sein. Wir hoffen, sagte der Redner weiter, daß die gesetzgebenden Faktoren des Reiches das Gesetz annehmen werden. Ich kann Sie versichern, daß wir nicht die Absicht haben, sofort gegen die im Lande erscheinenden französischen Zeitungen vorzugehen. W i r werden ruhig abwarten, welche Haltung diese, Zeitungen nach dem Inkrafttreten des Gesetzes ein nehm en werden. Wenn sie sich des Bewußtseins der deutschen Zugehörigkeit besinnen, dann werde das ganze Gesetz gar nicht zur Anwendung kommen. Was das Vereinsgesetz betrifft, so glaubte die Regierung, der Reform vom Jahre 1908 zustimmen zu sollen im Vertrauen darauf, daß die elsaß-lothringische Bevölkerung die freiheitlichen Bestimmungen des Gesetzes werde ertragen können. In dieser Beziehung haben wir uns getäuscht. Daran ist gleichfalls der Nationalismus schuld. Wenn wir für uns das Recht beanspruchen, gewisse Vereine aufzulösen, so hat dies seinen Grund darin, daß dort in Französisch Propaganda gemacht wird und man daraus ausgeht, die Jugend dem Deutschtum zu entfremden. Die elsaß-lothringische Regierung begehrt nicht leichten Herzens ein solches Machtmittel, sie kann aber das Land nur dann der Ruhe und dem Frieden entgegenführen, wenn sie Abwehrmaßnahmen gegen die deutschfeindliche Gesinnung ergreift. Es handelt sich hier keineswegs um positive Germanisa- tionspolitik. Gewerkschaften und sozialdemokratische Vereine werden nicht unter dieses Gesetz fallen. Daß unsere Anträge die Rückkehr zur Diktatur bedeuten, ist eine maßlose llebertrcibung. Auch kann von einer Bankrotterklärung der Regierung keine Rede sein, wenn sie der Ueberzcugung ist, daß sie eigene politisch? Befugnisse braucht. Dadurch wird auch die Berner Konferenz md}t im geringsten berührt. Unsere Anträge werden den europäischen Frieden nicht stören. An diese Ausführungen schloß sich eine lange, sehr lebhafte Besprechung. Zur Begründung der Anfrage des Zentrums führte der Mg. Hauß ans.- Man sollte es nicht für möglich halten, daß dieselbe Regierung, die vor zwei,Jahren der Verfassungsreform zustimmte, heute nach Ausnahmegesetzen ruft. Der Selbsterhaltungstrieb und die Selbstachtung hätten der Regierung gebieten trvüssen, diesen Weg nicht M gelten. Gin Volk kann in zwei Jahren nicht so geartet fein, daß man es jetzt mit einem Drahtzaun umgeben muß. Man muß vielmehr Elsaß-Lothringen dieselbe Freiheit gewähren wie den anderen Bundesstaaten, mit anderen Worten: Wir fordern die Autonontie. Der Abg. Labroise (Lothr.) hob htzrvor, die elsaß^ lothringische Bevölkerung wünsche in Rnhe und Frieden zu leben und ihren gesunden Partiknlarismus geachtet zu sehen. Die Regierung wolle im Hinblick auf die unvermeidlichen Folgen davon absehen, einen neuen politischen Fehler zu begehen int Interesse des Landes und des Reiches. P-eirotes (Soz.) führte aus: Wir stehen vor der Tatsache, daß uns die elsaß-lothringische Regierung unter Kuratel stellen will. Ideen lassen sich aber nicht durch Ausüahmegesetze unterdrücken, lvie das Sozialistengesetz be- fviesen bat. Tie Regierung hat noch andere Mttel in der Hand, um Auswüchsen entgegenzutreten. Das Parlament steht geschlossen der Regierung gegenüber. Das sollte ihr zu denken geben. Sie treibt den Kriegshetzern hüben und drüben Wasser auf die Mühle und die fruchtbare Arbeit Von Berit wird auf das stärkste gestört. Und all dies, trotzdem 99 Prozent der elsaß-lothringischen Bevölkerung von den Nationalisten nichts wissen wolle. Wolf (lib.) erklärte: Es hat sich ein R i ß au f gc ta n zwischen der Regierung tinb dem Volk. Was die Regierung plant, widerspricht dem Geist und Sinn unserer Verfassung und wird nur zur Stärkung des Rationalismus beitragen. Im Reichstage werden die Anträge hoffentlich auf einen unentwegten Widerstand stoßen. Die Regierung macht sich keine Gedanken über die internationale Wirkung ihres Vorgehens, das wir um der Idee der Autonomie willen auf das energischste befäntbfen müssen. Statthalter Freiherr Zorn von Bulach legte nochmals den Standpunkt der Regierung dar. Die schließlich von allen vier Fraktionen ein gebrachte und mit allen Stimmen gegen eine — die deS Abg. W e 11 e r { e — angenommene Entschließung hat folgenden Wortlaut: i „Tie Kammer nimmt Kenntnis von den Erklärungen der Regierung, sie mißbilligt aufs schärfste die Bestrebungen aus öerbeifufrrung von Ausnahmebestimmungen bezüglich deS Preß- und Vereinsgesetzes und stellt fest, daß die zur Begründung derselben angefülyrtcii Behauptungen zum Teil unrichtig, zum Test übertrieben sind. Sie ist der lieber» Beugung, daß die friedliche Entwicklung unseres Landes durch den von der Regierung gewählten Weg der Ausnahmegesetze e r n stl i ch g c st ö r t itrirb, und daß das elsaß-lothringische Volk in sich selbst Kraft und Willen hat, eine gesunde Entwicklung seiner politischen Verhältnisse allem nationalistischen Chauvi- niSnms gegenüber sicher 'zu stellen. Die Kammer spricht die bestimmte Erwartung aus, daß gegebenenfalls der Reichstag eine Vorlage auf Erlaß von Ausnahmebestimmungen für Elsaß-- Lothringen zum Preß- unb Vereinsgesetz ablehnen werde." Deutdches Reich. Eine Anfrage im Reichstag über die B a gda dba hu. Die Abgeordneten Liosching, Dr. M ü7le r -M e i- nin gen unb Fischbeck (Fo risch r. Volksp.) haben an den Reichskanzler eine kleine Anfrage gerichtet, ob der Reichskanzler bereit ist, Auskunft zu erteilen über die zwischen der Türkei, England und Deutschland abgeschlossene Vereinbarung, wonach Deutschland die Bagdad bahn bis Basra unter Zuziehung zweier englisck>er Mitglieder im lAufsichtsrat bauen Tonne und England der Bau Des Hafens von Basra und der Strecke Basra-Koweit unter englischem Protektorat über Kvweit zufallen würbe Ausland. Die allgem eine Altersversicherung in Schweden. Der schwedische Re i ch . t a g nahm am Donners tag spät nachts nach lebhafter Aussprache den Regierungs- entwurf über die allgemeine Altersversicherung mit einigen von dem Ausschuß vorgeschlagenen und von der Regierung gebilligten Aenderungen an. Der Gesetzentwurf sand bei allen Parteien günstige Aufnahme; er kam mit 111 gegen 28 Stimmen in der ersten .Kammer und mit 172 gegen 25 Stimmen in der zweiten Kammer zur Annahme. Heer und Llstte. Das „Militärwochenblatt" meldet die Beförderung des Prinzen Oskar von'Preußen, -Oberleutnants im 1. Garderegiment zu Fuß, zum Hauptmann. Der Fortschritt der Zriedensaussichten. Wie das Reutersche Bureau erfährt, werden ausgezeichnete Fortschritte für den Abschluß des Friedens gemacht. Zwischen den Delegierten der Balkanstaaten und den türkischen fanden neue Konferenzen statt, um die grundlegenden Bedingungen des Friedensvertrages zu finden. Man glaubt nicht, daß die türkischen Delegierten sich ernsthaft der Ansicht der Verbündeten widersetzen. Es ist wahrscheinlich, daß Europa gegen die vorgeschlagenen Abänderungen keinen Widerspruch erhebt. Sämtliche Missiouen der Verbündeten hielten eine Konferenz ab, um über die Lage unter dem Gesichtspunkte der Ereignisse in den letzten Tagen zu beraten. Es wird auch hervorgeyoben, daß die Großmächte die Vorschläge betreffend die besonders Serbien berührenden Fragen genehmigten und daß Serbien von dieser Erklärung vollkommen befriedigt sei. Das Datum der offiziellen Versammlung der Delegierten ist noch nicht festgesetzt, doch wird wahrscheinlich die Entscheidung hierüber in einigen Tagen getroffen werden. Die Absichten Essad Paschas Der Berk. „Lokalanz." meldet aus Durazzo: Essad Pascha, der auf seinem' von den abziehenden Serben zerstörten Familiensitz in Tirana weilt, hat die albanesischen Truppen teilweise entlassen. Bei ihm sind noch vier reguläre türkische Bataillone und Artillerie. Ein siinftes Bataillon steht in Durazz-o. Die Truppen erwarten ihre Einschiffung nach Beirut. Essad Pascha, der nach Abzug der Truppen den türkischen Generalsrock ablegen will, scheint e r u st w il li g g cwi llt sich, zum Kön rg v on Alb a n ie n ausrlufen zu lafsen. Er besitzt reiche Mittel und würde sich jedenfalls im1 Norden des Landes reichen Anhang verschaffen können. Bei Dschakowa sammeln sich Taufende von Bergbewohnern, imt trotz Abratens Essads die serbischen Truppen anzugreifen. Aus Stadt und Land. Gießen, 23. Mai 1913. ** Aus dem Militär-Wochenblatt. Oberst v. Behr, Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr» 118, wurde mit der Führung der 32. Infanterie-Brigade beauftragt, und Oberstleutnant Munter, Kommandeur des 1. Jägerbataillons, zum Kommandeur deS Jnf.-Rcgts. Nr. 118 unter Beförderung zum Obersten ernannt. ** Die thevlogische Konferenz wurde gestern vormittag in Steins Garten durch ein vom Direktor v. Schöll-Friedberg gesprochenes Gebet eröffnet. Ms ersterRedner sprach Pfarrer Dr. 'D e ch e n t-Frankfurt a. M. über neuere Forschungen auf dein Gebiet der Frankfurter Krrchengeschichte. Der Bvrtrag gab eine reiche Belehrung über die vorhandene Literatur. 'Den zweiten Vortrag hielt Prof. Sic. Matthes- Darmstadt über: Die religiöse und pädagogische Berechtigung der bekenptnis mäßigen Lehr stosse de,s Religionsunterrichts und deren zeitgemäße Behandlung. Im Unterricht müssen die Stoffe behandelt werden, die auf das Leben des Kindes Oou Einfluß sind, also Worte der heiligen Schrift, der Katechismen und der Kirchenlieder. ;Der Stimmungs- als auch der Lehrgehalt der Bekenntnisworte wird von Verstand und Gemüt am besten erfaßt, wenn er durch die Darstellung des konkreten Lebens veranschaulicht wird. Alle bckenntnismäßigen Stoffe können nach der historischen, der selbständigen oder der praktischen Methode behandelt werden, der 2. und 3. Artikel sollte jedoch mehr der historischen Behandlung Vorbehalten werden. Die 10 Gebote gehören nicht erst in die Oberklasse, sondern schon auf die Unterstufe, sonst bleiben sie nicht im Gedächtnis haften, das in der Oberklasse zuviel mit anderen Stoffen belastet wird. Auch in den höheren Schulen müßte mehr Beziehung auf die Ge- nreindebekenntnisse genommen werden, damit die l>eran- wachsenden Gebildeten unseres Volkes nicht religiöser und kirchlicher Gleichgültigkeit verfallen, sondern dem Volke auch wirkliche Führerdienste auf religiösem und kirchlichem Gebiete leisten können. Reben dem Unterricht der Schule muß die religiöse Erziehung des Hauses, der Familie treten und hinter allen Worten und Ermahnungen muß das christliche Leben und Beispiel stehen. Dieses Leben aber muh der Religionsunterricht wecken und pflegen. An den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine ausführliche Aussprache, an der sich u. a. Professor Holzmann, D. Eibach, Prof. D. Schien, Pfarrer Lic. Gonrbel, Pfarrer Hermann-Nidda beteiligten. •’ Das Fronleichnamsfest begingen gestern unsere katholischen Mitbürger in althergebrachter Weise. ’* Stadttheater. Bei dein Gastspiel am nächsten Dienstag tanzen die Geschwister Wiesenthal: „Tanz aus Ma non* (Massenct), „Dorfschwalbcn-Walzer* (uon Josef Strauß), Violetta-Polka (von Johann Strauß) und Walzer aus Faust (Gounod). Eingeleitet wird der Abend durch Otto Erich Hartlebens Lustspiel „Die Lore*, beschlossen burd) den bekannten Putlitz'schen Schwank ,DaS Schwert bcS Damokles*. Die beiden Einakter werden vom Personal des Nauheimer Kurtheaters gegeben. — Die Theaterkasse ist von Sonntag 11 Uhr ab zu den bekannten GeschäftSstunben geöffnet. Die Preise finb berart gestellt, baß sie unter ben sogenannten Operettenpreisen bleiben. ** Ihr 25jähriges Dienstjubiläum feierte gestern Fräulein Anna Henz im Hause des Spediteurs Lhnkrr, und zwar als fünfte Jubilarin. Sie wurde von der Familie Lynker und ihren Mitarbeitern reich beschenkt und am Abend fand eine ftente Feier statt. ** Die S ch l o s s e r V e r e i n i g n n g Gießen 1902 fort den hiesigen Druckereien das nachstehende Schreiben zugehen lafsen: Gießen, den 21. Mai 1913. Wie Ihnen wobl bekannt sein wird, l'inbet am 31. Mai unb 1. Juni ber II. Hessische Scklossermeister-Vcrbandstag in Gießen im Hotel Großberzog von Hessen statt. Bei dem vorigen Verbau ds- tag, welcher in Worms abgchattcii wurde, haben eine große Menge Finnen als Reklame verschiedene sehr schöne Andenken den ein schien Del ich enen zum Geschenk gemärt,t. Auch wir l>e ab richtigen eine solche Reklame vollständig kostenlos su überlassen. Es kommen hierbei zirka 120 Aktendeckel in Frage, d. h. also Umschläge, in welch? die gemachten Notizen und das erforderliche Briefpapier sich leder cinicgtit kann. Es ist auch zulässig, in geschmackvoller Form Mitteilungen über die Erzeugnisse des Stifters zu bringen, daß es nicht als offene Reklame auSsißhl. und den Zweck des ganzen nicht cntfteHt. Ein Aufdruck, welcher die Begrüßung der einzelnen Teligierten bezweckt ist ebenfalls zulässig. Außerdem gebrauchen wir das dreifache an Briefpavicr, ebenfalls mit entsprechendem' Aufdruck, und 120—150 Eßkarten, welche nummeriert rjerben müssen, mit dem Aufdruck: Eßkarte zum II. Hess. Scklosfcrmcister- Verbandstag in Gießen im Hotel Großberzog von Hessen. Irgendwelche Zahlung für diese Reklame hab en we- , der Sie an uns, noch wir an S i c zu leisten. Tic Verteilung wird von den dazu bestimmten Mitglieder erfolgen. Wir bitten um Ihre Nachricht, in wie weit Sic sich an der Sacke beteiligen wollen, oder ob Sic in einer anderen Weise Ihre Firma vertreten möchten. Ihre Rückäußerung bitten wir bis zum.24. d. Mts., an ben dazu beauftragten Kollegen Herrn Heinr. Schön, Liebigstr. 65 gelangen zu lassen. Auch ist unser 1. Vorsitzende Herrn Schlossermeister Kreiling zu jeder Auskunft gerne bereit. I Indem wir auf Ihr Wohlwollen rechnen, zeichnen wir mit aller Hochachtung Die Schlosservereinigung Gießen 1902. I. Ä.: Kreiling. Schön. Es ist ein sonderbarer Geschäftsgeist, der sich da aus- zubehnen droht. Solche Präsente sind allenfalls jahrmarktliche Lockinittel für Kinder, aber wird ein Verbandstag reeller Handwerker, die zu ernsten, beruflichen Erörterungen zusmnmenkommen, in seiner Mehrheit wirklich an solchen Beigaben Freude haben? Wir glauben nicht. Gerade das Handwerk ist doch mit Recht bemüht, in den wirtschaftlichen' Kämpfen, die es zu führen hat, bei Angebot und Nachfrage, gegen alle ungesunden Auswüchse scharf vorzugehen. Und sind die Uebelstände, die der Handwerker bei Arbeits - Vergebungen aus freier Hand, Submissionen oder Bazaren bekämpft, nicht gelinde gegen diese Vorschläge einiger Herren der hiesigen Schlosservereinigung? Man ist es leider gewohnt, daß i-.n\, Vereinsfestlichkeiten vielfach allerlei Attentate gegen die guten geschäftlichen Sitten verübt werden, daß oft in der Geschäftswelt Anfinnen zirkulieren, die int Grunde auf nichts anderes als eine Bettelei hinauslaufen. Bei Festbüchern, mit Reklamen ausgestatteten Programmen und bergt, pflegt man es der Geschäftswelt und den Handwerkern zu Überlassen, durch Aufgabe unnützer Reklamen die Kosten zu tragen oder gar noch die Vereinskasse zu bereichern. Daß derartige Reklamen vollständig zivecklos sind, wird sich auch der auf diesem Gebiete Unerfahrenste sagen müssen. Sie kommen doch fast ausschließlich nur den Festteilnehmern zu Gesicht und finden demgemäß nur ganz ausnahmsweise einmal Beachtung. 'Diesem Verfahren joll nun mit dem Vorschlag der Herren von der Schlosser- vereiniguiig die Krone aufgesetzt werden. Besonders charakteristisch ist der Satz, daß für die Reklame „weder Sie von uns, noch wir an Sie" Zahlungen zu leisten kstiben! Nun, die Druckereien werden auf dieses noble Ansinnen ja nicht hineinfallen; der Fall mußte nur deshalb einmal be- sprochen werden, um künftig, im Interesse aller Geschäftsleute und Gewerbetreibenden, allen ähnlichen Versuchen nach Möglichkeit den Boden zu entziehen. Kreis Büdingen. — Nidda, 22. Mai. In ben nächsten Tagen steht hier viel Verkehr in Aussicht. Am Montag, 26. Mai, unb ben 2. Juni wird ber Eisenbahn-Verein von Gießen unb Umgegend, jedesmal mit etwa 2000 Teilnehmern, mit Sonderzug hierher in Krafts Saalbau seine Ausflüge unternehmen. Dann folgt in dieselben Lokalitäten ber Eisenbahn-Verein Gelnhausen mit fast ebensoviel Mitgliebern. Der Eisenbahn-Verein Nibba bagegen fahrt am 28. Mai unb 4. Juni in zwei Abteilungen nach Wetzlar. — Gegenwärtig finben in ber Gemarkung Nibba unb in ber Uiugegenb topographische Aufnahme n unb Höhen» Messungen unter Leitung bes Geometers 1. Klaffe Lohnes zu Darinstabt statt. — Die Arbeiten für die Felb bereinigung nehmen guten Fortgang. In ben letzten Wochen hat ber Boniticrungs-Ausschuß fleißig gearbeitet. Fast täglich sah man ihn im Fekbe ben Wert ber Grunbsti'icke feststellen. --- Wenings,21. Mai. Die Arbcitcnan unserer Wasserleitung, bic der Firma Lubwig Pons in Frankfurt für rund 52 000 Mark zur Ausführung übertragen wurden, schreiten rüstig fort. Der ctnxa 7 Kilonieter lange Röhren sträng ist nahezu fertig gelegt; gegenwärtig werben die Hausanschlüsse gemacht. Treten int Ort nicht noch unerwartete Hindernisse ein, so werben alle Arbeiten bis zur Heuernte beendet sein. Der an die Leitung angestossene, zur Gemeinde Gedern zählende Weiler Schönhausen hat bereits seit Pftngsten Wasser. Nach Beendigung ber Arbeiten erhält noch bas nahe Forsthaus W er- nings mit ber dortigen Jungviehweide Anschluß. Kreis Friedberg. m. Bad-Nau heim, 21. Mai. Nachdem die Stadtverordnetenversammlung die Erhebung einer Warrnhaussteuer beschlossen hat, ist sie mit Wirkung vom 1. April 1913 in Kraft getreten Tie jetzt veröffentlick::cn Sätze lauten: Tie Waren- haussteuer wird nach dein im Kleinhandel erzielten Jahresumsatz des Unternehmens erhoben und beträgt bet einem Umsatz von 80 000 bis einst. 300 000 Mark 1>, °/o des Umsatzes, bei einem Umsatz von mehr als 300 000 bis einst- 400 000 Mk. 13'4 % des Umsatzes, bei einem Umsatz von mehr als 400 000 bis einst. 600000 Mark 2«o des Umsatzes, bei einem Umsatz von mehr als 600000 Mark bis einst 1 Million Mk 2* j °b des Umsatzes und bei einem Umsatz von mehr als^einer Million Mark 3 des Umsatzes. ?lllzuviel dürfte diese Steuer in Bad-Nauheim allerdings nicht cinbring-cn. — Nächsten Samstag findet in der Turnhalle ber Verbandstag der hessischen Hebammen statt. Vorträge werden halten Medizinalrat Pros. Tr. Walther-Gießen, Jißrvf. Dr. Opitz- Gießen, der Tirektor der Hebammenlehranstalt, Med.-Rat Tr. Kup f c r b e r g-Mainz und die Geschäftsführerin der Vereint- gimg deutscher Hebammen, Frau Olga Gebauer-Berlin. Auf der Tagesordmcng stehen einige Anträge. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmsta dt, 22. Mai. Der Generalarzt a. D. Dr. Ka pesser, geb. 1830 zu Jugenheim in Rheinhesien, der während be3 Feldzugs von 1870 Oberarzt beim 8. BnndeS- armeekorpS war unb seit langen Jahren in Darinstabt tvohnt, begeht am Sonntag sein 60jäh riges Doktorjubilänm. Er verbrachte fast seine ganze Dienstzeit beb ber hessischen Kavallerie. Hessen-Nassau. h. Brandobernbors, 22. Mai. Seit Wochen werden bic wilbreichen Forsten ber Umgegend in recht arger Weise uon Wilbbieben lieimgcsucht. Die Jagbvcrtvaltung hat beshalb eine hohe Belohnung auf bie Namhaftmachung der Täter ausgesetzt. Ii. Friedrichsdorf, 22. Mai. Der Schüler Gerhard Stephan ist seit acht Tagen verschwunden. Er hat die Rückreise aus den Ferien von Witzenhausen hierher angetreten, ist aber noch nicht in seiner Anstalt eingetroffen. h. Frankfurt a. M., 22. Mai. Nach längeren Bc- mühungen gelang e§ ber Kriminalpolizei, in ber Person deS iS? au? ech2 mif dem^amenszug Sanel la ■ Mj 'i Klafie Lohnes ju Lohnes iu | inignng g dbere ,weder Sie von : toben' An, itrnicn ja nicht fi) einmal be» aller Geschäfts« chen Besuchen (it®* ®ii; Ng hCr «L ?»■ Air , Lv'Qrc ginnet r b? zum 24 h * bemr. ei ' 5A Wi llrt 9crne bereit ' ^chncn roir Wochen bet der Fall täglich M ft skilstcllen. in irranfiurt W ■n nmrben, 1fr* 5öt>renstrangl jie tzansonichlLM K öindernilse gj berntol fein; J» ' Setzern E . Mthous Wei u'chluß. sch da aus. °unahrmarft. n ?erbandstaa nErörterunaen "ch an solchem ’L Gerade das ^rtschanlich.'n» und Nachfrage ^Ngehen. Unb 1 Weits-Ber. oder Bazaren ge einiger her- an ist es leider ach allerlei A- verübt werden, Mitten, die m •i hinauslMfen, 'n Programmen und den Hand- ich'vr Reklamen Bereinskasse zu 'tanbig zwecklos e Unerfahrenfte lsschließlich nur demgemäß nur ifj’em 'Serfabten n der Schlosser- K. , idnfl,r‘ jJ _ sie AtatzttzN' . 2tc Wark^ r',(ten Tn M-VV * * ss* qjn mehr a>s' °"Ä5 -K r6'? -i-L> n 1,1 a $nnb* C*w'sii bef ’ iflen Tagen steht i, 36. Mai, und n von Gießen •00 Teilnehmern, jtme Ai'Sslüge Totalitäten der falt tMoi& la.eo.tn M ->in nach Wetzls- bba und in du en lind Den- 3 4 5‘ 6 1 Oekonomiewagen mit Zubehör. 1 Pslua unb (5nne. 1 •tmrffehnnfcbinc. 1 Partie Heu und Stroh. Versteigerung. Mu des Jakob öfferur^ LrA’.t ^rüntnnen pytlicö versteigert werden: 2* | a,nsv. Break, fast neu. ' *cinfvv silberplattiertes Pferdegeschirr. 1 einsv. Iagdwagcn. 1 Schlitten. fiomnif von morgen ob jeden SamStag aus den Markt mit einer Partie Vollfctt-Rabmkäsc.Lvvctit -KäScüen, K-rübstückS-KäS- d)cn, Kaiserkäse, kleiner u. großer Kamembcrt, Lau terbacher Burgkäsc, Rbön- bandkasc usw. non der be rühmten ^Molkereigenossenschaft Fulda. Ich bitte mein Unternehmen gcfl. unter- stützen zu wollen. (3420 W. Born. IliIIIUIIIIIMUIIiIWlIWMUIMI!UI!iMIIMiMIIIlIIIIIiIi>IIImV Staur>x)uiuie» iiutl ix. u n«i uua ■vjieiiouig uvu 1> ^uy» EIN VERSUCH UEBERZEUGT Heilbronn a. N., 23. Mai. Die hiesige Zuckerfabrik ist heute nacht vollständig abgebrannt. Der Schaden ist sehr groß. .. u^t u 111111 c, -...... Um -Telegramm aus Smyrnabestätigt die Meldung von dem Ausstößen des Postdampsers „S e n e- 0 a I" auf eine Mine. Das Schiff wurde schwer beschädigt und sank bei den Befestigunqswerken. Die Besatzung und die Passagiere, wovon einige verletzt wurden, sowie die Post- sa ch e n wurden gerettet. Vier Personen werden v e r m i ß t. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen für Samstag, den 24. Mai 1913: Wechselnd bewölkt, meist trocken, etwas wärmer, westliche Winde, Gewitterneigung. Letzte Nachrichten. Aus der Hessischen Zweiten Kammer. bs. D a r m st a d t, 23. Mai. Eine Reihe von Vorlagen wird ohne Aussprache angenommen. Eine längere Besprechung fand nur bei bent Antrag U l ri' ch »vegen Revision der Steuer- und Stempelgesetzgebung statt. Abg. Dr. Osann brachte folgenden mit 35 Unterschriften versehenen Antrag ein: Die Negierung zu ersuchen, alsbald eine Vorlage vorzulegen, durch die der neugegründeten Zentral- lasse der hessischen 1 androrrtfchastlicl^en Genossenschaften veft - zinsliche Darl ehen aus der Hauptstaatskasse gewährt werden. Der Antrag geht an den Finanzausschuß. * Der Kaiser von Japan f. London, 23. Mai. sReuter.) Der Kaiser von Japan ist gestorb en. London, 23. Mai. (Reuter.) Für die Nachricht von dem Tode des Kaisers von Japan, die auf dem Wege über New Mork hierher gelangt ist, fehlt noch die B.estätigung. Der Kaiser Voshihito ist bekanntlich am 30. Juli 1912 auf den Thron gelangt, als sein Vater Mutsuhitv starb. Der Kaiser Yoshihito war, wie gemeldet wird, an einer Lungenentzündung erkrankt. Er war am 31. August 1879 geboren. Seit dem 10. Mai 1900 war er verheiratet, und hinterläßt, wenn die Todesnachricht bestätigt werden sollte, drei Söhne, Don denen der älteste, Kronprinz Hirohito, am 29. April 1901 geboren ist. Universitäts-Nachrichten. Eine Dame int Marburger Studentenausschuß Marburg, 23. Mai. Während die nichtinkorporierten Studierenden sich bei der Wahl zum Studentenausschuß auf keinen Vertreter einigten, haben die zur Zeit hier immatrikulierten 163 Damen Fräulein stud. rer nat. E. Stahn in den Ausschuß gewählt. * In Budapest ist der bekannte Internist, einer, ord. Professor an der dortigen Universität, Magnatenhaus-Mitglied Dr. Friedrich Freiherr von Koran yi im 85. Lebensjahre g e st o r b e n. (ßcricbtsfaaL Darmstadt. 22. Mai. Die seit dem vorigen Jahre schwebende Klage des Landwirtes Morler iit Bad - Nauheim gegen den Major a. D. PH. Stamm ebenda endete vor der Darmstädter Strackamnier durch einen Vergleich, nach dein Stamm an DI örter 600 Mk. Entschädigung und die Kosten bis auf den Darmstädter Termin zahlt. M. wurde, wie wohl noch erinnerlicl) ist, int November v. Js. von Stamnt mit geladenent Gewehr qeznumqeit. mit zur Wache zti gehen, weil M. angeblich seinen Hund int Wald nicht angebunden hatte. 9)L war durch b«j Aufregung nervenkrank geworden und hatte St. verklagt, der vont Schöffengericht Bad- Nauheim zu Mk. 20 verurteilt, von der Strafkammer Gießen frei- gesprocheit, dann auf Berufung des Staatsanwaltes vom Oberlandesgericht an die Darmst. Strafkammer verwiesen worden war. Fr a nkfu rt a. M., 21. Mai. Der „Kampf nm die M il- lion" zwischen dem „Generalanzeiger" und den „Frankfurter Nachrichten" ist wie man es in eingetveih'te'n Kreisen längst wußte wie das Hornberger Schießen verlaufen. Beide Parteien, die sich nahezu zwei Jahr grimmig befehdeten, haben ihre gegenseitigen Klagen zurückgezogen. Die „Nachrichten" verzichten großmütig auf die Million und — zahlen die ganz gewiß nicht geringen Kosten. dasunerreichte, äreU. empf. Haarpflegemittel der Parfflmerie-Fabrik Godesta Dr. Leidecker & Cie. G. m. b. H., Godesberg a. Rh. Zu haben in allen besseren Geschäften. Niederlage in Giessen- Parfümerie Frau Wwe. Herrn. Plank^J£aplansgasseJss^£ flmtgeiaiiöt, (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 21. Mai. Ter Schreiber des Eingesandts in Nri 115 hat in vorzüglicher Weise die „delikate Hnndefrage" in Gießen behandelt und damit wohl den Meisten mis der Seele gesprochen. Ter Hundebesitzcr in Gießen hat mit den Widerwärtigkeiten der lokalen Bestimmungen so viel Aerger mitzumachen, daß ihm wahrlich jede Freude an dem Besitz eines Hundes vergehen kann. Ich bin wirklich der Letzte, der nichts auf Ordnung gibt und es nicht verurteilt, wenn herrenlose Hunde sich tagelang in den Anlagen hcrumtreiben, diese beschmutzen und verkratzen. Aber wer kann dafür, tvenn nun wirklich einmal so ein armes Tier, das den ganzen Tag über eingcsperrt wird, sich in die ersehnte Freiheit flüchtet und „O Gott erbarm" tit die Hände eines strengen Schutzmannes rennt? Ich verlange von diesen Leuten keine Nachsicht, sie mögen ihres Amtes wallen recht oder schlecht, ober ich erwarte eine gewisse Toleranz gegenüber den Hnndebesitzern und nicht sofort eine Anzeige wegen jedes lächerlichen Vorfalles. So erhielt ich in den ersten Tagen des Februars, „sage und schreibe in den ersten Tagen eine- Winterntonats", eine Strafanzeige, weil mein drolliger Dackel die gefrorenen mit Schnee bedeckten Anlagen besuchte und sich dorr eines fürchterlichen Vergehens schuldig machte. Jeder weitere Kommentar ist überflüssig! „D heilge Einfalt", ich bitte um mehr Nachsicht im Interesse der armen Hunde! --! ? R. * Gießen, 22. Mai. Zu dem gestrigen Eingesandt wegen des Hundegebells in der Wilsonstraße bemerke ich, daß mein Hund, der allein in Frage kommt, nicht schon bei „Morgengrauen", sondern erst nach 7 Uhr aus dem Hause gelassen wird, vorher kann er also niemand durch sein Bellen stören. Heinrich Damm. Haarwuchs gesunden, schappenfrden Haarboden schafft Dieb zu verhaften, der seit Tagen aus den Abteilen hier haltender I)-Züge Wertsachen, Aktenmappen, Taschen u. dergl. stahl. Ec wurde auch als der Wechselräuber fest- fidlcßt, der neulich einem Bankier aus Berlin einen Wechsel über 100000 Mk, entwendete. ft. Frankfurt, 22. Mai. Die Schweinepreise sind auf dem hiesigen Markt schon seit Wochen in ständigem Sinken begriffen; heute wurden nur noch höchstens 56 Mark für den Zentner Lebendgewicht bezahlt. Leider aber scheinen die hiesigen Metzger davon nichts zu erfahren, denn deren Fleifch- und Wurstpreise beharren unentwegt auf der alten Höhe. te. Wiesbaden, 22. Mai. Der auf der hiesigen Polizeidirektion tätige 55jährige Präsidialsekretär Rechnungsrat Weiß, in der Rüdesheimer Straße 25 wohnhaft, brachte sich gestern mittag auf seinem Dienstzimmer in selbstmörderischer Absicht einen Schuß in die linke Brustseite bei. Er wurde nach dem Städtischen Krankenhause gebracht. Ein Nervenleiden soll Weiß zu dem Schritt getrieben haben. F. C. Wiesbaden, 21. Mai. Der Einbrecher, der am 13. Mai bei einem Diebstahl im Kaism-'Frredtftch-Ring ertappt wurde und nach heftigem Kampf mit Polizei und Feuerwehr sich selbst ersclwssen lrat, ist tmnmehr als der 20jährige Karl Leist aus ‘tyüneben ermittelt worden. Leist, der aus einer angesehenen Familie stammt, wurde von seinem Vater • zu einem Kaufmann in die Lehre gegeben. Er hielt es aber dort nicht aus, sondern wurde Schiffmamt und reiste, als er nach dem Generalstreik in Belgien brotlos geworden war, mit einem Frachtschiff nach Mainz, von wo er nach Wiesbaden käm- und den verwegenen Diebstahl ausführte. Leist wurde von der .Staatsanwaltschaft in Mannheim wegen eines Einbruchdiebstahls verfolgt. Vermischtes. * „Herr Lehmann aus dem Hinterhausü". Geistesgegenwart Keimte ein Einbrecher, der in Neukölln auf frischer Tat ertappt wurde, es infolge seiner Gerieben- beit aber fertig bract)te, unangefochten zu entkommen. Ein Kaufmann B. aus der Donaustraße zu Neukölln hat in seinem Vorratskeller ein Läutewerk angebracht, das sofort anschlägt, wenn ein Fremder, der mit der Vorrichtung nicht vertraut ist, eintritt. Gestern nachmittag um 4 Uhr schlug plötzlich die Alarmglocke in seiner Wohnung an. Schnell ritte der Kaufmann die Treppen hinunter, um nach der Ursache zu sehen. Auf der Kellertreppe wollte ein Mann an ilM vorbeilaufen, doch gelang es dem B., den Fremden festzuhalten. 'Dieser blieb ruhig stehen und sagte zu dem Kaufmann in scheinbar großer Aufregung: „Ach, Sie sind ja Herr B.; ich habe soeben einen ^Einbrecher in Ihren Keller eingeschlossen und laufe.jetzt, nm einen Schutzmann herbeizuholen." Auf die Frage des Kaufmannes, wer er denn sei, tat der Fremde ganz verwundert und antwortete mit detn treuherzigsten Gesicht: „Aber Herr B., Die müssen mich doch kennen: ich bin doch Herr Lehmann aus dem Hinterhause." Diese Angabe brachte der Männ mit einer so großen Sicherheit hervor, daß der Kaufmann seinen Angaben Mauben schenkte und ihn „nach einem Schutzmann" laufen ließ. Mer schon im Keller sah er, daß er damit nicht gut gatan hatte, denn „Herr Lehmann" war der Einbrecher. Er hatte die Kellertür erbrochen, und einige Sachen zum Mitnehmen eingepackt. Der Entkommene ist ein Mann von «ckwa 30 Jahren mit blondem Schnurrbart. Er trug einen grauen Anzug und eine graugrüne Mütze. * Postraub im Sch well zu g B e r l in—-Eis e- nach. Auf Veranlassung der Eisettacher Kriminalpolizei wurde der Postbeamte Wilhelm Lokatis in Berlin verhaftet, der als Postschaffner im Schnellzug Eisenach—Berlin einen Geldbeutel mit 3375 Goldrubeln unterschlug. Der Beutel war von einer Berliner Bank an eine Firma in Pforzheim, mit nur sechshundert Mark deklariert, gesandt worden. Lokatis hat sich durch Ausgabe von Goldrubeln in Eisenach verdächtig gemacht. Man fand den Rest des Geldes in einem Wald bei Eisenach in einem Ameisenhaufen. Lokatis ist verheiratet, Vater zweier Kinder und seit fünfzehn Jahren im Postdienst. PlSunlichl' Seife O IznafpfehK I stehr Bezug auf Absatz und Verbreitung einzig da in der Welt. ß |f;» j- $ | Ihre Qualität ist stets gleich bleibend und konkurrenzlos L Jeder 0 H ■ WäsSle? I praktischen Hausfrau ist Sunlicht Seife Lieblingsmarke geworden. | SÄX i ■ ■■i ■ * il Die meisten Geschäfte führen die beiden neben gezeigten Packungen. ZMZ Sodcsict Wandern und Reisen, väder. Wanderungen in Gießens Umgebung. 1. Durch die Lindener Mark zuin Schtffenberg. Einer der weniger bekamtten Wege zum Schiffenberg ist der durch die Lindener Mark. Der Weg ist von dem Bahitviadukt vor Klein-Linden tut markiert (gelber Punkt). Er gebt nach Klein- Linden und dann die erste Straße links nach der Eisenbahnbrücke zu. Alan überschreitet diese und geht dann dem Bahnkörper der Alain-Weserbahn entlang bis kurz vor dem Wald. Hier geht der Weg nach rechts hin ab. Nach einer Zeit mündet unser Weg in eine lange nach rechts hin führende Schneise ein, die durch ben hübschen Nadelholzwald der Lindener Mark führt. Endlich überschreitet man die Straße nach Leihgesterir und nach kurzer Wanderung erreicht man die Theodorsruhe von der man einen reizenden Ausblick nach deut Sehiffenderg hat. Dann geht es weiter durch die Schweinsbornschneise nach dem Bahnübergang nn der Straße nach Steinberg und von da ist in wenigen Minuten der Schiffenberg erreicht. Die Marschdauer beträgt etiva 27? Stunden. 2. Bi eber -- Duns berg - Waldhaus - Fronhausen. Wir fahren vormittags mit der Biebertalbahn nach Bieber und geben von da auf utarkiertem Weg zum Dünsberg. Obett ist Sonntags Wirtschaft. Vom Turnt atts hat matt eine entzückende Aussicht. Dann geht es imitier der Markieruttg nach, zunächst steil abwärts und dattn ohne erhebliche Steigertntg zum idyllisch gelegenen Waldhaus an der Krosdorser Straße, wo nn§ ebenfalls eine entfache aber gute Waldwirtschaft zur Rast auffordert. Von hier tvandern wir auf reizenden Waldwegen nach der Schmelz unb von da nach Fronhausen. Marschzeit 4% Stunden. Wer noch weiter tvandern will, überschreite die Maitt - Weser-Bahn nach Bellnhausen tind vott da die dttrch prächtigen Wald führende Landstraße über Sicherhausen nach Lollar. Dabei läßt sich leicht ein Abstecher nach dem wundervollen Schloß Friedelhausen ntacheit, das gewiß den meisten Lesern bei der Eisenbahnsahrt nach Mar- bttrg ausgefallen ist. Der Rückweg nach Lollar nimmt gegen 31/, Stunden in Anspruch. Lin srütrzösischer Dampfer in die Lust geflogen. Paris, 22. Mai. Atts Marseille wird gerüchtweise gemeldet, daß der Postdampfer „Senegal" der Meffageries Maritimes bei der Ausfahrt aus dem Hasen von Smyrna auf ein Torpedo aufgestoßen und in die Luft geflogen sei. Das Schiff war vor acht Tagen aus Marseille mit sechzig Passagieren und einer 60 Mann zählenden Besatzung nach Kon- stautiitopel abgegangen, dürfte aber in verschiedenen Häfen weitere Passagiere an Bord genommen haben. Die Meffageries Maritimes hatten bis 11 Uhr nachts keinerlei Nachricht über die angebliche Katastrophe erhalten. — Der hiesigen „Daily Mail" wird in bestimmter Form atts Smyrna telegraphiert, daß der „Senegak" beim Verlassen des Hafens von Smyrna auf eine schwimmende Mine gestoßen unb in die Luft geflogen sei. Schleppschiffe seien abgegangen, um die Reisenden und die Mannschaft zu retten. „Ein feiner Stiefel hebt die einfachste Toilette!“ Elegante W. 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Abfabrt zum Bczirkösest in Garbenteich Sonntag >25.1 12" Uhr nachm. Teilnehmer haben freie Fahrt re. Haffia« u. Bereinsavz. anleg. (v°/s D. g. Oe. l.-l. Sektion Giessen Sonntag, 25. Mat: Wilheluisdorf — Oberlauken — Neuweilnau —Finsterntal —Schmitten—Sandplacken— Homburg. 6 Stund. Abfahrt Uhr vormitiagS. [v”/i Giehener Ruderklub iiiiiiiiiimiiiiHiiiiiiiiiiiiimiiiiiifiiiiiiiH „hassia" [Y06. - iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihiHii Samstag, den 24. Mai 1913: Mitgliedttversimiiiliiiig 3410 60t»116,1 ©effeitiliöi auf sich verein beiter, die g müßten. T-er der Srreichun! zu kommen. Zozialdemolra unb mit ihre, nxitig cneidjt unbedingt noti erreichen - 1. C Arbeitgeber, dies verschieden beivährt habe. 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