Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten ade »i tts Uion die ßit38JahrN Vertrauen, das rocht wird, recht- urch tint lange der Erfolge in Tatsachen, denen ,jeder verschwm- mtgegmzusetzen ch die billigeren >ern bestehe auf lulsion f die Versuche, ute“ (!), jedoch . M die echte (Gameten oder Zygoten) zu einer Einheit zusammentreten. Jü diesen sind sämtliche Anlagen, die der künftige Organismus ausbilden wird, enthalten. Teils sind sie gleichartig-homozygot, dann gleicht er seinen beiden Eltern. Etwa, da die menschlichen Gameten die Anlage führen, zweibeinige Individuen zu schaffen, wird in Beziehung auf seine Extremitätenbildung der Neugeborene immer seinen beiden Eltern gleichen. Aber neben dem Gemeinsamen, das sie vereint, haben zwei Menschen auch immer ihr Besonderes. Die Größe, die Haarfarbe, das Temperament und der Charakter der Mütter und Väter sind verschieden. Jedes dieser physischen und psychischen Eigenschaften entspricht iedcrseits einer Anlage in der Keimzelle. Jene aber sind nicht mehr gleich gerichtet, sondern verschieden gerichtet: heterozygot: Die Muttcr hat lockiges Haar und dunkle Augen, der Vater straffes Haar und blaue Augen. Der Sohn wird dann, vermutet man nach den gemachten Erfahrungen, in einigen Punkten dem Vater, in anderen der Mutter ähneln. Oder er könnte einen Mischtypus in dieser oder jener Beziehung zwischen Vater und Mutter darstcllcn. Kann man nun in solch einem Falle den Gang der Natur erraten oder ihn sogar errechnen? Wandelt sie nicht verborgene Pfade Handelt sie nach Gutdünken oder heimlichen Gesetzen? Die Beobachtung über die Vererbungserscheinungen, die im letzten Jahrzehnt sich zum Range einer Wissenschaft erhoben hat, lehrt, daß der Natur bei ihren Schöpfungen ein gewnser Spielraum gewährt ist, innerhalb dessen sie wählen kann. Allem auch dann diktiert nicht die Laune des Zufalls dem Geschehen, sondern alle vorhandenen Möglichkeiten werden ausgcschöpft. Es geichwht nur das, was der Wahrscheinlichkeit entsprechen wurde Um dies zu verifizieren, sei ein Beispiel für die Vererbung der ^arbe bei einer Pflanze, der Wunderblume, Mirabilis Jalapa, von der es verschiedenfarbig blühende Sorten gibt, beigebracht. Wenn man den Fruchtkiwten einer weißblühenden Pflanze, die zu einer stetig weißblühenden Sippe gehört, der Mirabilis alba, mit dem Blütenstaub einer ticfrosablühenden Mirabflis rosea befruchtet, so entsteht ein hell rosafarben er Bastard, also eine Mischsarbc. Hält man letzteren zur Selbstbefruchtung an, so produziert er in der folgenden Generation nicht mehr gleichfarbig, sondern verschiedenartig blühende Individuen, die teils den einen weißblühenden, teils den anderer: tiefrosablühenden Großeltern gleichen, teils aber auch wie der Vater eine hellrote Färbung zeigen. Läßt man nun diese Individuen der dritten Generation sich wieder selbst bestäuben, so ereignet sich das scheinbar merkwürdige, daß die weißen nur weiße, die tiefrosa nur tiefrosa Nachkommen haben. Die Nachkommen der Hellrosablüten aber verhalten sich genau so wie die Hellrosablüten der vorigen Generation: Sie geben weiße, tiefrosa und hellrosa blühende Nachkommen. Bei letzteren wiederholt sich das „Aufspalten" in weiß und ticfrosa ins Unendliche fort. Und zwar ift dabei das Ziffernverhältnis zwischen Weiß, Hellrosa und Tiefrosa stets konstant .Es beträgt 1:2:1. Mit diesem einfachen Ziffernverhältnis, das seinem Entdecker, dem Augustmer- pater Gregor Mendel zu Ehren den Namen der Mcndelscheu Regel trägt, ordnet sich die Vererbung. 'Ihir einige Varianten kommen noch hinzu, ohne jedoch das überaus einfache Bild komplizieren zu können. Gewisse Anlagen in beit Keimzellen — und dies ist dem Ingenium Mendels bereits bewußt gewesen —, sind von solcher Kraft, daß sie bei der Vereinigung mit anderen Keimzellen die Oberhand über deren Anlagen zu gewinnen suchen. Man nennt ein derartiges Verhalten Dominanz im Gegensatz zu den rezessiven Anlagen, die zurückgedrängt werden. Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Bastard in der ersten Generation nicht wie die Mirabilis Jalapa eine Mischform beider Eltern darstellt, sondern nur nach dem einen von beiden schlachtet. * Derartige Betrachtungen sind nötig, um einen Eindruck zu gewinnen über die Art, wie Krankheiten vererbt werden, warum ein Teil einer Generation frei von einer bestimmten Erbkrankheit bleibt, während ein anderer Teil der Geschwister erkrankt, oder warum nach vielen Geschlechtern eine Krankheit wieder auftaucht. Die Mendclschen Regeln über die ziffernmäßige Verteilung haben sich bei dieser Probe hinreichend gut bewährt'und zwar — ganz wie es die Wahrscheinlichkeitsrechnung fordert — um so besser, um je größere und zahlreichere Familien es sich handelte. Wenn bisweilen Abweichungen auftreten, so erklärt sich dies daher, daß ja nur wenige Keimzellen aus den Keimdriisen zur Entfaltung gelangen; dann ist es dem Zufalle anheimgegeden, daß sich die Anlagen auch in deut berechneten Verhältnis treffen. Auch die Krantheitsanlagcn — hierin sind die vercrbbaren Mißbildungen c ingeschlossen — haben entweder dominante oder rezessive Eigenschaften. Die dominanten Krankheiten werden direkt auf die nächste Generation vererbt. Bei zwei kranken Eltern sind alle Kinder krank, bei einer Heirat eines Gesunden mit einem kranken Individuum sind zwei Möglichkeiten vorhanden: entweder alle Nachkommen sind krank oder eine Hälfte. Tie Gesunden aus einer mit einer dominanten Krankheit behafteten Familie sind und bleibe:: in ihrer Nachkommenschaft gesund. Hier gilt der Satz: „Einmal frei, immer frei." Die Zahl der dominanten Krankheiten ist recht beträchtlich, aber die Zahl der Er- krankten verhältnismäßig gering. Es mag dies seinen,Grund darin haben, daß die davon Betroffenen wegen ihres manifesten Leidens, weniger Fortpflanzungschancen haben als die Gesunder: und die m:t rezessiven Anlagen Belasteten, von denen noch zu spreche:: fern wird. Zu den bekanntesten dominanten Krankheiten gehören Ltosfwech,el- störungen, wie Zuckerkrankheit, Fettsucht und Gickst, d:e um alternierend vererben können. Alsdann siick> zahlreiche famflrar auf- tretende Nervenkrankheiten beobachtet worden, so heredttäres Zittern hereditäre Muskelsteifheit (sog. Thomsensche Myotome), ferner Geschwülste an den Nerven. Schwellungen (Oedeme), Qie teils, nur war lehrt uns dieKatastrophe des §2? Zur Vernichtung des Marinetuftschiffes L 2 wird uns von fachmännischer Seite geschrieben: Es sind erst vierzig Tage vergangen, seit wir unter 'der Ueberschrift, „was lehrt uns die Katastrophe des 53.1?" die Lehren aus der Vernichtung des an: 9. September in der Nordsee untergegangenen ersten dsutscheu Marinetuft- schiffes zu ziehen suchten. Wenn wir damals betonen mußten, daß es die schwerste Katastrophe sei, welche die Geschichte unserer Luftschiffahrt aufzuweisen habe, und wenn wir tröstend hinzufügten, daß der L. 2 den: untcrgegangenen L 1 bereits wesentlich überlegen sei, so müssen lvir heute betrübt zngestehen, daß jene schwerste durch eine noch weit schwerere .Katastrophe in den Schulten gestellt ist, und daß die auf den „wesentlich überlegene::" L 2 gesetzten Hoffnungen nur zu schnell zu Schanden geworden sind. Je großer die Hoffnung, desto stärker die Enttäuschung. War doch dieser Luftkreuzer nicht nur der größte, schnellste und leistungsfähigste Deutschlands, sondern überhaupt das größte Luftschiff, das bisher gebaut worden war. Ein Luftschiff, das jeden Rekord brechen, dessen Aktionsradius weit über die Nordsee reichen sollte. Diese Katastrophe trifft uns aber doppelt schwer, lveil mit dem Luftkreuzer nicht nur die gesamte Mannschaft, sondern auch die Abnahmekommission und damit der größte Teil der Sachverständigen zugrunde gegangen ist, über welche unsere Marine- Luftschiffäbteilung verfügt. Der Verlust des L 2 ist verhältnismäßig leicht zu ersetzen, dieser Verlust überhaupt nicht. Was bei der Katastrophe des L 2 des weiteren so besonders niederdrückend wirkt, ist die Hilflosigkeit, mit der wir ihr gegenüberstehcn. Bein: Untergang des L 1 konnte man sich wenigstens sagen, daß es^sicb einmal, nm ejn Zusammentreffen ganz ungewöhnlich ungünstiger Wittcrungs- erscheiirungen, also um höhere Gewalt gehandelt habe, und daß zweitens doch wohl die Möglichkeit gegeben war, durch größere Rücksichtnahme auf das nun einmal nicht der Konr- mandvgewalt unterliegende Wetter ähnlichen Unglücksfällen nach Möglichkeit vorzubeugen. Alle diese schwachen Tröstungen entfallen hier, Katastrophen wie jene, die den L 1 betroffen schienen bei dem L 2 ausgeschlossen zu sein, da er motorisch weit stärker war und eine erheblich größere Tragkraft besaß. Allein war die eine Gefahr nach Möglichkeit beseitigt, so sehen wir, daß unsere Luftschiffe, mit denen wir das Reich der Luft bereits erobert zu haben glaubten, noch von gar vielen anderen Gefahren umlauert sind, die um so schlimmer erscheinen, da wir sie nicht einmal genau kennen. Das ist das Trostlose an der Katastrophe des 53 2, daß wir über ihre Ursache und somit über die Mittel, mit denen ähnlichen Unfällen zu begegnen wäre, keine Gewißheit erlangt haben und nie werden erlangen können, denn den Zeu- rti Wilhelmshaven, 19. Okt. Der bei der Katastrophe des „L. 2" ums Leben gekommene Obermaschinistenmaat Focken aus Rüstringcn war laut der „Vossischen Zeitung" bei dem Untergang des „53. 1" gerettet worden. Der Obermaschinist Lehmann aus Wilhelmshaven, welcher beim Untergang des „53. 1" ebenfalls gerettet wurde, sollte die Unglücksfahrt des „53. 2" mitmachen, er erhielt aber am letzten Montag verlängerten Urlaub und entging infolgedessen dem Tode. Ein neuer Marine-Zeppelin. Graf Zeppelin hatte anläßlich der Katastrophe des Marineluftschiffes 53 2 ein Telegramm an den Staatssekretär des Reichsmarineamts v. Tirpitz gesandt. .Hierauf ■l lobet: >im 8 Uh,, tu ■Q9 nach <1);;...,. a|le"! II e« Kommunion. ediqt. rebigf. ft. NeHenoereinS. lÄ’46* coacht nut cegen. < ktober: [' Heinrich B Kupfer- ane V-orge, geb. von 6 J'n- «Ä......««* I8t Me Menft. 1,9 >de. Tageskalender aus dem Jahre 1813. 2 0. Oktober. Rückzugsgefechte der Franzosen bei Lützen, e: n h a r d s w e r b c n und Naumburg gegen die sie on Agenden ruppen der Verbündeten. 2 0. iO rlvb e r Gefechte zwischen russischen und preußischen Truppen und den ret:ricrcnden Franzosen bei L ü-tz en, R c ini yardswerbcn und Naumburg a. d. S. 'wie t ^eim-,1 "«Mit*. Qil.t art*fr** s«\ d £?,oS'sär* Indlcr w;, »- b,n'Ä» önlt' in * _ ”, W l“lt rirri» * Ml Vie erblichen Uranihciten in: Lichte der vererbungsgesetze. Von Dr. med. van Troy. ilralt ist die Vorstellung von Krankheiten, die sich von Giychlecht w Geschlecht forterben. Allein nicht alle Krankheiten, d:e häustg ;n einer Familie auftreten, dürfen ohne werteres als erblich bc- reickmet werden. Auch nicht einmal der Umstand, daß sw angeboren Und ^cr Neugeborene sie schon zeigt, ist bewclskraftrg für bre Vererbung Andererseits können vererbte Krankheiten erst v elc Jahre nach der Geburt sich offenbaren, ja sie können erst das Greisenalter Heimsuchen. Am geläufigsten und am meisten m die Augen springend ist die Heredität der Tuberkulose. Man hat Nöi.sio Geleaenheit, zu beobachten, wie Famflren von ihr dezimiert Swerden Der Einwand daß die Tuberkulös eine Infektionskrankheit, hervorgerufen durch Ansteckung mit dem Tuberkelbazillus, ist, und das; eben nur der erkrankte, der de: Bazilleninfektion ausgesetzt sei, mag zwar berechtigt sein allein cs erweist sich nicht als sstchhaltig Denn es wird nicht d e Tuberkulose als solche vererbt, sondern die Disposition. Dabei ist Disposition in diesem Falle durchaus kein mystischer: »jnTL sondern ßic äußert sich wie neuere Forschungen stchergestellt haben, in einer unzweckmäßigen Konstruktion des Brustkorbes, dem be- ickiwindflichtigen Habitus, der em ausgiebiges r-cunktw- nicren der Lungen Pibcn verhindert, dafür aber dem Eindringen der Tuberkelbazfllen Tor und Tür öffnet. Es sprechen also autzere Doktoren des Milieus, die Mikroorganismen mit, diedas 3u- SnnhPfnmmen der eigentlichen Krankheiten erst ermöglichen Wo ^ Boülün fehlen bricht natürlich auch bei dein disponiertesten die Bazillen ü " crkulose ans. Möglich ist es, das; es sich Individuum keu b verhält, die auf der einen Seite cnewab °nd cnbererfeit» viele Be- EcÄ®*Ä S&oTMten durch S,^des Mms UN erdrückt werden, so das, die Nachkommen die Gunst des --'tu . meiften Fällen, wo cm Freiwerden frei werden. .Allein m oen ^({rf)cn Krankheit deutlich wird, bemhl"diN wie wir gleich sehen werden, aus ganz anderen Um- ständen. npfi ßfkf ü5er das Wesen der „Heredität" zu cr- Um einen UeBablitf o» nnd wann Krankheiten über- ÄÄÄS Ä * beten Keimzellen gen und Sachverständigen „schloß auf ewig Hekate den stummen Mund." Wie der amtliche Bericht hervorhebt, ist mit i Sicherheit nur festgestellt worden, daß das Feuer in oder über der vorderen Gondel, nicht aber im Innern des Luftschiffes । entstanden ist. Daraus ist die einigermaßen zuverlässige Schlußfolgerung zu ziehen, daß eine Selbstentzündung des Gases im Innern des Ballonkörpers durch Funkenbildung infolge atmosphärischer oder lokaler Reibungselektrizität nicht die Ursache der Katastrophe bildet, sondern das Feuer vielmehr unter dem Balloukörper in der Gondel entstanden ist. Was die U r s a ch e d e s F e u c r s betrifft, so ist d:e vom Neichsmarincamt eingesetzte Untersuchungskommis sion zu der Annahme gelangt — eine sichere Feststellung ist eben nicht möglich —, daß es auf einen Vergaserbrand zurückzuführen ist, der infolge von Knallgasbildung schnelle Nahrung fand. Ein radikales Mittel gegen diese Gefahr würde erst gegeben sein, w'enn wir ein unexplodierbares Gas zur Verfügung hätten, das aber bisher leider noch nicht erfunden wurde. Jedenfalls werden auch aus dieser nicht aufgeklärten Katastrophe einige Lehren zu ziehen sein. Zunächst die, daß nach Mitteln und Wegen gesucht werden muß, die Zuverlässigkeit der Antriebsmaschinen wesentlich zu steigern. Eine zweite Lehre ergibt sich aus der Tatsache, daß die explosionssicheren Benzintanks erst bei dem Aufschlagen auf der Erde zertrümmert wurden, und daß die aus dem Zellid her- gestellten Kabincnfenster unversehrt geblieben sind. Es wäre zu erwägen, ob nicht der Maschinenraum durch feuerfeste Z e l l i d w ä n d c so geschützt werden könnte, daß die Verbreitung eines an den Motoren entstehenden Brandes wenn auch nicht verhindert, so doch derart verzögert werden könnte, daß für die Besatzung größere Rcttungsmöglichkeiten geboten wären. Endlich scheint sich der beim 53 2 angewandte Einbau der beiden Gondeln in den Schiffskörper nicht bewährt zu haben, da der hierdurch erzielte geringere Luftwiderstand durch die vergrößerte Gefahr des Uebergreifens eines Brandes auf den Ballonkörper reichlich aufgezogen wird. Jedenfalls wird mit aller Sorgsamkeit und Gründlichkeit geprüft und durch immer neue Versuche erprobt werden müssen, was an Verbesserungen bei dem eben doch noch mit mancherlei Mängeln behafteten Zeppelintyp anzubrin- gen ift. Gegen diesen Typ aber spricht auch diese Katastrophe nicht, da die Explosionsgefahr uuch bei den anderen Syfte- r:en vorliegt. Im übrigen wird man, so sehr auch vor jeder Ueberstnrzuna de> LuslschiffkonLruktionen und Bauten zu warnen ist, doch nur den Worten des Kaisers beistimmen können, daß „die Trauer über das Geschehene nur zu ueuten Anstrengungen anspornen" wird, „die so wichtige Luftschiffwaffe zu einem zuverlässigen Kriegsmittel zu entwickeln". antwortete der Staatssekretär: „Herzlichen Dank für Ihr warmes Beileid. Wir trauern beide gemeinsam um die vielen wackerer: Männer, die ihr Leben für Ihr großes Werk gelassen. Unser nächster „Zeppelin" wird hoffentlich unter einem günstigeren Stern fahren/ v. Tirpitz. Frankreichs Teilnahme an dem Luftschiff-Unglück. Paris, 18. Okt. Der französische Aeroklub hat an den Deutschen Luftschifsahrer-Vcrband folgende Depesche gerichtet- „Tief ergriffen von der schrecklichen Katastrophe des Zeppeliu-Luftschiffes spricht der französische Aeroklub dem Deutschen Luftschiffahrer-Vcrband seine mitfühlende Teilnahme aus." I Die „Nordd. Allg. 5tg.‘‘ über die Lage auf dem Baifan. Die amtliche „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer Wochcnrundschau: Die Verhandlungen zwischen der Türkei unb Griechen» land haben in dieser Woche erfreuliche Fortschritte gemackst. lieber die wichtige Jndigenatsfrage ist eine Verständigung bereits erzielt. Dagegen steht die Einigung in den Fragen der Muftis und der Wakufs noch aus. Wenn die Verhandlungen bei gegenscittgen: guten Willen fortgeführt werden, so werden sich auch diese Schwio- rigkciten ausgleichen lassen. Zu einer günsttgcn Beurteilung der griechisch-türkischen Beziehungen trägt der Umstand bei, daß :n der türkischen Demobilisation jetzt ein lebhaftes Tempo cin- aeschlagen worden ist. Auf beiden Seiten sck-eint sich danach der Wunsch zu befestigen, die Differenzen zu einer friedlichen Lösung zu bringen. Ernster ist die Lage, die durch das Vorgehen Serbiens m Albanien geschaffen ist. Die Serben haben sich nicht mit der berechtigten Zurückweisung albanischer llebcrgriffc begnügt, sondern haben in den letzten Wochen wesentliche Teile Albaniens besetzt und in ctmgcp Plätzen bereits serbische Verwaltung eingerichtet. Die Begnindung des selbständigen Staates Albanien beruht auf einem curopapchen Beschluß, der erst nach langwierigen Verhandlungen zustand» gekommen ist. Sämtliche Mächte sind daran mtcrehicrt, daß das von ihnen geschaffene Werk erhalten bleibt. Ein besonderes Interesse daran haben aus ost erörterten Gründen Oesterreick- Ungari: und Italien. Es ist daher selbstverständlich, daß Deut, ch- land für die volle Aufrechterhaltung des Londoner Beschlusses eintritt. Die deutsche Regierung hat in den letzten Tagen in Belgrad ebenso wo hl gern einte wie nachdrückliche Vorstellungen erhoben, um die serbische Regierung zu schleuniger Zurückziehung ihrer Truppen und voller Respektierung der Londoner Mmachungen zu veranlaffen Die serbische Regierung, die wiederholt Beweise politischer Klugheit nnd richtiger Wertung der Verhältnisse gegeben hat, hat eÄ 1 in der Hand, durch unverzügliches Einlenken d:e Situation zu klären. Hierzu ist Serbien um so eher m der Lage, als die Mächte den Verhältnissen in Albanien alle Aufinerkfamkert zuwcndem Die internationale Kontrollkommission hat ihre Arbeiten bereits begonnen, und 'mit einer baldigen Wirksamkeit der internationalen Gendarmerie ist bestimmt zu rechnen. Daß Serbien nach dem reichen Gebietzuwachs, der ihm zugefallen ist, weiterer territorialer Erwerbungen nicht bedarf, ift_ auch von fer-- bischer Seite ausgesprochen worden. Nach alledem ift! zu erwarten, daß Serbien rechtzeitig Entschließungen fassen wird, die den Forderungen der Mächte entsprechen. Paris, 19. Okt. Mehrere Blätter tadeln in scharfer Weise daS Vor g ch cn Oesterreichs in Serbien und behaupten, daß das österreichische Ultimatum so ziemlich überall und namentlich in London und Petersburg einen sehr schlechten Erndruck hervorgerufen habe. Die Krone Albaniens. Bukarest, 20. Okt. Die Agcnce Roumaine ist dazu ermächtigt, die von einem auswärtigen Blatt gebrachte Nachricht, Nr. 2<6 Erstes Blatt 163. Jahrgang Wag, 20. Oktober (913 Ter Gießener Anzeiger psssssinllrui/ll Ar Jl lIlAIflPr-MM? s@?sass V11II!1Il11II 1 Zllii «'OMICl.-KKS witÄ ▼▼ I IV | er —, "unsrem Volk stets unverfälscht bewahrt bleiben und der Jugend immer wieder vor Augen geführt iverben, damit sich an ihrem Feuergeist der verwandte Geist der kommenden Geschlechter immer wieder von neuem entzünde! Mit tiefer Dankbarkeit wollen mir heute auch des deutsckien Staates gedenken, dec sich in diesem Kampf bei weitem das größte Verdienst erworben hat, -- ich meine das von den Hohen- zollern geschaffene Preußen. Dieser Staat, dessen Bevölkerung vorübergehend einzelne Körperftellen befallen — das akute zirkumskripte Oedem —, teils aber auch zu einer dauernden Verdickung der Extremitäten (Elefantiasis) führen. Berühmt ist die Nachtblindheit (Hemeralopie), bei der die Befallenen am Tage gut, nachts aber nichts sehen, geworden durch eine Familie, die' von ihr nachweislich seit dem 17. Jahrhundert heimgesucht wird. Es ist die Nachkommenschaft des Schläcklers Nou garet ans Vendemian bei Montpellier. Seit dem Jahre 1637 zählt man unter 1961 Nachkommen 135 Hemeralope. Eine wesentlich andere Rolle spielen die rezessiven Kraufheits- anlagen m der Vererbung. Ihnen gegenüber sind die normalen Merkmale die Dominanten. Deshalb können die Kinder ganz normal sein oder es doch scheinen. So hatte die Zwergenfamilie Robert Skmuer aus Borkshire — der Mann maß 2 Fuß 1 Zoll, die Frau einen Zoll mehr — 14 normale Kinder. Bei Krankheit beider Eltern müssen auch die Kinder krank werden, bei völliger Gesundheit eines Elters folgen die Nachkommen diesem, tragen aber zum Teil latent den rezessiven Keim des Leidens in sich, können es aber in einer folgenden Generation, wenn sie nicht in eine freie Familie „exogam" einheiraten, zum erneuten Ausdruck bringen Gs ertranken dann die Hälfte oder doch ein Viertel der Nachkommen Dabei ist ganz gleichgültig, wieviel Generationen hin durch die Anlage latent geblieben ist. Sobald sie auf eine gleichsinnige tritft, bricht sie durch. Dieser- Umstand macht die Ve r wandten eh en so gefährlich, weil auf diese Weise häufig j“)lernte Erbeigenschaften zusammcnfommen und sich addieren Plötzlich tritt dann bei den Deszendenten Taubstummheit, Schmach ' ftchtigteit, Biodlliin oder Epilepsie kombiniert oder nacheinander am Las berüchtigteste Beispiel für die Kumulation rezessiver plagen durch solche El-en bildet die Familie D a h 1, die unter 1b Mitgliedern nicht weniger als 42 taubstumme, epileptische wahnsinnige, idiotische oder schwachsinnige Jndividnen ausweist' Dabei nimmt infolge der Konsangiiinität die Belastung von Generation zu Generation zu. Von 52 Personen des fünften Gliedes erkrankten 1\ von 23 des sechsten aber 16 Perionen Eine SondersteUung unter den erblichen Krankheiten nimmi eine Gruppe ein, die „geschlechtsabhängig" ist. Jene treten nur bei Männern auf, rühren aber nie vom Vater her, sondern werden von der Mutter, die gesund erid>eint, in die Familie eingebracht Die Töchter bleiben im Sinne der Mendelschen Regel für dominante Anlagen gesund, die Söhne erkranken prozentual. Es gibt mehrere Krankheiten, bei denen die Mutter den „Konduktor" abgibt. So eine Form des Muskelschwundes ldie pseudohyper trophiscke Muskelatrophie), Farbenblindheit iTaltonismusj und Blindheit infolge Sehnerveneutzündung. Am bekanntesten aber ist wohl die Bluterkrankheit (SSämoubitie), die diesem Typus folgt. Zahlreiche Stammbäume solcher Bluterfamikien liegen vor. So die „Bluter von Tenna ' in Graubünden und die Familie Mampel in Kirchheim bei Heidelberg, die unter 237 Mitgliedern 33o.o Bluter hat. Auch ein deutsches Fürsteugeschlecht gehört -u den Blutern. Natürlich gehen Bestrebungen dahin, die erblidxm Krankheiten auszurotten. Das; züchterische Veredelung nickt allein zum Ziele führen kann, entspricht den Mendelsä^m Forschungen. Man wird sich balvcr über kurz oder lang dazu entschließen müssen, die derart belasteten Individuen von der Fortpflanzung auszn schalten. mtb toastete auf Jung Deutschland Festgottesdieust, in welchem Liz. 2: Die Hundertjahrfeier -er Völkerschlacht. Die Lrinnerungsfeier in Gießen. Gießen, 20. Oft. -iie festlichen Tage der Erinnerung an die Leipziger Wölkerschlacht haften nun doch auch in Gießen einen Wider hall gefunden. Die sichtbare Anteilnahme der gesamten Bürgerschaft an dem Fackelzug vom Samstag abend hat erwiesen, daß ein lebendiger vaterländischer Sinn auch Iper die Gemüter beherrscht. An dem Zuge selbst haben sich über 100 0 Personen beteiligt, fo daß die vorgesehene Zahl der Fackeln nicht ausreichte, um die Teilnehmer mit zwei Fackeln auszurüsten. Aber wenn auch bei der Ankunft auf dem Trieb nicht mehr alle Fackeln brannten, so entzündete sich da oben um das Freudenfeuer doch eine feierlich gehobene Stimmung, und alles erfreute sich an diesem schönen Volksfeste. Man kann wohl sagen, daß die gesamte Gießener Einwohnerschaft an dieser Feier teilgenommen hat. Wie günstig war aber auch die Witterung, indem der Mond auf die frische Herbstnacht herniederblickte, auf die gewaltige Volksmenge, in deren Mitte auch die obersten Vertreter der Behörden sich eingefunden hatten, der Rektor Prof. Dr. Körte, Provinzialdirektor Ge- heimerat Tr. Usinger, der Regimentskommandeur Oberst v. Trotta gen. Treyden mit mehreren Offizieren, Oberstaatsanwalt Hoffmann, Beigeordneter Emmelius mit mehreren Stadtverordneten, Landtag^abg. Prof. Urstadt und andere. Die hinreißende und kernhafte Ansprache von Prof. Altendorf, die weithin vernehmlich durch die Herbstnacht scholl, hatte folgenden Wortlaut: das Hoch eucrwerk lebrannt. i. V. > 58; 18. Otto Kötzler -Oderrea! 57 T V.) 57; 18. Karl Dechthock M D ' .'7 Rerckgymn 56: 20. Ludwig Scknntt Oberreal 5teinmittler (Oberreal.) 55; 22. Otto Fra fein lebhaftes Echo in den Herzen der Versannnelien erweckte auch die F e st äii sp r a ch e des Oberlehrers Dr. Schmoll. Er verstand es, die Hörer an sich zu fesseln und sie durch seine in Begeisterung erzeugte Rede wiederum zu begeistern und mit sich fortzureißen. Er pries die hohe Be deutung des Tages, auch für die Hessen, trotz der damals so mißlichen politischen Lage, denn damals ans dem Schlachtfelde bei Leipzig ist der Keim zu dem erst viele Jahre später entstehenden einigen deutschen Reiche gelegt worden. Was einst kommen würde, das ahnten schon da die führenden Geister und Streiter der Zeit. Jchr Wirken und Kämpfen beschrieb der Redner, sprach von dem geknechteten und im Staube zertretenen Deutschland und dem sieghaften, starken Deutschland am Abend des 19. Oktobers 1813. Unser qc» liebtes Vaterland, cs lebe hoch! Im Namen der festgebenden Vereine sprach Rechtsanwalt Kaufmann den Vereinen, die zum guten Gelingen des Abends beigetragen hatten, seinen Dank aus, dankte auch allen anderen, unter ihnen besonders den Vertretern der Behörden, für ihr Erscheinen. Dann kam er nochmals auf bic Leipziger Feier zu sprechen und erwähnte, daß der Eilbotenlauf des 8. Turnkreises (Hessens) leider sehr verspätet eingetroffen wäre, allerdings nicht durch das Verschulden der Läufer, sondern durch eine Panne des begleitenden Automobils. Sein Glas galt dem weitern fröhlichen Verlauf des Kommerses. Des Vorsitzenden Wunsch sollte nicht unerfüllt bleiben. Noch lange nach Schluß des offiziellen Teiles saßen die Teilnehmer in regem Gedankenaustausch beisammen. Die Feier in Berlin. Berlin. 19. Okt. Tie Gruppe Groß-Berlin des Jnngdeutschlandbundes veranstaltete nachmittags Wx Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig pinen gronartigcit historischen Festzug, der die Erhebung Preußens 1813 bar- stellte. Melnere Kasernenhöfe im 3cmrum der Stadt bildeten bic Sammelpunkte. Von .hier aus setzte Jidj der faftiug bald nack Amei llljr in Bewegung. Man sah Schill mit seinen Husaren, Turnvater Zahn, General ?)orck, Major Lützow, die Generale Gneise,tau, Scharnhorst, Bülow, v. Dennewitz. Kleist Nollen- darf, den ^altcn Marschall Vorwärts Fürst Blücher von Wahl statt. In Kaleschen saßen Stein, Hardenberg, Fichte und ^chleiermack)er. Ganz besonderes Interesse erregten di>' vom Kaiser zur Berlugung gestellten R e i f e m a g c u der Königin Luise und 'hr Hockzeitswagen, ferner der faftmaqen mit einer Germania und dem schmiede des deutschen Roick^s. Bismarck. Die Verbindung zwüclwii einselmm marl'ante.t Gestalten bil.vten Triippen aus der Zeit vor 100 Jal/ren in teilweise ecktet hiftorudk-n Uniformen. An den historischen Fest-ug schlossen fiel, Vertreter von Regimentern an, die in Leipzig oen Sieg erfami-i n halfen. Atif deut Tempelhoser Felde, wo der Zug endete, laberten rwn hohen Holzstößen mächtige Flammen zuiir klaren Oktoberhimmel empor. Bald trat feierliche Stille ein; nachdem die letzten > .locken Hänge der nahen Kirche verhallt waren, betrat Milituroher- yiarrer Goens die Tribüne irrü) hielt die Festrede, bann (vielte >. Hermann 17 Hans Haus-r 1 s- flarl Fische: 19 Karl Schmidt 55 ; 21. Lndroia jCbcrrcnlj 54; 1. toieg Wilhelm Michel (Realgstrnn.) 76i/2 Punkte; 2. Heinrich Wisker tStadtkn.) 75; 3. Karl Urban (Oberreal.) 741/2 4 Karl Renk (Oberreal.» 74; 4. Kurt Pfeiffer (Stadtkn.) 74; "5. Franz Möbius (Oberreal.) 73i/2; 6. Fritz Hofmann (Gymn 73; 7 Jul Güngerich (Realgninn.) 72; 8. Ernst Sommerkorn (Stadtkn) 71> .>• 9. Arthur Flamme (Stadtkn.) 71: 10. August Wallenfels (Stadt' knabcnschule) 70: 10. Heinr. Boukeiller (Realgstrnn ) 70; 11 Ferdinand Engel (Stadtkn.) 69: 11. Wilhelm Rieb (Stadtkn ) 69- 12. Georg Himmler (Oberreal.) 67; 12. Karl Daiipert -Oberreal ' 67; 13. Franz Rinn (Oberreal? 66; 14. Karl Engisch (Gstmn) 631/2; 15. Ludwig Deibel (Stadtkn.) 63; 16. Heinrich Zutt (Stadk- knabensckule^ 62'.,; 16. Karl Cappeller (Stadtkn., 62'/°; 17 Willy Kans (Stadtkn. > 61'/L,; 18. Willy Schwarz lRealgymn 61; 18 Karl farnges (M.-T.-V.) 61; 19. Willst Ruhl iT.-V) (iO'A; 19. August Tauster (Realgymn.) 60'.-; 20. Marl Burkhardt (Stadtkn.) 60; 20. Arthur Heißler fStabtln.i 60; 21. Theodor Schmieder (Realastmn. 59; 22. Wilhelm Haus i Stadtkn ) 58' ,- 22. Martin Balser (Stadtkn.» 58'..; 22. Emil Noll (Stadtkn^ 58V2; 23. Karl Balser (Stadtkn.) 58; 24. ffiobert Westvlxil i65nmn.) 57' 2; 25. Wilhelm Magnus (Realgstrnn 57; 26. Marl Schäfer (Oberreal.' 55'/°; 26. Richard Hildebrand (M.-T.-V. > 55' ,; 26 Hermann Jhring (Oberreal.) 55'..; 27. Joseph Wilhelm,' Oberreal.' 55; 28. Adolf Euler (Stadtkn.> 54; 28. Hermann Keßler (Oberreal.) 54; 28. Arthur Fourier Stadtkn.^ 54: 29. Walt Zöller «Realgstrnn.) 53i _>; 29. Hans Veith Stadtln > 53'- • 30. Willy Eidman.n Realgymn.) 52; 31. Julius Schlabach (Ober- rcahrbiüei 51; 31. Ernst Fix (Realgstrnn.) 51; 31 .veinririj 2bcbcv «Lbcrrcalj 51: 32. Gkorg Sckubccker (T.-V.) 50' .; 33 Sleorg Schmidt ^tabtfn.) 50; 33. August Hilger Realgstrnn.) 50: no- ■cta6Vrn Z?: 33. Hugo Prasch (Stadtkn.) 50; 33. StubolT Krausmuller (Realgymn.« 50 Punkte. r..HnL -Jarl fajter (Realgymn. 79 Punkte: 2. Kurt fach T 7^’d3‘Srfo^na ^berreat.) 76V-: 4. Ernst Schneider i V Vtltmann Ballsv 'Cl.' 75: 5. Karl Leisler • )4. b.^ 9vcintrtirb Ltzauß Gnmn3 7.3’Ä; 7 Gustav ußner t. -b ^.1'. : 8 irrnit Hempel 'Oberreal.) 71:9 fajt. Monrab^bcrrca j /O: 10. Karl Nagel Oberreal 67- >; 11. W •oerger (Oberreal.) (.4'..; 12 ouao Freitag Cbcrreal) iG- 13. Rudolf Köhler (T V 63; 13 Otto Hr' ' 63; 14. Rudolf Dietrick Realgymn 61 1 (Realgymn ' 61; 16. Karl Kröck (T FRITZ MOWÄCK Grosse Spezial-Abteilung für Trikotagen Normal-Unterkleider Reiorm-Beinkleider von M. 2.40 an Gewebte Damen-Hemd-Hosen . . 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Oktober abends bewegte sich ein stattlicher Fackel- r u g, an welchem alle hiesigen Vereine sowie die ganze Gemeinde teilnahmen, mit dem Posaunenchor und der Feuerwehr kapelle an der Spitze, nach einer Anhöhe in der Nähe des Torfes, wo ein Freudenfeuer abgebrannt wurde. Die Gedenkrede hielt Lehrer Schwinn, der in zu .Herzen gehenden Worten die trübe Zeit vor hundert Jahren schilderte. Am Sonntag morgen fand ein außerordentlich gut besuchter Festgottesdienst statt, wobei Schüler und Gemischter Chor die Feier verschönten. Nachmittags wurde auf der Niederhofstraße eine Gcdenkeiche gepflanzt. Bürgermeister R 0 m p f schilderte an der Hand alter Gemeinderechnungen aus den Jahren 1806—1813 die schweren Steuern und Abgaben, welche die Gemeinde den französischen Truppen leisten mußte. Eine vortreffliche Festrede hielt Herr Pfarrer Weber, dann trug Herr W. Herbcl einen selbstverfaßten Prolog vor. I B ad-Naulh eim, 18. Okt. Das war heute eine alle Schichten der Bevölkerung beherrschende Begeisterung, wie sie noch selten bei patriotischen Feiern zum Ausdruck gekommen ist. Die Straßen zeigten sich schon früh in reichem Flaggenschmuck. Feiertagsstimmung herrschte auch schon dadurch allenthalben, daß in vielen Betrieben heute die Arbeit ruhte. Außer den Schulen halten sämtliche städtischen und staatlichen Bureaus den ganzen Tag geschlossen. Am Nachmittage taten dies auch noch zahlreiche private Unternehmungen. In vielen Geschäften wurde die Arbeit niedergelegt; einer Anregung des Dc- taillistenvereins folgend, waren in der Zeit von 3—6 Uhr sogar die meisten offenen Verkaufsstellen geschlossen. So konnte icder- mann an der städtischen Feier teilnehmen, die um 4 Uhr mit einem F e st z u g e begann, der sich unter Vorantritt der Gießener Regimentskapelle vom alten Rathause aus in Bewegung setzte. Die gesamte Schuljugend der beiden Schulen in einer Zahl von nahezu 1000 Köpfen, der Stadtvorstand und die verschiedensten Behörden, 9 Vereine und zahlreiche sonstige Teilnehmer bildeten den stattlichen Zug. An der evangelisck>en Kirche angekommen, wo die Erinneruugseiche gepflanzt wurde, eröffnete zunächst die Militärkapelle durch ernste Weisen eine würdige Feier, in deren Mittelpunkt eine zündende, die große Bedeutung der Leipziger Schlacht würdigende Ansprache von Oberlehrer Kredel von der Stadtschule stand. „Deutschland, Deutschland über alles" tönte dann aus vielen tausend Kehlen. Nach dem Vorab Station Dutenhofen. Verpackung zum Selbstkostenpreis. Pascoe, Dutenhofen, ftreiö Wetzlar. |G93« Annahme-Stelles in Alsfeld, Butzbach, Heuchelheim, Lollar, Wetzlar und Wieseck Regelmäee. Fuhrwerksverkehr nach Wetzlar u. Butzbach. Tägl. Post- u. Bahnversand — Besichtigung während der Betriebszeit ist gestattet --------- Aus allen Teilen des Reiches wird gemeldet, daß besonders die Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig auf die verschiedenste Weise gefeiert worden ist. — In Jena sand unter Roggenbrot i garantiert rein, empfiehlt u. lief, frei HausKinzcnbacker Programm für Samstag, den IS., Sonntag, den 19. und Montag, den 20. Oktober 1913 welt-Schlager-programm! Tie großen französischen Flottenmanöver. Herrl. interess.Ausnaümen. Cinesiuo alsLnftschisicr Komische Szene z.Lachen. Die Hand der Unschuld. für Herren in langjährig erprobten Qualitäten Ausserordentlich preiswert: gute Wolle, gemischte Quali- 140 tät . . Mk. 2.50, 2.-, 1.75, Tafelobst smste MolobiWirnen Pfund 20 Pfennig, bei Mehrabnahmc billiger. Feinste ßolhijarmiiiitn und alle Sorten Koch- und Wirlschaftsäpsel und Birnen empfiehlt 108393 I. Klingelhöfer In um") «u* »chneidondtn SO- linßcr Stablwarzn ^"rllr »ot°N in eigenem hucre$$e un»r. [6386 trag der Chöre „Mein Vaterland, ich liebe dich" und „Heil Dir Kaiser, treuer Hüter" durch den unter Leitung von Lehrer Diehl trefflich geschulten Schülerchor der Stadtschule weihte dann Bürgermeister Dr. K a y s e r in packenden Worten die Eiche, woran sich als allgemeiner Gesang „Es braust ein Ruf wie Donnerhall" anschloß. An die Schuljugend wurden darauf von der Stadt Brezeln verteilt. Kurz nach dieser glänzend verlaufenen Feier beging dann der Jungdeutschlandbund (Wandervogel, Fahrende Gesellen, Turnverein, Sportvereins auf dem Johannisberg nochmals besonders das Gedenken des Jahrhunderttages. Oberlehrer Dr. Strecker von der Ernst-Ludwig-Schule hielt hier vor einer gedrängten Volksmasse eine Ansprache. Nach einem .Hoch auf das deutsche Volk wurde das F r eu den f e> e ij entzündet. Abends fand die Jahrhundertfeier durch einen von der Stadt veranstalteten Kommers, unter Leitung von Bürgermeister Tr Kapser, einen würdigen Abschluß. Die weilen Räume der Turnhalle wann bis zum letzten Platz gefüllt. Pfarrer Wissig hielt die Festrede. Der Bedeutung des Tage- angepaßte Konzertstücke der Kapelle der 116er und Liedervorträge des Gesangvereins „Frohsinn" unter Leitung von Lehrer Bechtolsheimer, turnerische Vorführungen des Turnvereins, fowie allgemein gesungene vaterländische Lieder gaben dem Festabend ein echt vaterländisches Gepräge. Bingen, 19. Okt. Ten Gedenktag der Schlacht bei Leipzig würdig zu begehen, halten sich die nationalliberalen Organisationen längs'des NHeines heute zu einer .Feier vor dem Niederwalddenkmal und 'm der neuen Binger Stadthalle zusammengefunden. Zeigte der Himmel auch ein trübes Gesicht, hatte sich auch ein sch,er undurchdrsiiglicher Nebel über den Rheinstrom gelegt, so war die Zahl der Erschienenen doch recht stattlich. Gegen 11 Uhr waren die Teilnehmer vor dem Denkmal ein getroffen. Die Regimentskapelle der 88er spielte auf. Hier, also auf preußischer Seite, hielt der Vorsitzende der hessischen Nationalliberalen Dr. O s a n n , die Festrede. Nach dieser Feier ging es wieder zurück nach Bingen Tie nationalliberale Fraktion Hessens hatte viele ihrer Abgeordneten entsendet. Man sah u. a. die Landtagsabgeordneten Tr' Pagenstecher, Bach, u. a. Bon der Reichstagsfraktion war T-r Becker erschienen. Um 3.15 Uhr begann der Festakt in der Festhalle. Nachdem Professor M o l den Hauer-Köln d,e Begrüssungsansprache gehalten hatte, hielt Prof. Theobald Z regier die Festrede Er gab eine geschichtliche Nebersicht brs zur Leipziger Schlacht, schilderte den Einfluß, den die geistigen Führer der Na- tton besaßen und gedachte vor allem der Verdienste, die sich Preußen um die Einheit Deutschlands erworben halte. Mit einem Hoch auf das Vaterland schloß die Rede. „Deutt'chland, DcutsckP- land über alles" und das Niederländische Dankgebet folgten. Letzte Nnckrichten. Eine Löwenjagd in Leipzig. Leipzig, 20. Okt. In der vergangenen Nacht Tubr ein Wagen der Straßenbahn in der Blüchersttaße auf einen Viehwagen des Zirkus Barnum auf, der nach dem Bahubos gebrockt wurde. Der Zusammenprall war so start, daß a ch t L ö we ne n t - weichen konnten, von denen fünf im Laufe der Nacht von Polizeibeamten erschossen wurden. Unter dem zahlreichen Publikum brach eine furchtbare Panik aus^ 2rci Löwen entkamen und gelangten in die umliegenden Straßen. Ein Lowe sprang durch die Tür des Hotels „Blücher" die Hoteltteppe hinauf und verursachte dort eine Panik. Ein französischer Gast ^des Hotels erzählte später, er habe beim Einschlafen ou 1 einer -iur plötzlich ein furchtbares Kratzen gehört. Dann habe er dw Lur qeöffnet und sich dem Löioen gegenül-er gefeheu. Soweit bi» fetzt bekannt ist, sind Menschen nicht verletzt worden. Serbiens Weigerung. Berlin, 20. Okt. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus London: Wie aus Belgrad telegraphiert wird, Hut Serbien Oesterreich-Ungarn bereits geantwortet, dce strategische Notwendigkeit mache eine Zurückziehung der serbischen Truppen aus Albanien unmöglich. D i e P r ä s i d e n t s ch a f t s f r a g e i n M e x i k o. New York, 20. Okt. Infolge der Unmöglichteit, eine Einigung über die Nachfolge HuertaS zu erzielen, beschloß das mexikanische K a b i n e t t, .Huertas A m t s- niederlegung nicht zu gestatten. Tie Bewegung, Huerta zum Präsidenten und B l a n q u e t zum Vtzeprasi- deuten zu wählen, gewinnt immer mehr Ausdehnung. Huerta empfing heute 1Millionen Dollar als erste Zahlung der von der London Mexico und Nationatbank aufgelegten Frins- miÜionenanleihe. * New York, 20. Okt. Nach einem Telegramm aus M eritz r a n ist ein Z u g auf der Fahrt nach Meridian infolge des Einsturzes einer Holzbrücke in die Tiefe gestürz t. Z w a n z ig Menschen fanden ihren Tod, hundert wurden verletzt. reine sprach Rcchtsan- ’ ;uin guten Gelingen Dank üu5, dankte auch ä den Vertretern der kam er nochmals aus Mahnte, daß der El - 3) Icibcr Mr Wi# duck W begleit** jiöhlichen «erlauf W nitfit .Teiles*» °te W j beisammen. Mrob-Berlin W 'Mig ea>en fl L fcS- js “ Ät* ““writ Ws-" l* 6 Furir T ü. uni [e erregten m gut|t 1 der ]nit einer der KMri richt" Wt/bilA •sS*. um letzten E bE ^nn nidte D*’/i SüZuSEC-Csshe in unübertroffener eleganter Ausführung, schrankfertig bei separater und garantiert schonender Behandlung, sauber und blendend weiss liefert die Grosswäscherei Edelweiss bet Teilnahme von etwa 10 000 Personen eine große vaterkän- dische Feier auf dem Schlachtfcldc von 1800 statt. — In Jo ' h annist ha l tourbe in einer Versammlung zum Zwecke der Erinnermigsseier der Anfang mit einer Sammlung als Erinnerungsdenkmal für die Opfer des „L 2" gemacht und an bett Staatssekretär v. Tirpitz abgesandt. Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, bett 21. Okt. 1913: Meist wolkig, trocken, Temperatiir wenig geändert, vielfach neblig, südwestliche Winde. A. Salomon & Cie. Schulstrasse 4 a70/10 Treffe nm Mittwoch zum Markte auf Oswalds Garten mit einem Waggon Frankfurter feuerfestem, irdenem Geschirr ein und verkaufe in Partieen Stück für Stück zu 20 Pjg. 69,3 Martin Schwab, Urbcrack. TRAUERHtTEj - - -•-----ta/"" «sfesS Hl itewt 5 es «ieif. L5 Dftobet lerses einÄnbfJen Die ’wfiÄ: 'en$NB&hebtn =K".S Ul f Ehrentag auch von der erbe- ftE.r E mehreren der beiwohnen konnte aller und Grohherzog' unterhaltend zr er Leise mehrere Vn- beifallssreudigen Pu- davon der Bor- - Ne leisteten alle ihr Mreins „Liederlechs Aliniederländi- ^eller des Chores war ms dem Harmonim Herren Faber M n und prachtvoll rriegen des Turnver- egant unb jifrr war 15 Don 1885. Sic müdes tfommcritä über» i Jnfantem-KaM 'x tv A LtzeMrers Dr. m Ich M fessebt und se Aedc wiederum zu 5t pries die hohe Be- :n, trotz der damals so als auf dem Schlacht- erst viele Jahre später ? gelegt worden. Bas hon da die führenden Wirken und Nmpsen n geknechteten und im dem sieghaften, starken obers 1813. Unser ge- llirchlich-positive Vereinigung C" für dar Grotzherzoglum Hessen 'n" «LIaUa l in Baumwoll-Trikot in Woll-Trikot Direkwire-tieinKieiuer i Mk. 1.40,1.70,2.15 1 von Mk. 4.2» an * DS .«ir®11!® mW f W- us,.r Stirll aelungt"--"nebrE Einladung zur 4.kirchlich-positiven Vortrags-Tagung für das Grohherzogtum hefien, Kur= heffen, Naffau, Zrankfurt u. die Synoden Braunfels und Wetzlar in Gießen am 20. u. 2\. Moder M3 Programm. Moutag, 20. Oktober, abends 8l/4 Uhr: Geheimrat Generalsuperintendent v. Hoppe-Hildesherm: Warum lehnen wir ein modernifierter Christentum ab? Diskussion. Dienstag, 21. Oktober, vorm. 10'/.. Uhr: Andacht: Konsistorialrat Baltzer-Frankfurt; (Eröffnung: Pfr Vern deck-Okarben; Konsistorialrat Prof. O B o r n h ä u s e r - Ararburg: Gibt cs einen vollkommeneren Glauben als den christlichen Glauben? Diskussion. — i3/4 Uhr: Gemeinsames Mittag- esien - Nachm. 3V3 Uhr: Direktor des Volks scdulwesens der Stadt Rostock Sellschopp: Der altaläubige Keligionslehrer und die Theologie der Gegenwart. Diskussion. Die Tagung findet im Saalbau (Steins Garten) statt Sämtliche Versammlungen sind öffentlich. Auch Damen sind willkommen.______________D,5/.o UWWrdesz.WchkM! Wir bitten sämtliche Wähler beö vorgenannten Wahlbezirks sich zu einer Versammlung fietr. Vorbesprechung ,,,r Stadtverordnetenwahl Mittwoch, i>c,l 22. 9«. Mts. abc..9s 8 Uhr, LLKWLTr.WÄ'NM Mi. «in« —’ * Ä Brust- und Rücken Ueberziehblusen wollene Unter-Taillen wärmer von M. 2.15 an von M. 1.70 an a"/.° I Ich litt seit 3Jahren an gelbl. Ausschlag mit furchtbarem Hautjuckeir Durch ein bnlb.3t.Zuckers Eeatent'Mcdizinal'Scife habe ich das liebel völlig beseitigt. H. S-, Poliz.-Sera." ä St. 50 P,. 3 S meuts t». Sh her Serenchd Mußftbem ljat den Generals i rannten Regln inen. Ich kau bclannt^uyk -Konfektion ist in unserer Gegend in der Tat nur bei mir erhältlich und die erwähnte Firma — obwohl sie selbst EFMA-Konfektion in ihrem Katalog bringt, ist nicht imstande, diese vorzügliche Konfektion zu liefern. — Ich empfehle eine Besichtigung und kritische Prüfung meiner „EFMA“-Kostüme, und kann mich dabei getrost auf Ihr massgebendes Urteil verlassen „EFMA“ „EFMA“ Die De Deutsch! 2 oeben ift »er angeschei Empfchlu 'n Berlin cir ajnouitrie an Bri,ident Cui <*nter des De keS, dessen mebriarf) ange] "»er an d !cincr Mission den Artikel, bt Emanier Wei ru Amer nocs der Verr L.sr MM Lonc» zählt J in S™. bin U K™: d°S dj '? laiui bniff, r ,d| W ^rancisc» • Lr-Ä SaiserW Der Pr rrhiclt von^ Hausen- £ Sie nur an Marine tn, -eigen so, fli meinen ticse sichere Sie - 'vric natii orbiit Die von Aattonallibc tagte am gef netenhause. genommen Hauses spricht iraklivn in b dauern da -iner die pr« Gelegenheit, t 1885 und 1' Polksver •a deshalb a in letzter Die letzten Ä Den Öäusern '■(liliciicnbcr ' i di c ro e I ♦ mrden ist. i ittaifen TO.ri Zusammcngo lost, so trifft folgen aus,. lir. 246 erscheint $ie Anzeiger'' „rlrrisblat» Wöchentlich fragen* MM M